Ausgabe 
26.10.1914
 
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fa! bis je tu feine nvnfec Bedeutung. Eine Bonlbc, die von der See geschossen wurde, traf das Hotel Mojestic, wo der deutsche dieneralswb speiste. Auch ein« Anzahl Gebäude wurden beschädigt. Troddcm herrscht leine allzu grosse Unruhe in T st ende. Vrelc Bür­ger rerlasscn die Stadt, doch wird der Auszug aus Ostende stets schwieriger. Auf Befehl der deutschen Behörde ist der Tram­bahn verkehr zwischen Ostende und Knote eingestellt.

Der Feldzug im Osten.

Wie», 25. Okt. <W. B.) Amtlich ivird vcrlnutbart: 25. Oktober mittags. Aus dem nordöstlichen Kriegsschan- platz stehen nunmehr unsere Armeen und starke deutsche Kräfte in einer fast nnnntcrbrochciieii Front, die sich von den Nordabsällcn der östlichen Karpathen über Start) Sambor, das östliche Borgcländc der Festung Przmysl, den unteren San und das polnische Wcichscllnnd bis in die Gegend von Plozk erstreckt. In, Kampfe gegen die Hauptmacht der Nüssen wurden auch ihre kaukasische», sibirischen nnd tur- lcstanischcn Truppen herangcführt. Unsere Offensive über die Liarpathcn hat starke feindliche Kräfte ans sich gezogen. In Mittclgalizien, >uo beide Gegner befestigte Stellungen i»»c haben, st e h t d i c S ch l a ch t im allgemeinen. Südöstlich von Przcmysl nnd am unteren Sa» errangen unsere Truppen auch in de» letzten Tagen mehrfach E r - folge. In Russisch Polen wurden beiderseits starke Kräfte eingesetzt, die seit gestern südwestlich der Wcichselstrecke JwnngorodWarschau k ä in p s c».

Der Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höfcr, Generalmajor.

Die Kämpfe in der Bukowina.

Budapest, 25. Okt. (Crt. Frkft.) Nach hierher gelang­ten verläßlichen Meldungen gingen der Besetzung von Ezcrnowitz durch unsere Truppen erbitterte Kämpfe mit den Russen an anderen Orten der Buko- wiua voraus, besonders bei R a d a u tz. Doch wurden die Russen hier blutig zurückgcsch lagen, was den siegreichen Vormarsch unserer Truppen ermöglichte. In­folgedessen wurden die russischen Truppen in Czernowitz über­rascht und mußten die Stadt fluchtartig verlassen; sie konnten daher auch nicht vor ihrem Auszug, wie cs sonst ihre Gewohn­heit ist, die wichtigeren Gebäude in die Luft sprengen. Trotz­dem wurden noch an vielen öffentlichen Gebäuden, an der Post, dem Polizcigebände, der Eisenbahnstation und an zahl­reichen Privathäuscrn arge Verwüstungen angerichtct.

KreuzerEmden" das englische Schreckgespenst!

London, 25. Ott. W. B. Nichtamtlich.) Tai in Tele­graph »rcldet aus Kalkutta: Infolge der letzten bekannt«» Leistungen des de Nischen KreuzersEmden" sinh die amerikanischen Auftrag« für den Jutcmarkt am 21. Oktober zu rück- gezogen worden. Man befurchtet, dass mit dem arMNtinischcn Auftrag« dasselbe geschehen ivird.

Tie Moniing Post meldet aus Bombay vom 22. Oktober: Tie anglo-indische Presse verlangt Massnahmen zur Herstellung der Sicherheit für die Schisfahrt nach Indien, deren gänzliche Hemmung durch die Tätigkeit des SchissesEmden" die iicknschc Volkswirtschaft schädige. Tie indische HandelSstatistik für Sep­tember weise gegen September 1913 einen ernsten Rückgang auf, für den die .Enrden" tu höherein Müsse verantwortlich sei. als der blosse Kriegszustand. All«in die Einfuhr an Baninwollwaren aus Ataiichesdcr sank im September um 2 Millionen Pfund Sterling. Kalkutta hat besonders unter den, Rückgang der Ausfuhr von Rohjut« gelitten, ferner unter dem Erportaussall von Jutepraduk- tcn. der allein im September mehr als 3 Millionen Pfund Sterling betrug. Tie Ausfuhr von Reis, Weizen, Häuten und Hellen sank um je ein« halbe Million, Rohbaumwolle und Baumwolle lVi Ml- lione» und Sämereien 900 00)1 Pfund Sterling. Gleiche Klagen kommen aus dem Innern Ter Touristen verkehr hat g ä n z l i ch a »s g c ho r i. Tie Times vf Jndia deuten an, dass di« Erfolge des SchissesEmden" ans die Stimmung der Ein­geborenen wirken köniiten.

Moliilistert Portugal?

Gens, 25. Olt. lEtr. Frkft.) Aus Lissabon wird ge? Aieidet, daß der Ministerrat alle Mobilisationspläne sowie alle vorn Kriegsminister getroffenen Vorbereitungen gutge- heißen hat. Portugiesische Offiziere seien bereits nach Lon> don abgcreist, wo sie mit dem englischen Generalstab in Ver- bindung treten sollen. Außer dem Expeditionskorps soll sofort ein Reservekorps gebildet werden. In der bevorstehen­den Sitzung der beiden Kammern soll der Wunsch Englands betreffend die Beteiligung Portugals offiziell mit- geteilt werden. In Portugal herrsche B e g e i st e r n n g. (?) Alle Parteien seien einig, daß Portugal sein Wort hatten müsse. Tie Meldungen entstammen französischen Quellen.

Die Deutschen vor Warschau.

Eorriere della Sera meldet ans Petersburg, daß die Deutschen bis 12 Kilometer vor Warschau vorgedrungen waren. Von der Stadt aus hörte man ganz deutlich Ka­nonendonner und sah deutsche Lustschisfc und Flugzeuge in der Luft. Die Militärbehörden stellten Geschütze und Ma­schinengewehre ans den höchsten Bauten der Stadt auf. Die Bevölkerung verhielt sich ruhig. Eines Morgens erschien ein Zeppelin über der Stadt und warf mehrere Bomben, ohne Schaden anznrichten. Polen ist zum größten Teil völlig verwüstet.

Wie», 25. Okt. Die Reichspost nicldet: Sämtliche Be­hörden Warschaus erhielten den Befehl, die Stadt zu vec. lassen nnd Petersburg aufzusuchen, sobald das Heer der Verbündeten sich bis ans 30 Werst genähert habe. Auch die Bevölkerung wurde anfgefordert, Warschau zu verlassen.

Bereinskalender.

Montag, 26. Oktober.

Giessen. Holzarbeiter. Abends nach Arbeitsschluss im Gcwcrkjchaslshans Mitgiiederversammliing. Das Erscheinen jedes Kollegen ist Pflicht.

Donnerstag, 2 S. Oktober.

Giesse». Abends 9 Uhr gemeinschaftliche Sitzung der Gewerk- schastshauskommission, Prcsskommission nnd der Vorstände dc-s Kreiswahlvereins. des Wahlvereins Giessen und sämtlicher Gewerk­schaften. Das Erscheinen aller Beteiligten ist unbedingt erforderlich.

Verantwortlicher Rebaiieur: F. Vetter», Giessen.

Verlag von Krumm & Ei«., Giessen.

Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt, G. m. b. H.,Vsf«nbach a. M.

Woche, »Marktpreise i>» Gieße»

am 2t. Oklobcr 1914

Butter per Psd. 1.101.20 Mk. Milch Liier 22 Psg.

Hühnereier Stück 1011 Psg

Gänseeicr Stück Psg.

Käse Stück 68 Psg.

Käscmalte 2 Stück 58 Psg.

Tauben per Paar 0.Ü01.20 Alk. Hühner per Stück 1.201.80 Mk. Hähne per Sttick 1.502.o0 ilf. Gänse per Pfund 0.700.75 Psg. Enten per Stück 0 . 00 0.00 Mk. Ochscnsseisch per Psd. 0.80-0.921)1!. Kalbfleisch per Psd. 7075 Psg.

Kuh-n.Rindfl.per Psd.808t Psg. Schweinefleisch per Pid.7090 Psg. Hammelfleisch per Psd. 7098 Psg Kartoffeln p. Ztr. 3. Mk.

Kartoffel,, 1 Psd. 3 Psg.

Zwiebeln 8vcr Pfund 1012 Psg. Blumenkohl per Sick. 1530 Psg. Kohlrabi Stck.5-10 Psg.

Weißkraut p. Haupt 8-12 Psg.

p. Haupt 1525 Pig.

p. Haupt 1020 Psg. per Pfund 8-20 Psg. Pfund 815 Psg.

Rotkraut

Wirsing

Acpfel

Birne»

Arbeit für die Frauen.

Diejenigen Frauen, die sich ans die Bekanntmachung vom 18. Oktober beim städtischen Arbeitsnachweis gemeldet habe» oder noch zu melden beabsichtige», werden anfgesor- dert, sich zur Empfangnahme der Arbeitsstoffe oder zum Be­ginn der Arbeit am Montag, den 26. Oktober, n a ch- n, i t t a g s 3 11 h r , i m st ä d t i s ch c n S ch u l h a u s , W c st a n l a g c 4 3, Kuabenabteiluug, Saal 4, cinzufinden. Weitere Anmeldungen werden daselbst ent- gcgcngenommen.

Die Arbeit besteht zunächst in Stricken nnd Nähen, so­wie Charpiczupfcn und zwar Montags und Donnerstags nachmittags 3 Uhr beginnend.

Leinwand für Charpie wird verausgabt Mittwochs und Freitags, nachmittags von 34 Uhr, in der alten Klinik.

Gießen, den 23. Oktober 1914.

Ter Oberbürgermeister.

Keller.

Standesamt Giehen.

Geborene.

Oktober 11. Dem Dreher Karl Albert Mar Straub ein Sohn, Karl Albert Hermann. Dem Hilfsheizer Adam Heussner ein Sohn, Karl August. 14. Dem Gaswcrksarbeiter Johannes Schieferstein ein Sohn, Friedrich. Dem Lokomotivheizer Wilhelm Tross ein Sohn, Helmut. Dem GarnisonverwaltungS-llnie,- inspektor Friedrich Ernst Karl Gerke ein Sohn, Hans Friedrich Hermann. 15. Dem Glasrciniger Wilhelm Koch eine Tochter. Elisabethe Margarete Luise. 16. Dem Kutscher Friedrich Feddelcr eine Tochter, Anna. 18. Dem Prediger Heinrich

Friedrich Moos ein Sohn, Wilhelm Ernst. 19. Dem Tclc-

graphcn-Assistentcn Martin Ring Wilhelm.

ein Sohn, Helmut Friedrich

Aufgebote. -- v

_ Oktober 17. August Schlcnbäcker, Taglöhncr, mit Luise Schmidt, beide i Giessen. 20. Heinrich Eckhard, Taglöhncr in Stanscnbcrg, mit Christin« Katharina Becker in Giesse». 21. Dr. Friedrich Karl Weigand, prakt. Arzt in Gross-Felda, mit Auguste Georgine Minna Katharine Jnderthal in Giessen. Heinrich Pflüger II., Grossh. Obcrförstcreigehilfe in Bingenheim mit Elisabethe Euler in Heblos. 22.. August Eidmonn, Schreiner, mit Albcrttnc Anna Katharine Käthe Zinn, beide in Giessen. Dr. Heinrich Wilhelm Tpohr, AnstaltSarzt in Strclitz, mit Emilie Pauline Emma Gleim in Marburg.

Eheschließungen.

Okwber 17. Heinrich Fink, Fabrikarbeiter, Reservist, mit Margareta Schäfer, beide in Giessen. 22. Karl Sehrt, Hilfs- hcizer, mit Friedrikc Martha Rcinboth, beide in Giessen.

Sierbcsällc.

Oktober 17. Panline Koch, gcb. Sahm, 50 Jahre alt, Gartcn- strasse 1. Elisabeth .Hainbach, geb. Keil, 81 Jahre alt, Kaiser- Allee 34. 22. Karl Seil, Wcissbindcr und Ofensetzer, 68 Jahre alt, Lindenplatz 7.

Im Felde gefalle».

August 22. Christoph Karl Hill. Fuhrmann, Reservist, 24 Jahre alt. Johann Heinrich Friedrich Schäfer, Konditor, Re­servist, 21 Jahre alt. Ludwig Friedrich Theodor Karl Andreas Lüter, Mälzer, Reservist, 27 Jahre alt. Hernian» Wilhelm Karl Hans Stehling, Schlosser, Musketier, 20 Jahre alt. Ernst Johann Haller, Vizefeldwebel und Bataillonstambour, 34 Jahre alt. 28. Hermann Ludwig Peter Happel, Prokurist, Vizcseldwebcl der Reserve, 25 Jahre alt. September 6. Ludwig Körber, Vizefcld. webel, 32 Jahre alt.

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Standesamt Lollar.

Geborene.

Sept. 29. Dem Schrcinermcistcr Heinrich Hcitche ein Sohn,' Heinrich. Okt. 12. Dem Hüttenarbeiter Johannes Müller ein Sohn, Heinrich. 15. Dem Schlosser Heinrich Völpel eine Tochter« Lina.

Sierbesälle.

Ott. 18. Katharina Schmidt Witwe, gcb. Bolz, alt 73 Jahre.

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ober Trägerin für MfKizenlfracli zum 1. November gesucht. Meldungen bitte nm- gehend an H. Hcdc rich machen zu motten.

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Liebesgaben für W Reg. Kaiser Wilbelni K. 116 .

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Die für die tapferen 116er in überaus reichem Maße gestifteten Gaben konnten den aktiven und Landwehrtrnppen unmittelbar in ihre Feldstellungen gebracht werden und haben bei diesen große, Freude und innige Dankbarkeit ansgelöst.

Nachdem der mitunterzeichnete Oberhessische Antomobilklnb in entgegenkommendster Weise sich wiederum bereit erklärt hat, durch Wagen seiner Mitglieder den Transport zur Truppe zu bewirken, ist beabsichtigt, in wenigen Tagen einen weiteren Transport abgehen zu lassen, der in erster Linie zum Reserveregiment 116 fuhren soll, um diesem vor Eintritt der kalten Jahreszeit noch warmes 1 Unterzeug pp. zu übermitteln.

Die Bürgerschaft der Stadt Gießen wird daher nochmals gebeten, die in erster Linie not­wendigsten Liebesgaben, namentlich:

Wollene Hemden, wollene Unterjacken, wollene Socken, Fußlappen uns Flanell ober Bicbcrtuch, ungesäumt etwa 45 cm im Quadrat, Pulswärmer, Leib­binden, Tabak, Zigarren, Streichhölzer, Dauerwurst, Schokolade,

Dörrobst nsw. usw.

WW" möglichst reichlich und umgehend zu spenden.

Annahmestelle der Ltadt: Stadtknabenschnle an der Nordanlage Baracke im Hos täglich von

8 bis 12 und 2 bis 6 Uhr.

'Annahmestelle des Noten Kreuzes: Alte Klinik täglich von 8 bis 6 Uhr.

Gießen, den 21. Oktober 1914.

Der Oberbürgermeister: Oberh. Automobil-Club e. V.

Keller. Müller.

Zweigverein vom Noten Kreuz: Alice-.Frauenverein:

Wiener. Frau Gebhardt.

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