Telegramme.
Der französische Bericht.
Der letzte amtliche französische Kriegsbericht, der m später Nacht in Gynf ausgegeben wurde, bereitet die öffentliche Meinung allmählich auf eine Katastrophe vor. Er spricht von furchtbaren Kämpfen zwischen der Meeresküste und BassSe, die deutscherseits mit überlegenen Kräften unternommen wurde, schweigt aber über Erfolge. Er erwähnt lediglich wichtige Positionen, die von den Verbündeten trotzdem behauptet wurden.
Ueber Bordeaux wird gemeldet: Der Feftungskomman- dant von Calais hat die polizeiliche und militärische Absperrung von Calais angeordnct. Der Zivilbevölkerung wurde eine Frist von sechs Tagen zum Verlassen des Fest- ungsgebietcs gestellt.
Italienischer Bericht.
Nach Mailand wird gemeldet: Die Schlacht in Flandern dauert an, nachdem die Deutschen bedeutende Verstärkungen erhalten haben und auf drei Fronten sehr heftig kämpfen. Auch die Reiterei, welche sich in dem durch den Wasserlaus durchzogenen Gelände schwer bewegen kann, sitzt ab, stellt Schützengräben her und kämpft mit dem Karabiner. Die Belgier stehen bei Dixmuiden, die Engländer und Franzosen an anderen Punkten. In der Richtung auf Menin schieben sich Kräfte der Verbündeten in das von den Deutschen besetzte Gebiet weit vor. (Das ist eine gefährliche Sache für die Verbündeten. D. R.) Die meisten Ortschaften an diesem Fluh, beispielsweise das wiederholt in den französischen Berichten genannte Warneton, sind halb belgisch, halb französisch.
Die Leiden der Beschossenen.
Lille hat sehr unter der Beschießung gelitten, wenn mau der Pariser Presse glauben darf. Ta» Rathaus und die Mauritius- kirche sollen schwer beschädigt sein. Viele Paläste des Zentrums sollen in Trümmern liegen. Auch Arras soll wiederum beschossen werden. Beide Türme der Kathedrale sollen zerstört sein. Viel« Dörfer der Umgebung von Lille wurden durch die Beschießung von beiden Seiten zerstört^
Neue Niederlagen der Russen!
Gegen 5000 Gefangene.
Wien, 23. .Lkt. (W .B.) Amtlich wird perlautbart: 23. Oktober, mittags: Während gestern In der Schlacht süd-, sich von Przcmysl hauptsächlich unsere gegen die feindlichen Stützpunkte entsandte schwere Artillerie das Wort hatte, ent- iuickcltc sich heute ein heftiger Kampf am unteren San, wo inir den Gegner an mehreren Punkten auf das westliche User übergehen liehen, nm ihn nngrcifcn und schlagen zu können. Dir übcrgegangcnen russischen Kräfte sind bereits dicht an den Fluh gcprch t. Bei Zarzecze machten wir über 10 0 0 Gefangene. Teile unseres Heeres erschienen nberaschcnd vor Jwangorod, schlugen zwei feindliche Divisionen und nahmen 3 6 0 0 Ru s s e n gcsangcn, erbeuteten eine Fahne und fünfzehn M a s ch i n e n g c w c h r c.
Bei der Rückkehr von einer erfolgreichen Aktion an der Save stich unser Fluhmonitor „Tcmcs" auf eine seindliche Mine und sank. Von der Besatzung werden 33 Personen vcrmiht, die übrigen wurden gerettet.
Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs: v. H ö f e r, Generalmajor.
Der Kampf um Lemberg.
Die Russen, die ursprünglich ihre Truppen bis auf eine kleine Besatzung aus Lemberg zurückgezogen hatten, warfen nach dem Entsatz von Przemysl durch die k. k. Armee außerordentliche Verstärkungen nach Lemberg. Gegenwärtig liegen
dort 80 000 Mann. Tag und Nacht arbeiten sie an den Befestigungen der Stadt. Die Bevölkerung wird zur ' Mitarbeit bei der Errichtung von Schützengräbeir und sonstigen Schanzanlagen gezwungen. Die anfangs milde Behandlung der Bewohner ist einem rücksichtloscrev Regime gewichen. Es fehlt an Nahrungsmitteln. Die Raubanfülle mehren sich allabendlich. Die Russen wollen Lemberg um jeden Preis
halten.
Verfolgung der Deutschen in England.
Danscnde verhaftet.
Aus Amsterdam wird der Franks. Ztg. geschrieben: Tie
Absicht, die di« Engländer in der letzten Zeit mit ihrer ganz besonders auffällig betriebenen Tpionenriecherei verfolgten, liegt nun klar zu Tage. Es ist eine Verschleppung der in England wohnenden Deutschen i>n di« noch vom Burenkrieg her übel berüchtigten Köngen traftonslager geplant. Nach der Tailp News werden von, Minister des Innern zivar fcin-e Mitteilungen über diese Angelegenheit an die Presse gemacht, es fanden darüber jedoch Miuisterratssitznugen statt, in denen Mac Kenn« sich mit dem Premiermtn.istcr besprach. Man glaubt, daß sich die Maßregel auf alle Männer im Alter von 17 bis 45 Fahren erstrecke. Fn Manchester wurden die Verhaftungen mit großer Strenge durchgeführt. Die Zahl der dort Fcstgonoinmencn beträgt einige Hn«° dlrt, die der Fcstgcnlomnienen rm ganzen Lande beläuft sich ans Tausende. Ain späten Nachmittag operierte eine kleine Armee von (tzehcimpolizisten in der Innenstadt von Manchester, die die Leute direkt von den Geschäften weg verhaftete, was naturgemäß große Sensation erregte, denn die meisten dieser Leute wären bekannt« Persönlichkeiten. Mancher hervorragende Mann der Handelswelt wurde von den Verfügungen der Regierung betroffen, so große Aktionßesiver und Leiter wichtiger Unternehmungen. Man nahm die Verhaftungen gegen Abend vor, da die PoUgei nach Möglichkeit Aussehen vermeiden wollte. Bei keiner der Verhaftungen wurt« der Polizei Widerstand entgegengesetzt. Eine große Anzahl der Vcat- hafdungen wurde durch die dseomanry und durch die Polizei von Rcadlng. vorgcnommen. Alle Häuser wurden durchsucht, von denen bekannt war, daß sie von Deutschs» gemietet waren oder Deutschen gehörten.
lieber die Vorgänge veröfsentlicht Reuter aus London noch folgendes: Der augenfällige Mißbrauch, den, verschiedene Deutschs, die in Frankreich und Belgien gewohnt haben, trieben, indeni sie als deutsche Spione sich unter die belgischen Flüchtlinge mischte«, hat bei dein englischen Publikum große Entrüstung hervorgernseit. Die Polizei Keß nun alle Deutschen und Oestcrreichcr, die imstande sind, Waffen zu tragen, in gut eingerichtet- Konzen tratiou s - lagcr bringen, d. h. nur wenn es besonders gefährliche Personen sind. Ungefähr 100 wurden in den letzten Tagen verhaftet. Die Behörden von London zeigen sich ungewöhnlich tätig und sie suchen ganz speziell nach den Deutschen, die die Erlaubnis haben, Bars oder Kaffeehäuser zu halten.
Wieder ein englisches Unterseeboot gesunken?
London, 23. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tie britische Admiralität gibt bekannt, das: das britische Unterseeboot „E 3" beträchtlich überfällig ist. Man befürchtet, daß es in der Nordsee gesunken ist.
Die Sperrung der Nordsee.
Stockholm, 23. Okt. (Ctr. Frkft.) Hiesige fachmännische Kreise neigen nicht zu der Ansicht, daß die englische Admiralität sich den auf sehe »erregen den Vorschlag der Times, die Nordsee von Schweden bis Calais z» blockiere», zu eigen machen wird. Aus strategischen Gründen hält man den Plan für versehlt. iveil er geradezu die denisch« Flotte zu Uobersällcn hcraussordere, zudem verstoße eine Sperrung der Nordsee — von einer KIlstenblockade könne man nicht reden — gegen das Völkerrecht. Astonbladet verweist ans die eudgegenstehenSen Bestimmringen der Haager Konvention rm-d der Sccrechtsbcklaration von London. Di« hiesigen Handelskrise sichen dem englischen Vorschlag. Lessen Verwirklichung eine schwere Hemmung des nordische» Handels bedeuten würde, selbstverständlich ablehnend gegenslber.
Nene Erfolge des Kreuzers „Karlsruhe"
Dreizehn englische Dampfer versenkt!
London, 23. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Das Reuterschc Bureau meldet aus Las Palmas: Ter deutsche Dampfer „Crcfcld" ist in Teucrisfa cingclauscu mit den Mannschaften von dreizehn britischen Dampfern an Bord, die der deutsche Kreuzer „Karlsruhe" im Atlantik versenkt hat. Die Gc-
samttonnagc der versenkten Dampfer beläuft sich aus 60 W
Tonnen.
Schlechte Stimmung in London.
London, 23. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Der militärische
arbeiter der Morning Post schreibt: Während die Stimmung y Parts optimistisch bleibt, heißt es. die Stimmung in London fe
niedergedrückt. Die deutschen Kriegsnachrichten behaupt I dies und einige Londoner Blätter schein«» ziigustimnien. Tie »en, scheinen zu glauben, daß wir sicher genug wären, weil den Deutschs, nichts Entscheidendes gelungen ist. Das ist eine gefährliche Sty, fassung. Den Verbündeten ist ebensowenig etwas Entscl-eidechq gelungen. Die Deutschen bleibe» im Besitz fast ganz Belgiensunj eines Teiles von Frankreich. Die Lage ist nicht danach angetz^ I zu jubeln, es ist nun »gebracht. über den Feind zu ivitzeln wt f seine militärische Kraft und seinen Mut zu unterschätzen. — J«, ; Verfasser des Artikels polemisiert ohne Namen zu nemiep. geg, i den militärischen Mitarbeiter der Times, der gesagt hat, daß zeq Drittel der jetzt im Felde stehenden deutschen Truppen zweiten «« dritten Ranges seien, mehr oder weniger ankgebildet und bis,
45 Fahren alt. Der Mitarbeiter der Monüngpost sagt: TatsäiW.l wurden alle diese Truppen der zweiten und dritten Linie früh, unter den Fahnen ausgebildet. lieber di« Hälfte davon ist nnch, scheiglich 32 Fahre oder jünger. Man sagt uns. wir sollten diq Truppen rächt überschätzen, die Jugend der Tcrvitoriaksoldatcn «t, sc rer beiden Armeen würde die Mängel der Arusbftdung ersetze,. Wir sollten also unsere Trnppn« tns Feld schicken, bevor sie vvlls an »gebildet sind, gegen deutsche Trtippen, deren Wert nicht gen, bekannt ist. Der Aus-gang werde zeigen, iver am besten abschweiS, würde.
Die Morningpost sagt: Es wäre vm Sport. Aber ein Krig zumal mit Deutschland, ist keim Sport. Das Risiko fsir sisisi Glrtckspiele ist gtt groß.
Die Verteidigung von Tsingtau.
Rotterdam, 23. Okt. (Ctr. Bln.) Die Festung Tsiugtz»
ist von zwei japanischen Kriegsschiften und dem englische Linienschiff „Triumph" bis heute ohne Erfolg beschossen woi den. Am 14. Oftober wurde dabei das Oberdeck de „Triuniph" durch einen schweren Hanbitzentreffer durck schlagen. Das detftsche Kanonenboot „Jaguar" ist leicht bl schädigt worden.
32 500 entwasfnete Belgier in Holland.
Amsterdam, 23. Okt. (tftr. Frkft.) Der Nieuwe Rotterdmirfi Couran-t meldet ans Ternenzen: Noch gestern wurden hit
ziemlich große Trupps von internierten Soldaten durchgesiihrt. B zum 21. Oktober stn-d hier 32505 internierte Soldat« durchgekommen, darunter 360 k>ffisvcre.
Englands Gewaltherrschaft über Aegypten.
London, 23. Oft. (Ctr. Frkft.) Die ägyptische Regierun befahl den in den Häfen des Suezkanals liegenden deut scheu und österreichischen Schiffen ab zu fahren, wodurch sie den englischen Kaperschiffe ausgclicfert werden. Die englische Regierung leih den hiesigen Vertretern ausländischer Staaten diese Mas regel unter dem Ansdruck ihrer Billigung mit.
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