Ausgabe 
24.10.1914
 
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IlffnJmiS und darüber war man sich auf Lcr zweiten Haager Frie­denskonferenz einig: die Tatsache, daß sich eine sunkcntclegraphische Einrichtung an Bord eines Lazarettschiffs befindet, gilt nicht als geeignet, um den Verlust des dem Lazarettschiff gebührenden Schutzes zu begründen. England verzichtet also darauf, zu den zivilisierten Nationen gezählt zu werde». Es führt Krieg gegen Lazarettschiffe, gegen Humanität und Völkerrecht, deren Hüter zu sein cs heuchlerisch vorgibt. Es bemüht sich mit Erfolg, Frank­reichs würdiger Verbündeter zu sein im Kamps gegen das Rote Kreuz.

Die Kriegstagung des preußischen Landtags.

Nur ein paar Stunden dauerte die gestrige Sitzung des preußi- fchcn Landtags, in der über die von der Regierung gesorüerten Kriegskrcdite in Höhe von 1% Milliarde Mark entschieden wurde. Der Franks. Ztg. wird aus Berlin über diese Sitzung folgendes geschrieben:

Um der Regierung die Ermächtigung zur Flüssigmachung von anderthalb Milliarden zu geben, die für die besonderen Bedllrfnisic des Krieges und zur Linderung der durch ihn ver­ursachten Rot bestimmt sind, ist der preußische Landtag heute zu­sammengetreten und diese anderthalb Milliarden sind ohne ein Wort des Widerspruchs die Sozialdemokraten des Ab­geordnetenhauses fanden die Summe sogar zu niedrig in beiden Häusern e i n st i m m i g genehmigt worden. Das ist eine Tat. Was aber in diesen beiden kurzen Sitzungen sich vollzog und wie sie sich abspielten, die Haltung der Häuser, die entschloffcnc patriotische Gesinnung, die aus jedem Worte sprach und aus aller Augen leuchtete das alles ist noch-mehr als eine Tat! Tie Vertretung Preußens, des größten deutschen Bundesstaates, hat feierlich dasselbe begeisterte Bekenntnis zum Kampfe für Ehre und Existenz des Vaterlandes abgelegt, wie der Reichstag am 4. August getan hat, und Preußen hat dieses Bekenntnis ab­gelegt nicht in einem Rausch, wie ihn die Kriegserklärung und Mobilisierung nach langem Hangen und Bangen erzeugen konnte, sondern schon in voller Kenntnis des Großen und Ungeheuerlichen, der zahlreichen Opfer, die dieser Krieg in den verflossenen zehn Wochen gekostet hat, und hat es abgelegt das ging aus den Reden der Präsidenten hervor in dem vollen Bewußtsein, daß noch größere Opfer zu bringen sein werden bis zu dem Tage, wo das errungen ist, was heute als das Ziel hingestellt worden ist wie am 4. August und was die Vertreter aller deutschen Er- werbsständc jüngst gelobt haben: die Erreichung des Sieges, eines Sieges, der einen ehrenvollen und dauernden Frieden verbürgt.

Ein patriotisches Bekenntnis der Opfcrbcreitschaft und des Ausharrens bis zum Ende ist diese kurze Kriegstagung des preußi­schen Landtags gewesen. Fm Abgeordnetenhaus und im Herren­haus zeigte es sich, wie viele Mitglieder im Felde stehen und heute nur hierher geeilt sind, um ihre parlamentarische Pflicht zu er­füllen und dann morgen wieder hinauszuziehen: man sah Ver­

wundete wie den Freikonservativen Herrn B r c d t und den konservativen Herrn v. M a l tz a » , der, weil er noch nicht wieder zehen kann, in den Saal getragen wurde, und daß auch Volksver­treter ihre Treue zum Vatcrlandc bereits mit dem Tode besiegelt haben, zeigte der Kranz, der aus dem Platze des im Felde gefalle­nen nationallibcralcn Abgeordneten Hase »clever lag. Es ist nur durch die hohe Stimmung eines solchen Tages erklärlich, daß aller Ordnung entgegen die Schranken zwischen Publikum und dem Sitzungssaale gcwistermaßen aufgehoben waren, denn im Ab­geordnetenhaus standen während dieser kurzen eindrucksvolle» Sitzung alle Türen des Saales offen und in diese hinein drängten Männer und Frauen, die aus den überfüllten Tribünen keinen Platz mehr gefunden hatten und doch Zeugen der patriotischen Kundgebung sein wollten, zu der diese Bewilligung der anderthalb Milliarden sich tatsächlich gestaltet hat. In den jubelnden Beifall, mit dem die Schlußworte des Präsidenten und auch die des Staats- ministcrS Tr. Delbrück ausgenommen wurden, stimmten auch die Tribünen ein, ohne daß cs jemandem bcigekommcn wäre, die sonst unzulässige Kundgebung zu rügen, und Hans und Tribünen erhoben sich wie e i n Mann, als der Präsident Graf Schwerin» Läwitz warm und eindrucksvoll die unvergleichliche Tapferkeit unserer Truppe» rühmte und ihnen den Dank des Vaterlandes aussprach, ihnen und der glänzenden Heerführung, und mit einem Hoch schloß aus das herrliche Heer, unser Volk in Waffen zu Master und zu Lande, und den obersten Kriegsherrn, den Kaiser und König: cs standen da, ganz wie am 4. August im Reichstag, alle auf, auch die. die jonst bei solchen Anlässen sitzen zu bleiben pflegten.

Nach einer mit großem Beifall anfgenommenen Rede des Staatssekretärs Delbrück, in der die Notwendigkeit des ge­forderten Kredits nachgcwiesen wurde, crgriss in der Diskussion das Wort

Abg. Hirsch-Berlin jSoz.j:

Namens meiner Freunde habe ich zu erklären, daß die sozial­demokratische Partei mit den Grundgedanken der Vorlagen einver­standen ist. Wir hatten aber den dringenden Wunsch, daß Kom- missionsberatungcn darüber stattfindcn, um die Vorlagen nach mancher Hinsicht zu ergänzen. Dies hätte sich ermögliche» lasten.

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 94

<* 5.

Welche schöne Tage verlebte Marstrand nun in dem stillen Gaard, allein mit den beiden Freundinnen. Als er am nächsten Morgen erwachte, siel Sonnenschein in seine -Kam­mer, dieselbe, welche er früher bewohnt hatte. Wie sauber, hell und freundlich war alles, wie lautlos war es im Hause; wie lag der grüne Vorplatz mit seiner Einfassung von Birken- gebüschen schimmernd vor ihm und nirgends störender Lärm, nirgends Hclgestads ranhe Stimme, kein Hämmern und Klopfen in den Packhüuscrn, kein Geschrei ain Fjord, überall das rötliche Sonnenlicht und Himmelbläue, so rein und mild, als wäre durch ein Wunder dies nordische, kalte Land weit in den Süden getragen worden. Lange stand er an dein kleinen Fenster und nie war ihm diese einsame Niederlassung so schön vorgekommen. Plötzlich sah er Jlda aus den: Hamc treten und eben stieg das große, goldene Tagesgestirn über die narbigen Felsen am Kaafjord und warf seine Strahlen auf das Gärtchen, ans die Blumen darin und auf die Jung­frau, welche, ihre Hände gefaltet, die Augen auf das erhabene Rundgemälde richtete. Der lichte Schimmer umspielte ihre langen braunen Flechten, die schlanke Gestalt in dem dunklen Kleide stand in andächtiger Ruhe, bis der Ernst in ihrem Ge­sichte einem Lächeln Raum gab, mit dem sie Blumen pflückte und diese zu einem Strauße ordnete. Nach wenigen Minuten war sie wieder im Hause verschwunden, dann hörte Marstrand leise Schritte auf der Treppe und im Nebenzimmer, und als er die Tür ösfncte, fand er auf dem Tische ein Glas, aus welchem die farbigen Blüten ihm entgegen dufteten.

Mit Blicken voll Rührung betrachtete er sie. Da waren Nelken »nd Reseda, rote, dunkle Levkojen und in der Mitte ein Busch hell schimmernder Vergißmeinnicht. Er beugte sich zu ihnen nieder; plötzlich drückte er seine Lippen darauf und sah dann scheu umher, ob es auch niemand bemerkt habe.

ohne die Verabschiedung der Vorlagen zu verzögern. Aber unsere

Vorschläge haben nicht die nötige Unterstützung der anderen Par­teien gesunden. Aus diese,» Grunde bleibt uns kein anderer Weg, als uns hier über unsere Forderungen auszusprcchcn, da uns ein ungerechtes Wahlrecht andere Mittel nicht in die Hand gibt. Unter de» in Aussicht genommenen Arbeiten vermistcn wir den Mittellandkanal.

Er ist ein Projekt von ungeahnter Bedeutung gerade in dieser Zeit. sSchr richtig! links.> Hier wäre die Möglichkeit gegeben, tausen­den von Arbeitern Arbeit zu verschasfcn. Auch handelt cs sich da­bei nicht um Notstandsarbeiten im eigentlichen Sinne. Die in Aussicht genommenen RotstandSarbeitcn dürften nicht ein Sinken der Löhne oder ein Sinken der Lebenshaltung der Arbeiter zur Folge haben. Dies muß verhütet werden, indem i» erster Linie freie Arbeiter verwendet werden und zwar zu den Löhnen, die zwischen den Organisationen der Arbeitgeber und der Arbeit- nehmer vereinbart sind oder noch zu vereinbaren sind. Es bleibt aber noch eine große Menge von männlichen und weiblichen Bür­gern, die durch den Krieg arbeitslos und völlig eristcnzlos gewor­den sind. Auch ihnen zu Helsen, ist Pflicht des Staates. Verschie­denen Gemeinden ist es bei ihrer finanziellen Lage nicht einmal möglich, diesen Leuten die Zuwendungen zu machen, die ihnen ge­macht werden sollen. Hier muß Staat und Gemeinde Zusammen­wirken und ganz besonders die Gemeinden mit de» Berufsorgani­sationen. Es geht nicht an, daß die Regierung sich nur auf die Entlastung lcistungsnnfähiger Lieserungtzverbände beschränkt. Die

Angehörigen der Kriegsteilnehmer »lüsten durch die Unterstützung in den Stand gesetzt werben, nicht nur notdürftig ihr Leben zu fristen. Daß ihnen mehr gegeben wirb, als allein zum Leben nötig ist, das ist eine Pflicht des Staates. Tic Unterstützung muß in jedem Fall so gemacht werden, daß sie auch zur Zahlung der Wohnungsmiete ausrcicht. Wir müsten dabei ohne Kleinlichkeit und ohne umständliches Verfahren nach gleichen, besten Grundsätzen verfahren. Das Saus hat wieder­holt einstimmig gewünscht, daß diese Unterstützung nicht als Armcnuntcrstiivllnq angesehen werde. Wir fordern die Vorlage eines entsprechenden Gcjctzcntwurses. So lange e? an einem solchen fehlt, ist immer damit zu rechnen, daß preußische Staats­bürger ihrer staatsbürgerlichen Rechte »nd ganz besonders des Wahlrechts für die Gemeindevertretungen verlustig gehen. Wir fordern auch, daß in die Kriegshilsskommissioncn Angehörige aller Bcrufsstänbc, auch der Arbeiter, hinzugczogcn werden. Dann fordern wir aber auch die

Aufhebung aller bcstchendcn Ausnahmegesetze, damit alle Staatsbürger ohne Ansehen der Nationalität gleichbe­rechtigt sind. In allererster Linie fordern wir auch Aufhebung des DrciklastcnwahlsgstemS und Einführung des allgemeinen, gleichen und geheimen Wahl­rechts. sBcifall links.j Das ist ganz besonders nötig an einem Tage, wo bas ganze deutsche Volk ohne llntcrschicd des Geschlechts die schwersten Opfer bringt und die ärmeren Schichten und ganz besonders die ärmeren Klassen so große Opfer bringen. sSehr wahr! bei den Sozialdemokraten.> Trotzdem die Vorlage weit hinter unseren Erwartungen zurückblcibt, werden wir ihr z u - stimmen in der Hoffnung, daß unsere Wunsche entsprechend er­füllt und die erforderlichen Gescbesünderungc» mindestens beim Wicdcrzusammcntritt des Landtages cingebracht werden. Ich schließe mit dem Wunsche, daß der entsetzliche Krieg zu einem bal­digen gesicherten Frieden des deutschen Volkes und der Menschheit führen möge, und alles geschieht, was zur Erfüllung dieses Wun­sches dienen kann. sBeifall.)

Ohne weitere Debatte wurde dann die Vorlage in allen drei Lesungen einstimmig angenommen ebenso später im Hcrrenhausc worauf die Tagung nach einer Dankesrede des Präsidenten ge- schlosten wurde.

Bundesralsbeschlüsse.

Berlin, 22. Okt. (W .B. Amtlich.) Der Bundcsrat hat den Entwurf einer Bekanntmachung über die Geltendmachung von Ansprüchen von Personen, die im A u s l a n d e wohnen, angcnonimen: ferner den Entwurf einer Bekanntmachung über die Fälligkeit im Auslände ausgestellter Wechsel; den Entwurf einer Bekanntmachung betr. Ueberwachung aus­ländischer Unternehmungen; den Entwurf einer Bekanntmachung über die Ausdehnung des Gesetzes betr. den Schutz der infolge des Krieges an der Wahrnehmung ihrer Rechte behinderten Personen auf am Kriege Beteiligte aus Oesterreich -Ungarn; den Entwurf einer Bekannt- machung betr. weitere Verlängerung der F r i st e n deS Wechsel- und Scheckrechts für Elsaß-Lothringen, Ostpreußen usw.; die Vorlage über Pauschbeträge, die von den Vcrsicherungsträgern zu den Kosten der O b e r v e r - st ch c r u n g s ä m t e r zu entrichten sind; die Vorlage betr. Aenderung der Ausführungsbestimmungen zum Gesetz über die Schlachtvieh, und Fleischbeschau und die

Ein stilles Entzücken erfüllte sein Herz; mehrmals war er im Begriff, eine der Blumen an seinen Rock zu stecken, aber er legte sie wieder fort, und als er endlich die Treppe hinabstieg, und Jlda ihn scheltend über sein langes Ausbleiben empfing, sagte er leise:Ich stand bei deinen Pfleglingen, die zu mir sprachen und was sie mir sagten, war so lieb, daß ich alles darüber vergaß."

Vergessen darfst du nichts," antwortete sie,aber laß uns heiter sein. Die Tage gehen und kommen und wenn sie Freude für uns haben, sollen wir Trost daraus schöpfen gegen das Leid, das ihnen nachfolgt."

Und fünfmal kam die Sonne und verlor sich in kurze Nacht, welche jetzt wieder cingczogen war, denn der August war da: aber die Tage blieben mild wie schöne Sommertage, und wenn das Dunkel mit weichen Schatten am Fjord herauf- sticg und die Spitzen der höchsten Felsen allein noch ihre Rosenkränze trugen, trat der Mond über das finstere Horn des Kilpis und wunderbar klar glänzend streute er sein feines geheimnisvolles Licht über den schwarzen Wasserspalt und seine dreifache Schattcnstille über alle Klüfte und Tiefen.

Kein Mensch kam während dieser Zeit in den Gaard. Die Männer waren alle entweder mit Helgrstad nach Bergen oder mit Björnarne nach Lappen gefahren. Was von alten Fischern in der Nähe übrig blieb, trieb Scyfang in den Strudeln von Aloen. Jin Hause aber gab es nur ein paar Mägde und da auf den Gütern in diesem hohen Norden von Ackerbau so wenig die Rede ist, wie von Viehzucht, Helge- stads drei Kühe und zwei Pferde in den Bergschluchten umher unter Aufsicht eines Knaben weideten, der sie aus- und ein- tricb, mochte das Wetter sein wie es wollte, so tvar von wirt­schaftlicher Arbeit auch nicht viel die Rede. Die Vorrats- Häuser standen dicht verwahrt, der Kramladen machte kein Geschäft. ^),e Hirten auf ihren Alpen hatten, was sie be­durften einrvckaust, erst auf den Herbstmärkten versorgte sich das Vok mit allen Vorräten für den Winter; so blieb denn in dieser Zeit der Ruhe sür fleißige Frauen und Jungfrauen nichts zu tun, als Leinenzeug, Betten und Geräte in Ord-

Vorlage betr. Aenderung der Vundesratsverordnung den Verkehr mit Kraftfahrzeugen.

Leider, leider steht immer noch der Bnndesratsbeß aus, der Höchstpreise für Lebensmittel fcstsetzt. Und do, es dazu allerhöchste Zeit, wie selbst das Blatt der Agro die Deutsche Tageszeitung, zugibt!

ZlaatlicheundbehördlicheKriegsmatzttah«

Das bayerische Kriegsministerium hat die Stellen, militärische Aufträge zu vergeben haben, angewiesen, > Beschwerden über Gehaltskürzungen bei liefernden Fi, nachzugehen. Alle Lieferungsvcrträge müssen die Bcdin, enthalten, daß Gehalts- oder Lohnherabsctzungcn a, schlossen sind. Bei Zuwiderhandlungen der Lieferanten die Militärverwaltung das Recht, vom Vertrage zuri treten, ohne daß dem Lieferanten ein Entschädigungsanfi zustcht. Unternehmer, die die durch den Krieg geschasst besonderen Verhältnisse zur Ausbeutung der Angestellten Arbeiter ausnutzcn, werden von jeder Lieferung ai schlossen.

Die Stadtverordnetenversammlung in Schöneb bei Berlin beschloß, die Staatsregicrung und den Lau um Annahme eines Gesetzentwurfs über Errichtung Mietämtern und Bewilligung von Mietunterstützungei Betrage von 40 Millionen Mark zu bitten. Die Gcmei sollen Zuschüsse zur Deckung der Kricgskostcn erhalten.

Ter Teltower Kreistag beschloß, den Fam angehörigen der zum Heeresdienst einberufenen Arl

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und sonstigen Bediensteten des Kreises vom 1. Novemb Meise

Zufuhr

während der Dauer des Krieges, sofern die Einbcru unverheiratet sind, 25 v. H., sofern sie verheiratet ta unsere 60 v. H. und für eheliche und den ehelichen gesetzlich g ,zjbts i stehende Kinder unter 16Jahr. für 1 Kind 10 v.H. und fii

weitere 5 v. H. der Besoldungen oder Löhne zu gcwä b, ber nid

äuffauf

In diesen Füllen darf die Gesamtsumme der Bezüge 90 der Gehälter nicht übersteigen. Für Verwandte in steigender Linie und Geschwister, die von dem Einberu unterhalten wurden, werden je bis zu 10 v. H. gezahlt. Gesamtsumme der Unterstützung in allen Fällen darf 100 nicht übersteigen. Der Kreistag stimmte schließlich de, lösung der Unterhaltungs- und Erncuerungspflicht der den Teltowkanal führenden Staatscisenbahnbrücken Zahlung einer einmaligen Summe von 405 000 Mark a Eiscnbahnvcrwaltung zu.

Der zweruttdsiebzigftüttdige Sturm au Przemysl.

Ter Krieqsbrrichterstatter unseres Wiener Parlciblaties, Schulz, schreibt über den russischen Awgrisj ans die galizischc F

Przemqsl:

Am 5. Oktober sctzien di« Rüsten energisch mit einem § angrrff gegen di« Siidostfrvnt unter gleichzeitigen denwisttrier Angriffen gegen alle anderen Fronten ein. <Voin 18. Septem-i begann die Einschließ,Przemysls durch die Russen.) M< kannte deutlich die Absicht, unter Vermeidung eines lanpivi beiageruuqsmüßigcn Angriffs die Festung, die nadiirtich in Weise sturmfrei war, durch gewaltige Krastcntsaltung im S zu nehmen, nack, dem Beispiel Adrianopels oder gar Liittich war eine furchtbare Beschieftmdg aus Geschützen non Kalibei,

8, 10, 15, 18 und 21 Zentimeter, ja sogar aus Marinegät Der Angriff begann am 8. Oktober; er ivährtc unnntcrbroch« Stunden. Alle Angriff« scheiterten an der Ruhe und Tuck, ajn der Besatzmig, die selbst im Feuer der schiverftcn russisch«», «

die kaltblütige Besonnenheit nicht verlor. Tie Leu!« schoss» ans dem «Schicßstanb. Auch das Abmcl>rseucr der Fnsanteri, von gcivaltiger Wirkung, ebenso das der Maschinengcivehre n, Artillerie. So wurden die verzweifelten Anstrengungen der l zu Schanden, obgleich der Kamps kein« Minute aussetzte. Tudesverachdung cineucrtc» die Russen immer wieder ihre A> unter vortrefflicher Benützung des Spatens. Sie ging«, folgenden, Sck-cma vor: Aus der Schwarmlinie springt ein vor, das Zeitdcckblalt hält er als Schild vor sich. Er versck' gleich wieder und gräbt sich blitzschnell «in. Ihm folgt ein z »nd so fort. Fn der Linie, die abends erreicht ist, wird nach Laufgraben hcrgestcllt, der als Rückendeckung fiir weiteres treibe» des Angriffs dient, der auch nachts nicht auSsctzt. Ai russisch« Artillerie arbeitete vortrefflich, ober sic ivar ohne W gegen unsere Panzerungen, die kaum Beulen davontrugen, das Uiugelände. das Erdreich und stellenweise das Elaeis ivar> wühlt. Der «Schaden konnte immer sofort aitsgebessert werde

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nung zu bringen, die Schränke auszustatten mit dem gen, oder mit Männern und Brüdern Reisen zu mache, Vergnügungen zu genießen, so viel cs deren geben mo,

Während der Vormittage unterstützte Johann bald bald dort seine Freundinnen, die ihn neckend zu k Diensten aussordcrten, oder er saß in der brcitblätt Laube von Schminkbohnen und las in einem der T die kürzlich Klaus Hornemann aus Tromsö geschickt Damals waren Holberg und Tullin die gefeierten Lieb schriftsteller der Dänen. Holberg, durch seine Geb Bergen ein Norweger, wurde schon um dessentwegc Lande mit Begeisterung verehrt und nun sandte der Priester zum crstenmale an den Lyngcnfjord eine t Bände voll Lustspiele, Gedichte und den satirischen R Nikolaus Klimms unterirdische Reise, den Holberg lat geschrieben hatte, von welchem jedoch sogleich eine setzung gemacht worden war.

Mit Entzücken fiel Marstrand über diese «Schätze denn wie lange hatte er das Vergnügen entbehrt, Büc lesen und die Zeitung von Kopenhagen zu durchbl welche zweimal wöchentlich in einem kleinen halben erschien, von denen Hornemann mehrere beigclcgt hast« geistvollen Professor Holberg kannte er persönlich un! wie vieler Beredsamkeit erzählte er seinen aufmerksam« Hörerinnen Züge aus dem Leben dieses originellen, tt Gelehrten. Waren die häuslichen Arbeiten abgetan, cr eins der drolligen, slharf charakterisstschcn Lnsstpicl« das von Gelächter und Fröhlichkeit bis zum Schluß b« wurde. Kam dann der Abend, so machte cr mit den lungen Mädchen Spaziergänge über die Felsen am oder er ergriff die Ruder und trieb das kleine Boot üb spiegelglatte Meer bis zu einem schönen Wasserfall o irgend einem Vorgebirge, ans dem ein einsamer Baum wo man weit bis zu fernen Inseln und ans die Schn« von Scnjenöcn blicken konnte.

lFortsetzung folgt.)

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