Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcffen und der Nachbargebiete.
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Gießen, Sllmstag, den 24. Oktober 1914
9. Ialirgaug
Der Krieg.
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iufpkn der Pnrtelprejse im Kriege.
Unserem Chemnitzer Pariciblatt cninchmen wir — mit einigen ungcn — folgende bemerkenswerte Ausführungen über die oben der sozialdemokratischen Presse im jetzigen Kriege: Einmütig hat die sozialdemokratische Presse ihren Entschluß gegeben, nach ihren Kräften am deutsche» Liege miiznwirken. Lache unserer Briidcr im Felde ist unsere Sache. Wir dürfen Zeile schreiben, die ihre harte und blutige Arbeit erschwert verlängert. Vor ihnen tragen wir die Verantwortung, ihnen >ng und Organisatiott unbeschädigt und so stark wie möglich er zu übergeben, wenn sic aus dem Felde znrllckkehrcn und neuem im Bürgerrock für Brot und Freiheit kämpfen müssen, it w i r in Sicherheit leben können, opfern s i e sich. Wer nicht Artikel und jede Zeile daraushin prüft, ob er vor unseren >sscn im Felde bestehen kann, hat seine Pflicht während des ics noch nicht ersaht.
Aus diesem Grundsatz folgt unmittelbar unsere Anerkennung Burgfriedens. Jeder innere Streit im Lande ist eine ^nung der Feinde. Wir stehen unbedingt zu dem Satz, Zchcidcmann nach Amerika schrieb: „In der jetzigen Kricgszcit as ganze deutsche Volk einig." Tie Parteipresse hat bas Recht, von dieser Gesamtpolitlk der Partei abzuwcichcn. verzichten überall auf Wahlkämpsc und lassen selbst bcbcutcn- tzegncr» der Arbeitcrsachc kampslos Mandate, die schon bisher lcsiv der kapitalistischen Parteien waren. Tie Gewerkschaften > ihren Kampfcharakter für die Kriegsdaucr aufgcgcben und ks sabgcsehcn von Ansnahmcfällcn) ausgeschlossen . . .
Bel dieser Praxis werden Schwierigkeiten mit der Militär- r in der Regel nicht austretcn . . . Tas Geschrei über die ir, hinter dem sich vielfach der Mangel an fester Stellung- c zuni Kriegsproblem verbirgt, Hilst nur Deutschlands Fein- die Lüge verbreiten, als sei Deutschland ein zweites R»ß- I . . . Die Aushebung der Preßzcnsur wäre natürlich sehr cr- cht; sie wäre für die Parteiprcsse gänzlich unbedenklich. Leider es gewissen lote Sensationsblättcr, deren ganze pcllosigkcit anfz» decken wir schon früher nicht müde ge- en sind. Sie hat die Militärzensnr einigermaßen an die : gelegt, und der Ausnahmezustand des Krieges verbietet uns, Zensur so erbittert zu bekämpfen, wie das sonst der Fall würde.
Tie Zensur hat lebhaft darauf gedrungen, daß jetzt keine cn Preßerörterungen für oder wider Annexionen spönnen werden. - Tas ist vielleicht die vernünftigste Maßregel, lic bisher getroffen hat. Oedcrcs Bicrbankgcschwätz als das ciftohdrcschen über das künftige Schicksal der Länder mitten Kamps, der noch keine FricdenSaussicht zeigt, ist selten in der tcntlichkcit geführt worden. Unsere grundsätzliche Stellnng- ">e, jedem Volke das freie S e l b st b e st i in m u n g s r e ch t nssen, ist jedermann in Deutschland viel zu bekannt, als daß wir 'cyt^ieden Tag vortragen müßten. Kein Mensch in vcrantwort- -r stcUimg nimmt an, baß deutsche Sozialdemokraten für '"^^ppub und Eroberungspolitik zu haben wären. . ^-kuftchlands Feinde haben, angestachelt durch England, ein u i, ■ ■ 1 siber deutsche Greuel erhoben. Es ist die ilc brituche Rc,t,odc. je&ett politischen Gegner mit der Hcuchel- »Itung über „AtrociticS" zu überfallen. Unsere Brndcrpar- }>Alande sind zum größten Teil prompt daraus hcrein- .5 n - über die Rnsscngrcnel in Ostpreußen haben sie bis- tyrcn Lesern nicht eine Silbe mitgetcilt. Um so kälter !' uns diese Vorwürfe. Wir wissen ganz genau, daß unsere Icke» Soldaten, unsere Million Gewcrkschaiter und Partei, i-*' keine Barbaren oder Hunnen sind. Wenn nus-
' ?? ^vabcten den deutschen Arbeiter, der immer strebend
um Bildung bemüht hat. so b c s ch i n, p s e n , prallt dieser plcit Mit den Schützen zurück. Wir habe» schon eine ganze An- von ,rclbpostbriesc>i ans dcni Gouvernement Tuwalti stctom- in denen unsere Arbeiter sich umgekehrt bitter beschweren, die dcuttche Heeresverwaltung ihnen ncht erlaubt, Lebcnsmittcl- atc wegzunchmcn, auch wenn die eigene Zufuhr nicht ansreicht, kur einen harmlosen Hühnerdiebstahl die Offiziere strenge fen verhängt hätten! — Für die Franktireurs, die in veifeltcr Verteidigung ihrer heimatlichen Freiheit jedes vkmittcl für erlaubt halten, haben wir menschlich jedes Ver- »>-... Aber wir danken der deutschen Heeresverwaltung, daß egen die ,rrcischärler die härtesten Maßregeln ergriffen hat. ganze Anzahl unserer sächsischen Genossen sind in Belgien rüstigem Ucbcrsall zum Opfer geivordc». Wir könnten c-s keiner deutschen Arbcitermuttcr und keiner Arbeiterfrau vcr- ortcn, wenn wir nicht alle Maßnahmen guthicßcn, die weitere ^ Ersparten. Das Leben unserer Kampsgcnosscn steht uns nn- gt höher als die alte Bibliothek von Löwen und die Kathe- von Reims. _ Für die entgegengesetzte Aesthetenansfassung öci deutschen Arbeitern nicht das lciicstc Verständnis " kienkcn nicht entfernt daran, zu bestreiten, daß Miß ' Uebereilungcn vorgekommen sein mögen. Wir glauben vaß in Mülhausen kein Einivobncr ans deutsche Soldaten gc- n hat, sondern nur hier und da versteckte Franzosen. Dir r n } önfs tiefste, wenn falschem Verdacht und ungerechter ,i- putsche Mitbürger preisgegeben worden sind. Aber wir -»cht zu sagen, wie in der Erregung des Krieges solche
umer
vermieden werden könne».
Waren einzelne Strafgc- eutschland nicht durch eine
'/°l"i'che Fehler, so nutzen wir ™ Kritik daran ...
fi ' r . wissen uns von jeder Kriegsbegciftcrung frei, e» LT vlekben unversöhnliche Gegner des Krieges Wir jj™ und überall — auch jetzt — die Begeisterung für den v Krieges willen, die Lust am Attackereitc» und Gcnmorden bekämpfen. Aber auf der andere» Seite könnten ,i.^ruppc,>, die — das niuß immer wiederholt werden — s ü r urc Brust dem Feinde darbicten, die ungcheurcii Leiden und » -ru.vrd Feldzuges nicht aushalten, wenn sic nicht von scste- > umpteutschlossenhcit beseelt wäre». Diese wollen wir ihnen
erhalten helfen. Wenn wir dazu die Notwendigkeit des deutschen Sieges stark betonen und die deutschen Erfolge laut rllhnicn, so erlaubt das gütigst unserem Temperament. Wir hassen Lauheit, so gut im Wahlkampf wie beim Lurcmbnrg-Prozcß wie gegenüber dem Krieg. Was wir vertreten, verfechten wir mit Leidenschaft... Lieber alles andere als „neutral" sein, wenn des Volkes Schicksal sich entscheidet! „Nur offen wie ein Mann, für oder wider! Und die Parole: Sklave oder frei!" Wir sind mit ganzem Herzen siir die Partei der Kricgsiihrcnden, die Rußland und Europa Freiheit bringen soll. Es lebe Hindenburg, das große unbewußte Werkzeug der russischen Revolution!
Wir haben nicht die mindeste Sorge darum, daß die, die draußen im Felde gestanden haben, kriegslüstern znrück- kommcn könnten. Hungern, dursten, frieren in den Schützengräben, Wunden und Krankheit leiden, täglich sterben sehen und vom Tode bedroht sein, schasst keine Kriegscnthusiastcn. Von denen, die aus dem Felde zurückkommen, werden Neunzehntel die Friedcnssache künftig begeistert sördern. Wie denn das deutsche Volk überhaupt nicht kriegslüstern gewesen ist. Wir haben beim Kriegsausbruch, als wir zum ersten Mal höhere Offiziere persönlich sprachen, erstaunt gesellen, wie ernst sie der Gedanke an den Krieg stimmte und wie weit sie von der Leunantsromantik und der Mordlust der alldeutschen Redaktionssttiben entfernt waren.
Der Krieg legt den Mitkämpsern furchtbare Opfer und Entbehrungen auf, teilweise auch den Zurückgebliebenen, wenn auch diesen in jedem Falle unendlich viel geringere. Ist der Krieg gerecht und konnten wir ihn nicht vermeiden, dürfen wir jetzt nicht über die Opfer Heulmeiern. Ein verlorener Streik ist schlimmer als die Opfer, die der Streik während seiner Dauer kostet. Die Gelben, die aus angeblicher Rücksicht ans „Frau und Kind" die Kampsopscr scheuen, haben uns nie gefallen können.
Jeder Arbeiterverein ist stolz auf ein Mitglied mit dem Eisernen Kreuz, Warum? Weil in seinem Mut, in seiner Aufopferung — „lieber einer als alle!" — jene >lrkrast tod - verachtender Solidarität wirkt, auf der unsere Bewegung und Zukunftshossnung beruht. Für die Sache des Ganzen Opfer bringen zu können — das macht den proletarischen Kampfgenossen aiis. Und gegenüber dem unabsehbaren Elend eines verlorenen Krieges sind die größten Kriegsopfer gering. Gerade der Arbeiter verliert im verlorenen Krieg beim scind- lichen Einfall das meiste. Siehe Belgien! Der Reiche kann rechtzeitig fliehen, der Arme muß verhungern. Jeder Feldpostbrief enthält de» Satz: „Seid nur sroh, daß wir den Krieg nicht im Lande haben!"
Damit soll selbstverständlich denen kein Freibries ausgestellt werden, welche mutwillig die Leiden des Krieges vergrößern, den Brotwuchcrcrn, de» profitgierigcn Unternehmern, die aus bloßer Gewinnsucht jetzt die Löhne drücken, den hartherzigen Hauswirten, die unbarmherzig arme Frauen auStrcibcn. Soweit gegen sie Gesetz und Behörden nicht Rat schassen, an die mir uns in erster Reihe wenden, kann auf öffentliche Brandmark u n g n i ch t verzichtet werden. Diese Parasiten am Volkskörpcr haßt heute nicht bloß der Sozialdemokrat, sondern jeder anständige Mensch.
Gerade im Interesse der Kriegführung müssen wir auf w c i t- gehende s o z i a l i st i s ch e Maßnahmen drängen. Ter Staat muß Lebensmittelversorgung und Arbeitsbeschaffung jetzt, da es ernst ist, i» weitestem Umfang aus sich nehmen: sonst droht Deutschland den Steg durch wirtschaftliche
Schwäche zu gefährden. Der Sozialismus ist nie notwendiger gewesen als jetzt, und weitere Kreise als je verlangen nach ihm. Aber auch bei der Agitation für die notwendigen Maßnahmen des Staates haben ivir uns Zurückhaltung auszucrlcgcn. England lauert auf jedes Zeichen der Not im Lande, das seinen, AuShungerungeplaii ein wenig mehr Erfolg verspräche. Wir können unsere sozialistischen Forderungen, die heute Forderungen für Deutschlands Wehrhaftigkeit sind, wie unsere bisherigen Siege auf der Sozialpolitik beruhen, vertreten, ohne den Feinden Wasen zu liefern.
Tic Parteiprcsse verliert somit während des Krieges viel von ihrem eigentlichen Wesen, genau wie die Parteiorganisation und die Kainpfgewerkschaften. Bon ihrem Wert verliert sic dadurch nichts. Wir halten F a h n c n w a ch t für künftige Friedenskämpfe. Wir liegen aus Vorposten und wachen. Töricht, wer darüber klagt, daß wir jetzt nicht schießen dürfen, wo cs unsere eigenen Kanicraden treffen könnte. Ihnen wollen wir später wieder die Waffe der Parteiprege in die Sand legen, kräftiger und schärfer, als sic vorher war. Eine Menge törichter Vorurteile gegen die Arbeiterbewegung und ihre Organe ist in diesen Wochen' dahingeschmolzen. Leichter als je können wir in weite Volksschichten cindringcn, wirklick Organ des ganzen werktätigen Volkes werden. Man tadelt uns, daß mir den Beifall früherer Gegner finden. Wir sind daraus stolz! Wir machen die Eselei jener Taktik nicht mit, die Lassalle als die Art zanksüchtiger Weiber für ewig gcktziinzcichnct: sobald der Mann ihnen reckt gibt, ändern sic ihren Standpunkt, bloß um weiter reifen zu können. Wir danken für diese Weisheit. Wir freuen uns jedes reuigen Nichtlesens unseres Blattes.
Die Schlacht bei Nieuport.
Amsterdam, 22. £ft. <Ctr. Frkst.) Ter Telcgraaf veröffentlicht ein Telegramm seines Korrespondenten von der holländischen Grenze, der von der Küste zilrückgekomnten ist. Er berichtet: Es wird ein wütendes Artilleriegefecht zwischen Ostcnde und N i e u p o r t geführt. Tie Deutschen feuern von Mariakcrke und von Middelkcrke aus, die Franzosen von Nieuport. Tie Engländer schießen über die Tunen hinweg. Von den Tllnen bei Ostende aus kann man bei klaren, Wetter deutlich die englischen Schisse ans der Höhe von Nieuport und Westende erkennen. Häufig sind sie vollstärrdig in Nebel gehüllt. Die Engländer erkunden mit
Fliegern die feindlichen Stellungen. Tie Franzosen und Belgier setzen dem Ucbcrgang der Deutschen über die User hartnäckigen Widerstand entgegen. Die Flußdämme sind bei Hochwasser d u r ch st o ch c n und die Ufer unter Wasser gesetzt tvorden. Außerdem ist das Polderland schir schlammig durch de» fortwährenden Regen. Am Mittwoch nachmittag kam von Gent mit dem Zuge nach Scebrsigge eine Abteilung deutscher Soldaten an, die nach kurzer Ruhepause nach dem Schlachtfelde abmarscksiertcn. Auch noch neue Kanonen zur Beschießung der Kriegsschiffe sind ange- kommcn. Auf der Landstraße Gent—Brügge wurde ein so- genannter Granatenzug mit dicken Gummibändern um den Rand signalisiert. Auch kam allerhand Munition an. /
Wie die Franzosen die Sache sehen.
Nach Pariser Meldungen erklärt man dort, die gleichzeitig auf fast allen Punkten der langen Front stattfindenden deutschen Angriffe mit der Absicht der Deutschen, einen schwachen Punkt zu finden, um die französische Linie zu durchbrechen, und die Franzosen schmeicheln sich damit, daß dies die letzten O f f e n s i v v e r s u ch e der Deutschen seien, che sic den Rückzug anträten. (!) Der Tcmps will sogar finden, daß die Deutschen schon langsam anfingen, sich' rückwärts zu bewegen. Man will wissen, daß die Deut- scheu bei den letzten Kämpfen ältere Jahrgänge der Landwehr ins Feuer geschickt hätten, während die Verbündeten über viel frischere Kräfte verfügen! Vielleicht auch, meint man. wollten sich die Deutschen den Durchgang öffnen, nicht uni einen entscheidenden Sieg zu erringen, sondern um desto länger auf französischem Boden festzusitzen. Nach Erzählungen belgischer Offiziere sei das linke Ufer der User durch Feldbefestigungen schwer einnehnibar gemacht. Starker Regen habe die dortiga Gegend in einen Sumpf verwandelt.
Die Kampfe in Galizien.
Wien, 22. Okt. (W. B.) Amtlich wird gemeldet: 22. Oktb. mittags. I» der Schlacht beiderseits des Strwinz gelang cc- uns, nun auch im Raumc südlich dieses Flusses den Angriss vorwärts z» tragen. Auf der beherrschenden trigonometrischen Höhe 668 südöstlich von Stnrp Sambor wurden zwei hintcr- cinaudcr liegende Verteidigungsstellungen des Feindes genommen. Nordwestlich des genannten Ortes gelangten lniscrc Gcfcchtslinien näher an die Chaussee nach Starasvl heran. Rach den bisherigen Meldungen wurden in den letzten Kämpfen 3400 Russen, darunter 25 Offiziere, gefangen grnoinnicn und 15 Maschinengewehre erbeutet. — In Czcrno- Witz sind unsere Vortrnppen cingerückl.
Ter Stellvertreter des Chefs des Gcncralstabs: v. H ö s c r , Generalmajor.
Ocsteeeeichisch-ungarisches Kricgopresicquarticr, 22. Okt. (Etr. Frkst.) Trotz der englischen Kabelhcrrschaft scheinen die Wahrheiten des Krieges langsam durchzudringcn. Heute nacht sind nämlich drei iiordamcrikanische Journalisten und ein Italiener als neue Kriegskorrejpondentcn hier cingctrofscn. Miß Nelllc Bin für daö Newport Journal und bas Hearst-Snndikat, das größte Zeituiigsunternehmen der Union <Miß Bly hatte vom August bis Mitte Oktober in Wien auf die Möglichkeit ihrer Zuteilung ge- ivartetl: scrncr Mr. Thehcard für die United Preß Agentur, die etwa 500 Blätter bedient und Robert Dünn siir die Ncwyorker Evening Post. Frhr. v. Reden.
Czernowitz frei von Nusien.
Czcrnowitz, 22. Okt. (Ctr. Frkst.) Czcrnowitz (die Haupt- stadt der Bukowina) ist von der Russengefahr befreit; in der Stadt steht wieder österrcichisch-nngarisches Militär. Die Russen haben sich übrigens hier ziemlich rücksichtsvoll benommen und der Stadt die ihr anfänglich auferlegte Kriegskontribution von 300 000 Kronen zurückgegcben. Als ihre militärische Situation im Norden bedenklich geworden war, zogen sie ihre Truppen aus Czcrnowitz zurück und auch die zurückgebliebene kleine Besatzung verließ die Stadt, als die österreichischen Truppen wieder anrückten.
^«(firscher Bölkerrechtsbruck,.
Nach englischen Presienachrichten wurde das deutsche Lazarett- schisf „Ophelia", das nach dem Untergang der vier, deutschen Torpedoboote ausgeschickt war, nach Schisfbrüchigen zu suchen, von dem englische» Kreuzer „Aarmouth" an der Ausführung feines Auftrags gehindert und mit Beschlag belegt. Man begründete die Wegnahme des Lazarcttschisfcs mit der Behauptung, cs habe Minen an Bord: als die Durchsuchung diesen Vorwand sofort als hin- sällig erwies, wurde die an Bord bcsindliche sunkcnlclcgraphischc Einrichtung als gefährlich und die Beschlagnahme des Dampfers begründend bczcicknct und die „Ophelia" wurde in einen englischen Hafen gebracht. Diese Maßnahme sind bare Willkürakte und brutale BLlkerrechtsverletzungen. Es lag kcincrlci Grund vor. das Lazarettschiff auszubringc». Ebenso ungerechtfertigt ist die Wegnahme der suiikciitclcgraphischcn Einrichtung, auf die cm Lazarcttschifs zur Erfüllung feiner Aufgabe angewiesen ist. Darüber berrjcht »ni-r allen zwllisierteu Nationen völliges Elnocr-


