Ausgabe 
23.10.1914
 
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ISImneitgescIi

Freie Turnerscliaft Watzenborn-Steinberg

Heute morgen verschied nach langer Krankheit unser Turngenosse und langjähriger Bezirksleiter

Wir verlieren in demselben ein jederzeit aufrichtiges und eifriges Mitglied, dem wir stets ein ehrendes Andenken bewahren werden. Der Vorstand.

Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 2h Uhr in Steinberg statt, Unsere Mitglieder wollen sich zahlreich an der Beerdigung beteiligen.

hoffentlich verfehlt sie Bekanntmachung nicht ihre Wirkung; sie Mite allerdings schon früher er folge,, muffen. Zwar mir Be­kanntmachungen allein ist auch nichts getan. Lohnhöhe, wie über­haupt die Avbeitsbedinguttflen, hängen von stärkeren Einflüssen ab, als solche Erlasse ansüben tonnen: von den ganzen wirtschasrlichen Verhält» isie»!

Liebesgabe» für die 116et. Nachdem mit dem 2. Liobes- jgabentranSpori die Gaben de» Truppen»mittelbar in die Front ^ugeführt werden komitcn, soll versucht werden, in Kürze eine weitere Sendung dem Reserveregiment aus dem gleichen Wege zu- zuführe». Es wird dies voraussichtlich die letzte Sendung sei», die auf diesem Wege vor dem Winter abgehen kann, da bei eintretendem starken Frost die Beförderung mir Krastmage» in Frage gestellt ist. Tie Stadtverwaltung hat daher die städtische Liebesgabensammei- istclle in der Baracke !m Hose der Stadtknabenschnle an der Nord- anlage wieder eröffnet und erlässt im SJeretn mit dem Zureignerem vom Noten Kreuz und dem Alicesrauenverei» in der heutigen Num­mer einen neuen Aufruf zur Spendung von Gaben. Wohl sind die Gaben schon reichlich geflossen, es mangelt aber noch an vielem, wenn man möglichst alle von unseren 1 Ufern bedenken will. In erster Linie ist wollenes Unterzeug sehr stark begehrt. Wollene Hemden. Unterjacken, Strümpfe und Futzlappe». da? war allcist- chalben der erste Wunsch der Soldaten: erst in 2. Linie kamen Tabak. Zigarren, Zigaretten und Wurst. Tic von mehreren Ortschaften gestiftete Hausmacherwurst war natürlich ei» ganz besonderer Lecker­bissen, hossentlich lässt sich für den nächsten Transport hiervon wieder etwas beschaffen. Es sei daher an Feden die dringende Bitte gerichtet: Gebt schnell und reichlich und helft dazu beitragen, dah nuferen tapferen Kämpfern eine Freude und Erleichterung im ihrem schweren Kampfe gemacht werden kann.

Die Kriegssürsorge der Landesversiiherungsanstalt Grohh. Hesse». Um den Transport der Verwundeten aus der Front nach den Lazaretten z» erleichtern und z» beschleunigen, wurde» der Grohherzogin 30 066 Mark von der Landesversicherungsanftalt Grösst,. Hesfen zum Ankauf und zur Ausstattung zweier Autos zur Verfügung gestellt. Tie Firma Opel rüstet diese Autos schleunigst zweckentsprechend aus, damit sie schon in den nächsten Tagen der hessischen Division zu Diensten stehen.

Anfrage» über Gefangene i» Riisifand. Das Internationale Komitee des Rote» Kreuzes in Gens hat, wie amtlich berschtet wird, «lenerbingS mitgeteilt, das, Anfragen wegen solcher Personen, die vermutlich in russische Äriegsgesangenschast geraten sind, nicht mehr nach Gens, sonder» an das dänische Note Kreuz in Kopen­hagen zu richten sind, das sich zur Weitergabe und Beantwortung bereit erklärt hat.

Sieiiibcrg. Tic Beerdigung unseres Genossen und Gemeinde­rats Karl Heuser IT. erfolgt morgen Samstag nachmitttag halb S Uhr.

Kinzenbach. Tüchtiger Zeitungsträger oder Zeitungsträgerin für Kinzenbach ab 1. November gesucht. Meldungen bitte nm- lichcnd bei H. H e d e r i ck machen zu wollen.

S. Darmstadt, 22. Okl. Sin trauriges Bild, lieber siebenhundert Frauen und Kinder aus der Umgebung von Verdun kamen Dienstag abend hier in einem Sonderzuge unter militäri­scher Bedeckung a». Sie stammen aus verschiedenen Orten bei Verdun, das zur Zeit heftig beschosie» wird. Tie Franzosen haben die Orte i» Brand gesteckt und dem Erdboden gleich gemacht, die Familien ihrem Schicksal überlassend. Unsere Truppe» haben die bedauernswerten Familien, deren Angehörige wohl meist gegen »ns kämpfen, in Schutzhaft genommen und nach Deutschland ge­bracht. Voraussichtlich werden sie nach einem bayerischen Ge­fangenenplatz kommen, da die hiesige» Unterknnstsränmc bis setzt nicht zur Aufnahme derartiger Leute hergerfchtet sind. WirBar­baren" können uns das leisten.

Telegramme.

Giitk ikiik non Schic» lind ftonkmii).

Tie Feinde weichen.

Im Osten Ruhe vor dem Sturm.

W. B. Grosies Hauptquartier, 22. Oktober, Vormittags. ^Amtlich.) Tie Kämpfe am Vferkanal dauern noch fort. t?If englische Kriegsschiffe unterstützen die feindliche Artillerie. Östlich von T i x u d n e wurde der Feind zurückgeworsen. Auch iu der Richtung Apres drangen unsere Truppen erfolg­reich vor.

, Tie Kämpfe nordwestlich und westlich Lille waren sehr erbittert. Ter Feind wich aber auf der ganzen Front langsam zurück.

Heftige Angriffe aus der Richtung Toni gegen die Höhen südlich Thiaucoitrt ivurden unter schweren Verlusten (für die Franzosen zurückgewiesen.

CrS ist einwandfrei festgestellt, dass der englische Admiral, Äcr das Geschwader vor Ostende befebliat, nur mit 3R" r --

der Absicht, Ostende zu beschiesten, durch die belgischen Be­hörden abgebracht wurde.

Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplätze folgen Teile unserer Truppen dem weichenden Gegner in der Richtung O s s o w i a e. Mehrere 100 Gefangene und Ma­schinengewehre sielen in unsere Hände.

Bei Warschau und i:: Polen wurde gestern nackt dem unentschiedenen Ringen der letzten Tage nicht gekämpft. Tie Verhältnisse befinden sich dort noch in der (Entwicklung,

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm & Cie., (Sichen.

Druck: Verlag Osfenbacher Abendblatt. E. m. b. H., Offenbach a. M.

8 id)c$(|(il)C!t für das Reg. Kaiser Wilhelm Rr. 116 .

-«-

Tie für die tapferen 116er in überaus reichem Maße gestifteten Gaben konnten den aktiven und Landwehrtrnppen unmittelbar in ihre Feldstellungen gebracht werden und haben bei diesen große Freude und innige Dankbarkeit ansgelöst.

Es ist beabsichtigt, in wenigen Tagen einen weiteren Transport abgehen zu lassen, der in erster Linie zum Reserveregiment 116 führen soll, uni diesem vor Eintritt der kalten Jahreszeit noch warmes Unterzeug pp. zu übermitteln.

Die Bürgerschaft der Stadt Gießen wird daher nochmals gebeten, die in erster Linie not »vendigsten Liebesgaben, namentlich:

Wollene Hemden, wollene Unterjacken, wollene Socken, Ansstappen

aus Flanell oder Bicbcrtuch, ungesäumt ctma -45 em im Quadrat, Pulswärmer, Leib binden, Tabak, Zigarren, Streichhölzer, Dauerwurst, Schokolade,

Dörrobst nsto. nsw. ,

1ÜT möglichst reichlich und umgehend zu spenden. "Ms,

Annahmestelle der Stadt: Stadtknabenschnle an der Nordanlage-Baracke im Hof, täglich von

8 bis 12 und 2 bis 6 Uhr.

Annahm -stelle des Roten Kreuzes: Alte Klinik täglich von 8 bis 6 Uhr.

Gießen, den 21. Oktober 1914.

Der Oberliurgermcistcr: Keller.

Zweigverein vom Rotcil Kreuz:

Wiener.

Alice - Frauenverein: Frau Gebhardt.

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