Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete.
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Redaktion nnd Ervcdition Sieben. B-bnbotitr-iie 23. «ike SSweniane reledbon 20»8.
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Nr. 240
Gikßcii, Freitag, üen 23. Oltolicr 1914
9. Jahrgang
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kllpell der amerikanischen an die europäischen Sozialisten.
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Bersnche, durch eine internationale joziaüstijch« Konscreni die iter Ker vcrschiodeiicn Länder wieder zu gemeinsamer Aktion lnuneln und dadurch einen baldigen Frieden bereiten zu helfen, -cn soivoh! non der schweizerischen und holländische» Partei wie seitens der sozialöa>nok>alisck>sn Partei der Bereinigte» tei, gemocht, wie ivir schon kurz niitgctcii! haben. Tic letztere xn sämtliche dem interno-tionalen sozialistischen Bureau ongc- ssenen Parteien den solgende» Ausruf gerichtet:
»Tie Sozialisten der Bereinigten Staaten Amerikas ent Neu den s>! einen, Weltkrieg verwicktlten europäischen Arbeitern n: fiesgcsiihitc Sn»,pa!hic und Bruderhand.
Es criidrig., sich von den Verwüstungen dieses snrchlbaren lsainnienftotzes zu reden. Toriibcr wird die Geschichte ihr Ur- l sälleu. Aber u>ir müsse» uuicvcm Schmerze darüber Ausdruck den. dast Arlwitcr der ausgeklärlcslci, Länder Europas die dnrck> ! Bonde internationoler Brüderlichkeit nnd Solidarität nin- lungen sind, sich heule m blutigem Ringen gegenübcrstehcn.
Wir ivcrden »ns nicht beronsnchmen. über die Haltung nn- er Bruderpaileieii in Europa zu Gericht zu sitzen. Wir beeisen wohl, dost sie die Opscr des jetzigen verdorbenen in- striesten, politistlien nnd niilitäriichcn Systems sind und dos sic es toten, was unter diese» Umstände» in ihrer Macht lag. Möge die Geschichte den Angreifer fest stellen.
Unser Land icdoch ist in dem jetzige» Konflikt »eutrol ge- eben. Wir erachten cs daher für unsere Pflicht, einen Ausruf r den Friede» a„ unsere unglücklichen Genossen in den krieg- ärenden wie auch an unser« Genossen in den nicht am Kriege tciligtcn Ländern zu richten.
ES handeit sich jetzt nicht darum, welche Regierung der an- ciiend« Teil gewesen ist in diesem entsetzlichen Konflikt. TaS übrigens mich nicht die ivichtigsle Frag«. Darüber wird die «schichte zu Gerick« sitze». Wir appellieren an Euch im Namen s Toziaiismus und. im Einklang mit Euren eigenen Prokla- tlionen, kordcrn wir Euch aus, uns behilflich zu sei», uni diesen, affenmord ei» Ende zu bereiten.
Ihr hobt selbst in jedem Lande erklärt, dast .ihre diesen Krieg cht nwlltet. Eure edlen und beredten Erklärungen tressen imer noch, zu. . Wir wiffeii, dast keine Nation von einer Forl- uer des Krieges gewinnen kann, Zrgendwelchen Nutzen ober orieilc. die der Krieg bringe» könnte, werden nur den herr- rendcn Klaffe» zusolleu. Alle Opser. Leiden und Schmerzen >er. die er mit sich bringt, iverden der Anteil der Arbeiter sein, nd an jedem Tage, den das Gemetzel iKiitcrt, iverden Tausende nserer Brüder und Genosse» gelütcl werden.
Tos Gelübde, für den Frieden zu wirken.
Auf dem international«» Kongrcst iu Stuttgart wurde eine «soiutio» angcnoninicn. durch welche die internationale soziolistt- me Bewegung gelob!« »ich, nur alle Anstrengungen zn machen, m den Ausbruch eines Krieges zu verhindern, sonder» auch, den tu einem schleunige» Ende z» bringen.
Sozialist«» der vom Kriege bctrossenen Länder habe» veu und beroiich ,n> Sinne des ersten Teile? dieser Resolution cwirlt. aber ihre Stiinnic» ivurden erstickt durch die Kononen er leindlichei, Armee». Ter kapitalistische Militarismus erwies ch «> stärker wie der junge Geist sozialistischer Brüdcrlichse!!.
Ttc Lozialisteg der ganzen Welt müffen sich sasort an die temisterung des zweiten Teiles jener Resolution mache» — dcu »u einem schleunigen Ende zu bringen.
^ Eine austerordenttichc Friedcnstagung.
. /-"^'"^"loiionole sozialistische Bureau sunktionicrl zurzeit ffloubt die sozialistische Startes der Bereinigte» -tagten Amerikas. dg» rs ihre Pslickrt ist. olle dem iuteriiationa- Biireou angrschivffenen Länder zur Entsendung ihrer rcgu- ->"»bi von Delegierten zu einer austerordeniliche» ricdenstuqung des interiiotionalen Sozialisten- u»d Eteiverk- Krttstongreffes ein zuladen. Derselbe wäre rniweder in Europa >cr >n .lmrrika abzuhallen. Ter Zeitpinilt der Tagung wäre Itzuictzen. iobaid die Zustimmung der verschiedenen dem Bureau igeichlvsicnen sozialistischen Organisationen ringeht.
Wir «ordern die Sozialistische Partei oder die sonst zur Te!e- ition zum ssntrrnatioualen Kongrcst berechtigte Körpcrschns: >i. an,zugeben, ob sie die Avhaimng des Kongrcffcs iu Europa >er in Amerika vorzieht. Eventuell würden wir Vorschlägen. >8 zwischen Kapciilmgen und dem Haag gewähii »»erde.
Einladung noch Woshington.
Wir laben unsere Genoffen dringend ein, die Tagung i» den creinigtei, Slaoten und zwar j» Wosliington. T. E. abzuhaltrn. ollten unsere europäischen Genosse» in Amerika zusaminentom- en. so erklärt die Sozialistische Partei Amerikas sich l»crcii. um i dein Erfolg« des Kongresses bcizntragc». alle notwendigen ue^aben für .> Telegierte sür jede zu 2» Slimmeu bercckitigtcn an»» zu übernrhinen, wie auch weiter im Bcrhäitnis zur Zahl " ^tiegiirten.
Rindestzohl soll, entsprechend der Mm Zutciiiaüonoien ' saiiltischen Bureau geltenden Bertrotung, zioei Tesegirrt«
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be ^ ^ogesordnung dieses Kongresses würde die Erörterung -Oiiitei und Wege sein, wie dieser Krieg am schnellste» und -^"^tiollstc» beende: werden kann, wie auch eventuell andere "ix den Wcltsriedcn berühren.
,,, ^ffoffen, unter Berufung aus die Erfolge der Bergangen- - . an, die ZuknnstShossnunig der Menschheit crlaffcn wrr diesen dringen in Euch, m» Eure zustimnicndc und schleunige JTJ”®"- Wir ersuchen, dast so schnell wie möglich geGrnüelt und den obige» Richtiinten durch unseren Zentralsekvetär 'entuell Aniioort erteilt ivei-dc.
. >.er geschästssührcndc Borstand der Sozialistischen Partei: rclor Berger, I. Stitt Wilson, iiameS H. Maurer, Adolph Germer, Lewis I. Tuncan.
Ter chikicsisllic Protest qe,;c»r Aapa,t.
Amsterdam, 21. Olt lEtr. ^rlst.s Tie chinesische Regierung, bat nach dem Ricuwc Rotlerdanische Eonrant solgende» Rundschreiben a» ihre Vertreter im Auslände gerichtet:
„Mit Rücksicht ans die Feindseligkeiten, die sich im Gebiet vo» Schantnng zivischcn Engländern, Japaner» und Tcnischcn ab- spielen, und mit Rücksicht ans die freundschastlichcn Bcziehunge'i dieser Mächte zu Ehina hat die Regierung ähnlich ivic im russisch- japanische» Kriege allen Machtest mitgeteilt, dast sic eine „m i I i tärische Jon c" von bestimmter Ausdehnung abgcstcckt habe, die als notwendig für die g-eindscligkeiten erachtet wird. Sosort stach der Landnna der iapanischc» Truppe» z» Lunkan hat die chinesische Regierung erklärt, das, die japanische» Truppe» »ich! bis »ach Aeisicn Vordringen dürsten »nd das, die Eisenbahnlinie Tstuaiisn—Wcisien deshalb durch chinesische Truppe» b e s c v I iverde. Bor einige» Tagen jedoch haben die Behörden von Schantung ivicdcrholt telegraphisch gemeldet, das! mehr als 1 not» iapanischc Soldaten plötzlich in Wcisien cingctrofsc» sind und die Eisenbahnstation besetzt haben. Ter Vertreter ,sapans in Peking hat folgende Erklärung gegeben: „Ta die Eisenbahn von Kiaulscho» nach Tsinans» Eigentum der Teilt scheu ist und durch die japanischen Truppen besetzt und verwaltet iverde» must, hat bie japanische Regierung die Absicht, nnvcrzüglich Truppen zur Bc- setzung aller Eisenbahnstationen bis Tstiianfn abzuienden." Tie chincffjchc Regierung bemerkt zu dieser Erklärung, das, die Eisenbahn von Kiaulschou »ach Tsinansu einer ch i n c s i s ch - d e» t - scheu Gcsciischaft gehört und das, die auf »nbcstrcitbar neutralen, Gebiet gcicgcne Eisenbahn von Wcisien nach Tsinansu sehr weit von Kiautschon entfernt ist und in keinerlei Hinficht mit den Kriegsvcrrichtnngc» im Znsainnieiihang steht. Tic japanischen Truppen besetzen jetzt unter dem bereit» genannten B v r w a » d die Eisenbahn »nd rücken vor, eine Tatsache, die eine deutliche B c r I c tz u n g unserer Neutralität darstcUt. Ta die chinesische Regierung diese .Handlungsweise „»möglich dulden kann, bat sie dagegen bereits offi-icll protestiert und ihre» Bcr- tretcr in Tokio beanstragt, bc: der japanischci, Rcgierimg vorstellig zu werden.
Um ,z„ vermeiden, das, die mit Ehina befreundeten Mächte zu einem Irrtum verleitet werden, teilen mir diese Tatsache mit nnd crsnchcn, sic zur Kenntnis des Ministeriums des Acnstern der Regierung z» bringen, bei der Tic akkreditiert sind."
Tie LNftlischen Vref;angriffe gesten die
Neutralen.
6in neuer heftiger Prcstangrisf in einer englischen Zeitung hat die schwedische Mißstiminnng derart verschärft, das; die englische Gesandtschaft in Stoaholm den Artikel öffentlich deöavouiren mutz.
Tie britische Gesandtschaft in Kristiania lästt durch daS olorsk Telcgrainniburean erklären: Tie Angriffe englischer
Blatter gegen Neutrale, die dort als Lieferanten von Kontre- bände an Kriegführende hingestellt werden, entsprächen nicht der Auffassung, die innerhalb der englischen Regierung herrsche. Terartigc Zeitungsänßcrungcn gingen ans eigene Rechnung der betreffenden Blätter oder ihrer Berichterstatter.
Spioiiensurcht in (»itglanv.
Tic Tally News nicldet, dast ivcgcn der Bcsürchtung, das; deutsche Spione als belgische Flüchtlinge verllcidct »ach England loinmc» könnte», das Ministerium des Innern gestern versügt hat, dast leine belgischen itckiichiiingc mehr an der Citfiifte zugciasic» iverden. Eine grostc Anzahl von belgischen irlüchtlingcn, die sich bereits in Hiiil iiicdergelaffc» hatten, sollen von dort entfernt werden. Angeblich sind iO deutsche Spione als Flüchtlinge verkleidet in Tover entdeckt wurden.
Bulgarische Stimmung.
Sofia, 21. Lkt. Hiesige Blätter melden, das, »ntc- starkein Schutz 15 griechische Eisenbahnzüge mit Lebcnd- mittcln die serbischen Städte Beles »nd Uesküb passierten, ferner seien russische Schisse mit 2000 Soldaten, 70 Kanonen und Munition über den bulgarischen Hasen Silow nach Serbien gefahren. Tas hiesige Presse-Bureau sandte vor einen, Monat an sämtliche russische Blätter ein Communique über die mazedonische Lage, mit dem ivarmcn Appell, Ruß- land möge Serbien zur Bcrnunst bringen. Serbien seinerseits sei gr a » s a in und vernunsilos und dies iniilse eine revolutionäre Erhebung der Bedrückten zur Folge haben. T-as Blatt Kambana bemerkt, bisher habe kein russisches Blatt das Connnunique abgcdruckt, was beweise, dah Rusiland Serbiens Grausamkeiten fördere.
Protest gegen die Verletzung der Ge«»fer Konvention.
Tic Nordd. Allg. Zeitung veröffentlicht am Dienstag eine Tcnkschrist, worin gegen das völkerrechtswidrige Verhalten französischer Truppen „nd Freischärler scharfer Protest erhoben wird. Tic Tcnkschrist wird de, französische» Regierung sowie den Re gierungei, der neutralen Mächte zugche». Fn 15 Anlage» ivcrden eine Reihe Fälle angeführt, die teilweise durch eidliche gerichtliche Vernehmungen sestgcstellt worden sind. Wir greisen nachstehend einige dieser Fälle heraus.
Ter Zager zu Pferd Mcvihen vom Zäger-Rcgi»ie»t zu Pferde Nr. 7 sagte auS:
Nach dem Gefecht gegen die drei französischen EsladronS an, 7 . d. SK., etwa 10 Kilometer südwestlich von Arlons ans belgischem Gebiet, hatte ich mich in der Nacht in einem Strohdiemen versteckt. Bon meinem Versteck ans habe ich gesehen, wie die Franzosen vcr wnndctc dcntschc, noch iebcndige Zager z„ Pferde mit ihre» Lanzen erstachen. Ich sah sie in der Helle» Nacht aus dem Gescchtsfcid iimhergehen »nd hier und da sich bewegende daliegendc Zager z» Pferde erstechen. Einmal richtete sich ei» Zager über sei» Pferd ans, er ivnrdc sogleich erstochen.
Ter Musketier Kampe» vom Znfantcrie-Regimcnt Ar. 78 be- kundet unter feinem Eide folgendes:
Am 2!). August war ich in der Schlacht von St. Lliicnti» in der Nähe des Torscs Gnisc durch einen Tchnst in» rechte Knie verwundet liegen geblieben. Als unsere Truppen sich etwas z» rllckgczogcn halten, tarnen etwa gegen 8% Uhr ungefähr 50 französische Svldatcn unter Führung mehrerer Ossiziere Sic gingen im Zickzack über» Schlachtfeld, »nd ich sah, dast die Svidaicn mit dem Bajvnett ans mehrere am Boden liegende Berwni'dcicn ein - stachen. So stachen sic auch ans einen Verwundeten, der höchstcn» 10 Schritt von mir entfernt lag. Ais er um Hilfe ries, schost ihn ein sranzöstschcr Ossizier mit einer Pistole in den Mund, woraus er sofort tot war. Zch weist bestimmt, dast der Täter ein Ofsi- zier war.
Sie kamen dann an mich heran. Zch stellte dich toi, sic stachen mehrfach mit einem Bajonett auf mich ei», aber nicht tief. Zch habe neun leichte Bcrlctziingc» davongctragen Tie drehten mich auch mit den Bajoncltspitzen aus die andere Seite. Ein Bajonettstich ist gesiihrt von der rcchlcn Seite quer durch den beim und hat die linke Hand, die ich wohl an der linken Ropsscitc Ii'egeu hatte, zwischen Ring- »nd kleinen Finger verletzt.
Tic Feinde haben dann noch einige Verwundete in ähnlicher Weise behandelt und sich dann, da prcustischc Truppen erschienen, zurückgezogen.
Ter KoinnianbcÜr des Znsantcrie-Reginients Nr. 70. Oberst Schuber, erstattete an die oberste Heeresleitung folgende Meldung: Bcthcnconrt, den 10. September 1014.
Am 8. September sind zwei Automobile mit Vcrmuiidctcn. die die Genfer Flagge führten, im Foret domaniale von einer fran Mischen Radfahrerabteiiung unter Führung eines Offiziers über- sailcii worben. Verwnndcic nnd Führer wurden crniordct und beraubt. Nur zwei Mann sind verwundet entkomme» und haben diese Angaben dcnt Slabsarzt ihres Bataillons geniacht, der sie der Sanitätskompagnic in Gondrcvillc am 0. «bergab.
Tic 27. Tioisio» meldete dem Gciieralkoiiimanöo:
Ticdenhofen, 14. August 1014.
Nach bcstininttcr Aussage von Aiigciizciigcn wurde der Oberarzt Tr. Stainer. Ulancn-Regimcnts Nr. 10 lEskadron Landbeckj. bei Billers la Montagne nicht von Franktircnrs, sondern von französische» Schützen lRadsahrcrnj aus nächster Entscriiung erschossen.
Oberarzt Tr. Stamer war vom Rittmeistcr Landbcck zuriick- geschicki worden, um einem verungliicktcn Ulanen zu Helsen. Tic französischen Schützen miisttc» die Roic-Krc»zbi»dc unbedingt sehen, und bildet dieser Borsast eine aiigenschciiiliche Vcrictzung des Völkerrechts durch reguläre französische Truppen.
gcz. Graf von Pfeil.
Ti« 6. bayerische Ziisaytzeriediviston berichtet:
Arracourt, 27. August, kl Uhr vormitlags
Am 20. AnAiist »achwittags wurde das vor der jetzigen Gcsechts- srvnt der Ti Vision geiegenc Gescchtssrld 0» der Gegend von Maire! dnrck, Krankeitträgerpatrouillen der Santtätskompagnic nach Ucgen- geblicbenen Venvu:rdeten abgcsucht. Tiefe Patrouillen wurden von srawzüsischrr Znsrntcrie, ohne Riicksichi aus das Rote Kreuz. b<- fchoffcii iiiid zersprengt: zurzeit sehic» noch, cttva 10t> Mann der San'itätskoiiipagnie. von Gcbsatlel.
Ter Koinniandeur der 2. San-itäksionipog»ie berichtet an di« 10. Jiisanrerie-Dwision:
St. Maurice, den 24. September 1014.
Als am 22. d. ?1>. d>: Krankenträger der 2. Soiiitätskompagnie mit deni Absncheii des Gcsechlsscides noch Verwundeten beschäftigt ivarcn, erschien plötzlich aus der Ostspitzc des St. Remycr Waides feindliche Znsanteri«, cliva 40 bis 50 Man», unter Führung von zwei Ossizicrcn. Obwohl diese sahen oder jedenfalls sehen mutzten, käst sic vor sich nur Kvairlenträger hatten, dtc aus Tragen schon L-erwiindete Irugcn oder mit Tragen nach Berwundetzcii siichten, und obwohl sic ferner die in der Nähe befindlichen Krantenioage» nntiediiigt ft öen mutzten, ciötsnctcn sic sosort aus 50 Meter Ent- sernuitzi aus die Krgn'kcnträgcr und Krankenwagen^ ein hesttges Feuer: einige von ihnen ltescn sogar mit dein Ruse: > vc i»
France!" auf teil ihnen zunächst besindlichcii Äronkeinvagen zu, cr- tchvffcn die drei in denselben bciciis eiiigelieserte» Verwundeten, den Wagengcrretteii, den Fahrer und di« beiden Pferde.
Tie 2. Tanitätskoinvagnic hat durch dies Vorgehen der Frairiofe» den Verlust von 8 Toten, 0 Schiververletzien nnd 2 Lcicht- vermnndcten zu beklageii.
Tie ineisteii noch übriq gebliebenen Krankenträger l>aben unbedeutende Stveisichiissc erhalten.
Geradezu ungeheuerlich aber lantete der Bericht der Oberärzte Tr. Neumaun und Tr. Grinifelder vom banerischen Ptonier-Rea!- ment an die Etappenkominandaiittir der 7. Avnicc über die Beraubung und Bcrstliuimeiuna bcitticher Soidalcn bei Orchis».
Baleiicienncs, den 20. September 10l4
Tas 1. Bataillon des bayerische» Pionier-Regiinenls hatte den Auslrag, gegen den Ort Orchics. 24 Kilometer von Ü~aIcncicnnct- entsernt, vorzuigehe» Als das Bataillon 500 Meter von Orchiss cntscrnt war, lieincrlte dic Spitze im Ttrastengraben den Leichnam eines deittschen Kameraden v»,n Landwehr-Reginicnt Nr. 35. Es


