Am Morgen des 19. ds. Mts. fand auf der Höhe von Dstro ein Scharmützel von mehreren Unterseebooten, nebst «incm Luftfahrzeuge und dem französischen Panzerkreuzer Valdcck-Rousscau statt. Trotzdem der Kreuzer unsere Ein- hcitcn plötzlich beschoß, rückten sic unversehrt ein. Das Leuchtfeuer von der Spitze von Ostro wurde von dem französischen Kreuzer ebenfalls beschossen. Doch wurden nur unbedeutende Beschädigungen angerichtct. Das weiter seewärts beobachtete franzüschc Gros verliest nach Sichtung der Unterseeboote schleunigst unsere Gewässer. Tic eigenen Torpcdosahrzcuge unternahmen in früher Morgenstunde des 18. einen Raid auf den Hasen von Antivari und zerstörten und beschädigten aus nächster Nähe einige Magazine und geladene Waggons durch Gcschützscucr.
Der stcllvertr. Chef des Geueralstabcs v. Höscr, Generalmajor.
Der russische Rückzug in Galizien.
Ter Korrespondent des Observer in Petersburg meldet: Großfürst Nikolajew habe beschlossen, die Entschcidungs- schlecht auf russischem Gebiet zu schlagen und die russischen Truppen, die fast bis Krakau vorgcdrungcn waren, auf eine Linie zurückzuziehen, die von den Karpathen südlich von Przemysl, im Norden längs des San und der Weichsel auf eine Entfernung von über 200 Kilometer sich erstreckt.
Andauernde Gefechte in Ostafrika.
W. B. Mailand, 20. Cft. Mit einem Dampfer aus Port Said und Neapel ongckommeiic Passagiere aus Jtalicnisch-Ostasrika und Sansibar, erzählen, das; zwischen den Engländer» und de» Deutschen in dem ganzen Innern der Kolonie beständige Kämpfe mit wechselndem Erfolg staitsinden. Tic allgemeine Lage sei unverändert. In Mombaza haben die Engländer 05 Deutsche z» Gesänge»«, gemacht und 100 Bürgerliche auSgcwicscn.
Italiens Neutralität und die Sozialdemokraten.
Nom, 2t. Okt. Die Leitung der sozialistische» Partei hat beschlossen, i» Bestätigung ihres Mitglicüerbcschlustes von Anfang August für die absolute Neutralität Italiens weiter z» wirke». Der Beschlnst wurde gegen eine einzige Stimme qcsaht.
Tie bulgarische«» Sozialdemokraten gegen Serbien.
Sofia, 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Tas Sozia- l i st e n b l a t t Narod wendet sich rnit Schärfe gegen das gegenüber der bulgarischen Bevölkerung Mazedoniens eingeschlagene Vorgehen Serbiens. Tie Griechen wollten sie ihrer Nationalität durch eine Schreckensherrschaft berauben, die soweit gehe, die mazedonischen Rekruten in die vorderste Schlochtreihc zu stellen. Tie Zeitung crklärt.cs laut für eine -geheiligte Pflicht, daß Bulgarien die bulgarische Nationalität in Mazedonien verteidige. Der Schrecken des gegenwärtig wütenden Krieges, der fast ganz Europa umfaßt, sagt Narod, befreit uns nicht von dieser Pflicht.
Gin Zusannnenstos; in Lissabon.
Lissabon, 2t. Okt. 90» Freitag abend hat ein Zusammenstoß zwischen portugiesischen Reservisten und deutschen Matrosen in einem hiesigen Wirtshaus stattgefunden. Tie Deutschen solle» sich über die Portugiesen und die Verbündeten lustig gemacht und dabet wenig schmeichelhafte Worte gebraucht haben. Einer der Deutschen erhielt einen Messerstich in den Rücken: er muhte ins Hospital gebracht werden. Die anderen wurden unter polizeilicher Bewachung nach ihren Booten zuriickgebracht, aber auch sie wurden jpäter verwundet in den Strahcn liegend aufgefunden.
Die Rekrutierung in Kanada.
Kristiania, 21. Okt. Aus Ottawa wird telegraphiert, verschiedene Distrikte Kanadas hätte» Ordre bekomme», sofort mit der Rekrutierung zu beginnen. Im Lause eines Jahres l!> oder weniger hasse mau 100 000 Manen unter de» Massen zu habe». Abteilungen davon sollten den jeweiligen Bedürsnisien des Kriegs- uiinisteriums entsprechend nach England abgchcn.
Havarie eines englischen Zerstörers.
Mailand, 21. Okt. Blättermeldungen zufolge ist in dem base» von Molsetta ein schwer havarierter englischer Torpedoboots- Zerstörer, dem beide Schlote weggeschoflen waren, eingclaufen. Man nimmt an, dah das Boot bei Eattaro beschädigt wurde.
Eine englische Marinclverft brennt.
Rotterdam, 21. Okt. Wie das Rotterdamsche Nicuive Blad weidet, steht die Aiarincwcrst von Shceruch in Flammen.
Hessen u»ld Nachbargebiete.
Gießen «nd Uingebnng.
— Tic Lebensmittel- und Preisschraube. Auf dem
Frankfurter Fruchtmarkte am Montag gingen die G c >' treidcpreisc fveitcr in die Höhe. Ter Weizen notierte 28 jKf. und darüber per Doppelzentner, gegen 20.50 bis 26.^., Mr. vor 8 Tagen: der Roggenpreis stieg von 23.— bis 23.50 Mk. auf 24.50 bis 25 Mk. — Eine unverschämte Ausbeutung des Volkes. Tiefe Brotwucherer sind schlimmere Feinde unseres Volkes als die Franzosen und Engländer! Warum bleiben aber die Behörden untätig?
— Gefallene des Gicstcncr Regiments: Reservist Otto Müller aus Langgöns. — Unteroffizier d. Res. Gustav Wilhelm aus Gießen. — Reservist August Tiegel aus Ehringshausen. Kr. Alsfeld. — Am 7. Sept.: Gefr. d. Res. Karl Euler aus Ober-Ohmen. — Am 4. Okt.: Landwehrmann Konrad Fischer aus Brauerschwend. — Unteroff. Ludwig,H o f m a n n, Cchreinermeister aus Bersrod. — Reservist Alfred Müller aus Langgöns.
— Gefallene nus Lbcrhcsscn und Rachbargcbicten: Philipp Weller aus Klcinlinden, Jnf.-Rcg. Nr. 118. — Lanüwchrmann Ferdinand Mank' aus Wetzlar, Jns.-Reg. Nr. 81.— Gefr. Karl Necb aus Naunheim, Jnf.-Reg. Nr. 138. — Landwchrmann Heinrich Treis aus Nauborn, Jnf.-Reg. Nr. 81. — Husar Ernst Gnifkowski aus Homberg a. Ohm, Husaren-Reg. Nr. 2 — Unteroff. Karl §errmann aus Vadenrod, Kr. Alsfeld, Jnf.-Rcg. Nr. 115. Neserv. Ludwig Schmidt aus Fellingshausen, Jnf.-Reg. Nr. Itz 7 , — Lanüwchrmann Karl Mandler aus Kinzen- bach, Jnf.-Rcg. Nr. 81. — Reservist Louis Krause, Mechaniker aus Wetzlar, Jnf.-Reg. Nr. 81.
— Steigender Blutstrom. Mit jedem Tage mehrt sich die Zahl der Opfer, die im Kriege fallen. Biele, viele Familien sind durch den Verlust eines oder gar mehrerer An
gehörigen in Trauer versetzt, diele Kinder verlieren den Vater, worunter manche ihr ganze-3 Leben lang zu leiden haben. Unsere Bewegung wird stark in Mitleidenschaft gezogen, sic stellt, wie wir schon öfters bemerkten, einen erheb- iichen Prozentsatz der Armee und hat infolgedessen auch starke Verluste zu verzeichnen. In der Tomitagsnummcr des Hamburger Echo waren nicht weniger als 47 Todesanzeigen für gefallene Partei- und Gewerkschaftsgenossen enthalten und in den anderen Großstädten ist es ähnlich. Die in den bisher erschienenen Verlustlisten anfgcführten Toten, Verwundeten und Vermißten belaufen sich ans rund 330 000 Mann. — Sollten die Völker nicht bald des furchtbaren Blutbades müde werden?
.— T'et Landtag soll, wie der Fr. Ztg. berichtet wird, in der zweite» Hälfte des November zu einer kurzen Tagung ziisamme»- bcruscn werde», um verschiedene Masinahmc» ans dem Wcbictc der Arbeitsbeschaffung in der allgemeinen Fürsorge in Notfälle» z» berate» und die dakiir erfarderliche» Kredite bereit zu stellen. Tie Zweite Kammer, die in diesem Herbste durch Neuwahlen zur Hälfte erneuert werden sollte, ist zwar geschlossen, aber da nach dem neuen Wahlgesetz da» Mandat der aiisschcidcndcn Kammcrmitglicdcr ausdrücklich bis zur Ncnwahi Heilung hat, so will man während der Dauer des Krieges vo» Neuwahlen absche» und de» bestehenden Landtag einfach weiter amtieren lasten. — Bei den jetzigen Verhältnissen dürste cs sich allerdings nicht empfehle», die Landtagswahlcn vorznnchmcn und es ist schon bester, wenn sie bis nach dem Kriege zurllckgcftcllt werde».
— Karlossclmarkt. Hestern wäre» wiederum fast gar keine Kartoffeln auf dem Gießcncr Wochenmarktc angcsahrcn. Ter Boykott des Marktes durch die Landwirte und Händler erfolgt natürlich z»m Zwecke der Preistreiberei. Me uns initgcicilt wird, agitierte Herr Weisel aus Hießen auf de» Mrser» für Fernbleiben vom Giestener Markte: er böte de» Landwirten 6 Mark und mehr für den Malter und liest die Kartoffel» noch selbst abfahren. Wen» das richtig ist, so ist diese Tätigkeit des Herrn Weisel allerdings nicht als konsnmcntensrcundlich zu bezeichne». Es sind Kartoffeln genügend vorhanden, die gegenwärtig verlangten hohe» Preise sind nicht gcrcchtscriigt, deshalb ist zu empfehlen, mit dem Einkauf so viel als möglich z u r ü ck z u h a l t e n. Das wird auch von Berlin her empfohlen. Uebrigcns wäre es gut, wenn von seiten der Provinzialvcrwaltung endlich die Höchstpreise festgesetzt und gegen alle, die darüber verlangen, energisch cingclchrittc» würde. Bom Oberbürgermeister ist das Erforderliche geschehe»: cs »sitzt dies aber nichts, itzenn nicht für weitere Bezirke Maßnahmen getroffen werden.
— Folge» der „Kriegsspiclc". Gestern nachmittag wurde vo» einem halbwüchsigen Buben ein Herr, der in einem Auto die Plock- straste passierte, in der Nabe des Ease Asloria mit „Halt" angc- rufe», wobei der eine der Fungcns ein Luftdruckgewehr vorhiclt. Der Fahrer fuhr allerdings weiter, doch drückte der Junge ab und verletzte den Fahrer.leicht an der Hand. Die Sache ist »och gut abgelaufe», der Stopfen hätte aber cbcnfo gut eine schwere Verletzung Hervorrufen können.
Nur immer langsam! Für die Annexion Belgiens trat der Gicßcner Anzeiger in seiner Tamsdags-Nllmmer ein. DaS Blatt schrieb dazu:
„Unseve iniflelkirrcn Anstrengungen sind eines auch dem Volke sichtbaren Zieles wohl wert! Selbstverständlich wäre es müßig und unzweckmäßig, schon setzt Länder zu verteilen und künftige Grenzen zu ziehen. Einzelne Probleme indessen sind schon in sehr »reifbarc Nähe gerückt. Da ist zunächst Belgien. Es ist wohl kaum eine Frage, daß cs seine Selbständigkeit verlieren muß. Tein unerhörtes Verhalten beim Ausbruch des Krieges, die mörderische und brutale Behandlung Mtserer fliehenden Volksgenosse», der törichte Widerstand seiner verblendeten, mit den Feinden von Anfang a„ im Biuide gewesenen Regierung, und noch vieles andere gestattet nitnmebr den, deutschen Reiäx, lediglich nach seinen eigenen Bedürfnissen zu fragen, wenn die Zeit der Abrechnung gekommen ist. Belgien mit seiner Hauptstadt Antwerpen und den deutsche» Küstenplätzen wird deutsch! Keine zögernde Zerstückelung, sondern ganze Arbeit! Wir brauchen Platz an der Sonne, und an jenem Teil des Nordseestrandes werden wir uns auch der näheren Nachbar- schast mit England erfreuen!"
Borsichtigcrwciic sollte man erst mal warten, bis die Sache sür uns glücklich ahgelaiefe» ist und dann erst von diesen Dinge» reden. Aber wenn wir auch, was wir wünsch:» müssen. überall Sieger bleiben, so fraat cs sich sehr, ob es für uns zweckmäßig und nützlich ist, nach den Wünschen des Anzeiger zu verfahren. Zunächst erklärte der Reichskanzler, daß wir keinen Eroberungskrieg führen wollten. Und die Annerion Belgiens kann »ns in der Tai größere Schwicrigkciien verursache» als Nutzen bringen. Das deutsche Volk hgt aber auch aar keine» Nutzen davon, ob ein Stuck Land mehr oder weniger zu Deutschland gehört — was bringt cs dem Volke sür Vorteile? Mebr schon, wen» dafür gesorgt wird, daß Verkehr und Handel mit den Bewohnern des Landes nach Möglichkeit erleichtert wird.
— Kapital-Aufwendungen der hessischen Landrs-Vcrsicherunqs- anstalt für Krieaesürsorge. lins wird geschrieben: Der Ausschuß der Landesversicheruiiasanstalt Hroßh. Hessen bewilligte in seiner heutigen Sitzung gemäß dem Aniragc des Vorstandes für Zwecke der Krieasfiirsorqe für 1014 150 000 Mark, sür 1015 500000 Mark mit der Maßgabe, daß diele Mittel nötigensalls aus den Gesamtbetrag von l 500 000 Mark erhöbt werden können. Für Ausrüstung der hessischen Division mit warmem Unterzeug wurden bereits 15 000 Mark verausgabt. Um die K r e i S v e r w a l t u n g c n und H e »> c i n d e ii durch Tarlehn zu midcrstiihe». ivurden vorerst 0 000 000 Mk. bereit gestellt zum Zinsfüße von 5 Prozent. 2 200 000 Mark wurden bisler schon in Anspruch genommen, sodaß der Betrog wohl weiter erhöht werden muß. Da die Landesvcrsichcrmiqs- anstalt diele Dorlehndmiitei sich selbst erst durch Lombard bei der Tarlehnskasse belassen und dieser zurzeit 814 Prozent Zinsen zahlen muß, logt sic bei diesen Darlehn 114 Prozent jährlich zu, um es zu ermöglichen, daß die Kommunolverwaltun-gen bei Auszahlung der Unterstützungen der Angehörige» unseres Heeres nicht durch Mangel an Barmitteln gehindert sind, und um ihnen die Fort- iübrung kommunaler Arbeite» zu ermöglichen. An der Kriegsanleihe beteiligte sich di« Landesversicherniigsanstalt mit 1500 000 Mark und überwies dem hessischen Landesverein d:s Roten Kreuzes beim Kriegsausbruch sofort 10 000 Mark.
Das sind ganz bcdciiiende Kapitalien. die da aufgeweiidei werden. Bei einigen dieser hier auigezählten Posten kann man im Zweifel sein, ob die Helder d:r Versicherungsanstalt dazu verwendet werde» dürfen. Hoffentlich haben dir Arbeits-Invaliden nicht darunter zu leide».
— Vortrag. Wir machen auf de:, Vortrag des Proicsiors Dr. Schi an: „Tie Olcrcchligkeit gegenüber unseren Feinden", der heule, Donnerstag, abend 8!4 Uhr, in der Neuen Aula der Universität ftattsäudet, nochmals ansmerksam. Der Ertrag ist wiederum zum Besten von Hintcrblicbencik im Felde gefallener Eichener bestimmt.
Z» dem Fonds für Liebesgaben sind bei dem Oberbürgermeister weiter eingegangen: von Justizrat Griincwald 200 Mk.. von
B. Hahn 20 Mk.. von Julius Nattmann sc». 2. Rate 25 Mk., von NcaUchrer Salomo» 10 Mk.. Von E. M. 3 Mk., von v. E. 10 Mk., von Stadtverordnete» Krumm sOktoberrates 100 Mk., von Eiscn- babn-llnteraisisient Theo Silk 0 Mk., von Schachspielern im Kassee Krämer 15 Mk., von Frau Weller Wwc. 10 Mk., von PH. Strack zu Indianapolis 25 Mk.. vom Verein für Rascnspielc 10,50 Mk., von Fcldbercinigunqsaeomcter Mayer 10 Mk., von k. F. 4 Mk., vo» Frau V. Lotz 8 Mk.. von Photograph Ludwig Ubl 0. Rate 15 Mk.. vo» Profesior Müller 20 Mk., vom Verein der Weichensteller und Bahnwärter 100 Mk., vo» Oberlehrer i. P. Profesior Stahl 20 Mk., Ertrag eines Wohltätigkeitskonzerts ehemaliger Militärmusiker
unter Mitwirkung von Zivilmusikcrn, durch Musikdirektor E. Kraußc 100 Mk., Inhalt einer Sammelbüchse, ausgestellt bei der
Auszahlung der Einqnartierungsgeldcr, 00,55 Mk., von Stadtbanmeister Kerbel 3. Rate 25 Mk., van Fräulein Klara Emmelins 20 Mk., von Wilhelm Keil, Kaminfeger, 20 Mk., vom Verein Hundc- sport 50 Mk., von K K. 15 Mk., K. ». H. 1,50 Mk., von Hosrat Hrünewald 1. Rate 150 Mk., von Robert Hecker Wwc. 30 Mk., zusammen 1188,35 Mk. Mit herzlichem Dank für diese Haben wird um weitere Zuwenduiige» gebclc».
flrrt# Wetzlar.
l>. Von de» Kartosselpreiseu. Trotz guter Ernte im KreiS Wetzlar und de» Nachbarkrciscn sucht man auch hier die Kartosseln ldcs arme» Mannes Brot) dieses Jahr ungerecht zu verteuern durch Zurückhaltung von Angeboten. Man kann deshalb de» verschiedene» „Liebesgaben" für unsere Krieger nicht den gebührenden Wert beimcsicn, wen» ans der andere» Seite Lcbciismiltelwnchcr getrieben wird. Daß cs aber auch noch cinsichiigc Leute in dieser schweren Zeit auch für die zurückgebliebenen Arbeiter gibt, beweist das Beispiel in Wchbach sKrcis Altcnkirchciis, wo das dortige große Walzwerk Kartoffel» lMagimm Immun und Industrie) für 2,65 Mark pro Zentner abgibt.
Telegramme.
?l>Usbttilht i>cs forop Hslichmlitts.
Die Land- und Seeschlacht an der belgischen Küste geht weiter.
Deutsche Erfolge bei Lille.
2000 Engländer gesangen.
W. B. Großes Hauptquartier, 21. Oktober üvrmittags. (Amtlich.) Am ?)f crfonnl stehe» unsere Truppen nock, in heftige» Kämpfen. Ter Feind »»tcrftülit seine Artillerie bum Meere nordwestlich Nicupoort aus. Ei» englisches Torpedoboot wurde dabei vo» »usercr Artillerie knmpf- uufähig gemacht.
Tic Kämpsc westlich b v u Lille dauern an. Unsere Truppen gingen auch hier zur Offensive über und warfen den Feind an »ichrcrcn Stelle» zurück. Es wurden etwa 2000 Engländer zu Gefangene» gewacht und mehrere Maschine»- gcwchrc erbeutet.
Aus dem östlichen Kriegsschauplätze ist keine Entscheidung gefallen.
Die fommctifocn Ereignisse in Nord- Frankreich.
Ter militärische Mitarbeiter des Secolo meint, deil Kämpfen im Westen komme eine größere Bedeutung zu als denjenigen ini Osten. Ta der nördliche Flügel beider Heere sich bis zum Meere ansdehne, seien künftighin Umgehnngc- vcrffiche möglich. Für Deutschland habe die Eroberung Bel- gicns insofern eine große Bedeutung, als es ihm dadurch möglich wird, die belgische Küste zu besetzen und England zu bedrohen. Wenn einmal die wichtigsten englischen Kriegs- Hasen und Festungswerke in den Wirkungsbereich deutscher Unterseeboote und Luftschisse gezogen werden können, wen,: die Schiffahrt längs der französischen und englischen Küste durch Minen fast nninoglich sein wird und wenn London wie Paris von deutschen Bomben bedroht werden, dann wird England natürlich eine starke Einbuße erleiden, ganz abgesehen, von dem seinem Handel zugefügten Schaden, Daher ist es niöglich, daß sich um den Küstenbcsitz heftige Känipse entipinnen, während unterdessen ans der übrigen Front Untätigkeit herrschen wird, Tie nächsten großen Ereigniss' seien daher wohl in Nordfrankreich und Belgien zu erwarten.
Genua, 21. Okt. (Ctr. Bln.) Tie Fortsetzung des Widerstandes sttzr belgischen Truppew, die seit Sonntag unter der Kser schwere Verluste erlitten, gilt als fraglich. Von einer englischen Unterstützung zur See bei Nienwport ist heute in den französischen Meldungen keine Rede mehr. Aus amtlichen wie aus privaten Tepeschen gehr hervor, daß die deutsche Ofsensive längs der ganzen Front mit gleichmäßiger Energie fortgeführt wird, die den Franzosen die alleräußersten Anstrengungen auserlegt.
Enttänschnng und Miszmut in Paris.
Die Nat.-Zig- veröffentlicht eine» Pariser Brief, in dem es heißt: Der Befehl des Kricgsministers bctr. de» Schutz vor den deutschen Flugzeugen beruhigt die Bevölkerung nicht mehr als die fortwährenden amtlichen Sicgcsiiachrichien, welche durch Erzählungen Verwundeter und durch Briefe im Felde Sichender beträchtlich abgeschwächt ivcrden. Was Wunder, wenn anstelle der Angust- hegeistcrung Enttäuschung u» d M i ß m u t getreten sind. Meldungen der Blätter, weiche immer wieder dartun, daß die Ar.nce- verwaliung nicht mit allem Nötige» versehen sei, vermehren natürlich die Sorgen um die Soldaten. Bei den Parisern komme» »och Na h ru n g s s o rg« i« und die ungeheure Arbeitslosigkeit hinzu. Infolge des Moratoriums und des dadurch beding!«! Gcidmaigüs ivird die Krisis auch in den Kreisen der Bcgiiteric» sehr cmpsunücn. Die Zufuhr ist vermindert, immerhin ist sic aber zurzeit noch genügend. In Paris sind die Butterprcise von 2.40 ans 4 Francs gestiegen: ebenso sind die Preise für Gemüse und Obst stark in die Höh: gegangen. Eine amtlich: Mitteilung behauptet zwar, daß die Getreideernte genüg:, streift aber doch am ^Schluß die Möglichkeit, amerikanisches Hetreidc einführe.i zu müston: Hiingersnoipreiie
seien jedoch nicht zu befürchten. Beruhigt hat dies die ohnehin mrh- tnruisch gewordenen Pariser keineswegs.
Tie Rückkehr der Belgier.
Amsterdam, 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Telegraas meldet aus Bergen op Zoom von gestern: Tie Rückkehr der Belgier nimmt einen riesigen Umfang an. Gestern-reisten über 8000 Flüchtlinge ab. Tie ersten vier Züge, die heute ftüh abgingen, nahmen weitere 8000 mit.
Nene srauzösischc Kriegsschiffe.
Paris, 21. Okt. lEIr. Bln.) Die Agcucc Havas meldet aus St. Nazaire: Der sür die französische Marine bestimmte Ilcbcr-
drcadnought „Normandie" ist am Montag glücklich vom Stapel gelüsten worden. Seine Wastcrvcrdrängung beträgt 25 200 Tonnen, seine Länge 175 Meter, seine Breite 27, sein Tiefgang 8,80 Meier. Tie Maschinen entwickeln mehr als 38 000 Pscrdcträftc: die vorgesehene Höchstgeschwindigkeit beträgt 21 Knoten. Tic Artillerie besteht aus zwöls 34 Zcntimetcr-Gcschiibcn, vicrundzwauzig H Zentimeter-Geschütze» und sechs Torpedorohren unter Master, -ttc Besatzung zählt an Offiziere» und Mannschaften 1200 Kopfe.


