Ausgabe 
21.10.1914
 
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Nr. 244

Gießen, Mittwoch, den 21. Oktober 1914

9. Jahrgang

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Wie lange noch?

In dcr letzten Woche sind die Preise für Weizen loiedcr um Jarl, die fiir Roggen und Hafer uni 8 Mk. gestiegen.Weizen", übt die Deutsche Tageszcitnng,ist bereits auf 264 Mk. gc- ,cn, ein Preis, dcr seit d c in L c i t e r s ch c n Weizen- ner noch nicht erreicht worden ist." Achnliche issteigerungcn sind auf dem Kartvsfelmartt zu verzeichnen. >ci ist die deutsche Kartoffelernte nach dem Bericht des Land- tschaftSrats durchaus nicht schlecht, sie ist mit 47 Millionen ne» über dem Durchschnitt der letzten zehn Jahre geblieben ist als eine Mittclcrnte zu bezeichnen,die eine sichere Ilnter- für die BolkScrnährung während des Krieges bis zum sie» Erntejahr gewährleistet". Trotzdem ist dcr KartossclprciS stcrlin und anderwärts in den letzten Tagen nm 10 Mark pro ne hinansgegangen.

Wer trägi die Schuld? I» der Fachpresse beginnt sich schon rer dcr anmutige Streit z» entfalten, dcr uns aus den Zeiten Friedens genugsam bekannt ist. Ter Handel ist geneigt, die (Id ans den Produzenten zu schieben, der Produzent dt die Schuld auf den Handel. Man klagt auf dcr einen tc über Zurückhaltung der Vorräte durch die L a n d- rtc, ans dcr anderen über Preistreibereien der i s ch c n h ä n d l c r. Fiir die Maste der Verbraucher ist cS 'i ziemlich gleichgiltig. bei wem dcr größere Teil des Gewinns zen bleibt, desto sicherer ist ihre Ueberzeugung, dast es nicht v e i t e r g e h e n kann wie bisher.

Tie Umsätze, die gemacht werden, sind gering. Ans dem nSmittelmarkt ist eine Stockung cingetrctcn, weil man all­ein die angckiindigte Festsetzung von Höchstpreisen durch den desrat erwartet. Kein Händler will auf demfreien Markt" icre Vorräte kaufen, die er später vielleicht auf Grund der ordnung zu bick tigeren Preisen hergcben mutz als zu denen ie gelaust hat. Aber auch die gntorganisierte Landwirtschaft urückhaltcnd.Die Zufuhren bleiben klein, und das Angebot turiickhaltend und teuer", schreibt die schon zitierte Deutsche eszcitung. Danach kann die Landwirtschaft auch nicht ganz huldig sein, wenn die Preise einen höheren Stand erreicht :u als seinerzeit bei den berüchtigten Preistreibereien deü rilanischcn Wcizcnspcknlantcn Leiter.

Aus den ersten Blick will es scheinen, als läge cs im Interesse Landwirte, die gegenwärtige glänzende Konjunktur durch reich­es Angebot auSznniitzen. Aber die organisierte Landwirtschaft t weiter, sie weis;, daß durch ein starkes Angebot die Konjnnk- gcdriickt werden könnte, und sie weist noch mehr: nämlich dast Höchstpreise, die sestgcsctzt werden sollen, ihren Jntcr- n desto bester entsprechen werden, je höher im Augenblick er Festsetzung die Notierungen der Produktenbörse sind. Würde t durch starkes Angebot dcr Marktpreis g c d r ii ck t werden, so rde der Bimdesrat die Höchstpreise entweder ans dem erreichten ocau oder vielleicht noch etwas tiefer scstsetzen. Werden da- l? Preise jetzt unsinnig in die Höhe getrieben, so wird der '.V5 i ?^fleicht etwas gröber sein, aber dcr festgesetzte Höchst­es wird immer noch hoch genug bleiben, um den Produzenten ?"^tiezeichnctes Geschäft zu garantieren.

» 3 e i t p e r s ü u in ii i s vermehrt die Verwirrung und Ä^'.-«esghr, dos, die Höchstpreise mit Rücksicht ans den inlaniich gesteigerten Marktpreis zu hoch angcsctzt werden. Der oolkcrung ist aber natürlich nicht an der Festsetzung von Höchst- licn an sich gelegen, sondern daran, daß die Preise angcmcstcn 1Im 4. ,r 0 c j. nc einigcrmastcn erträgliche Lebensführung zu ge- .!' sie verlangen m ii st , ist ein rasches und c n c r - 1 ' 11 fl r c i f c ii des Bundcsrats. Mit einen,

rgilchen Ruck miistcn die Preise aus einen Stand z n r ii ck g e - ln ? der es den Landwirten ermöglicht, ihre dnrch- tltlichcn Produktionskosten zu decken, der aber auf spcku- lve Interessen keine Rücksicht nimmt. Dast dabei cin- C s« ,"":desatzt werden, ist unvermeidlich, aber cs liegt im en des Krieges, dast er die Schädigung vieler einzelner Privak- nch bringt, nnd wo der Schaden so grost iit, dast dcr chadtgte in seiner Existenz gcsährdct wird, mag die llnter- un« «.^Mitteln dcr Allgemeinheit helfend eingreifcn. Die i notige «ummc ivird inimcr noch viel geringer sein als was die Konsumenten auszubringen hätten, wenn sie die bis- gen Prcsic oder am Ende noch höhere dauernd bezahlen

® lr Stoß diese Summen sind, läßt sich n,ir annähernd schätzen, enkt man aber, dast die Getreidcpreise - bei einem Jahres- r> von 10 Millionen Tonnen seit Kriegsausbruch Preis- erungen von 5000 Mark erfahren haben, rechnet man die Steigerung der Kartoffeln und sonstiger wichtiger Lebens- iz h"k.Zu, so kommt man zu einem Betrag, dcr eine Mii- ° ö ledenfalls weit übersteigt. Ein sehr großer Teil dieses aber Leuten zugute kommen, die nach ihrer ganze» » e * net Unterstützung aus Mitteln der Allgemeinheit -oegs bedürftig sind: Grobgrundbesitzer und Großhändler.

baruüi mehr als begreiflich, dast die Frage, wann unk, - 1 e F» Kietzung der H ö ch st preise erfolgen .^'»welcher Höhe sie erfolgen soll, alienthalbcn mit en 'ii , 'tleduld erörtert wird. Das ganze Volk ist bereit, di- iat nh ^' c ® ev Krieg notwendigerweise mit sich da« «i "jemand würde eine» Zustand verteidigen können, der ungeheuren Mehrheit überflüssig cr- rhtvrt Ucinen Minderheit aber in angenehmer Weise

> !>. > ^ ic Volksernährung im Kriege darf nicht dcr Ecgcn- !Ikw,nnsi,chtigcr Spekulationen sein!

Portugal.

Bis jetzt hat Portugal noch nichtdcn Krieg er- r t. Es fehlt also noch die amtliche Bestätigung der über eaur gekommenen Meldung, daß es zum Kriege ent­

schlossen ist. Aber überraschend oder unerwartet wird eS niemand kommen, wenn Portugal, dem Gebote Englands folgend, einiges Kriegsvolk auf die Beine bringt, um die bunte Karte unserer Gegner im Westen um eine Nuänee zu vermehren. Politisch und militärisch fällt das wenig oder gar nicht ins Gewicht, als Symptom für die Art der eng­lischen Feindschaft und Kriegsführung ist es von Wert.

Aufruhr gegen Deutsche in London:

In London kam es gestern zu Aufruhrszenen, bei denen Läden, die Tentschcn gehören, geplündert wurden. Der Aufruhr ivar die Folge eines von der Regierung verbreiteten Tpionenmärchens in dcr Vorstadt Depton. Truppen stellten die Ordnung wieder her. Die Regierung verhaftete zwanzig Kellner von Wiener Cafes dcr Neiv Oxford Street unter Spionenvcrdacht: deutsche Läden ivnrdcn auch in der High Street vernichtet. Tic Szenen haben sich heute früh mit großer Heftigkeit wiederholt. Es entstand ein regelrechter Kampf zwischen Polizeitruppen und dem Mob, dcr deutsche Läden plündern wollte. Mehrere Polizisten wurden dabei verwundet.

England kann Japan nicht hindern!

London, 19. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Aus Ncwqork wird dem Reutcrschen Bureau vom 15. Oktober gemeldet: Nach einem Telegramm aus Peking hat Großbritannien auf den Protest gegen die japanische Inbesitznahme dcr Schantungbahn erwidert, es sei außerstande, seine» Verbündeten zu hindern. Japan habe keine Wahl gehabt, da die Eisenbahn den Deutschen gehörte, die sic zu militärischen Zwecken denutzt hätte».

Englische Treibereien in Kamerun?

Die >tolonial-Korrespo»de»z meldet: Ter Ausbruch des

Krieges hat die Eingeborenen von Kamerun, besonders die Dnala lebhaft becinfiustt nnd zu hochverräterischen Umtriebe» geführt. Mit erfreulicher Umsicht und Tatkraft hat der Kameruner Gonver- nciir Ebcrinaicr sofort cingcgrifscn und den Haupträdelsfiihrcr, M a n g a Bell, der schon während dcr Enteignungsverhand- lungen sich aufsässig gezeigt hatte, hinrichten lassen.

Wie an unterrichteter Stelle mitgeteilt wird, ist gegen Manga Bell ans Anzeige des mächtigen Häuptlings Joiga von Bamnm ein Verfahren cingeleitet worden. Er wurde beschuldigt, schon zur Zeit dcr Entcigiiungsverhanblungcn versucht zu haben, unter den Häupt­lingen einen Ausstand zu entfachen. Manga Bell wurde verhafte:. Das Verfahren hat dann so viel belastendes Material gegen Manga ergeben, dast seine Verurteilung und Hinrichtung erfolgte.

Englische Not in Indien nnd Aegyten.

Ans Indien.

(W. B. Nichtamtlich.) Tie Blätter geben eine dem halbamt­lichen afghanischen Organ Saradjulahbar entnommene Meldung wieder, nach der infolge der Verhaftung des muselmanischen Offi­ziers Mehmed Hafiz, des Bruders dcr Fürstin von Bhopal, einer dcr bcdentcndstcn innsclmanischen Fürstinnen Indiens, sich die S t ä in m e, deren Chef Mehmed Hafiz ist erhoben habe n. Dcr englische Gcncralgouveriienr habe versprochen, dem Gefange­nen die Freiheit wicderzugcben. Ter anfständische Stamm Tjib- bour drängt die Inder zur Erhebung gegen die Eng­länder.

Ll«s Aegypten.

(VV. B. Nichtamtlich.) Wie das Blatt Tasvir i Efkiar er­fährt, haben die Engländer in den letzten Tagen 120 ägyptische Bc- amtcn abgeseyt und 200 ägyptische Offiziere aus dem Heercsver- band entfernt. Man ist dcr Meinung, daß diese Maßnahmen ge­troffen wurden, um die Situation der Engländer in Aegypten zu retten.

Aus Kairo wird telegraphiert, das, England Versuche unter­nommen habe, die ägyptischen Truppen zu entwaffnen. Die Ein­geborenen widcrsetzten sich »nd es kam zu einem regelrechten Ge­fecht zwischen Aegyptcrn nnd Engländern, in dessen Verlauf beider­seits 150 Mann fielen. Auch in Alexanricn haben sich ähnliche Kämpfe abgespielt. Die Engländer entschlossen sich, den Truppen vorerst ihre Massen zu belassen. Unter den indischen Soldaten greift die Rassensluckit um sich- An einem einzigen Tag wurden 00 Mann gehenkt. Auch die Pest macht in Indien große Fort­schritte. Täglich sterben 25 Mann.

Ausstarid im Lomaliland.

Die türkischen Blätter haben von glaubwürdiger Seite erfahren, daß die Muselmanen des Sonialilandes sich ec- hoben haben und die Stadt Berbern, dcil Hauptort der Kolonie, unter dem Oberbefehl von zwei Scheichs ange- griffen haben. Sämtliche englische Offiziere der Garnison sind gefangen genommen nnd die Stadt von den Muselmanen besetzt worden. Berbern ist feit 1881 englischer Besitz. 1871 wurde der Hafen von den ägyptischen Regierung besetzt und als Freihafen erklärt.

Der KurLeikaufstaird.

Konstantinopcl, 1!). Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Heute nacht hier eingctroffene Telegramme ans Wan melden neue Kämpfe zwischen Kurden und Russen in der Nähe von Targhevar. Tie Russen wurden geschlagen und ergriffen die Flucht. In Urinia herrscht eine Panik. Infolge dcr Vce- Haftung der Chefs des Knrdcnstainmes dcr Zerza hat sich die Erbitterung gegen die Russen noch gesteigert. Nach dem

Tanin wurde die erste Erhebung der Kurden des Stammes der Kardar gegen die Russen dadlirch verursacht, daß die Russen das Torf Goni durch Artillcricfeuer z e r st ö r t e n und eine große Anzahl der Einwohner ermordeten.

Wie es in Südasrik«r nussicht.

Eine Persönlichkeit, die zu de» acht Arbeiterführern, welche An sang dieses Jahres durch einen Genxrltstreich Bothas aus Südafrika nach England deportiert worden sind, jetzt übrigens wieder zu rückt ehren dürjen, jehr enge Fühlung unterhält nnd die Verhältnisse in Südafrika aufs beste zu beurteilen ver-- niag, hat sich vor «inniger Zeit über die dortige Lage in folgender Weise geäußert:

Tie von der englischen Presse mit dcr ehr eigen»» Geschicklich-, icit verbreitete Meldung, dast die Buren am Kriege an der Seiw von England aküv in Europa teiluehmen würden, verdient, aufs energischste kritisiert nnd bezweifelt zu werden. Die Buvendevöl- kcrung in Südafrika ist weit davon entfernt, eiiglands reu »blich ge-i stimmt zu sein. Man darf in Europa fest überzeugt sein und die Zukunft wird dies beweisen, dast nicht ein Bur gefunden wird, dcr für England in Europa zur Waffe grriist. Die Buren l>abcn den Krieg mit England noch nicht vergessen, edensowenig die schrccklichcir Greuel, die dieser Eroberungskrieg im Gefvlge hatte. Tie Hundert« von Friedhöfen ju Südafrika, auf denen mehr als 25 000 uafchutdige Bnrenfrauen mid Burenkinder begraben liegen, die in den Äon- zentrationslagcru durch die unmenschlichsten Entbehrungen grausam, in den Tod getrieben wurden, sind nnd bleiben einem joden Buren< herzen für alle Ewigkeit eine Erinnerung an di« Tchinach «nd Schande der britischen Armee.

Die britische Regierung weist genau, ivas sic den Gefühlen der Bnronbevölkeiung schuldet. Sie kemit die Willenssiarle dcr Be-- völkcruiig, wofür als Benieis dienen mag die Zustimmung zum Bau des hcrrlicheu Monuments, das, bezahlt vom ganzen Buren-, volle, in der Nähe von Bloemfontein auf einer Anhöhe errichtet ist, weithin sichtbar mit seinen großen Emblemen, die Elend nud Trauer: versinnbildlichen. Dieses Denkmal ist ein Wallfahrtsort und das Mekka des AsrikanerknmS geivordcn. Die edelste Persönlichkeit des, Landes, Präsident Steyn, ivar der Errichtcr dieses markanten Aus­drucks des Bnrenhaffes gegen Britannien »nd der würdige Gen erat Hcrtzog sorgt dafür, dast sein Volk nicht vergißt, ivas ihm von Eng­land angetan ist.

Dast nicht alles in Siidasrika so ist. wie die Briten es gerne sehen würden, wird man verstehen, wenn man sich oer Weigerung des General Beyers erinnert, des Oberbcsehlshabcrs des Vertei- digungshecreS. Er lehnte es ab, dem Befehl« Bothaö Folge zu geben, agrefsiv gegen Deutschland aufzutrctcn. General Beyers ist lin Sohn des Volkes, das ihn verehrt. Er ist sicher nicht der Mann, dcr bereit ist, mit seinen Leuten Bvthas Schmutzrcgicrung blindlings zu unterstützen. In jüngster Zeit ist in Südafrika etwas geschehe», n»as die britische Presse ans Befehl dcr Regierung verheimlicht: General Telarcy. ein alter Veteran aus dem Kriege mit England, hat mit zwei anderen Personen heftig gegen Bothas Politik protestiert. Die Folge von Beyers Weigerung und Dclareys Protest A>ar dcr Befehl, beide gefangen zu nehmen. Auf einer Autofahrt nach Dclareys Landgut wurde das Auto durch die Polizei, die "natürlich" englisch ist. angerufen. Ehe noch der Ehauftenr anlmlien konnte, wurde geschossen und der greise Tclarey tödlich getrosfcn. Es han-delt sich hier nicht um ein zu fälliges Mißgeschick, wie di« englifckfe Presse glauben machen will, son­dern um einen Vorfall, bei dem außer General Tclarey noch fünf, Menschen erschossen worden sind, nämlich: zwei Polizei beamte, der Ehcsrcdakteur Memott, ein Dr. Graser nebst Frau, während bereu Tochter schwer venvundct imirde. All diese Dinge darf das englisch« Volt nicht wissen.

Ta nun Beyers sich geweigert hat, hat Bokha, der von englischem Kapitol gekauft worden ist, die Leitung des Heenes unter großmi Auftvand und Beifall der Laudoner Presse, übcvuommcn. Sein Heer steht in Wirklichkeit nur auf dem Papier, denn die Buren werden ihm nicht für England gegen Deutschland folgen. Wer ihm folgt, sind die Engländer in Südafrika, aber nicht ein einziger Minen- oder Eifenhahnmaim. Keiner von diesen Leuten ist mit der heutigen Regierung zufrieden, iusbcfondere wegen des rohen Auf­tretens der 9!egierung im Januar d. I. Die Gcsangeniiahme von Tausenden dieser Mäiiucr, die rohesten Mißhandlnngeu dieser Leute, sowie die allem Recht und Gesetz hvhnsprcchcnde Teporiatiou der 8 Arbeiterführer nach England, hat viel böses Blut gemacht. Dafür wird die Regierung Bothas bei den kommenden allgcineincn Wahlen schwer büßen. Ganz Südafrika liegt übrigensaus dem Rücken". Das wirtschaftliche Leben ist durch gewaltig« ArbeiterstreikK empfindlich gestört.

Infolge des Krieges liegen alle Tiamantmiuen still. Den Golbminen fehlt Quecksilber und Ehanid, das manaus Feindes­land", nämlich Deutschland, bezogen Hai. Tie Goldprodnktion ist auf die Hälft« bereits jetzt vermindert. Biele Tausende von Ar­beitern, weiße wie schivarzc, sind arbeitslos. Der Eisenbahnverkehr ist eingeschränkt, ei» unbedeutender Tchisssverkcyr wird noch mit England und der übrigen Wctt unterhalten. Di« Cinkominenquellen sür di« Staatskasse fliesten daher viel spärlicher, was ein nicht zu unterschätzender Fahtor ist.

Frieden wird in Siidasrika nicht eher einkehren, bis diese Re­gierung gefallen ist und Präsident Steyn und General Hertzog das Stoatsruder in ihrer Hand haben. Nochmals will ich hervorhcbcn, daß die Buren kein kricgeristfas Volk sind. Es ist ftir jedett Kenner undenkbar, daß die Buren ihr Land virlasien, »m ftir England tu Frankreich oder svnftwo zu kämpfen." (Franks. Ztg.)

Die englischen Arbeiter und der Krieg.

Entgegen den Nachrichten über eine kriegsfeuidliche Strömung in der englischen Arbeiterschaft schreibt der Daily Citizen, das Tageblatt der Arbeiterpartei:Tic Führer der Arbeiterpartei sind stets Befürworter des Friedens gewesen