50 Mk., Entschädigung für Anfsichtsrat und Vorstund 640 Mark, Reservefonds LIM Mk., Spezial-Reservefonds 1146,62 Mark, zusammen 5737,42 Mk. — Die hierauf für den Anfsichtsrat vorgcnonimcnc Ersatztvahl ergab: A. Mann als Mit» glicd desselben, Kiel, Laudenbach und Strohwig als Ersatzleute. — Nach Erörterung einiger Anfragen »sw. schloß der Vorsitzende Vetters die Versammlung mit dem Wunsche, daß die Mitglieder auch fernerhin treu zu ihrer Genossenschaft halten möchten.
Erhöhung der Kommunalsteuern in Sicht? Aus Berlin löird gemeldet, daß wegen der gewaltigen Kriegslasten, der Kriegsunterstützungcn, der Mietszahlungen, der Steigerung der Ausgaben der Armenverwaltnng nsw. eine Erhöhung her Gemeindesteuern für das Rechnungsjahr 1015 wahrscheinlich sei. Wenn die Erhöhung durch soziale Ausgaben verursacht wird, so werden die Vertreter der Arbeiterschaft in Berlin wie in anderen Gemeinden, auch in Offenbach die Erhöhung, wie stets, gern bewilligen. Sic werden aber ebenso verlangen müssen, daß endlich der Staat auch einmal finanziell helfend eingreift und nicht alle Last und Arbeit den Kommunen aufbürdet.
— Gefallene bta (Siegeltet Regiments. Als gefallen vom In-
sankerie-Regimettt 110 werden weiter bekannt: Reservist Alex
Joseph, aus Rübding-shaus«,,. — Seinr. Schäfer, ans Kietzen. — IIiitoff. Jakob Rosenbaum aus Kietzen. — Untoff. Adam Wicke, aus Ruttershausen.
— Liebesgaben für die 116er. Wie uns der Oberbürgermeister mitteilt, ist es gelungen, die Liebesgaben, die von der Stadt Kietzen, dein Zweigverein vom Roten Kreuz Kietzen und deni Verein ehemaliger 116er zu Kietzen am 8. ds. Mts. abgingen, den Truppen bis unmittelbar an die Front zu bringen. Tie reichen Kaben wurden dem aktive» Regiment 116 am 13. und dem Landwehrregiment 116 am 15. ds. Mts. ausgehändigt und von den Truppen mit grotzer Begeisterung und Freude entgegengenommen. Tie Freude war umso grotzer, als diese Sendung nach Aussage der Truppen die erste» Liebesgaben waren, die sie aus der Heimat erhielten. Tie Gietzener Herren, die den Transport mit Kraftwagen von der Etappenhauptstation zur Truppe bewirkten, überzeugten sich, batz die Stimmung und Zuversicht bei den Truppen die denkbar- beste ist. Auch dem Reserveregiment Liebesgaben zu verabfolgen, war an den genannten Tagen leider nicht möglich, da das Reserveregiment unmittelbar vorher nach einer anderen Stelle des Kriegsschauplatzes beordert worden war. Ta aber das Reserveregiment aus dem ersten Liebesgabenzug, der nur bis Vouzters gelangte. Gaben erhalten hat, sind nunmehr von Kietzen aus an alle Formationen des Regiments 116 Liebesgaben gelangt. Trotzdem blieben aber noch viele Wiinsche auf Zuteilung von warmem Unterzeug unerfüllt. Die Konimandeure des Linien-, Reserve- und Landwehr-Regiments haben teils mündlich, teils schriftlich den Ober- btirgernieister ersucht, den hochherzigen Spender» den herzlichsten Tank der Regimenter zum Ausdruck zu bringen. Ein ausführlicher Bericht über den Transport nach dem Kriegsschauplatz wird in Kürze erstattet und in unserem Blatte veröffentlicht werden.
— Paket-Versendung a» die Truppen des 18. Armeekorps. — Vom Postamt werden wir um Veröffentlichung des Nachstehenden ersucht: Für das 18. Armeekorps sind zwei Paketdepots eingerichtet worden mtd zwar in Frankfurt lMains und in D a r m st a d t. Fn der Zeit vom 16. bis 26. Oktober ist daher im allqenieinen auf den Paketen für die hessische n Truppenteile des 18. Armeekorps in der Aufschrift „Paketdepot Tarmstadt", für die preutzi scheu Truppenteile des 18. Armeekorps „Paket- depot Franksnrtmaiu" anzugeben. — Tie Anslieserung der Pakete, die das Höchstgewicht von 5 Kilogramm nicht überschreiten diirsen, erfolgt bei den Po staust alten ohne Paketkarte IPnkct- adressel gegen ein einheitliches Porto von 2.', Pfg. Fn Darm- stadt können die Pakete auch bei dem daselbst bestehenden Paket- bepot, soweit es zuständig, kostenlos ausgeliesert werden. Von den Paketdepots aus erfolgt die Beförderung der Pakete ins Feld durch die Militärbehörden. Tie Feldpost ist an der Beförderung nicht beteiligt. — lieber Näheres gebe» die Ortspostan-stalten Auskunft.
— Vom Gaswerk. Der jetzt vorliegende Rechitiingsobschlutz weist einen Reingewinn für 1613/14 von 126666, gegenüber 112622 Akark im Vorjahre nach. Tie Mehrproduktion an Gas im letzten Fahr beträgt 111676 Kubikmeter, wosiir eine Mehreinnahme von 15656 Mark erzielt wurde. Tie Mehreinnahine der gesamten Produktion des Werkes beziffert sich allerdings ans 17 866 Mk. gegenüber den angenommenen Zahlen des Vvranschlags auf 26 566 Mark. Das Kaswark ist z. Z. auf 5—6 Monate mit Kohlen versorgt, trotz der starken Nachfrage nach Koaks in den letzte» Wochen, ivird die Gewimmirg dieses Produkts beim Gaswerk den Bedarf unserer Bevölkerung den Winter hindurch reichlich decke» können. Fin lausende» Rechnungsjahr ist der Gasverbrauch wieder ganz erheblich eggeniiber dem Vorjahre gestiegen.
— Ter erste Turko ist als Verwundeter ii» Karnisonlazarett angekonimen. Ter aus Algier gebürtige Alaun spricht nur arabisch und würde sich kaum verständlich machen können, wenn nicht ein im gleichen Lazarett bebanbeiter französischer Offizier dessen Muttersprache beherrscht nnd den Aerztcn gegenüber don Toimettcherdienft ansüben konnte. — Ter Chefarzt des Lazaretts, Professor Tr. Walter, hat einen Pariser Theatersviseur, der ebensalls verivundet nach Kietzen kam und an her Tentich, Französisch, Englisch und Ftaiienisch beherrscht, zum Lazarettgehilfe» ausgebilbet, um ein Mittel zu Imbeii, sich während des Krieges mit den Patienten »nterhaiten und ihre Wiinsche enbgegennehnieii zu können.
— Vergebung von Arbeiten an die Handwerker. Wir erhalten folgende Zuschrift: Fn Fhrem geschätzten Blatte Nr. 241 brachten Sie einen Artikel, welcher die Verteilung der Kriegsarbeiten, besonders in den Kreisen der Handwerker, behandelte. Eine derartige Vergebung ist gewitz siir die kleinen Handwerker, welche eben ganz besonders um ihre Erislenz kämpfen »lüsten, von grotzer Wichtigkeit. Fch will es daher nicht Unterlasten, einmal ans die Vergebung der Arbeiten bei den hiesigen Baracken für Gesangene ganz besonders aufmerksam zu machen. Wie so allmählich durchsickert, sind so von einzelnen Handwerksmeistern derartige Preise abgegeben, datz es bester wäre, sie würden überhaupt eine derartige Arbeit nicht Übernehmen. Es handelt sich hier um einen grotzen Posten — etwa 176 Stück — starke Holztüren zu beschlagen. Wenn hier die Bauleitung von dieser großen Menge Arbeiten die Verteilung unter die hiesigen Schlostermeister vornimmt, so könnte den gesamten Gietzener Schlostermeistern bei der herrschenden Arbeitslosigkeit immerhin etwas geholfen werden und sie hätten nicht nötig, ihre Keselle». die sie schon jahrelang beschäftigen, zu entlasten. Hoffentlich wird auch mein ösfentlicher Aufruf, in Kietzen die fraglichen Kriegsarbeiten unter die hiesigen Handwerker zu verteilen, auf ftuchtbaren Boden fallen, zumal die Handwerkskammer in ihrer Fachzeitschrift dies erstrebt.
Ein Gietzener Schlostermeister S — Opferwillige Patrioten. Von dem Wesen des Patriotismus nnd der Wohltätigkeit haben manche Menschen recht sonderbare Vorstellungen. TaS ist nichts Neues, aber die jetzige Zeit, in der alles in Wohltätigkeit macht", liefert dafür besonders charakteristische Beispiele. Ein recht krasser Fall der zweckmatzigen Verbindung von Patriotismus. Geschäft und Wohltätigkeit wurde in der letzten Sitzung der Leipziger Handelskammer erwähnt, wie unser dortiges Parteiblatt berichtet. Tort beschäftigte man sich mit den Preisen für Lebensmittel, und bei dieser Gelegenheit wurden heftige An- klaaen gegen die Landwirte erhoben, datz sie siir verlch,ebene Lebensmittel speziell für Hülsenfrüchte, „Wucherpreise" forderten. Ein Großhändler berichtete, datz er kürzlich gezwungen war, einen Bvkten Erbsen zu taufen. Der Gutsbesitzer, mit dem er deswegen unterhandelte, erklärte ihm rundweg, datz er die Tonne Erbsen nicht
unter 600 Mark verkaufen könne, obgleich für bas gleiche Quantum wenige Wochen zuvor 220 bis 256 Mark bezahlt morden waren. Und warum verlangte der biedere Landwirt diesen enorm hohen Preis für die jetzt jo nötig gebrauchten Hiilsensriichte, die man immer „das Fleisch der Armen" nennt'? — Er habe •— so erklärte er den, Händler — die Absicht, für ein ganzes Regiment Decken zu „schenken" und da miisie er eben auch „etwas verdienen". — Das ist sicher eine recht praktische Form der „Wohltätigkeit". Zwar soll »ach einem alten christlichen Grundsatz bei Wühltätigkeitshandlungen die Linke nicht wissen, was die Rechte tut. Aber für derartige veraltete Gebote hat diese Sorte Wohltäter kein Verständnis. Bei ihnen mutz die Wohltätigkeit schon im voraus Zinsen trage». Erst das Geschäft, dann die „Wohltätigkeit" und dann — die verdiente, lobende ösfentliche Anerkenn,,ng für die „opferjrendige, patriotische" Handlung.
— Lohndrückerei. Mit Bezug aus den in der Freitags»,,mineerschienenen Artikel wird »ns mitgeteilt: Es ist richtig, datz ans Grube „Fernie" siir die Arbeit unter Tage jetzt 5—6 Pfg. durchschnittlich weniger Stunbenlohn bezahlt wird, als vor dem Kriege. Nur wenige Arbeiter sind von der Lohnreduktion nicht betroffen worden. Warum diese Lohnherabsebungen? Die Preise der Erze sind doch eher gestiegen als gefallen und Mangel an Absatz kann auch nicht vorhanden sein. Mit einem Wort, es liegt keine Ver- anlastuiig zur Herabsetzung der Arbeiterlöhne vor. Diese wird umso härter empfunden, als die Lebensmittel täglich im Preise steigen und so die Lage der Arbeiter immer bedrängter wird.
Wegweiser durch dir Reichsversicherungsordnung. Allen, die sich mit der Reichsversicherungsorkmung beschäftigen müssen, ist die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, bisher schon mit ihren Führern durch dir verschiedenen Versichermigszweige an die Hand gegangen. Jetzt bietet sie denen, die in das ganze umfangreiche Gesetz eing-esührt werde» nwllcn, einen Wegweiser dar, der sicher sehr willkommen sein wird. Er ist aus der Führersammlung hervorgegangen, ist aber doch alles andere als eine bloße Aneinanderreihung der erschienenen Führer. Durch systematische Bcar- l-citung des ganzen Materials ist ein ganz neues Berk entstanden, das in übersichtlicher Weife den gewaltigen Gesetzesstofs ansrolli und vielfach an Urteilen der höchsten Instanzen erläutert. Datz auch die kaiserlichen Verordnungen über das Verfahren vor dom Verstchernngsantt, dem Ober- „ich dem Netchsversicherniigsamt in vollen. Umfang znm Abdruck gelangten, wird namentlich den Versichertenvertretern antzerordentlich willkommen sein, wie andererseits die zahlreichen Fvrmniare fiir Klagen und Eingaben de» Versicherten und ihren Ratgebern gute Dienste leisten werden. Ton, gut ausgestatteten über 466 Setten starken aber sehr haichlichen Bändchen, sind auch, den gegenwärtigen Verhältnissen Rechnung tragend, die Kriegsnotgesetze und eine Erläuterung derselben bei- gesngt. soweit sie die Rcichsversicherungsordnnng betreffen. Tos Auch ist zu empfohlen. — Ter Preis des handlichen und gut gebundenen Bandes betragt 1,75 Mark. Zu beziehen ist der Wegweiser durch die Parteibuchhandlung.
Wie lange dauert die Dienstzeit nach de», Kriege? lieber die Anrechnung der Dienstzeit ivährend des Krieges sind allerlei unrichtige Anschauungen vorhanden. Insbesondere betressen sic die „doppelte Anrechnung" der Kriegszeit und di« Dienstzeit der Freiwilligen. Es wird darum eine amtliche Aufklärung intevoisiercn: Bei den „Freiwilligen" ist es zu unterscheiden zwischen Militärpflichtigen, die sich freiwillig ans Ansatz dos Krieges gestellt haben, nnd zwischen den Freiwilligen, die nicht mehr militärpflichtig sind. Dazu kommen noch, die E inj ich rig-Frei wi lligen. Die Freiivilligen, die bereits jetzt militärpflichtig sind, werden »ach Beendigung des Kreges bis zur Ableistung ihrer gesetzliche» Dienstzeit zn-riickbehal- ten, also Einjährig-Freiwillige siir insgesamt ein Fahr, die übrigen, je »ach der Basftngaitting. zivei bis drei Fahre. Tie znn, Einjährig-Frei,villige» dienst Berechtigten, die mit ihrer Fahresklosie znm Dienst herangezogen wurde», also nicht freiwillig eingetreten sind, treten — sofern sie «s wünschen — bei Auslösung der Ersatz- tlnppcnteiie inieder in den Eienntz der ihnen bewilligten vorläufigen Zurückstellung. Die als Kriegsfreiwillige eingietrctonvn Manin schäften ohne Berechligungsscheiu können ihre aktive Dienstzeit von zwei oder drei Fahren an die Denivbi-Iniachung anschlietzend beenden: desgleichen auch die mit Berechtigungsschein zum Einiährig- Freiwilligcndienst versehene Kriegsfreiwillige,, ihre aktive Dienst- zeit von einem Fahre. Tic bereits abgeleistote Dienstzeit gelaugt bei allen vor Ableistung der gesetzlichen Dienstpflicht Entlassenen bei ettvatger späterer Wiedereinstellung zur Anrechnung. Fm allgemeinen werde» die Kriegsfreiwilligen nur auf Kriegsdaiier an- genoimnei, und bei der Teniobttniachung oder bei der Auflösung der betressendeu Trupvontei'le nsw. zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassen. lieber die doppelte Anrechnung der Kriegs,zeit läßt sich Mitteilen, datz es sich dabei nicht um eine Anrechnung der Dienstzeit selbst haiidelt. d. h. die Dienstzeit wird durch de» Krieg verkürzt. Diese doppelte Berechnung trilt nur in Kraft bei Festsetzung des Dienstalters, bei Anstclluitg bei Berochnuug dos Gehaltes nsw.
Westerwald und Nnterlahn.
z. Opfer des Bergbaues. Ans der Grube Sahlgrunü bei Her- born, welche der Firma Grlin gehört, verunglückten am Samstag die Hauer Fakob Hermann nnd Ferdinand Stei, bi „g töd- l i ch. Letzterer ivar sofort tot, ivährend Hermann ans dem Transport »ach Hause verstarb. Das Unglück wurde durch Znbrnchgehen des Abbaues veranlaßt. Von den Bergarbeitern- wird die Meinung ausgesprochen, daß durch besiere Löhn« viel zur Vermeidung von llngliicksfällen bcigetragen würde. Das ist allerdings eine alte Erfahrung: wenn die Löhne iriedrig stehen, so wird »attirlich den Sicherheitsvorkchr-u-ngcn wenig Beachtung geschenkt und um keine Zeit zu verlieren, oft gegen die Regeln des Bergbaues gesündigt.
Telegramme.
TlWsbmcht des ßnjjti -Mchlmtim.
Aiigriffsversuch bei Lille zurückgewiesen. Im Osten unverändert.
YV. B. Großes Hauptquartier, 10. Okt. mittags. <Ai»t- lich.) Angriffsversuche des Feindes in der Gegend westlich und nordwestlich von Lille wurden von unseren Truppen unter starken Verlusten für die Gegner zurückgewiesen.
Auf dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist die Lage unverändert.
Auf dem Marsche nach Dünkirchen.
(Letzte Meldung.)
Rotterdam, 10. ©ft. (SB. B. Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent des Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, marschiert ans verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dünkirchen, das von den Franzosen besetzt und befestigt ist. Südlich von Dünkirchen befindet sich eine belgische Armee, deren Ueberbleibsel am Donnerstag angekommen waren. Der Ab- zug glich einer Flucht; sie war ohne jede Verbindung mit dem Teile der Armee, der vor der Besetzung Antwerpens nach Ostende entkommen und nach Boulognc verschifft worden ist. Dieser sollte dort reorganisiert werden, um an den Kämpfen ans dem französischen linken Flügel teilzunehmen. Dir- muydcn, wo sich französische Seesoldaten zur Deckung des
belgischen Abzuges befänden, ist wahrscheinlich gestern räumt worden. Südlich von Dünkirchen nnd Boulogne stehen sehr starke französische Truppenabteilungen.
Ein Eefccht bei Nienwpoovt.
Amsterdam, 10. Okt. (Etr. Frkft.) Ein heftiges Gefecht ist im Gange bei Nicuwpoort, südlich von Ostende.
Das erwachende Leben in Antwerpen.
Amsterdam, 16 . Otk. lCtr. Frkft.) Nicuive Notterdanujche
Courant meldet aus Antwerpen: Heute sind zehnmal sa viel Läden geöffnet wie gestern. ?ln der Eiasf-abrik wurde die Arbeit wieder begonnen. Einzelne Trams lausen ivieder. Di« ?:i-i;rn 11 gsmiItelprc-isc sind niedriger als vor der Belagerung: Die Wasserleitung ist noch nicht iviederherg-cistellt. Allan behilft sich mit Pumpe»wasier, jedoch ist das Lettin,gsn-ctz siir Basier un- beschädigt. An de» Wasserwerken in Wac-lhen, wird eifrig gearbeitet. Alles gehe in Anttverpcn so gemütlich zu, als ob es als belgische Siadt eingeschia-scn und als deutsche Garnison wieder erwacht sei. Die deutsche Verivaluing lasie der Stadtverwaltung voll, ständig freie Hand. Das belgische eilote Kreuz sorge für Obdachlose. An die Flüchtlinge wurden hcnie zehntausend Kilo Brat verteilt.
Alach der Anssage eines Stabsoffiziers ist cs gestern zu hestigen Gefechten zivischcn Ostcirde und Npern gekomnion. Binnen kurzem dürsten einige flämische Zeitungen ivieder erscheinen.
Ein englisches Unterseebot vernichtet.
Berlin, 10. Okt. IW. B. Amtlich.) Das englischr Unter- seelwot „E 3" ist am 18. Oktober, vormittags, in der deut» schen Bucht der Nordsee vernichtet worden.
Der stellvertretende Chef des Atzmiralstabsr v. B e f) n f e. ‘ '
Churchill demissioniert?
Berlin, 16. Okt. Tie Post schreibt: Wie die Zvit aus Loirdov berichtet, hat der erste Lord der engi,scheu Admivalitüt. Winston Churchill nach einer stürm,schc-n M.nisterratssitzu»>g seine Entlasinng -gegeben. Tie amtlich all-crding-s noch nicht bestätig-Ie Alachricht hat in der Bevölker-irng den besten Eindruck gemacht.
70 000 Russen bei Przemysl gefalle«».
Wie die Vossische Zeitung aus Wien zu berichten weiß, geben die Russen sicherem Vernehmen nach ihren Verlust de? dem Sturm aus Przemhsl, dcn sie durch Flatterminen rr- littcn haben, nicht aus 40 000, sondern 70 000 Mann an. Die russischen Zeitungen i» Lemberg habe» diese Nachricht ge- bracht. In Lemberg selbst haben die Oiussen weniger Schaden nngerichtet, als man anfänglich angenommen hat.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.
Verlag von Krumm Sc Cie, Gießen.
Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m.b.H., Offenbach a.M.
Mirsterunq
der nnausgebildeten Landstunnpflichtige».
Die Musterung und Ausihebung der in der Stadt Kietzen wohn hasten, nnausgebildeten Landsturmpslichtigen der Fahrgängc 1894 bis 1885 findet am 23. und 24. Oktober 1014
im Taalban Easö Leib jWalltorstratze Nr. 38> statt. Es haben sich zu itette»:
Am Freitag, den 24. Oktober 1614, vormittags 8 Ul,r, dir In dr» Jahren 1864 bis einschlieftlich 1888 geborene» Pflichtige», am Samstag, den 24. Oktober 1814, vormittags 8 Uhr. die in den Fahren 1887 bis einschl. 1885 geborene» Pflichtige».
Die in Frage kommenden unansgebildeten Landsturinpslichtig-en werden hiermit ausg-esvrdert, sich an den vvngenannte» Tagen rechi- zettig im Musternngislokal einznfinden. Besondere Ladungen «r- gethen nicht. Tic Psli-chdigeit müssen reinlich und ordentlich geklerdei erschcincn: die Landstnr»,scheine sind mitznbringen.
Wer durch Krankheit oder körperliche hieb reche,, am Erscheinen iin Musterungs-l-okal verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes, ärztliches Zeugnis rcchtzett-ig einznliesen.
Die von der Bail>ii, Post und Teleg-rapheiirerivaltn-ng als unabkömmlich bezeichiiete» Beamten und ständigen Arbeiler sind vvn der persönlichen Gestellniig in, Mnsterungsterm-i-ne besrelt: es genügt die Einsendung der Unabkönimlichlkeiitsbeschei-nigungen.
Wer sich der Grstrllniig entzieht, wird mit Frriheiisstrase von sechs Monaten bis z» fünf Fahren bestraft, es kann auch im Faste der Tauglichkeit sofortige Einstellung als »»sicherer Landsturmpflichtiger rrsolgen.
Gießen, de>« 17. Oktober 1914.
Ter Oberbürgermeister:
Keller.
2lrbeit für die Fraur««.
Viele Frauen und Mädchen unserer Stadt suchen Arbeit. Fch bitte die Eiietzener Frauen, z» helfen, daß sie sie erhalte». Auch die Frauenwelt mutz ain Fortbestand unseres Wirftchastslebens niitwirken und die Arbeitsgelegenheiten schassen, die sie »ach Lage der Verhältniffe bitten kann.
Wer ohne Not Dienstboten oder Saussranrn entläßt, wer falsche Sparsamkeit iibt, indem er notwendige Aufträge zurückhält oder nllr Näharbeiten selbst besorgt, dir tr sonst durch bezahlte Kräfte verrichten ließ, wer überhaupt z» jeder unentgeltlichen Arbeit bereit ist nnd dadurch dirjenigrn verdrängt, dir zu ihrem Unterhalte bezahlter Arbeit bedürfen, der schädigt die gejamte Volkswirt- jchast. Arbeitgeben ist die beste Form des Wohltnns.
Arbeitsgelegenheiten iverden zweckmäßig bei dem städtischen Alrbcitsn achweiö jAsterweg Nr. 9) gemeldet, der durch sachkundige Frauen unterstützt wird.
Ain gleicher Stelle wollen sich arbeitsuchende Frauen nnd Mädchen melden, insbesondere solche, die im Nahe», Stricke», Bügeln und Waschen geübt sind.
Gieße», de» 18. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeister.
Keller.
Wieseck.
3-ZiiMtt-Wchiiiiig
mit Garienanteil per sofort z» vermieten. Näheres:
Grabenstratzc:r.


