Ausgabe 
20.10.1914
 
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50 Mk., Entschädigung für Anfsichtsrat und Vorstund 640 Mark, Reservefonds LIM Mk., Spezial-Reservefonds 1146,62 Mark, zusammen 5737,42 Mk. Die hierauf für den Anf­sichtsrat vorgcnonimcnc Ersatztvahl ergab: A. Mann als Mit» glicd desselben, Kiel, Laudenbach und Strohwig als Ersatz­leute. Nach Erörterung einiger Anfragen »sw. schloß der Vorsitzende Vetters die Versammlung mit dem Wunsche, daß die Mitglieder auch fernerhin treu zu ihrer Genossenschaft halten möchten.

Erhöhung der Kommunalsteuern in Sicht? Aus Berlin löird gemeldet, daß wegen der gewaltigen Kriegslasten, der Kriegsunterstützungcn, der Mietszahlungen, der Steigerung der Ausgaben der Armenverwaltnng nsw. eine Erhöhung her Gemeindesteuern für das Rechnungsjahr 1015 wahr­scheinlich sei. Wenn die Erhöhung durch soziale Ausgaben verursacht wird, so werden die Vertreter der Arbeiterschaft in Berlin wie in anderen Gemeinden, auch in Offenbach die Er­höhung, wie stets, gern bewilligen. Sic werden aber ebenso verlangen müssen, daß endlich der Staat auch einmal finanziell helfend eingreift und nicht alle Last und Arbeit den Kommunen aufbürdet.

Gefallene bta (Siegeltet Regiments. Als gefallen vom In-

sankerie-Regimettt 110 werden weiter bekannt: Reservist Alex

Joseph, aus Rübding-shaus«,,. Seinr. Schäfer, ans Kietzen. IIiitoff. Jakob Rosenbaum aus Kietzen. Untoff. Adam Wicke, aus Ruttershausen.

Liebesgaben für die 116er. Wie uns der Oberbürgermeister mitteilt, ist es gelungen, die Liebesgaben, die von der Stadt Kietzen, dein Zweigverein vom Roten Kreuz Kietzen und deni Verein ehe­maliger 116er zu Kietzen am 8. ds. Mts. abgingen, den Truppen bis unmittelbar an die Front zu bringen. Tie reichen Kaben wur­den dem aktive» Regiment 116 am 13. und dem Landwehr­regiment 116 am 15. ds. Mts. ausgehändigt und von den Truppen mit grotzer Begeisterung und Freude entgegengenommen. Tie Freude war umso grotzer, als diese Sendung nach Aussage der Truppen die erste» Liebesgaben waren, die sie aus der Heimat er­hielten. Tie Gietzener Herren, die den Transport mit Kraftwagen von der Etappenhauptstation zur Truppe bewirkten, überzeugten sich, batz die Stimmung und Zuversicht bei den Truppen die denkbar- beste ist. Auch dem Reserveregiment Liebesgaben zu verabfolgen, war an den genannten Tagen leider nicht möglich, da das Reserve­regiment unmittelbar vorher nach einer anderen Stelle des Kriegs­schauplatzes beordert worden war. Ta aber das Reserveregiment aus dem ersten Liebesgabenzug, der nur bis Vouzters gelangte. Gaben erhalten hat, sind nunmehr von Kietzen aus an alle Formationen des Regiments 116 Liebesgaben gelangt. Trotzdem blieben aber noch viele Wiinsche auf Zuteilung von warmem Unter­zeug unerfüllt. Die Konimandeure des Linien-, Reserve- und Land­wehr-Regiments haben teils mündlich, teils schriftlich den Ober- btirgernieister ersucht, den hochherzigen Spender» den herzlichsten Tank der Regimenter zum Ausdruck zu bringen. Ein ausführlicher Bericht über den Transport nach dem Kriegsschauplatz wird in Kürze erstattet und in unserem Blatte veröffentlicht werden.

Paket-Versendung a» die Truppen des 18. Armeekorps. Vom Postamt werden wir um Veröffentlichung des Nachstehenden ersucht: Für das 18. Armeekorps sind zwei Paketdepots ein­gerichtet worden mtd zwar in Frankfurt lMains und in D a r m st a d t. Fn der Zeit vom 16. bis 26. Oktober ist da­her im allqenieinen auf den Paketen für die hessische n Truppen­teile des 18. Armeekorps in der AufschriftPaketdepot Tarmstadt", für die preutzi scheu Truppenteile des 18. ArmeekorpsPaket- depot Franksnrtmaiu" anzugeben. Tie Anslieserung der Pakete, die das Höchstgewicht von 5 Kilogramm nicht überschreiten diirsen, erfolgt bei den Po staust alten ohne Paketkarte IPnkct- adressel gegen ein einheitliches Porto von 2.', Pfg. Fn Darm- stadt können die Pakete auch bei dem daselbst bestehenden Paket- bepot, soweit es zuständig, kostenlos ausgeliesert werden. Von den Paketdepots aus erfolgt die Beförderung der Pakete ins Feld durch die Militärbehörden. Tie Feldpost ist an der Beförderung nicht beteiligt. lieber Näheres gebe» die Ortspostan-stalten Auskunft.

Vom Gaswerk. Der jetzt vorliegende Rechitiingsobschlutz weist einen Reingewinn für 1613/14 von 126666, gegenüber 112622 Akark im Vorjahre nach. Tie Mehrproduktion an Gas im letzten Fahr beträgt 111676 Kubikmeter, wosiir eine Mehreinnahme von 15656 Mark erzielt wurde. Tie Mehreinnahine der gesamten Produktion des Werkes beziffert sich allerdings ans 17 866 Mk. gegenüber den angenommenen Zahlen des Vvranschlags auf 26 566 Mark. Das Kaswark ist z. Z. auf 56 Monate mit Kohlen ver­sorgt, trotz der starken Nachfrage nach Koaks in den letzte» Wochen, ivird die Gewimmirg dieses Produkts beim Gaswerk den Bedarf unserer Bevölkerung den Winter hindurch reichlich decke» können. Fin lausende» Rechnungsjahr ist der Gasverbrauch wieder ganz er­heblich eggeniiber dem Vorjahre gestiegen.

Ter erste Turko ist als Verwundeter ii» Karnisonlazarett angekonimen. Ter aus Algier gebürtige Alaun spricht nur arabisch und würde sich kaum verständlich machen können, wenn nicht ein im gleichen Lazarett bebanbeiter französischer Offizier dessen Mutter­sprache beherrscht nnd den Aerztcn gegenüber don Toimettcherdienft ansüben konnte. Ter Chefarzt des Lazaretts, Professor Tr. Wal­ter, hat einen Pariser Theatersviseur, der ebensalls verivundet nach Kietzen kam und an her Tentich, Französisch, Englisch und Ftaiienisch beherrscht, zum Lazarettgehilfe» ausgebilbet, um ein Mittel zu Imbeii, sich während des Krieges mit den Patienten »nterhaiten und ihre Wiinsche enbgegennehnieii zu können.

Vergebung von Arbeiten an die Handwerker. Wir erhalten folgende Zuschrift: Fn Fhrem geschätzten Blatte Nr. 241 brachten Sie einen Artikel, welcher die Verteilung der Kriegsarbeiten, be­sonders in den Kreisen der Handwerker, behandelte. Eine der­artige Vergebung ist gewitz siir die kleinen Handwerker, welche eben ganz besonders um ihre Erislenz kämpfen »lüsten, von grotzer Wichtigkeit. Fch will es daher nicht Unterlasten, einmal ans die Vergebung der Arbeiten bei den hiesigen Baracken für Gesangene ganz besonders aufmerksam zu machen. Wie so allmählich durch­sickert, sind so von einzelnen Handwerksmeistern derartige Preise abgegeben, datz es bester wäre, sie würden überhaupt eine derartige Arbeit nicht Übernehmen. Es handelt sich hier um einen grotzen Posten etwa 176 Stück starke Holztüren zu beschlagen. Wenn hier die Bauleitung von dieser großen Menge Arbeiten die Ver­teilung unter die hiesigen Schlostermeister vornimmt, so könnte den gesamten Gietzener Schlostermeistern bei der herrschenden Arbeits­losigkeit immerhin etwas geholfen werden und sie hätten nicht nötig, ihre Keselle». die sie schon jahrelang beschäftigen, zu entlasten. Hoffentlich wird auch mein ösfentlicher Aufruf, in Kietzen die frag­lichen Kriegsarbeiten unter die hiesigen Handwerker zu verteilen, auf ftuchtbaren Boden fallen, zumal die Handwerkskammer in ihrer Fachzeitschrift dies erstrebt.

Ein Gietzener Schlostermeister S Opferwillige Patrioten. Von dem Wesen des Patriotismus nnd der Wohltätigkeit haben manche Menschen recht sonderbare Vor­stellungen. TaS ist nichts Neues, aber die jetzige Zeit, in der alles in Wohltätigkeit macht", liefert dafür besonders charakteristische Beispiele. Ein recht krasser Fall der zweckmatzigen Verbindung von Patriotismus. Geschäft und Wohltätigkeit wurde in der letzten Sitzung der Leipziger Handelskammer erwähnt, wie unser dortiges Parteiblatt berichtet. Tort beschäftigte man sich mit den Preisen für Lebensmittel, und bei dieser Gelegenheit wurden heftige An- klaaen gegen die Landwirte erhoben, datz sie siir verlch,ebene Lebens­mittel speziell für Hülsenfrüchte,Wucherpreise" forderten. Ein Großhändler berichtete, datz er kürzlich gezwungen war, einen Bvkten Erbsen zu taufen. Der Gutsbesitzer, mit dem er deswegen unterhandelte, erklärte ihm rundweg, datz er die Tonne Erbsen nicht

unter 600 Mark verkaufen könne, obgleich für bas gleiche Quantum wenige Wochen zuvor 220 bis 256 Mark bezahlt morden waren. Und warum verlangte der biedere Landwirt diesen enorm hohen Preis für die jetzt jo nötig gebrauchten Hiilsensriichte, die man immerdas Fleisch der Armen" nennt'? Er habe so er­klärte er den, Händler die Absicht, für ein ganzes Regiment Decken zuschenken" und da miisie er eben auchetwas verdienen". Das ist sicher eine recht praktische Form derWohltätigkeit". Zwar soll »ach einem alten christlichen Grundsatz bei Wühltätig­keitshandlungen die Linke nicht wissen, was die Rechte tut. Aber für derartige veraltete Gebote hat diese Sorte Wohltäter kein Verständnis. Bei ihnen mutz die Wohltätigkeit schon im voraus Zinsen trage». Erst das Geschäft, dann dieWohltätigkeit" und dann die verdiente, lobende ösfentliche Anerkenn,,ng für die opferjrendige, patriotische" Handlung.

Lohndrückerei. Mit Bezug aus den in der Freitags»,,mine­erschienenen Artikel wird »ns mitgeteilt: Es ist richtig, datz ans GrubeFernie" siir die Arbeit unter Tage jetzt 56 Pfg. durch­schnittlich weniger Stunbenlohn bezahlt wird, als vor dem Kriege. Nur wenige Arbeiter sind von der Lohnreduktion nicht betroffen worden. Warum diese Lohnherabsebungen? Die Preise der Erze sind doch eher gestiegen als gefallen und Mangel an Absatz kann auch nicht vorhanden sein. Mit einem Wort, es liegt keine Ver- anlastuiig zur Herabsetzung der Arbeiterlöhne vor. Diese wird umso härter empfunden, als die Lebensmittel täglich im Preise steigen und so die Lage der Arbeiter immer bedrängter wird.

Wegweiser durch dir Reichsversicherungsordnung. Allen, die sich mit der Reichsversicherungsorkmung beschäftigen müssen, ist die Buchhandlung Vorwärts, Berlin, bisher schon mit ihren Führern durch dir verschiedenen Versichermigszweige an die Hand gegangen. Jetzt bietet sie denen, die in das ganze umfang­reiche Gesetz eing-esührt werde» nwllcn, einen Wegweiser dar, der sicher sehr willkommen sein wird. Er ist aus der Führersammlung hervorgegangen, ist aber doch alles andere als eine bloße Anein­anderreihung der erschienenen Führer. Durch systematische Bcar- l-citung des ganzen Materials ist ein ganz neues Berk entstanden, das in übersichtlicher Weife den gewaltigen Gesetzesstofs ansrolli und vielfach an Urteilen der höchsten Instanzen erläutert. Datz auch die kaiserlichen Verordnungen über das Verfahren vor dom Verstchernngsantt, dem Ober-ich dem Netchsversicherniigsamt in vollen. Umfang znm Abdruck gelangten, wird namentlich den Ver­sichertenvertretern antzerordentlich willkommen sein, wie anderer­seits die zahlreichen Fvrmniare fiir Klagen und Eingaben de» Ver­sicherten und ihren Ratgebern gute Dienste leisten werden. Ton, gut ausgestatteten über 466 Setten starken aber sehr haichlichen Bändchen, sind auch, den gegenwärtigen Verhältnissen Rechnung tragend, die Kriegsnotgesetze und eine Erläuterung derselben bei- gesngt. soweit sie die Rcichsversicherungsordnnng betreffen. Tos Auch ist zu empfohlen. Ter Preis des handlichen und gut ge­bundenen Bandes betragt 1,75 Mark. Zu beziehen ist der Weg­weiser durch die Parteibuchhandlung.

Wie lange dauert die Dienstzeit nach de», Kriege? lieber die Anrechnung der Dienstzeit ivährend des Krieges sind allerlei un­richtige Anschauungen vorhanden. Insbesondere betressen sic die doppelte Anrechnung" der Kriegszeit und di« Dienstzeit der Frei­willigen. Es wird darum eine amtliche Aufklärung intevoisiercn: Bei denFreiwilligen" ist es zu unterscheiden zwischen Militär­pflichtigen, die sich freiwillig ans Ansatz dos Krieges gestellt haben, nnd zwischen den Freiwilligen, die nicht mehr militärpflichtig sind. Dazu kommen noch, die E inj ich rig-Frei wi lligen. Die Freiivilligen, die bereits jetzt militärpflichtig sind, werden »ach Beendigung des Kreges bis zur Ableistung ihrer gesetzliche» Dienstzeit zn-riickbehal- ten, also Einjährig-Freiwillige siir insgesamt ein Fahr, die übrigen, je »ach der Basftngaitting. zivei bis drei Fahre. Tie znn, Ein­jährig-Frei,villige» dienst Berechtigten, die mit ihrer Fahresklosie znm Dienst herangezogen wurde», also nicht freiwillig eingetreten sind, treten sofern sie «s wünschen bei Auslösung der Ersatz- tlnppcnteiie inieder in den Eienntz der ihnen bewilligten vorläufigen Zurückstellung. Die als Kriegsfreiwillige eingietrctonvn Manin schäften ohne Berechligungsscheiu können ihre aktive Dienstzeit von zwei oder drei Fahren an die Denivbi-Iniachung anschlietzend be­enden: desgleichen auch die mit Berechtigungsschein zum Einiährig- Freiwilligcndienst versehene Kriegsfreiwillige,, ihre aktive Dienst- zeit von einem Fahre. Tic bereits abgeleistote Dienstzeit gelaugt bei allen vor Ableistung der gesetzlichen Dienstpflicht Entlassenen bei ettvatger späterer Wiedereinstellung zur Anrechnung. Fm all­gemeinen werde» die Kriegsfreiwilligen nur auf Kriegsdaiier an- genoimnei, und bei der Teniobttniachung oder bei der Auflösung der betressendeu Trupvontei'le nsw. zur Verfügung der Ersatzbehörden entlassen. lieber die doppelte Anrechnung der Kriegs,zeit läßt sich Mitteilen, datz es sich dabei nicht um eine Anrechnung der Dienst­zeit selbst haiidelt. d. h. die Dienstzeit wird durch de» Krieg verkürzt. Diese doppelte Berechnung trilt nur in Kraft bei Festsetzung des Dienstalters, bei Anstclluitg bei Berochnuug dos Gehaltes nsw.

Westerwald und Nnterlahn.

z. Opfer des Bergbaues. Ans der Grube Sahlgrunü bei Her- born, welche der Firma Grlin gehört, verunglückten am Samstag die Hauer Fakob Hermann nnd Ferdinand Stei, big töd- l i ch. Letzterer ivar sofort tot, ivährend Hermann ans dem Trans­port »ach Hause verstarb. Das Unglück wurde durch Znbrnchgehen des Abbaues veranlaßt. Von den Bergarbeitern- wird die Meinung ausgesprochen, daß durch besiere Löhn« viel zur Vermeidung von llngliicksfällen bcigetragen würde. Das ist allerdings eine alte Erfahrung: wenn die Löhne iriedrig stehen, so wird »attirlich den Sicherheitsvorkchr-u-ngcn wenig Beachtung geschenkt und um keine Zeit zu verlieren, oft gegen die Regeln des Bergbaues gesündigt.

Telegramme.

TlWsbmcht des ßnjjti -Mchlmtim.

Aiigriffsversuch bei Lille zurückgewiesen. Im Osten unverändert.

YV. B. Großes Hauptquartier, 10. Okt. mittags. <Ai»t- lich.) Angriffsversuche des Feindes in der Gegend westlich und nordwestlich von Lille wurden von unseren Truppen unter starken Verlusten für die Gegner zurückgewiesen.

Auf dem ö st l i ch e n Kriegsschauplatz ist die Lage un­verändert.

Auf dem Marsche nach Dünkirchen.

(Letzte Meldung.)

Rotterdam, 10. ©ft. (SB. B. Nichtamtlich.) Der Kriegskorrespondent des Nieuwe Rotterdamsche Courant meldet: Das deutsche Heer, das Antwerpen belagert hat, mar­schiert ans verschiedenen Straßen in der Richtung nach Dün­kirchen, das von den Franzosen besetzt und befestigt ist. Süd­lich von Dünkirchen befindet sich eine belgische Armee, deren Ueberbleibsel am Donnerstag angekommen waren. Der Ab- zug glich einer Flucht; sie war ohne jede Verbindung mit dem Teile der Armee, der vor der Besetzung Antwerpens nach Ostende entkommen und nach Boulognc verschifft worden ist. Dieser sollte dort reorganisiert werden, um an den Kämpfen ans dem französischen linken Flügel teilzunehmen. Dir- muydcn, wo sich französische Seesoldaten zur Deckung des

belgischen Abzuges befänden, ist wahrscheinlich gestern räumt worden. Südlich von Dünkirchen nnd Boulogne stehen sehr starke französische Truppenabteilungen.

Ein Eefccht bei Nienwpoovt.

Amsterdam, 10. Okt. (Etr. Frkft.) Ein heftiges Gefecht ist im Gange bei Nicuwpoort, südlich von Ostende.

Das erwachende Leben in Antwerpen.

Amsterdam, 16 . Otk. lCtr. Frkft.) Nicuive Notterdanujche

Courant meldet aus Antwerpen: Heute sind zehnmal sa viel Läden geöffnet wie gestern. ?ln der Eiasf-abrik wurde die Arbeit wieder begonnen. Einzelne Trams lausen ivieder. Di« ?:i-i;rn 11 gsmiItelprc-isc sind niedriger als vor der Belagerung: Die Wasserleitung ist noch nicht iviederherg-cistellt. Allan behilft sich mit Pumpe»wasier, jedoch ist das Lettin,gsn-ctz siir Basier un- beschädigt. An de» Wasserwerken in Wac-lhen, wird eifrig gear­beitet. Alles gehe in Anttverpcn so gemütlich zu, als ob es als belgische Siadt eingeschia-scn und als deutsche Garnison wieder er­wacht sei. Die deutsche Verivaluing lasie der Stadtverwaltung voll, ständig freie Hand. Das belgische eilote Kreuz sorge für Obdachlose. An die Flüchtlinge wurden hcnie zehntausend Kilo Brat verteilt.

Alach der Anssage eines Stabsoffiziers ist cs gestern zu hestigen Gefechten zivischcn Ostcirde und Npern gekomnion. Binnen kurzem dürsten einige flämische Zeitungen ivieder erscheinen.

Ein englisches Unterseebot vernichtet.

Berlin, 10. Okt. IW. B. Amtlich.) Das englischr Unter- seelwotE 3" ist am 18. Oktober, vormittags, in der deut» schen Bucht der Nordsee vernichtet worden.

Der stellvertretende Chef des Atzmiralstabsr v. B e f) n f e. '

Churchill demissioniert?

Berlin, 16. Okt. Tie Post schreibt: Wie die Zvit aus Loirdov berichtet, hat der erste Lord der engi,scheu Admivalitüt. Winston Churchill nach einer stürm,schc-n M.nisterratssitzu»>g seine Entlasinng -gegeben. Tie amtlich all-crding-s noch nicht bestätig-Ie Alachricht hat in der Bevölker-irng den besten Eindruck gemacht.

70 000 Russen bei Przemysl gefalle«».

Wie die Vossische Zeitung aus Wien zu berichten weiß, geben die Russen sicherem Vernehmen nach ihren Verlust de? dem Sturm aus Przemhsl, dcn sie durch Flatterminen rr- littcn haben, nicht aus 40 000, sondern 70 000 Mann an. Die russischen Zeitungen i» Lemberg habe» diese Nachricht ge- bracht. In Lemberg selbst haben die Oiussen weniger Schaden nngerichtet, als man anfänglich angenommen hat.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters, Gießen.

Verlag von Krumm Sc Cie, Gießen.

Druck: Verlag Offenbacher Abendblatt, G. m.b.H., Offenbach a.M.

Mirsterunq

der nnausgebildeten Landstunnpflichtige».

Die Musterung und Ausihebung der in der Stadt Kietzen wohn hasten, nnausgebildeten Landsturmpslichtigen der Fahrgängc 1894 bis 1885 findet am 23. und 24. Oktober 1014

im Taalban Easö Leib jWalltorstratze Nr. 38> statt. Es haben sich zu itette»:

Am Freitag, den 24. Oktober 1614, vormittags 8 Ul,r, dir In dr» Jahren 1864 bis einschlieftlich 1888 geborene» Pflichtige», am Samstag, den 24. Oktober 1814, vormittags 8 Uhr. die in den Fahren 1887 bis einschl. 1885 geborene» Pflichtige».

Die in Frage kommenden unansgebildeten Landsturinpslichtig-en werden hiermit ausg-esvrdert, sich an den vvngenannte» Tagen rechi- zettig im Musternngislokal einznfinden. Besondere Ladungen «r- gethen nicht. Tic Psli-chdigeit müssen reinlich und ordentlich geklerdei erschcincn: die Landstnr»,scheine sind mitznbringen.

Wer durch Krankheit oder körperliche hieb reche,, am Erscheinen iin Musterungs-l-okal verhindert ist, hat mir ein beglaubigtes, ärzt­liches Zeugnis rcchtzett-ig einznliesen.

Die von der Bail>ii, Post und Teleg-rapheiirerivaltn-ng als un­abkömmlich bezeichiiete» Beamten und ständigen Arbeiler sind vvn der persönlichen Gestellniig in, Mnsterungsterm-i-ne besrelt: es ge­nügt die Einsendung der Unabkönimlichlkeiitsbeschei-nigungen.

Wer sich der Grstrllniig entzieht, wird mit Frriheiisstrase von sechs Monaten bis z» fünf Fahren bestraft, es kann auch im Faste der Tauglichkeit sofortige Einstellung als »»sicherer Landsturm­pflichtiger rrsolgen.

Gießen, de>« 17. Oktober 1914.

Ter Oberbürgermeister:

Keller.

2lrbeit für die Fraur««.

Viele Frauen und Mädchen unserer Stadt suchen Arbeit. Fch bitte die Eiietzener Frauen, z» helfen, daß sie sie erhalte». Auch die Frauenwelt mutz ain Fortbestand unseres Wirftchastslebens niitwirken und die Arbeitsgelegenheiten schassen, die sie »ach Lage der Verhältniffe bitten kann.

Wer ohne Not Dienstboten oder Saussranrn entläßt, wer falsche Sparsamkeit iibt, indem er notwendige Aufträge zurückhält oder nllr Näharbeiten selbst besorgt, dir tr sonst durch bezahlte Kräfte verrichten ließ, wer überhaupt z» jeder unentgeltlichen Ar­beit bereit ist nnd dadurch dirjenigrn verdrängt, dir zu ihrem Unter­halte bezahlter Arbeit bedürfen, der schädigt die gejamte Volkswirt- jchast. Arbeitgeben ist die beste Form des Wohltnns.

Arbeitsgelegenheiten iverden zweckmäßig bei dem städtischen Alrbcitsn achweiö jAsterweg Nr. 9) gemeldet, der durch sachkundige Frauen unterstützt wird.

Ain gleicher Stelle wollen sich arbeitsuchende Frauen nnd Mädchen melden, insbesondere solche, die im Nahe», Stricke», Bügeln und Waschen geübt sind.

Gieße», de» 18. Oktober 1914.

Der Oberbürgermeister.

Keller.

Wieseck.

3-ZiiMtt-Wchiiiiig

mit Garienanteil per sofort z» ver­mieten. Näheres:

Grabenstratzc:r.