Im russischen Heere Dienst Ult, kottimt, vom Hunger aetneben, eben- salls zw» Lagerplatz, um für sich und ihre drei Kinder etwas E s s c i, erbitten. To die Frau leidlich Deutsch spricht, ist sie im Gegensatz zu den polnischen im Vorteil. Erst recht bescheiden im Hintergrund stehend, kann sic aber Esse» nicht erl>alrc». bis ich eines Tages vom Fenster meiner Stube dies bemerke. Fch weis« nun ümge Leute meiner Korporalschast an, dieser Fra» das iibrige Essen ZU geben.
Hocherfreut über das Erhaltene, bittet die Frau auch um Eleb (Brot) für die Kinder. Und um ja das Brot für die hungernd«, Kinder zu erhalten, bot sie uns schüchtern ihren Körper an. Sie sei schon viel« Tage lang ohn« Brot und l>abc sich und die Kinder lö, 3 mid 1 Fahr) nur noch, von Kartoffeln und Salz genährt: diese seien nun auch all«: jetzt fei ihr alles gleich. Aus die Frage, ob sic denn nichts von der russischen Negierung erhalten werde, hatte die Frau mir ein verzweifeltes Lächeln und Kopf- schtitteln.
Ich habe mich aber über mein« Leute gefreut. Aue-nahmdlos lehntenfieesab, ,Xyr Brot für etioaS anderes als ein „Danke schön!" zu geben. Der Frau wurde bedeutet, das; wir auch alle Frau und Kinder in der Heimat liehen, die wir wieder ehrbar on- tressen wollten, wen;; uns ein Wiedersehen beschieden ist.
Schon feit reichlich zwei Wochen beköstigen wir nun die arm« Frau mit ihren drei Würmchen mit Brot und übrigem Essen und können von ihrem ahmingslosen Ehemann eines Tages «ine Kugel als Dank empsangen. Das ist eben der Krieg! . . .
Beurlaubung der zum Dienst ei,»gezogenen Neichstagsabgcorvttetcn.
Das Reichsamt des Innern hat Leu Präsidenten des Reichstags ersucht, «in Verzeichnis der zw» Heeresdienst einberusenen Reichs- tagSabgeordneteu einzureichcn. Die in Frage kommenden Abgeord- neten sollen von ihren Truppenteilen beurlaubt werden, um an den Verhandlungen des Reichstags, der bis zum 24, November vertagt ist, teilnehmen zu können.
Wieder ein englischer Kreuzer in den Grund gebohrt.
W. B. Berlin, 17. Okt. Aus London wird amtlich von der Admiralität unter dein 16. Oktober gemeldet: Am 15. Oktbr. nachmittags wurde der englische Kreuzer Hawkc in der nördliche» Nordsee durch einen Torpedoschutz eines Unterseeboots zum Sinken gebracht. 1 Offizier und 43 Mann wurden gerettet und in Aberdeen gelandet. Etwa 350 Mann werden dcrmitzt. Zu gleicher Zeit wurde der Kreuzer Thescus angc- grisse», aber ohne Ersolg.
Wie dem W. B. hierzu von deutscher amtlicher Seite gemeldet wird, liegt eine Bestätigung der Nachricht dcntschcr- jeits noch nicht vor.
Die Kämpfe in Belgien.
Rotterdam, 17. Okt. Als die deutschen Truppen sich Ostende näherten, waren die englischen Truppen schon teilweise cingeschifft, teilweise nach dem Süden abgefahren. Die Ucbcrreste der belgischen Armee waren nach Südwcsten ab- marschiert. In der Nähe der brabantischen Grenze per- suchen immer noch vereinzelte belgische Abteilungen die Deutschen zu belästigen. Gestern sind zwei solcher Truppen über die Grenze getrieben und interniert worden.
Ein weiteres Telegramm aus Rotterdam besagt, daß englische Kriegsschiffe in der Nordsee auf der Höhe von Ostende kreuzen. In der Nacht zum Dienstag zogen 30 000 belgische Soldaten in einer Entfernung von einigen Kilometern an Ostende in südwestlicher Richtung vorbei.
30009 gefangene Belgier in Holland.
Amstcrdam, 17. Okt. In Vlissingcn trafen wiederum 200 internierte belgische Soldaten, darunter 23 Verwundete, in Dordrccht 100 internierte Belgier mit Pferden ein. Professor Kohnstamm, der an der Grenze war, um bei der Unterbringung der Flüchtlinge behilflich z» sein, teilte dem Nicuwe Rottcrdamsche Courant mit, daß im ganzen 30 000 belgische Soldaten interniert wurden.
Die Engländer „Helsen" den Belgiern.
In einem Bericht des Berliner Tageblatts aus dcni Groben Hauptquartier wird gesagt: In der jetzigen Lage ist Belgien nur noch ein geographischer Begriff. England soll aber für Belgien ein neues Territorium geschaffen nnd der belgischen Regierung die Insel Guernsey für die Tauer des Krieges abgetreten haben. Der König selber soll nach London geflohen sein.
Die Kämpfe um Belfort.
Eine Züricher Depesche der Kölnischen Zeitung will versichern können, daß gegen die von den Franzosen östlich Bcl- sort vorgeschobenen Stellungen bereits am Dienstag schwere deutsche Mörser angesetzt wurden. Die Kämpfe waren sehr heftig. Tje deutschen Truppen gewannen Boden, >venn auch nur schrittweise.
Nene rnfsi'che Niederlagen.
Wien, 1«. ctt, tNichlamtlich.) Amtlich wird verlautbart: 16. Oktober, mittags: Die Kämpfe an unserer ganzen Front von »tary-Sambro bis zur Zancmiiiidung dauerten auch gestern an. Fn der Marniaro..gegcv.d nahmen die den Feind verfolgenden eigenen Abteilungen Raho in Besitz. Fm Tale der schwarzen Bystrycha ziehe» sich die Russe», von unseren Truppen bei Rasailowa geschlagen, gegen Ziclona zurück.
Der stell». Ehcs des Gcncraijtabs: v. Höfcr, Generalmajor.
Die Operationen vor Warschau.
Tie Kölnische Zeitung veröffentlicht ein Wiener Tele- gramm, wonach nach den neuesten russischen Schlappen die Einschließung Warschaus als nahe bevorstehend und eine Umfassung der russischen Flanke als möglich bezeichnet wird.
Zur Vernichtung des russischen Kreuzers.
Der Eorricre della Sera erhält aus Peiersbnra folgende Rachut: Mit dem Kreuzer Palla da, der von einem deutschen Unter- lrrbeote in de» Grund gebohrt wurde, sanken 56ö Mann. Bon der ganzen Besatzung blieben nur 7 Matrosen und ein Mechaniker, die Nh an Bord befanden, am Leben. Tie den ischen Unicrsecbooie ^svsen heldcmnükig eine ganze russische Krenzerdtoisson an. Das sank mit grober Schnelligkeit. Techniker behaupten, der ,ci 0011 vielen Torpedobooten getroffen, da ein einziges die Zalludo nicht hätte in den Grund bohren können.
e.as Unterseeboot, das den russischen Kreuzer zum Sinken arachte, ist „U 26". Wie die Tanziger ?teucstcn Nachrichten inelden, >«t di« Besatzung sür diese ivaekre Heldentat das Eiserne Kreuz et- iianen.
Das Los der Finnländer.
Aus Helsingför wird gemeldet: Die Erregung der Finn- länder über die brutale Rufs entzerr schaft wächst
täglich. Neuerdings rief die Einführung einer st r e n g e n Z e n sur, die sich nicht allein ans den Bricfvcrkehr mit dem Auslande, wie Rußland, erstreckt, sondern auch auf den Land- Verkehr ausgedehnt wurde, Mißstimmung hervor. Ter Urheber der drakonischen Maßnahmen soll der Gencralgouver- neur sein, der immer unbeliebter wird. Er hat seit Kriegs- beginn die russischen Gendarmen mit fast unbegrenzten Rechten ausgcstattet.
Kein dc,risches Fricdcnsbegehre»».
Tic Kölnische Zeitung bringt ein Telegramm aus Berlin, in dem gegenüber einem Artikel des TempS vom 29. September, der behauptete, die deutsche Retgcrung habe Wilson de» Gedanken einer Vermittlung eingcgeben. scstgestcllt wird, datz die erwähnte Anregung Wilsons ihm in keiner Weise von deutscher Seite nahcgclegt worden sei. Tic deutsche Regierung, überzeugt von den guten Absichten des Präsidcnlcn. habe ihm ihre» Tank sür seine Bemühungen ausgesprochen, aber daraus hingcwicse», daß England sich wiederholt dagin ausgesprochen habe, cs werde den Krieg biß zum Acutzcrstc» fortsetzcn. Sie wolle im übrige» keine» Zweifel darüber lasse», das; das deutsche Volk, datz solche Opfer gebracht, nur eine» ,,rieben annchmc» kann, der ihm Bürgschaften für seine Sicherheit t» der Zukunft gibt und cs vor neuen licbersällc» schützt. Die vom TempS angeführten Bedingungen sind eine dem Bedürfnisse der Selbsttäuschung entsprungene Erfindung.
Das amerikarrische Geschäft.
WTB. Washington, 10. Okt. (Nichtamtlich.) F» Beantwortung von Anfragen erklärte der stellvertretende Staatssekretär, die Bürger der Vereinigten Staaten sollten aus eigene Gefahr beliebig alles, selbst Konterbande, den Kriegführenden vcrkanscn. ES sei Sache der fremden Völker, solche Vcrschissungcn sür die Feinde zu verhindern, jedoch nicht Pflicht der Neutralen, solchen Ver- schissungen vorzubeugen.
Tödlicher Flicgcrabsturz.
Rathenow, 17. Okt. F» der Nähe des Bismarck-Denkmals aus dem hiesigen Weinberge stürzte gestern nachmittag ein Flugzeug mit zwei Ilntcrofsizieren. anschcincnb infolge MotordcfcktS, ab. Tic Flieger kanicn von Töberitz. Ein Flieger wurde getötet, der andere schwer verletzt und nach dem Garnisonlazarctt gebracht.
Der russische Rückzug aus Galizien.
13 00V Gefangene.
W. B. Wien, 17. Oktbr. Amtlich wird veclautbart vom 17. Oktober mittags: Sowohl die in der Linie Stary-Saubor Medyka und am San entbrannte Schlacht als auch unsere Operationen gegen den Djnstr nehmen einen guten Verlauf. Nördlich Wyszkow wurden die Russen abermals angegriffen und geworfen. Bei Synowucko forcierten unsere Truppen den Stryj-Fluß. gewannen die Höhen nördlich des Ortes und nahmen die Verfolgung des Feindes auf. Ebenso gelangten die Höhen nördlich von Podbnz und südöstlich Starq-Sau- bor nach hartnäckigen Kämpfen in unseren Besitz. Auch nördlich des Strwiaz-Flufses schreitet unser Angriff vorwärts. Nördlich von Przemyfl beginnen wir bereits auf dem östlichen San-llfcr festen Fuß zu fassen. Die Zahl der während unserer jetzigen Offensive gemachten Gefangenen läßt sich natürlich noch nicht übersehen. Nach den bisherigen Meldungen sind es schon mehr als 13000.
Der Stellvertreter des Chefs des Eeneralstabs o. Höfer, Generalmajor.
Ein russisch-türkischer Zusammenstoff?
Berlin, 17. Oktbr. Aus Sofia wird der Voss. Ztg. berichtet: Meldungen aus Varna besagen, daß gestern Vormittag dort ein starker Kanonendonner aus der Richtung Conftantza hörbar war; auch heute vernahm man den Donner großer Kanonen von der Seeseite her. Man vermutet, daß es zu Zusammenstößen zwischen russischen und türkischen Kriegsschiffen gekommen ist.
England muff Trnppen nach Indien Wersen!
Konstantinopel, 17. Oktober. (Ctr. Bln.j Rach zuverlässigen Informationen passierten am 7. Oktober drei aktive Bataillone von Malta den Suezkanal auf dem Wege nach Indien. Diese Tatsache deutet darauf hin, daß in Indien die Bedrängnis der Engländer zunimmt.
Mus; Portugal eingreisen?
Bordeaux, 16. Oktober. (Ctr. Frkft.) Nach einer Meldung der Agence Haoas kündigte ein heute Abend ange- kommenes Telegramm aus Lisiabon an, daß England die bewaffnete Hilfe Portugals im Kriege gefordert habe. Die portugiesische Regierung sei der Aufforderung gefolgt, werde aber das Parlament einberufen, das ohne weiteres die Teilnahme Portugals am Kriege billigen werde. In Lissabon und anderen Städten habe diese Nachricht große Begeistemng hervorgerufen.
Hessen und Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
— Tic Kartoffel-Preistreiberei. Am Samstag waren auf dein Wochenmarkte wieder nur einige Wagen Kartoffeln angesahren, die natürlich sofort Käufer fanden. Trotz festgesetzter Höchstpreise wurden höhere Preise gefordert und auch bezahlt. Andere Schlaumeier von den Verkäufern halfen sich damit, daß sie zwar den Doppelzentner für 6 Mark ab- gaben, aber für das „Anfahren" ans Haus crtra 80 Pfg. ja sogar 1 Mark pro Malter berechneten. Wie man sieht, wissen sich die Landwirte zu helfen. Aber ob in dieser oder anderer Weise die Preise in die Höhe getrieben werden — die Konsumenten haben auf alle Fälle zu büßen und cs muß wiederholt die ganz entschiedene Forderung erhoben werden, daß von den Behörden energische Maßnahmen gegen den Wucher ergriffen werden, der mit dem wichtigsten Lebensmittel getrieben wird.
Kartosscl-Höchstprcisc in Tnrmstadt. Der Obcrbürger- nicister der Stadt Darmstadt hat nunmehr auch einen Höchstpreis für Kartoffeln festgesetzt und teilt mit, daß er nach der Anhörung von Sachverständigen der Preis für auserlesene Spcisckartoffeln frei Keller im Einzolvcrkauf je nach der Sorte höchstens 6 Mark bis 7,50 Mk. das Malter (100 Kilo) kokten dürfe. In Waggonladung bezogen, bei weniger sorg-
faltigem Auslesen, sind niedrigere Preise am Platze. Bei Der-' kauf in einzelnen Pfunden auf deni Markt ist ein Verkauf zu höchstens 7 bis 8 Pfennig gerechtfertigt. Wer diese Preise überschreitet, oder für geringere Sorten die höchsten Preise verlangt, macht sich der Uebcrsordcrung schuldig und wird unnaibsichtlich zur Verantwortung gezogen. — Nach unserer Ansicht sind diese Höchstpreise, die ja in der Praxis doch die Normalpreise werden, noch viel, viel zu hoch.
Arbeitsgelegenheit für stellenlose Haiidlungogchilsen. Im Gebiet der preußisch-hessischen Staatsciscnbahnverwalt- ung können stellungslose Handlungsgehilfen im Bedarfsfall.' aushilfsweise im Abscrtigungsdicnst beschäftigt werden. Falls sie nicht für den Betriebsdienst tauglich sind nnd als Dienstanfänger des unteren Dienstes angcnonimen werden können, soll ihre Venvendimg nur für die Tauer des Krieges erfolgen.
Wo bekommt man Nachrichten von Lriegogesangknen in England? Nach Mttcilimg der Berliner Botschaft der Vereinigten Ciaatcn ist die Adresse der Nachrichtenstelle für KrieaSgefangene sThe prisoncrd vs ivar insormation bnrean) in London 49 Wclling- tonstrccl, Strand. An diese Adresse können Briese für die dcnlschen. KriegSgesangeneii in England gerichtet werden.
X Staatsdarlchci, für die Landwirischast. Die Laiidlpfrt- 'chaslcdammcrn halte» die Vermittln»« von Staatsdarlchen a» solche Landwirte übernommen. di« ihre Viehbestände ergänzen wollen und gewisse Verpflichtungen zur Tnrchlstittniig des Viehes ei'NMthrii. Der preirtztsäze Minister sür Lank-wirtschaft fort einen größeren Kredit sür diese Zwecke zur Verfügung gestellt. Es Handel,t sich um zinslose Darlehen. Alle Hilfsmaßnahmen be- ziehett sich ans Rinder und Schirein«. aber nur ans Zucht- und Magervich. Alles Zucht- und Maigarvich, dessen Durchfüttermtg dem jctzigeiv Ütesitzcr nicht »iSglich ist, soll ander,, Ztichtcrn und Mastern, die hinorichonde Fultcrvorrätc haben, überwiesen werden. — Diese Mahn«Innen deuten darauf hin, das; von den Laiidivirlen seit dein Kriegsausbruch doch, in erhebliche,» Maße nicht schlachtreife Ware adgestvße». worden ist. An manchen Stellen wird da wohl weniger die Not, als das cigeire Fnkeressc mitgcsprochc» haben.
— Zerstörung und titerntchtung. Fn einem Feldpostbriefe eines
Parteigenossen und Kriegsteilnehmers au seine Frau, der tur Leipziger Partetdlatt vdrüffontlich-t wurde, heißt es u. o.t „In einer Spinnerei schreibe ich. Schon gestern lagen wir in einer solchen. Die Werte, die hier in Augenblicken vernichtet wcrdcn, bedürfe» sicher wieder jahrelanger ausbauender Arbeit. Dar- ist der Krieg! Auf imferom bcutigon Wege, der durch zerschossene Dörfer führte, läge,; l>crrt am lllairde Pferdekadaver, deren Kcrnch fürchterlich ivar.......selbst ist zerschossen im Zentrmn. Wein kannst
Du bckontmen, soviel Du willst. Wir parken eine Flasche von der besten Sorte in den Brotbeutel, dcim niorgen liabeii wir einen tüchtigen Marsch. ?bber die übrigen Lobonsmittel sind rar. Die Euuoohner lzolen sich joden Morgen zu einer besttinmteu Zeit «in Brat, das das deutsche Etappenkontmando auSgibt. Fn der Ferne hörst Du das rogelmätzige Bltm-Bnm der Kanonen. Fn Belgteti ist cs mit den Frankttereurs schlmmner wie in Frankreich. Tic schlimmsten biegenden sind die tikdustricllen. Fch sprach mit den
Bejatzuilgstruppen in.......und sie erklärte» mir eiitinütig,
das; die Fnduftrivgegenden die schlimmsten sind. Hier ist die Be» Völkernng viel erbitterter wie aus dem flachen Lande, weil ihr jede Ledensmäglichteit fehlt. Kein literdienst, di« Fabriken still- gclcgt. — Du kannst Dich wohl in die Psyche des Fndustricarbeiters versetzen. Tie Städte, die ivir passieren^ bieten iir der Regel ein Bild des Fammers und Elends. lNdge ein gütiges Eteschitk uns davor bewahren, daß die Furie des Krieges über unsere Fluren geht. Du kannst Dir keiinen Begvtsf von, Kriege mache». Die Frucht ans den Foldern ist teilweise gemüht und gebunden, sic rer« fault mit der auf dom Halme stehenden. Hier geht eine U ttin a s s c Nahrung zugrunde, dort darben die Massen. — Was ich als Sozialist empsurde, das kann ich Dir hier unter diesen Umstünden nicht schildern. — Gesäugen« Franzosen kannst Dir in Massen schon. ES ist oft rührend, wir sic sich gegenseitig stützen und sich zu holfon bemsiiht sind. — Die Menschlichkeit schwindet auch im .ltriegc nicht, und zivar nicht rur boi den Deutsche», sondern, auch bcinr „Feinde". Fu einer delgischen Stadt war ein Plakat angeschlagen, wo der Sanitätsoffizier bekannt macht, daß die Bevölkerung sehr freundlich gogcn Benvundete war und daß er um Schvnitng bitte."
— Technischer Fortschritt in der Landwirtschaft. Vom preußischen Landwirtschaftöministcr werben jetzt Erhebungen über die ?!otwendigkcit, M o t v r p s l ü g e einzustcllen, vorgcnommcn. Durch den Krieg sind der Landwirtschaft Arbeitskräfte entzogen worden, nicht nur Menschen, sonder» es fehlen auch Pflugpferdc, nnd so ist man gezwungen, zur Maschine zu greisen. Nach den Er- gcbnisscn des Landwirtschaftsministerö sollen mit der Motorpslug- zcngindustrie Vereinbarungen über die Ucberlassung von ?Notor- pslügen zu angemessenen Bedingungen gctrosfen werden. Neben seinen furchtbaren Wirkungen, die der .Krieg hcroorbringt, indem er Friedcnsarbeit zerstört, haben die Ereignisse aber auch andere Nebenerscheinungen mit sich gebracht. Fragen der soziale» und wirtschastlichcn Neuorganisation, die der Negierung bisher unlösbar erschienen, werde» nun mit einem Schlage praktisch möglich. Tie Landwirtschaft hat bisher technisch mit zurückgeblicbenci, Produktionsmittel» gearbeitet. Wohl haben die Techniker auch hier für den Landwirt Maschinen hergcstellt, die arbeitsparend find, die eine größere Produktivität der Arbeit möglich machen. Aber die Landwirtschaft hat davon nicht in vollem Umfang Gebrauch gemacht. Die AnspruchStosigkeit der Mensche», der Landarbeiter, die Billigkeit der tierischen Arbeitskräfte haben den technischen Fortschritt auf landwirtschaftlichem Gebiet gehindert. Die Not der Zeit setzt jetzt Maschinen an die Stelle von Mensch und Tier, um die Bodenbearbeitung durchführen zu können.
— Genosse Karl Lirbknecht sendet der Franks. Ztg. folgende Berichtigung:
„Sie habe» Anfang ds. Mts. eine ?Ncldung des Amsterdamer Telegraaf wicdcrgcgeben, wonach der belgische Abgeordnete Tcrwagnc allerhand Einzelheiten über ein im September dieses Fahrcs in Brüssel erfolgtes Zusammentrcsscn zwischen meinem Freund HnySnians und mir erzählt haben soll, mit der Pointe, Huysmane habe mir die Hand verweigert. Tie ganze romantische Elcschichte ist c r f u n d c n. Mein Zusamnientreffen mit HnySnians und einer ?Inzahl anderer belgischer Parteifreunde trug im Gegenteil einen sehr herzlichen Charakter.
Fch bitte Tic. diese Zeilen gemäß 8 " des Prcßgesctzcs vcr- ösfcntlichen zu wollen."
Fn der von Liebknecht richtig gestellten Notiz war erzählt, Liebknecht habe i» Brüssel Camille HnySmans die Hand mit deni Bemerken hingchalten, er habe zu jener Gruppe gehört, die gegen den Krieg gestinimt habe. Huysmans habe jedoch die Hand verweigert, weil Liebknecht nicht öffentlich protestiert habe. Die Geschichte erschien von vornherein wenig glaublich.
— Städtische Mietsbeihilfen. Der Magistrat der Stabt Neu-
k ö I l n hat beschlossen, sur Mictcbcihilscn einen Betrag von einer Million Mark zur Verfügung zu stellen, lieber die Verwendung dieser Summe wurde bestimmt: „Ten Familien der Militär
pflichtigen, die die Familienuntcrstiitzung beziehen, und den Ar-' bcitsloscn ist neben den während der Kriegszcit gezahlten Unter- stUbungcn eine ?Nictcbeihilse i» Höhe des halben Mietzinse» biS zum Höchstbetragc von 13 Mark monatlich zu gewähren. Diese Mietcbcihitfc ist nionallich nachträglich unmittelbar an den Vermieter zu entrichten. Tie Zahlung kommt in Fortfall, sofern der Vermieter wegen des nicht oder nur teilweise erfüllten Mictc- anspruchs die Räumungsklage gegen den betresfcndcn Mieter erhoben haben sollte."
— Tee aus Broinbecrblätter». Schon in den ältesten Zeiten sind die Blätter und jungen. Schosse der Brombeere zu Heilziveäcn


