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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcsien und der Nachbargcdiete.
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Nr. 242
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Infolge der Einkreisung Deutschlands durch die organisierte Lüge waren über die Haltung der deutschen Sozialdemokratie zun: Krieg bei unseren Parteifreunden in den Vereinigten Staaten ganz falsche Vorstel- lnngen entstanden. Infolgedessen sah sich Genosic S ch c i d c m a n n vcranlastt, am 21. August an die Rcwnorker Bolkszeitung eine» Brief zu richten, den diese am in. Sem tcmbcr veröffentlicht hat. Er stellt die Gründe, die uns zur Bewilligung der Kriegs- Ircditc veranlasit habe» , und noch jetzt unsere Stellung znni Kriege bestimincn, so kurz nnd schlagend dar, das; wir ihn unter Weglassung einiger inzwischen überholter Einzelheiten auch hier znm Abdruck bringen möchten.
Berlin. 21. August 1014. Deutschland gleicht postalisch jetzt einer Insel, die man voll imen von der übrigen Welt abgcsperrt hat. Das ist deshalb imni, weil man die ganze Welt durch die Berichte der englischen, »lösischen, belgischen und russischen Agcnlurcii in der scham- 'sten Weise angclogcn hat, ohne daß man deutscherseits in der le ist, die Wahrheit scstziistellcii.
Ich berichte Ihnen einige Tatsachen. Den Krieg hat in itschland niemand gewollt. Dem widerspricht auch nicht die fache der deutsche» Kriegserklärung an Nustland und schliest- auch an Irankrcich. Hätte Deutschland, das über die Borbc- ungcn seiner Nachbarn genau unterrichtet war, noch einige Zeit igert, dann wäre Rußland mit seiner längst heimlich bctricbe- Mobilmachung fertig geworden und hätte unser im Osten nur zig gcschiihtcs Land mit seinen Kosaken überflutet. Nnd dann le uns! . . .
Aus Nustland lastet die Hauptschuld an dem jetzigen Kriege. 1) während der Zar mit dem deutschen Kaiser im Tcpeschcn- hsel stand, um scheinbar für den Iricdcn z» ivirkcn, liest er mlich nicht nur gegen Oesterreich, sondern auch gegen Tcutsch- d rüsten.
Dast Frankreich, dast das republikanische F r a n k - i ch a u s Tod und Verderben mit dem russischen »iolutismns verbündet ist, ist eine schier nnsastbare ltsachc. Und dast England, das parlamentarisch regierte, dcmo- 'tijchc England, Seite an Seite mit den Rnflen gegen Dcutsch- rd lämpst, um „für Freiheit und Kultur" einzntreten, das ist >« Heuchelei von wahrhaft gigantischer Schamlosigkeit.
Ich brauche vor sozialistisch geschulten Lesern nicht erst Bc- achtunqen anzuftellen über die Ursachen auch dieses Krieges »» >si eine Tatsache von erschreckender Größe, Und mit dieser Attache Heist, ,s jetzt rechncu. Rnstlaud, Irankrcich, Belgien, tgland, Serbien, Montenegro und Japan stehen im Kamps, um I»oil,eit „ud Kultur zu kämpfen", das hcistt: gegen das
Rutscht,n„ z» kämpfen, das der Welt Goethe, Kant nnd Karl nrx geboren ha,; g.-, („nvc znm Lachen, wäre die Situation ctit^lv verzweifelt ernst.
Die Sozialdemokratie der europäischen Westmächle hat getan, sbren Straften stand, »m de» Krieg zu verhüte». Ihre Ocht, reichte dazu noch nicht aus. Am 1, August 1811 sah sich die >zialdc,nokralie eines jeden einzelnen Landes vor die entsetzliche itsachc des Krieges gestellt. Was tun?
.. " m *• August gab es schon keine 2ttöglichkcit mehr, einen icf oder ein Telegramm über die deutschen Landesgrcnzen zu Das warme Beileidstelegramm, da? wir nach der Er- "ung Jean Ianres nach Paris schickten, ist niemals anae- innen, ^ ie Sozialdemokratie eines jeden Landes war auf sich oft angewiesen.
Zur Stunde, da ich diesen Brief schreibe, am 21. August, 1»" ■" Deutschland immer noch nichts über Einzelheiten
Zcrhandlungen tn den Parlamente» Frankreichs und Belgiens, r so viel ist z„ uns gedrungen, dast die Genossen aller in Be- cht kommenden Länder zu dem gleiche» Ncsuktat gekommen sind, 'wir in Deutschland auch. Die Franzosen haben die KriegS- ditc bewilligt, die Belgier haben Vanderocldc in das Vcr- ngnngsintnistcriuni eintreten lasten. Dast die englischen Ge- icn für die strikte dtcntralität Englands cingctrcten sind, ist Ntvcrstündlich. Jedes andere Verhalten ihrerseits wäre ei» 'brechen am Sozialismus gewesen. ES wird niemand lo niircr- >dig sein wollen. Vergleiche z» ziehen zwischen dem Verhalten dentlchcn Sozialisten nnd dem der englischen , Wir in Dcntlch- b hatten die Pflicht, uns gegen den Zarismus zu wehren, batten Aufgabe zu erfüllen, das Land der am mcistcn entwickelten nalbemokratie zu schützen vor der drohenden Knechtschaft durch Mand. I„ England war zu entscheiden, ob man in diesem ■0» zwischen Deutschland und Nustland Partei crgrciscn oder »ral bleibe» solle.
II* a l '°» ^ Cm Soren geknechtetes Deutschland hätte die sozla- ^,'»,"cwcgnna der ganzen Welt, nicht nur die Deutschlands, um n lehnte zuriickaeworfcn.
»^f»»chens: Auch wir Sozialdemokraten haben nicht aufgehört, i ennm 3U ^ cin ' weil wir uns zur sozialistischen Internationale l Mi-» wenn wir im Reichstage einstimmig die Kricgs- »ewilligt haben, so haben wir lediglich wahr aemacht, waS rden unseren Beste» von der Rcichstagstribiinc versichert
J®!» .^ben als überzeugte Sozialisten für die l <nf , • o gestimmt und diese Abstimmung durch eine Erklärung varteivorsiandcs Haase motiviert. Wir verlangen i» unserem I nramm das VolkShecr an Stelle des stehenden Heeres. Warnm nna^n 6ag Bolksheer? Weil wir cs für den besten ^»b gegen jeden Angrisf aus das Vaterland halten. Also! Auch ^'"80" unser Vaterland schützen. Hätten wir nun tn der noe der Not sagen sollen: Ja, das Vaterland ivollen wir gegen
Gicßcn, Montag, Den 10. Oktober 1014
9. IalirMiifl
das Änutenregiment des Zaren auch schlitzen, aber wir verlangen den Schutz durch eine Miliz? Da wir eine Miliz noch nicht haben, bedienen wir »ns des stchendcn Heeres nicht, da lasten wir lieber die Kosaken ins Land!!!
Von welcher Seite man immer das Problem betrachtet, wir deutschen Sozialisten konnten nicht anders handeln, als wir gehandelt haben. Eine Partei, wie die deutsche Soziatdcmokratic, also die stärkste des Landes, kann vor Taljaibc» den Kopf nicht in de» Sand stecken, sic must handeln! Es ist nicht übertrieben: In der jetzigen Kriegszeit i st d a ö ganze deutsche Volk einig! Das ganze Volk ist enlschloste», koste eS, was cs wolle, den Krieg so schnell als möglich, nnd zwar siegreich zu beenden. Kein tMensch hatte hier Groll gegen Irankreich itiiJT jedermann wünschte, dast zwischen Deutschland und Irankrcich sobald als möglich ein ehrenvoller Iriedcn herbetgcftihrt wird.
Im übrigen ist nian i» Deutschland guten M u t s. Niemand zweifelt daran, dast unser Land sich siegreich behaupten wird gegenüber der grostc» scindliche» Ucbcrmacht.
Belgisches.
Brüssel, 16. Okt. (W. B. Nichtamtlich,) Der Bürger- nicistcr der seit fast zehn Wochen von den deutschen Truppen besetzten Stadt W e in m e l hat an den Generalgouverneur v. d. Goltz ein Schreiben gerichtet, in dem er das Verhalten der deutschen Soldaten als durchaus t a - d c l l o s bezeichnet und in würinsten Worten die Gercchtig- keitsliebe und die entgegenkommende, nlenschenfreundliche Haltung des Platzkommandantcn, Oberstleutnant v. B. hervorhebt. Die Bevölkerung Wemmels, die durch dieses Vorgehen von tiefster Dankbarkeit erfüllt fei, sehe deshalb der Zukunft vertrauensvoll entgegen,
Haag, 15. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Die Regierung wird heute oder morgen an die Flüchtlinge aus A n t - w e r p e n und der innerhalb des äußersten Fortsgllrtcls liegenden Dörfer einen Aufruf betreffs ihrer Rückkehr richten.
Der stellvertretende Bürgermeister von Antwerpen Dr. Franck ließ den nach Holland geflüchteten Beamten und Arbeitern der belgischen Eisenbahnen eine Reihe von Bedingungen übermitteln und forderte sie aus, so rasch wie möglich nach Belgien zurückzukchren, da es ihre Vaterlandsliebe verlangen müsse, daß die Eisenbahnen so rasch als möglich wiederhergestcllt würden, um die Flüchtlinge in ihr Vaterland zurückbringen zu können. Das Eisen- bahnpersonal hat sich jedoch bis jetzt noch nicht bereit erklärt, zurückzukchren, und nur einige wollen den Dienst wieder auf- nehmcn.
Die ikttterpolitische Situation?5rat»kreichs.
?lus Bordeaux wird uns geschrieben:
Mit dem sozialen und wirtschaftlichen Leben ist in Frankreich auch die Politik durch den Krieg ins Stocken geraten. Tic poliii- schcn Parteien sind natürlich so wenig verschwunden wie die Klasicn- und die Jnieresicngcgensätze, in denen sic wurzeln. Aber diese Inlcrcssengegcnsävc sind zurückgctrctcn hinter die Notwendigkeit der Landesverteidigung. So haben auch die politischen Parteien eine ?lrt Wasfcnstillsiand abgeschlossen, dem man den schönen ?iamcn „nationale Aussöhnung" gegeben hat. Aber so wenig die Intcrcstcngcgcnsätze völlig aufgehoben sind, so wenig hat der politische Kampf z„ existieren ansgchört. Er ist iibcrtönt vom Kanonendonner und nur geübte Ohren vermögen ihn wahrzu- nchmen.
Am rührigsten sind natürlich die Reaktionären, Klerikale und Nationalisten. Die blutige Woge des Krieges hat ihr versandetes Schisflcin wieder flott gemacht. Tic Klerikalen sind in Irankrcich nicht von Haus ans nationalistisch, wie die Nationalisten nicht notwendig klerikal sind. Die Klerikalen wollen vor allem, dast die katholische Kirche wieder obenauf kommt nnd sic geben daher der Monarchie den Vorzug, ohne sich deshalb ihr mit Haut und Haaren zu verschreiben, weil historisch die Monarchie in Irankrcich für die Klerikalen das vorteilhafteste Regime war. Für die Nationalisten ist das erstrebte Ziel ein Säbelregiment und da begegnen sie sich in ihrem Ideal mit den Klerikalen, denn die Republik ist ein schlechter Boden für ein Täbclregimcnl, Klerikale nnd Nalionalistcn haben schlicstlich das gemein, dast die politische Reaktion für sic gleicherweise notwendig ist. Sie bilden zni'amnicn die Partei des Säbels und des Welh- wcdels. Die Reste des Adels, die Geistlichkeit, ein Teil des Offizlerkorps, sind ihre Kcrntruppcn.
Tast der Krieq den Nationalisten g ü n st i g ist, versteht sich von selbst. Tie Klerikalen mustten dem Schicksal nachhelfen. Mit der ihnen eigenen ansdringlichcn Rührigkeit haben sic Himmel und Hölle — es ist das nicht zuviel gesagt — ln Bewegung gesetzt, nm wieder obenauf zu kommen. Und man must ihnen zugestehen, dast stc geschickt operieren. Sie haben zunächst aus eigenen Mitteln die Armee mit Ieldgcistlichen versehen, Ihre in ganz Frankreich verzweigten Fraücnvcrcinc haben Hospitäler eingerichtet zur Pflege der Verwundeten, desgleichen die weiblichen' Klostcrordcn, die sich mit der Krankenpflege bcfasien, die bis vor wenigen Jahren sozusagen ihr sNonopol waren. Aber die Krankenpflege dieser Damen und frommen Schwestern ist sozusagen nur ein Mittel zum Zweck, Tic Hauptsache ist ihnen „die Rettung der Seelen", Sic drängen den Verwundeten Heiligenmünzen und ähnliche Tinge auf wie die Geistlichen ihnen die letzte Oclnng auf-- drängen. Unter der Aussicht klerikaler Ossizicrc werden Ield- gottesbienste organisiert, denen so mancher bZwohnt, der noch keine
Kirche von innen angesehen Hai, Woniger, weil man von feinem Vorgesetzten nicht scheel angesehen fein will, als vielmehr infolge der seelischen und auch p h n s i s ch e n Erschütterung, die ein Krieg erzeugt, Tic sonst so leeren K i r ch cn füllen s i ch wieder mit Frauen nnd Mädchen, die die heilige Jungsrau um Schub für ihre Lieben an flehen, . . .
Diese klcrikal-nalioiialistische Woge beginnt die Radikalen nnd die Sozialisten zu beunruhige n und nian beginnt gegen das immer selbstbewußter und gebieterische diuslrcicn der Reaktion zu protestieren, umsomehr, als die Regierung sich mit Bcslisseuheit den Klerikalen sehr zuvorkommend zeigt, die zu bekämpfe» sich seit 15 Jahren jede Regierung gerühmt hat. Die Radikalen und Sozialisten beschweren sich auch, dast der Rcattion sozusagen alles erlaubt ist, während die Zensur mit der fort- schrilillchc» Presse sehr unsanft verfährt. So ist z. B, das Blatt des Herrn Elciiienceau. der es au Nationalismus sicher nicht fehlen läßt, auf acht Tage unterdrückt worden, well er einen von der Zensur gestrichenen flrlikel, der den Sanitätsdienst lritislertc, trotz- dcm drucken ließ, Hcrve hat man mehrere Tage seine Leitartikel gestrichen. Die Illusion, dast der Krieg ln eine A c r a der I r c l h c i t ausgehcn werde, beginnt sich allgemach zu verflüchtigen.
Die Aktion der sozialistischen Partei und der Gewerkschaften ist natürlich durch den Krieg sehr eingeschränkt, Hervorzuheben ist jedoch, dast die Parleilcitung und die Konföderation ein gemeinsames „Aktionskomitee" gebildet haben. Eine Behinderung ihrer Tätigkeit durch die Behörden gibt es natürlich nicht. Im Gegenteil, wiederholt ist deren Hilfe ln Anspruch genommen worden.
Belgien und die Alldeutschen.
Es ist ein Irrtum zu glauben, daß der wahre kriegerifcke Geist in den Schützengräben zu finden ist. Weit überlegen ist ihm der Geist, der hinter gewissen Redaktionsschrerb- tifchen thront. Zu dieser Ueberzeugung muß jeder kommen, der in der letzten Zeit das Vcraniigcn gehabt hat, die Aeußer- ungen alldeutscher Blätter zu verfolgen. Die finden, wie man zusammcnfassend feststellen kann, den Krieg zwar im ganzen recht hübsch, aber im Grunde ist er ihnen doch noch lange nicht kriegerisch genug, und ihre größte Angst ist — soweit bei s o tapferen Redaktionen von Angst überhaupt die Rede sein kann — daß man es in der Behandlung der Feinde Deutschlands an der nötigen Entsckjicdenheit fehlen lassen, könnte.
Das Hauptobjekt dieser Besorgnisse bildet zurzeit das kleine Belgien. Tagtäglich bringt die Berliner Post Artikel, in denen Klagen darüber erhoben werden, daß mit den Belgiern zu s ä n f t i g l i ch verfahren werde. Einmal sind es Acußcrungen des Mitleids für „das unglückliche Land", die in der Regierungspresse getan werden, dann wieder ist es die nicht genug rasche, nicht genug entschiedene Eintreibung der Brüsseler K r i e g s k o n t r i b u t i o n , die zu solchen Beschwerden Anlaß gibt, Ter neueste Alarmurf ist durch eine englische Meldung geranlaßt, wonach der belgische General- gouvcrncur den belgischen Kammern Gelegenheit geben will, mit Rücksicht auf die Lage Beratungen abzu- haltcn und ihre Wünsche über die provisorische Regierung des Landes vorzutragen. Die Post hegt hinsichtlich einer solchen Beratung nnd ihrer Folgen die schwärzesten Befürchtungen und richtet an den Reichskanzler die kategorische Forderung, cr möge bei seinem Aufenthalt in Brüssel allen derartigen Plänen ein Ende bereiten.
Eine englische Meldung, die von deutscher Seite nicht bestätigt ist, gibt unter den gegenwärtigen Umständen für eine Diskussion in der Presse nur eine äußerst schwankende Grundlage. Da aöer die Frage nun einmal angeschnitten ist, so muß es erlaubt sein, im Gegensatz zur Post zu bemerken, daß eine Heranziehung des belgischen Volkes zur provisorischen Verwaltung des Landes während der Kriegszeit durchaus zweckmäßig wäre und sei es auch, in welcher Form immer sie erfolgen möge, ans rein praktischen Gründen kaum zu umgehen sein wird,
Ter Zweck des Kriegs schließt es natürlich aus, daß den Belgiern noch während des Kriegs das volle Sclbstverwal- tungsrccht zurückgegeben wird. Denn die erste Forderung, die sie erheben würden, wäre, daß das deutsche Militär das Land verlassen solle, und das läßt sich, solange der Krieg dauert, nun einmal nicht erfüllen. Es liegt in der Natur der Dinge, daß sich die Mitarbeit der Bevölkerung einstweilen im Rahmen der durch die Umstände geschaffenen Möglichkeiten halten muß, d. h. daß sie sich darauf beschränken muß. für Erhaltung der Ordnung und Belobung der Wirtschaft Sorge zu tragen. Tie LebcnSnotwcndigkeitcn des belgischen Volkes begegnen sich hier mit den Zwecken der doutsckien Kriegführung, die nicht wünschen kann, daß das deutsche Heer während seiner Operationen in Frankreich eine durch Aushungerung zur Verzweiflung getriebene Bevölkerung im Rücken habe.
Die Sorgen unserer alldeutschen Kriegspolitiker erschei-
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