Ausgabe 
17.10.1914
 
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Gesagte. Diese beabsichtigt, die zahlreichen im Haupivoran- schlag fiir 1914 vorgesehenen größeren und ebenso die aus Betriebsmitteln z» bestreitenden kleineren Bauten, bei denen dies irgendwie möglich ist, in diesem Winter ausführcn zu lassen. Hierbei stehen einschließlich der Mittel für die Be» schaffung von Fahrzeugen und fiir den Bau der Verbind­ungsbahn von Rüdesheim (Geisenheim) nach Sarmsheim (Ockenheim) säst 10 Millionen Mark zur Verfügung. Noch nicht berücksichtigt sind hierbei die Arbeiten im Bereich der Main-Weser-Eisenbahn, insbesondere für die Verbindungs­bahn bei Gießen. Soweit erforderlich, sind darüber hinaus auch neue Arbeiten vorgesehen. Die zu Anfang angedeuteten Gesichtspunkte wegen Durchführung der im Staatsvoran­schlag vorgesehenen Arbeiten sind mehr oder weniger auch für die Arbeiten der Provinzen, Kreise und Gemeinden maß­gebend. Es kann wohl gesagt werden, daß jetzt schon für die kommende Zeit Arbeitsgelegenheiten vorhanden sind, die den in Betracht kommenden Erwerbskreisen die Möglichkeit von Verdienst im Werte von vielen Millionen gewährleisten. Wo sich gleichwohl die erfolgten Vorkehrungen nicht ausreichend erweisen sollten, wird es an rechtzeitigen Maßregeln der Re­gierung nicht fehlen.

Kein Strafporto für Feldpostbriefe. Die Reichspost hat vielfach Strafporto für Sendungen erhoben, die aus dem Inlands, besonders aus Lazaretten kamen und als Feldpost­briefe bezeichnet waren. Auf vielfache Beschwerden hat der Staatssekretär des Reichspostamtcs dem Berl. Lok.-Anz. jetzt mitgeteilt:Der Redaktion beehre ich mich unter Rücksend­ung der vorgelegtcn Zuschriften mitzuteilcn, daß ich die Postanstalten bereits am 12. Oktober angewiesen habe, Feld- Postsendungen, die nicht in der in der Feldpostdienstordnung vorgeschriebcnen Weise gekennzeichnet sind, nur dann mit Porto zu belasten, wenn ein offenbarer Mißbrauch vorliegt. Danach ist anzunehmcn, daß Fälle, wie die in den Anlagen zur Sprache gebrachten, nicht mehr Vorkommen werden." Damit ist zwar eine unangenehme Nebenerscheinung be­seitigt, die Klagen über die Unzulänglichkeit der Feldpost dauern aber fort.

Das Porto für Feldpostbriefe herabgesetzt. Das Porto fiir Feldpostbriefe und -Pakete ist, wie gemeldet wird, herab­gesetzt worden. Tie Gebühr für Briefe über 50 bis 200 Gramm betrügt künftig nur 10 Pfg., für Briefe über 250 Gramm bis 500 Gramm 20 Pfg. Die in dem Erlaß vom 1. Oktober festgesetzte Paketgebühr wird von 50 auf 25 Pfg. ermäßigt.

Gefallene des Gießener Regiments. Als gefallen werden

vom Infanterie-Regiment Nr. 116 weiter bekannt: Wehrmann

Ludwig Ulzenhcimer aus Burgsolms: Wchrmann Heinrich Hecker aus Schwalbach, Kreis Weblar (beide tm Landwehr- Regiment). Landwehrmann Heinrich H e ß aus Romrod bei Als­feld. Gefreiter Ferdinand Rau aus Launsbach lbeibe im Land­wehr-Regiment). Reservist Otto Keil au? Obcrbessingen. Reservist Heinrich Harbach aus Grotzen-Buseck.

Gefallen aus Oberhrflcn und Rachbargebieten. Gefr. Otto r? b er. Olvrkellner, m«s Weblar, Inf.-Reg. Nr. 8t. Vizefeldw. Hans Freitag. Ingenieur, aus Leun, Kr. Weblar, Inf.-Reg. Nr. 138, Unteroff. 6. R. Anton Bach, Lehrer ans Dornholz­hausen. Kr. Wetzlar, Inf.-Reg. Nr. 68. Feldw. Hrch. Gontrum au» Mstnstcr, Kr. Gießen, Inf.-Rgt. Nr. 118. Musketier Hein­rich S p e i c r ans Odenhausen, Kr. Wetzlar, Inf.-Regt. Nr. 88. Am 26. September Landwehriaann Heinrich Kasper aus Burg­solms, Inf.-Regt. Rr. 81. Am 2. Oktober Eini.-Freiw. Ludwig B c p l e r, Lehrer aus Weblar, Füstlier-Regt. Nr. 80. Land- wehrmann Friedrich Oe streich aus Dorlar, Res.-Inf.-Regt. Nr. 81. Reservist Ludwig H a r n i s ch aus Altenbuseck, Inf.-Regt. Nr. 117. Gardist Jakob Leinweber aus Kiehcu, Ins.-Rcgt. Nr. 115. Unlcroff. d. R. Leonhard Kraushaar aus Gießen, Inf.-Regt. Nr. 162. Luftschifser-Ilnterosftzter Friedrich Bock au? Gießen.

Achtung, Scharfschießen. Vom Ersatz-Bataillon des Inf.- Regt. Nr. 116 wird am Montag den 18. und am Dienstag den 20. Oktober nördlich von Großcn-Bnscck vom alten Berg aus in der Richtung ans Treis a. d. Lumda Schießen mit scharfer Munition abgehaltcn. Als Gesahrgegcnd kommt in Betracht das Gelände nördlich der Straße Großcii-Bnseck, Benern und die Waldsläche zwilchen Beuern, Kltmbach. Treis a. d. Lumda, Daubringen, Alle»- Buscck und Großen-Buscck. Daß gefährdete Gelände darf von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags nicht betreten werden.

Musterung der unausgebildeten Landsturmpflichtigen. Tie Musterung und Ausbebung der unausgebildeten Landsturm- pflichtigen, die in den Jahren 1884 blS einschließlich 1885 geboren sind, findet wie folgt statt:

Freitag, den 2 3. Oktober 1814, vormittags 8 Uhr, im Saalbau Eafe Leib lWalltorstraße 38) in Gießen für alle Land- sturmpslichtigcn aus den Gemeinden Albach, Allendors lLahn), Allendorf (Litmda). Allertshausen, Altcn-Buseck, Annerod, Bellers­heim, Beltershain. Bersrod. Bettenhausen. Beuern, Birklar, Burk­hardsfelden, Elinibach, Daubrinaen, Dorf-Gill, Ebcrstadt mit Arns­burg, Ettingsliausen. Garbenteich, Geilshausen, und ferner die in den Jahren 1884 bis einschließlich 1888 geborenen Pflichtigen, die in der Stadt Gieße» wohnen.

Samstag, den 2 4. Oktober 1814, vormittaas 8 Uhr, im Saalba» Eafe Leib lWalltorstraße 38) in Gießen für die in den Jahren 1887 bis einschließlich 1885 geborenen Landsturmpslichtiaen aus der Stadt Gießen und ferner die in den Jahren 1884 blS ein­schließlich 1885 geborenen Pflichtigen aus den Gemeinden Göbeln­rod, Großcn-Buscck, Großen-Ltnden, Grünberg, Griinlngcn, Har­bach, Hattenrod, Hausen, Henchelheim, Holzhcim, Hungen, Inheiden, Kcffelbach, Klein-Linden, Lanad, Lang-GünS, Langsdorf und Lauter.

Montag, den 2 6. Oktober 1814, vormittags 8 Uhr, !m Saalbau Eafe Leib lWalltorstraße 38) in Gießen für die in den Jahren 1884 bis einschließlich 1885 geborenen Landstnrmpfllchtiacn aus den Gemeinden Leihgestern, Lich mit Hof Albach, Eolnhausen und Mllhlsachsen, Ltndcnstrutli, Lollar, Londorf, Lumda, Mainzlar, Münster, Mnschenheini mit Hof-Güll, Niedcr-Bessingen. Nonncn- roth, Obbornhosen, Obcr-Bessinaen, Ober-Hörgern, Odenhaulcn mit Appenborn, Oppenrod, Oueckborn, Rabertshausen mit Ringels- Hausen, Reinhardshain. Rciskirchen. Rodhcim mit Hof Graß, Rödgen, Röthaes Rüdüinashausen, Ruttershausen mit Kirchbcrg, Saasen mit Bollnbach, Beltsberg und Wirbcrg, Stangenrod, Staufenberg mit Friebelhausen, Steinbach, Stetnbeim, Stockbausen, Trais-Horloff, Treis a d Lda.. Tröste, Utpste, Billinac». Watzen­born mit Stcinbcrg, Weickartshain. Wettershain. Wieseck

Die in Frage kommenden unausgebildeten Landsturmpflichtigen ».erden hiermit ausgcfordert. sich an den vorgenannten Tagen recht- zeitig in dem Mustcrunqslokalc elnzus.nden. Besondere Ladunacn durch den Oberbürgermeister in Gießen und durch die Großh. Bürgermeistereien ergehen nicht. Diese Bekanntmachung gilt vielmehr als Labung.

lieber den «artoslelmarkt und bi« Preistreiberei, welche mit diesem notwendigsten Leben«»Ittel actr.ebcn w>rd. ertot tr Deutsche Kartofselgroßhänbler-Berbaub ln rttst^boA in b^ Fra,ck furter Ztg.: Dt« anoentblickltche Markts«« 9» »«"tost-tt- keunqeich.

net sich durch ein außerordentliches Mißverhältnis zivi scheu Angebot und Nachfrage. Tie Landwirte halten nämlich in der Erwartung kommender Höchstpreis« mit dem Verkauf von Kar­toffeln zurück. Dadurch wird natürlich dem Markt das Angebot ent­zogen und es erfolgt ein Anziehen der Preise, welches den Anschein der Teuerung erweckt, die t» Wirklichkeit gar nicht vor­handen i st. Es ist alljährlich Brauch, daß im September der Be­darf für den Winter eingedeckt wirb, ein Bestreben, das in diesem Jahre besonders stark hcrvortritt, indem viele Verbraucher in der jetzigen Zeit glauben, sich besonders stark versorgen zu müssen. In­folge des Mangels an Angeboten und der starken Nachfrage ist es dem Äartoffelgroßhaiidcl nicht möglich. Angebote z>il machen, was vielfach den falschen Eindruck hervorgerufcn l>at, als ob im Groß- liandcl die Absicht verfolgt iverde, die Preis« künstlich hoch zu halte». Der Deutsch: Kartosfelgrotzhändl«r-2t«rbaiiL hat daher an die größe­ren Verbraucher das Ersuchen gerichtet, Anfragen nach Kartoffeln so weit wie möglich zurückzuhalten, um s o einer künstlichen Preis­steigerung cntgegenzmrrbeilen. Außerdem ist der Verband an die Staatsrcgierung heran-getreten, uni zu erreichen, daß Kartoffeln von der Landwirtschaft auch ohne bestehende Höchstpreise abgegeben werden müstem Wenn auch heuer die Kartoffelernte nicht so groß ist wie voriges Jahr, so koimnt doch ivieber in Betracht, daß die Güte der Ware «ine bedeutend bessere ist: auch kommt setzt die Ausfuhr nach anderen Ländern in Fortfall. Infolgedessen darf damit gerechnet werden, daß der Deutsche Kariosfelgroßhändt.r- Vcrband bei seinen Bestrebungen, die Preise nach Möglichkeit niedrig zu halten, sicheren Erfolg hat. Selbst, wenn die Ware in diesem Jahre etwas höher bezahlt wird als im vorigen Jahre, so können die Preise immer noch in angemessenen Grenzen gehalten und «ine ungesunde Preissteigerung vermieden iverden."

Die täglichen Kriegskosten. Tie englische Zeitschrift The Eronomtst berechnet, wie die Dost. Ztg. mitteilt, die täglichen K osten des Krieges, die Mobilisierung der Neutralen eingerechnet, auf 266 Millionen Mark. Hiervon sollen ans Deutsch­land 4 4 Millionen, auf Rußland 42 Millionen, aus Oesterreich und Frankreich je 32 Millionen Mark fallen. Unberücksichtigt bleibt bei dieser Aufstellung der Aufwand Englands und die wichtig« Tatsache, daß Deutschland den Krieg auf ritssischem, französifchein und belgischem Boden filhrt. Auch die Ver­nichtung von Golönden, Gütern und Wertet, aller Art. die fabel­hafte Summe» darstellen muß, ist dabei nickt in Betracht gezogen, auch nicht die wertvollsten Opfer die Menschen.

Bon de» Sachsengängern. Das stellvertretende General­kommando des 18. Armeekorps hat für alle russischen Arbeiter Im Alter von 17 bis 45 Jahren, die sich noch im Korpsgcbiet befinden, die diesiährine Karenz- oder Wartezeit ausgehoben. Alle Arbeiter mllsien den Winter über a» ihrer bisherigen Arbeitsstelle ver­bleiben und dürfen die Grenze» des Ortsvolizcibezirks nicht ohne schriftliche Genehmiguna der zuständiaen Polizeibehörde verlasicn. Die bisherigen Arbeitgeber sind 'verpflichtet, den Leuten während des Winters llnterkiinft und Verpflegung zu gewähren.

Ein Schlachlverbvt. Das Ministerium hat eine Bekanntmachung an die Klcisämter erlassen, nach ivelchcn es verboten ist. die sichtbar trächtigen Sauen in der Zeit bi? zmn 16. Dezember 1814 zu schlach­ten, wenn nicht zu befürchten ist. daß die Tiere an Erkrankungen verenden, oder weil sie infolge Ungliickötall sofort getötet iverden wüsten. Uebertrctung der Anordnung wird mit Geldstrafe bis zu 156 Mark oder mit Hast bestraft. Das Verbot findet keine An­wendung auf Tiere, welche aus dem Ausland eingeführt sind.

Vorsicht beim Einkauf von Tabakware». Es werden Klage» laut, daß Ansmarschlerte das Nauchen mancher Zigarren und Zigaretten mit Uebelkctt, Erbrechen »sw. zu zahlen hatten. Es scheint, als ob uia» von manch«» Verkäufern angeichmtert ivürde. Seid deshalb beim Einkauf vorsichtig und laßt euch kein minder- ivertiges Zeug aushangen. Wenn versucht werden sollte, die Käufer hcretnziifeaen »nh durch Lteseruug schlechter Sorleu sich «tuen besonderen Gewinn zu verschaffen, müßte dagegen aufs ent­schiedenste Stellung genommen iverden.

Wie Du mir, so ich Dir. Man schreibt »ns: Durch alle

Zeitungen geht die Melbimg des XV. T. B daß England als neucstc Kampfmaßnabme gegen Dcntschlaiib ein Verbot fiir alle enalischen Firmen erlassen hat, Geschäfte mit solchen ausländischen Häusern abzuschließen, an denen Deutsche beteiligt sind, bandelt es sich auch nur um einen einzigen deutschen Teilhaber. Dies ist ein nciier Beweis dafür, daß das perfide Albio» den Kampf gegen seine germanischen Stammesbrüder nur deshalb in die Weae geleitet hat, um Deutschland in seiner wirtschasilichen Machtstellugn zu schwächen. Neid, nichts als blastcr Neid über die Fortschritte auf technischem und wirtschaftlichem Gebiete sind die Gründe der scham- loseii Haltung der englischen Regierung. Da sollten wir nun auch mit allem Ernst darauf sinnen, wie wir Vergcltuiigsmaßuahmen auf wirtschaftlichem Gebiet üben und »»serer deutsche» Industrie dabei gleichzeitig einen Ersatz für die vielen Opfer, die gerade seht wieder von ihr verlangt werden, bieten können. Es sind ln den Zeitungen schon eine Anzahl Artikel genannt worden, die man bis­lang ans Enaland bezogen hat als bekannteste nennen wir Herrcnkleiderstofsc, die unsere Industrie i» ebensogutcr Qualität und Auswahl zu liefern vermag. Als eine» weitere» solchen Ar­tikel nenne» wir heute clneu aus der Bauindustrie, nämlich laiiitärc Wasierleitungsartikel aus Hartsteingut sFancncc). Auch in dieser Industrie habe» die deutschen Fabriken die viel älteren englischen Vorbilder in gualitativcr Hinsicht »nd aiich mit Bezug auf ihre Leistiingsfähiakeit- längst erreicht. Dennoch cristiert immer noch eine große Vorliebe für englische Waren aiis diesem Gebiete, nickt niir Im aroßcn Publikiim, sondern auch bei staatlichen lind städtischen Behörden. So kann inan noch öfters fiiide», daß bei Siibmissione» Fabrikate aus Eiialand oder von den englischen Fabriken in Wesel. Ralinocn und Flörsheim vorgeschricbcn werden. Da? muß letzt aiibers werden. Kein echter Dcntichcr verlange mehr cnallsche Fanence, sedcr weigere sich, Fabrikate der englischen Fabriken in Wesel, Ratinge» nnd Flörsheim z» verarbeiten, alle Bauherren, Architekten, staats- ,id städtische Bebürden sollten bei ihren Baute» norichreiben, daß nur deutsches .Hartstcinaut vcr- ivendet werde» dürfte, das ans deutschem Rohmaterial mit deutscher Arbeit und beiitschem Kavital bcracstcllt worden sei. Tann wird man der deutsche» kcramischcn Industrie, die durch den seit langem darnicderlicgendcn Baumarkt und durch die jetzige» Perhältnistc ganz besonders schwer betroffen worben ist. und seinem Vaterlande einen großen Dienst erweisen. Die r>">0ichen Fabriken in Deutsch­land firmieren: Alired Johnson, Wesel, T w n s o r d , Ratingen bei Düsseldorf, D i a in a n t st c i » g u t iv e r ke, Flörsheim a. M.

Niedcr-Moda» vor dem Reichsgericht. Ein« durch mehrere In­stanzen gegangene Eiitschciduug in, Niedcrmodauer Prozeß hat jetzt auch durch das Reichsgericht in letzter Instanz seine Bestätigung ge­funden. iiihen, auch hier die Klage des KoukurSrerwalters gegen den Schwiegersohn eines Schuldners M. abgewiescn und das vor­instanzliche Urteil bestätigt wurde M. war Mitglied des Spar- nnd Krebitvereinö Niedermodau, hatte aber schon im Jahre 1808 sein gaiizes Vermögen an Immobiliennd sonstigen Werten allerArt seiner Tochter und seinen, Schibiegcrsahn übertragen. Der Konknrs- i»erivalter klagte min gegen diese, weil ein« sogen. Vermögensüber- tragung vorliegc und daß di« jungen Leute haltbar seien. Sämtliche Instanzen, tnkl. der höchste» sind jedoch der Anschauung, daß eine Haftbarkeit für den Schwiegervater nicht vorliegt, da zurzeit der Bermögensübernahme der Verein, nach den durch Generalvrriamm- imig und Vorstand genehmigten Bilanzen ein guter und geordneter war und daß sonach das an den Beklagten iidergegangei« Vermögen init keinerlei Schuldverpflichtung belastet war. Ti« Kosten sollen nicht gering sein.

Steuern der Kriegsteilnehmer. Von der Beztrkskastc Gießen wird geschrieben: Tie Mahnung und Beitreibung von Staatsabgaben, die von den zum Kriegsdienste einberufenen Personen geschuldet werden, hat seither mit Rücksicht auf die beson­dere» Verhältnisse gericht. Si« muß nunmehr, somit ein Erlaß der Schuldigkeiten nicht stattgcfnuden hat, deninächst wieder ausgenom- men werden. Die baldige Zahlung etwa rückständiger Staatsgefälle liegt deshalb tm Interest« der Schuldner.

Konsumverein Gießen. Wir werde« ersucht, auf die morgen sSonntag) im Saale des Gcwcrkschaftshaiiscs stattfinbcnde Generalversaminlnng imchmals hiuzuwcisen. Die Ver­sammlung beginnt nachmittags 3 Uhr pünktlich. Alle Mitglieder

werden dazu eingeladeu: die Ehegatten der Mitglieder haben als Zuhörer Zutritt.

Pom Stadttheatcr wird geschrieben: Erfreulicherweise

laufen fortwährend weitere A b o n n c m c n 1 s a n m c I d n n g c n

ein, so daß das Halts an den beiden Abonncmentsabcndcn Diens­tag und Freitag einen behaglichen Eindruck machen wird. Von ersten Fächern war nur das der Sentimentalen und des erste» Helden neu zu besetzen, und cS sind jetzt Frl. Martha Schild vom Deutschen Theater in Lodz und Herr Reicher Linden vom neuen Stadttheater in Heilbronn verpflichtet worden.

^ Wilddieb-Prozeß in Marburg. Am Dienstag nnirde vor der

Strafkammer in Marburg gegen s ü » f schon mehrfach vorbestraft« M ä u n e r und «i n c Frau aus N c u st a d t im Kreis« Ki rchhain wegen Wilddieberei bezw. Beihilfe dazu verhandelt. Viel« Zeugen waren dazu aufgvboten. Die Angeklagten wurden beschuldigt, m ö.n letzten Jahren, besonders jedoch nach der durch den Krieg be­dingten Abwesenheit der Förster in den preußischen und hessischen Waldungen zwischen Neustadt und Alsseld gewildert und tetliveifs dazu Beihilfe geleistet zu haben. Während die Frag, Freisprechung erzielte, wurden die Männer zu Gefängnisstrafen ooii 2, 5 und 6 Monaten, sowie 1 und 2l4 Jahren und teilweise auch zu mehr­jährigem Ehroerlust verurtei lt.

Kreis AlSfelv-Bauterboch.

X Tödlicher Unfall. In Reuters war am vcrgaiigcncn

Mittwoch die über 60 Jahre alte Frau Well damit beschäftigt, etliche Bund Stroh vom hohen Strohhaufcn herabzuivcrsen. Dabei fiel sie herab und verletzte sich so schwer, daß sie sofort starb. Für eine Frau in diesen Jahren ist eine solche Arbeit auch zu beschwer­lich und gefahrvoll.

Die neue Bahnstrecke Schlitz-Nicderanla wirb voraussicht­lich am 10. November in Betrieb genoiumcn werden. Die Fertig­stellung hat sich verzögert: es war früher der 15. August als Er- öfsnnngstermin vorgesehen, aber durch den Krieg wurde die Fertigstellung verzögert.

Kreis Wehlar. ,

y. Sprechstunden. Der Wetzlaver Bürgermeister gibt bekannt,

'daß er ivegen zu großer Iiignspruchnahnie bei allen inöglichen Sachen jetzt besondere Sprechstmiden eingerichtet habe und zwar vormittags von 11 bis 1 Uhr. Ferner sollen Eiiignartienuigs- Ang.legcnhettem, Untersltitzungeanträge usw. nur noch vormittags voil 16 bis 1 Uhr ihre Erledigung auf dem Bürgermeisteramt finden. Uns wurden schon öfter Klagen' laut, daß cs schwer sei, de,! Bürgevmctster persönlich zu sprechen, mm wird durch dies« Einrich- tting vielleicht Abhilfe geschaffen.

y. Städtischer Geländcankaus. Am Hausertor envarb die Stadt den Streifen Gclände, an dom sich das Flußbad befindet, für den Preis von 16 606 Mark. Das Stück soll zur Straßenverbreite- rnng verwendet werden.

y. Einbrüche. In der Nacht zum Mittwoch wurde tm Gasthaus Zur Dolnschenke" «ingebrochen, doch haben die Diebe ittchts er- bentct. Zwar erbrachen sie eine Kassette, doch befanden sich nur Biermarken darin. Auch im Hotel Lun wurde in derselben Nacht (jedenfalls von denselben Tätern) eingeb rochen, auch bier haben sie nichts erwischen können. In beiden Fällen haben sich dte Diebe durch Einblicken von Fensterscheiben Eingang verschafft,

Westerwald «nd Unterlast«.

X Lcichcnfuiid. Am Dienstag abend fanden Ausflügier aus dem Burgberg bei N a s sa u die Leiche» eines etwa 18jährige» Mäb- ch:ns und eines jungen Mannes, der etwa 26 Jahr« alt sein inochte. Beide mußten schon länger gelegen haben. Ob ein Uiiglücksfall vor­liegt, den die beiden bei einem nach der Burg vorgenommenen Aus­flug erlitten, oder ob es sich um Selbstmord handelt, konnte noch nicht festgoftellt werden. Doch scheint das orstene zweifelhaft. Die Personalien der Toten wurden bisher nicht ermittelt. Dem An­schein noch handelt sich um zwei junge Leute aus Frankfurt, dir seit dem 2. September alsvermißt" genzesdet sind.

Bereinskaleirder.

Wetzlar. GesangvereinHoffnung". SamStag, de,« 17, Oktober, ab-e»ds 8)4 Uhr bei Schreier.

Dienstag, 2 6. Oktober.

Giktzen. Abends 8 Uhr gemeiuschaftlichc Sitzung der Eicwerk- schaftshaiiSkoinmission, Prcßkommissio» und der Vorstände des Kreiswahlvercins, des WahlvcreinS Gieße» und sämtlicher ötcwerk- schaften Das Erscheinen aller Beteiligten ist unbedingt ersordcrlich.

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