Vach allen Seiten und das Geschoß liegt offen in der Höhlung. Jede Sekunde kann cs krepieren und die ganze Batterie wurde vernichtet sein. In diesem Augenblick geht mit einer fast erschütternden Selbstverständlichkeit durch das Gehirn des Unteroffiziers der Gedanke: Lieber einer als alle! Er springt hin, rafft das 123pfündige Geschoß von der Erde empor und schleppt es, an den Leib gepreßt, im Laufschritt aus der Batterie in die Feuerlinie hinein, Wohl wissend, daß er sich damit auch dem eigenen Feuer preisgibt. Wäre das Geschoß in diesen Sekunden krepiert, es hätte ihn in tausend Stücke gerissen. Aber es glückte. Zwanzig Meter vor der Batterie wirst er es von sich und wendet sich zurück, um eiligst in Sicherheit zu kommen; doch kaum ist er fünf Meter ge- sprungen, da war die Zeit der Granate gekommen; sie explodierte mit lautem Brüllen und spritzte ihren todbringenden Eiscnhagcl nach allen Seiten. Hans Heinemann aber wird wie durch ein Wunder gerettet. Nur ein Splitter trifft ihn in die Ferse über den, Hacken. Sieben Stunden später fiel Lüttich. Er hatte die Verwundung nicht beachtet, ist mit hineingestürmt und hat noch drei Stunden an dem Straßenkampf tcilgenommen, bis er zusam- men brach und von einem französischen Arzte, der sich in der Nähe befand, verbunden wurde. Belgische Zeitungen haben von seiner Tat berichtet.
Konfiskationen in Paris.
Kopenhagen, 13. Ott. (Ctr. Frkst.) Aus Paris erfährt die Nationaltidendc, daß der Minister des Innern, Malvn, dem Generalprokurator Weisung zur Beschlagnahme jeglicher beweglichen und unbeweglichen Habe deutscher und österreichischer Staatsangehöriger erteilt habe. Ausgenommen sind Polen, Tschechen und Elsaß-Lothringer.
Die Verpflegung im
TaS stellvertrtciidc Gcueralkoinmaiido des 7. Armeekorps schreibt den Zeitungen:
Verpflegung! Welche Bedeutung sie im Kriege hat, erst recht bei den Millionenheeren von heute, braucht nicht erst gesagt zu werden. Sic spielt denn auch in den Feldpostbriefen, welche zahllos in die Heimat flattern und hier dann ihren Weg in die Presse finden, eine gar grosse Rolle. Run bcdars es keiner Frage, dass die Verpflegung im Felde nicht immer eine gleichmäßige sein kann; es gibt auch darin eben gute und — sagen wir einmal, minder gute Tage. Heute reichliche, morgen schmale Kost! Das ist des Kriegers Los. Aber unser Proviantwesen ist in langen Friedensjahren aufs fiirsvrglichslc geregelt: troh aller Schwierigkeiten, die oft plötzlich entstehen könne», funktioniert es so vorzüglich, dass die Ernährung der Heere in Feindesland ganz und gar gesichert ist. Das Gespenst des Hungers, das in früheren Zeiten die Heere oft so furchtbar heimsuchte und bei schlechter Leitung und Zucht, zum Beispiel in den Balkankricgcn, auch heute noch seine Schrecken verbreitet, brauchen unsere Soldaten nicht zu fürchten.
Wenn also in Feldpostbriefen oft zu lesen ist, man habe mal nichts als hartes Brot oder in so und so viel Stunden nichts zu essen gehabt, cs fehle an diesem ober jenem, so bringe» das eben die vorübergehenden Umstände so mit sich. Schnelle Märsche, Bcr> schiebungcn von Truppenmassen, rückwärtige Stauungen und dergleichen können wohl eine augenblickliche Stockung in der Lcbens- mittelzufuhr zu Wege bringe», einen wirklichen, langdaucrndcn Notstand aber nie. Also darum keine Besorgnis! Tas geschriebene Wort, das etwa von Mangel redet, ist starr; wie es der Schreiber wirklich aufgcfasst haben will, sagt cs nicht. Niemand in deutschen Heere» stirbt Hungers! Man hüte sich deshalb daheim vor Bcr- allgeincinerung und klage nicht — erst recht nicht in der Presse —, wo es nichts zu klagen gibt. Wir alle haben etwas anderes und besseres zu tun!
Die Krie«,skredite.
Berlin, 13. Okt. (Etr. Bln.) Wie die Bossifche Zeitung vernimmt, wird der Kredit, den die preußische Staatsregierung vom Landtag fordert, eine Milliarde erheblich überschritten. Es sollen auf allen dazu geeignete» Vcrwaltungsgebieten, insbesondere der Eisenbahn-, Bau- und Landwirtschaftsverwaltnng Arbeitsgelegenheit geschaffen und auch den Kommunalverbänden U n t e r st ü h u n g c n gewährt werden. Eine kurze Etatsberatung ist vom 2. Februar 1913 ab geplant. Bis da- hin bleibt der Landtag voraussichtlich vertagt.
Beschäftigung von Kriegsgefangenen.
Mit der Bej<t>»istlgung von Kriegsgefangene» in der Moorkultur ist jetzt bei Fallingbostel der erste Versuch gcmacht worden. Vom Kreise wäre» dort schon grössere Kulturprvjekte vorbereitet, die jetzt durch die Gefangenen ausgeführt werden können.
Tie MilitärverivaltU'vg geht aus Gesuche um Ueberlassung von Gesangeneu nur ein, wenn mindestens 1000 Gefaisgenc unlerge- brächt ivcrden können.
Religiöse Intoleranz in Kriegszeiten.
Am 17. Juli d. I., also kurz vor Ausbruch des Krieges, verbot das bayerische Kultusministerium die Ueberlassung städtischer Schulräume für die Ausübung des freireligiösen Jugendunterrichts in Nürnberg. Ferner wurde die Wcitergewährung des städtischen Zuschusses für die Besoldung des Lehrers der freireligiösen Gemeinde untersagt. Als der Krieg ausbrach, wurde die Regierung ersucht, von dem Verbot wenigstens während des Krieges abzusehen. Tie Regierung zeigte aber kein Entgegenkommen. Nunmehr har sich die freireligiöse Gemeinde in Nürnberg entschlossen, die Angelegenheit auf dein strafrechtlichen Wege zum Austrag zu bringen, zu diesem Zwecke hat sie trotz des Verbotes, für das eine rechtliche Grundlage ihrer Meinung nach nicht besteht, ihren Jugendunterricht öffentlich abgehalten. Der Stadt- Magistrat Nürnberg aber richtete an die Regierung von Mittclfranken die Anfrage, ob trotz der schwebenden strafrechtlichen Austragung der Sache der freireligiöse Jugend- untericht polizeilich zwangsweise eingestellt werden soll, Tie Regierung forderte unter Hinweis aus das Verbot vom 17. Juli nochmals die sofortige Vollziehung der ministeriellen Verfügung. Dem Magistrat stehen gegen die Anweisung der Regierung zunächst keine sofort wirksamen Mittel zur Verfügung. Er mußte die Mitteilung der Regierung zur Kenntnis nehmen. Aber die Wortführer aller Parteien im Magistrat gaben Protesterklärungen gegen die Regierungsverfügung ab. Die Erklärung der sozialdemokratischen Fraktion, die Genosse Treu abgab, schließt: „Naniens meiner Parteigenossen, nicht nur im Magistrat, habe ich zu erklären, daß wir in dieser Maßnahme der bayerischen Staatsrcgierung nicht einen Akt unparteiischer Staatsverwaltung, sondern lediglich den Ausdruck der klerikalen und unduldsamen Gesinnung jener Männer und Hintermänner sehen, die heute die bayerischen Ministerien zu leiten haben."
Eine Krankenschwester mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
Tie Schwester Elsriede Srherhaus von der Berufsorg-anisatio-n der Ärankeupfl'cg-eriimen Teutschlau-ds, d-ic seit Beginn des Krieges ein Regiment im Lite» auf dem Sanitätswagen dcgleitet, ist mit dem Eiserne» Kreuz am schwarz-wiisscn Bande ausgezeichnet worden.
Krieasqefanacnt nnd Bolksgesnndheit.
Verschiedentlich ist die Befürchtung geäußert worden, daß durch die Anhäufung von Kriegsgefangenen in Festungen, Lagern usw. Krankheiten erzeugt und verbreitet werden könnten, wie das ja 1870/71 tatsächlich vorgckommeu ist. Hin jeder Gefährdung unserer Volksgcsundhcit vorzubcugcn, ist nach der Köln. Ztg. von der Heeresverwaltung der gesundheitlichen Ueberwachuug der Kriegsgefangenen von vornherein die größte Aufmcrksainkeit zugewandt worden. Tie Gesunderhaltung der Kriegsgefangenen ist nicht nur eine selbstverständliche Pflicht humaner Kriegführung, sondern dient auch unserm eigenen Interesse, zumal jeder ansteckend Kranke eine Gefahr für seine Umgebung bedeutet. Vor der Pockengefahr schützt uns die bei der ganzen Bevölkerung durchgeführte Impfung. Da bei den Nachbarvölkern diese Pockenschutzimpfung nur unvollkommen gehandhabt wird, werden alle Kriegsgefangenen alsbald nach dem Eintreffen ini Lager geimpft. . Eine Verschleppung der Pocken, wie sic 1870/71 erfolgte und den Anlaß für die Einführung unseres Jmpfgesctzes gab, ist demnach auf keinen Fall zu befürchten. Ein sehr wirksamer Schutz unserer Bevölkerung vor anderen etwa bei den Gefangenen auftretcndcn ansteckenden Krankheiten liegt in der Abgeschlofsenheit der Lager. Bei der Unterbringung, Verpflegung und ärztlichen Versorgung wird nach erprobten hygienischen Grundsätzen verfahren, jedes Lager hat feine eigenen Aerzte, Lazarette und Isolierbaracken oder Zelte zum Uiiterbringcn ansteckend Kranker. Regel- niäßige häufige Gesundhcitsbcsichtigungcn der Kriegsgefangenen ermöglichen das rechtzeitige Herausfinden Kranker und Krankheitsvcrdächtigcr. Alle russischen Gefangenen werden baldmöglichst nach dem Eintreffen im Lager von besonders vorgebildeten Aerztcn auf ansteckende Augcnkrankhcit
(Trachom, Körnerkrankheit) untersucht und die erkrankt & e< fundenen abgesondert. Namhafte Augenärzte betätigen sich bei diesen Untersuchungen. Besonderer Nachdruck wird aus die fortgesetzte hygienisckie Ueberwachuug der Lager gelegj. Teils sind dauernd Lagerbygienikcr anwesend, teils nur i>>. den ersten Wochen während der Herrichtung des Lagers. Tie für das Auftreten etwaiger ansteckender Krankheiten erforderlichen Tesinfektionsapparate und Mittel, Versand- gefätze für keimhaltigcs Material zur Untersuchung, sind bc- rcits sichergestellt oder werden nach Bedarf beschafft. Den, Auftreten ansteckender Krankheiten im Inland ist damit in, lveitesten Umfang vorgebeugt.
Die Gewitter erschöpft?
Ter militärische Mitarbeiter der Mailänder Zeitung Terra erklärt der Kölnischen Zeitung zufolge, die Vcrbün-s beten hätten keine Truppe» mehr zur Verfügung. England tonnte keine Kontingente mehr in Frankreich stellen und er walle nur noch, daß die anderen sich ausricbcn. Ein Brief des Eorricrc dclla Sera aus Belgien schildert laut Berliner Tageblatt den großartigen Enthusiasmus der deutsche« Truppen und schließt mit dem Satz: Wir gewannen den Eindruck, daß Deutschland noch über unerschöpfliche Reserven und Hilfsmittel verfügt.
• r >00 000 französische Tote und Berwnndete.
Tie in Barcelona erscheinende Zeitung Dia Grasico läßt sich am 29. Scpteniber von der französischen Grenze melden, die Franzosen hätten 130 000 Tote und 330 000 Verwundete: von Gefangenen ist nichts gesagt.
Belgische Truppen nach England entwichen.
W. U. Amsterdam, 16. Skt. Rotterdamschc Eourant meldet aus Aardcnborg: Nach Berichten von Flüchtlingen aus Ostende wurden die belgischen Truppen nach England eingeschifft. Zivilpersonen wurde die Ilebersahrt verweigert.
Die Verbüttdetcn in Russisch-Pole».
An der polnischen Grenze sind näch Times über fünf deutsche Armeekorps, über acht Reservekorps, über fünf Land- wchrkorps, also über 1>/ä Millionen Mann. Dazu kommeu noch 27U 000 Lesterreicher an der schlesischen Grenze.
Warschau vor der Belagerung.
Ein aus Warschau i» Wie» augckommeuer Lesterreicher schildert, wie man in Warschau allgemein mit einem Einzug der Tcutschcn nnd Lesterreicher rechnet. Tie Befestigungsarbeiten schreiten fieberhaft vorwärts. Die Zeitungen dürfen von alledem nichts bringen. Zuwiderhandelnde setze» sich den härteste» Frei- hcits- und Geldstrafen aus. An einen russischen Sieg glaubt aber niemand mehr. Tic Kunde von der schweren russischen Niederlage in Lstpreussen sei schon längst nach Warschau durchgcssckcrt. Weiter teilt der Lesterreicher mit, dass die Spioncnfiircht in Warschau gross sei. Durch Maueranschläge wurde verboten, in öfscntlichen Lokalen Unterhaltungen im Flüstertöne zu führen. Tic Haustore werden um 0 Uhr geschlossen. Tie Strassen sind um diese Zeit schon inenschenlccr; dagegen nimmt das Banditeiituin beträchtlich zu. Von Zeit zu Zeit erscheinen deutsche Flugzeuge, welche Aufruie an die Bevölkerung aiisstrcnen. Tie Polizei hat verboten, die deutschen Aufrufe aufzubcwahren; sie sind sofort dem nächsten Tchutzman» auszuhändige». Ei» deutscher Flieger warf auch etliche Bomben aus die Stadt. Ei» Treffer fiel ans den Babnhos und tötete einen Lfsizicr. Auch die Zeppeline haben der Stadt mehrere Male einen nächtliche» Besuch abgcstatlct. Tic Versuche, sie herunterzuschiessen, misslangen.
Burtzew wiever freigelassen.
Den in einem finnischen Hafen verhafteten russischen Rs volutionär Burtzew, der sich in Rußland als Kriegsfreiwilliger stellen wollte, scheint die russische Regierung »ich! mehr für gefährlich zu hakten, denn sie hat ihn nach einet Mcidnng russischer Blätter wieder aus der Haft entlassen, f
Die rnssische Sozialdemokratie gegen die russischen Gewalthaber.
Der Vorstand der russische» Sozialdcmotratie hat an du Führer der belgischen Soziatdemokraten, Vanderoclde, folgen!»» Brief gerichtet:
I» Russland herrscht die gleiche schamlose Unterdrückung und grenzenlose Aussaugung t es Volkes wie früher. Auch während des Krieges, wo man ei- ivaric» konnie, dass der russische Absolutismus vorsichtigre sein würde, ist er seiner wahren Natur treu geblieben. Alle sozial- demokratischen Zeitungen sind unterdrückt, alle Arbeitn-
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. Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 88
„Er log", sagte Marstrand, „Gula lebt."
„Er log ganz gewiß, denn gleich daraus grinste er mich an, betrachtete sich wie ein Stars ans der Klippe, der seine Federn putzt, und teilte mir mit, daß, sobald Gula gefunden sein würde, er sie Afraja abkaufen würde."
„Abkanfcn? Ist er toll?"
, „Haha!" schrie Olaf lachend. „Du kennst das nicht. Aö- kaufen heißt auf gut lappisch: heiraten. Der Vater des Mädchen bekommt eine Anzahl Rennticrc oder irgend einen heiligen Stcinkrcis, eine Saita, wie sic cs nennen, wo er sie dem Manne überliefert, der sie in seine Gamme führt. Das ist der ganze Hochzeitsgebrauch unter diesem elenden Gesindel. Die Regierung und der fromme Klaus mögen tun, was sie wollen, es kommt selten einer, der sich christlich trauen lassen Will."
„Afraja wird nimmermehr seine Tochter diesem Moc- kiino geben", sagte der Junker mit vieler Wärme. „Gula wird ihn nicht nehmen, sic wird' sich nicht diesem garstigen Tölpel verkaufen lassen."
' „Bah!" erwiderte Olaf, „was will sie mehr? Mortuno ist ein feiner Herr bei seinesgleichen, und seine eitlen Narrheiten abgerechnet ist er ein pfiffiger Halunke, dem ich die schlimmsten Dinge zutraue. Gehängt will ich sein, wenn seine Kugel nicht durch meinen Hut gegangen ist,"
„Ich las die Freude darüber in seinem Spitzbubcngesicht", fuhr Olaf fort. „Du erinnerst dich, daß Mortuno einmal in Oerenäesgaard war, wo wir unsere Scherze mit ihm trieben. Demütig, wie diese Schelme sind, wenn sie sich in unserer Gewalt befinden, bedankte er sich für alles nnd lachte zumeist darüber. Als ich jetzt in meiner Gamme saß, erinnerte er mich daran, daß ich ihn zum Nachtwächter auf Bodöcn machen
wollte. Paul Peterscn aber ihn zu seinem Lcibschlltzen ernann: hätte. — Nun seht, rief er in seinem norwegischen Kauderwelsch unter allerlei Fratzen und Gelächter, habe das nicht vergessen, guter Vater; Mortuno vergißt nichts, kommt Ihr zu ihm in das Land der Kinder Jubinals, wird er wachen, wie der Zwerg Bugo über den Riesen Julpus gewacht hat.
Die Blicke, niit denen der Schein« mich musterte, machten, daß ich die Hand unwillkürlich an mein Messer legte, aber er klatschte in die Hände, lustig wie ein Narr, legte sich auf den Rücken vor Freude und gurgelte etwas durch seine Kehle, was die anderen in dasselbe Entzücken versetzte. Sic sahen mich mit ihren runden, roten, tückischen Augen an wie leibhaftige Teufel. Ein Schauder lief mir den Rücken hinauf, ich mußte alle Kraft aufbieten, um keine Furcht zu zeigen. Endlich legte Mortuno die Hand auf meinen Arm, streichelte und schmeichelte zu meinem Ekel mir an Hals und Kopf hcruni, was ich den« Hund gedenken werde, doch ich litt cs geduldig, lachte mit ihm und sagte kein Wort, als er mir den Hut vom Kopfe riß und die Löcher daran wie verliebt betrachtete. — Hchc! mein Väterchen, schrie er, sind das ein paar häßliche Löcher; nimm dich in acht vor dem nächsten Male. Will ich dir erzählen, wie es Bugo der Zwerg mit dem Riesen, seinem Herrn, gcmacht hat.
Er nahm meine Pfeife aus meiner Tasche, den Tabak auZ meinem Beutel und rauchte nach Herzenslust, der unverschämte Schlingel. Bugo, sagte er dann, war ein Finne, ein feiner, kluger Mann, der hier wohnte. Julpus hieß der Riese, der am Meere lebte und ein solches Ungeheuer war, daß er mit einem Schritt über den Lyngcnfjord schreiten konnte. Bugo war ein Bogenschlltz, dem Ayka, der Donnergott, seine Kunst gelehrt hatte, die so groß war, daß kein Wolf, kein Vogel und kein Fisch im Wasser ihm entgegen konnte. — Du sollst mein Haus bewachen und es gut haben, sagte der Riese zu ihm, und Bugo war es zufrieden. Was ^ Julpus befahl, tat er. Er wachte für ihn, jagte für ihn, und wenn Julpus
schlief, stand er neben ihm und schoß ihm mit seinen Pfeilen I die Fliegen vom Gesicht, ohne je seine Haut zu ritzen. M I tat er ein Jahr lang, dann forderte er seinen Lohn, ab:r > Julpus lachte ihn ans. Du Dummkopf, schrie er und kipple I ihn mit einem Finger an, daß Bugo sogleich auf seine Knice > stürzte, sprich noch ein Wort, und ich zerdrücke dich wie eine > Krekelbecre. Bugo bat demütig um Verzeihung, als aber I Julpus schlief, nahm er seinen Bogen und schoß einen machst-1 gen Pfeil dicht über des Riesen Kopf durch dessen Haare, da-' I viele Fuß dick war. Ter Pfeil ging tief in die Felfcnwanl > und nagelte Julpus fest, der erschrocken aufsuhr und flehend » iicki bat, daß Bugo ihn befreien möchte. Willst du dies La«! I verlassen und niemals wicderkommen? fragte der Zwerg-1 Julpus versprach alles, da zog Bugo den Pfeil heraus, kaun> I aber war das geschehen, so sprang der fürchterliche Riese aus I guetschte Bugo zwischen seinen Fingern zusammen, daß iS' 1 ’ I das Blut ans Mund und Ohren lief, und schrie: Du Nack» spaße noch einmal so mit mir und ich will dich sieben Meile» I weit über alle Inseln nnd Berge fort ins Meer schleudern. 11 Willst du nicht halten, was du mir geschworen haß? > fragte der Zwerg. -Jl
Nichts will ich halten, schrie Julpus, aber das Genick l» lU ich dir brechen, wenn du nicht mein Knecht sein willst.
Da nahm Bugo seinen Bogen und seine Pfeile und auf den Kilpis, und als er den Riesen kommen sah, der w* suchen und fangen wollte, sagte er lachend: Ich habe dich 0 £ 'i J warnt, Väterchen, aus meinem Lande zu bleiben. Ich WJ* H durch deinen Hut von Haaren, jetzt werde ich meinen Bogck » tiefer halten, und wie er sprach, flog sein Pfeil dem Julp» I mitten durch durch den Kopf. Er stürzte in den schwarz I See und kam nie wieder zum Vorschein. Da liegt er ss» , I und brüllt zuweilen bei Nacht herauf, daß alle fliehen, die ' I hören.
(Fortsetzung folgt.)


