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Nr. 241
Gießen, Sniilstn^, Den 17. Oktober 1H
4 9. Ialirgaug
Die falsche Rechnung.
Vor vier Iaßrcn crrcotc der Engländer ?! o r in a n n n n c IT niufic.5 Aufsehen mit seinem Buche „Tic falsche Rech >n^, ivori» er hu beweisen versuchte, dass ein grober europäischer rieg zum nahezu sofortige» Zusammenbruch der W i r t» Haft aller beteiligter Länder führen mühte, Mit großer Kraft r Anschaulichkeit ivnrdc dargclegt, daß auch der Sieger in nein solchen Volkcrstrcit wirtschaftlich nichts zu gewinnen, aber fto mehr zu verlieren habe, da der Sieger bei seinem engen ono,nischcn Verhältnis zum Besiegten schließlich auch die dem der» geschlagenen Wunden an seinem eigene» Leibe spüren üßte.
Angell Rormann hatte zunächst als Engländer und f ii r iglänüer geschrieben. Tein Buch liest sich seht zum großen Teil c eine Polemik gegen den Versuch Englands, Deutschland im lege auSzuhiingern. lind i» diesem Teil hat das Buch sehr rasch ,'stätigung erfahren, denn wen» auch nicht zu leugnen ist, daß die nllcgung der deutschen Handelsschisfahrt nnd der Versuch, auch ? neutralen Zufuhren abzuschnciden, für Deutschland eine limine Schädignng bedeuten, so ist doch der Schaden, den die i g l i s ch e Wirtschast ziigleich erlitten hat, geradezu enor ni. ie Einsuhr im Monat Scptcinber hat sich gegenüber den, gleiche,! onar des Voriahrs um 320 Millionen Mark, die Ausfuhr uni ö Millionen ?.>!ark verringert, Im ganzen ist der englische Intel seit dem Kriegsausbruch in der Einfuhr »in 700 Millionen, der Ausfuhr um 800 Millionen, im ganzen also um anderthalb illiarbcn Mark zurückgegangcn. Solche Zahlen können keine Ver» inberung wecken, wenn inan bedenkt, daß England im Jahre lll nach Dcutichlaiid allein für 876 Millionen ?,>!ark ausgeführt d von Deutschland für HO? Millionen Mark Waren cingcsührt t. Dazu kommt die Unterbindung des Handels mit Oesterreich- gar», iowie die Verringerung der Kaufkraft und der Verkehrs- alichkcit für die verbündeten und »cutralcn Staate», Ter da- rch cntstehcnde Ansfall kann auf keinen Ja» durch jene Teile s Außenhandels ausgeglichen werden, die England in: usc des Krieges seinem deutschen, Gegner vielleicht entreiße» wird.
Fast tragikomisch mutet die Störung an, die die für igland so ungeheuer wichtige Tcrtilindustrie durch das isblcibcn der deutschen Teerfarbenstosfe erlitten hat, ?ln solche» rrbstofscn hat England i» den letzten Jahren regelmäßig eine igcheurc Menge im Werte von 22—25 Millionen Mark bezogen, ic durch den Kriegsausbruch bcioirktc Abschncibung der Zufuhr ittc die sofortige Stillegung zahlloser Wcbstuhlc zur Folge, s ?!un rechnet man in England damit, daß die zum Teil erst > V>« ■ t u z „ schaffende einheimische Industrie nicht nur das >anko der deutschen Einfuhr ersetze», sondern auch der dcut- m! * #n ^ ur **ntin wichtige Auslandsmärkte absagen würde. In Hoffnungen liegt aber ein schier » n b e q r e i s l i ch c r seh > c r , denn England fehlt zur AuSfiihriinq eines die allcrwichtigslc Voraussetzung, nämlich die dazu ,nd"r Arbeitskräfte Die kapilaliftifchc Wirtschaft Eng
no. erlebte noch kurz vor Kriegsausbruch eine Periode großer nt>ii die dlrbcitslostgkcil war gering — nnd trotzdem 5?® ' iir kalt anderthalb Milliarden Waren aus Deutschland -rf!» <> wrten. um den Bedarf der englischen Kundschaft zu
,'»" üanze,, betrug die deutsche Ausfuhr an halbfcrtigen
>>d fcrtiflen Ware,, im Jahre 1913 nicht wcniger als 7 4 3 1 ?,>! i l - ' ° V'' Mark an Wert
c die deutsche Industrieproduktion für das Ausland ganz ,r „nl" nr ?P. CB ^ ciI »n England übergehen, dann müßten nicht -»aliiche» Arbeiter 24 Stunden im Tage arbeiten, son- , hach eia ungeheurer Zuzug gelernter Arbeiter nötig,
wieder nur miS Deutschland crsolgcn
äciot sich also, daß die Stellung, die Tcntschland neben aroßc Werkstatt der Welt behauptet, auch dann nicht N'ciscu könnte, wenn England als Sieger ans dcui gegen- hervorgeben würde. Der Eiütcrbcdarf der cigc f *r. un| * nnd der fremde» Völker kann nicht von England ein vcitritten werden, sondern nur von England und cutiaiiand zusammen und überdies von den andern aatcn. Die als Industrieländer in Betracht kommen. Die Herr- aie «i >n der Welt ausqciibt hat, hat den gc-
iligcn -lntschwnng der deutschen Industrie nicht verhindern ■ il»d solange die Deutschen ein starkes, an tüchtigen Ar- .„slalten reiches Volk bleiben, werde» alle Schäden, die die ~- lrl iro | yt durch gewaltsame Störungen erfahren kann, aar ausgeglichen werden.
^,-enn aber England erkennt, daß s c i n c R e ch n u n q f a I s ch niiooaß durch die Anmendung von Gewaltmittel» wiriichas'- „„ En öinfeiten »ich, ans der Welt geschafft werde» können, andererseits Deiitschlnnd an sich selber de» Beweis erbringt, a H c r maritimen ?->,'acht Englands seine wirtschaftliche "»'rcchterkialte» und fortsetzen kann, dann ist nicht ci len o »ich, nach Beendigung des für beide Teile niikctt-
den * nc t e '" daiicrndes friedliches Verhältnis zwischen den
» arobe,, «-.1-:.°-,!»— <=-------- »>- - nvciidi soll. In
fonnfTiTaV." 1 1,1 ner Anteil oes tnünstricUcn Proletariats an der n? , r.ung viel größer als in andern Länder», in beiden
de» e ® T0 j* en Arbeitsvölkern Europas Platz greifen famiiL«?,. & cr Anteil des industriellen Prolctaria ag>ri, y .y.nnö viel größer als in andern Ländern, lgc fou ö ®t r ^ticg, wie wir hoffen und erwarten dürfen, die i t crvnrk-. ■ ncficiiiiber der Kapitals Politik die tllandz i , '» dc„ Vordergrund trete» wird. Die Ai »sowenia dicscn Krieg nicht gewollt, und wenn sie auch.
® ihre deutschen Klafsengcnossc», eine ?!icdcrlag
Ar- Tie Arbeiter
Cv p' ^ uClli
■n ^"icrlandes wünschen, so haben sic doch von eine,»
garten Verbesserung ihrer Lage zu erwarten. Sie
lialen « Verbesserung vielmehr aus der großen retrn b w c g u n g , in die sie in den letztcii Jahren cin- die nach dem Kriege voraussichtlich ihre Fort- "icl stärkerem Maße finden wird,
I ^ieo» "E^'twärtigc Krieg durchgctämpit und nach Kräften tte" L-,^^"ilchlands gcsührt werden niuß, ist für uns alle eine i-etbstverstandlichkeit. Aber darüber hinaus das englische
konstruieren, mit dem allein cs keine Versöhnung geben könne, bis der Kampf um die Weltherrschaft endgültig, sei es auch in wiederholten Kriegen, entschieden sei, wäre ein schädliches, gefährliches Beginnen, Wir müssen jetzt Krieg führen mit dem England des Kapitals, dann aber wollen wir Frieden schließen mit dein England der Arbeit!
Tie innere Lage Rnsjtands.
Wie die holländische» Blätter berichten, hat das deutsche Generalkonsulat in Ainsterdain von dein Staatssckrctariat in Berlin die Mitteilung empfangen, dasz nach glaubwürdigen Berichten russische Reservisten in Sibirien gemeutert haben. Zwei Regimenter seien nbgcschickt, um die Bewegung zu unterdrücken. In der russischen Armee werde das Gerücht verbreitet, die Niederlagen in Ostpreußen seien die Folgen jüdischen Verrates; in Bcssarabien nnd Russisch-Polen hatten schon Pogrome stattgefunden.
Vom oftasiatischen Kriegsschanplat;.
Die LtiillittttNfl in China.
London, 15. Okt, (Ctr. Frist.) Tailp Telegraph erhält ein Telegramm aus Peking, daß die B c s ch i e tz u n g von Tsingtau durch die Japaner zunächst eine Verzögerung erlitt, weil infolge Mangels an Straßen sich die Mnnitions- transporte verzögerten. Die Beschießung soll nunmehr energisch ausgenommen werden.
Die diplomatischen Beziehungen zwischen Tokio nnd Peking sind nach dieser englischen Quelle g e s p a n n t.
Rußtoje Slowo meldet aus Tokio: In China ist ein vollständiger U m s chw u n g zu g n n sten Deuts ch- lands eingetreten. Tie deutschen Siegesmeldungen werden von der einheimischen Presse gefeiert und die Erfolge in Tsingtau und des Kreuzers „Emden" mit Jubel ausgenommen. (Frankstr. Ztg.)
Ein Vorspiel zum rnssisch-türkischelr Krieg.
Tic Sck>war;emecrflottc.
Mailand, 15. Okt. lEtr. Frkst.j Ter Eorricrc de !a Sera mc'Dct ans Bukarest: Dienstag morgen 8 !Ihr fuhr die russische
Schwarzemeerslotte, bestehend aus 18 Einheiten, an Warna vorbei mit Richtung auf Burgas und Konftantinopel, Aach dem Universul nimmt man in politischen Kreisen an, daß diese Bc- megiiiig das Vorspiel zn Feindseligkeiten gegen die Türke! wegen der Schlicßnrg der Dardanellen sei. Rumänien stellte die Fahrten 5loitstanza-Konsta»tiiiopel ein,
Tie Stimmung in Rm'sisch-Polen.
I» der politischen Zeitschrift Tic Grenzboten untersucht George Elcinviv die Polcnfraigc und erörtert die Ursache, ivesltziib die Polen in diesen Kricgszeitrn nicht für ihre Selbständigkeit «iiigctretru sind, sowdern sich eher auf Rußlands Seite gestellt haben. Für die- jenigtii, die sich cinychend mit dc» Pole» beschäftigen könnten, so schreibt Eicinoiv, sei das Verhalten der Polen keine llcbcr- rafchung gewefen; schon die Zänkereien der letzte» Jahre Hab:» a»gezeigt, daß mir ein kleiner Teil der Polen für den groszen historischen Augenblick, der Über ihr« Zukunft entscheiden füllte, vorbereitet sein würde. Gegenwärtig scheine aber in Polen allez ane- cinanderznstreben. Tie polnischen Parteiführer im russische» ?ln- tcil hätten nicht gewacht, sondern feien nur auf egoistisch erfaßte» Vorteil erpicht gewesen, und die beste» unter ihnen seien von Vor- iirieiien gegen Deutschland besangen. Diese Verwirrung sei möglich geworden durch die Hingabe an die Lüge, mit der Dentschiand unter starker Mitwirkung polnischer Politiker und T-liiislsteller unispoimen worden, Duuel>en sei die Uriache des neucrlichcii pol- nischen ZiisguimenbruchS begründet in Vorgängen der prakiischcn Politik, llkußlands wirksch-silicher ?kufschwii»g seit 1005 habe die Polen wie alle Well in Erstaunen gesetzt und den Eindruck unnber- iviiidlichcr Macht hcrvorgerufcii. Tics: Macht zog die Polen um so nichr an, als ziinächst von ihr aus reicher niaiericllcr Segen sich über alle die ouSdreitetc, die sich ihr anschlassen. Dann aber schien die innerpölitiich: Lage cs den Polen zu crn-öglichen, Ge- iä^iite sowohl mit der russischen Regierung, wie mit den vorivärts- strebendr,, russischen Parteien zu machen.
Im Ncvoluttöiisjahrc 1904,05 habe man allerdings in Rußland mit eiiie-.i! polnischen dluistande gerechnet, doch in Wirklichkeit haben sich die Polen nicht gerührt, tluiständc. die in poliiüchci, Siädie,, aurbrachen, [jatlcn lediglich sozialen Eh.iratter, Dicic Aiisständc bedrohten aber Besitz, Bildung und Kirche in Pole» mehr wie die russische Regierung, Unter diesen Umstäudeu seien die Polen die eisten geivescii, die mit der russische» Regierung paktierke», nicht ohne ihr Verhalte» dadurch zn entichiildigen, daß ein Einmarsch deutscher Truppen bcvorstehc, die dann der ganzen russischen Frei- beitsbrwegnng den Garaus mache» würden, Tic einzige Aufgabe der polnischen Politik fei seit 1904 gewefen, die Kritik nicht an der russisch-.ii, sondern tim so mehr an der preußischen Regierung a„- zusetzen. Tan, lain. daß die ?!alionaldemokratcn sich spaitcicn und der Führer Ronian DmomÄi sich mit fernen Leuten mit der soge- namttcn Versöhmtngspartei, der Ugoda, auch Realisten genannt, verband, die den Anschluß Polens an Rußland aus ivirtschrflllchen Gisinden um jeden Preis propagiert. In dieser kur: gezeichneten Eiittvicklung liege das Berhängnis nicht mir für die russischen Polen, Gttiemvärtig gebe es in Russisch-Polen keine organisierte natio»al-polnischc Partei,
Persien gegen den Dreiverband.
Kopenhagen, 15. Qkt. Ter Rjelsch erführt auS Kon>
staniinopcl:' ?'ack> Mitteilungen der persischen Kolonie in der Türkei nimmt die Zlttion gegen de» Dreiverband in Persien große und gefahrdrohende Dimensionen an, Sic stützt sich hauptsächlich ans das englisch-russische Abkommen pon 1907.
TaS persische Parlament erklärte die russische tzlnt- wort den persischen Wünsche» gegenüber für ungenügend und forderte die Regierung auf, schärfere M aßnah- m c n zu treffen. Im Innern des Landes durchziehen moha- medanischc Priester die Qrtsckfastcn nnd predigen den Heiligen Krieg gegen die russischen U n t e r d r ü ck e r.
Koiistantinopel, 15, Okt, ?l»s Grund verläßlichcr Nachrichten aus Teheran wird mitgeteilt, daß die Erregung unter den »nab- hängige» persischen ?!omabcnstäm»ie» eine allgemeine geworden sei. Die ?!achricht, daß Rais-8l-UIema in Täbris hin gerichtet und die öffentliche, aus Betreiben von russischer Seite erfolgte Aburteilung eines hochangeschenen geistlichen Führers habe in ganz Persien eine tiefgehende Erregung hcrvorgerufen. Die ?lus- sorderung der persischen Regierung, daß Rußland seine Truppen ans ?!ordpersicn zurückzichc, sei abgelchiii worden, während gleichzeitig die im Kaukasus stchciidcn russischen Truppe» schlagfertig gemacht wurde».
In den bisherigen Kämpsen haben die russischen Truppen ?!>cderlage>i erlitten. Die Aufständische» sind im Vormarsch aus russischem Gebiete, Tie Truppen Bakir Khans haben viele russische Feldgeschütze und Maschinengewehre erbeutet und viele Gefangene gemacht. Es sande» auch Kämpfe an der russischen Grenze an, Kaspischen Meere statt, wo die ?lusständischcn iu Transkaukasien vorgingcn,
Russland zieht »ie Steuerschraube an.
Wie der Korrespondent des Tcmps aus Petersburg meldet, ivird die russische 3!cgier»na, um die KriegSkosic» zu decken, mehrere Steuern erhöhen. Der gesamte Ertrag werde von der Regierung ans eine Alistiardc Rubel geschätzt, Solttcn diese Einnahmen die Ausgaben nicht decken, so beabsichtigt der Finanzministcr eine innere Anleihe von einer Milliarde Rubel aufzmichmcn,
Ci» politisches Attentat i» Bukarest.
Bukarest, 15, Qkt, (Etr. Bln.) Gegen die beiden Brüder Buxton, die voin Londoner Balkankomitce nach den Balkan- staaten entsandt wurden, um die öffentliche Meinung zugunsten der Entente zn beeinflussen, wurde hier ein Attentat verübt. Beide sind verwundet. Ter Attentäter soll angeblich ein Türke oder Bulgare sein. (Franks. Ztg.)
In de»r Schüt;eikqräben.
Philipp GibbS, der englische Kricgskorrcspondent, schildert die Leiden seiner LandSlcnte in folgende» Zeilen:
Dc» Herren zn Hanse in Engiand möchic ich nur wünschen, einmal hier in Frankreich einen Blick in die Schützengräben zu werfen, damit sic einen Bcgriss bekommen, was das für ?lrbett ist, ivclche hier kür unseres Landes Ehre geleistet wird,^ Ei» fürchterliches Unwetter rast über die englischen Linien, der Sturm fegt durch die Fichten- und Buchenwälder, reißt das gelbe Laub von den Bäume» »>id wirft cs i» die Laufgräben. Der tstcgcn fällt und fällt, überschwemmt unsere Schützengräben und tut sein Bestes, um alles wieder zu vernichten, - was ?l!cnschcnkraft in eiserner Slrbcit Taa und ?!acht errichtet hat, um ein wenig R u h c vor dein K a v n e s e u c r des Feindes zu finden, der seine Granaten in solchen Mengen schleudert, als wenn es Eisen vom H i in m e l regnete. Unsere Svldaten machen fürchte rlichc Tage durch, ihre Nerven, ihr Gemüt sind angegrisscner, als irgend einer ahnt. Ich sprach mit einige» Soldaten, die soeben aus den Schützengräben zurückgekehrt sind. Sie sahen ans wie ?i?enschen, die nian in eine Folterkammer gesperrt hat nnd die unsagbare und fürchterliche Schrecknisse durchgemacht haben Llcdcckt mit Schmutz, wie Gespenster ans Erde, die Gesichter mit grauem Lehm bedeckt, durchnäßt tn ?Rart und Bein von dem kalten, scharfen ?!ordwind, so stehen sie vor mir mit schlotternden Gliedern und t l a p p c r n d e » Zähnen nnd erzählen,^ „Es ist sürchterlich in diesen Schüvengräben, die Schrapnells der Feinde zerstören vor allen Dingen unsere ?!eroc»." Sie schämen sich nicht, ihre dingst »nd ihr Entsetzen cinzugcstehc», bas sie crsaßt^liat, und sie freuen sich wie Kinder, daß sie nun aus der Fcucr- I i i! i e fort können, um einen Offizier, der nach einem anderen Teile des Schlachtfeldes solle, zu begleiten. Tie hatten cs sür dae Paradies, nur eine Vicrtelstiindc in einem dlutomobil ruhig verwetten zu köiincii. So sehen sic alle aus, unsere Kameraden, die da draußen in Schmutz und Blut in de» Tchiiöenlinien und Lauf- grübc» liegen. Da ist keiner, der mit seinem ?l!utc prahlt, wenn die deutschen Granaten zu fliegen beginnen; aber niemals in Englands Geschichte haben »»scre Truppen eine m so r o d b r i n g c n ü e n F c » c,r mit einem größeren Heldenmut standgchallcn als »nscrc Soldaten in den naffen Tchützengräbcii.
„Lieber einer als alle!"
Ein Mitarbeiter des Hamburger Frcmdcnblattes er zählt: Ich sprach gestern mit dem Unteroffizier Hans Heine- m a n n der Gardcfußartillcric. Er hat das Eiserne Kreuz beim Sturm aus Lüttich erhalten. Ein Fünftel seiner Batterie war schon gefallen, ehe sie noch fünf Kilometer vor Lüttich in Stellung gehen und sich eingraben konnte. Rings dröhnte das weite, Land vom Donner der Geschütze. Die schwere Fußartillcrie der Forts von Lüttich schleuderte dein Angreifer ihre zentnerschweren Granaten entgegen. Da plötzlich — es war ans dem Höhepunkt des heißen Slrtilleric kampfcs — fällt eines dieser R.icscngcjchojse mit dumpfen Schlage mitten in die deutsche Batterie. Der Land spritzt


