Ausgabe 
15.10.1914
 
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Renen wir sprachen uub denen wir sagten, dass wir Schweizer seien, haben freudig und dankbar anerkannt, daß sie in jeder 4 Richtung ganz gleich n>ic die deutschen Verwundeten behandelt würde». Was der Deutsche erhalte, das komme auch ihnen zu gut. Tie Acrztc und das Pflegepersonal erweisen ihnen stets nur Gutes und Freundliches, Alle diese Aeusscrungen, die mit unseren eigenen Wahrnehmungen übcrcinstimmen, haben uns speziell als Angehörige eines neutralen Staates ungemein sympathisch berührt und es drängt mich, Erzellenz, auch Ihnen gegenüber der Hochachtung vor diesem wahren Edel­mute, der auch vor dem verwundeten Feinde nicht Halt macht, Ausdruck zu geben. Ich habe heute meinem Kollegen, Herrn Rationalrat A d o r in Gens, dem Präsidenten des internationalen Bureaus des Roten Kreuzes, meine Eindrücke beim Besuche der Freiburger Lazarette geschildert. Fch bin überzeugt, dast Herr Ador alles tun wird, um falsche Ansichten zu korrigieren und ans eine gute Behandlung der in Feindesland geratenen deutschen Verwundeten hinzuwirken."

Unterzeichnet ist das Schreiben von dein Führer der Acrztc, dem obengenannten Herrn Rcgicrnngsrat Walter.

Die Gewalttätiakeitc» gegen Deutsche im Auslände.

Rach einer Meldung des Reuen politischen Tagesdienst teilt der Ministerialdirektor a. D. Fust zu der Ausdehnung seiner bis­her aus Belgien beschränkten Tätigkeit als Rcichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Zivilpersonen aui das gesamte icindliche Ausland folgendes mit;

Jene Erörterungen erstrecken sich auf alle von Behörden, behördlichen Organen oder Privatpersonen in Feindesland ver­übten Gewalttätigkeiten gegen Leib, Lebe» oder Gut deutscher und österreichisch-ungarischer Zivilpersonen. Die gegen deutsche Militärpersmic» verübten Grcucldatcn werden nicht von ihm. sonder» im preußischen Kriegsministeriumi erörtert. Schaden­ersatzansprüche, die mit Gewalttätigkeiten obiger Art ursächlich zusammenhängen, find entweder unmittelbar bei dem Reichs- kommissar, Berlin. Wilhclmstvassc 74, schriftlich oder bei einer der an zahlreickren Orlen des Deutschen Reiches bestechenden öilfs- und Rechtsauskunftsstellen für Flüchtlinge anzubringen. Schadenersatzansprüche dagegen, die ohne einen solchen ursäch­lichen Zusammenhang mit Gewalttätigkeiten ans der allgemeinen Kriegslage heraus, aus Handel und Wandel, aus kausmäimischc», gewerblichen oder ionstigeu Rechtsverhältnissen geltend gemacht werden, sind, ioiveit sic sich ans Belgien beziehen, unmittelbär bei ixm Herrn Verwallungschcf heim Generalgouverneur in Belgien, Exzellenz von Sandt, in Brüssel, sür das übrige Aus­land beim Auswärtigen Amt anzumelde». Ten Schadens- anmeidungen sind tunlichst vollständige Verzeichnisse oder Nach- Weisungen, der Gegenstände, auf die sie sich beziehen, beizusügen, und alle tatsächlichen Angaben so gewisscnhait zu machen, als sic cihlich crbärtct werden können. Prcffenachrichten. nach denen die Erörterungen der Gewalttätigkeiten gegen Militär- oder Zivilpersonen zu einem gewissen Abschluss gebracht und be­stimmte Summen zur Tilgung der Schadenersatzansprüche bereit- gestellt seien, entbehren der Begründung. Das gleiche gilt von allen Mitteilungen, in denen die Rückkehr nach Belgien als un­bedenklich hingestellt oder gar empfohlen wird, In Wirklichkeit kann der noch wenig geklärten Verhältnisse wegen dazu nicht ge­raden werden. Rur solche Personen, die erhebliche Interessen persönlich wahrnehmen müssen, sollten au die Rückkehr denken. Sie müssen sich, solange ein regelmässiger Personenverkehr nacht besteht, die notwendigen Ausweise (Passagierschein «ach Belgien und Erlaubnis zur Benutzung der Militär- und Transportzüges verfchasfen. Arbeitsuchende oder Mittellose können einstweilen nur dringend vor übereilter Rückkehr gewarnt werde».

Schliesslich ersucht der Reichstominissar, darauf ansmerksam zu machen, dass ihm Mittel zur Gewährung von Unterstützungen an Flüchtlinge nicht zur Verfügung steheu,

Rußland alsBefreier".

Die vorübergehende Besetzung eines Teiles Galiziens durch die russischen Truppen hat der russischen Regierung, wie allen jenen Kreisen, die seit Jahr und Tag die Anglie­derung der ruthcnischcn Gebiete Oesterreichs an Rußland forderten, den Kamm mächtig anschwellen lassen. Welch ei» Programm das offizielle Rußland denn nur dieses ist sür diese Schritte verantwortlich in Galizien ankündigte, geht am besten aus der Rede des russischen Gencralgouvcrnenrs in Lemberg, Graf G. A. Bobrinsky hervor, die dieser, nach den Mitteilungen der russischen Presse, anl 23. September vor einer Deputation der Zivilbevölkerung Lembergs hielt. Vor allem erklärte er sei daran festzuhalten, daß das östliche Galizien und Lemberg von altersher Teile des einigen großen Rußlands" seien. Deshalb müsse die Neu­ordnung in diesem Gebiete ans russischen Grundlagen liegen! Er werde hier russische Sprache, russisches Gesetz, russische

Ordnung einführcn. Allerdings werde dieseReform" all­mählich cingcfiihrt werden. Zunächst jedoch würden russische Gouverneure, Kreisvorstehcr und russische Polizei eingeführt werden. Ter Landtag werde überhaupt nicht einbcrufen werden; Landschasts-, Stadtverordneten- und Gemeindever­sammlungen dürfen bis Ende des Krieges nicht stattfinden. Sämtliche Verbände, Vereine, Klubs usw. seien geschlossen; neue dürften nur mit Genehmigung des Gcneralgouverncurs gegründet werden! Ties alles beziehe sich auf diealten" russischen Gebiete Ostgaliziens. Was jedoch das polnische Wcstgalizien betreffe, so würde dort nach derBefreiung" dieses Gebietes durch die russischen Truppen die vom Großfürsten Nikolai Nikolajcwitsch angekiindigte Autonomie cingcfiihrt werden allerdings nur unter der Bedingung, daß die polnische Bevölkerung den russischen Truppen uns den russischen Behörden gegenüber einegute Gesinnung" an den Tag legen würde!

So sieht dieBefreiung" ans, die das offizielle Rußland über die Grenzen zu tragen gedenkt.

Wirtschaft, krise in Rutzland.

Korrespondenz Rundschau incidet über Kopenhagen: Der Ver­laus der kürzlich geschlossenen Rishni-Roivgoroder Messe, die im wirtschaftlichen Leben Russlands eine wichtige Rolle spielt, Hot die ökonomische Misere des russischen Reiches offenbart. Tie Ver­käufer ivarcn in bedeutender Anzahl zusammenoekommen, da die Warenvorräte dinxh die vicisach unterbundene Ausfuhr und die Abnahme des innere» Verbrauches sich angchäust haben. Tie Nachfrage hingegen erivies sich als allzu oering, und auch die wenigen Kauflustige» konnten ihren Bedarf nicht befriedigen, weil der allgemeine Geldmangel die Krcdiiverhältnisse ungünstig be- cinslusst. Besonders lag der Pelzhandel darnieder, der sonst aus der Messe von Rishiii-Rowgorod sich äusscrst lebhaft gestaltet, jetzt aber infolge der Sperre des ausländischen, insbesondere des Leip­ziger Absatzgebietes brachlag,

2imcrik>i, du hast es besser!

Und dabei bleibt doch im eigenen Lande auch noch genug z, tun. Tenn der Krieg Ivirkt wie der höchste Schutzzoll, da e den Export aus den europäischen Staate» aufs schwersj. I hemmt und ihn für einige von ihnen so gut wie völlig unter I bindet. Tic Veruneinigung der. Staaten Europas kann leich I die wenn nicht formelle so doch faktische Gründung der Ve« I einigten Staaten von Allamerika zur Folge haben, d. h, der 1 Ucbcrgang der Weltführung von Europa au Amerika, I diesem Zusammenhang erscheint dann auch der Kampf, bcti I die europäischen Staaten untereinander uni die Wcllheir,I schaft führen, in einem etwas eigentümlichen Lichte. Zu fpät I wird man vielleicht bemerken, daß es neben den nationale« U Rivalitäten, an denen sich der Weltbrand entzündet hat, auch! noch ein sehr wichtiges gemeinsames a l le u r op ä i s chxz s Interesse gibt.

Französische Nerve».

Die Departements von Paris haben auf Vorschlag des Hern Paul Escudier beschlossen, bei dem Militärgouverneur vorstellig werde», damit Massnahmen gegen die Verbreiter falscher Nach richten getrossen werden, wie sie im Laufe der letzten Wochen i, Umlauf gesetzt wurden. Fi, den Strassen, Eafes und Verwaltung» gcbäudc» wimmelt cs von Leuten, die mit Nachrichten hereinstürze»! ivic z. B.: 1UUV0V Deutsche niit einem Schlage gefangen genowa men . . . oder . . . von Kluck zur Ergebung mit KriegsehrM bereit . . . oder . . . eine grosse Schlacht gewonnen, oder ab« niemand weis; wo nsw. Alfred Eapus von der Akademie francah schreibt im Figaro, ein hoher VcrwaltungSbcamter habe ihm g» sagt, dass eine geschickt und psychologisch gut organtsterte Spionage zur gegenwärtigen Stunde nicht besser arbeiten könne, wo unser Nerven schon derart erregt sind, daß wir bei der allergeringste, Depression zusammenbrechcn. Wir haben täglich zwei offiziell! Communiques. Sic sind nüchtern, aber ausrichtig. Wir wolle, sie sorgsam studieren und ihren Inhalt zu verstehen suchen, abo nicht darüber hinaus. Wir müssenns mit diesen, Halbdunkel be gnügen und unsere Nerven zu meistern suchen. In dieser Ergebun, kommt auch eine der Formen, seinen Patriotismus zu betätige« zum Ausdruck.

Der Ausbruch des Weltkriegs hat auf dem amerikani­schen Kontinent, in Südamerika nicht minder wie in den Vereinigten Staaten zunächst die schlimmste wirtschaftliche Verwirrung hervorgcrufcn. Aber allmählich kehrt die Ord­nung zurück, und man beginnt sich darauf zu besinnen, welche gewaltigen Vorteile für Amerika aus der Lähmung der euro- peitschen. Wirtschaft zu gewinnen sind. So predigt die nord- amerikanische Presse, wie wir einem Ncwyorker Brief der Frankfurter Zeitung entnehmen, den verschiedenen Zweigen der Warenerzeugung täglich, sie sollten sich die gegenwärtige Lähmung des englischen, deutschen und französischen Handels zunutze machen und in Südamerika festen Fuß zu fassen suchen. Tie in Betracht komrncnden Länder des lateinischen Amerika verbrauchen jährlich im Ausland hergestellte Waren ini Werte von 1300 Millionen Dollar, wovon ans Eng­land 320, auf Deutschland 220 und aus Frankreich 100 Mil!, entfallen. Es müßte doch mit merkwürdigen Dingen zn- gchcn, wenn die Union ans dem Unvermögen Europas, seine Kunden z» bedienen, nicht dauernde Vorteile schöpfen könnte.

In Verfolg dieser Anregung hat bereits eineAllameri- kanische Handelskonfcrenz" in Washington stattgcfnndcn, bei der die Regierung durch mehrere Mitglieder vertreten war. Auf dieser Konferenz sind allerdings mancherlei Beschwerden gegen die Praxis des nordamcrikanischen Kapitalismus er­hoben worden, so daß sich die Frankfurter Zeitung zu der oplimistischen Schlußfolgerung berechtigt glaubt, die Gefahr des Verlustes der europäischen Kundschaft sei für Europa noch nicht in greifbare Nähe gerückt.Allerdings", fährt sie fort,wenn der Krieg sehr lange dauern »nd sich in den Ver- kchrsvcrhältnissen keine Besserung ergeben sollte, müßte der Südamerikaner ans neue Bezugsquellen bedacht sein znid sich schließlich an die veränderten Gcschästsmethoden gewöhnen.

Ter fromme Präsident der Vereinigten Staaten, Herr Wilson, betet jeden Tag zu Gott, daß der schreckliche Krieg bald enden möge. Die amerikanischen Trnstmilliardärc sind wahrscheinlich nicht weniger fromm, aber sie beten gewiß, daß der Krieg noch recht lange dauern möge. Jedenfalls tverden sie die gewaltigsten Anstrengungen machen, um wäh- rend des Krieges ihr wirtschaftliches Herrschaftsgebiet nicht nur auf Südamerika, sondern auch auf Ostasien zu erstrecke».

Keine versenkten Dampfer.

Nach einer Meldung der Weser-Zeitung erhielten du deutschen Reedereien eine amtliche Aufforderung des Reichs kanzleramtes, Vertreter nach Antwerpen zu senden, um di, ihnen gehörigen Schisse in Empfang zu nehmen. Die Me! oung, daß wenigstens der LloyddampferGneisenau" ver senkt worden sei, ist unrichtig. Alle Dampfer schwimmen.

Der russische Kommandant gegen den F-ieischwnchcr.

In W e h l a u waren die Fleischpreise auf 40 und 50 Pfg pro Pfund festgesetzt, als die Russen dort waren. Nach den konservativen Wehlauer Organ hatte ein Flcischcrmeistci 90 Pfg. für das Pfund Kalbfleisch genommen. Das halt, der russische Kommandant erfahren nnd er hatte dem Bürger mcistcr mitgeteilt:

Fch will nicht, dass, wer Geld hat, Braten isst und der Arm nicht. Es ist Vieh genug da. Setzen Tie sofort billige Fleisch preise fest und bestrafen Sie den Mann mit 25 Rubel. Wein er bis zum andern Mittag nicht bezahlt hat, lasse tch ihm all Vorräte sortnehmen und seinen Laden schlicssen."

Es wurden jetzt Verkaufspreise festgesetzt, mit denen de Kommandant einverstanden war. Tie Strafe betrug 50 Ml und der Fleischcrmeistcr mußte sie nach vielem Sträube« zahlen.

Einer, der von» Kriege nichts wntzte.

Es gibt in Deutschland einen Menschen, der bis vor tu mp Tagen vom Weltkrieg nichts wusste. Dieser Mann ist der jährige Peter Edlbauer, der Bewirtschafter einer Baude tm SHic?tn= gebirge, aus der er das ganze Jahr in Gesellschast seiner etwa 50- jährigen Tochter lebt. Edlbauer hatte keine Ahnung von den Er­eignissen der Gegenwart. Zettuitgcn liest er nicht, nnd der Brich träger, der die Einberufungsbefehle auszutragen hatte, ersparte sch den Weg ins Gebirge, weil er das Alter des Wirtschafters kann«. Dieser Tage nun erfuhr der Greis durch einen Touristen w« Krieg, Er glaubte aber den Erzählungen nicht, fuhr nach BreSl« nnd erkundigte sich bei einem Militärpvstcn, ob denn wirklich Äritj sei. Der hielt den Mann sür einen Witzbold und wies ihn barst ab. Erst später erfuhr der Wcltsremdling die Sachlage in einet Wachtstubc.

Vorwärts in Belgien!

In Ostende gibt man sich, wie der Vossischen Ztg. aus dem Haag berichtet wird, keiner Täuschung über die baldig

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 86

Die Ausschiffung gmg vor sich, und die ersten Tage des neuen, wilden Ansiedlerlebens vergingen Marstrand in Ver- Wirrung und Unruhe. Tic Räume des Hauses wurden mit den Kisten und Kasten, Ballen und Geräten gefüllt. Es ge- hörte eine beständige Aufmerksamkeit und Aufsicht dazu, um eine erste Sonderung und Ordnung zu erinöglichcn, aber Hclgcstad hatte für einige bewahrte nnd verständige Leute gesorgt, die imstande waren, Marstrand zu unterstützen, und dieser selbst zeigte einen jolchen Uebcrblick und solche Ruhe in seinen Anordnungen, daß bald die Tätigkeit geregelt lvard und alles nötige in Uebcrcinstimmung ausgcsührt wurde.

Nach einer Woche war das Hauswesen notdürftig cinge- richtet, die Arbeiter untergebracht, das Schiff entladen, Boote für den Fischfang eingerichtet, Stellen ausgesucht, um sür d>e verschiedenen Familien Hütten zu bauen, und überall kam die Arbeit in Gang, überall war Hoffnung und Lust in den Ge- sichtern. Die Jacht hatte bedeutende Vorräte an Mehl und Lebensmitteln aller Art mitgebracht, und Marstrand teilte reichlich davon aus, ohne an Wiedererstattung zu denken. Für die erste Zeit gab es hier kein Schuldenkonto. Die Fischer inußten für sich selbst sorgen, die Holzschläger erst sich Wohn- ungen schaffen, der Gaard und sein Kramladen erst einge­richtet sein, das ganze sonderbare Uhrwerk dieses Lebens mußte erst aufgezogen werden.

Mit der größten Anstrengung aller Arbeitskräfte ließ Marstrand sein Vorratshaus bauen und, was an Bäumen und Holzwerk noch nicht vorhanden war, im Walde fällen, aber er lernte dabei kennen, mit welchen Sckjwierigkciten er zu kämpfen hatte, um einen nur einigermaßen brauchbaren Zugang zu dem Felsental der Balself zu gewinnen, lieber steile Spalten niußten Brücken gebaut, ein Weg mußte ange­legt, geebnet und erhöht werden, nnd oftmals erforderte es eine bedeutende Erfindungsgabe, um das Hindernis zu be­

seitigen, das erst nach manchen mißlungenen Versuchen ver­schwand.

Dieser Weg zum Bergwaldc wurde nach nnd nach die Hauptaufgabe des unternehmenden Besitzers, der vom Ma- langerfjord Arbeiter kommen ließ, jeden mietete, der herbei- zuschafscn war. und namentlich nach tüchtigen Zimmerlenten nnd solchen, die von der Anlage einer Schneidemühle einige Begriffe haben konnten, nnihersuchte. Aber wie wenige Men­schen dieser Art waren hier anzutreffen! Mit Mühe und nach vielen Versprechungen wurden ein paar Nordländer dazu be­wogen, die sich in Lcnvig aufhielten und sich rühmten, Müh­len in Trondhjcm und im ganzen Norderamt erbaut zu haben. Als sic jedoch das Dalselftal sahen, den wilden, tiefen Strom, die jähen Wände, die abschüssigen Gründe, erklärten sie cs für unmöglich, auch nur eine Stelle aufzufinden, wo eine Mühle gebaut werden könnte. Marstrands bares Geld allein war imstande, sie dazu z» bewegen, nach seinem Willen und seiner Anweisung Hand ans Werk zu legen und den Der- such wenigstens zu wagen.

Je mehr die Schwierigkeiten wuchsen, um so mehr stei­gerte sich die Energie des jungen Ansiedlers, obwohl steigende Sorgen nach und nach ihre schwarzen Flügel über seinem Kopfe zusanimenschlugcn. Von der frühesten Morgenstunde bis in die Nacht hinein war er geschäftig, bald bei den Ar- beiiern, die das Packhaus vollendeten, bald bei den Mühlen­bauern, bald bei denen, die am Wege schafften, oder in de» Seitentälern am Fjord, wo seine Holzhauer auch tätig waren. Kam er ins Haus zurück, so erwartete ihn neue Arbeit und neue Not. Viele Menschen forderten von ihm Nahrung, Geld nnd Belehrung. Er mußte Streite schlichten, inußte Miß- vergnügte beruhigen, mußte seine wirtschaftlichen Verhält­nisse ordnen nnd sollte zugleich ein Kaufmann sein, der seinen Nutzen wahrnahm nnd seine Rechenbücher zur Hand hatte.

Die Berge der Halbinsel an, Ulvssord bevölkerten sich mit ziehenden Lappcnfamilicn, und das Geklingel der Renntier- glocken tönte von den Alpen, der Knall der Büchsen hallte

über den Mecresarm, und abends kamen Männer in braunen > Hemden, spitze Ledermützen ans den Köpfen und Komager- an W den Beinen, die neugierig den Arbeiten zusahen und Vögel,! Rcnnticrhörncr und Felle zum Tausch gegen Pulver, SBUi I und Messer oder gegen Zwirne und Nadeln brachten.

So standen die Sachen, als zu Marstrands größte! Freude eines Tages Olaf Veigand in sein Haus trat. Wb ein Wesen höherer Art empfing er den ehrlichen, einfache» Olaf^ der seinen herzlichen Enipfang eben so herzlich er­widerte.

Tic Neuigkeiten, welche er mitbrachte, waren nicht vo« besonderer Art. Hclgcstad war noch nicht zurück, der Schr«' ber führte dagegen ein unbeschränktes Regiment, das i allerlei Austritten Anlaß gegeben hatte. Jlda, die sonst dnrä ihre Ruhe und verständige Tüchtigkeit cinzuwirkcn wußtt hatte nur untertänige Sanftmut gegen ihren herrschsüchtigv Verlobten, der sic übermütig nnd anmaßend behandelt« Björnarne aber war ganz von ihm abhängig und Tcufelsmittel, wie Olaf sagte, ein Bursche geworden, W niemand wiederkcnnc. Um nichts kümmere er sich, öfter sei er mehrere Tage lang in die hohen Fjelder gelaufen wie ein Wilder, abgehungert und zerrissen, wieder heim-f kehrt. Es müsse ihm etwas angetan sein, ein Trank gegeb^ oder ein Hexenspruch über ihn gesprochen sein, denn j*il Augen sähen zuweilen aus, wie die eines Wahnsinnigen V* seine Glieder bebten wie im Fieber, wenn man ihn l

oder ausforschen wollte.Die einzige, die dein Schreiber ff I j Spitze bietet", berichtete Olaf weiter,ist Hanna, und ^ Freude ist's, zu sehen, wie sie ihm sein Teil gibt, obgleich - nichts hilft. Nicht geringer ist auch ihre Liebe zu Björns Len sie zu schmeicheln und zu streicheln weiß, allein er dient cs nicht, denn je mehr sie es tut, je ungeberdiger er. In mcincnt Aerger und weil ich es nicht länger ertrag konnte, bin ich fortgelaufen, tief hinein in die Jauren beinahe um mein Leben gckomnicn."

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