deren einzige Missetat es war, Sie Freiheit des ruf fischen Voiles zu erstreben, Di« Marter höhlen in £re(, Snrolensk und Schlüsiel- burg bienen »ach wie vor der gemeinen Peinigung der Gcftnge- ncn. Beim Kricgeaiistzriich find die zwei ArbciterzcitunHcn in Diersburg. Nabochaja Eiazctla und Za Pravdn, unterdrückt, die Redakteure ins Gefängnis gebrmht worden. Kann Herr Wells uns sagen, warum diese Leute und alle die hervorragenden Kräfte aus der Gewerkschaftsbewegung gefangen gehalten werden, wenn »jede Parket in Russland ausser den erln-eme» Reaktionären diesen Krieg mit Begeisterung begrüßt", wie Herr Wells aus freien Stücken versichert?"
Rach einer von uns dem Baseler Vorivürts entnommenen Nachricht hat die sozialdemokratisch« Dumafraktion einstimmig beschlossen, die von der russischen Negierung neuerdings geforderte» iveiteren Kriegskredite in der Hohe von zwei Milliarden a b z n - lehnen, Ter Beschluss erklärt sich aus den genugsam bekannten inneren Berhältnissen des russischen Reiches, An dem guten Willen, Russland auf der Basis der ivestlichen Kulturstaaten zu behandeln, hat es wie oben gezeigt, bei den russischen Revolutionären nicht gefehlt. Die zarrsche Regierung selbst hat alle diese Bestrebungen zunichte gemacht, indem sie auch im Kriege fortfuhr, alle sreihieitlichen Bewegungen nach der landesübltckien Methode zu unterdrücken, und den sreiwillig zuruckgekchrten Burtzew sogar ver- hastete, Es ist darum kein Wunder, dass die sozialdemokratisch« Fraktion nicht die Illusionen der Dummnehrheit zu teilen vermag, die ihre Adresse an die westlichen Verbündeten mit einem Hoch aus Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit schloss, Tie russischen Sozialdemokraten können sich nicht begeistern sitr di« Freiheit Sibiriens, für die Gleichheit des Galgens und die Brüderlichkeit der Knute, Jndeni aber der russische Staat es seinen Sozialisten unmöglich inachte, in gleicher Weise wie die westlichen Genossen für ihr Vaterland cinzustchcn. hat er sich selbst aus der europäischen Gemeinschaft ausgeschlossen und vor der Welt ein Brandmal aufgedrückt.
Französische Unznfriedeicheil mit England n d Rußland.
Englands Ohnmacht scheint allmählich Frankreich ans fernem schweren Kriegsfieber gesunden zu lassen. Wenigstens melden sich die ersten Stimmen der Vernunft. Tic nationalistische Liberte klagt, daß England bisher für Frankreich nur Versprechungen statt Taten gehabt habe. Auch die 20 000 Kanadier, die jetzt durch London Parade marschieren, ehe sie nach dem französischen Kriegs- schauplatz abgehen und die indischen Truppen, die England nach Marseille hat schaffen lassen, nachdem sie sich vorher vergewissert hatten, daß sie erhöhte indische statt englische Krieg?- löhne beziehen, werden Frankreichs Schicksal wohl nicht wenden können. Es mag ja sehr schön aussehen, wenn „die kleinen tzsurkhas und die gigantischen Sikhs" durch die Straßen der Stadt stolzieren und ein paar indische Fürsten mit brillantengeschmückten Turbanen ihnen auf feurigen Rossen voranreitcn. Aber für einen Wintcrfeldzug im kalten Europa sind diese Truppen natürlich erheblich minderwertig, und die ganze Kolonialarmee England-Frankreichs wird dem Regen und der Kälte noch sicherer zum Opfer fallen als den deutschen Granaten und Maschinengewehren.
Auch von Rußland fühlen sich die verständigeren Franzosen betrogen. Ihm werfen sie vor, daß es den Angriff auf Ostpreußen mit Kräften unternommen habe, die zu ge- ring waren, um die deutsche Heeresleitung zu einer erheblichen Verminderung ihres Wcsthccres zu zwingen. Aus Gier nach dem Besitze Galiziens hätten sie die ganze Stoßkraft gegen Oesterreich gerichtet. Mit dieser Stoßkraft scheint cs nun auch nicht allzuweit her zu sein. Die Oesterreicher haben sich zwar vor der Uebermacht zurückziehcn müssen, sind aber doch nicht von ihr erdrückt worden. Jetzt sind genügend deutsche Truppen nach Galizien und Russisch-Polcn geschickt, um das Mindergewicht der Zahl ausglcichen zu können.
Die schwarzen Aelven Frankreichs.
Die Trsbniin teilt mit: Ein ans Frankreich hci-mgekehrter
radikaler Abgeordnetr erzählte gestern in Montevittorio: Die
schwarze» Kontingente, welche die Republik vor die Front ries, sind ein Schrecken für Freund und Feind. Ala» wagt es kaum, sic gegen die europäischen Truppen zu stellen. Sie geben keinen Pardon, sondern morden, sengen und brennen noch Herzenslust. Selbst die Gefangenen, dt« ihnen anvcrtrant sind, erleben den nächsten Tag iiicht mehr. Vor kurzem wurden Senegalesen einem Zuge verwundeter deutscher Gefangener in Lyon als Eskorte bei gegeben/ Als der Zug in der Station eintraf. waren die Gefangenen tot. Die Senegalesen halten sic alle erstochen.
Asraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 85
„Gula", erwiderte der junge Man», „verdient Besseres, als diesen Spott."
„Und was verdient Jlda?" fragte sie.
„Ihre Achtung, Hanna Fandrcm."
„Mehr als das, ich bewundere sie. Sie ist so ruhig, ent- schlossen und verständig wie der beste Fischhändler ans Nordland, so unterwürfig unter Gottes Willen wie ein Missionar, so demütig wie ein Lappe, und doch hat diese fromme, stille Jungfrau ein heißes, zärtliches Herz und ist stolzer als manche Reichsratstochter."
Marstrands Gesicht glühte, er wandte sich ab und stand auf. Hanna ergriff seine Hand. — „Ta kommt der Wind und zerreißt die glatte Decke des Fjord", rief sie. „So wird der Morgen auch über uns kommen und wird die schwüle Luft verjagen. Man sucht uns. Leben Sie wohl, teurer Freund. Jeder spiele seine Rolle, wie er kann; mögen die Betrüger betrogen werden."
Klaus Hornemann streckte den Kopf um die Ecke des Hauses; er hielt Björnarnc an der Hand. — „Da sitzt sic ja, die schöne Braut", rief er, „die der betrübte Bräutigam vergebens sucht. Der letzte Tanz wird aufgcspielt."
„Nicht der letzte, lieber Björnarnc", sagte Hanna, ans ihren Verlobten zueilend, der mißtrauisch »nd ungewiß schien. „Wir werden noch viele Tänze tanzen, ehe der letzte Ipmmt, aber immer sollst du mich bereit finden, mein Bestes zu tun."
Sie zog ihn fort, Marstrand begleitete den alten lächelnden Priester, der vertraulich seinen Arm nahm. — „Nun", sagte dieser, „zweifeln Sie noch, daß dies Paar ein glück- indes sein werde? Solche rasche und tätige Frau muß fstvknarne haben. Sic wird Segen in dies Haus bringen, H-elqestad zu guten Werken und zur Buße leiten."
Marstrand hatte nichts darauf zu erwidern, denn ans
„Tauben" über Paris.
Nach offiziellen römischen Mitteilungen aus Paris sind gestern wieder zwei deutsche Fliigzcuge über Paris erschienen, die 20 Bomben abwarsen. Drei Personen wurden getötet, 14 verwundet. Eine Bombe fiel auf das Dach der Notre- Tamc-Kirche, das zum Teil durch die explodierende Bombe zerstört wurde. Eine andere fiel auf einen Platz in der Nähe. Französische Flugzeuge nahmen die Verfolgung der deutschen auf.
lieber die gestrigen Flüge der deutschen „Tauben" wird weiter bekannt, daß vier Personen getötet wurden. Tie Flieger warfen eine mit eincni Sandsack beschwerte Flagge herunter, worauf geschrieben stand: Antwerpen ist gefallen, letzt kommt die Reihe an Euch!
Das «nc» leuchtete London.
London, 12. Okt. (Ctr. Frkft.s Seit dem Fall von Antiverpen werden hier die Tchntzmassregeln gegen einen nächtlichen Luftjchsss- Ilcberiall noch verstärkt Schaufenster dürfen nachts nicht mehr erleuchtet fein und Cmnifruffc dürfen nur mit hernntergelassenen Vorhängen »»erkehren. (Franks. Zig.)
Ein ncn s australisches Hil skorps.
Tie englische Regierung hat das Anerbieten der australischen Regierung zur Bildung einer weiteren Brigade leichter Reiterei angenommen. Ties ist die dritte australische Brigade.
Antwerpens Fall im Ausland.
Sofia, 12. Okt. Die Eroberung Antwerpens macht ani Balkan überall einen niächtigen Eindruck. Dnewnik nennt sie einen Stich ins Herz Englands. Tie Kambani sagt gleichfalls, die Eroberung Antwerpens sei nicht so sehr ein gegen Belgien als gegen England und Frankreich geführter großartiger Schlag.
Die Montenegriner befchieszen doS Rote Kreuz.
Wien, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich^ Die österr«ichtsch-ungari - ich« Regierung hat den Regierungen DeutschKmds und der neutralen Staaten folgend« Verbalnote zukvmmen lassen: Die Sani-
tätsamdulanzen der 11 österrcichiich-ungarischen Gcbirgsbriqade wurden, so oft sie in Tätigkeit traten, von Montenegrinern beschossen. Obgleich die Ambulanzen die Fahne mit dem Genfer Kreuz auf hohen Stangen angebracht hatten, beichoffen die Montenegriner die Verbandplätze und zwar am 13. August denjenigen am Lisiac, am 18. August den in Cercevopolje ln Montenegro mit Schrapnells und am 2. September den Verbandplatz i» G ra- toro in Montenegro mit Jnsanterleg« schossen. In Eerevopoljc ivurde die Errichtung des Verbandsplatzes gänzlich verhindert, da die monienegrimschc Artillerie sofort, nachdem das Rot« Kreuz auigcvilanzt war. ihr Feuer daraus richtete. Die österreichisch- i ungarische Regierung erhebt in aller Form Protest gegen diese Verletzung der Genfer Konvention.
Russische Pretzjusiiz. j
Die Petersburger Zeitung und Tjen wurden mit je 1000 Rubeln administrativ bestraft wegen Artikeln über die Friedcnsaussichtcn. Die Moskauer Rußkija Wjedomosti er- hielten 3000 Rubel Strafe für einen Aufsatz über die Stellungnahme der russischen Arbeiter zum Kriege.
Die Gefangenen als Erzieher.
Zu dem sehr schwierigen Thema der Gefangenenbehandlung liefert Mar Theodor Behrmann in der Tägl. Rundschau einen bemerkenswerten Beitrag, indem er schreibt: „Sagen wir rund heraus: silr den russische» Soldaten bedeutet die Gefangenschaft weder Schande noch Entbehrungen — für das Empfinden der crsteren mangelt es ihm an den nötigen Ehrbegriffen, sein Hundeleben in der Heimat macht für ihn eine Verschlechterung seiner Lage schier zur Unmöglichkeit. Aber noch etwas möchte ich hervorheben: die Gcsangenschaft wird für den russischen Soldaten zur ernsten Schule werden. Er wird bei uns deutsches Leben, deutsche Art und Sitte kennen lernen: und wenn er nach seiner geknechteten Heimat, nach seiner schmutzigen, verräucherten Bauernhütte, in feinen dumpfen Fabriksaal zuriickkehrt, wird er ein weit stärkerer »nd gefährlicherer Feind des verrotteten Rnsslanü von heute werden, als wie dies unser prächtiger Landwchrmann nunmehr seit Wochen im Felde ist. Der Gefangene als Erzieher."
Ter Vorschlag, der hier gemacht wird, ist jedenfalls viel nützlicher als alle in den Zeitungen veröffentlichten Berechnungen, wie an der Verpflegung der Gefangenen ein paar Pfennige mehr gespart werden können. In absehbarer Zeit
Serien diese Gefangenen, die sich aus allen Schichten der Bevölkerung rekrutieren, wieder in ihre Heimat znrückkehren, und dann wird man überall dort draußen die Erzählung ihrer Erlebnisse »nt Begierde aufnehmen. Werden die Gefangenen so behandelt, daß sie von deutscher Kultur und Gesittung eine hohe Vorstellung erhalten, so werden sic später einmal sehr viel dazu beitragen, um gehässige Vorurteile zu zer- stören und den Völkerhaß zu mindern. Ausgaben für die Gefangenen sind darum ein im Interesse künftiger Friedens, erhaltung ausgezeichnet angelegtes Kapital.
Vielleicht würde cs sich auch empfehlen, für die (sftfnnge. neu kleine und billige Zeitungen in ihrer Mutter, spräche herauszugcbcn, die Artikel aufklürenden Inhalts enthielten. Daß diese Zeitungen mit außergewöhnlichem Takt und Geschick abgefaßt sein müßten, versteht sich von selbst, sonst könnte am Ende durch sie mehr Schaden als Nutzen gestiftet werden. Wollten die zuständigen Stellet einem solchen Plan nähcrtretcn, so würde es ßcwiß nicht an erfahrenen Journalisten der ■ verschiedenen Richtungen, fehlen, die bereit wären, dabei zu helfen.
Gewerkschaften keine politischen Vereine.
Ter Berliner Polizeipräsident hat an verschiedene Ge, werkschaftsführer das folgende Schreiben gerichtet:
Unter Bezugnahe auf Ihre niündlichcn Besprechungen mit meinem Referenten, Rechnungsrat von Berger, teile ich Euer Hochwohlgcboren ergebenst mit, daß ich in den Be» waltungsstreitsachen Leipart, Cohen, Bruns, Schmidt, Schnh- monn und Witt wider mich die angcfochtene Verfügung vom l. April ds. Js, hierniit des Krieges wegen zurückziehe. Ich stelle anheim, nunmehr die betroffenen Zentralvcrbände bezw. Zahlstellen zu veranlassen, ihre Klagen bei dem hiesigen Bezirksausschuß zurückznnehmen. von Jagow.
Damit ist die Verfügung, daß die Gewerkschaften als politische Bereine zu behandeln seien, vom Polizeipräsidenten vorläufig aufgegeben worden.
Wahlprüsunsic» im Reichstag.
Von einer Korrespondenz wird die Nachricht verbreitet: „Um die Einmütigkeit aller Parteien während des Krieges auch fernerhin zu erhalten, wird die Wahlpriifungskommisston wohl vorläufig ihre Beratungen „ich, aufnehmcn, zumal durch die zahlreichen Einberufungen von Abgeordneten in den Heeresdienst auch die bisherige Besetzung der einzelnen Kommissionen bedeutende Veränderungen erfahren würde."
Dazu schreibt uns ein Mitglied der Wahlpriistingskominission: „Diese Nachricht hat sich die betresscndc Korrespondenz rein aus den Fingern gesogen. Wenn der Reichstag seine Arbeiten wieder ans» nimmt, dann beginnt auch wieder die Tätigkeit der Wahlpriifnngs- kommission, die noch einige sehr strittige Mandate zu erledigen hat. Bon den 11 Mitgliedern der Wahlprüfungskonimission find über» dies nur drei zu militärischen Diensten cingezogcn."
Urlaub für Lauvtaqsabgeorvnete.
Das Kricgsminifterinm macht amtlich bekannt, dass Angehörige des Heeres, die als Mitglieder dem preussischen Herrcnhanfe oder Abgeordnetenhause angeboren, zu der am 23. d. M. beginnenden kurzen Tagung beider Häuser beurlaubt werde» sollen, soweit sie nach Lage und Dienst abkömmlich find. — Auch die im Felde befindlichen Mitglieder des Reichstags müssen, soweit als möglich,, zur Teilnahme an den Verhandlungen des Reichstags beurlaubst werden. «.
Zeilrina für krieflsgefangeue Franzose».
In Wesel erscheint seit kurzem zweimal wöchentlich eine Zeitung in französischer Sprache, die in den Gefangenenlagern im ganzen Reiche verbreitet werden soll. Der Zweit der Zeitung besteht darin, daß den Franzosen nach und nadk der deutsche Standpunkt in diesem Kriege klar gemacht wird.' Zugleich werden die Kriegscrcignisse in entsprechender Form berichtet.
Wikilcr eintet eines isinWii Unterfcebootts
W. 15. Berlin, 13. Okt. (Amtlich.) Ein russischer Panzer- kreuzer der Tajanklassc ist am 11. Oktober im Finnischen Meerbusen durch einen Torpedoschus, znm Sinken gebracht worden. Ter stellv. Chef des Admiralstabs: v. Behnke.
W. B. Berlin, 13. Okt. Nach uns vorliegenden Telegrammen vcrbreilcl die amtliche russisltte Tklrgraphenageninr über de» amtlich gemeldeten Untergang des russische» Panzerkreuzers folgende
oein Hause strömte die ganze Schar seiner jungen Freunde die sich seiner bemächtigten und ihn im Triumph in die Singa zurückbrachten, wo er seine Abschicdsrede halten und von allen Abschicdsfreudcn, Händeschütteln, Glückwünschen. Trinksprüchen und Späßen sein vollgemesscn Teil erhalten sollte.
Eine Stunde später stand er auf dem Hinterdeck der Jacht, die mit weitbauschigcm Segel den Fjord hinab- schwamm. Unzählige Hurras folgten dem Fahrzeuge nach, das vor dcni frischen Winde sich rasch entfernte.
Ein sonderbares Gefühl ergriff ihn. als er endlich allein in der Kajüte des Schiffes saß, das ihn seinem ungewissen Schicksale entgegcntrug. Bor wenigen Augenblicken noch umringt von Menschen, die mehr oder minder ihm Teilnahme zuwandtcn, fühlte er, daß er jetzt gänzlich vcreinsanit sei, ganz auf sich angewiesen, ohne den Beistand irgend eines Wesens, das sich ihm gleich oder nahe stellen konnte.
Er warf eine Reihe ernster Blicke aus die Hansen der Kisten und Geräte, welche den Raum füllten, und legte seinen heißen Kopf in seine Hände, bis er die Augen mnftg wieder ausschlug, um sein Gelübde zu wiederholen, unablässig tätig zu sein und alle Schwierigkeiten zu überwinden. Das Glück hatte ihn begünstigt, er hatte Freunde und Unterstützung gefunden: sein Königsbrief hatte ihm einen ungeheuren Landbesitz verschafft, dies ganze Schiff mit allem, was es enthielt, war sein, und rüstige Männer stunden bei ihm, bereit zu seinen Diensten. Leicht mußte es sein, manche andere hcrbeizuschaffen, die er brauchen konnte, denn neben ihm in der Ecke sah er den Eijcnkastcn voll Speziestaler, und was ist für Silber und Gold nicht zu haben! Mit Ungeduld betrachtete er den ganzen Tag über den Lauf der Jacht, die an der Küste hinaiiffuhr und am nächsten Morgen vor Tromiö Anker warf. Ter Vogt hatte ihm einige Arbeiter und' Zininierlcute und Holzfäller genannt, welche gegen guten Lohn und Versprcchniigcn bereit sein würden, ihn zu begleiten, und wirklich fand er mehr guten Willen dazu, als er erwartete. Das Gerücht von der neuen Niederlassung am
Balsfjord und von dem dänischen Herrn, welcher dort Mühlen I bauen und dem den Balselstvald zu Balken und Breftern zer- I schneiden lassen wollte, war vor ihm nach Tromsö gelangt, I und obwohl die meisten darüber spotteten, so waren sie doch nicht abgeneigt, den Zug mitzumachen, um auch ihren Teil an dem weggeworscnen Gelde in Empfang zu nehmen. — Ter Balsfjord war öde und ziemlich unbekannt, verrufen als ein fischarmer Mecresspalt, an dem nur Lappen und Remitiere hausten. Aber auch in diesen armen, trägen, von ‘ Not und Klima entnervten Männern war immer noch ein Teil der Triebe und Leidenschaften ihrer Vorfahren, jener! raubsüchtigen, gierigen und abenteuerlichen Normannen zui ! rückgcblieben, und als die Jacht ihren Weg fortsetzte, hatt^ i sich die Zahl der Arbeiter an Bord um das Doppelte der- f mehrt.
Am dritten Tage lief das Schiff in die gewundene, I immer enger werdende Secbucht ein, aber der Anblick war t kein schreckender. Liebliche Gründe streckten sich, je weiter I man gelangte, um so breiter und grüner aus. Die nackten, I ichwarzcn Felsen wichen zurück und gaben Raum für kleine » Täler, aus denen Bäche da und dort mit schäumenden Ka^ » caden hcrvorpolterten. - lieber die Borhügel fort erkannte der I Blick manche mit dichtem Grün und leuchtenden Birken' I blütcn bewachsene Absätze der Berge, und endlich sah man de" I neugebauten Gaard liegen, der aus erhöhtem Boden ftattli« | und groß aussah.
Mit einem dreifachen Hurra wurde das Haus begrüß!, und aus den verschiedenen Erdhütten und kleinen Gebäude stürzten Männer und Weiber den Ankommenden entzöge"' Ein Psahlwerk war schon zwischen den Usersteinen begönne" wo das Pnckhaus stehen sollte, und wenigstens war cs so we» gediehen, daß die Jacht sich dicht davor festlegcn kannte. M""' strand war der erste, der mit einem mächtigen Sprunge do» Land erreichte, und da stand er nun, wie Helgcstad sagt'- auf seinen eigenen Füßen, seinen Hut auf dem Köpft, Mann, der beweisen soll, daß er für sich selbst zu sorge" versteht. (Fortsetzung folgt.)
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