Ausgabe 
14.10.1914
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete.

Cbecbefflfdje ColfajUiung erscheint leten ffleröao Abend tn liefcen. Der SlbonnemeiU*Bret» belränl »öchenttich 15 ®ffl. monatlich ) Pta. ftnidjL Bnusczlobn. Durch du Polt bezogen lnerteljäbrl.IbÜMk

Redaktion and Ervcdttton Stellen. Babnboslira'ie 23. (ide S-wenaasic. relcvbon 2008.

Ankerate losten die v mat gcivait. KolonetzeUe oder deren Raum 15 Pt» Bei gröberen Aufträgen Rabatt. Anzeigen wolle man In» abend« 7 Ihr kür die folgende Nummer in der Expedition aufgedei»

Nr. 238

Gicßen, Mittwoch, Den 14. Oktober 1914

9. Iayrgailg

^rrqtarid und Belgien am Pranger

Enthüllungen aus amtlichen Dokumenten.

Die Norddeutsche Allgemeine Zeitung schreibt:

Durch die eigene Erklärung Tir Edward Greys ist die Be- »ptung der englischen Regierung bereits als unhaltbar erwiesen, f) die Verletzung der belgischen Neutralität durch Tculschland S Eingrcisen Englands in den gcgcnivärtigen Krieg veranlaßt I t. Das Pathos sittlicher Entriistnng, mit den, der deutsche Ein-

> rrsch tn Belgien von englischer Leite zur Stimmungsmache gegen ! lutschland bei de» Neutralen verwertet wurde» ist, findet eine iue eigenartige Beleuchtung durch gewisse Dokumente, tllche die deutsche Heeresverwaltung in den Archiven des l I g i s ch e n G c n e r a I st a b S in Brussel aufgesundcn hat.

Aus dem Inhalt einer Mappe, ivelchc die Aufschrift trägt , ntervontion anglaise en Belgiquc" geht hervor, daß schon im Iihre 190H die Entsendung eines englischen Erpe - l tionskorps nach Belgien für den Fall eines dcutsch- Iinzösischcn Krieges in Aussicht genommen war. Nach einem vor- isundencn Schreiben an den belgischen Kriegsministcr vom I April 1006 hat der Ehcf des belgischen Gcncralstabs mit dem »maligen englischen Militärattachec in Brüssel, Oberstleutnant I irnardiston, aus dessen Anregung in wiederholten Beratungen »len cingehcnden Plan für gemeinsame Op c r a t i o.n e n Ries englischen Expeditionskorps von 100 000 Mann mit' der I gischen Armee gegen Deutschland ausgcarbeitct. Ter Plan fand P' Billigung des Ehess des englischen Gcncralstabs, Gencral- l ijors Griorson. Dem belgischen Gcneralstab wurden alle An- I ben über die Stärke und Gliederung der englischen Truppenteile, 1er die Zusammensetzung des Expeditionskorps, ferner die Ans- I iffungspunktc, eine genaue Zcitbcrechnung siir de» Abtransport I dcrgl. geliefert. Auf Eirund dieser Nachrichten hat der belgische

> neralstab den Transport der englischen Truppen I das belgische Aufmarschgebiet, ihre Unterbringung und Er- » hrung dort eingehend vorbereitet. Bis in alle Einzcl- I tcn ist das Zusammenwirken sorgfältig ausgcarbeitet worden. I sollten der englischen Armee eine große Anzahl Dolnictschcr »nd I gischcr Gendarmen zur Bersügiing gestellt und die nötigen I rten geliefert iverden. Selbst an die Versorgung englischer Ver- W Mieter war bereits gedacht worden. Dunkirchen, Calais und

> iulogne waren als Ausschiffspunkte für die englischen Truppe»

> rgesehen. Von hier aus sollten sie mit belgischem Eisenbahn-

> »erial in bas Aufmarschgebiet gebracht werden. Tic bcabsichligte

> islabung in französischen Häfen und der Transport durch fraiizösi-

> es Gebiet beweist, daß den englisch-belgischen Vereinbarungen

> iche mit dem französischem Generalstab vorausgegangen Waren. Die drei Mächte haben die Pläne für ein Zn- W>m ni cn arbeiten derverbündeten Armee n", wie

in dem Schriftstück heißt, genau fest gelegt. Dafür spricht

> >ch, daß in den Geheiinakten eine Karte des französischen Ill® arsches vorgesunden worden ist. Das erwähnte Schreiben W "halt einige Bemerkungen von besonderem Fnteresse. Es heißt Wirt an einer Stelle. Oberstlcutiiaiit Barnardiston habe bemerkt,

'* 1011 zur Zeit auf die Ilnterstützung Hollands nicht

rS* lönnc - Er habe ferner vertraulich mitgcteilt, daß die W iglnche Regierung die Absicht habe, die Bassins für den englischen

orpfleginigsnachschnb nach Antwerpen zu verlegen, sobald die M vrdice von allen deutschen Kriegsschiffen gesäubert sei. Des M eiteren regte der englische Militärattachec die Einrichtung eines Wel irischen S p i o n a g c d i e n st e s in der Nheinprovinz an.

I chas Vorgefundene militärische Material erfährt eine wertvolle W 'äkii'Bwg durch «ine,, ebenfalls bei de» Gcheinipapicicn bcsind- ,,cn "(sicht des langjährigen belgischen Ge - I Een in Berlin. Baron G re i n d l, an den belgischen I """er des Acußern. in dem mit großem Scharssinn die dem cng-

> che» Angebot zugrunde liegenden Hintergedanken enthüllt I'rbcn, und in den, der Gesandte auf das Bedenkliche der I tuation hinweist, hje steh Belgien durch eine einseitige »artet n ahme zugunsten der Ententemächte be- » >cn habe. Zn dem sehr aussührlichen Bericht, der vom 21. I zcmbcr 1011 datiert ist, und denen vollständige Veröffentlichung »rbchaltcn bleibt, führt Baron Grcindl ans:

» Der ihm mitgcteilte Plan des belgische» GencralstabS für die » rtcidigung der belgischen Neutralität in einem deutsch-sranzösi- » :n Kriege beschäftige sich nur mit der Frage, was für militärische »ißnahmen für den Fall z» ergreifen seien, daß Deutschland die I gische Neutralität verletzte. Tic Hiipothcsc eines franzöii- I tu Angriffs aus Deutschland durch Belgien habe aber I ade viel Wahrscheinlichkeit für sich. Der Gesandte führt dann I rtlich folgendes auS:

Von der französischen Seite her droht die Gefahr »ichi nur

> m Süden von Luxemburg, sie bedroht uns auf unserer ganzen

> iemeinsamcn Grenze. Für diese Behaiiptung sind wir nicht nur W ilif Mutmaßungen angewiesen. Wir habe» dafür positive An- »laltspunkte. Ter Gedanke einer Umsassungsbcwcgnng von » lorde» her gehört zweifellos zu den Kombinationen der Enieiiie

® cnn das nicht der Fall wäre, so hätte der Plan. W «listingkn befestigen, nicht ein solches Geschrei in Paris und

> j:.' , n bervoraerufcn. Man hat dort den Grund gar nicht vcr- I "cht, aus dem man wünschte, daß die Schelde ohne Vcrtcidi-

**(: Man verfolgte dabei den Zweck, unbehindert eine I Wo* Garnison nach Antwerpen überführen zu können, als m f roe . 1 *.' f"h bei uns eine Operationsbasis für eine I Tn ' D e ' n der Richtung auf den Nicdcrrhein

^'estfalcii z» schassen und uns dann mit fortzurcißen,

> , "Mt schwer gewesen ivüre: denn nach Preisgabe unseres

i L fn Zufluchtsortes hättest wir durch unsere eigene M = J/ U ., uns jeder Möglichkeit begeben, den Forderungen unserer

> w e i s e l h a f t e n Beschützer Widerstand zu leisten, nachdem I m w unklug gewesen wären, sie dort einzulasien. Tie ebenso » er f, den wie naiven Eröffnungen des Obersten I »uuedlston zurzeit des Abschlnsics der Entente Eordialc haben

W ^ deutlich gezc-gt. um was es sich handelte. Als es sich heraus-

> ieiuc, u»>r uns durch die angeblich drohende Gefahr einer

Schließung der Schelde nicht ein schüchtern ließen, ivurde der Plan zwar nicht aufgegebcn, aber dahin abgeändcrt, daß die englische HilfSarmee nicht an der belgischen Küste, sondern in dem »ächftliegeiiden französischen Hasen gelandet werden sollte. Hier­für zeugen auch die Enthüllungen des Kapitäns Zaber, die eben­sowenig dementiert worden sind, ivic die Nachrichten der Zeitungen, durch die sic bestätigt oder in einzelnen Punkten er- gänzt worden sind. Diese in Calais und Dünkirchen gelandete englische Armee würde nicht an unserer Grenze entlang nach Eongivn marschieren, um Deutschland zu erreichen, sic würde sofort bei uns von Nordwcsten her eindringen. Das würde ihr den Vorteil verschasfcn, sofort in Aktion treten zu können, falls wir eine Schlacht riskieren ivollen. Es würde ihr ermöglichen, an Rcsiourccn aller Art reiche Provinzen zu besetzen, auf alle Fälle aber unsere Mobilmachung zu behindern oder sie n n r z u z u l a s s c» , nachdem wir uns formell ver­pflichtet hätten, die Mobilmachung nur z» m Vorteil Eng­lands und seines Bundesgenossen durchzuführen. Es ist dringend geboten, im voraus einen Schlachtplan für die belgische Armee auch für diese Eventualität anfzustcllen. Das gebietet sowohl das Fnteresie an unserer militärischen Verteidi­gung als auch die Führung unserer auswärtigen Politik im Falle eines Krieges zwischen Deutschland und Frankreich."

Soweit die Nordd. Allg. Ztg. Die amtlichen Tvknnicnte sind ein vernichtender Beweis für die Schuld Englands und Frankreichs wie der belgischen Regierung selbst am Schicksal Belgiens, zugleich aber eine glänzende Rechtfertigung des deutschen Ncutralitäts- bruchs.

^ran;ösi'chcr Bericht vom Westen.

In Paris gibt man jetzt offiziell die Niederlagen der beiden französischen Kavalleriedivisionen bei Hazebrouk zu. Man sucht sich aber damit zu trösten, dah man erklärt, daß die Lage bei Ärras günstig sei, falls die Deutschen möglichst lange nördlich der Oise sestgehalten würden.

Die Laae im Osten.

Der Einfall in Ostpreusten ab;;ewiesett.

Für die Kriegslage an der ostpreusiischeli Grenze ist be- merkenswert, das, die Russen die Tatsache zugcben, daß die Deutschen ihre Positionen halten und das; die Lage unver­ändert sei. Das bedeutet mit dem Hinweis aus die Per Wendung der deutschen Eisenbahnen, daß der neue russische Einfall in Ostpreußen abgewiesen wurde.

Die Dardanellen bleiben geschlosse«».

Aus Konstantinopel wird der Reichspost gemeldet: Die Entente-Regierungen besagten sich mit der türkischen For­derung, nach Entfernung des englischen und französischen Geschwaders von dem Mcercngen-Eingang und stellten die Gegenforderung, daß die deutschen Offiziere und Schiffs­mannschaften zurückgesandt würden. Da die Türkei darauf nicht eingeht, bleiben die Dardanellen geschlossen.

Die Finanzlage Frankreichs.

Zürich, 12. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Zu Besprechung der Finanzlage Frankreichs schreibt di« Neue Züricher Zeitung: Wäh­rend es Dcutschlands hervorragender Organisatkonsfähigkeit gc- lungen ist, mit der Begebung der Milliarden-Anleihe ans jrnan- zicllcni oicbiet «inen glänzenden Erfolg zu erringen und die wirt- ichastlichen Krä-te der Nation in wcügcheudstcr Weise für das Staatsintercsie l>cranzuzi«li«n, versagte Frankreich gerade in der großzügigen Anpassung des Kreditwesens an dt« Kriegslage Bisher hat es durch eilt unglücklich formuliertes Moratorium seinen vorl>anden«n Reichtum in sehr unzweckmäßiger Uebcrvor- sicht imniobilistcN und lahmgclegt, Ter Tcmps und andere Blätter klagen ständig darüber, daß die teilweise Sperrung der Depositen und Bankguihabeii sogar angesichts der Zeichnung der Bonds der Tösence national« ausrccht erhalten ivurde, Tic »n- zusi7i«drtth«ii über dis Moratorium und seine Verlängerung wird übrigens in Frankreich immer allgoniciner,

Itnircil und die Elltente.

Zu der drohenden Sprache, die neuerdings die Entente gegen Italien anschlägt, bemerkt die Persevcranza, diese sei nur einer Folge der Erschütterung des Vertrauens in einen Sieg aus eigener Kraft; deshalb sollten die Italiener neben Indern, Marokkanern, Senegalesen und Kanadiern für die Interessen Englands kämpfen. Tic nationalistische Jdca Nazionale bemerkt, der Sieg bei Augustow (? T. Red.) scheine de» Russen zu Kops gestiegen zu sein.

Trotzdem wird stark weiter gerüstet. Tic Regierung hat für Rüstungen weitere 177 Millionen, wovon 160 Millionen fürs Landhecr und 17 für die Marine angewiesen. Damit erreichen die Bewilligungen für Rüstungszwccke seit dem Kriegsausbruch 358 Millionen.

Eine Gefährdung der italienischen Neutralität kann in der schweren Erkrankung des italienischen Ministers des Auswärtigen, Tan Giuliano, liegen, der bisher alle Versuche Englands und seiner Verbündeten zurückwics. Wie das Bcrl. Tagebl. meldet, erhielt San Giuliano die Sterbesakramente. Man befürchtet, daß der Kranke vielleicht die Nacht nicht überleben wird. Es scheint, daß Salandra'das Ministerium des Acußern interimistisch übernehmen wird.

Die Neutralität Rumäniens.

(fixe der blesauvtschaft in Bern.

Gens, 12. Okt. (Ctr. Fvkst.) Um gerade km jetzigen Augen­blick allen in den neutralen Ländern verbreiteten Nachrichten enk- gcgenzutreten, die ans den bekannten ausländischen Quellen stammen mid sich über alle möglichen Absichten Rumäniens aus- lasien, setzt die rumänische Gesoiidschaft in Bern diese» Meldungen und Gcrlichten ein kategorisches Dementi entgegen. Derartige tendenziöse Nachrichten so erklärt sie seien einsach Fritrigen. dazu angetan, die Lage des Landes und die längst entschiedene Halmng der rumänischen Politik in einem ganz falschen Lichte zu zeigen, (Franks. Ztg.j

Die Soziaitsteu und die Neutralität.

In den neutralen Staaten sehen wir die Sozialisten überall an der Arbeit, ihrem Volk die Schrecken des Krieges zu ersparen. So haben die Sozialisten Italiens Ende Sep- cmber zugunsten der Neutralität eine Art Volksabstimmung veranstaltet und damit einen ungeheuren Erfolg erzielt. Je länger der Weltkrieg dauert und je mehr von seinen Schrecken bekannt wird, desto stärker muß der Wunsch der neutral ge­bliebenen Völker werden, von seinen Greueln verschont zu bkeibcu. In gleichem Sinn wie in Italien arbeiten die So­zialisten in Holland, Dänemark, Rumänien und Portugal, obwohl dort überall die Sympathien für die Westmächte sehr stark sind. In Schweden ist die Furcht vor Rußland stärker, dort tritt eine gewisse Sympathie für Deutschland zutage. Die Sozialisten arbeiten aber natürlich auch dort für die Neu< tralität;

(fi«» englischer Protest.

Ti« englische Regierung läßt durch ihre Haager Gesandtschaft einen Protest gegen Deutschland verbreiten, weil Deutsch­land zwecklos Minen selbst vor neutralen Häsen auslege, was im Widerspruch mit Deutschlands Erklärung ans der zweiten Haager Friedenskonferenz stehe. Acht neutrale und sieben englische Kousfahrtei- und Fischcrschisfe feien hierdurch bereits zu Grunde gegangen. Dieser verblüffende Protest geht von demselben Eng­land aus, das eine breite Minensperre dem nentralen Holland direkt vor die Tür gelegt mid damit dessen Schiffahrt nahezu nntrr- bundcn hat.

Das al<e Russland.

A. Wells von der englischen Arbeiterpartei hatte in englischen sozialistischen Blättern Rußland als Bnnktesg^enossen Englands ge­leiert und mit großer Bestimmtheit versick>ert. das jetzig« Rußland fei ein ganz anderes als das jrühcre, cs werde liberal iverden und habe schon Beweise seiner Wandlung in Hülle und Fülle gegeben, sowohl den linbcrdrücktcn Finnen, Fubtii und Polen gegenüber, wie ai^ch im Hinblick auf die konstitutionellen Wiinsä>c des russischen Volkes. Diesen pl>antastischen Lobpreisungen des -arischen Ruß­lands treten im englischen sozialkstischen Wochenblatt Labour Leader eine Anzahl russischer Fonrnalisten entgegen, die sich in England aufhaltcn. Fn einer Erklävung, die von den russische» Fonrnalisten B. Eliashcff, W Kerjcntsoff, W. MaiÄn, ®. Rappaport, S. Roshin und Th. Rothstein unterschrieben ist, heißt es:

Bisher sind Versprechungen nur den Polen gemacht iov»- den, ivährcnd den Finnen und Juden nichts versprochen wurde, Fni Gegenteil hat jsingst der Russiiche Fnvalibe, ein in Militär­kreisen weit vcvbvcitetes offizielles A rrneeorga n. die Ho ii innig der Fnden und Finnen ins läckpirliche gezogen und die Möglich­keit einer Besierung ihrer Lage als einen .xibsuvden Traum" bezeichnet. Gerade gegen di« Finnen wurde noch zu Beginn des Krieges «tn besonders strenges Regiment «ingefsihrt. und die Beschränkungen der staatsbürgerlichen Freiheit der Fuden be­stehen nach ivie vor weiter. Die Kinder der Fuden. die an der Front siir den Ruhm der ruf st schon Armee kämpfen, sind nach wie vor von den Sekundär ich ulen und »niversitäten ausgeschlossen/

Ein einflußreicher russischer Publizist, desien Namen ber Labour Lcaber verschweigt, schreibt:

Es ist wahr, baß sehr viele Russen ictzt siir den Kriea sind. Man muß ober di« Psvchologic eines unterdrückten Volkes kennen, das daran verzmeiselt, sc sein Land frei und glücklich zu scheu, das alle Hofsnitng verloren hat, ie eine gute und ehrliche stiegieruna durch kostitutionellc Mittel zu bekom-men, das deu Krieg betrachtet als di« einzige Aussicht aus Freiheit. Der Krieg wurde in Rußland begrüßt nicht aus nationaler Ani­mosität gegen die Donllchcn. nicht aus Furcht für die deutsche Gefahr, solide ni weil das Volk in ihin die einzige Rettung von der tyramihschei, Regierung sali. Es ist der mnstische Glaube eines verzweifelten Tklavcn oder eines im Fieber liegenden Ölefangenen, der Visionen der Freiheit an-eänimern sicht ans einer Katastrophe. Der Wunsch ist der Vater des Gedankens. Viele Rnsien meinen. Rußland iverde nach der Besiegung Tentsch- lands sich zum hcssercn wenden. Aber ivarum nicht zum schlcck>- tcrcn? Und diese Frage fängt setzt schon an. manchen Geist ,tl bcunruhigcn. der, als der Krieg begann, anders dachte. Sie schcn kein Zeichen der Besserung, keinen Ansaiig dcr Aenderun». kerne Neigung bei ber Regicrung. des Volkes Wunsch »nd Hoss- n-iina cntzzegcnznkvmmen."

Endlich verösfentlicht Im selben Blgll« Peter Pc troff einen Brief. t«r vcri bcr Timcc- und vom Dgi!» Ehroniclc abgewiesen wurde. Dcr Brief lautet:

Es ist wahr, daß gewisse russisch« Revolutionäre und Anarchisten alles vergesien haben »nd sich der Regier»,>a aii- schloycn, aber die Regierung bat nichts vcrciesken >md nichts ge­lernt. Die meisten cnropäisckcn Regierungen haben Aniueiycn er« lassen, aber die russischen Gciängnisse sind jetzt noch niehr über­füllt als früher, mit ,zeh>itcmseiidgn junger Männer mid Frauen,