ftäieit Schade» an den Obstbäumen. Die Ortspolizeibehörden solle» daher die Obstbaumbcsiber durch Anlegen von Raupenleimgürteln zur Bekämpfung des von Mitte Oktober ab erscheinenden Schmetterlings aussordcrn.
— Anton Erkelenz, der fortschrittliche Reichstagskandidat bei der letzten Rcichstagswahl. ist im Kriege in Nordfrankrcich leicht verwundet worden. Er hat einen Schuh im Bein erhalten.
— Der Brand in Mainzlar am Donnerstag, von dem wir am Samstag berichteten, äscherte die gefüllten Scheunen der Landwirte F. Schwarz, I. Grölz und L. Vogel ein. Tic beiden letzteren sind im Kriege. Natürlich hat das Feuer großen Schaden verursacht, der jedoch durch Versicherung gedeckt ist. Kleine Jungen, die in der Vogelschen Scheuer mit Streichhölzern spielten, haben den Brand verursacht.
Krei< Wetzlar.
y. Kriegsopfer. Aus Wetzlar und Umgegend sind gefallen: Reservist Karl Loh aus Dutenhofen, Reservist Heinrich Schaub aus Oberlemp, Landwehrmann Heinrich A m e n d ans Ncukirchcn, sämtlich Jnf.-Rcgt. Nr. 81; Reservist Wilhelm Zickel aus Nicderwctz, Musketier Fritz Busch aus Katzcnfurt, beide Jns.-Rcgt. Nr. llfi (Gießen): Landwehrmann Heinrich V e t h aus Niederkleen, Art.-Rcgt. Nr. 20, Grenadier Friedrich Fciling aus Atzbach, Gardc-Regt. Nr. 2, Füsilier August Schmidt aus Diefenbach, Garde-Regt. Nr. 1 (Alexander).
— In der letzten Verlustliste sind folgende Angehörige des
Infanterie-Regiments Nr. 81 angesührt: Unteroffizier Edmund
Höh aus Wetzlar. leicht verwundet. Gesr. Heinrich Krcuter aus Aßlar, schvw. —Res. Joh. Reibnll aus Nauborn lvw. — Res. L o tz I. aus Wetzlar-Niedergirmes, lvw. — Res. Wilhelm Loth aus Wetzlar, lvw. — Wchrmann Heinrich Stahl II. aus Kröffelbach, schvw. — Wehrmann Georg Frech aus Wetzlar, lvw.
— Wehrmann Georg Traser ans Wetzlar, schvw. — Wehrmann Ludwig Schaab aus Wetzlar, schvw. — Wehrmann David Wols I. aus Wetzlar, schvw. — Unteroffizier Karl Gaul aus Wetzlar, lvw. — Gefreiter Adolf Gümbel aus Krofdorf, schvw.
— Gefreiter Heinrich Krombach aus Krosdorf, lvw. — Gefreiter Louis Hch. Wagner aus Gleiberg, lvw.
krchc ßrftljc im Westen uni) Lsten.
Die Eroberung Antwerpens ein Höhepunkt. Gewaltiger Eindruck in» Auslände.
Großes .Hauptquartier, 10. Oktober, abends. (Amtlich.)
Nach nur z >v ö l f t ii st i g c r Belagerung i st A » < >v e r p e n mit allen Forts in unsere Hände gefallen. Am 28. Srptcniber siel der erste Schuß gegen die Forts der äußeren Linie. Am 1. Oktober wurden die ersten Forts erstürmt, am 6. und 7. Oktober der stark ange staute, meist 400 Meter breite Nethc-Abschnitt von unserer Infanterie und Artillerie überwunden. Am 7. Oktober wurde entsprechend dem Haager Abkommen die Beschieß- »» g der Stadt a n g e k ü n d i g t. Ta der Kommandant erklärte, die Verantwortung für die Beschießung übernehmen zu wollen, begann Mitternachts vom 7. zum 8. Okt. die Beschießung der Stadt. Zn gleicher Zeit setzte der Angriff gegen die innere Fortlinie ein. Schon am 9. Oktober früh tvarcn zwei Forts der inneren Linie genommen und am 9. bs. nachmittags konnte dir S t a d t ohne c r n st h a f t e n Wider st and besetzt werden. Die vermutlich sehr starke Be s a tz n n g hatte sich anfänglich tapfer verteidigt. Ta sic sich jedoch dem Ansturm unserer Jnsanterie und der Marinc Tivision sowie der Wirkung unserer gewaltigen Ar tillcric schließlich nicht gewachsen suhlte, war sie in voller Auslosung geflohen. Unter der Besatzung befand sich auch eine unlängst cingetrosscnc englische Marine brigade; sic sollte nach englischen Zeitungsberichten das Rückgrat der Verteidigung sein. Ter Grad der Auslösung der englischen und belgischen Truppen wird durch die Tat
sache bezeichnet, daß die Uebcrgabe-Verhandlungen mit dem Bürgermeister geführt tvcrdcn mußten, da keine militärische Behörde anfzusinden war. Tic vollzogene Ucbcrgabc wurde am 10. Oktober vom Chef des Stabes des bisherigen Gouvernements von Antwerpen bestätigt. Tic letzten noch nicht übergebenen Forts wurden von unseren Truppen besetzt.
Tie Zahl der Gefangenen läßt sich noch nicht übersehen. Viele belgische und englische Soldaten sind n a ch Holland entflohen, wo sie interniert werden. G e < waltige Vorräte aller Art sind erbeutet. Die letzte belgische Festung, das „uneinnehmbare" Antwerpen, ist bc- zwungcn. Die Angrissstruppcn haben eine außerordentliche Leistung vollbracht, die von Seiner Majestät damit belohnt wurde, daß ihrem Führer, dem General d. I. v. Besc- ler, der Orden I'our In )lörito verliehen wurde.
Eine Proklamation des Generals v. Beseler.
Brüssel, 10. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) General v. Bcseter, der Befehlshaber der Bclagernngstruppcn von Antwerpen, hat folgende Proklamation erlassen:
Bewohner von Antwerpen! Das deutsche Heer be- tritt Eure Stadt als Sieger. Keinem Eurer Bürger wird ein Leid geschehen und Euer Eigen- t u in w i r d geschont werden, wenn Ihr Euch jeder Feind- seligkcit enthaltet. Jede Widersetzlichkeit dagegen wird nach Kriegsrecht bestraft und kann die Zerstörung Eurer schönen Stadt zur Folge haben.
25000 Gefangene ii» Holla>»d?
Amsterdam, 11. Okt. (Priv.-Tel. der Franks. Ztg.' Ctr. Frkft.) Die Zahl der bis jetzt über die holländische Grenze gedrängten Engländer und Belgier ist auf fünfundzwanzfgtausenü zu schätzen.
Siege an der Westfront.
Schwere rassische Niederlage«».
Großes Hauptquartier, 11. Okt., abends (W. B. Amtlich.)
Westlich von Lille wurde von unserer Kavallerie am 10. Oktober eine französische Kavallcriedivision völlig, bei Hazcbronk eine andere französische Kavallcriedivision unter schweren Verlusten geschlagen. Die Kämpfe in der Front führten in, Westen bisher zu keiner Entscheidung.
lieber die S i c g c s b c u t c v on Antwerpen können noch keine Mittciiungcn gemacht werden, da die Unkcr- lagcu erklärlicherweise noch fehlen. Auch über die Anzahl der Gefangenen, über den Uebertritt englischer und belgischer Truppen nach Holland liegen noch keine zuverlässigen Nachrichten vor.
Aus dem östliche n Kriegsschauplatz wurden im Norden alle Angriffe der 1. und 10. russischen Armee gegen die ostprcußischen Armeen von diesen am 9. und 10. Oktober zurückgeschlagen. Auch ein Umfassungsvcrsuch der Russen bei Schirwindt wchrdc abgcwiescn, dabei 1000 Russen zu Gefangenen gemacht. In Südpolcn erreichte die Spitze unserer Armeen die W e i ch s c l bei G r o j e g. Südwestlich Warschau fielen 2000 Mann des 2. sibirischen Armeekorps in unsere Hände.
Russische amtliche Nachrichten über einen große» russischen Sieg bei Augustowo-Snwalki sind Erfindung. Wie hoch die amtlichen russischen Nachrichten einzuschätzcn sind, zeigt die Tatsache, daß über die gewaltigen Niederlagen bei Tnnnenberg und Insterburg keine amtlichen russischen Nachrichten veröffentlicht worden sind.
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Die in Gießen wohnhaften, in den Jahren 1894 bis einschließlich 188» geborenen unausgebildcten Landsturmpslichtigen, die sich
noch nicht zur Laubstuvm-rolle gemeldet haben, fordere ich hievnrtt auf, die Anmeldung auf Zimmer 4 des Regierung-sgebäudes (Landgraf Philipp-Platz) unter Vorntage des LandstnrnrscheinS sofort zu bewirken.
Wer die Anmeldung zur Landsturm roll« unterläßt, wirb mit FreihcitSstvafe von 6 Monaten bis zu 5 Jahr«n bestraft.
Gießen, den 10. Oktober 1914.
Der Oberbügcrmelster:
Kartoffel-Verkauf.
Dienstag, den 13. Oktober, vormittags von 8 bis 12 Uhr
werden seitens der Stadtverwaltung im Schnlhans m der Neustadt Kartosfctn in Mengen bis zu 10 Pfund an Bewohner der Stad» verkauft. Der Preis beträgt für das Pfund 3 Pfeimige,
Gießen, den 10. Oktober 1914.
Ter Oberbügcrmeistcr: _ Keller. _
Bekanntmachung.
Ti« Friedhöfe sind in der Zeit vom 10. Okiober 1914 bis t». November 1914 von 8 Uhr morgens bis 6 Uhr abends geöffnet.
Gießen, den 12. Oktober 1914.
Der Oberbürgermeister: _ Ke ller . _ _______
Bekanntmachung.
Die Verpslegungsgelder für di« während des Monats September in Bürgerwohnmigcn untergrbrachten Munnsrhastcn des 1. und des Erfaß-Landsturm-Bataillons gelange» bej der Stadtkasie (Ein»
gang von der Tüdanlagc) zur Auszahlung und zwar:
l> vom 12. Lktober an für die in ihren eigenen Wohnungen
verbliebenen (also di« Gießen««) Mannschaften (soweit sie nicht inchr anwesend sind, erfolgt Zahlung an ihre Ehefrau«» oder andere Personen, di« sich über Empsangsbernlitigung auswcisen):
2) vom 15. Oktober an für die übrigen (das sind di« in fremden Wohnungen verpflogte-n) Landsturmleute.
Di« Vergütungen für die zu 2 bezeichnet«» Mannschaften werden bezahlt:
a) soweit sic für Mannschaften des 1. Bataillons zu leisten sind, an den Hausbesitzer oder einen d«r beteiligten Bewohner je in einem Betrag sür's gang« H-auS: die AuSein.cmdersetzun« mit den übrig«« Beteiligten ist Sache des Empjängcrs: k) im übrigen an di« einzeln«« Empfangs berechtigten.
Für die im September hier untergebrachten Mannschaften anderer Truppenteile, insbesondere der Gardercgtmenter, können die Vcrqiiiungcn gegen Vorlage der Vcrpslegnngszcttel wie seither tm Stadthaus, Seitenbau von den beteiligten Einwohnern in Empfang genommen werden und zwar ans den Straßen mit den Anfangs, bnchftaben
A (Aliccstraßc) bis G (Gütendevgstraße) vom 12. Oktober an H (Hammstraße) bis L (Lndwigltraste) vom 15. Oktober an M (Mäusbttvg) bis So (Tonnenstraßcl vom 20. Oktober an St (Steinstraße) bis Z (Zozelsgaffe) vom 24. Oktober an. Gießen, den 8. Oktober-1914.
Der Lbcrbügcrmeistcr:
Keller.
Verantwortlicher Redakteur: F. Vetters. Gießen.
Vcrlaa von Krumm & Eie., Gießen.
Truck: Verlag Osfenbacher Abendblatt. G. m. b. H., Ofsenbach a. M.
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Montag» de»» 12. Oktober, abcndö halb 9 Uhr, in» Geiverkschaftshaus
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Generalversammlung
Tagesordnung:
1. GejchäftS- und Kassenbericht 2 Ergänzungswatü des Vorstandes.
3. Vortrag des Genossen Vetters über: Krieg und die Sozialdemokratie.
4 Verschiedenes.
Zahlreiches Erj-teinen erwartet
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10.50 12 50 14 50
16.50 18 50
20.50
Ncholihnas
Friedrich Magnus
Inhaber: tkbr. Mao »,,3 Gießen, Seltcrsweg 61 Telephon 916.
Jüngere
Vcrkiinfcrin
sucht Stelle bet sreter Stalio, und einer kleine» Vergütung,
Näheres in der Expedition de Oberhesi. Voikszeilung.


