Verbündeten anzunchmcn. Das Schicksal der Kolonien kann nicht als entschieden angesehen werden, bevor die englische Flotte die deutsche Schlachtflottc besiegt hat.
Gärung in Aegypten.
Aus der Durchreise in Basel erzählten ausgcwiescnc Deutsche, wie die Basler Nachrichten berichten, allerlei über die Lage in Aegypten. In der Bevölkerung, besonders unter den eingeborenen Truppen, herrscht eine sehr große Erregung gegen die britische Herrschaft. Die ägyptischen Offiziere wurden gefragt, ob man sich im Falle eines Krieges gegen die Türkei auf sie verlassen könne: als sie erklärten, niemals gegen das Kalifat kämpfen zu wollen, versetzte man sie strafweise in den Sudan. In Kairo mußte eine Meuterei der eingeborenen Truppen niedergeschlagen werden. Durch 40 000 Inder, die zur Stütze der englischen Wehrmacht landeten, wurde die Pest cingcschleppt. Am Tage, wo die Deutschen abreisten, waren in Kairo 48 Todesfälle zu verzeichnen. Sowohl in Palästina wie in Aegypten ist das Volk für die Deutschen begeistert. In den Moscheen wird täglich für den Deutschen Kaiser, Hadschi Mohamcd Raljun, gebetet (Raljun bedeutet Wilhelm, Hadschi heißt Pilger, da der Kaiser auf seiner Palästinarcisc Jerusalem besuchtes, lieber das Vorgehen der Negierung führen die Deutschen bittere Klage. Tausende von Postsäckcn aus Deutschland wurden vernichtet. Geldsendungen und eingeschriebene Briese zurückgehaltcn. Die Ausweisung traf die Deutschen Knall und Fall: beim Vcrlaffcn
des ägyptischen Bodens mrirdcn sic einer äußerst scharfen Leibesvisitation unterzogen, bei der auch das Ausziehen von Schuhen nicht fehlte. — In Monza ist ein italienischer Ingenieur aus Kairo eingctrofsen, der die Wahrnehmung gemacht hat, daß England mit einem türkischen Angriffskrieg gegen Aegypten rechnet und ganz außerordentlich starke Vorkehrungen getroffen hat.
Die Behandlun-k deutscher Gefangener in Belgien.
Der Nieuwe Rotterdamsche Courant veröffentlicht eine Sammlung mit Namen gezeichneter Zuschriften gefangener deutscher Soldaten in Belgien, darunter mehrere Offiziere. Alle drücken ihre große Genugtuung über die ausgezeich- nete Pflege und Behandlung aus, die ihnen in Belgien zu teil geworden ist. Frau Vandervclde, die Gattin des s o z i a I i st i s ch e n S t a a t s m i n i st c r s , die mit ihren, Mann die deutschen Verwundeten besucht hat, um sich über ihre gute Pflege zu überzeugen, hat ihnen zahlreiche Bücher und auch Spielkarten zugesandt.
Die skandinavischen Karteien und der Krie \
Im Gegensatz« zu der Haltung der Paricipresie verschiedener anderer neutralen Länder kann gesagt werden, daß im allgemeinen die dänische und norivegische Parteipresse sich in bezug auf die zivischen den Parieiorganisolion:,, der kriegsführenden Länder entstandenen Zwistigkeiten möglichst neutral verhalten. Sozialdemokraten in Kopenhagen ebenso wie das gleichnamige Parteiorgan r« Ehristiania beichränken sich darans. schlechthin die von den verschiedenen Seiten hcrrührenden Kundgebungen und Proieste wicder- zngebcn. Während das Kopenhagener Blatt überhaupt keine Kominentare hinzpfügt, begnügt sich das norwegisch« Hanpiorgan damit, einige kurze, am die Mitteilung von Tatsachen sich beschränkende Bemerkungen anzuhäugen. Umsomehr beschäftigt man sich, besonders in Dänemark. mit der Stellungnahme der eigenen Partei.
Von verschiedenen Seiten wird in der dänischen Provinzpresse an der Parteileitung herbe Kritik geübt, weil die Abgeordneten der Partei beim Kriegsausbruch im Reichstag« für die Bewilligung der bei den kleinen Verhältnissen des Landes recht bedeutenden Summe von 10 Millionen Kronen gestimmt haben, die von der Regierung als außerordentliche Miliiärmisgabcn bezw. für die zur Ausrechtc rha I tung der Neutralität vorgenommonen teiliveisen Mobilisscrung verlangt worden waren. Sonst aber scheint die Stimmung in Pariükreisen der Parteileitung recht zu geben. Der Parteivorsstzcn.de Slaimmg wird ivohl der allgemeinen Meinung den richtigen Ausdruck verliehen haben, als er in einer Versammlung von zirka 1000 Vertrauensleuten der Gewerkschaften und der Partcivcrcine Kopenhagens und der Vorstädte die Ansicht der Parteileitung wie folgt zusammensaßi« : „. . . Wir haben den
Militarismus, dessen Gegner wir sind, nicht gntgeheißcn, wir haben uns aber nach den nun einmal gellenden Gesetzen gerichtet und dahin gestrebt, die für unser Volk »nd für unser Land minst-gsie Stellung »uicr dielen schwierigen Verhältnissen zu bewahren."
Aebnlich liegen die Verhältnisse kn Norwegen. Dagegen hat sich in der schwedischen Parteiprcssc von Anbeginn des Krieges an ein« ansgesprochen« deutschseindliche Stimmung., die gelegentlich der 5 Miliiarden-Bewilligung auf die deutsche sorialdcmokraiil'chc Partei übertragen wurde, bemerkbar gemacht. Ein Artikel des Abg. Südekum in dem schwedischen Zeniralorgan Sozialdemokraten in Stockholm, in dem die Stellungnahme der deutschen Partei erklärt wurde, fand keine besonders gMe Ausnahme. Die von der Redaktion angehängten Bemerkungen kvarrn dem Standpunkt« der deui- sckien Partei clzrr ungünstig. Solche kriiischen ÄKmerkungen baden
sich seitdem, wenn auch später in etwas abgeschwächter Form, mehrmals wiederholt. Ihre Meinung wird jedoch nicht überall geteilt. So hat neuerdings Ny Tid, das Parteiorgan in der zweitgrößten Stadt Schwedens, Gothenburg, einen Artikel gebracht, der sich sehr scharf gegen die genannten Ausführungen des Sozialdemokraten wendet. Es wird u a. gesagt, man dürfe solche bitteren Borwürse nicht gegen die deutsche Partei richten, dieselbe Partei, die früher der schwedischen Arbeiterschaft tatkräftig und hilfsbereit zur Seite stand, und zwar un>t«r schwierigen Verhältnissen, während sich die Arbeiterschaft anderer Länder mit — Resolutionen begnügte.
Ansru, der rumänischen Sozialdemokratie.
Tie sozialdemokratische Parteileitung Rumäniens hat einen Aufruf veröffentlicht, in dem cs heißt: Wir sind ver- pflichtet, die Aufmerksamkeit auf die Gefahr zu lenken, welche für unser ganzes Land in der russischen Propaganda liegt. Die sogenannten „unabhängigen" Organisationen treiben eine schamlose Propaganda, um neben den Spionen des Zarismus eine russophile Stimmung zu erzeugen und unter den> Vorwand, daß sie für Frankreich und für die französische Demokratie und Zivilisation seien. Wir haben Grund, zu behaupten, daß diese Propaganda nur unser Verhängnis sein kann. Sie führt uns direkt zum Kriege. Wir lenken die Aufmerksamkeit der arbeitenden Klassen des ganzen Volkes auf diese unglaubliche systematische Kampagne. Ein Zu- iammengehen mit dem Zaren bedeutet die Absetzung der Demokratie, Unterdrückung der Volkssreihcit und die Reaktion. Wir müssen uns gegen diese Strömung, gegen den Rubel, der rollt, wenden. Das rumänische Volk muß wissen, daß die russiiche Gefahr immer die größte war und ist.
Tie Sozialisten Portugals.
Der Reichspost wird aus Mailand gedrahtet: „Wie die hiesigen Blätter aus Mailand über Lissabon melden, haben die radikalen Sozialisten der portugiesischen Cortes eine gemeinsame Kundmachung erlassen. Das Manifest fordert „in letzter Stunde" zu strengster Neutralität Portugals im eng- tischen Krieg ans und richtet sich sonach gegen die Forderung des Dreiverbandes, daß Portugal seine Truppen Frankreich zu Hilfe sende.
Dcntschfrenndliche Stimmung in Australien.
Der stenographische Bericht über die Sitzungen des Parlaments von Neuilldwalcs in den ersten Augusttagen enthält eine Kundgebung, die für die Stimmung der bevölkertsten Kolonie des australischen Staatenbundes bezeichnend ist (Parliamentary Debates, Scond Session 1914, S. 588). Ein Mitglied äußerte am 5. August den Wunsch, der Premierminister möchte der Bevölkerung empfehlen, sich icdcr unnötigen Herausforderung der vielen tausend naturalisierten Deutschen zu enthalten. Der Führer der Opposition, Mr. Wade, fügte diesem Wunsch den weiteren hinzu, es möchte auch gegen die nicht eingebürgerten Deutschen Duldung geübt werden. Der Premiermini st er, Mr. H o l m a n. antwortete folgendermaßen: „Ich bin für die Anfragen dankbar. denn sie geben mir Gelegenheit, mich über diesen Gegen- stand zu äußern. Ich glaube, den Gefühlen des ganzen Ge- memwcsens — sicherlich denjenigen dieses Hauses — Ausdruck zu verleihen, wenn ich sage, daß der Abbruch der freundlichen Beziehungen zwischen den beiden Nationen den Gefühlen, welche Australien als ein Ganzes gegenüber den in unserer Mitte weilenden Deutschen empfindet, keinen Abbruch getan hat. Ich brauche nichts beizufügen. Ich hoffe, daß während der schweren Zeit diese unsere Wohngenossen erfahren werden, was australische Gastfrenndschast heißt." (Franks. Ztg.)
Karin Michaelis als Afteunvi«, Deutschlands.
Wie», 0. Okt (33. B. Nichtamtlich.) Die dänische Schriftstellerin Karin Michaelis bat der Zeit ein Schreiben Übersandt, in dem sic den den Dänen ciiigein.pficn, in jüngeren Generationen „roß,gezogene» Dcutlchcnbaß verurteilt und hcrvorhcbi, wie Deutschland und Oesterreich die Schätze, die das kleine Dänemark an Kunst und Literatur besitzt stets gewürdigt haben und schätzen, und wie Deutschland die Dänen stets mit ofsenen 3lrmen ausgenommen habe. Sic erklärt, daß sie jahrelang auf wiederholten langen Reisen nach Deutschland und Oesterreich niemals auch nnr dem geringsten Zug begegnet sei der daraus gedeutet habe, daß in der deutschen Nation die Elemente des Barbarentums vorhanden seien.
Im Gegenteil, es gebe keine Nation der Erde, die im Grunde k, sanft und gefühlvoll wie die deutsche sei. Ich wollte, schließt Karin Michaelis, die Zeilen möchten zu allen gelangen, denen sie etwas zu sagen haben, als treuer Gruß einer, die, so lange die deutsche Nation eine Barbarennation geschimpft wird, es als eine Ehre be. trachten würde, diesen Schimpfnamen zu tragen.
Giuc türkische Abweisung Nutzlauds.
Wien, 9. Okt. (Ctr. Bln.) Der russische Botschafter tu Konstantinopcl hat die Absetzung eines in einem Stambuler Dheater mit großem Erfolg anfgeführten Stückes vom Spieß plan verlangt, weil das Stück Rußland herabsctze. Seing Forderung wurde nicht erfüllt.
Der Liigc«scldi>«a «nkerer Gegner.
Dem Berl. Lolaianz. wirb geschrieben: „Dieser Tage wurde I eine Anzahl hier lebender Brasilianer, die hiesigen größere» ind,- i stricllen Firmen als Beamte angehörcn, zum bräfilanische» Oie-; > sandten in Berlin zitiert. Er empfing sie mit den bemerkenz-i, werten Worten: „Meine Herren, ich habe Ihnen mftzuteilcn, dH Sie tot sind." Auf die begreiflicherweise etwas erstaunte Gegen, frage fügte der Gesandte hinzu, daß nach dem ihn gewordenen Berichten brasilianische Blätter die Nachricht gebracht hätten, es seien in Berlin dreißig dort lebende Brasilianer erschossen worden , Irgendwelche Gründe für dieses summarische Verfahren gegen B» wahner eines neutralen Staates scheinen nicht angegeben morde, zu sein. Natürlich forderte der Gesandte seine Landsleute auf, aus schnellstem Wege nach Brasilien die Kunde zu senden, daß sie nsch, nur leben, sondern auch, wie es sich von selbst versteht, in vollste, Sicherheit und Freiheit ihrer Beschäftigung nachgehen."
Ter Rcichsctat für 1915.
Wie die Berl. Politischen Nachrichten mitteilcn, wird! dem Reichstag, schon um den verfassungsmäßigen Vorschris- ten zu genügen, rechtzeitig ein Etat für 1915 vorgelegt wer. den. Tie Korrespondenz sagt darüber:
„Ter künftige Etat bann naturgemäß einen Anspruch ans Richtigkeit nicht erheben, da gegenwärtig die Dauer des Krieger nicht abzusehe» ist upd tnsoigedcssen über den Wiedereintritt normaler Verhältnisse ni Einnahmen und 3lnsgab«n keiner!« Vermutung möglich ist. Man wird sich daher daraus beschrän- keu, bei bm Ausgaben im wesentlichen dieselben Eiaisposien wieder cinzustelleii, die der lebte Etat enthielt. unter Veracht aus alle Neuforderuugen. Bei den Einnahmen, ans deren Gestaltung die Kriegsdauer von ent scheid« indem Enisluß ist, kann nian mangels jeglichen Vvranschlag:s nnr die Sätze des vorigen Etats einstellen. Der Etat bietet mithin tm ivejcnt sichen nur di« gesetzliche Grundlage für spätere Nachtragsetots, deren Ausgabe cs sein wird, der aus der Entwicklung der Ding« ans den Kriegs- schanplätzcn sich ergebenden Lage Rechnung zu tragen. lieber den Zeitpunkt der Einbringung des Etats im Reichstag sind endgültig« Entschließungen noch nickst gefaßt: cs ist möglich, daß er erst nach Neujahr zur Vorlage gelangt."
Ter Reichstag ist bis zum 24. November vertagt; man rechnet aber damit, daß er erst im Dezember zu einigen Sitzungen zusammentretcn wird.
Unsichere Grenzen.
Während die Russen sich auf ungarischem Boden aufge- halten haben, soll den Kosaken verboten gewesen sein, zu plündern. Aus diese Art wollten die Russen die Sympathien der rumänischen und ruthcnischen Bevölkerung gewinnen, aber cs wird gemeldet, daß diese sich in ihrem Patriotismus nicht wankend machen ließ, sondern bemüht war, die östcr- rcichisch-nngarischcn Truppen durch Rauch- und Jcuersignale zu unterstützen.
Die Nachricht wird durch Wolfss Tclegraphenburcan verbreitet und wir dürfen sie demnach als zutreffend arischen.
Sie ist nicht ohne Interesse, weil hier die Zivilbevölkerung, , die die Truppen in ihren Operationen unterstützte, ein Lob i wegen ihrer patriotischen Haltung erhält. Nun ist das t Signalgebcn sicherlich nicht mit der unmittelbaren Beteiligung I am Kampfe mit den Massen in der Hand auf eine Stufe I zu stellen. Immerhin aber treten Privatpersonen, die so in W oie militärischen Operationen cingreifen, aus der Reserve I' heraus, die nach dem Völkerrecht für die Nichtkombattanten ! vorgeschrieben ist, und wer sich über die Feuersignale der ' Ruthenen freut, muß am Ende auch ein gewisses mensch- 1 liches Verständnis dafür haben, wenn Belgier und j Franzosen noch einen Schritt weiter gehen und sich für berechtigt, ja geradezu für verpflichtet halten, ihr Vaterland l mit der Flinte zu verteidigen. Man verstehe uns nicht falsch: !> Wir sind weit davon entfernt, den Franktireurs das Wort zu >
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Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 83
„Ein kluger Mann", fuhr sie fort, „weiß den Baum w:e den Halm zu benutzen, ich tadle dich nicht, wenn du dies tust Tu wirst wissen, was du darfst, und wirst nickt weiter gehen, als dein Gewissen und deine Einsickt es dir gestatten."
In diesen Worten milchten sich Warnung und Anschuldigung, die seine Verlegenheit vermehrten. Er konnte nicht mit JIda von ihrem Vater und seinem Mißtrauen sprechen, konnte ihr nicht sagen, was er von Asrajas Freundschaft hoffte, ebensowenig aber niochte er ungerechten Verdacht er- tragen. Mit größerem Stolze sagte er daher: „Ich danke dir für deine gute Meinung. Ich werde nichts tun, was gegen mein Gewissen ist, und wünsche von Herzen, daß ich Asrajas Dlcnste niemals nötig habe. Was Björnarne betrifft" —
Sie fiel ihm in die Rede und deutete nach dem Hause hin. „Dort steht er", sagte sie. „bei seiner Verlobten. Ehe drei Monate vergehen, wird ec Herr in Oerenäes sein und dir allen Beistand leisten, den du von ihm erwarten kannst."
Marstrand blickte unmutig hinüber. „Dein Vater", mur- melte er halblaut, „ist ein harter Mann; am härtesten ist er gegen seine eigenen Kinder."
„Es steht dir nicht zu, ihn zu tadeln", antwortete sie, „am wenigsten in meiner Gegenwart."
„Du weißt immer, was sich schickt", rief er mit höhnender Bitterkeit. „Du bist eine edle, vortreffliche Tochter und wirst den Segen, der Häuser aufbaut, mit dir nehmen. — Laß uns hinabgehen. Jungfrau Jlda, ich danke dir. Du hast keinen Kummer, keinen Gram, kein wundes Herz. Was auch geschehen möge, Gottes Wille hat es so gefügt, und was dein Vater auch tun mag gegen dich, gegen Björnarne, gegen mich oder gegen wen es auch sei, es ist wohlgetan."
„So sollst du nicht gehen, Johann Marstrand!" ries sie ihm nach. „Du sollst wissen, daß ich dir verzeihe und daß ich besser von dir denke, als deine bösen Worte es verdienen."
Ter Ton ihrer Stimme war so weich und bittend, daß Marstrand schnell versöhnt sich umwandte: aber vcrgcbenS
snchte er in ihren Augen den Widerhall ihrer Worte. Still und kalt blickte sie ihn an und sagte dann gelassen: „Laß uns als gute Freunde scheiden und niemals den Glauben verlieren, daß wir das Rechte tun nach unserem Erkennen."
Am Abend oder in den späten Stunden, welche Abend und Nacht bedeuten, ob auch die Sonne hell und warm in die Fenster schien, ging es im Gaard fröhlich her. — Zur Feier der Abreise seines Gastes hatte Helgcstaö mehrere Nachbarn geladen und als ein Ungeladener kam Klaus Horncmann aus der Wohnung seines Amtsbruders von der Lyngcnkirche, da Stures Krankheit sich gebessert hatte. Auch die Gaard- lcute rund umher sammelten sich auf dem Vorplatze, wo sie bewirtet wurden und Marstrand unzählige Male leben und gedeihen ließen. In der großen Stuga wurde getanzt und in dem Gärtchen an der Seite des Hauses erholten sich die ermüdeten Tänzer und suchten im Schatten der hochgcringcl- tcn, blühenden Bohnen Schutz vor den mitternächtlichen Sonnenstrahlen.
Marstrand hatte getanzt, getrunken und gespielt. E- war so aufgeregt, so wild, so voll Laune und Ucbcrinut. Nie- uiand hatte ihn je so gesehen. Seine Augen blitzten vor Lust und Neckerei, seine Hand war immer willig, ein neues GlaS anzunchmen oder ein Mädchen im Kreise zu drehen und seine Zunge immer bereit zu Antworten, die er nach allen 'Seiten austeilte.
Mit den Männern saß er im Kreise und stritt über die Einrichtungen, die er am Balsfjord ansznführen dachte, daß viele bedenklich den Kopf schüttelten und ein schlimmes Ende voranssahen. Ten jungen Leuten versprach er Einladungen, Feste, Tänze und Jagden und den Mädchen sagte er Artig- reiten und schien bald die eine, bald die andere mit seiner Gunst zu bedenken.
Seine Fröhlichkeit hatte den Erfolg, daß sie ansteckend wirkte. Paul Pctersen wollte sich den Ruhm, der beste Gesellschafter zu sein, nicht nehmen lassen, vielen jungen Män
nern erhitzten starke Getränke die Köpfe, Gelächter und Ge- I sänge, Mummereien und ausgelassene Scherze trieben sich I gegenseitig auf die Spitze, selbst der immer ernsthafte Olaj I wurde davon hingerissen und der alte Gaard von Oerenäes I zitterte unter dem Jauchzen und Jubeln seiner übermütigen I Gäste.
Endlich traf Marstrand unter dem Gcblätter der Laube I mit Hanna zusammen, die sich hierher geflüchtet hatte. I „Nun, Herr Marstrand", sagte sie, als er vor ihr stand, „ich I hätte nicht geglaubt, daß Sie uns den Abschied so leicht und I fröhlich machen würden."
„Warum sollte er nicht fröhlich sein", erwiderte er, „da I ich glückliche Menschen zurücklasse, und warum sollte ich nicht I freudig gehen, da niir so viele Freuden winken?"
„Und was ist unter dieser fröhlichen Hülle verborgen?" I sagte sie, ihn anblickcnd: „der Kummer, der in seiner Vec« I zweiflung über sich selbst zu spotten sucht!"
„Tann wenigstens", erwiderte Marstrand, „wird die I Verstellung nicht lange mehr dauern, denn in einer Stunde I beginnt der Morgenwind und mein Schiss bringt mich aufs I Meer hinaus."
„In die Einöde von Baisfjord, wo es nicht viel zu lachen > und zu scherzen geben wird."
„Um so besser, Hanna, wenn ich nichts mehr davon sehe! N wenn ich müde von Arbeit und Wachen schlafen kann und alles Denken aufgebe, was nicht zu meinem Einsiedlerleben j I paßt."
„Ich hoffe," versetzte sie, „daß, wenn Sie alles vergessen, j doch ich und andere Leute davon ausgeschlossen sind und, ob- > wohl der Weg über die weiten Fjelder sehr mühevoll sein soll, I hoffe ich dennoch, daß wir Sie nächstens wieder hier sehen" I
Marstrand schüttelte den Kopf. „Nein," sagta„cr mit ge- I dämpfter Stimme, „ich werde lange Zeit nicht wiederkchreu- > Ich habe fünfzig Arbeiter in Ordnung zu halten und bin I ganz allein, denn Olaf hat mir seine Hilfe versagt. Er will | nicht dabei sein, wenn ich mein Geld auf schlechte Weise ver- > tue und verliere." (Fortsetzung folgt.)
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