I
Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachbargcbiete.
t« Cberbclftidit Volks,eitun, erlchcuU leben Werktag ödend in
Redaktt»n und Srvedtttoii
ießen Der öbonnementevreiS beträgt wöchentlich 15 Pjg, monatlstb
Dleften, Babnbosstrasie 23. Cr cf c Löwen aasie.
i Ptg. crntchl, Bruigerlobn Durch die Post bezogen viertcliabrl-I^OMt
relcvdon 2008.
«i. 23«
Gicßcii, Moutllg, Den 12. Oktober 1914
3nferotf fofitn die 6 mal oelpalt Jlolonelacile oder deren Utaum 15 Bla- Bei «roheren Aufträgen Rae alt Anzeigen wolle man bi» abcnMTKir für die folgende Nummer in der Expedition ausgedri»
9. Iolirgang
Krieg und Kredit.
Di« möglichen Rückwirkungen eine-Z Krieges auf die Vollöl I rtschait haben die Natioiralökonamen schon vor dem Ausbruch | rfts Weltkrieges lebhaft beschäftigt. Man war sich schon lauge I ir darüber, das, alle geschichtlichen Beispiel« versagen, das, bei I m heutigen Stande unseres Wirtschaftslebens die Störungen I ober und tiefer sein müssen als bei dem lebten groben Kriege I >i dem europäischen Festland«, dem Dculsch-Französischen Kriege
l-o.
Unberechenbar und nirift vorhcrzusel>en war vor allem, welchen liörungen die modernen Fiihustrieslaalen unterliegen werden. I:ine Agrarstaaten leiden — so ivcit nicht der Kriegssckfauplatz I icht, auf dem die landwirtschaftlich)« Bevölkerung allerdings am I wersten getrossen wird — ersahrungsgemäb weniger als Fndu- I icstaaten. Ter Boden bleibt, die Banlichkcilcn außerhalb des »chlachtfcldeS bleiben siel)«», die Ernte reift und für sie erzielt der > lNdwirt höhere Preise. 3« rückständiger das Land, um so leichter I ersteht cs den Krieg: wo wenig Werte sind, werden wenig zer- lirt. Das ist der Grund, warum man die volkswirtschaftlichen ischeinungen der Balkankricg« für den jetzigen Krieg nicht als aßstab nehmen kann. AnS dem gleichen Grunde sind unter den reiverl>andöstaaten Rußland und Frankreich ein sehr ungleiches cspann: Frankreich verliert, selbst ivenn cS siegte, wahrscheinlich ehr als Nubland, wenn es besiegt wird. Die Zerstörung einer ladt mit dreibigtauiend Einwohnern in Frankreich oder in Ruß- nb macht gewiß «inen Unterschied von zehn zu eins, Das gilt cht mir für die materiellen Guter, sondern noch mehr für die enschenverluste. Es ist nicht bas gleiche, ob ein« Muschikfamilic n acht Köpfen zwei ungelernte Söhne oder die Familie eines anzöstichen Goldarbciters ihre zwei technisch vorzüglich geschulten ohne, sagen wir Buchdrucker, Graveure oder dergleichen, verliert, ationalökmiomisch und volklich ist der Schoden in Frankreich im crgleich zu Rubland gewih vielmal höher zu werten.
Noch verwickelter wird dieses Bild dadurch, dah der Fndustrie- iat nicht aus dem Boden der reinen Geld-wirtschaft, sondern aus m der K r e d i t w i r t s ch a s t steht. Fast alle Erwerbswirt- fasten und Haushaltungen sind in ihm miteinander durch ein chtes Netz von Forderungen und Schulden verbunden, ein Netz, ;i dem «in Faden am anderen hängt und nur einer zu reihen raucht, um unter Umständen das ganze Netz zum Zerreißen zu ringen. Ter Kredit ermöglicht eine Ansdchnuna der Geschäfte ui das Anderthalbfache oder Doppelte ihres sonstigen Umfanges, las Krcditinstem lxtt sich als der stärkste Hebel zum Aufschwung er Fndustric- und Handelsstaaten erwiesen, es hat selbst ein« lamienswerte Entsaltung genommen, eine wundervolle, höclfst vernickelte Organisation von Kreditanstalten und Kreditgeschäften aus- ubaui und beherrscht die Staaten umsomehr, je reicher und riihri- ier sie sind
N. ®'t große Unbekannte iüt den Fall eines künftigen Welt-
rieges war also bisl»er besten Einwirkung aus das Kreditinstem, tcr Stieq bringt zunächst allen Verkehr, alles Geschäft zum -locken und crschiittcrt das Vertrauen, da-s die Seele des Kredits st. Kanu eine ans Kredit aufgebaute Volkswirtschaft überhaupt >‘ )nc Zusammenbruch einen Krieg überdauern? Das war die weorctsich« mig praktische Frage, die dieser Weltkrieg bcaittworten rnrd
Das Aasgcsuhrte erklärt uns zum Teil, ivarum gerade Eng- midS und nach ihr Frankreichs Volkswirtschaft so übermäßig cr- chntlert stnd, weit ichwcrcr ais icn« Rußlands sVvlkswiriichait ind «laatshgushglt sind dabei wohl zu unterscheiden.) Rack diesem ocstchtsvmikte aber mußte Deutschland, das beute iveit indu- triellcr als Frankreich ist, die Störung des Krieges schwerer ragen als Frankreich Aber zu den großen ilcberraschnngen, die Weltkrise gebracht hat, gekört die st a u n « n s >v c r l c
I d c r !l a n d s k r a ! t der deutschen Bolkswirtschast. Während - ng land und Frankreich StundiiiigSgcsrtzc (Moratorienl nötig >atten, braucht« das Deutsche Reich ein« solche NolauSkunst gar ilcht!
Ter Grund daiür liegt ciuerseits in der durch viele Gene- atione» ancrzogenen wirtschaftlichen Tolidariiät der Deutschen, ie sich im kleinen wie im großen iast in jedem Fmnilicnhaushalt isciibarl. Das Volk der Dichter und Denker ist schon lange »ebener auch zuin Volke der klugen Ziechner und vromvtcn Zahler geworden.
Andererseits erklärt diese Solidität, die ja im großen und anzen auch der Engländer bcsttzl, nicht alles! Deutschland hat oic kein Staat der Welt verstanden, daß man zum Kriege nicht loß durch Festungsboulen und Kanonenerzeugung, sondern auch ' o l k s w i r t s ch a s t l s ch r ü st c n müsse. Wie man setzt hört, Hai s dir Städte die von Verkclirsbeichränkungen bedroht waren, noch echtzeitig mit Kohlen Vorräten ausgerüstet. Das ist nur c i n rnmvlom, aber sehr bezeichnend, lind !o hat das Dcutich« Reich, bgcieben von seiner vorbancnden Bankvolilik, auch bei Kriegsaus- >ruch für die Auirechtcrhaltring des Kredilknstems vorgeiorgi. in- «s Kriegsdarichenskastcn und Kriegshillsbanken sofort ins -eben ries Diese Fnstitntc sprangen alsogleich ein, wo die Stockung fi 1 Zvblunaen die Fortsiilnmng des Betriebes bedrohte. Fn ersten !^vu eine Vicrtelmilliaidc Mark Darlehen gewährt, setzt biirfte_ bie schon ein Vielfaches dieser ersten Hilf« onsmochen. ->nd „Z. erste Schrecken und die anianglich« Stockung ani dieie Wciic ,-n"""^uden und das Eriverbsleben in Ekang erhalten, io kehrt das von selbst zurück und di« normaien Krcdinniltel reichen Diese und manche andere Vorsorge erklären, warum eines Stnndungsgesetzcs nicht bcduntc. ES :ras nur um) di« ein« Maßregeln, daß der geklagte Schuldner, der nachivtist, , " Er nnverfchuldet durch den Krieg zahl ungsun fähig geworden ist. mrch nchterssches Stundungsurtcil vor dem Zusammenbruch t-imal des Krieges, bis Ende August, hatten die Darlehenskassen icschutzt wird, Fn jedem einzelnen Falle spricht also der Richter >rm Schuldner einen erstreckten Zahlungstermin zu, kann dab«, iuk di« näheren Umstände Rücksicht nehmen und foivohl in bezug a 9 den Gläubiger wie auf den Schuldner individualistercn, Län- »er ohne -feie gesetzlichen Vorsorgen bedurften, irm ein« verhäng
nisvolle Störung ihres Kredilwesens zu vermeiden, sofortiger Ttiindmigsvorschrislen, Dies« Vorschriften hemmen jedoch selbst wieder den Kredit und unterbinden di« frei« Geldzirlulation, müssen also schrittweise und tunlichst bald einer organischen Abhilfe iveichen.
Antwerpens Fall.
Die stolze Handelsstadt an der Schelde, eine der stärksten Fcst- nngc» der Welt, ist gesntten. Es war wahrlich nicht Uebcrmut und nicht die Hilft, den Sieg über ein kleines Hand bis aus den lcßtcn Dropse» auszukosten, was die deutsche Bclagcriingsarmee vor die Tore Antwerpens führte, es war harte militärische Notwendigkeit, Mit der Lösung dieser Ausgabe gewinnt das deutsche Heer neue Kraft füt die noch schweren Ausgaben, die ihm im Westen bcvor- slchcn.
Darum wird jeder, der e!»c rasche Beendigung des Krieges durch den Sieg der deutschen Wassc» wünscht, die Nachricht voni Fall Antwerpens mit Genugtuung anfncljmcn, und er wird im Interesse der Menschlichkeit wünschen müssten, daß nun auch der letzte Verzweislungskamps rasch beendigt wird. Aber cs würde sich einem großen Volk, wie dem deutschen, nicht gezieme», nach der cnd- giltigcn Niedcrringiing des kleinsten seiner Gegner in überlaute Triumph gcsängc auszubrcchcn.
Der Krieg stellt uns alle vor ungewohnte Ausgaben, und auch das Siegen will gelernt sein, nicht nur von den Soldaten draußen, sonder» auch von der Zivilbevölkeruiig. Von den Soldaten fordert cs höchste Anstrengniig, die für den Erfolg der Sache auch das Allerletzte drangibt, von der Zivilbevölkerung sordert cs politisches Verständnis und ein erhebliches Maß von Takt und Würde. Vom VolkSganzcn verlangt es gradlinige Entschlosienheit, die ihr Ziel verfolgt, ohne zwischen StimmiingSertremcn hin und herzu- schwankcn.
WaS immer das Schicksal Belgiens in der Zukunft sein mag, so muß man doch den Wunsch hegen, das; die Belgier die Gründe des dcullchen Vorgehens später einmal verstehen lernen. Die Belgier soUcn auch nicht glauben, daß das deutlchc Volk von uiiaus- löschlichcm Haß gegen sic erfüllt sei. Ist Belgien besiegt, steht es den notwendigen militärischen Operationen nicht mehr im Wege, dann hat kein Deutscher, welcher Ansicht er auch sonst huldigen möge, einen Grund, die Belgier zu hassen oder sic mit Unheil zu bedrohe».
Deutschland führt de» Krieg gegen Belgien nicht des Krieges und auch nicht Belgiens wegen, sondern weil dieses kleine Land in- solgc seiner unglücklichen geographischen Lage in den Weltkrieg mit hincingezogen wurde, und weil cs. vor die orrhängnisvollc Wahl gestellt, zwischen den beiden Parteien zu entscheiden, aus die Seite der Gegner getreten ist. Selber Nein und schwach, wurde cs der Bundesgenosse von Großen und Starken. Aber in dem Augenblick, in dem diese Bilndesgeiioffenschast aushört, dem Deutschen Reiche gefährlich zu kein, gibt cs für das große deutsche Volk dem kleinen Lande gegenüber keinen Grund mehr zu Kamps und Haß.
Ter Fall Antwerpens ist ein Schritt ans dem Weg zum Frieden, der für das Deutsche Reich der allein mögliche ist. aus dcni Weg des Sieges. Aber der kleine Thron des Königs Albert, über den sich das deutsche Heer krachend und splitternd Bahn gebrochen ha«, war nicht der Sitz des kiirovällchen Ucbels. Belgien ist nicht Rußland, und Alber! ist nicht Nikolaus!
Bon der westlichen Schlachtliuie.
Bis zur Nordseeküste.
Bei Oudcnarde wurde ein nochmaliger Versuch belgischer Truppen, zum sranzösischcn Heer durchzubrechcn, zurückge- illicsc». Tic Kavallerie der Deutschen und der Verbündeten haben die Front bis zur Nordsccküste wcitcrcntwickclt.
Tie Situation in« Lichte des An lands.
Kristiania, 9. Okt (Y\°. B. Nichtamtlich.) In einer Betrachtung der Lage auf dem ivestlichen Kriegsschauplatz führ; der militärische Mitarbeiter des Blattes Astenposten, ein Generalsiabsoffizier. aus: Wenn Antwerpen fällt, werden nickst allein 200 090 Deutsche für Nordsrankreich frei, sondern auch bedeutende Massen schwerster Artillerie, was alles zu- lammen die Entscheidung bringen must. Ter Umstand, Satz die Verbündeten auch Verstärkungen von Indien erhalten haben, ist nicht besonders schwerwiegend, weil ihre Zahl noch nicht groß sein kann. Falls es richtig ist, daß die>'e Hindus sind, ist es zweifelhaft, ob sie gleichwertig mit den deutschen Soldaten sind. Daß Joffres Armee aus Franzosen, Engländern, Negern und Hindus zusammengesetzt ist, ist ein Tchwä chemo ment gegenüb. i der deutschen, auf gleichartiger Kraft ausgebauten Armee. Falls nian sagen darf, daß die Wagschale des Sieges sich nach einer Seite neige, so ist es die deutsche Seite.
Mailand, 9, Lkt. (Ctr. Frkst.) Generalstabshauptmann Aldo Eabiati erklärt in der Persevernnza, daß der f r a n - ; ö s i s ch e Versuch, den deutschen rechten Flügel zu u m - f a s se n, mit dem Auftauchen eines neuen deutschen Heeres bei Lille endgültig gescheitert sei. Nachdem es den Verbündeten trotz bedeutender Uebermacht, ja vielleicht doppelter numerischer Ueberlegenheit nicht gelungen sei, die deutschen Linien zu durchbrechen, werde ein solcher Versuch künftig noch aussichtsloser sein, da die Deutschen nach dem Fall Antwerpens neue Kräfte sreibekommen werden, während Frankreich schon seine letzten Reserven in der Schlachtfront stehen habe.
Sie^esnachrichten ans dem Osten.
Abzug der Russen von Przemysl.
WTB. Wien, 9. Oktober.
Amtlich wird unterm 9. Oktober gemeldet:
Unser Vorrückcn zwang die Russen in ihren vergeblichen Anstrengungen gegen Przemysl, die in der Nacht ans den S. Oktober ihren Höhepunkt erreichten und den Stürmevdcii ungcheurc Opfer kosteten, nachzulasscn. Gestern vormittag wurde das Artillericseucr gegen die Festung schwächer. Der Angreifer begann, Teile seiner Kräfte z n r Ü ck z n n c h m c n. Bei Lnnrut stellte sich nnscrn vordringenden Kolonnen ein starker Feind ,zum Kampfe, der noch andanert. Aus Rozewadvw sind die Russen bereits vertrieben. Auch in den Karpathen steht cs gut. Ter Rückzug der Russe» aus dem Marmaroser Komitat artet in Flucht ans. Bei Bocskc wurde eine starke Kosafcnabtcilung zersprengt. In diesen Käiupsk» zeichnete sich auch das Ukrainische Freiwilligrnkorpe aus. Das eigene Vorrückcn über de» Bcckid und über den Vcrcckc-Pnst ist im Vorschreiten gegen Slawsko und Tucholka. Ter am Uzsokcr-Paß geworfene Feind wird über Turka wcitergedrängt.
Ter stellvertretende Chef des Generalstabs v. H ö f e r, Generalmajor.
Russische Verluste.
(W. B. Nichtamtlich.) Die B. Z, am Mittag meldet aus Wien: In der amtlichen Ausgabe der Petersburger Tele- graphen-Agentur werden die großen V e r l u st e der Russen in der L e m b e r g e r Schlacht zugegeben. Es gab dabei so große Massen von russischen Verwundeten, daß alle öffentlichen Gebäude zu ihrer Aufnahme nicht genügten. Sehr viele Kanonen blieben, wie es weiter in dem Bericht heißt, in den Sümpfen stecken und fielen so in österreichische Hände.
Kristiania, 9. Okt, (W. B. Nichtamtlich,) Der militärische Mitarbeiter des Dagblad schreibt über die Lage im Osten: Der Umstand, daß die Deutschen und Oesterreicher beoentend mehr Bahnen als die Russen im Rücken zur Verfügung haben, um die Truppen von einem Ort zum anderen zu bringen, trägt den Keim der Niederlage für die Russen in sich.
Erstattung von Kriegsschäden.
Berlin, 9. Oft sCtr. Bin.) Tic Mitteilung ans dem Großen Hauptquartier von gestern Abend, daß «ine russisch« Kolonne di« ostprcnßischc Grenzstadt Lqck erreicht hat, wird in den Blättern als ein Siiniptom dafür angesehen, daß russische Kräfte, die zunächst lidcrseqen sind, van neuen argen Ostpreußen vergehen. Mit dieser Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit ist in militärischen Kreise» schon seit längerer Zeit gerechnet worden. Es ist das. Schicksal einer durch natürliche Grenzen nicht verteidigten Provinz wie Ostpreußen, daß stc der Gefahr ieindlichcr Einiällc bis zu einem gewissen Grad« preisgegeben ist. Fn den Abendblättern wird mit dem Ausdruck des Bedauerns darüber, daß unsere oswreutziichen Landsleute neuen Sorgen und Schädigungen ausgesetzt sein werden, der Trost verbunden. daß die Invasion wieder nicht lang« dauern wird, und daß Reich und Staat die heimgesuchte Provinz nach allen Aräskeu entschädigen werden.
Die Frage, ob die Einzelstaaten, wie also Preußen, für die Kriegsfchädcn einzelner Landesteile ansznkommen haben, ist im Kricgsleistungegefttz von 1873 geregelt. In § 35 dieses Gesetzes findet sich folgende Bestimmung: Für Leistungen, durch welche
einzeln« Bezirke. Gemeinden oder Personen außergewöhnlich belastet werden, sowie für alle durch den Krieg verursachten Beschädigungen an beweglichem und unbeweglichem Eigentum, welck>e noch den Vorschriften dieses Gesetzes nicht oder nicht hinreichend ent. fck>ädigt werden, wird der llmsang nud di« Höh« der etwa zu ge- niährendcn Entschädigung und das Vcriahren bei Fcststcllnng der- selben durch jedesmaliges Spczialgesetz des Reiches destimnit. Ter Zweck dieser Bestimmung ist, da-s Reich nicht in Kricgszcitcn, wo außerordentliche Anspriiä)« an sein« Finanzen gestellt weiden, auch noch mit der Erstattung der Krtegsschäden zu belasten. Es ist also zunächst Sache der Landrsregierungen, hier Hilfe zu gewähren. Ter Umstand aber, daß der Erlab eines Tpeziolgcsetzetz sür die Entschädigungen im Kriegsleisinngsgeseb vorgesehen ist, deutet daraus hin daß das Reich nach einem siegreich beendeten Krieg« gnindsätz- lich die Kosten der Entsckxidigung für Kriege-ichäden übernehmeo soll, sFranks. Ztg,)
Das Schicksal der deutschen Kolonien.
London, 9. Okt, (W. B.) Dem deutschen Standpunkt,
daß sich das Schicksal der deutschen Kolonien auf Europas Schlachtfeldern entscheide, schließt sich auch die Morninz Post an, indem sie schreibt: Alle Veränderungen in den
Kolonien hängen von dem Kriege in Europa zu Lande und zilr See ab. Tie Verbündeten beherrschen das Meer und können alle deutschen Kolonien besetzen, aber der dauernde Besitz dieser Kolonien hängt von dem Tieg der Verbündeten zu Lande in Europa ab, denn ohne einen solchen kann Deutschland nicht gezwungen werden, die Friedensbedingungen der


