Ausgabe 
8.10.1914
 
Einzelbild herunterladen

n

n

L

!r

0

?t

[ i

te

i

te

tt

e

k

n

le

ft

m

!N

nt

ke

m

i

i«

i.

k

>n

I-

s

de

e-

t

t*

e-

rs

>n

s-

e-

P/7

en

!-

d*

as

Z-

>en

icit

B

it

it

iveg,

?uifl

8

fg

H

stl'

cl»-

mP

0

Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhcssen und der Nachbargebiete.

vt« Obcrlieslillbe Volks,etnin, erscheint leben Werktag Abend in Kietzen. Der Abonnementivrei» beträgt wöchentlich Id Bi», monatlich 0 Big. etnlchl-törnigerlobn. Durch die Bost bezogen viertetjäbrl.IchVMk.

Rednkllon and tkrvcdttton Girlien. Babnbokltrabe 23, (S<te LSwengas! Tetcvbon 2008.

Inserat: losten die 6mal geipalt. Kolonclzcile oder deren Raum Big. Bei gröberen Aufträgen Rabatt Anzeigen wolle man bi» abend« 7 Ahr tür die folgende Nummer in der Expedition aufgeben.

Nr. 233

Gießen, Donncrötlig, den 8. Oktober 1914 9. Jahrgang

DerolMnisierteDeutschcnhafntild die 2l»beLterschast.

n.

Tie Resolution des deutschen sozialdemokratischen Leseklubs i» ioriä, deren Vcrsasser die Ereignisse zwischen dem 25. Zuli, als das staniielt des Partcivorstandes gegen den Krieg erschien, bis zum . August völlig anher Acht lieben, kam natürlich den Gegnern Deutschlands sehr gelegen. Sie ging telegraphisch an die Presse säst ller Lander zugleich mit der Kunde von dem Ausbruche dez Kriege» wischen Tcutschland lind Rußland. Und allenthalben wurde sie, nelsach in Leitoililrtt», al» Beweis dasiir angesehen, das> die rutsche Sozialdemokratie sich gegen di« Regierung erheben und mit 'Ute Rußlands (!) und der anderen angegrisieneu Länder di« Hcrr- chast au sich reißen werde. Taß dies geschehe, schien umso glanb- illrdlger. als während mehrerer Wochen keinerlei Nachrichten ans deutschland ins Ausland gelangten. Das hat sich schwer gerächt, cn» während dieser Zeit wurden von Paris und London die aden- eueilichsten Meldungen verbreitet, die natürlich aus sruchtbaren loden sielen. So wurde u. a. gemeldet, daß die sozialistischen und ewcrkschastlichcn Organisationen in Tcutschland durch die Militär- rhörde unterdrückt, ihre Leiter verhaftet, ihre Fonds und Gebäude ousisziert seien, daß all« großen Städte sich in hellem Ausruhr bc- äntcn und allenthalben Masscncrekutionen der Sozialisten statt- anden. weil sic den Heeresdienst verweigert hatten. Auch der Ab- ecrdnetc Liebknecht undseine Braut Rosa Lurcmburg", wie cS in tnigen Telegrammen hieß, feien erschossen, desgleichen 110 ober 20 andere sozialistische ReichStagSabgeordnetc. Ter Abgeordnete Sendrl iei in Paris ins iranzössicks« Heer eingetreten und seinem tcispiclc würden zahllose deutsche Genossen folgen. Viele gefangene eutsch« Soldaten und Offiziere hätten erklärt, daß sie Sozialisten teil und sich gelangen nchinen ließen, um nicht sür das verhaßte rutichland kämpscii zu müssen.

Am 7. August brachte das größte argentinische Blatt die telc- raphiiche Nachricht leine» Korrespondenten in Berlin,daß 100 »ziolistiiche Abgeordnete, darunter Liebknecht, aus Befehl des Kas­ers jusiljert worben seien". Zn allen möglichen Variationen machte ieses Telegramm die Runde um die Weit, biß am 11. August aus- >erechnct das Blatt der englischen Arbeiterpartei, der Tailn Citizen, ichrou einem ugo> Dänemark geilnchdclcn deutschen Genoffen" elegraphieren ließ, daß Liebknecht crschoffcn sei. weil er den veeres- >ienst verweigert hrbc. Zhm und seinen vermeintlichen Lcidens- genoffen wurden zahlreickx Nekrologe gewidmet, die alle in Me in-iiming ausklangen, daß der Tod dieser Märtgrer das deutsche Proletariat bewegen möge, ihrer Klaffenherrschait ein Ende z» uuichen. Ta die Nachricht also schon znm zweitemnalc auitauchte und zudem von einem großen Arbeiterblattc gebracht wurde, cr- ichieu sie selbstverständlich glaubhast. Dazu kam, daß auch das satt- iaoi bekannte Telegraphenbureau Laiian am 16. August zugleich uon London. Paris und Kopcuhageu aus die gleiche Nachricht noch- hktiandte undoch hiuzuiügle. daß iufolgcdcffcnaanz -reutlchinnd sich in einer Revvlte erhoben" habe, w n t ltm wurden diese Berichte von einem amerikaniichcn »regedureru dementiert, aber bis Ende August, d. h bis wieder ' Leitung«, aus Deutschland ins Ausland kamen, hielt

.überall inr ernst. Daneben wurden leider hat die c§ bezug auf das Ausland zum Teil nicht bester i-HÜISr" ~ tonst üblichen Alarmnachrichten verbreitet: Hnnger- w Teuiichlnnd, in Berlin koste da» Pierdeilciich schon 0 r- « ^u»d, Mißhandlungen aller Ausländer in Deutschland

i , trample buchstäblich auf den ilüchteudesi Ameri- Acichl de» Kaisers, alle ausländischen Zourna- ,u erichikszen. Ermordung von Greisen, Frauen und Kisidern die deutschen in Eliaß-Lotliriugen und in Belgien, Vcr- ungcn, Plünderungen, Erschießen von Geiseln, Verwunde- b»ctanqee durch die Teutscksen uiw. Auch die eraltierten Aeußcningei, gewisser alldeutscher Blätter landen entsprechende Bc- ret * <lw bi« Zerstörung von Löwen und seitdem eine

s n ir e m a tische, anscheinend täglich ersolgende Bekannt­gabe vonG rcueltaten der teutonischen Barbarc n" u.( m v Muffen oder Belgier wurden kaum je erwähnt die ««ite 5^nbcn>el&c?, der stets alsPräsident des internationalen (-'Euchen Bureau» und belgischer Minister" angeiprochen wird, taw ^oudon und inzwische,, nach den Vereinigten Staaten, um die Negierungen und die öffentliche Meinung über den deutschen *£ tat ?^rad) der überhaupt in der Qesientlkchkeit jj Auslandes eine größere Rolle spielt wie alles andere und -HtTJl 1 " wirklichen oder vermeintlichen Erciicltatcn der Dcutichen ihre Hilfe sür Belgien anzuruseii. Aus seinen Bc- it-r fii bw n. a. die englische Arbeiterpartei bei ihrem Beschluß. 1 7, l'bgiening bei Anwerbung von Freiwilligen sür den Krieg »sw. inV® .. r «"en behilflich zu sein. Dazu und zu manchen vr N .Tinil«n märe es wahrscheinlich nicht gekommen, wenn ivelen wiire ^^'e^t Deutschland nicht völlig unterbunden ge-

0^ selbstverständlich, daß bei einer derartig künstlich cntsach- di« erst gegen Ende des August überall bekannte g u itj-jp* der wirklichen Stellungnahme der deutschen Partei n>ar ^^^ge- der inzwischen zum Verteidigungskriege geivorden kur,' vn"i.E" Glauben fand. Besonders an Hand der ganz Militärn,. .. Kriegsausbruch stattgeiuudcneu Generalstreik- und crl» enzii^?. atten suchte man das- Gegenteil zu beweisen und s cki u o r ^"ch^>cht sich bewahrheitete, war die Enttüu- Fiirirpr mllü* lgcmeine. Nicht nur die italieuischen Partei- Srfffiff6.7!,5 eTt s.eftiirst, als sie hörten, daß die Meldungen von der rnler kirim Arbeilcrinhrer cnunde» seien! Wcieniiich

inkere- Emdrnck hat sich, wie später gezeigt werden soll, ein« ,olleneinseitige Stellungnahme der ausländischen Ge- llrbeiit-^ ^ dentschen Partes herausgebildet, die im Ziilercnc der »ab ^^'.'"^tuationale sehr zu bedauern ist. Zu hossen ist nur, b /Aner späteren sachlichen Aussprache gelingen möge, die i<6 itl^^^baren Mißverständnisse weqzuräumcn und einer wirk- chnen ° Cn erzwingenden Jnternationolc die Wege ru

Eine fran;ös,sche Niederlage.

Ueber die neuesten Borgänge an der elsässischcn Grenze schreibt die Kölnische Zeitung: Bon der elsässischcn Grenze wird berichtet, daß die Franzosen am 1. Oktober aus dein Dliinstertal in der Richtung nach Kalmar vorzudringen vcr- suchten. Die Deutschen hatten sich bei Stoßweier gut ver­schanzt, ließen die französischen Alhenjäger bis etwa 30 Meter hcrankommen und eröffneten dann ein vernichtendes Feuer auf sie, dem nur wenige entgingen. Donnerstag und Freitaa wurden die französischen Stellungen von deutscher Artillerie beschossen, am Sanistag wurde auf deutscher Seite der Be­fehl zum allgemeinen Angriff gegeben.Unaufhaltsam stürmten," sagt ein Bericht in den Basler Nachrichten,die deutschen Landwchrlentc die hohen Berge hinan. Zwischen dem Weißen und dem Schwarzen See kam cs znm ent- scheidenden Gefecht. Mit großer Mühe hatte man deutsche Artillerie, darunter schwere Geschütze, hinaufgeschafft, die nun ein wirksames Feuer auf die befestigten Stellungen eröffnctc. Deutsche Infanterie drängte inzwischen durch die Schlucht vor. Um 1 Ilhr nachmittags begann der allgemeine Rückzug aiif französischer Seite und »ni 2y 2 Uhr war die Schlucht von- den Deutschen besetzt. Tie Deutschen machten einige hundert Gefangene und erbeuteten einige Geschütze der französischen Gebirgsartillerie. Man schätzt die Verluste der Deutschen ans etwa 250 Mann, die der Franzosen auf mindestens 500.

Drei Lügen.

Berlin, 6. Okt. (W. B. Amtlich.) In der englischen Presse ist von einem Tagesbefehl Kaiser Wilhelms berichtet, in welchem unter Ausdrücken der Verachtung gegen das englische Heer zu dessen Vernichtung aufgefordert werde. Dieser angebliche Tagesbefehl ist erfunden. Das Reuter-Bureau schickte an das Ritzau-Bureau in Kopenhagen ein Telegramin zur Verbreitung, in welchem eine Baronin de B a y e nach einer Meldung des Tenips den deutschen Kronprinzen beschuldigt, auf dem Schlosse Baye bei Champaubert Kunstgegenständc und Kostbarkeiten g e - raubt und beim Verlassen des Schlosses die Bilder des Kaisers und der Kaiserin von Rußland mit Füßen ge- treten zu haben. Diese Meldung ist eine Lüge. Der Kronprinz war nach amtlicher Feststellung niemals in dem Schlosse Baye. Auch Truppen seines Heeres sind dort­hin nicht gelangt. Auch die von französischen Blättern ge­meldete Zerstörung der Besitzung des Präsidenten Poincard, Ribccourt in Lothringen, durch die Deutschen ist eine Fabel. Ribccourt lag allerdings in den Tagen vom 6. bis znm 9. Scpteniber im Brennpunkt von Kämpfen und wurde in Brand geschossen, aber durch französische Artillerie.

Französische Trohnnften geften die Türkei.

Das amtliche Organ der französischen Regierung be­schäftigt sich in seiner Nummer vom 1. Oktober mit dem Ver­halten der Türkei während der letzten Zeit. Tie Verbündeten hätten jetzt freilich anderes zu tun, als sich mit der Türkei auseinanderzusetzen. Allein es wäre unentschuldbar, die jührcnden Kreise in Konstanlinopel auch nur einen Augcn- vlick in dem Glauben z» lassen, daß das gefährliche Spie! für das Reich der Osmnncn einen noch so kleinen Erfolg ver­spreche. Nachdem das Blatt ansführt, wie sehr es die Türken in dpn letzten Zeiten an loyaler Politik den Ententemächten gegenüber fehlen ließen, saßt es seinen Groll in die Drohung zusammen:Wir beabsichtigen für heute nicht, die Krisis zn ocschlcunigcn. Aber man soll daraus in Konstantinopcl nicht den törichten Schluß ziehen, daß die Regelung der Rechnungen damit aufgehoben sei. Nur ausgeschobcn." Man kann es ruhig den Türken überlassen, die ohnmächtigen Drohungen, die ein Zeugnis der Schwäche darstellen, mit einem orientali­schen Lächeln zu quittieren.

Französi che Furcht vor dem Winter.

Der Vossisch«,! Ztg. wird von cm«m Mitarbeiter, der in den letzten Wochen das Kainpsqebiet zwischen Marne und Oise hinter der sraiitzüsische» Front bereisen konnte, geschildert, wie der tommeude Winter sür die Franzosen ein noch weit ichlimmcrer Feind sei, als di« Bedrängnis durch die Deutschen. Er schreibt dem Blatte u. a.:

Wenn cs zu einem Winterseidzug kommt, dann tritt «in Zu­stand in Frankreich ein. in dem die Teutichen garnicht mal not- ivcndig haben anzugreiien. Denn Frankreich ist schon zu Beginn des Herbstes so total erschöpft, daß es einem Kriegswinter aus keinen Fall überleben kann. Das sag« nicht ich allein, das sagen alle Franzosen, die von heute auf morgen sehe» können. Ter Einbruch der TeuN'chcn hat über Millionen Franwl'en chaotisch durchein­ander gewirbelt. Diese Millionen besinden sich auf einem fort­währenden Umzug, ohne Rast, ohne seste 2!ahrung. ohne zeitgemäße Kleidung, in einer seelische» Bersaffung, di« auszudrucken cs an Worten fcljlt. Ei» in Permanenz erklärtes Nomadenleben könmeu nicht 10 Prozent von den genannten 15 Millionen bei Einbruch der

rauhen Witterimg ertragen. Sie müssen sterben und verderbeir: denn so etwas ivic eine Organisation für die Hebung der ?!ot dieser 15 Millionen ist nirgend» au entdecken. ..

Für eine Winterkampagnc ist aber auch bas Heer absolut nicht vorbereitet. Di« Lebensmittel könnten da sein, mcnu die Verbin­dungen mit den Häfen auch nur cinigermaßen sunktionicrrii würden. Zn den Häfen alles spottbillig, da» meiste an Früchten und Lebens­mitteln der Verwesung und Vernichtung prcic-gegeben. im Zmiern des Landes aber, im Herzen von Frankrcickz, Teuening, Hungersnot. Zn der Desorganisation im Eisenbahnbetrieb feiert man wahre Orgien. Auch die Vern>a!tnngen der Militärmagazinc sind mit ihrem Latein zu Ende. Die letzteren können nicht nachgesüllt werben. Zrgendwo stockt die Maschinerie in dem gewaltigen Betriebe iiir die Versorgung und Munitionierung de» MilltoncnheercS. Zeder weiß es, daß cs stockt. Zeder sucht nach Abhilfe. Der eine macht den an­deren verantwortlich. Mau streitet, schrmpst. Mit dem einzigen sichtbare» Resultat: da-S Chaos wird von Tag zu Tag größer, r>cr- hängniSvoller, katastrophaler. An Unisormen hat es sa schon zu Be­ginn des Kriege» gefehlt. Huudertlauiende von Reservisten konnten gar nicht oder nicht reckstzeitigeingeklcidct" werden. An den Winter aber Ixrt man offenbar überhaupt nicht gedacht. Und schon machen sich warnende Stimmen weilen des zusehends größer werden­den Mangels cm Munition bemerkbar. . . ."

Eine englische Stimme der Bernnnst.

In der bekannten radikal-liberalen Londoner Wochen­schrift The Nation wendet sich der Schriftsteller Henry W. N e v i n s o n gegen verleumderische Angriffe, die von englischer Seite wider Deutschland gerichtet worden sind. Er stellt fest, daß er bei eincin Aufenthalt in Deutschland kurz vor dem Kriegsausbrüche den bestimmten Eindruck ge­wonnen habe, daß das deutsche Volk keinen Krieg wollte und ihn sicher nicht erwartete.

Die Dentschen fürchten für ihre Eristenz, für ihivn rasch ge-: wachsenen Reichtum, sür ihre Bildung, für ihre Schulen, für alles, da» sie ihre Kultur nennen. Es gibt kein nationales Fcindichafts-- geiühl gegen Frankreich. Das ist ein Zeichen für ktinftige Hosf- nung. Als ich von Transvaal nach der Natalgrenzc kam, ivcmgc Tage vor Ausbruch des Burenkriege». da sagte General Zoubcrt zu mir bei der Abreise:Das Ziiucrst« meiner Seel« blutet vor Schmerz." Zch schreibe dies als ein Engländer, der denkt, daß wir, wenn wir beiseite gestanden hätten, als Belgien angegrissen und Frankreich nicdergeivorsen werden sollte, nicht wert wären, der Welt ins Angesicht zu schauen. Aber ivenn ich an Deutschland denke mid alles, was es uns gewesen ist, dann sage ich mit Zaubert:Das Znuerste meiner Seele blutet vor Schmerz."

Worte Goethes, in denen er die Duldung unter den Völkern und das enge Band gemeinsamer Kultur gepriesen, gingen mir durch de» Sinn, als der Zug uacki unserer ?lbreise aus Berlin langsam durch Deutschland fuhr. Vom Wage» aus konnte ich sie sehen, diese lieblichen deutschen Dörfer und diese alten deutschen Städte, in denen ich so oft mit Landsleuten und SNldentcn so glücklich ge­wesen ir>ar in dem Glauben, daß der deutsche Geist da» Gchcimms des Weltalls uinfasse. Zch bebanre nicht die Zeit, die ich unter den Deutschen auf der Suche noch diesen Geheimnissen verbrachte. Ta lagen sie noch vor mir, die ichsnen Häuser mit ihren hohen Dächern, die ivohlbestcllten Felder, die Wälder und die Hügel, raunend von der alten Weisheit des deutschen Märchenlandes "

Es ist sehr erfreulich, daß ein Engländer den hetzerischen Phrasen seiner Landsleute entgegcntritt und sich bemüht, den über die festländischen Dinge und Menschen im allgemeinen lehr schlecht unterrichteten Bewohnern der britischen Inseln ein zutreffenderes Bild von deutscher Gesinnung zu geben. Zu wünschen bliebe nur, daß auch in Deutschland mehr als cs geschieht, Verständnis für die Art des englischen Volkes verbreitet würde, daß man anfhörtc, alle Engländer sozu­sagen in einen Tops zn werfen, und die Anstrengungen an­erkennte. die von nicht ganz wenigen Angehörigen der eng­lischen Nation gemacht werden, die verhängnisvollen Folgen einer verhängnisvollen auswärtigen Politik nach Möglichkeit abzuwcnden.

Italienischc und schweizerische Sozialiste»» als Friedensvermittler.

Der Mailänder Scccolo will (wie die Franks. Ztg. incldet) aus zuverlässiger Quelle vernommen haben, daß d'.e italienischen und schweizerischen Sozialisten auf ihrer Tagung in Lugano beschlossen, eine tatkräftige Friedenspropaganda in Szene zu setzen. Tie Wechselbeziehungen zwischen den Sozialisten aller Länder, die durch den Krieg sich etwas lockerten, sollen wieder gefestigt werden, uni an der Herber- 'ührung eines schleunigen Friedens mitzutnu. Zur prakt:- -chcn Ausführung dieser Idee werden zwei Parteiführer sich vorerst nach Berlin und Wien begeben. Gleichzeitig sollen einige sozialistische Abgeordnete nach Bordeaux fahren, um Jules Guesde und Marcel Sembat zu bewegen, aus der Regierung z u r ii ck z u t r e t e n und damit die V c r- a n t w o r t u n g des Krieges der Bourgeoisie zu über- lassen. Man verhehlt sich die Schwierigkeiten, ja persönlichen Gefahren, die mit der Ausführung dieser Mission verbunden sind, keineswegs. Allein das erstrebenswerte Ziel der Neu- tralität und des Friedens sei jedes Opfer wert, selbst das des Lebens. Damit werde übrigens die irrige Ansicht, daß Net,tralität Feigheit bedeute, vernichtet.