Ausgabe 
8.10.1914
 
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Bei den deutschen Sozialdemokraten würden die ver­mittelnden Genossen aus der Schweiz und Italien gewiß Entgegenkommen finden. Ob aber der gegenwärtige Moment, die Gestaltung der kriegerischen Verhältnisse, eine Fricdensvcrmittlung möglich erscheinen läßt, muß sehr be­zweifelt werden.

Italiens Neutralität.

Verättvernnge» im italienischen Ltrieasministerinm.

Rom, 6, Okt, (Ctr, Frkft.) General Tafloni, Unterstaats- sckrctär des Krieges, nahm seine Entlassung. Leine Gründe sind von Bedeutung in diesem Augenblicke. Es sollen Differenzen zwischen ihm und dem Gcneralstabe bestehen, weil dieser die schnelle Turchsührung gröberer Riistungsvorbcreitungen forderte und im Kriegsministerium gewissen Widerstand fand. Gleich­zeitig wird auch gegen den Kriegsminister Grandi gearbeitet. Dieser trat ins Kabinett Lalandra mit einem verhältnismäßig beschei­denen Programm ein, nachdem General Porro bas Portefeuille des Krieges abgclchnt hatte, da seine weitgehenden Forderungen aus Widerstand ans finanziellen Gründen gestoßen waren: auch macht man Grandi zum Vorwurf, daß beim Ausbruch des VölkerkricgeS die Bestände in den Magazinen Lücken auswiescn, obwohl der Premierminister Lalandra Anfang April in der Kammer feierlich versichert hatte, daß die Bestände in Ordnung seien. sFrankft. Ztg.j

Die französischen Sozialisten für die russischen gegen den Blutzarcn!

Bekanntlich sind die französischen Sozialisten und Syndikalisten dem Zaren auf den Leim gekrochen und glauben an dessen Versprechungen von derBefreiung Polens", der Gleichstellung der Juden, ja sind überzeugt, daß nach dem Kriege in Rußland ein freiheitliches Regime inauguriert werden würde. Auch B u r z e w, der bekannte Entlarver Asews, stößt ja in dasselbe Horn. Dieser Tage verösfentlichie nun die Humanit6 eine Zuschrift von einigen russisch-polni- schcn Sozialisten, die sich als Freiwillige in der französischen Armee engagiert haben. Sie erklären der französischen Demokratie, nicht aber dem Verbündeten des Zarentums zu dienen. Die Guerre Sociale ver­öffentlicht ihrerseits eine Zuschrift des Genossen M o r t o f k von der sozialdemokratischen Partei Rußlands, in der er Burzcw erwidert, daß die Dumasraktionen der Sozialisten und der Arbeitspartcieinmütig gegen die Politik protestiert haben, die den gegenwärtigen Krieg hcrbeigefllhrt hat und sich geweigert haben, die Ausgaben für den Kr i-eg zu votieren." Die sozialistischen Parteien Ruß­lands bleiben nach wie vor in unverbrüchlicher Opposition gegen den Zaren. Sie konnten schon deshalb die russische Re­gierung nicht unterstützen, weil diese alle einflußreichen Ge- nassen zu Beginn des Krieges eingekerkert, die Gewerkschaften aufgelöst und die Zeitungen verboten hat.

Das gestohlene Unterseeboot.

(XV. B. Nichtamtlich.) Der Messagers meldet aus Spezia: Die Schiffswerft Muggiano erhielt nachts eine

Depesche auS Bastia von dem Ingenieur Tonchi, der sich an Bord des verschwundenen Unterseebootes befand, in der er un> Erlaubnis bittet, znrllckkehren zu dürfen. Die Werft forderte Tonchi telegraphisch auf, der Besatzung die Weisung zu erteilen, dem Führer des Unterseebootes, Belloni, nicht zu gehorchen und mit dem Unterseeboot auf die Ankunft eines italienischen Torpedobootes zu warten, welches das Untersee­boot zurückholen werde.

(Ctr. Frkst.) Die russische Botschaft erklärt, daß das auS Spezia verschwundene Unterseeboot wirklich von Ruß­land bestellt war, daß jedoch Rußland dem geheimnisvollen Auslaufen völlig fernstehe.

Russische föflttnmiftt.

Rach Meldungen polnischer Blätter haben die Russen aus dem Ossolinskischcn Railonalmuseum in Lemberg 1044 Gemälde, da- runler Meisterwerke von Ranael und Tintorettv, ferner 28 000 Kupferstiche, tausende von Münzen, Medaillen. Büchern, Hand­schriften und verschieden« national-polnische Reliquien nach Peters­burg geschasst.

(5s fehlt an derOpse Willigkeit der Reichen."

Dies wird in einer Zuschrift an die Badische National- liberale Korrespondenz fcstgestellt. ES heißt da bezeichnender- weise:

Wenn das Rote Kreuz immer und immer wieder bitten muß und klagt, daß es noch lange nicht die Mittel hat für sein« not-

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 80

Lieber Björnarne." sagte Hanna, ihn festhaltend,cs ist unserer Eltern Wille, daß wir einander angehören sollen, und wir kennen uns nicht erst seit heut. Seit Jahren, seit unserer Kinderzeit haben wir uns gesehen, und wie ich denke, hast du mich lieb gewonnen."

Ist ein Faktum!" ries Helgestad dazwischen.Ist es nicht so, Björnarne? Hast seit Jahren in deinen Gedanken Hanna im Gaard von Oereäes gesehen. Denke ja! Sind deine Wünsche jetzt alle erfüllt. Schau auf in ihre Augen und falle ihr um den Hals. Kannst es tun, du Wcttcrjunge. streift die Blödigkeit ab, und hier kommt Klaus Hornemann, sagt ihm selbst, was ihr von ihm verlangt."

Marstrand war kein Zeuge des letzten Teils dieser Szene gewesen, um welche sich ein dichter Kreis gebildet hatte, der ein Jubelschrci erhob, als Björnarnc der Weisung folgend Hanna küßte und einige Worte stammelte. Jlda und die nächsten Verwandten mischten sich mit ihren Glückwünschen und Umarmungen ein, und während das geschah, entfernte sich der Junker, um dem alten Priester entgegen zu gehen.

Finde ich Sie endlich wieder, lieber Freund," sagt? dieser nach der ersten Begrüßung.Herzliches Willkommen nach Ihrer Reise, wir werden uns manches zu erzählen haben. Und was flüstert man sich zu?" fuhr er lächelnd fort. Johann Marstrand hat eine schöne, junge Dame aus Bergen mitgebracht?"

Nicht für mich, ehrwürdiger Herr," siel Marstrand ein. Es ist Fandrems Tochter, die für Björnarne bestimmt ist. Verhüten Sic es, geben Sie weniAstens nicht zu. daß heut und hier das Verlöbnis ausgesprochen wird."

Und warum nicht?" fragte der Priester ihn anblickcnd. Soll das Mädchen gezwungen werden?"

wendige Arbeit, so frag« ich:Wo sehlt's? Ich habe den bestimm­ten Eindruck: eo schlt noch gewaltig an der Opsirwtlligkeit der Reichen. Es ist bekannt, daß so manche Stedr ein« nicht geringe Zahl von Millionären hat: es sind zum Teil vielfache Mil­lionäre. Wo sind denn dieLvier dieser Leute?" Was be­deutet da eine Gabe von 1000 Mark oder mehreren 1000 Mark. Das ist noch lange kein Opfer. Das ist weniger, als weim unsere Bäuerlein und Arbeiter drei und fünf Mark bringen. Unsere Söhn« stehen draußen im harten Kamps und verspritzen ihr Herz­blut vor dem Feind auch für euch, ihr Vermöglichen und Reichen, zum Schutz und zur Erhaltung eurer Kapitalien. Wollt ihr ihnen mit Almosen dafür danken? Ich fürchte, wenn der Lpscrsinn der Großkapitalisten nicht noch ganz anders erwacht zugunsten unserer kämpfenden, verwundeten Brüder und ihrer notleidenden Angehörigen, dann werden nach dem Kriege die sozialen Kämpfe »och viel stärker und erbitterter als zuvor, zum Unglück für unser Volk mid Vaterland.

Preußische Art

Ueber den Streik der Briefträger in Brüssel entrüstet sich die P o st. Sie verlangt, daß den Beamten, die ihren Dienst nicht verrichten wollen, aufs deutlichste vor Augen ge­führt werde, daß cs in einer unter deutscher Herrschaft stehen­den Stadt so etwas wie einen Streik nicht gebe.

Diese Frag« muß auf preußische Art geregelt werden. Fm Juni dieses Jahres haben die Pariser Postbeamten bekanntlich einmal gestreikt. Damals dem ich te sich j>er Bert ehrsminister Thomson noch nachts um 11 Uhr aus das Pariser Hauptpostamt, wo er vom Dach« eines Postomnibusses herab bcgüngende Worte an feine Untergebenen richtet«. Ein derartiges Schauspiel unfrei­williger Koniik mag in Frankreich möglich sein oder in Belgien. Unsere Auffassung vom Beamtentum und vom geregelten Tienst- betrieb duldet solche Komödie nicht. Wir können uns in keiner Weis« vorstellc», daß ein höherer deutscher Beamter diesen Weg wählen würde, um sich den Gehorsam seiner Beamten zu sichern. Auch in Brüssel nicht."

Zum Streik der Briefträger selbst sagen wir nichts, da die Nachrichten über ihn noch zu unbestimmt lauten. Wir stellen nur fest, daß die Post ihn auf preußische Art er­ledigt sehen will, das heißt also, daß das Blatt auch noch in diesen Zeiten von einer besonderen preußischen Methode redet, die sich nach seiner Meinung offenbar zu ihrem Vorteil von der allgemeinen deutschen Art der Behandlung politische: und sozialer Angelegenheiten unterscheidet.

Der preußische Landtag.

Berlin, 6. Okt. (W. B. Nichtamtlich.) Ter Kaiser hat durch Erlaß aus dem Großen Hauptquartier voin 24. Sep- tcinbcr genehmigt, daß beide Häuser des Landtages zur Fort­setzung der Legislaturperiode vor dem durch Verordnung vom 15. Juni 1914 festgesetzten Zeitpunkt zusammentretcn. Daraufhin hat der Präsident des Abgeordnetenhauses die 96. Plenarsitzung auf den 22. Oktober anberaumt.

Es werden nur mit dem Kriege zusammenhängende Vor­lagen erledigt werden.

Der Ostmnrkr,«verein stellt seine Agitation ein.

Ter Hanpivorstand des Ostmarkenvereins hak, wie die Preußische Lehrerzeittmg nntteilt, beschlossen, di« Vercinslätigkeii einzustellen: denn nach den Satzungen ist di« Aufgabe des Ver­eins als beendet anzusehen, wenn di« polnische Bevölkerung einer deutschfeindlichen Agitation entsagen uni mit den übrigen Be­wohnern ihres deutschen Sciinatlandes bestrebt sein ivcrdc, mi den Segnungen deutscher Kultur teilzune innen und ihre nicht zu verken­nende Befähigung uni Tatkraft in den Dienst derselben zu stellen. Tie gesinnte Organisation des Vereins wird in den Dienst des Roten Kreuzes gestellt.

Neue englische Truppe« in Antwerpen.

Aus dem Haag wird telegraphiert:

Hier ist die Nachricht cingetrosscn, daß eine große Transportslotte im Kanal gesichtet werden soll, die sich in der Richtung gegen die belgische Küste bewegte. Es scheint sich um die Landung britischer Truppen in Ostende zu handeln, die dazu bestimmt sind, die belgische Armee in Antwerpen in ihren Operationen zu unterstütze».

Rotterdam, 7. Okt. Eine amtliche belgische Mitteilung gibt bekannt, daß Verstärkungen in Antwerpen eingetrosfen seien, wodurch die Streitbarkeit der belgischen Truppen er­höht wurde. Tic Bevölkerung müsse aber wissen, daß das Schicksal des Landes und somit Antwerpens in diesem Augen­blick an der Aisnc entschieden werde und daß die Verbündeten unter diesen Umständen eine Schwächung ihrer Kräfte ver­meiden müssen. Die Antwcrpener Besatzung sei überdies stark. Ferner gibt der Kommandant von Antwerpen bc-

Nicht das", erwiderte der junge Mann.Sie ist bereit oazu, aber Björnarne" er sah verstumniend vor sich hin.

Hornemann schüttelte den Kopf.Der Pastor von Lyngcnfjord, Henrik Sture, ist krank", sagte er,ich verwalte sein Amt, und dies befiehlt mir, Segen über die Paare aus- zusprcchen, welche sich mir vorstellen. Björnarne tut recht, wenn er dieser edlen Jungfrau seine Hand reicht und seines Vaters Willen erfüllt. Sie aber, der Sie der Freund dieses armen Jünglings sind, sollten nicht hindern wollen, was zu icincm Glücke gereicht."

Ist das ein Glück", versetzte Marstrand eindringlich, wenn man bleich und verstört Ja sagt? Sie wissen nicht, was ich weiß, wissen nicht, was geschehen ist, auf welche Weise dies glückliche Paar zusammen komnit. was Helgcstad dazu getan hat."

Ich glaube nicht, daß dies das Aergste ist, was er in seinem Leben tat", sagte Hornemann.Ihr Herz mag dabei leiden, mein junger Freund, aber erinnern Sie sich, was ich Ihnen einst schon über die Sitten dieses Landes sagte. Die Kinder folgen hier den Geboten ihrer Eltern, das ist ein strenges unverbrüchliches Gesetz.Haben Sie,", fuhr er leiser fort,auf Ihrer Reise in der Nähe dieser Jungfrau, die eines anderen Mannes Braut war, dies nicht bedacht?"

Seien Sie überzeugt", sprach Marstrand errötend,daß sich für Hanna keine verbotenen Wünsche hege, daß überhaupt von mir nicht dabei die Rede ist."

Und wenn dies nicht ist," antwortete der Priester,was treibt Sie an, Einspruch zu erheben?"

Meine Teilnahme sür beide und meine Furcht vor Un­heil."

Sonderbar", sagte Hornemann.Können Sie mir mit- teilen, worauf sich diese Furcht begründet?"

Nein, nicht jetzt, nicht hier," cntgegnctc Marstrand,ich habe Hanna gelobt, darüber zu schweigen, aber hindern Sie das übereilte Gelöbnis."

kannt, daß es den Bürgern freistehe, die Stadt zu verlasset In der Kathedrale wurde eine Betstunde abgehalten, bei de der Kardinal Mcrcier zugegen war. Nach dem Gottesdienj stimmte die Orgel die Nationalhymne an. Eine Prozcssic» mit dem Bilde unserer lieben Frau von Antwerpen, der Be schlltzerin der Stadt, verließ die Kirche. Ferner wird ge meldet, daß die Stadt nach der Zerstörung der Wasserleitun, schon seit einer Woche ohne Trinkwasser sei, wodurch die Ge fahr einer Epidemie in den ärmeren Teilen der Stadt in di, Nähe gerückt sei. Am Samstag drang Kavallerie übe, Dussel, das zuerst durch Artillerie zerstört wurde, in Lintl durch. Am Sonntag sahen die Deutschen von weiteren Ver, suchen, die Antwerpener Forts zu forzieren, ab. In di, Schlachtlinie der belgischen Truppen zwischen Schelde uni Senne konnten die Deutschen eine Bresche schlagen. Die Be- völkerung von Antwerpen zieht noch immer in langen traurigem Zuge nach der holländischen Grenze.

Erschießung deutscher Gefangener?

Rom, 7 .Okt. Barzini telegraphierte dem Corricre belle; Sera über das tragische Los deutscher Gefangener, die, zwe > und zwei aneinander gefesselt, ins Gefängnis transportiert und dort von französischen Gciicralstabsoffizicren vernommer und pcinlichst ausgeforscht wurden. Dann wurden die armer Soldaten immer gefesselt weitcrtransporticrt. All, deutschen Gefangenen, bei denen angeblich geraubte Gegen­stände gefunden wurden, werden unbarmherzig erschossen Sie gehen alle mutig und gefaßt in den Tod. Die zum Tod« verurteilten Deutschen wollten sich die Augen nicht verbinden lasten. Sie falteten die Hände und erwarteten die Kugel iv knicendcr Stellung.

Nun muß sich alles wenden!

Bon Petersburg wird telegraphisch nach Paris gemeldet, daß der Zar am Samstag in Lublin cingetrosscn ist, um den kriegerischen Vorgängen persönlich beiwohnen zu können.

Kämpfe zwischen Bulgaren und Serben.

WTB. Wien, 6. Okt. (Nichtamtlich.) Die Reichspost nicldct aus Sofia: Vorgesteru in Struniitza angekommene bulgarische Flüchtlinge erzählen, daß zwischen Serben und Bulgaren erbitterte Kämpfe bei Jschtip stattfänden. Die Serben hätten Verstärkungen erhalten. Es finde eine regel­rechte Belagerung Jschtips statt. Ueber 200 bulgarische Familien ans der Umgebung der Stadt seien gefesselt ins Landesinnere gebracht worden.

Die Russen in Persien.

B. Wien, 0. Okt, (Nichtamtlich ) Tic Korrespondenz Rundschau meldet über Konstantinopel: Die rustenfcindlichc Be-

wequnq in Persien aewinnt immer mehr an Umfang. Aus der russischen Gesandtschaft tn Teheran sind Drohbriefe gesunden wor­den, Rnßland will deshalb zum Schutze seiner Untertanennt des diplomatischen Personals Truppe» absendc» und verschärstc Maßnahmen auf den russischen Bahnlinie» ergreifen. Bedrohst«» hat sich die Lage slir die Russen in Ardcbil gestaltet, das ziemlich bcscstigt und accignet ist. den Russen Ungclegcnhcitcn zu bereiten. In Täbris, KaSwinnd Lerab wurden Befreiungskoniitces ge­bildet, die großen Zuzug erhalten, Bein, Unar-Gcbirgc kam cs zu heftigen Gefechten mit de» russischen Grcnztruppcn, i» denen die Lchachsewenncn die Oberhand erlangten. Die Lage in Südpersicn ist für die Engländer bedenklich.

Unwürdiges Verhalten mit zehn Jahren Znchthanö bestraft.

Vom Kriegsgericht ln T t l s t t wurde der Tclegraphen-Ober- lcitnngsaufsehcr L i » z c n a u zu zehn Jahren Zuchthaus ver­urteilt, Als die Russen in Tilsit waren, fragten sic de» Vertreter des Postdircktors, Sekretär Papcndick, wo das Kabel läge. Der Gefragte gab elne ausweichende Antwort, darauf trat aber Linzenau, ohne daß er gefragt und ausgesordert wurde, hervor und sagte, der Papcndick wäre noch kurz vorher an der Kabelanlage tätig gewesen! Dadurch brachte er de» Vertreter des Postdirektors in die größte Gefahr.

Eine neue Ncutralitätsvcrstchernng der Türkei.

Konstantinopel, 7. Okt. Ein inspirierter Artikel des Jkdam antwortet auf die von der Petersburger Nowoje Wremja und dem Moskauer Ruskoslow gegen die Türkei gerichteten Angriffe. Jkdam führt aus, daß die Türkei Eng­land gegenüber ihr Programm und ihre Neutralität be­wahren wird, um ihre eigenen Interessen verteidigen zu können. Die islamitische Welt erwache aus ihrem Schlafe,

Hierher mit dem Pfarrer, hierher!" ließ sich Hclgcstads Stimme hören.Denke, ist keiner, der größere Sehnsucht nach ihm l>at, wie wir." Und an einer Hand Hanna führend, an der anderen Jlda, die von Björnarne und Paul Pctersen begleitet wurden, trat er aus dem Kreise, der mit dem Vogt an der Spitze ihnen unter Beifall und Freudcnruf nach­folgte.

Nichts kann ich ändern und nichts hindern", sagte Hornemann,aber wünschen kann ich, Herr Marstrand, daß Gott auch Ihnen so viel Frieden und Ergebung verleihe, w>o ich in den Gesichtern dieser jungen Paare entdecke."

Amen!" murmelte Marstrand in sich hinein, indem er sich fortwandte.

Musik voraus und spielt das beste Stück, was ihr habt" rief Helgcstad.Dann dreimal rund uni die Kirche den Zug, wie cs alte gute Titte ist, und nun, Klaus Hornemann, nehmt sic hin und schließt den Bund ab, daß er nie auseinander springt,"

Ist cs so, meine teuren Kinder?" fragte der Greis. Wollt ihr in Leid und Freude einander angehören und treu­lich halten, was eure Herzen in dieser Stunde geloben?"

Er blickte Hanna an, die lächelnd neben Björnarnc stand. Ja", sagte sie mit einer lieblichen Neigung des Kopfes, und an der anderen Seite sagte Jlda ihr Ja, ohne einen Z"s ihres strengen Gesichts zu verändern.

So kommt denn", sprach Hornemann, und die Braut­paare ordneten sich, ihre Verwandten und Freunde uniringten sic, die Musik erscholl, Fahnen flatterten und Kränze von frischen Frühlingsblunicn wurden auf die Locken der jungen Mädchen gedrückt. In der ersten Stunde des Morgtfts, als die Sonne hellstrahlend ani Himmel stand, verkündete Klaus Hornemann den Segen des Himmels über die Verlobten.

lFortsetzung folat)