möglich nad) einem vernünftigen und ehrenvollen Frieden streben will . . ."
Zum Schluß heißt es dann: „Wir strecken, erfüllt von Freundschaft und Eintracht, unseren Kameraden in Englanü und Deutschland unsere Hände entgegen, ebenso wie denen in Belgien, Frankreich und Rußland, indem wir anerkennen, daß sie für die Tragödie nicht verantwortlich sind, in welcher sie jetzt Gut und Blut opfern müssen. Wenn dieser bruder- mörderische Krieg vorbei sein wird, so hoffen und vertrauen wir, daß dann für die internationale Sozialdemokratie die Zeit und Gelegenheit kommen wird, den europäischen Frieden wirklich und endgültig zu sichern.
Wenn Vertreter der Partei eingeladen werden, an der allgemeinen Kampagne für die Rekrutierung teilzunehmen, so rät die Partei ihnen, diese Einladli^igen anzunehmen und von der gemeinsamen Tribüne aus im Sinne des Parteiprogramms und der oben erörterten Politik zu wirken."
England gegen Holland.
(Ctr. ftrfft.) In Holland beginnt sich Mangel an Weizenmehl fühlbar zn machen: die Bäcker behaupten, daß sie nur noch für einige Tage Vorrat hätten, Das Reichsbureau für Verproviantierung gibt bekannt, daß 48 000 Tonnen Getreide ans Amerika für die Regierung unterwegs seien, basi aber ein Teil davon durck, England in Plymouth zurllckgehalten werde, iveil man die Schiffe auf Konterbande untersuchen wolle. Das niederländische Dampfschiff „Rotterdam" wurde ebenfalls in Ply- mouth angehalten, da es K u p f e r als unterste Fracht im Laderaum hatte. Kupfer aber von England als Konterbande betrachtet wird: es muß nun die gesamte Fracht ausgefchisft werden. Der holländische Gesandte in London Marees van Sw i» deren ist nach Rotterdam gekommen, um mit den zuständigen Stellen darüber zu beraten, wie den langen Verzögerungen der Fahrten holländischer Schiffe vorgebeugt werden könne, (Franks, Ztg,j
England gegen Schweden.
(Ctr. Frkst.) Die fortgesetzten Verstöße Englands gegen die Londoner Deklaration bildet nach wie vor in ganz Schweden den Gegenstand scharfer Kritik. S v e n s k a D a g b l a d nennt die englische Willkür den härtesten Schlag, mit dem England das neutrale Schweden hätte treffen können.
Hier wird nach dem deutschen Beispiel die Einsetzung ciucs Ausschusses von Vertretern der I n d u st r i e, der Landwirtschaft und der Reedereien erwogen, der die Abwehr des empfindlichen englischen Eingriffs in die schwedische Ausfuhr durchführen soll. Die straffe deutsche Organisierung des Wirtschaftslebens — so sagt die Stock- holmer Presse — verdiene nicht nur uneingeschränkt Lob, sondern müsse so bald wie möglich in Schweden n a ch g e - ahmt werden.
Schwedische Sympatiebcweise.
Einem Privatbrief, den man der Franks. Zbg. zur Verfügung stellt, entnehmen wir folgendes:
„Meine Bahnfahrt durch Schweden nex ein Triumph z ug. Schwedische Offizier« bemühten sich um uns. Ein kommandierender General, General W r a n g e l vom 6. schwedischen Armeekorps, las uns die an ihn gerichteten offiziellen Depeschen über die Kriegslage vor. Die Osfiziere waren begeistert über die deutschen Erfolge, In Stockholm singt das Volk deutsche Lieder, An deutschen Wirtschaften wehen deutsche Fahnen neben den schwedischen. Tie ganze Bahn ist militärisch bewacku und die schwedische Armee ist mobilisiert. Eine aufrichttgere Freude als in Schweden über die deutsch-österreichischen Siege könnte kaum sein. Die Offiziere baten uns, wir möchten die deutschfreundliche Gesinnung der schwedischen Nation möglichst bekannt geben."
französischer Schwindel.
Die französische Presse ist in letzter Zeit hervorragend tätig gewesen, Schwindelnachrichtekl in die Welt zu setzen. So geht zurzeit folgender Armeebefehl durch die französische Presse:
„. .. . Armee. Gcneralstab.
3. Bureau Nr. . . . September 1914.
Während eines nächtlichen Angriffs haben die Deutschen eine Kolonne französischer Kriegsgefangener vor sich her marschieren lassen.
Diese Tat wird zur Kenntnis allen unseren Truppen gebracht, damit:
1. sie aus ihrer Hut sind gegen eine solche feige List:
2. jeder Soldat weiß, wie die Deutschen ihre Kriegsgefangenen behandeln.
Unsere Truppen sollen nie vergessen, daß, falls sie sich Iriegs- fangen geben, die Deutschen sie den französischen Kugeln bloss- stellen.
_ (Namensunlerzeichnung des Kommandanten,)"
Afra ja.
Ein nördlicher Roman von Theodor Mügge. 77
„Keine Spur von ihr. Björnarne meinte, sie sei geraubt, Paul Peterscn sagte, sie sei verliebt, und Jlda weinte, ich habe sie niemals weinen sehen. Darum machte ich mich'mit auf, um das Lappenmädchen zu suchen, und lief durch die Sümpfe, bis wir den Hexenmeister, ihren Vater, fanden, der in den Kilpisjauren mit seiner Herde steckte."
„Sie war nicht bei ihm?"
„Wenn dieser alte Gauner sich besser verstellen kann, wie ein Christ es begreift, so wußte er nichts von ihr. Er schwor mit tausend Schwüren bei Jubinal und bei Pckel, daß sein Auge sie nicht gesehen habe und gab uns greuliche Ver- wünschungen aus den Weg."
„Armes Mädchen I Arme Gula!" sagte der Junker be- trübt. „O. daß ich nicht hier war, ich hätte ihr Schicksal zum Guten geleitet."
Olaf schüttelte den Kops. „Du hättest nicht mehr tun können, wie Björnarne getan hat. und kannst nicht betrübter sein wie er. Die Dirne war seit längerer Zeit schwermütig oder wie man cs nennen will, und wenn cs nicht ein schlechter Spaß wäre" — er sah seinen Begleiter lächelnd an — „so könnte man wirklich sagen, wie Paul Peterscn sagt: Die Liebe hat die kleine Hexe toll gemacht."
Ihr Gespräch wurde durch Helgestad unterbrochen, der Marstrand rief und winkte und, als dieser näher kam, ihin zurief: „Seh es Euch an, daß Ihr die Neuigkeit schon wißt. Nutz, mag sie lausen und Rennticre melken oder bei dem alten Schuft Teufelstränke brauen oder meinetwegen auch im Sumpfe liegen bis zum jüngsten Tagcl Will mich nicht darüber ärgern am gesegneten Morgen: setzt Euch zu uns Herr Marstrand, und reicht dem Vogt Eure Hand, der ste nach Euch ausstreckt. Kalkuliere, müßt ihm danken und Paul
Schon das Fehlen der näheren Bezeichnung der Armee, des Ortes und des Namens des Kominandanten kennzeichnet das Machwerk als groben Schwindel, der den Zweck hat, den Haß gegen die Deutschen zu schüren und die deutschen Soldaten als die Teufel in Menschengestalt hinzustellen, gegen die sich die Franzosen mit aller ihnen innewohnenden Kraft zu wehren haben. Es ist bezeichnend, daß die französische Wehrmacht solcher verwerflicher Auspeitschung bedarf.
Gottesdienst in Namur
Heinrich Binder, der Kriegsberichterstatter des Berliner Tageblatts, erzählt:
In den engen Gassen von Namur ein Raunen und Tuscheln. Eine Aufregung, die gross war und, wie ein Fieber, durch die ganze Stadt griff. Man hatte schon vieles erlebt. Aber was man jetzt sah, ließ den Glaube» an den Himmel wanken.
Man hatte den Marktplatz in Flammen aufgehen sehen. Wahnwitzige Bürger hatten aus den Häusern und aus dem Stadthaus aus eine Kompanie deutscher Soldaten geschossen, die in Reih und Glied zum Appell angetreten stand. Die blutige Antwort war schnell gegeben worden. Deutsche Artillerie war aufgefahren und hatte in wenigen Stunden die Tat gesühnt. Das alles hatte man erlebt. Hatte täglich auch mit stumpfem Schauder das Richteramt vollziehen sehen an heimtückischen Mördern, die aus dem Tunket der Gassenwinkel heraus tödliche Freikugeln gegen deutsche Soldaten gesandt hatten. Das alles war wie ein wilder Traum, in Wut und Entsetzen vorbeigerollt. Aber jetzt schien der Himmel einzustürzen.
Ter Bischof von Namur ging am hellen Tage über die Strassen. Und ihm zur Seite schritt der königlich preussische Haupi- pfarrer der Garnison Namur. Und die Erde tat sich nicht aus! Ter Himmel schickte keine zuckenden Blitze, Kein Schweselregen hüllte die ketzerische Stabt, den stolzen Sitz des Bischofs, in strafende Wolken.
Dabei wussten die Leute noch nicht einmal, was sich alles begeben halte. Tr. Wessel, der in Friedenszeiten an St. Nikolai in Berlin wirkt und dem jetzt die Seelsorge der deutschen Garnison Namur obliegt, hatte in einem grossen Saalbau für seine Soldaten eine Kirche eingerichtet. Diesen Saal hatte der Bischof, der ihn vor Jahresfrist selbst gemietet und für seine Zwecke in der Gemeinde benutzt hatte, dem evangelischen Pfarrer Überlassen. Seine Toleranz ging noch weiter. Er gab aus der Kathedrale eine Kanzel her und stellte ein Harmonium in den grün geschmückten Raum.
Und der Sonntag brachte den ersten Gottesdienst. Es waren wohl an tausend Soldaten, die sich eingefunden hatten. Die Grösse und der Ernst der Zeiten schließen die Herzen auf, und bas Gemüt wird empfänglich. Des Glockentones Fülle klingt ahnungsvoll selbst denen, die mit Faustens zweifelndem Wissen nicht mehr an die Botschaft glauben; die in solche» Tagen aber im Gebet wieder eine neue Welt erstehen sehen.
Und das Wunderbare wurde durch den Zufall des Krieges Ereignis, Preußen, Württemberger, Bayern, Pommern, Hanseaten, Hessen und Märker, Schwaben und Friesen saßen vereint in dem Saal. Tr. Wessel sprach von der Kraft und der Größe der allumfassenden Mutter Heimat, Nach der Predigt forderte er die Soldaten aus, den Choral der Deutschen zu singen. Da klang und guoll es mächtig aus tausend Kehlen durch den Raum: „Deutschland, Deutschland über alles, über alles in der Welt,"
Kurz darauf' zitterten die Glocken der Kathedrale über die Stadt, Die Kirche, ein üppiger Kuppelbau der italienischen Spät- renaiffance, war mit Menschen gefüllt. Bürger und Bürgerinnen von Namur und dazwischen deutsche Soldaten katholischen Klaubens, die zu dem gleichen Gott beteten. Vor einem vergoldeten Gitter, das in weltlich-kecker Linienführung die sinnbetörende berauschende Kunst des Rokoko aufleben lässt, saß eine Reihe verwundeter deutscher Soldaten,
Gebete und Gesänge rauschten feierlich-leise durch die müde Helle des Raumes, Die Stimmen liefen ineinander, teilten sich, liefen nebeneinander her und vereinten sich dann wieder in der Flut des Orgelklanges. Und über allem zitterte Kerzenlicht. . . .
Später ging ich mit Dr. Wessel durch die Stadt. Ein feiner Regen hllllte alles ein. Der Pfarrer erzählte von seiner Tätigkeit hier draußen. Er erzählte, wie er, bewehrt mit einer schützenden Waffe, die in den Kasematten der Forts arbeitenden Soldaten aufsucht und in die hallenden Gänge dort draußen Zuspruch und Lebensfreude bringt. Er erzählte von einem Schwerverwundeten, der zwei Stunden Wegs von Namur hoffnungslos in einem Lazarett daniederlag. Es war ein Landwehrmann aus Berlin, der Frau und Kinder daheim hatte. Sie hatten ihm den Unterkiefer weggeschossen. Sprechen konnte er nicht, und er atmete schwer in seiner letzten Stunde,
Als der Pfarrer mit ihm sprach, ließ er sich einen Zettel geben. Dann schrieb er. Es war kein letzter Gruss an die Lieben, Kein Abschiedswort und keine Klage Ter Pfarrer nahm das Blatt Papier, aus dem in kritzlicher Schrift zn lesen stand: „Ist es wahr, dass die Russen in Berlin sind?" Da verklärte der Pfarrer ihm die letzte Stunde durch die Mitteilung der Wahrheit. Das war Gottesdienst in Namur,
Eisundene Lchauet gekchichten.
(Ctr. Bin.) In Köln war das Gerücht verbreitet, daß in einem Lazarett in Aachen ein ganzer Saal voll Verwnn-
Pctersen ein Helles Gesicht machen, haben beide Eure guten Worte verdient, denn ist alles, was Ihr wünschen könnt, in Richtigkeit."
Der Vogt hatte sich inzwischen erhoben und kam dem jungen Ansiedler ein paar Schritte entgegen. Sein blauer Rock mit hochstehendein Kragen und Litzen verkündete den hohen Würdenträger; der kleine dreieckige Hut. den eine breite Goldtresse cinsaßte, saß majestätisch ans dem dicken, feurigen Kopse, Schnallenhosen von schwarzem Sammet und lange blanke Stiefeln vollendeten nebst dem spanischen Rohr die würdige Erscheinung. — In seiner Jugend war der Vogl Offizier in der Landarmee gewesen, und noch trug er ein Tanebrogsband im Knopfloch: seinen Körper hielt er militärisch gerade und seine grauen Augen blickten energisch ans dem trotzigen Gesicht.
„Seien Sie willkommen, Herr Baron, ich habe mich lange auf diese Stunde gefreut," sagte er, seinen Hut lüfteno. „Habe Sie in Tromsö vergeblich erwartet und mich endlich selbst aufmachen müssen. Ihnen meinen Respekt zu beweisen."
Marstrand entschuldigte sich und sprach seinen Dank aus. Der Vogt hielt seine Hand fest und nötigte ihn, neben sich zu sehen, dann reichte er ihm ein gefülltes Glas, stieß auf sein Wohl an und freute sich, überall Rechtes und Gutes von ihm zu hören; endlich aber zog er ein großes Taschenbuch von Leder aus seinem Rock und händigte Marstrand ein Papier ein, rcchtsmäßig ausgefertigt mit Unterschrift und Siegel, durch welches ihm das Tal der Balsfjordelf, die Nebentäler z» beiden Seiten sanit den Usern in bedeutender Ausdehnung als freies Eigentum für ewige Zeiten übergeben wurden, mit Einschluß des Eilands Strömmen an der Meeresküste von Tromsö. Alles war bündig, genau und bestimmt abgefaßt, es war unmöglich, daß Marstrand nicht dafür seinen freudigen und lebhaften Dank ausdrücken konnte.
„Es ist also alles zn Ihrer vollen Zufriedenheit eingerichtet?" fragte der Vogt.
dcier liege, denen in Belgien die Augen ansgestochen worden seien. Tie Kölnische Volkszeitung wandte sich daraufhin an den Stiftsprobst Dr. Kaufmann in Aachen mit der Bitte, sestzustellen, was an diesem Gerücht wahr sei. Die Antwort lautete:
„Ich teile Ihnen das Zeugnis dcS Chefarztes eine! hiesigen Lazaretts, eines berühmten Augenarztes, mit, den ich gerade, weil er Augenarzt ist, auch befragte. Er schreibt mir: Es gibt in keinem der Aachener Lazarette einen Saal, der mit Verwundeten gefüllt ist, denen die Augen ausge- stochcn sind. Meines Wissens ist überhaupt kein derartige: Fall hier in Aachen beobachtet worden."
Ter Papst al» Zyritdensve» mittler.
Ti« Kölnisch« Zeitung bringt ein Telegramm ihres römischen Korrespondenten, wonach der Tcnips meldet, dass sich der Papst persönlich betätige, um de» Frieden wieder hcrzusiellcn. Er habe bereits Briese nrit den: Kaiser von Oesterreich gewechselt.
L'attvtagsebgcordncter Aasenelever gefalle».
Di« Wattenscheider Zeitung meldet, dass nach amtlich bestätigten Mitteilungen der Landtagsa-bgeordnete für Golseiitirchen, Assessor Hasenclcvcr von der Gelsenkirchen er Bergwerksaktiengrsellschaft am 1!), September in Frankreich gefallcri ist. Der Verstorben«, der dem prenstächen Landtag seit 1913 angehört«, war Mitglied der national- liberalen Fraktion.
Vom westlicheil Kriesisschailplatz.
Der französische Bericht.
Das gestern nachmittag 3 Uhr ausgegebene amtliche französische Kommunique lautet: Am Westslügel dauert die Schlacht sehr lebhaft an, hauptsächlich in der Gegend von Rohe, wo die Deutschen bedeutende Kräfte angehäuft zu haben scheinen. Die Aktion verbreitet sich immer weiter nordwärts. Die Schlachtfront verlängert sich bis in die Gegend südlich von Arras. In Woevre macht unsere Offensive Fortschritte, hauptsächlich in der Gegend zwischen Apre» mont und St. Mihicl. Auf der übrigen Front wurden beiderseits nur unbedeutende Operationen versucht. (Eft. Frkst.)
Die Operationen gegen Antwerpen.
Aus Antwerpen meldet das (feindliche) Reuterbureau von gestern: Die Deutschen bombardierten die ganze Nacht hindurch unsere Forts. Wir erwiderten das Feuer kräfftg und lieferten den Angreifern den Beweis, daß unsere Streit- kräfte unversehrt sind. Heute morgen wurde das Artillerie- duell auf der ganzen Front fortgesetzt. Da die Deutschen sich wiederum nach Mecheln wagten, beschossen unsere Trnp- pcn die Stadt. Das Fort Waelhem wurde schwer beschossen. Auf das Dorf Reempst in der ersten Befcstigungslinie schossen die Belgier 2y 2 Stunden.
Znr Lage in Osten.
Ein russischer Bericht.
Ter Times-Berichterstatter in Petersburg meldet, daß man sich am Vorabend wichtiger Ereignisse befindet. Polen sei nach dem Urteil des russischen militärischen Sachverständigen, des Obersten Schumski, dazu bestimmt, der Schauplatz der größten Schlacht dieses Krieges zu werden. Die Absicht der Deutschen sei, dir Russen zu zwingen, entweder Galizie» zu räumen oder eine entscheidende Schlacht zu liefern. So- ivcit vorauszusehen sei, werden aber die Russen diese Kollision vermeiden. Die Deutschen, sagt der Berichterstatter weiter, zeigen große Kampfeslust. Sie versuchten Osnowiece zu erobern, das am anderen Flügel der Front liegt. Anscheinend haben die Deutschen das Vertrauen, daß sie in der Schlacht siegen werden. Jedenfalls sei die Aussührnng des neuen und großartigen deutschen Planes nicht mehr fern.
Vom serbischen Kriegsschauplatz.
Wien, 3. Okt. Amtlich wird bekannt gegeben: Unsere in Serbien befindlichen Truppen stehen seit zwei Tagen im Angriffs- kämpfe. Bisher schreitet die eigene Offensive gegen den überall stark verschanzten, hinter mit Drahthindernissen geschützten Stellungen postierten Gegner verlangsamt aber günstig fort. Mit der Säuberung der von den serbisch-montenegrinischenTruppen undJr- regulären beunruhigten Gegenden wurde energisch begonnen. Hierbei wurde ein komplettes serbisches Bataillon umzingelt und als kriegsgesangen abtransportiert.
Die von den Serben verbreitete Behauptung über die Vernichtung der 49. Honveddivision ist ein neuerlicher Beweis der lebhaften serbischen Phantasie. Diese Division befindet sich, wie die
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„Diese Akte enthält mehr, als ich erwarten durste," erwiderte Marstrand. „Der Besitz ist fast größer, als ich ihn wünschte."
„Weise benutzt ist nichts zu groß," antwortete der Beamte. „Der König hat noch viel zu vergeben, was, in die rechten Hände gebracht. Seiner Majestät und dem Lande Nutzen sck)asfen wird. Und dafür bin ich hier," fuhr er fort, „das ist meine Pflicht, die Würdigen auszusuchcn, aber auch zu sorgen, daß Bettler und Landstreicher nicht ihr Wesen treiben können. So habe ich denn nicht gefragt, Herr Baron, ob das Stück zu groß sei, habe gegeben, was gefordert wurde."
„Sie haben alle meine Bitten reichlich erfüllt, Herr Bogt," sagte Marstrand, „erfüllen Sie nun auch diese, mich einfach bei meinem Namen zu nennen. Den Baron habe ich in Kopenhagen gelassen, als ich den gestickten Rock auszog, hier in meinem neuen Vaterlande heiße ich Johann Marstrand, der Kaufmann von der Balsclfgaard, will es vlc:ben und, so Gott mir bcisteht, meiner Mitbürger Wohlwollen verdienen."
„Nutz!" rief Helgestad, „ist ein wackeres Wort, wohl ausgesprochen und mag gedeihen unter Euren Händen!"
Auch der Vogt nickte und grinste Beifall; es wurde angestoßen darauf, Glas auf Glas folgte, von guten Lehren, Sprüchen und Wünschen begleitet. Sie saßen im Schatten der sanstwehenden Birken. Die Sonne stieg höher hinauf und vor ihnen breitete sich ein lebensvolles Bild aus. Dir lungcn Männer und Mädchen sammelten sich auf einer ebenen, dazu erwählten Stelle zum Tanze; an anderen Orten bildeten sich Gesellschaften, die mit schweren, runden Steinen nach dcni Ziele warfen; weiterhin knallten die BUch'/en nach einer Scheibe, auf der ein Bär gemalt war, und Preise waren ausgesctzt. Andere Gruppen saßen und logen unter bunten Fahnen und Flaggen, Lachen imd Lust war überall. sFortsebung folgt.)


