Ausgabe 
5.10.1914
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhessen und der Nachbargebicte.

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Rcdakti«» und «rvcdttton GleKem Babnd»f»ral,e 23. Elke LSweiia-llc. Telepbon 2008.

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Nr. 230

Gicßcn, Montag, dcn 5. Oktolicr ÜU4

9. ^nlirflüiiß

Krieg und Demokratie.

In ganz Europa gibt es jetzt keinen Menschen, der an etwas anderes denkt ais an den Krieg, der von etwas anderem redet als vom Kriege. Das furchtbarste aller politischen Ereignisse hat das Denken nnd suhlen der ganzen Menschheit ganz in Besitz genom­men. Der Gelehrte, der fern von allem politischen streit sein ganzes Leben in der Studierstubc verbrachte, und die Näherin, die in Sorge um ihren Erwerb sich nie um Organisationen, Wahl- vcreinc, Reichstag und Welthandel kümmerte, der Bürgersmann, der seinen Geschäften nachging und alles Politische vertrauensvoll der Regierung überließ, und der Bauer, besten politische Richtung vom Seelsorger bestimmt wurde, sic alle sind aufgcrütteit, und mit weit ausgcristcncn Augen starren sie in das ungeheure Chaos, aus besten blutigem Schoß sich eine ungewiste Zukunft entringen will.

Es handelt sich nicht um das äußere Schicksal des Lande? allein. Denn wenn auch dieses jetzt weitaus im Vordergrund des allgemeinen Interesses siebt, so weiß doch jeder, daß der Krieg in den Ländern, die er ergriffen hat, auch gewaltige innere Ver­änderungen nach sich zieht. Wie es in England und Rußland, in Frankreich und in Deutschland nach dem Kriege aussehe» wird, weiß niemand. Aber bei den engen geistigen Wechselwirkungen, die gleich nach dem Friedcnsschluß sich wieder geltend machen, müsten die inneren Vorgänge des einen Landes auch die des andern mächtig beeinslusten. Mit dem Krieg sind wir in ein neues politisches Zeitalter cingctrctcn.

Und dieses neue politische Zeitalter wird durch den Krieg eröffnet mit einer allgemeinen Politisierung der Massen. Heute stimmen alle darin überein, daß es jedermanns Pflicht sei, mit seiner ganzen Krakt für bas Wohl des Ganzen tätig zu sein. An viele von ihnen wird man freilich die Frage richten dürfen, ob sie sich auch früher nm das Wohl der Allgemeinheit gekümmert baben, für das doch auch in Fricdenszeitcn zu tun genug war. lieber die meisten von ihnen ist der Krieg gekommen wie der Dieb in der Nacht. Sie wußten nichts, ahnten nichts, und plötzlich war cs da. Alle Völker haben vor diesem Krieg den Frieden gewollt: wenn alle Völker dafür gesorgt hätten, baß sich ihr Wille bei den Regierenden Geltung verschaffe, wieviel wäre der Mensch­heit dadurch erspart geblieben?

Manche Leute glauben heute die sozialistische Inter­nationale als abgetan betrachten zu können, weil sie nicht imstande war, den Weltkrieg zu verhindern. Aber wo waren diese ! Leute vor dem Ausbruch des Krieges? Wenn ein politisches Be­streben einen Mißerfolg verzeichnen muß, weil es nicht überall die nötige Unterstützung gefunden hat, ist das ein Beweis für die U n - Dichtigkeit dieses Bestrebens? Oder ist das nicht vielleicht ein "eweis für die Notwendigkeit einer stärkeren Unterstützung?

Politisches Masteninterestc ist noch nicht Demokratie, aber es mhrt unweigerlich zu ihr. Wenn das Schicksal einer Nation durch Ueinen Kreis von Mcnichen bestimmt wird, so kann das nur »-lchebeg, weil die Masten nicht das nötige Interesse aufbringen, um luh einen dauernde» und energischen Einfluß aus die Leitung oer Ltaaisgeschäfic zu erringen. Auch in den Formen einer rein oemolralischkn Vcrfastung kann infolge der politischen Indifferenz ? C T ein Einzelner oder eine kleine Minderheit in Wabr-

i). nuenihcrrschend werben. Auch »ntcr unbemolraiischen Rc- ^eeungssormeii wird sich dagegen das allgemeine Volksbewußtsein f!ü «ir ma( * l . tn ' "osern cs nur mit der nötigen Entschiedenheit aus Jf /eitt. Tenn das zeigt uns wieder mit handgreiflicher S «rl? " et Krieg keine Regierung kann, wenn cs um Sein ? . , - ,!' cn licht, die unterstützende Macht dieses Volksbcwnßt-

icmo entbehren. M, stumpfem llntcrtanengchorsam schlägt man § Griten der Volkshecre keine siegreichen Schlachten. Das -ton mutz bis zum letzten Mann von der llcbcrzcugnng dnrch- orungcn lcm, daß es kur sich selber kämpft, es muß aus tlcber- ^cugling, nicht aus bloßen Befehl hin Gut und Blut opfern, nur dann kann der Krieg ,m Sieg geführt werden.

«ine tyrannische Regierung wie die zarische hat im Fall einer .aeicriagc alles zu siirchten. Ein frcihcitliebcndcs Volk aber hat. F c - n " e t e ? r . ci<fl beimkehrt, alles zu bosfcn. Es wird der Herr des ^andes sein, besten Freiheit nach außen es mit Strömen seines Blutes crstiuft hat. tzz roirb die Achtung, die es dem Feind aus rer, ischlachtfclder» abgezw,ingen hat, auch im Innern sich zu er- yanen wissen und keine Untcrorbnung mehr kennen, als die aus treicr Ilcberzeugung. To soll der Weltkrieg ein wahrer Befreiung?- tricg werden, der uns von stumpfer Gleichgültigkeit befreit und non entsagender Schwäche, Mit scharfer Pflugschar reißt er liefe «urchcn ins Lrnb, aber der Säcmann der Zukunft geht hinterdrein und streut Saaten der Freiheit aus!

Tic wilvcn Eiscnbalmzügc.

^ieuwe Rottcrbamschc Courant meldet über einen miß- belgischen Anschlag, über den wir schon kurz berichtet -s. ° - folgende Einzelheiten: Die Belgier ließen vor einigen

ein halbes Dutzend mit Sand gefüllter schwerer Eiscnbahn- binb»'" casender Fahrt führerlos ins Blinde auf die deutsche Vcr- ein.rv r" lie Inöjnbren und dachten, großen Schade» anzurichten. 5 r , ,e ' ct Züge kam in Hai an, als gerade ein deutscher nur üüür' nS P#tt die Stadt verlassen halte, sodaß glücklicherweise Der .putsche Bahnbcamte dem Anschlag zum Opfer sielen, nun «üi P »un als eine wirre Maste bei val. Sofort wurden sprenat ' i eu,c drücken westlich von Hal durch die Deutschen ge­ben Abo kurz daraus ankommendc» wilden Züge stürzten in - ogrund, ohne irgendwelchen Schaden anzurichten.

Tie Türkei gegen Rutzland?

Die Vossisch,, Zeitung meldet unter dem 1. Oktober aus f 0: "Sydsvcnskas Dagcbladet erfährt aus Petersburg, u lrrzerum wird mitgeteilt, türkische Emissäre seien nach > .gesandt, um den Durchmarsch türkischer Truppen »rch die persische Provinz Aserbcidschan gegen die russische Horenze vorzubereitcn.

Ser fkrieg.

^ine bulgarische Note an Serbien.

Tic sZnstänVc in Makedonien.

(Ctr. Frist.) Ter Südslawischen Korrespondenz wird aus Sofia gemeldet: Der bulgarische Gesandte in Nisch hat dem

serbischen Kabinett eine Note überreicht, in der der serbischen Re­gierung nahegclegt wirb, mit Beschleunigung jenen Zuständen in Mazedonien ein Ende zu machen, die die bulgarische Oeffenilichkcit in ständiger Erregung halten und die Gefahren des Ausbruch» des Volkswillens gegen die Bedrückung der bulgarischen Stammes­brüder in Mazedonien in den Bereich der Möglichkeit rücken. Ter bulgarische Gesandte betonte, daß die Fortdauer der herrschciideu Zustände in Mazedonien den Entschluß der Negierung, ihre gegen­wärtige Haltung zu bewahre», sehr erschweren müßte und sie zwingen könnte, Maßnahmen, die sie in diesem Falle sür richtig hielte, zu treffen.

Dieser Schritt der Negierung hat in der Wiener Oeffcntlich- kcit sehr beruhigt, da man die Entschlossenheit bcf- Kabinetts kennt, die bulgarischen Intercsten zu wahren. Man meist auch darauf hin, baß sich nunmehr unzweideutig zeige, daß die Bemühungen der Triple-Entente in Sofia keinen Erfolg eirungeii haben und sich die Regierung weder einschiichtcrn laste noch auf Ver­sprechungen von dieser Seite höre. So habe die Regierung die Zusage Rußlands, daß Bulgarien die Stadt Ischtip und 300 Quadratkilometer Gebiet in Mazedonien überlasten werden wür­den, falls Bulgarien Serbien militärisch unterstütze, gar nicht zur Kenntnis genommen.

Die Stimmung im Lande, namentlich in Mazedonien, und dort besonders unter der Bauernbevölkerung, ist wegen der Vorgänge in Mazedonien derart scrbenfcindlich, wie vor dem zweiten Balkankrieg.

Unruhen in der serbische!- Armee.

Sofia, 2. Okt. (Etr. Bln.) Tos Blatt Utro schreibt: In der serbischen Armee machen sich revolutionäre Erschei­nungen bemerkbar. Das Offizierkorps und die Mannschaft ist ttnzufricdem Die letzten Aufstände in drei Artillerie- Regimentern sind keine vereinzelten Vorfälle. Man teilt mit, daß meuternde Soldaten eines Jnfanterie-Regiments ihren Oberst erschossen hätten. In zwei anderen Regimentern soll der Oberstleutnant ermordet worden sein. Serbische Ar- tillcristcn erzählten, sic hätten die Rohre der Kanonen mit Dynamit gefüllt, damit die Kanonen explodierten. Die serbische Armee steht vor einer traurigen Krise.

Russische Brutalität.

lCtr. Frkst.) Die österreichisch-ungarische Regierung hat den Regierungen der neutralen Staaten eine die polnischen Legionen betreffende Verbalnote zukommen lasten. Gegenüber der Erklärung des russischen Obcrkommandierenden, daß die polnischen Legionen in Galizien beim Kampfe gegen russische Truppen Explosivkugcln mit abgeschnittencr Spitze verwenden, woran die Weisung geknüpft wird, diese Legionen nicht als Kriegführende anzu- nchmcn, stellt die österreichische Regierung fest, daß die polnischen Legionen als Teile der österreichisch-ungarischen Armee gelten und daß an ihrer Spitze ein österreichischer General steht. Was die angebliche Verwendung jener Erplosivkuacln betrifft, so erklärt die österreichische Regierung, daß weder die polnischen Legionen, noch irgend ein anderer Teil der österreichischen Armee sich solcher Projektile bedient. Daher wäre die Nichtannahmc der polnischen Legionen als Kriegführender eine flagrante Verletzung der Haager Bestimmungen, wogegen die österreichische Regierung schon jetzt kategorischsten Protest erhebe.

Verwundete russische Gesa,,gone im Reservcspital des Roten Kreuzes in Wien haben an das russische Rote Kreuz eine Zuschrift gerichtet, worin sic die tiefste Dankbarkeit für die humane Pslege in Wien ausürücken und im Namen der Menschlichkeit, Brüderlich, feit und Liebe das russische Rote Kreuz bitten, die verwundeten Oesterreicher in Rußland in derselben humanen Weise zu be­handeln.

Ter Brüsseler Bürgermeister kriegsgefauge,».

Köln, 2. Okt. Erbürgermcister Mar in Brüssel wurde für die Kriegsdauer als Gefangener nach Deutschland ge­bracht.

KitchenersMillionenlreer".

lCtr. Frkst.) Tie Agenzia Ttefani bringt Londoner offiziöse Meldungen über die riesigen Schwierigkeiten, die England findet, um das von Lord Kitchcner angekündigteMillioncnheer" cinzu- kleibcn und auszurüsten. In den Magazinen ist noch nicht einmal der kleinste Teil der nötigen Bestände vorhanden: so gut wie alles fehlt: Gewehre, Kanonen. Maschinengewehre, Uniformen, Wintcr- wäichc und Wolldecken. Namentlich erregt der Mangel schwerer Fcldartillcric Besorgnis, weil deren Herstellung sehr langsam vor sich geht. Tie Wersten arbeiten fieberhaft, da der Wachdienst der Flotte, namentlich zu Sturmzcitcn, viele Schisse ruiniert. lFr. Zig.)

Indische Truppen in Frankreich.

(W. B. Nichtamtlich.) Dem Petit Marseillais zufolge nahm der kommandierende General des 15. Jnipcktionsbezirks am Dienstag eine Parade über in Marseille angekommene indische Truppen ab.

schwindclnachrichten in neutralen Ländern.

Auch in den neutralen Ländern werden über Deutschland und über den Krieg die unglaublichsten Nachrichten verbreitet. Wir geben in Nachfolgendem eine Probe der Schwindelnachrichtcn, die in Griechenlands Hauptstadt, in Athen, in der letzten Zeit verzapft worden sind:

11. September: Auf Ersuchen der Ententemächte wird Japan

deutsch-afrikanische Kolonien angreisen.

Verbündete haben bcschlosien, künftigen Frieden in Brüsicl zu diktieren.

12. September: Französischer Vorniarsch Elsaß sortdaucrnd. Erfolge werden nur von Gegnern gemeldet.

13. September: Engländer und Franzosen nahmen 0000 Deutsche gefangen, bei Reims wurden deutscher Artillerie 160 Ge­schütze abgenommcn. Zwischen Löwen und Briisiel wird ein deut­sches Korps abgcschnittcn. Eisenbahn über Lüttich im Besitz der Belgier. Russische Strciikräfte 5 Millionen stark, weitere 3 Mil­lionen in wenigen Tagen bereit. 11 deutsche Armeekorps unter Oberkommando des deutschen Kronprinzen in Ostpreußen cinge- Irossen. 5 deutsche Armeekorps sind in Kiel zum Transport nach Ostpreußen cingcschisft worden, wahrscheinlich zum Flankcuaugrisf gegen russische Armee bestimmt, welche Königsberg belagert. Belgien von Deutschen geräumt, nur noch bei Antwerpen stärkere Truppen.

11. September: Deutsche scheinen wegen stürmischer französi­scher Verfolgung in sluchtartigcm Rückzuge über Grenze zurückzu- gehen, um sich bei Straßburg und Metz zu verteidigen. Zwei deutsche Divisionen in Ostpreußen vernichtet.

13. September: 200 000 Russen sollen in Boulogne, weitere 200 000 in Antwerpen landen. Große Bewegungen seien bei Allos, Belgier durch Russen verstärkt, haben Deutschen rückwärtige Ver­bindungen abgcschnitten. Bauern, Sachsen, Württemberg sind geneigt, sich vom Deutschen Reich zu trennen.

16 September: In Berlin herrscht Verzweiflung wegen

russisch-französischer Erfolge: jeder Verkehr hat anfgchört. Deutsche in Belgien überall im Rückzüge, Lüttich ist schon geräumt. Ter Kaiser wird Oberkommando in Ostpreußen übernehmen, Prinz Adalbert ist in Ostpreußen gefallen.

17. September: In Marseille 50 000 marokkanische Truppen gelandet. 800 000 Russen Vormarsch gegen Wien. In Berlin und Wien ist man einig, daß sofort Frieden geschlossen werden muß.

18. September: 300 000 Russen werden von Archangelsk nach Belgien gebracht. König Albert übernimmt Oberkommando von neugebilbctem Heer von 600 000 Mann, wird über Deutz, Belgien, in Deutschland cinbrechen.

19. September: Deutscher Angriff in Ostpreußen hat ausge- hört, Deutsche ziehen sich zurück, von Rußland versolgt.

20. September: Großer Teil der indischen Truppen ist nach Bclfort transportiert. Sic wollen von dort nach Lothringen ein- dringcn. Deutschland will Frieden annehmen, wenn es seine Ge­biete behält. Sächsische Armee wurde vollkommen zersprengt. Oesterrcichische Armee hat nur noch ein Viertel ihres Gcfechts- wcrtcs.

21. September: 50 000 Mann indische Truppen in Marseille eingetrosscn. Portugiesische Truppen eilen England zu Hilfe. Durch die letzten Mißerfolge hat der Kaiser an Volkstümlichkeit verloren. Volk wegen Krieg mißgestimmt. Tausende der zum Militär Einberufenen desertieren.

22. September: Deutschland hat Oesterreich verhindert,

Fricdensvorschlägc zu machen. Deutschland hat der Türkei ver­sprochen, ihr Acgnpten, Tunis und Tripolis zurückzugebcn, wenn Aegypten der Entente Krieg erkläre.

23. September: Schlacht an der Aisne wirb mit Rückzug der Deutschen von Maubeuge und Namedy enden. In Deutschland be­ginnt man mit Niederlagen zu rechnen. Kruppsche Fabriken sollen für diesen Fall vernichtet werden.

21. September: Deutschland hat Brüssel unterminiert und wird cs in die Luft sprengen, wenn es die Stadt räumen muß.

25. September: Deutsche sind in der Schlacht bei Soldau ge­schlagen. Ter Kaiser übernimmt das Oberkommando in Ost­preußen. Frhr. v. d. Goltz hat neue Friedcnsanerbietungen ge­macht. Wegen großer Disfercnzen werden sich die deutschen Staaten von Preußen trennen, bevor die Vernichtung des ganzen Reiches erfolgt.

25. September: General Kluck seines Kommandos enthoben. Beim Rückzug des rechten deutschen Flügels eroberten Verbündete 64 Eisenbahnzüge mit Kriegsmaterial.

29. September: Entscheidender französischer Sieg auf beiden Flügeln, General Kluck gefangen und Selbstmord verübt.

Manifest der British Loc.allst P-irty.

Die British Socicilist Party hat am 15. September ein Manifest über die englische Rekrutierung für den europäischen Krieg herausgegebcn. In dem Manifest heißt es u. a.:Die Regierung hat alle politischen Parteien eingeladen, sich zu einer Kampagne zu vereinigen, die ihr die für den euro­päischen Krieg nötigen Rekruten sichern soll.

Die British Socialist Party hat, während sic beharrlich für den Frieden wirkte, immer dos Recht der Nationen auf Verteidigung ihrer nationalen Existenz, wenn nötig auch durch Waffengewalt, vertreten. Anerkennend, daß die natio­nale Freiheit und Unabhängigkeit unseres Vaterlandes durch den preußischen Militarismus bedroht sind, wünscht die Partei natürlich, daß die Fortführung des Krieges z» einem schnellen und erfolgreichen Ende führen möge . . ."

Nachdem das Manifest sich ». a. über die Rekrutierung und über die zur sozialen Fürsorge während des Krieges notwendigen Maßnahmen ausgesprochen hat, fährt cs fort: Die Regierung appelliert an die Hilfe des Volkes in einem Kriege zur Aufrechterhaltung der Unabhängigkeit und der Selbständigkeit der freien Staaten Eiiropas. Wenn dem so ist. mag sie erklären, daß sie an einem Rachekrieg gegen das deutsche Volk nicht teilnehmcn will und daß sic sobald als