Ausgabe 
2.10.1914
 
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Fleisch. insbrsonder« für Kalbfleisch. gegenüber bon Viehern- kausSpreisen vic lzu hoch find. Der Atagistval Hot mm beschlossen, di« Metzger zu verwarnen und hat sernrr den beiden Mctzgerinnun- ,en eröfinet, da» ein« städtische Fleischverkaufs st eile in Betrieb gesetzt wird, wenn nicht unverzüglich ein« entsprechend« Herabsetzung der Preis« ersolgt.

Der Kampf um Kiantsckou.

Rotterdam, 30. Sept. (Ctr. Bin.) Die britische Ge­sandtschaft hat eine Depesche des englischen Auswärtigen Amtes erhalten, datz die japanische Regierung berichtet hat, daß ani Samstag die japanischen Truppen die Deutschen angegriffen haben. Diele hüten die vorgeschobenen Stel­lungen zwischen den Flüssen Paische und Listun besetzt.

Keine internationale Konferenz?

Amsterdam, 30. Sept. (IK.) Das Internationale So­zialistische Bureau in Brüssel bat den Vorstand der hollän­dischen Partei, die Einberufung einer internationalen Konfe­renz in die Wege zu leiten. Dieser aber hat beschlossen, eine solche Einladung z. Zt. nicht ergehen zu lassen, vielmehr durch eine Rundfrage bei den angeschlossenen Parteien eine Ent- scheidung darüber herbeizusühren, ob es angesichts der Isolie­rung Brüssels nicht ratsamer ist, das Internationale Sozir- listische Bureau vorläufig in ein neutrales Land zu verlegen.

Die Neutralität in Italien

WB. Rom, 1. Oft. Die Versaimnlu-ng der liberalen Deputier- kcn hat folgenden Beschluß gefaßt' Di« liberalen Deputierten erken­nen die Rcchtmäßigkcit der Neutralitätserklärung an. welche die Re­gierung beim Kriegsausbruch abgegeben hat imd versichern von Neuem, daß sic volles Bertraner, zur Regierung haben, von der sic annchmcn, daß sie der hohen Pflichten und der großen Verantwort­lichkeit gegenüber Italien sich bewußt ist. Sie vertrauen darauf, daß die Regierung mit Vorbedacht und Tatkraft dir obersten nationalen Interessen wahr zu nehmen wissen wird. Nach Schluß der Ver­sammlung überreichten die Abgeordneten ihren Beschluß dem Ministerpräsidenten.

Der Wirtschaftskrieg gegen England.

Berlin, 1. Lkt. Das Reichsgesetzblatt veröffentlicht eine Bekanntmachung des Bundesrats betresfend das Zahlungs- Verbot gegen England. Bis auf weiteres ist es danach ver­boten, Zahlungen nach Großbritannien und Irland oder nach den britischen Kolonien mittelbar oder unmittelbar in Bar, in Wechseln oder Schecks, durch Ueberweisung oder in sonstiger Weise zu leisten, sowie Geld oder Wertpapiere abzuführen oder zu überweisen.

Verlängerung des ungarischen Moratoriums.

Budapest, 1. Oft. Das Amtsblatt veröffentlicht ein« Verordnung über di« Verlängerung des Moratoriums um 2 Monate.

Nachwahl für Ludwig Frank.

Karlsruhe, 1. Okt. Wie nunmehr amtlich bekannt gegeben wird, ist die Ersatzwahl für den auf dem Schlachtfeld« gefallen«» Ver­treter des 11. badischen Reichstagswahlkrrises (Mannheim-Schwetzin­gen- Weitheim), Dr. Frank» ans Dienstag, den 17. November an­beraumt worden.

Hessen nrrd Nachbargebiete.

»ietzrn und Umgebung.

Es geht einUchlacht...

Es geht eine Schlacht . . . mit schwerem Gang.

Am Weichsclfluß? Am Wasgcnjoch?

Die Stille redet. Tagelang.

Wir wissend nicht. Und wissend doch.

Es rinnt ein Ruf. Durch Frühlichtgraun.

Durch alle Nächte. Heimatwärts.

Es schwillt ein flüsterndes Gerann Von euerm Blut in unser Herz.

Es schallt ein Schrei- Es schallt ein Schuß.

Es trifft uns in die eigne Stirn.

Es zieht ein heimlich steter Fluß Von euerm Herz in unser Hirn.

Es weht der Allerseelenwind.

Wir schreiten alle einen Schritt.

Und die wir fern vom Felde sind,

Wir kämpfen mit; wir sterben mit.

Alsrcd Kerr.

Ausbeutung deutscher Soldaten. Gegen die Ucbervor- leilung unserer Soldaten wendet sich die Süddeutsche Tabak- zeitung mit folgenden Ausführungen:

»Unter allen Umständen muß verhindert werden, daß unsere Krieger durch fliegende Marketender und ähnliche Troßknechte in so schamloser Weise übervorteilt werden, wie c» jetzt teilweise geschieht. So wurde der Süddeutschen Tabakzcitung berichtet, daß dieses Gesindel den im Felde stehenden Soldaten ordinärste Ripprnzigarrcn zu 10 Pfg. und 15 Pfg. pro Stück und 10 1 Pfg.-Zigaretten zu 50 Pfg. verkauft. Diesem Treiben muß ein Ende gemacht ivcrdcn!

Don den Himmtlserscheinnnsien im Oktober.

Der Sternenhimmel hat es trotz des Kricgslärms, der di« ganze Well durchtost, vermocht, ein kleines Stück Interesse aui sich abzulenken. TerSt r i c g 3 1 o m e t" hat das zuwege gebracht und wir wollen unz dessen freuen, ganz gleichgültig, wie dieseLeistung" d«s Kometen zustande gekonnnen ist. ES liegt aber im Interesse der Himmelskunde und der Leffenelichkeit, jeder Legendenbildnng cnt- gegenzittreten. AuS der Hmrinelskunde ist genug Spuk imd Aber­glauben in die Köpf« gedrungen, und es erfordert sicher mehr Arbeit mid Mühe, es daraus wieder zu entfernen. als es hineinzubriugen. MildenKriegskometen" ist es «in« eigen« Sache. Nicht alle Jahre finden glücklicherweise auf der Erd« Kriege statt, wohl aber haben wir all« Jahre «inen oder mehrere Kometen. Früher war das anders, da prophezeite manErdbeben, Krieg und Feuersnot", wenn ein Komet am Hiuim«! als Zuchtrute Gottes erschien, weil Kometen- ctscheinungen nur selten waren. Seit Christi Geburt sind rund 500 uwli^r« Kometen gezählt worden. Seit der Erfindung des Fern­stes aber haben wir außerdem noch fast 400 teleskopischc kennen Ownrt, also solche, die nur mit dem Fernrohr sichtbar sind. Ehedem "suchte wohl des öfteren ein Krieg mit einem Kometen zusammen- tft»en. jetzt aber sind bi« Kometen häufiger, als die Kriege, denn wir entdecken jährlich etiva 3 bis 6 solch« Himmelskörper, iveil uns "s^.oirnrohr und die photographische Platte dabei Hilst. Und das

mit bei Vervollkommnung dieser Hilfsmittel noch besser iver- l!« Taß einer von den häufigen Kometen auch einmal mit dem entsetzlichen Weltkrieg znlammenfällt, in dem sich jetzt di« Menschheit l'OtjIttt, ist also kein Wunder.

Der jetzige KometDelavan" wurde bereits im vorigen Jahre entdeckt. Er ist seitdem immer heller geworden, sodatz er jetzt mit bloßem Auge alz schwaches hcll-S Wölkchen sichtbar stt. Am t. Okt. findet man ihn, wenn man den Hellen Löwenstern Regulus mit dem

Tie Heeresverwaltung sollte diese fliegenden Verkäufer nur mit Passierscheinen unter Kontrolle der Verkaufspreise, an unsere Truppen hcrankommen lassen. Vor allem aber sollte ihnen das Handwerk durch reichliche Beschaffung von Tabak­fabrikaten seitens der in Betracht kommenden Organi­sationen gelegt werden."

t Der Entwurf einer Bekanntmachung über die Unver bindlichkcit gewisser Zahlungsvcreinbarungen, dem, wie schon gemeldet, der Bundesrat seine Zustimmung erteilt har. setzt die sogenannte Goldklausel, die sich namentlich im Hypc- thckcnverkehr findet, außer Kraft. Der Gläubiger kann mit­hin die ihm in anderen Zahlungsmitteln, als in Gold ange- botene Zahlung unter Berufung auf die Goldklausel nicht mehr ablehnen. Die Bestimmung ist geschaffen infolge der gegenwärtig erschwerten Beschaffung von Gold und zum Schutze des in der Rejchsbank aufgespeicherten gelben Metalls.

Gefallene des Gicßener Regiments: Vizcfeldwebel Louis Korber aus Reiskirchcn bei Wetzlar. Gefreiter Friedrich Brück aus Blasbach, Kreis Wetzlar. Mus­ketier August Reitz aus Flensungen bei Mücke.

Gefallene aus Obcrhesscn n»d Nachbargcbictcn: Mus­ketier Valentin G e r ch aus Landenhansen, Kreis Lautcr- l>ach, Jnf.-Regt. Nr. 118. Landwchrmann Georg 0er- l a ch aus Rodheim a. Bieber, Jnf.-Regt. Nr. 82.

Aus der letzten Verlustliste. Vermißte: Musketier Wald schm idt aus Gießen, 8. Komp. Jnf.-Rcgt. 118. Gefreiter Stamm aus Waldgirmes (Kreis Wetzlar), 5. Komp. Jnf.-Regt. 118.

Versichert die Fcldzugoteiliichmcr! In der hessischen Kriegsversicherung wurden bis jetzt in Oberhessen 2900 An­teilscheine (zu 10 Mk.) gelöst, in Starkenburg dagegen 3800 und in Rhcinhesscn sogar 4600. Demnach wurde die Einrich­tung bei uns am wenigsten in Anspruch genommen. Es wäre aber im Interesse der Hinterbliebenen sehr zu wünsche», wenn man auch bei uns sich des Segens der Versicherung mehr erinnern wollte. In vielen Fällen haben Arbeitgeber für ihre im Feld stehenden Arbeiter Anteilscheine der Kriegs- Versicherung gelöst. In manchen Dörfern ist man auch so vorgegangen, daß die Gemeinde die eine Hälfte des Betrages (5 Mk.) für jedes ins Felde gerückte Gcmeindemitglied be­zahlt hat. Die andere Hälfte gab dann die Familie des Kriegers. So wurde bereits für manchen Haushalt, dessen Ernährer täglich deni Tod ausgcsctzt ist, durch die Aussicht auf eine einmalige Unterstützung wenigstens ein kleiner Trost geschaffen. Kommt der Krieger gesund wieder, dann sind die 10 Mk. nicht verloren, sondern man weiß, daß sie anderen Familien zugute kommen. Also heran, Gemeindevorstände und tut Eure Pflicht, indem Ihr auch Eure Bürger veran­laßt, von dieser segensreichen Versicherung Gebrauch zu machen.

Das Schwurgericht verhandelte am Donnerstag niorgen gegen den 29 Jahre alten und seither nur wegen Aertelns mit Hast vorbestraften Taglöhner Ludwig gut- manski aus Raczice wegen Totschlag. Ter Angeklagte war bei dem Landwirt Horn in Fauerbach bei Fricdbcrg be- schäftigt und hat sich dort als fleißiger und arbeitsamer Mensch erwiesen. Am Sonntag den 16. August d. I. hielt er sich nachmittags mit einigen seiner Landsleute in dem so­genanntenPolcnhaus" (einer Zusammenkunftsstätte polni­scher Arbeiter) auf, wo reichlich dem Schnaps zugesprochen wurde. Der Angeklagte ging dann nach Hause, wo er mit dein ebenfalls bei Horn beschäftigten Dienstknecht Scheid noch ein größeres Quantum Stachelbeerwein, das ans dcni Keller seines Ticnstherrn stammte, vartilgte. Schließlich hatte aber Furinanski immer nochDurst", und er ließ sich von Scheid ein Fläschchen Bier holen. In: weiteren Verlaufe des Abends müssen Beide dann in Streit geraten sein, denn Scheid soll mit einer Stallaterne nach dem Angeklagten ge­schlagen haben, worauf dieser eine Bierflasche ergriff und auf Scheid einhicb, dem die S-chädeldccke zertrümmert wurde, was seinen Tod zur Folge hatte. Scheid wurde am Montag morgen von seinem Dienstherrn, der ihn wecken wollte, tot im Bette aufgeftmdcn. Furmanski leugnete zunächst und wollte von der ganzen Angelegenheit nichts wissen. (Jr be­hauptete, daß noch ein Dritter, den er, wenn er ihm vorgc- stellt würde, sicher wicdercrkenncn würde, bei ihnen gewesen sei und daß nur dieser als Täter in Frage kommen könn.. Später gab er allerdings zu, daß er den Scheid geschlagen habe, nur behauptete er, daß dies in seiner (Furmariski's) Stube geschehen sei, als er von Scheid mit der Laterne ange­griffen wurde. Tie Jnaugenscheinnabme am Tatorte ergab icdoch mit Bestimmtheit, daß Scheid die tödlichen Schläge in seinem Bette erhalten hat. In der heutigen Verhandlung ist der Angeklagte, der totale Betrunkenheit vorschützt, im

letzten Schwanzstcrii des Großen Bären verbindet, auf dieser Ver­bindungslinie etwa ein Drittel von dem Bärenstcvn entfernt. Er ist ungefähr 3. Größe, also mit freiem Auge zu sehe». Ein Opernglas läßt ihn erheblich besser sehen. Und da der Komet noch <m Helligkeit zunehmen wird, wird man vermutlich aus diese Weis« auch bcrestS Einzelheiten zu Gesicht bekommen. In einem mittleren Fernrohr präsentiert sich der Komet jetzt als tnp,scher Schwcifkoniet. Ein ziemlich scharf begrenzter Kern ist von einer Hülle umgeben-. deren Helligkeit nach außen abnimmt Nach hinten zu geht sie in zwei Schweif« über, einen längeren dünnen und einen kurzen breiteren. Dazwischen sieht man allerlei feines Lichtgewebc. Der lang« Schweif dürft« sich bis auf sechs Vollmondsbrettcn verfolgen lassen. Wer Gelegenheit hat, den Hinmielskörper in einem Fernrohr, selbst tu einem kleinen, zu beobachten, sollte das nicht versäumen: man ge­winnt durch solche Besichtigung ein ganz anderes Verhältnis zu den Dingen, als nach der blofvctt Beschreibung. Da der Komet erst am 26. Oktober leine größte Annäherung an di« Sonne erreichen wird, wirb er bis dahin an Lelligkett zunehmen. Er bewegt sich ungefähr aus den hellen roten Arcttirus im Bootes zu. und zwar sehr schnell: am 31. Oktober wird er voraussichtlich in dessen Nähe sichen. Der Tonncnabstanb wird dann 105 Millionen Kilometer betragen, also nicht viel mehr, als der Abstand der Erde von der Sonne.

Bon den großen Planeten ist setzt wieder m«hr zu melden. Merkur und Mars sind unsichtbar. Venus ist am Ende i«S Monats kaum »och sine Viertelstunde lana des Abends sichtbar: am 24 erreicht sie ihren gröstten Glanz. Jupiter geht in der ersten SSIste des Monats um Mitternacht herum unter, und seine Sicht­barkeitsdauer nimmt im Lauf« des Monats bis auf 5Vt Stunden ab. Man erkennt den im Süden sichenden Planeten leicht an seiner Größe: er ist jetzt der hellste Stern ani Himmel. Saturn kommt in gllnsttgere Stellung: er geht nunmehr bereits in den mittleren Abendstunden aus und st't am Ende des Monats nahezu 1014 Stunden

großen und ganzen geständig und die Beweisaufnahme ge» staltete sich daher sehr kurz. Herr Medizinalrat Dr. Haber- körn, der zusammen mit Herrn Dr. Berliner den Angeklagten vom Mittwoch zum Donnerstag untersucht hat, führt aus, daß cS auf grnnd der kurzen Untersuchung nicht möglich sei. ein abschließendes Urteil abzngcben. Der Angeklagte be­hauptete, sinnlos betrunken gewesen zu sein, was mit Rück­sicht auf das genossene Quantum Alkohol wohl möglich war, doch ließe sich das nach einer so kurzen Tauer der ärztlichen Untersuchung nicht Nachweisen. Ter Angeklagte müsse des­halb in einer Anstalt untergebracht und dort festgestellt wer« den, inwieweit der Alkohol auf seinen Zustand von Einfluß ist. Er stellt einen diesbezüglichen Antrag, der vom Vcr- to:diger, wie auch vom Vertreter der Anklage unterstützt wird, worauf das Gericht beschließt, den Angeklagten auf die Dauer von sechs Wochen zur Beobachtung seines Zustandes dev Gicßener Irrenanstalt zu überweisen und die Verhandlung so lange auszusetzen.

Brotliefcriing für die Kriegsgefangenen. Wie uns' mitgeteilt wird, ist vom Garnisonkonimando die Brot- licferung für die auf demTrieb" nnterznbringenden Kriegs­gefangenen dem Konsum-Verein Gießen und Umgegend übertragen worden, der neben der Gicßener Bäckcrinnung eingcrcicht hatte. Bekanntlich verfügt der Konsum-Verein über eine große, mit allen Errungenschaften der Neuzeit aus- gcstattctc Bäckcrcianlage, die cs ihm ermöglicht, den umfang­reichen Auftrag prompt aiisznführen und ein in jeder Bc- ziehimg einwandfreies Brot hcrznstellen. Das täglich zuj liefernde Quantum beträgt mehrere Tausend Laibe.

Geheimer Mcdiziualrat Professor Dr. Gafsky-Bcrli», der Ehrenbürger der Stadt Gießen, ist nach dem westlichen Kriegsschauplatz berufen worden linb am Mittwoch pep Automobil von Frankfurt aus dahin abgcgangcn. Gchcim- rat Gaffky ist Generalarzt si Ir» »ulte der Armee und hat als Bakteriologe einen Weltruf.

Große Verwundetentronsporie passieren setzt täglich den Kießcner Bahnhof. Teilweise iverden die Soldaten, unter denen sich viel Schwervenvuirdete befinden, hier ausgeladen imd in die Lazarette oder Kliniken gebrasst, teilweise iverden sie ivcitcrbe- fövdert. Es ist bedauerlich mid wirst ans die Giehener Bevölke­rung wirklich «in schlechtes Licht, daß sich bei solchen Gelegenheiten immer eine große Zahl müßiger Gasser einfindet.

Die Arbeite» am Neubau des HotelEinhorn", die längere

Zeit ruhten, sind jetzt wieder ausgenommen worden und schreiten- rüstig vorivärtS. Wie uns initgeteilt wird, sollen die Arbeiten derart beschleunigt werden, daß das Gebäude bald im Rohbau fertig ist. ^ _

Arbeiter gesucht! Bei den Baracken bauten amTrieb . iverden jetzt Arbeiter aller Bcruse, fallet sächlich Maurer und Erd­arbeiter gesucht. Wir iverden ersucht, hiermif ansinerksam zu machen.

Hessische Ehe- und Geburtsstatistit. In, Großhcrzogtnm Hesse,, ivurden im Jahre 1913 9021 Ehen geschlossen, davon in Tarmstadt 659, in Offenbach mit Bürgel 681, in Gießen 208, in Mainz mit Mombach. Castei und Kostheiui 881, in Worms mit Vororten 452. Unter den Eheschließciiden befanden sich 12 unter 20 Jahren, von 2025 Jahren 2885. bis 30 Jahren 4255, bis 35 1358 ufio. lieber GO Jahve waren 44 Personen alt. Die Zahl der Geburten i. 1.1913 betrug 33 291 gegen 33 352 i. I. 1912 und 34 225 i. I. 1911. so niedrig sein, daß jeder in der Lage sein dürste, sein Scherfleiir zum guten Werk beizutragen.

Beförderung von Briese» und Gcldseiidungc» au Angehörige in London. Briese und Geldsendungen an in England lebende An­gehörige werden am besten der Kaiserlich Deutschen Ge­sandtschaft in den Niederlanden im Haag iibcrsandi. Die Gesandtschaft übergibt die Sendungen der amerikanischen Gesandt» schaft im Haag zur Weiterbeförderung nach London. Es ist hierbei zu beachten, dasi Briese unverschsossen »nd in englischer Sprache ab» gcfaßt sein müssen.

Fcldpostpaketc bis zu 500 Gramm. Vom Montag, den 5. Oktober bis einschließlich Sonntag, bcn 11. Oktober werden versuchsweise Feldpost send unge n imGeivicht von 250 bis 500 6! ramm gegen eine Gebühr'von 20 Pfennig angenommen. Die Gebühr für Feldposiscndungen int Gewicht von über 50 bis 250 Gramm wird gleichzeitig dauernd auf 10 Pfennig herabgesetzt.

Ein bestrafter Wcchsclsohrer. Der Handlimgsgehilse Johann Beer, der in der Mobilmachuiigszcit im Offeubachcr Hauptpostamt und Frankfurt in verschiedenen Fällen Eiscurollc» für Papiergeld eiumechseltc. wurde von der'Frankfurter Strafkammer zu 11b Jahre« Zuchthaus verurteilt.

Kr,i< Meßlar.

Stadt oerordnetenptznug Unter Mitteilungen gibt der Bürgermeister bekannt, daß die Vcrglcichsvcrhaiidlungen mit dem Architekt Tchellcnbcrg in Sachen der llntcrossizicrschulc an den Widerstand Sch.S gescheitert sind. Die Miete für die Untcroffizier- schule beträgt 80 000 Mk. Stadtv. Jansen fragt sodann an, ob die Sache mit der Fortbildiingsschulc geregelt sei, betr. Uebcrnahmc von Volksschiilunterricht durch den Lehrer Oster, der durch Still­stand der Fortbildungsschule wegen des Krieges gute Tage hat, während es in der Volksschule an Kräften mangelt durch militär- pslichtige Lehrer. Herr O. hatte es abgelehnt, in seinen früheren Wirkungskreis wieder einzutrcten, wovon die Ttadtvätcr nicht besonders erbaut, zumal er fast jede Titziinn mit Wünschen für die Fortbildungsschule beschäftigt. Auch in der bekannten Klavier- angclcgenhcit hat Herr O. eine cigentiimlichc Rolle gespielt. Ter

lang sichtbar. Man findet den Planeten in der biegend des Stieres, zwischen Aldebaran und Pollur.

Im Sommer tauäste aus dem astronomischen Bncherniarkte ein guter alter Bekannter in neuer Gestalt aui. nämlichDicster- m e g s populäre H ! m m e l s k u n d c". Es ist wohl das älteste populärste Buch auf dein Gebiete, wenn man von anderen absieht, di« heute nicht mehr neu aufgelegt werden. Es erscheint in 22. Auflage und hat i» seinem methodischen Teile seitdem keine wesentlichen Aciiderungcn erfahren. Das ist ein Beweis siir die Güte dieses Werkes, dessen Verfasser ja ein berühmter Pädagoge war. Das Buch hat seit der Neurcdaktion durch Dr. M. W. Meyer (1889) zehn Auslagen erlebt und wurde immer wieder modcrnissrrt. So hat es zivar seinen alten Charakter bcibehalten, aber dennoch entsprechend den Wandlungen der Himmels kund« ganz gcivaltige A«nder»ng«n durchgemacht. Selten hat ja die Astronomie so viele grundstiirMidc Erkenntnisse gewonnen. wie in dcn letzten Jahrzehnte». Es mußten daher ganze Teile völlig neu gestattet, andere eingefügt werdest. Trotzdem hat sich das Werk bank der glänzenden Feder Meyers in der Reihe der ersten erhalten, ja. es ist in seiner Art das einzige geblieben. Die neue Auflage Ixrt Professor' Schwaßmann lHamb»vgl besorgt, und zwar mit großem Geschick. Sästr>aßman>i lsttt einiges Allznmcyeri'che beseitig«, dafür anderes ausgenommen. So ist bcson- dcrs dankenswert der letzte Abschnitt, di« Beschreibung der neuen Haniburgcr StaatSsternwarte. die ein Beispiel der Einrichtung und der Arbeitsweis« eines solchen Jnstttuts gibt. Man kann sich nicht mit allem cinverstandcn erkläre», namentlich nicht mit dem 10. Ab­schnitt, der die Frage nach dem Werden der Welten behandelt mid keineswegs auf der Höbe steht, da er di« Arbeite» Arrhenins' und Poincarcs nicht berücksichttgt, aber im ganzen ist das Buch «ins der besten Bliäicr, das seine alte Aiizichungskrast siä>«r behalten min), um so nrchr. als angesichts der zahlreichen neue» «roßen Tafeln und der Vermehrung des Inhalts der Preis nicht höher wurde.