gekeilte Bedingung aiigcnoiiimcii haben, das« mit Rücksicht ans die beim Kriegsausbruch hcrvorgctrctcnc Einigkeit des deutschen Volkes das Thema: „K l a s s r n h a ß u nd K l a s - s c n k a m p s " in Zntunst in der Zeitung nicht mehr berührt weiden darf.
(?in beackiteuswerter Widerruf.
Bei Ausbruch des Krieges machte in der deutschen Press« eine Nachricht die Runde, wonach in Brüssel ein gewisser Teckel ans Hohenzollern, der in der Nähe der Börse eine Schweinemetzgerci betrieb, von einem belgische» Volkshausc» getötet und sein Körper in Ltllktc zerschnitten worden sei, weil er sich geweigert, eine belgisch« Fahne auszuhängen
Wie richtig cs war, bah wir seiner Zeit warnten, vorbehaltlos derartige Meldungen weiter zu verbreiten, zeigt sich seht, da dieser totgcsagte Teckel aus Rotterdam schreibt, er beslndc sich wohlbehalten in Holland, es gehe ihm ganz gut. Sicher sind Deutsch« um di« Zeit des Kriegsbcginus in Bcigie» misshandelt worden, aber in ungleich höherem Masse sind diese Fülle ausgebauscht und Übertrieben worden, Es ist zu begruben, dass auch hier di« Wahrheit durchbricht.
Die Behandlung der Ausländer.
Um den Tartarcnnachrichten entgegenzutreten, wonach die Ausländer in Deutschland ihres Lebens nicht sicher sein sollen, hat der Stuttgarter englische Geistliche Pecel-Weston an den Standard in London folgendes Schreiben gerichtete „Zu meiner Verwunderung habe ich gehört, dah in England Gerüchte über an Angehörigen des britischen Landes in Deutschland verübten Grausamkeiten verbreitet sind. Dari ich dazu meiner festen Ueberzeugung Ausdruck geben, dah solche Behauptungen bodenlose Lügen sind? Die Erbitterung gegen England ist in Württemberg so stark, wie in irgend einem anderen Teile Deutschlands, wenn nicht gar noch stärker. Ich weiß jedoch keinen einzigen Fall, dah britischen Untertanen etwas zugcstoßen wäre, was als Mißhandlung bezeichnet werden könnte. Meinc^ Frau und mir wird im Gegenteil von allen Schichten der Bevölkerung immer höflich und freundlich begegnet, und in dieser schrecklichen Zeit habe ich hier in Stuttgart überall freundliches Entgegenkommen gefunden. Der Wahrheit zu Ehren bitte ich Sie, diesen Brief veröffentlichen zu wollen."
Vor einem deutschen Kriegsbericht.
Amsterdam, 30. Scpt, (Gtr. Frist.) Zehn Bürgermeister und Sekretäre kleinerer Landgemeinden um Tangeren (nördlich von Lüttich) standen vor einem deutschen Kriegsgericht in Tangeren, da sie auf ein Telegramm des belgischen Generals Scheppcr hin Mannschaften der Jahresklasse 1914 cinberiefen. Nach deutschem Gesetz steht Todes st rase aus die Begünstigung derartiger feindlicher Rekrutierungen auf deutschen oder von Deutschen besetztem Boden, Zwei belgischen Advokaten wurde die Verteidigung gestattet, Sie wandten sich an das Nechtsgesühl der Deutschen und suchten nachzuweisen, das) zur Zeit der Rekrutierung die betreffenden Gebiete nicht vollkommen besetzt gewesen seien. Das Kriegsgericht sprach die Angeklagten frei, da nicht einwandfrei fcststand. ob die Gemeinden alle besetzt waren, Tie Freigcsprochenen warfen sich weinend in die Arme der Advokaten. In ganz Limburg, bis Uber die niederländische Grenze erregte die Sitzung grösstes Aufsehen. lFrankf, Ztg.)
Das Versagen der Feldpost.
wird von der Korrespondenz Piper damit zu entschuldigen versucht, dah sie nur eine Improvisation darstelle. Auch sie hätte z. B. bei den grohen Kaisermanövern wie im Felde zur Tätigkeit herangezogen werden müssen. Dann würde sie ausreichende Erfahrungen gesammelt haben, um jetzt ganz anders in Tätigkeit zu treten, als sie es bisher im Kriege tun konnte, als sic mit der Kriegserklärung aus dem Nichts geschaffen werden muhte. Aber bei der damaligen Stimmung für alle Rüstungsausgaben konnte man nicht noch mit zweifellos sehr bedeutenden Mchrforderungen für die Manöver kommen und muhte froh sein, das Nötigste zu erhalten. So sind jetzt wegen Mangels an Erfahrungen zweifellos Fehler begangen worden, die andernfalls, bei ausreichender Erfahrung, von vornherein ausgcschaltct werden konnten.
Daß die Feldpost bei den großen Manövern nicht in Bewegung gesetzt wurde, ist richtig, aber damit kann ihr völliges Versagen nicht ausreichend entschuldigt werden. Die Be- förderung der Pakete haben jetzt die in der Heimat zurück- gebliebenen Truppenteile übernommen und diese Maßnahme hat sich, soweit sich bis jetzt llberieben läßt, ganz gut bewährt.
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 75
In Helgestads Mienen war zu lesen, daß er kalkuliere, tvas das Beste sei, und es dauerte ziemlich lange, ehe sein stilles Drcinschauen mit einem vergnüglichen Nuh enden wollte. Hanna betrachtete währenddessen die Geschwister, und ihre Augen hefteten sich auf Björnarne, den sie sich anders gedacht haben muhte, wie er wirklich war. Als sie ihn früher gesehen, war er ein fröhlicher Jüngling mit frischen Farben und hell schimmernden Augen voll Lebenslust und Einfalt gewesen, jetzt kam er ihr vor wie ein ernsthafter Mann, der zu denken und zu sorgen hatte. Vor sich hingebeugt sah er niederblickend auf eine Stelle, die Lippen zusammengeklcmmt und über etwas nachsinnend, was ihn ganz zu beschäftigen schien. — Jlda sang mit ihrem Bräutigam aus demselben Buche, aber Paul Petersens schlaue Augen waren in fort- gesetzter Bewegung, und sein Anblick machte den ersten widerlichen Eindruck aus Fandrems Tochter. Jldas klare hoch- gewölbte Stirn, ihr ruhiges Gesicht, das sanfte Lächeln darin und ihre religiöse Ergebung erregten Hannas Teilnahme. Sie sah in der Versammlung umher, da war kein junges Mädchen, das sich mit ihr vergleichen konnte. Mar- strand hatte ihr zuweilen von Jlda erzählt. Er hatte nicht gesagt, dah sie schön sei, aber er hatte ihren Verstand, ihren niilden Sinn und ihres Herzens Güte gelobt, jetzt fand Hanna Fondrem, dah Helgestad wirklich einmal die Wahrheit gesagt habe. Und diese Blume sollte an den häßlichen Schreiber mit dem gemeinen Gesicht verzettelt werden? Ein Blitz zuckte durch Hannas Herz, verzehrte den Haß darin und lieh cs in Mitleid aufslanimcn. Eine Ahnung sagte ihr, daß Jlda ihr nahe stehen müsse, daß deren Geschick ähnlich dem ihrigen sei: dah sie unmöglich den lieben könne, der ihr aui- gedrungen werge. und sic empfand ein sehnsüchtiges Ver- langen nach einer Freundin, einer Vertrauten, die eigener
Die Krieiisankeifte.
WB. Berlin, 30. Scpt. sAmilich.) Tie ReichSsinanzvcrwaltung beschloss, die ans die Kriegsanleihen gezeichneten Beträge voll zuzuteilen. Für den die aufgelegte Summe übersteigenden Betrag an Schatzanweifungen wird Rcichsanleihc zugetcilt, wofür durch die reichlich cingcgangencn Wahlzcichnungen die Möglichkeit geschaffen worden ist. Die Zeichner erhalten die Zuteilungsschreiben von der Stelle, bei der sic gezeichnet haben. Vom Empfang der Zuteilungsschreiben an können Zahlungen geleistet werden.
Dcr p:e«tzsche Landtag.
Berlin, 1. Okt. (Ctr, Blu.) Infolge dcr Kricgscreig- nissc wird dcr preußische Landtag ungefähr am 20. Oktobei wieder zusammentreten, um sich mit Vorlagen zu befassen, die ausschließlich durch den Krieg veranlaßt sind. Vor allem gilt cs, eine Hilfsaktion für Ost- und Wesr- Preußen einzuleiten. Man wird zunächst 100 Mil- lioncn fordern. Ferner sollen Vorlagen eingebracht werden betreffend Abkürzung des Enteign ungs- Verfahrens und die Schaffung eines Zentral- arbeitsnachweises.
„Gruft eines deutsche» Fliegers".
Der Berliner Lokalanzeiger läßt sich folgende Nachricht des römischen Mcssagero über den Flug des deutschen Fliegerleutnants v. d. Decken übermitteln:
„Seine Taube erschien in grosser Höhe über dem Montmartre und strebte zum Eisselturm, dessen gewaltige Spitze das Nebelmeer überragte. Er umkreiste ihn vorsichtig und flog in dcr Richtung zum Trocadcro weiter. Dort warf er die erste Bombe, Sie fiel in die Nue Freycinet, gerade vor den Palast des Fürsten von Monaco und tötete einen Greis von 70 Jahre». Seiner Enkelin wurden beide Beine zerschmettert. Dann warf er Bomben in die Rue de la Rompc und die Rue Veneuse du Gesims. Tort wurde ein unbewohntes Haus zerstört. Endlich lieh dcr Flieger eine Bombe auf den Rennplatz von Auteuil fallen, die eine Kuh tötete. Drauf lieh er seine an einer Flagge befestigte Visitenkarte herunterfallen mit der Aufschrift: „Pariser, empfangt den Gruß eines deutschen Fliegers. Leutnant p. d. Decken."
Paris ist eine Festung, und seine Bevölkerung muh mit den Schrecken und Gefahren einer Belagerung rechnen. Trotzdem wird es jeder Deutsche mit tiefem Schmerz empfinden, wenn statt der feindlichen Befestigungen und deS feindlichen Militärs wehrlose Zivilpersonen getötet oder verwundet werden. Man wird auch in Deutschland die Gefühle begreifen, die das Abwerfen einer Visitenkarte in Verbindung mit einem so tragischen Ereignis in der französischen Hauptstadt erwecken muß. Wir erleben einen Krieg, wie die Welt noch keinen gesehen hat, und es wäre entsetzlich, über ihn noch zu scherzen!
Sichrem,§ der fflcischvrrsorgmiss.
Die preußische Staat Sregierung hat Mittel bereitgcstellt, »in die Durchführung des Verbots, Kälber und Rinder vorzeitig zu schlack,- tcn, ohne Härte für die kleineren Besitzer sicher zu stellen. Es ist im wesentlichen beabsichtigt, den Uebergang von Zucht- und Magervieh, und zwar von Schweinen und Rindvieh, zu dessen Turchhaltung die Besitzer nicht imstande sind, an andere geeignete Züchter und Mäster zu ermöglichen. Hierzu werden die Landwirtschostskanimern teils den Verkauf des Viehs vermitteln, teils den Ankauf und Weiterverkauf selbst betreiben. Letzteres kommt namentlich in Frage, wenn in einem Bezirk ein grosser Uebcrsluß an einer Viehart und andererseits ein Mangel an entsprechenden Futtermitteln besteht. In solchen Fällen kann durch Ueberführung des Viehes in andere Gebiete mit einer günstigeren Verteilung dcr Vieh- und Futterbcstände ein gewisser Ausgleich geschaffen werden. Ter Staat wird die Hilfsmass- nahme dadurch unterstützen, dah er cs den LandwtrtfchaftÄammern durch Gewährung von Vorschüssen ermöglicht, den Käufern bei dcr Vermittlung des Biehverkanfs etwa erforderlich« Kaufpreisdarlehcn zu geben und bei dem eigenen Ankauf und Verkauf den Kaufpreis zu stuudcn. — Man hofft, aus dies« Welse auch di« Verschleuderung von Viehbeständen verhindern zu können.
Die Fettetzung von .Höchstpreisen für G-treide
wird auch in Handelskreiscn immer nachdrücklicher gefordert. Ein Börsenbericht der Magdeburger Zeitung aus Mannheim teilt mit, daß dcr Weizen in dcr letzten Woche eine weitere Preisstcigernng von 10 bis 12,50 Mark pro Tonne erfahren habe. Zu dieser erheblichen Preissteigerung schreibt der Berichterstatter: „Man geht wohl in dcr Annahme nicht fehl, daß dabei spekulative Einflüsse zum großen Teil mit dabei die Schuld tragen. Es ist zwar zuzugeben, daß
Not voll auch die fremde fühlen und trostbedürftig Trost und Rat geben möchte.
Mitten in dieser Betrachtung wurde das Lied beendet. Klaus Horncmann teilte den Segen aus, und eben erhoben sich die Häupter, als ein Freudenschrei erscholl, denn die ersten, welche ihre Plätze verließen, entdeckten den alten Helgestad, zogen ihn vorwärts ins helle Licht und schrien seinen Namen, der in der nächsten Minute überall wiederholt wurde.
„Nuh!" rief dcr Kaufmann, „bin da, Freunde und Nachbarn! Habe Gott meinen Tunk hier außen dargebracht uns habe gute Nachrichten für Euch aus Bergen, Steigt der Fisch mächtig und wird steigen von Woche zu Woche. Wird aus vier Spezies kommen die Vaagc und darüber: jetzt aber laßt mich meine Kinder sehen, habe sie lange entbehren müssen."
An Jldas Arm und seinen Sohn an der Hand stand er endlich draußen im hellen Sonnenschein. Alle wollten seinen Handschlag und sein Wort. Die Marstrand kannten, drängten sich an diesen mit ihren Fragen und Glückwünschen. Jubel- gcschrci und Hurras schallten auch auf dieJacht nieder, deren Mannschaft den Felsen heraufklcttertc, und lange dauerte es. che Hclgcstad vor seincin Kirchcnhäuschcn den Schwarm der Neugierigen los wurde und mit seinen Freunden und Kindern einen kleinen Kreis bildete, dem er Hanna gehörig vorstellen und ihr Erscheinen am Lyngcnsjord erklären konnte.
Er sagte freilich nicht sogleich, was seine eigentliche Absicht sei, allein es war keiner, der sie nicht erraten hätte. Hanna wollte das Land ihrer Mutter sehen, es hatte große Mühe gekostet, Fandrem zu bewegen, sie auf ein paar Monate zu missen, Björnarne sollte sie zurückbringcn. Daraus setzte sich jeder zusammen, was ihm gutdünkte. Der reiche Kaift- mann in Bergen war bekannt genug, eben so bekannt, in welchen Verhältnissen Hclgcstad zu ihm stand: Andeutungen über das, was einmal geschcben könne, wären früher schon in den Familien abgehandclt worden, wenn davon die Rede war, wen dcr junge Erbe von Oerenäesgaard einmal heim-
das Angebot nur ein kleines blieb, dabei ist aber zu berücksichtigen, daß um diese Jahreszeit unsere Landwirtschaft stets durch vermehrte Feldarbeiten in Anspruch genommen wird, was natürlich in diesem Jahre, wo ein großer Teil der A>> beitskräfte unter den Waffen ist, sich erst recht geltend macht. Auch ist cs richtig, daß diesmal die jonst ausgleichcnd wirkenden starken Einfuhren fehlen, allein auch in unseren Handelskreiscn muß man sich hierüber klar sein, und nachdem von berufener Seite wiederholt fcstgcstellt war- den ist, daß die Versorgung Deutschlands mit Brotgetreide eine ausreichende ist, wäre dcr Gedanke einer Einführung von Höch st preisen wirklich nicht von dcr Hand zu weisen, worüber ja mehrfache Erwägungen stattgefunden haben. Das dürfte der spekulativen Unter- nchmungSlust rasch einen Dämpfer anfsetzcn." — Ganz unsere Meinung. Nur müssen die Höchstpreise sich auch in den Grenzen halten, die eine Ueberteuerüng dcr Brotkonsumenten ausschließen.
Neue Beförderungovorschristen im Heere.
DaS Armee-Verordnungsblatt hat die Bestimmungen vcrösfent. licht, nach denen die Beförderung zum Offizier während der Dauer des mobilen Verhältnisses wesentlich erleichtert und vereinfacht wird. Zunächst sind alle Forniaiicn bei dcr Osflzicrwahl und bei den Eingaben beseitigt. Auch die Ofsizicrwahl erioigt jetzt gewissermaßen kriegsmäßig. ES ist nicht notwendig, dass sich das ganze OfsizierkorpS zur Wahl versammelt und jeder seine Stimme schriftlich in ein genau vorgeschriebenes Protokoll niederlegt, es genüge, wenn die gerade erreichbaren Offiziere zusamitnenberufen werden und ihre Stimm« abgcben. Die Eingaben auf dem Instanzenweg« bis an das Militär-Kabinett können ans einer einfachen Meldebart« erfolge». Von zeitraubenden Nachfragen bei den heimatlichen Bc- zirkskommandos nach den häuslichen Verhältnissen soll Abstand genommen werden, wem: sic der Regimentskommandeur nicht für erforderlich hält.
Besonders wichtig ist die Bestimmung über den Vorschlag von Unteroffizieren und Mannschaften, die sich vor de:» Feinde ausgezeichnet haben, zur OffizierSbeförderung. Eine Beförderung dieser Leute zu Fähnrichen findet nicht statt, sie werden gleich zn Ljfizieren ernannt.
Eine neue Schlacht in Belgien.
Kopenhagen, I. Oktober. Hier gehen Gerüchte, daß eine neue Schlacht zwischen Antwerpen und Brüssel im Gange sei, die östlich von Tcdcrnioiide in dcr Gegend von Mcrchten, Lanüazeei und Buggeiihont stattsindct . Eine belgische Divi- Fioit mit vollem Train sei aus Antwerpen ausmarschiert.
Reaktion in Frankreich.
wir. Rom, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der Berichterstatter des Avanti in Bordeaur bespricht die Handhabung der Zci- tuugszcnsur in Frankreich und gibt aus dem Matin Beispiele für seine Meinung, “bofe das 'französische «Volk immer ntchr in die Hände der Reaktionäre falle und daß schon deshalb die italienischen Sozialisten nicht auf die Seite Frankreichs treten könnten und Italien an dcr Neutralität unbedingt festhalten müsse.
französische Knaben als! Soldaten.
Eine Anzahl französischer GesongeneittranSportc erregte in Nürnberg auf vom Hauptbahnhos grosses Aussehen. ES waren einig« Hundert Mann gesangener französischer Sdldatcn im Atter von >4 bis 15 Jahren, die aus Aufforderung ihrer Schulbehörden sich zum aktiven Heer hatten anwcrben lassen. Auch in Wiirzburg passierten mehrere Züge von 14- bis 15jährigen gefangenen sranzösischen Soldaten die Station.
Ucbrigens sind auch im deutschen Heere 14- bis 15jährige Knaben als Kriegsfreiwillige. ^
Nuss» che, engli'che, französische Kriegsschiffe in den Dardanellen.
Ter Eorierc d'Jtalia meldet- aus. Konstnntinopcl: Tic russische Flotte aus dem Schwarzen Meer nähert sich dem Bosporus. Tic englische Mittclmccrslotte mit einem großen Teil dcr französischen Flotte versammelt sich in den Gewässern dcr Acgäis. Diese Flottcnkiiiidgcbuiig im Bos- porus und in den Dardanellen soll die Türken zur Beibchal- üttt,; der Kapitulationen und zur Ausgabe ihrer zweifelhaften Stellung gegenüber dem Dreiverband zwingen.
Gern Sc» Lebensmittrlwitchrr.
In Augsburg I>at die städtische Kommission zur lieber- wachung der LcbcnSmittelpreise festgestcllt, dass die Preise siir
führen werde. Niemand zweifelte also daran, daß dcr schlaue alle Stiels sich die Schwiegertochter mitgcbracht habe, damit sie sein Haus, seinen Reichtum und ihren bestimmten Ehe- gcmahl kennen lerne. Es konnte nicht fehlen, daß bei diesen Betrachtungen allerlei Neid und Mißgunst aufkeimte, allein wer wird sich dergleichen anmerken lassen! Hanna wurde freundlich empfangen, und Jlda ging Arm in Arni mit ihr in den Kreis ihrer Freundinnen, uni sie von den Männern zn entfernen, denen Hclgcstad Rede stehen niußtc und wo es an Scherzen und Gelächter nicht mangelte. Während dies geschah, war Marstrand von Olaf in Beschlag genommen worden, dcr ihm viel von seiner Niederlassung zu erzählen halte und mit dcr ehrlichen Herzlichkeit seines Wesens seine Freude ausdrückte, ihn wohl und ganz wieder am Lyngen- fioib zu sehen. Wie sehr stach dieser Empfang von dem ab, dcr ihm von Björnarne sowohl wie von Jlda zu teil geworden war. Tie Jtingfrau hatte ihm die Hand gereicht und ihn mit einigen ruhigen Worten willkommen geheißen, Björnarne aber dies kaum getan, vielmehr die Augen von ihm abgc- wandt und etwas rasch vor sich hin gemurmelt, was wie ein, Gruß klang. Tie Kälte dieser Aufnahme verletzte den jungen Mann. Rndumhcr war Freude und Scherz, Gruppen junger und alter Leute lagerten sich in dem frischen Grün, ans den Hütten wurden Vorräte aller Art herbeigebracht, geschäftige Frauen und Mädchen kamen mit Tassen und Kannen, Feuer flammten zwischen den Steinen auf, die zu Küchen umgeschaffen wurden. Spiele wurden verabredet, Tanz wlltc die Lust vergrößern, frische Zweige wehten von den Hüten und Mützen, Lieder wurden angcstimmt, die Kehlen wie die Füße probiert, und manche Männer, welche Marstrand wenig kannten, Familien, die er kaum einmal gesehen hatte, liefen mit gütigen Blicken und warmen Worten auf i?n zn, fragten und lobten, hatten Teilnahme für ihn und luden ihn ein, mit ihnen den frohen Tag heiter zu begehen.
lFortsetzung folgt.)


