Ausgabe 
2.10.1914
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete.

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Nr. 228

Gießen, Frcitlisi, Den 2. Oktolicr 1914

9. Jahrgang

Der sichere Frieden.

Was ist der Zweck des Friedens? Sich selber zu erhallen! lind vaS ist der Zweck des Krieges? Einen neuen Frieden hcrbcizu- siihrcn, der die Sicherheit der Tauer in sich trägt! Ter Frieden ist der normale Zustand, dein jeder dauernden Bestand wünscht. Ter Strien ist die gewaltsame Unterbrechung dieses normalen Zu­standes, und jeder will, das; er bald, aber nicht eher geschlossen wird, als bis die Fundamente seines sicheren Wiederaufbaus ge­schaffen sinü. In diesem Sinne haben sich kürzlich der Reichs­kanzler, der Gcneraisiabschef und der Staatssekretär des Rcichs- kolonialamtS übereinstimmend geäußert.

Der gleiche Gcdankcngang kommt jetzt auch in der Aeußerung eines englischen Regierungsorgaus, der Westminstcr Gazette, zum Ausdruck. Nicht die Bernichtung Deutschlands, so wird dort auS- gesiihrt, sei Englands Ziel. Jeder Frieden, der Wunden und Rcvancheidecu zurücklasse, ocrschle seinen Zweck, und darum sei England bereit, sofern Tcntschland nach dem Grundsätze Leben und Lebcnlasien handeln wolle, den glimmenden Hoffnungsfunken nicht ouszulöschen. Wozu die Kreuzzeitung wiederum seufzend bemerkt: «AIS ob Tcutschland jemals einen anderen Grundsatz befolgt hätte!"

Also auch hier, mitten im Krieg, Uebereinstimmung über das Ziel des Krieges. Zwar ist cS leider nicht möglich, eine» Krieg jo zu führen, das, er keine Wunden zurückläßt, und sein oberstes Gebot heißt nicht Lebe» und Lcbcnlaflcn. sondern Töten, um nicht getötet zu werden. Ist aber der Moment gekommen, in dem der eherne Mund der Kanonen verstummt, dann tritt das große Gesetz der Völkcrcrhaltung in sein volles Recht. Tann ist der Zeitpunkt gekommen für die Schaffung des dauernden Friedens, der keine immer wieder aufreißende» Wunde», keine Gedanken an Rache und Wicdcrvcrgcltung zuriicklaßt.

lieber die Mittel, durch die da? gemeinsame Ziel zu erreichen ist, können freilich die Meinungen auscinandergehei, Ter eine wird meinen, cs sei notwendig, den Gegner so vollständig nicder- zuschlagen und zu erschöpfen, daß er auch bei bösem Willen aus Jahrzehnte hinaus an einen neuen Krieg nicht denken kann. Ter andere und wir bekennen uns gern zur Rolle dieses andern wird der Ausfüllung zuneigcn, daß im Kampf zwischen zivilisierten Völkern die Taktik der vollkonimcnen Erschöpfung nicht am Platze ist, daß es vielmehr die Aufgabe des Politikers ist, das siegreiche Werk des Militärs durch eine Politik der moralischen Eroberungen sortzusetzcn.

Ter letzte Versuch, ein Volk durch völlige Niederwerfung zum dauernden Frieden zu zwingen, ist von Napoleon gemacht worden: rr betraf das deutsche Volk, insbesondere den preußischen Staat, der zeitweilig der fast vollständigen Vernichtung anhcimsicl. Aber gerade in diesem Krieg ist der Grund für die spätere Wieder- crneuerung des deutschen Volkes gelegt worden, wie er aus der andern Seite zum völligen Zusammenbruch der napoleonischcn Weltherrschast führte. Nur den Römern gelang es, im Kampsc mit tieicr stehenden Kulturen ausgenommen die griechische ein Weltreich zu begründen, in desien Innern durch lange Zeit der .vrteben waltete. Seitdem haben sich alle Versuche, durch Herrschaft eines einzigen Volkes über die andern den dauernden Weltfrieden z» begründen, als »topisch erwiesen. Und je mehr die Völker in die gleiche Reihe der Zivilisation cinrückten, desto unmöglicher wurde der Gedanke an einen Frieden, in dem ei» einziges Herrcn- voik^iiber lauter Kncchtvölkcr herrscht.

. -t" gegenmürtinc Krieg ist entstanden, weil sich das Tcntschc ct* "urch die Einkreisung des sranzösisch-englisch-russischc» Drei­verbandes bedroht sah. Tie Mächtckönstcllation, die in den letzten Iuhren Europa beherrschte und die uns als Mittel zur Erhaltung Gleichgewichts gepriesen wurde, hat sich in Wahrheit als die Ursache de», surchtbarstcn Zusammenbruchs erwiesen, den unser Weltteil jemals erlebt hat. Zugleich sehen wir in Amerika und in Asien neue Kulturen aussteiaen, die sich in die Herrschaft der Welt teilen würde», wenn sich Europa in immer neuen Kriege» ver­bluten wollte.

3icl des gegenwärtigen Krieges muß also sein, den europaiichcn Genicinintcrellcn gegenüber der Außenwelt Au- erkennung zu verschaffen.' Wenn das Ziel der Kriege von 1 SRO und 1870 71 die Einigung Teutichlands war, so mußte in den Auge» weitblickender Staatslcnker das Ziel des großen Bölkertrieacs von 1011 die Einigung Europas sci». Tiefe Einigung läßt sich aber nicht erzielen durch die Vorherrichast einer einzigen Macht, sondern nur durch klugen Ausgleich der Interessen aller Beteiligten, durch einen großen Bund von 0! I e i ch b e r c ch t i g t c n.

Möchten sich doch in allen Staaten, die an dem furchtbaren Ringen beteiligt sind. Kräfte linde», die für die Verwirklichung dieses großen fruchtbaren Gedankens tätig sein wollten! Wir kenne» die Meinung deü Reichskanzlers, des GeneralstabSchcsS, des Kolonialsekretärs, wir kennen auch die Aeußerung der englischen Westminstcr Gazette, wir willen in aller Verwirrung und Zerrissen­st Überall stille und laute Gcsinuungsgcnollcn mit »ns im Bunde, '«um wollen auch wir den glimmenden Funken der Hoffnung »>cht auslüschcn, die uns an, Ende des Bölkerringcns den großen, dauernden europäischen Frieden verheißt!

Tie Franzose» wissennichts Neue

30. Tept. (Priv.-Tel., indirekt, Etr. Frkst.) Ein 'Uuetin vom 20. September nachts 11 Uhr nichts Neues.

- ^'"drend man bisher in Paris das baldige, ja unmittelbar i;, Ende des Kampfes erwartete, übcrwiegt allmählich

, "Eoerzeugung, daß die Pvsitionsschlacht sich noch lange hinziehen "',.A>>e furchtbaren Angriffe, alle Truppenvcrschiebungcn haben 00 , 1 - 5,e ?Mschtlinie ausgedehnt, ohne die Entscheidung hcrbeizu- Auch die Prelle, die in den letzte» Tage» fortgesetzt das «vorstehende Ende der Schlacht angckündigt hatte, bereitet jetzt das <oir auf eine noch längere Tauer vor.

. Oberst Roullcr schreibt, ein derartiger Belagcrungskricg könne er|t nach geraumer Zeit beendet werden, wenn die Linien des An- ^Etjers genügend weit vorgerückt seien. Der Temps stellt fest, oatz die Oickorddauer der Schlacht von Mulden bereits geschlagen sei. >m Woovre leiden die Kämpfe unter schlechtem Wetter. Alle

Der Krieg.

dorther zuriickkchrenden Soldaten sind über und über mit Schlamm bedeckt. Viele Geschütze bleiben in den Sümpfen stecken.

Englische Flottenschmerzen.

(WB. Nichtamtlich.) Laut der Nationalzcitmig bringen englische Blätter imnier mehr Nachrichten über die Gefährdung deS englischen Sec Handels durch deutsche Kriegsschiff«. Tie Tail» Post in Liverpool teilt mit, daß HandclSkreise bei der Re­gierung vori'tellig geworden sind und verlangt haben, die englische Marine niüsie große Anstrengungen machen, um die beuischcu Kriegs- schisfe im Atlantischen Ozean ive-gzunchmen. In der Times klagen die Kausleuie darüber, daß die zweihundert gekaperten oder fcst- gclegtcn und die 150 in neutralen väsen liegenden denischen Säsiffc fast ausnahmslos englische Ladungen an Bord hätten, woraus der englische Kaufmann nun vergebens tvaric. Rasche Abhilfe sei gc- boten, sei cs, daß man die Schisse mit englischer Besatzung weiter fahren lasic, oder sie au Neniralc verkaufe. Tic Westminstcr Gazette weist ans die gewaltigen Schädigungen hin. welche der E i n f u h r h a n d c l mit gesrorencm Rindfleisch durch den Krieg erleide. Eine Schiffahrtslinie werde deninächst nicht mehr verkehren »nd damit wurden wöchentlich 6 Millionen Pfund gcsrovcneS Fleisch ans Argentinien fortiallcn. Achnlich stehe cs mit der Einsuhr aus Australien. Tas sei bedenklich, da viel Fleisch an die Truppen im Felde abgegeben werden müsie.

Ter Marincmitarbciter Archibald K u r d vom Daily Telegraph schreibt:Ehurchill hat kürzlich gesagt, wenn die deutsche Flotte nicht hcrauskäme.um zu kämpfen, werde sie wie eine Ratte aus dem Loch gegraben iverden. Leider wird nur das Loch durch Küstengeschütze, Seeininen, Zerstörer und Unterseeboote ver­teidigt. Tie Operation des Ausgrabcns wird daher nicht leicht sein und könnte gogenivärttg tatsächlich wohl nur unter beträchtlichem Verlust vot, Schissen und Menschen unternommen werden. Wir ivürden dabei viel, Teutschland aber nur ,v e n i g riskieren. Ehurchill l>at auch nicht gesagt, wann dieser Versuch gemacht werden soll. Er könnte natürlich die Geheimnisse der Admiralität de» Aus­ländern gegenüber nicht ausplaudern, wenn cs aber noch lange dauert, dann werde» die Teittschen die gegenwärtigen passiven Ver- icidlgungsopcrationen mit Unterseebooten sortsetze». Tars das ge­duldet werden?"

Englische Offenherzigkeit.

kW. B. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der Times tröstet sich über den Fall des Forts Camp des Romains folgendermaßen:

Ter Fall des Forts ist sehr traurig. Aber der französische rechte Flügel besitzt sicher starke Reserven. Wir erwarten, das; im Laufe ganz kurzer Zeit die Deutschen wieder zurück- getrieben werden. Tie französischen Spcrrsorts sind nie­mals alü lange widerstandsfähig angesehen worden. Ihre Aufgabe war, die Zusuhrwege des Feindes zu sperren. Ties? Mission haben sic erfüllt. Tie Hauptinteressen richten sich augenblicklich auf die Gegend von Peronne, wo sich die feind­lichen Heere in einer großen Schlacht befinden. Viele gute und erfahrene Offiziere haben kein großes Vertrauen auf die jetzt in der Bildung begriffene Armee. Nicht, weil sie die Onalität des MenschcnmaterialS an Körper und Geist be- zweifeln, sondern weil sic sie nicht vor Ablauf von achtzehn Monaten für fähig zum Feldzüge, zumal gegenüber der modernen Artillerie, halten, und selbst dann kaum, wenn sie durch Berufsoffiziere gut ausgcbildct werden würde. Aber die Anzahl der Offiziere ist nicht nur an sich beschränkt, son­dern sie wird auch durch die großen Verluste fortdauernd verringert.

Kein Geschäft tu machen?

(WB. Nichtamtlich.) Tic Times schreib! in ihrer Besprechung des Buches von William Tawson am 20. September:Es wird viel von der Gelegenheit gesprochen, die der Krieg bietet, um sich des deutsäicn Handels und der deutschen Absaßgebicte zu bemächtige». Hiervon ist vieles leeres Geschwätz. Ti« Handelsbeziehungen, deren wir uns dank unserer Flotte bemächiigen können, werdeti nicht lange in unserer Hand bleiben, wenn der normale Zustand wieder eintritt. Wie soll dann das dabei scstgelegtc Kapital wieder heranskvmmen? Tcuiichland hat sich teilten Handel ehrlich durch die Kenntnisse, die Intelligen,;, den Fleiß und die Anpassungsfähigkeit seiner Kanflente und Jngeniciire gesichert. Nur durch die gleichen Eigcnsämsten können wir die Absatzgebiete uns erobern undu dauernd betnlten " Tie Times empsichlt endlich den englischen Industriellen das Stu­dium des Buches und die Nachahmung deutjcher Gcschästsmelhoden.

Die Sperrung der Dardanellen.

(Ctr. Bln.) Turck die Sperrung der Dardanellen wird am empfindlichsten die Getreideausfuhr Rußlands und Ru­mäniens nach England betroffen, in der gegenwärtigen Knegszcit überdies ganz besonders Rußland. Gewöhnlich unternehnicn die französischen Mcssageric-Tanipfer nur ein­mal wöchentlich eine Fahrt von Marseille nach Odessa. Seit einem Monat verkehrten die Tanipfer täglich. Sie führten kaum irgend welche Passagiere, dagegen starke Sendungen von Kriegsmaterial und Goldladungcn für Rußland. Das hört nunmehr auf.

Gegen die Sperrung der Tardanellen hat England in Konstantinopel Dorstclliingen erhoben. Tie Pforte verwies auf die vor den Dardanellen kreuzende englische Flotte und

erklärte sich bereit, die Sperrung aufzuheben. wenn die Flotte zurückgezogen würde.

Konstantinopel, 30. Sepi. (W. B. Nichtamtlich.) Eine halb­amtliche Note stellt zur Rechtfertigung der vollständigen Sperrung der Dardanellen scsi, daß eine englischend eine sranzösischc Flotte seit einiger Zeit am Eingang der Tardanellen kreuzten, wobei sie die ein- und ausfahrcndcn Schiffe anhicltcn, durchsuchten und die Besatzung ausfragten, was der Freiheit der Schifsahrt in den Tardanellen tatsächlich Abbruch tat. Deshalb hat die Regierung bcschlosicn, die Dardanellen zu sperren und nicht wieder zu öffnen, bis die geiianntcn Flotten sich von der Meerenge entfernt hätten und die bisherigen abnormalen Vcrhältnisie geschwunden seien.

Der ästyptiiche Bijekönig und England.

Aus Konstantinopel wird der Franks. Ztg. bcrickstct: Zur gestrigen Audienz des britischen Botschafters belm Kheüivcn von Aegypten erfahre ich aus der unmittelbaren llnigebnng des Khediven, daß der Botschafter an den Khediven im Namen des Londoner Kabinetts die kategorische Aufforderung richtete, sofort seinen Aufenthalt in Konstanti­nopel abzubrcchen. Die englische Regierung stelle seiner Hoheit bis auf weiteres eine Residenz in Neapel, Florenz oder Palermo zur Verfügung. Tie Reise dahin müsse auf dem Seewege erfolgen. Khedive Abbas entgegnete dem B»h ichaster kurz, er habe keinerlei Befehle Englands entgegenzu­nehmen. Sir Louis Mallet zog sich nach dieser keinen Zweifel aufkommen lassenden, aber in dieser entschiedenen Form nicht erwarteten Antwort des Khediven in sichtlicher Verlegenheit aus dem Audicnzsaal zurück.

Aus der Umgebung des Khediven verlautet ferner, daß England plante, sowohl den Khediven und die Khediva wie auch mehrere mit ihm reisende ägyptische Prinzen und Prin­zessinnen nach Malta als Geiseln zu schaffen, sobald sie auf dem Seewege die türkische Hauptstadt verlassen hätten.

(Ctr. Frkst.)

Die Perser gegen Rußland.

Nach den in persischen Kreisen Konstantinopcls vorliegen­den Nachrichten haben die schitischcn Geistlichen und die Ober­häupter von Kcrbclah und Ncdschcf (Türkei), die als oberste religiöse Instanz für die Perser gelten, eine Kundgebung an die Nation und die persischen Stämme gerichtet, in der es heißt, daß der Augenblick für die Befreiung P c r s i e n s v o m r u s s i s ch c n I o ch c gekommen sei. Der Führer des Stammes Rardar, Jalik Khan, soll mit den Schachscvennen die russische Grenze überschritten haben »nd in Transkaukasien bis Kisil Agatsch bei Lcnkoran vorgedrun- gen sein.

Die Mohammedaner in Rußland.

Konstaniinopcl, 30. Tept. (IV. 8. Nichtamtlich.) Tic hiesige offiziöse Agentur erfährt: Tie russische Regierung wollte musel­manischeFreiwillige" in den russischen Distrikten am Schwarzen Meer, insbesondere in Adschara, Tschurusku und der Umgebung Batums, in ihr Heer einrcihcn. Ta die Muselmanen sich weigerten, wurden die Notabel» eingekerkcrt. Die muselmanische Bevölkerung sci sehr erregt. Tie Einwohner Adscharas hätten zu den Waffen gegriffen.

England und Holland.

Amsterdam, 30. Tept. (Ctr. Frkst.) Ein holländisches Blatt nach dem andern niacht nun Front gegen die » n e r h ö r t c L a h m- lcgung des holländischen Handels durch En glaub. Nieuws van den Tag setzt auseinander, daß Holland ,mr sehr kurze Zeit ohne seinen internationalen Handel und seine Schifsahrt be­stehen könne, und daß diese nun vollständig infolge des fortdauern­den Hinhaltens und Ausbringens holländischer Schiffe stillicge. lieber das Anhalten von Konterbande könne man sich nicht beklagen, aber cs sci eine andere Frage, ob man sich nicht sehr beklagen iniisie über das Festhalten von Schiffen, die für den legitime» Handel be­stimmt seien. Selbst Hollands Handel mit seinen eigenen Kolonien leide große Hinderung. In Deutschland suche man nachzuweise». daß England nicht für den gerechten Schutz der Neutralen knmps«, sonder» allein uni das Monopol auf dem Weltmarkt zu erobern, also um eine Krämersache, was das Blatt nicht glauben will.Weiß England nicht, wie mau in Tcutschland daraus lauert, Fälle »ach- zuwelscn, die bartun, daß es England nicht nur aus den deutschen, sonder» auch auf den holländischen Handel abgesehen hat und daß England den deutschen Beschuldigungen Nahrung liefert?" (Franks. Ztg.)

England «nt» Schweden.

Stockholm, 30. Scpt. (W. B. Nichtamtlich.) Tie schwedische Prcsie drückt ihr Erstaunen und ihre Besorgnis darüber ans, daß Großbritannien gegen die Londoner Deklaration, die Groß­britannien in diesem Kricac beobachten z» wollen sich bereit er­klärte, Eisenerz als Kricgskontcrbande erklärt hat. Mit Ver­stimmung und nicht ohne Bitterkeit, so sagt das radikale TagcnS Nyheter, sehen wir diesen englische» Schritt, der das wirtschastliche Leben des aufrichtig neutralen Schweden sehr schwer trifft.

Der Vorwärts wieder freigegeveu!

Das Erscheinen des Vorwärts ist wieder gestattet worden, nachdem das Neichstagsmitglied Haase und der Geschäfts- sichrer des Vorwärts, Neichstagsabgeordncter Fischer, die