Tage wurden wir besonders roh behandelt und schlecht beköstigt. Alles Geld mußte» wir hergcbc», ich allein 800 Francs Arbcits- geldcr und für 28 000 Francs Obligationen. Am 18. August hörten wir wieder Geschützdonner. Jeder von uns Lcsterrcichern und Ungarn gedachte im stillen unseres Kaisers, dessen Geburtstag wir im Herzen feierten. Krankenwagen brachten Verwundere in großer Menge, darunter 10 schwer verletzte Deutsche. Die Bevölkerung und die Soldaten benahmen sich gegen diese armen Schwerverletzten in schmachvollster Weise. Sic überschütteten sic mit Schmähungen und ließen sic drei Stunden in der heißeste» Sonnenglut liegen. Als ich den Armen mit meinem Taschentuch Kühlung verschaffen wollte, wurde ich von einem Ofifzier mit dem Säbel zurllckgestoßen. Schon damals machte sich gegen die Regierung eine Mißstimmung geltend. Ter Mitteilung des Matin und des Echo de Paris von einer Besetzung Magdeburgs und der Belagerung Münchens wurde nicht viel Glauben geschenkt. Auch die Automobile, welche in Toul mit der Aufschrift „de Berlin" die Stadt durchfuhren, vermochten die Zweifel der Bevölkerung nicht zu zerstreuen. Christen berichtet, das Volk habe wenig Hoffnung auf ein glückliches Ende des Krieges und verlange bereits stürmisch nach einer neuen Regierung. In Toul habe er hohe Offiziere wiederholt die Meinung aussprechcn hören, daß eine neue Regierung sich dann an den Vertrag mit England und Rußland, nur gemeinsam Frieden zu schließen, nicht zu halten brauche, da für sic dieser Vertrag ja nicht bestehe.
„Zeppolin" in Belgien.
W. B. Amsterdam, 25. Sept. Reuter meldet aus Antwerpen: Ein Zeppelinluftschiff hat in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch längs der ersten Verteidigungslinie der befestigten Stellungen vor Antwerpen in der Richtung Moll—Siebe signalisiert. Wegen der starken Scheinwerfer ist das Suftschiff umgekehrt.
W. B. London, 25. Sept. Nach einer gestrigen Rculcrmcldung aus Ostende hat ein Zeppeliuluftschisf die Stadt um 11 Uhr abends überflogen und drei Bomben abgeworfen, die ivcnig Sckiadcn angerichtet und nieniandcn getötet haben. Das Lustschisf kam von Thielt Uber Thorhout und kehrte in der Richtung Thielt zurück. Die erste Bombe fiel in den Bois de Boulogn«, di« zweite auf den Fischmarkt, di« dritte in ein Bassin.
Der englische Mariueverlust
Die Vernichtung der drei englischen Kreuzer durch das deutsche Unterseeboot „U 9" steht immer noch im Mittelpunkte des Interesses sowohl in England selbst wie in den neutralen Staaten. So schreibt der marinetechnische Mitarbeiter der Times: „Es ist das ernsthafteste Unglück, das die britische Marine seit Beginn des Krieges betroffen hat. Es enthält eine Lehre für die Flotte und die Nation." — Daily Chronicle bemerkt in seinem Leitartikel: „Gegenüber dem Verlust der vortrefflichen Mannschaft unserer Flotte ist kein deutscher Verlust zu verzeichnen. Wir werden schwerlich ohne viele besondere Vorsichtsmaßregeln unsere Dreadnoughts in solche Gewässer bringen, wenn nicht die Deutschen dasselbe tun." — Der sachmännische Mitarbeiter des Chronicle schreibt: „Ein Hydroplan würde es dem Beobachter ermöglichen, die Anwesenheit von Unterseebooten zu entdecken. Aber wie, wenn dieses um 7,30 Uhr morgens an einem Herbstmorgen erforderlich ist oder wenn der Gebrauch eines Hydroplanes nicht rötlich erscheint, weil er die Nähe der angreifenden Seemacht verrät?" — Daily Telegraph sagt: „Es muß zugegeben werden, daß der Angriff mit vollständigem Erfolg ausgefllhrt worden ist."
Eine vollständig neue Methode des Seekrieges und der Secrüstungen erwartet nach den Erfahrungen des 22. September ein bekannter norwegischer Admiral im Kristianianer Morgenbladet: „Die englische Blockade der Nord- und Ostsee ist zum Tode verurteilt, da durch die gesamte englische Be- wachungskette und über 200 Seemeilen von der eigenen Basis entfernt, bis zum Kanal, jenem von England seit Jahr- Hunderten beherrschten Seeterritorium, sich ein deutsches Unterseeboot mit 20 Mann Besatzung schleichen konnte. Daß die vernichteten Panzerkreuzer älter sind, ist gleichgültig. Wie es gestern diesem in den Grund gebohrten Kreuzer- geschtvader erging, kann es niorgen der ganzen englischen Hochseeflotte ergehen. Tie Nord- und Ostsee sind nicht länger Besitz englischer blockierender Ungetüme. Eine neue Zeit, eine neue Methode beginnt, bedeutungsvoll für die kleinen Seestaatcn, da sie imstande sind, eine beträchtliche Zahl dieser nicht teuren und furchtbaren Seewasfen anzuschaffen."
englische Nachrichtcnkricg.
Kristiania, 25. Sept. Nachdem neusjch bereits das hiesige Morgenbladet auf Grund eines Briefes seines Londoner Korre-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 71
„Gewiß, gewiß!" erwiderte Marstrand, ein wenig verwirrt.
„Was fiel da auf dem Teck?" ries der alte Schiffer, sich oufrichtend.
„Ich habe nichts gehört," sagte Marstrand.
Helgcstad war an der Tür. „Bleibtl" rief er, und seine Augen nahmen einen wilden Ausdruck an. „Habt Euch er- hitzt, könntet Euch erkälten."
„Laßt mich reden, Herr Helgcstad. hört mich," rief Io- Hann, nach seinem Arm fassend; aber ehe er ihn erreichen konnte, hatte Niels die Tür zugcschlagen und den Schlüssel im Schloß umgcdreht.
Rasch sprang er die steilen Stufen hinauf. Der Himmel war mit schweren Wolken bedeckt, der Wind wimmerte durch Top und Takcl der Jacht, die an den langen Tauen schwankte, und draußen, an den Felswänden von Silben, flog die Brandung brüllend auf. In der Dunkelheit schlich Helgestad bis in die Mitte des Schiffes, bis an den Mast, wo er stehen blieb, denn auf Armeslänge vor ihm sah er eine Gestalt, an welche eine andere sich dicht anschmiegte.
„So laß uns eilen. Hanna," sagte eine männliche Stimme. „Das Boot liegt dicht an der Seite; eine Leiter ist angeknllpft. Alles ist bereit."
„Auch ich bin bereit, mein Henrik." antwortete sie. O! Gottes ewigen Donk, daß ich dich habe."
.hierher," flüsterte Dahlen, „gib mir deine Hand. Wo ist der alte Schuft? Hat ihn Marstrand sestgemacht? Wohl bekomm es ihm!"
„Halt ein!" schrie er Plötzlich auf und klammerte sich fest, denn in demselben Augenblick fühlte er sich von hinten um-
spondenten miigctcilt hatte, daß skandinavischen, namentlich schwedischen und norwegischen Zeitungen der Eingang nach England verwehrt sei, wird mir dies heute nochmals ausdrücklich versichert. Das Verbot erging, weil skandinavische Zeitungen sich hergäben, die offiziellen Wolfs-Telegramme abzudrucken, während englische Telegramme demgegenüber nur in geringer Zahl aufträicn. In Wahrheit werden alle hiesigen Zeitungen tagtäglich von englischen Telcgranimcn schlimmster Torte oerartig überschwemmt, daß die deutschen Telegramme sich zu ihrer Zahl wie 1 : 10 verhalten.
Köln, 25. Sept. Die Kölnische Zeitung meldet aus Berlin: Aus Kreisen der deutschen Geschäftswelt werden Tatsachen bekannt, wonach die de» Verkehr zwischen Südamerika und Deutschland vermittelnde englische Kabelgesellschast schon fünf Tage vor der Kriegserklärung Englands an Deutschland für den deutschen Handel wichtige Telegramme zwar angenommen und die Gebühr dafür eingestrichen habe, solche Telegramme aber absichtlich nicht befördert habe. In zwei Fällen ist erwiesen, daß telegraphische Zahlungsaufträge der Argentinischen Nationalbank an Berliner Banken von diesen nicht ausgesührt werden konnten, weil die telegraphische Anweisung in Buenos Aires zwar ausgcliesert, von der englischen Kabelgesellschast aber nicht befördert worden war.
Berlin, 20. Sept. Aus London kommt über Rotterdam die Meldung, daß die britische Regierung die Einfuhr englischer Zeitungen in Holland vorläufig verboten hat. — Die Deutsche Tageszeitung bemerkt dazu, cs scheint in England außerordentlich unbequem geworden zu sein, baß man aus der englischen Presse in jüngster Zeit so manche Wahrheit über England erfahren konnte.
Der Zusammenbruch des serbischen'Angriffs.
Wie», 25. Sept. (Etr. Bln.) Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Essef: Uebcr das Ergebnis der ein
wöchigen Kämpfe niit den in Slawonien- eingebrochcnen Truppen berichtet das offiziöse Blatt Trau zusammeufassend:
Ter gänzliche Mißerfolg des serbischen Einbruches liegt jetzt ganz klar zutage. Das Schlachtfeld war mit Leiche» serbischer Soldaten bedeckt. Es muß auf uns alle den Eindruck innchen, daß wir die Serben in Ruhe nach Slawonien kommen ließen, uin sie hier vollständig zu vernichten. Tie Serben drangen in einer Stärke von mindestens 30 000 Mann in Slawpnien ein und verschanzten sich in Wäldern und Gräben. Unsere Truppen rückten von zwei Seiten heran und bereiteten den Serben bei Jaksvot und Alt-Pacub eine furchtbare Niederlage. Artillerie und Maschinengewehre haben in den Reihen der Serben große Verheerungen ungerichtet. Bisher wurden 7000 Gefangene eingebracht. Tausende von serbischen Verwundeten und Toten liegen noch umher, während viele in der Save ihren Tod fanden. Srjrmien ist von serbischen Truppen vollständig geräumt. Es heißt, daß Generalissimus Putnik die serbischen Truppen geführt habe. Tie Bevölkerung in Syrmien und Slawonien hat sich wieder völlig beruhigt. In dem Bericht eines an der Front kämpfenden Offiziers heißt cs: Nachdem die Trina überschritten und der serbische Einfallsort nach heftigem, für den Gegner sehr verlustreichem Kampfe genonunen war, wurde der Vormarsch fortgesetzt. In der Befürchtung, daß die Serben den. Weg niit Flatterminen gesichert hätten, ließen wir zwei Herden vortreiben. Diese Vorsichtsmaßregel erwies sich jedoch als unnötig. Tie zurückgeworfenen Serben verschanzten sich in guten Stellungen, anscheinend in der Absicht, unsere Vereinigung mit unserer zweiten Gruppe, die über K. operierte, zu verhindern. Der serbische Plan mißlang vollständig. Unsere Artillerie hat es den wie immer unmöglich gemacht, ihre Positionen längere Zeit zu behaupten. Als unsere braven Leute hierauf unter Eljen- und Ziviorusen mit dem Bajonett vorgingen, flohen sie panikartig. Die Ortschaften, die die Serben als Schieß- punkte benutzt hatten, standen teilweise in Flammen. Inzwischen hatte unsere zlveite Gruppe einen scharfen Kampf niit von dem Prinzen Georg geführten serbischen Truppen. Auch diese wurden völlig geschlagen und das 5. serbische Infanterieregiment ganz aufgerieben. Man erzählt, daß Prinz Georg beinahe gefangen genoistmen worden wäre, als die Unsrigcn den Sturm unternahmen und die Feinde in die Flucht trieben. Wir sind heute den sechsten Tag in Serbien, treiben den Feind vor uns her und haben viele Gefangene geniacht, die sich größtenteils in jämmerlichem Zustande befinden. Bei uns ist die Stimmung ausgezeichnet. Wir haben wenig Verluste. Ter Gesundheitszustand der Truppen ist vorzüglich.
Die serbischen Verluste.
Wie», 25. Sept. Der Zeitung Budapest wird aus Sofioter Rcgierungskreisen milgeteilt, daß di« bisherigen serbischen Verluste an Toten, Verwundetcn und Eholerakrankcn über 00 000 beträgt.
saßt und in die Lust gehoben. Hanna war von seiner Seite gerissen, kräftige Arme hielten ihn trotz seines heftigen Ringens. Seine Finger glitten von der Brüstung der Jacht ab, und mit einem Schrei, der schnell erstickte, sank er in das wogende Grab, das über ihm zusammenschlug.
Mit einem Sprunge war Helgestad bei den Eisenbarren am Maste. Dort faßte er ein mächtiges Stück mit beiden Händen und warf es niit voller Gewalt dicht am Bord sein?-? Schiffes hinunter. Ein Krachen und Brechen folgte dem Wurfe nach; ein Hilferuf drang von unten herauf, und durch den Himmel zuckte ein rotes Feuer, dessen blendender Schein an den Felswänden hinfuhr und das schwarze Wasser einen Augenblick hell machte.
Tie Stücke eines Bootes trieben darauf umher; ein paar Ruderstangen schaukelten auf einer hohen Woge, die eben schaumig und zersplittert in den Kanal geworfen wurde. Eia wütender Windstoß folgte ihr nach und ein Arm ragte aus der Tiefe, eine Hand streckte sich krampfhaft aus und versank. — Hclgestad blickte hinab, sein Gesicht war voll Hohn, voll gesättigter Rache und voll Triumph. „Wohl bekomme es dir selbst, du Narr!" sagte er grimmig, und ein langes Gelächter folgte. Tann wandte er sich uin. Hanna lag ohne Lebenszeichen in den Arnien des Bootsmannes, der sie hielt.
„Hoho! Ole," murmelte der Schiffer, „hältst sie zu fest, mein Junge, hast ihr den Atem ausgedrückt."
„Glaub's selbst, Herr," antivortete der langhaarige Mann. „Sie rührt kein Glied."
Helgcstad nahm den schwachen Körper wie ein Kind in seine Arme. „Rufe die Männer," sagte er, „lös die Taue los, reeft die Segel doppelt, ich komnie sogleich."
Er trug Hanna die Treppe hinab, stieß die Tür auf und schob sie hinein. Marstrand sah an dem Tisch, den Kopf in die Hand gestützt. Als er Helgestad sah und der Lichtschein auf das blasse Gesicht des Mädchens fiel, sprang er auf und
Eholcrafall in Oesterreich.
W. B. Wien, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Heute ist fit Brünn oh Fall von asiatischer Cholera bakteriologisch festgestellt worben. *** Erkrankung betrifft eine am 21. September vom nördlichen Kriegsschauplätze cingetroffene, sofort in Spitalbchandlung vcr» brachte Militärperso».
Was die deutsche Regierung vom Frieden erwartet.
TT T . Rotterdam, 25. Sept. )Etr. Bln.) Ter Nieuwe Rotlcrdamsche Courant bringt folgende Berliner Meldung: Anläßlich der unwahren Gerüchte über die Geneigtheit Deutschland, Friedensverhandlungen anzuknüpfen, kann mit- getcilt werden, daß der Reichskanzler am 6. September einenr Reichstagsabgeordneten schrieb: Unter diesen Umständen müssen wir durchhalten, bis die Sicherheit Deutschlands in der Zukunft ganz verbürgt ist.
Der Chef des Generalstabes von Moltke schrieb am 7. September an dieselbe Adresse: Am Ende des Krieges muß unser Vaterland einen Frieden erworben haben, der mit den beispiellosen Opfern in Uebereinstimmung steht, die das Volk in seltener Einmütigkeit auf sich genommen hat, einen Frieden, der für unabsehbare Zeit von keinem Feinde inefjr gestört werden kann.
Tie Augst vor der mongolischen Gefahr in England.
Das Giornale d'Jtalia meldet aus London, daß auf dringendes Ersuchen Englands das Angebot Japans, im europäischen Kriege mit einer halben Million Soldaten, die über die transsibirische Eisenbahn geschafft werden sollten, einzugreifen, von den Verbündeten abgelehnt worden ist. Die Gefahr einer mongolischen Intervention in Europa habe alle militärischen Bedenken der Verbündeten zuni Schweigen gebracht. — Auf die Furcht vor der mongolischen Gefahr und nicht so sehr auf die Furcht vor der Cholera ist wohl auch die Tatsache zurückzuführen, daß das indische Expeditionskorps nicht in Aegypten eintrifst. Man will wohl doch lieber die indische wie die japanische Armee in Indien sehen.
Die Neutralen.
Rumänicn bleibt neutral.
Bukarest, 25. Sept. (Ctr. Bln.) Ter heutige Minister, rat beschloß, daß Rumänien neutral bleiben soll.
Eine Nentralitätsknndgebnng ver italienischen Sozialisten.
Rom, 26. Sept. Tie italienischen Sozialisten vcran. staltcten am 2-1. Sept. in Turin eine von einer enormen Menschenmenge besuchte Protcstversammlung gegen den Krieg und die strikte Einhaltung der italienischen Neutrali- tät. — Nach Schluß der Versammlung durchzog die Menge unter den Rufen: „Nieder mit dem Krieg!" die Hauptstraßen, Die Menge wurde schließlich von der Polizei zerstreut.
Englands Lockung.
Rom, 25. Sept. Das Gioinalc d'Jtalia erfährt aus Loudoitp daß England jede weitere Opposition gegen das Verbleiben Italiens auf den von ihm besetzten ägäischcn Inseln aufgebc.
Tic schwedische Verteidigungsfrage gelöst.
Stockholm, 26. Sept. Das Ministerium Hammarskjöld, das' gebildet wurde, um die Verteidigungsfrage zu lösen, hat seine Aemtcr dem König zur Verfügung gestellt, da die Frage jetzt gelöst set. Der König forderte die Minister aus, zu bleiben. Di« Minister beschlossen daraus, den Wunsch des Königs zu erfüllen.
Türkei und Vereinigte Staaten.
Washington, 25. Sept. lNichtamtlich.) Ter türkische Bo, schafter, Rustcni Ben, hat Präsident Wilson milgeteilt, er wcrX Amerika in zwei Wochen verlassen. Rustem Bcy soll den amerikanischen Protest gegen die Abschaffung des ErtcrritorialrechtS der Ausländer in der Türkei getadelt haben.
Präsidentenwahl in Albanien.
Mailand, 25. Cept. 28 Delegierte aus allen Landcsteilen Albaniens, mit Ausnahme von Skutari, Alcsfio und EpiruS wähl- ten, wie der Corriere della Sera meldet, gestern in Durazzo mit 10 Stimmen Mustapha Ben znm Präsidenten. Dieser übernimmt die Regierung bis zur Ernennung des neuen Fürsten und wird sofort die neue Regierung, den Statthalter und die Beamten er- nennen.
blieb stehen, ohne ein Wort zu sagen. Angst und Entsetzen schnürten ihm die Kehle zu.
Niels legte seine Bürde auf die Bank an der Wandseite. „Nehmt Wasser, rührt die Hände, Herr, helft ihr oder legt sie auf ihr Bett."
„Was ist geschehen, was taten Sie?" fragte Johann heftig.
„Laßt es Euch erzählen zum Lohn für Eure Mühe," antwortete der rauhe Mann, mit der Hand sein schweißnasses Haar zurückstreifend. „Tankt Gott für seinen gnädigen Beistand, Herr. Tie Jacht ist unter Segel, ich muß an meinen Posten. Kann ein Zoll zu viel rechts oder links uys zu Venen legen, die da unten ein tiefes, nasses Lager haben."
Er stülpte die ölgetränkte Kappe auf, ging hinaus und warf die Tür in Schloß und Riegel. — Marstrand beugte sich über die Ohnmächtige, er wußte nicht, was er beginnen sollte. Gepolter und Geschrei war auf dem Deck, Laternen brannten, schwere Füße eilten hin und her.
Plötzlich schlug Hanna die Augen auf und blickte dem Helfer starr ins Gesicht.
„Redet, Jungfrau, sagt mir, tvar Henrik bei Euch, und wo ist er?" fragte der Junker anstvoll.
Sic sah ihn mit irren Blicken an, dann aber, als sie den Namen hörte, schnellte ihr Körper krampfhaft auf. Ein Schrei rang sich aus ihrer tiefsten Brust, ihre Hände klammerten sich wie zum Gebet zusammen, sie wollte aufspringen und sank zurück.
Ein Pfeifen und Schreien mischte sich mit diesem Schrei. Die Jacht stürzte wie von einem Berge in einen Abgrund, ihre Balken zitterten, die Planken ächzten und knarrten, schwere Stöße donnerten gegen ihre Wände, und durch die Dcckfugcn tröpfelte Wasser nieder.
Das Schiff war aus dem schützenden Kanal ins offene Meer gelaufen. (Fortsetzung folgt.)


