Griechenland erhält nebst Nardepiros die seit dem tripoli- tanischcn Kriege von Italien besetzte» Inseln. Italic» nimmt fiir sich die von Italienern bewohnten Teile von Oesterreich. R u - niänien, das die oben ermähnten Landstriche des Königreichs den Russen überläßt. erhält dafür die von Rumänen bewohnten Teile von Bukowina. Siebenbürgen »nd Tüdungarn. Ferner verpflichte» sich die Rüsten England gegenüber, nicht weiter nach Osten vorzudringen. dagegen räumt England den Rüsten die un- bedingtc Vorherrschaft auf der ganzen Ostsee ein. Japan hat die Zusicherung erhalten: freie Einwanderung nach Kanada und den englischen Kolonien einschließlich Australiens, freie Hand in China und eine Anleihe von 200 Millionen Den.
Ter Eindruck, den dieser Berteilungsplan in den eingcwcihtcn rumänischen Kreisen gemacht hat, war geradezu niederschmetternd. Durch die Verteilung würde Rumänien aufhorcn, ein wirtschaftlich selbständiger Staat zu sein. Aber cs sei nicht möglich, ihn in Bukarest zu veröffentlichen, weil alle, die als treue Rumänen für die Selbständigkeit ihres Vaterlandes eintretcn wollen, unter der Tyrannei der im Dienste Rußlands und Frankreichs stehenden Elemente sachlich „nd auch persönlich bedroht werden. Nicht minder übrigens als Rumänien würde Italien geschädigt sein. Italien, von Frankreich, England und dabei Rußland in. Mittelländischen Meere cingeschlosten und mit den Griechen und Serben als Nachbar in der Adria, hörte ans. ei» Großstaat zu sein. Sei» afrikanischer Besitz wäre nicht mehr sicher, umsoweniger als Afrika zwischen England und Frankreich geteilt werden sollte. — Es ist nur gut, daß auch die Russen das Fell des Löwen nicht verteilen können, che er erlegt ist. Inzwischen wird ja wohl das Studium der masurischen Karte und der von de» Rokitno-Sümpfen den Rüsten da? Lanbkartcnmachen ein wenig verleibet haben.
Worauf man in stiufrlanv gefasst ist.
Amsterdam, 24. Scpt. Ter Korcspondent des Daily Telegraph in Moskau erfährt: Moskau empfängt ungefähr 5000 Verwundete täglich und ist vorbereitet, im Lause des Krieges ungefähr eine Million (!) zu empfangen. Man ist daran gewöhnt, jeden Augenblick die Straßenbahn langsam vorbeisahrcn zu sehen. Ter erste Wage» ist meistens voller Leichtverwundeter, der zweite hat ungefähr 20 Betten mit Schwcrverwundetcn. Der Dichter Maxim Gorki ist bei dem Roten Kreuz tätig. Viele Schulen und Kirchen sind als Lazarette eingerichtet worden. — Der Korrespondent hat mit Rüsten, die in Ostpreußen verwundet wurden, gesprochen. Diese erzählen über ihre Eindrücke während des Krieges und sagten: Deutschland ist ein schönes Land. Das ist kein Vergleich mit unseren armen Dörfern.
Archangelsk als russische Pforte nach Europa.
Petersburg, 24 . Scpt. sCtr. Bl» ) Infolge der große» Bedeutung, die der Hase» von Archangelsk für die Schiffahrt Rußlands dadurch erhalten hat, daß die Ostseehäfen durch die deutsche Flotte vollständig gesperrt sind, ist beschlosten worden, den Hase» solange wie möglich eisfrei zu halten. Es sollen Eisbrecher den ganzen Winter über tätig sein, um eine offene Straße zu halten. Englische Handclsfchisse sollen eine ständige Route zwischen Archangelsk und den Häfen der englischen und schottischen Norb- küste aufrecht erhalten.
Strenge Vewachnng der Dardanellen.
Wien, 24 . Tept. Ans Konstantinopcl wird der Pol. Korrcsp. gemeldet, daß die Ueberwachung der Schiffahrt in den Dardanellen und im Bosporus verschärft worden ist. Alle Schisse werden vor den Meerengen militärisch durchsucht und die Ladung genau geprüft.
Serbien erkennt seine Lage.
WB. Wien, 24. Sept. Die Südslawische Korrespondenz meldet aus Risch vom 17. September: Ministerpräsident
Paschitsch berief die Führer aller parlamentarischen Parteien zu einer Konferenz. Er wies auf die Notwendigkeit hin, daß in diesem Moment eine aus allen Parteien gebildete Regierung an der Spitze des Landes stehe, und forderte die Parteichcss auf, die bisher vergeblich angestrengte Bildung eines großen Koalitionskabincttes zu ermöglichen. Die Konferenz verlief ergebnislos, da einzelne Parteiführer erklärten, erst mit ihren Parteiausschüssen beraten zu müssen. Tie Versuche Paschitschs, das Kabinett durch die Aufnahme von Par- lanientariern aller größeren Gruppen zu stärken, dürfte erfolglos bleiben, da auf keiner Seite Neigung besteht, dem Kabinett Paschitsch die Verantwortung für die jetzige Lage Serbiens abzunehmen. Namentlich die Fortschrittspartei sicht, daß ein vollständiges Dcbstclc der östcrreichseindlichen Politik der Dynastie und Paschitschs horcingcbrochcn ist. Diese Ansicht wird auch im Lager der Sozialdemokraten und von vielen Jungradikalcn geteilt.
Da in Risch die Cholera immer mehr um sich greift, verlassen sehr viele Menschen die Stadt. Es verlautet, daß der Hof und die Regierung die Uebersiedelnng nach llcsküb vor-
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 70
Und dennoch sagte er sich selbst, daß es das einzige Mittel sei, um Helgcstads Willen zu brechen; daß cs für die Liebenden nur dies eine Mittel gebe, uni zur Vereinigung zu gelangen. Mochten die Folgen sein, welche sie wollten, er war gewiß, daß er in Henriks Lage wohl eben so handeln könnte, nicht weniger aber schien es ihm, daß kein Entkommen mehr für Hanna sein würde, wenn Hclgestad sic erst am Lyngenfjord habe. Er fühlte das Elend, das ihrer wartete, fühlte sich auch gebunden durch seine Versprechungen, dennoch aber war er herzlich froh, daß seine Verbündete seinen tätigen Beistand ablchnte, wenn sie ihm auch eine andere, nicht minder einslußreickze Rolle übertrug.
So war er mit sich selbst übercingekommen, Hanna gewähren zu lassen, und dachte eben darüber nach, wie er am besten in der entscheidenden Zeit Helgestad beschäftigen könnte, als dieser ihm mit seinen Spöttereien den Weg zeigte.
„Afraja," sagte er aufblickend, „ist allerdings der Mann, dessen Beistand mir erwünscht wäre. Und da wir von ihm sprechen, Herr Helgeslad, beantworten Sie mir eine Frage: Was denken Sie mit Gula zu tun, wenn Ihr Haus leer wird?"
„Ruh!" erwiderte Hclgestad, ihm schlau zunickcnd, „denke, sie bleibt, wo sie ist, wenn sie es nicht vorzieht, nach deni Baisfjord auszuwandcrn."
Marstrand lachte. „Ich habe neulich einen Traum gehabt," sagte er, „der, wenn Afraja wirklich ein Zauberer ist, mir gewiß von ihm geschickt wurde."
„Mill s nicht abschwören." antwortete der Alte. „Ist mit Träumen eine sonderbare Sache; kommen oft als geheime Zeichen in des Menschen Seele und werden von einer Macht gesandt, welche niemand kennt. Erzählt den Traum. Herr Marstrand."
„Ich träumte," sagte dieser, „daß ich am Balsfjord Wohnte, wohl eingerichtet war und viele Arbeit hatte, ober
bereiten. Täglich treffen in Risch große Sendungen von in russischer Sprack)e erscheinenden Soldatenzeitungcn ein, welche ausschließlich Nachrichten über fortgesetzte russische, französische und englische Siege enthalten.
Keine Siegeövepefchen mehr.
IVB. Wie», 24. Scpt. Tic Südslawische Korrespondenz nielbet aus Sofia: Die Blätter stellen jcst, daß das serbische Preßbureau, das bisher von täglichen Siegesmeldungen übersprudclte, seit einigen Tagen leine SiegcSbulletins mehr ansgebe. Tie serbische Heeresverwaltung habe allen Grund, endlich mit den Märchen von serbischen Siegen anfzuhören. Wenn man hör«, wie es den serbischen Truppen aus dem Boden Oesterreich-Ungarns ergangen sei, und wie ungeheuer die Verluste der Serben in den srühcren Käinpfeil an der Dring geivcsen feie», dann müsse „ran sel>ai>der»ö «rkciinen, wie Rußland ein ganzes Volk seinen impcrialistjschcn Gefühlen hin- gcopsert hat.
Geflunkert.
IV. B. Wie«, 24. Scpt. Die ans Rom datierte Meldung der Daily News, daß die Serben und Montenegriner Serajcrvo, das von den Ocsterreichern nach einer vollständtgen Niederlage ausgegebeil wprden sei, besetzt haben, ist eine dreiste Erfindung, welche durch di« heutigen Meldungen des Gcneralstabs über das siegreiche Vordringen der österreichischen Truppen auf serbischem Gebiete aitd> die entschiedenste Widerlegung findet. Solch« und ähiiliche Meldungen beweisen, wie skrupellos «in Teil der feindlichen Prcffe es wagt, der Welt die schamlosesten Lüge» aufzuttschcn.
Die Stimmurifl in der Türkei.
WB. Wien, 24. Sept. Die Politische Korrespondenz schreibt aus Konstantinopel: Tie feindselige Stimmung, die seit dem Ausbruch des Krieges bei dem türkischen Volke gegen den Dreiverband herrscht und sich in der setzten Zeit noch verschärft hat, findet auch in den jüngst veröffentlichten Flugschriften gegen Rußland und Frankreich ihren Ausdruck. Die Kricgsnachrichtcn an den Mauern der Konsulate des Dreiverbandes erregen bei den Türken Unwillen. Zu geräusch. vollen Straßenkundgcbungen kommt cs jedoch nicht, da die Polizciorgane niit Ruhe die Bevölkerung in Schranken halten.
Das englische Moratorium.
London, 24. Sept. Das cngli'che Moratorium wird nach dem 4. Oktober nicht verlängert.
Tie Wirtschaftslage in London «nd Paris.
Christinnia, 21. Sept. Der Londoner Korrespondent des Morgcnbladet berichtet über die wenig erfreulichen wirtschaftlichen Verhältnisse in London und Paris. Man spüre cs auch in London sehr, daß kein Bankleben in Paris herrscht, da der größte Teil der französischen Bankbeamten bei den Fahnen ist. Das französische Moratorium sei gerade noch ini richtigen Augenblick gekommen, sonst hätte die Pariser Handelswelt einen Zusammenbruch erlebt. Pariser Schecks auf London werden nicht notiert. London macht die größten Anstrengungen, ein normales Valuta-Verhältnis mit New- Zork zu erlangen. Ncw-Aork wolle London kein Gold über- lassen. Der in New-Fork nntcrnonimene Versuch, daß Gold in Kanada für England deponiert werden solle, habe in Wellstreet keine Unterstützung gefunden.
Englische Luftschiffe über Düffeldorf.
Rottcrdnm, 25. Scpt. (t*Ir. Bln.) Ucbcr den Angriff auf die Lufijchisshallc in Düsseldorf ist das Verl. Tageblatt in der Lage, mitzutcitcn: Der Flieger, der am Dienstag abend ans die Düstel- dorfcr Lustschisfhallc Bomben warf, ist auch nach einer Meldung aus London ein englischer Flicgcr gewesen. Die englische Admiralität hat darüber folgendes bekannt gegeben: Ein englisches
Lustschissgcschwader griff nm Dicnstng die Lustschiffhalle in Düsscl- darf an. Nebel verhinderte die Operationen. Leutnant Eollet warf drei Bomben aus die Satte, der angcrichtcte Schaden ist nicht bekannt. Das Flugzeug Eollet wurde getroffen. Alle Flugzeuge kehrten unversehrt »ach ihrrm Ausgangspunkt zurück.
Ein Steckbrief gegen Werter^.
W. B. Eotmar, 24. Scpt. Das Kriegsgericht erläßt heute einen Steckbrief gegen den katholischen Priester und Redakteur Emil Wetterte aus Eolniar, welcher flüchtig ist. Gegen Wetterte wurde ,die Untersuchungshast wegen Krivgsvcrrats verhängt. Es wird ersucht, ihn zu verhaften und ihn in das Bezirksgesängnis Colmar oder an die nächste Militärbehörde zu weiterem Transport auszuliefern. Gleichzeitig ist das gesamte Vermögen, welches der Genannte besitzt oder welches ihm später zusällt, mit Beschlag belegt worden.
auch voller Sorgen saß. Es hatte sich gefunden, daß die kleinen Täler umher alle fruchtbar waren. Mancherlei Kolonisten konnten darin angesiedclt werden. Doch, was Haupt- sächlich meine Aufgabe blieb, den Wald an der Balself nutzbar zu machen, das wollte nimmer gelingen. Es ergab sich, daß die Bäume aus der Wildnis nicht fortgcschafft werden konnten. Der Strom mit seinen vielen tiefen Fällen ließ sie nicht schwiinmcn, nirgends wollte eine Sägemühle passen, und nach einer Reihe nutzloser Versuche, die viel Geld kosteten, sah ich alle Mühen scheitern."
„Kaunas denken, kann's denken!" rief Helegstad, spöftsch auflachend, indeisi er sein Glas leert.
„Ich befand mich in einer üblen Lage," fuhr Marstrand fort, „und sonderbarerweise kam es mir vor, als streckten sich von allen Seiten Hände nach mir aus, und als hörte ich Stinimen, die mich hart schalten und einen Toren nannten. Alle hatten mich verlassen, da sah ich, wie in einer dunklen Nacht, in der ich kein Licht erkennen konnte, es plötzlich hell um mich wurde, und ich erkannte Afraja, der an meinem Bette stand, und dessen kleine rote Augen wie Feuer funkelten."
„Kenne sie," sagte der Kaufmann, „kenn die Diebsaugen des grauen Luchses."
„Er grinste mich an und tanzte um mich her mit Wunder- lichcn Sprüngen. Bist ein Weiser Mann von dem großen weisen Volke, das sich klüger dünkt wie wir, rief er mit seiner heiseren Stimme, will dir aber zeigen, Väterchen, will dir zeigen, wie du es machen mußt, um deine Bäume zu schleifen und deine Sägemühle zu bauen. Und er führte mich zu einer Stelle, schwang seinen langen Stab, und plötzlich stand eine Mühle mit doppeltem Rade über dem Wasser. Tann winkte er in den jähen Felscngrund hinab, und ich sah einen selt- sainen Bau von Balken, ans festen Stützen stehend, der von einem Quell schlüpfrig naß gehalten wurde, und auf dieser Rinne schossen die Bäume blitzschnell von der Felsenwand hinunter, daß man sie ohne große Mühe auf das Sägewerk bringen konnte."
Die französische Regierung ist nach London gereift.
T-JJ. Mailand, 25. Sept. Alle in Bordeaux erscheinen- de» Blätcr bringen die übereinstimmende Meldung, daß Präsident Poincars, Ministerpräsident Viviani »nd der aus Paris zurückgekchrte Briand sich am 20. September nach London begeben haben, um init der dortigen Regierung persönliche Rücksprache zu nehmen.
Keine Intervention Italiens.
51 II. Rom, 25. Sept. (Nichtamtlich.) Ein Mailänder Blatt brachte die Nachricht, daß zwischen der italienischen und der französischen Regierung auf Anregung der englischen Regierung Verhandlungen zum Zwecke der Intervention in dem gegenwärtigen europäischen Kriege stattsändcii. Diese Nachricht ist, wie Agrnzia Stcsani mitteilt, durchaus unbegründet.
Tie militärische Lage in französischer Beleuchtung.
Genf, 25. Sept. (Ctr. Bln.) In einer Betrachtung der militärischen Lage, die recht zuversichtlich klingt, heißt es u. a.: Seit einigen Tagen konzentrieren die Deutschen thre Tätigkeit auf die Höhen, die im Osten das Plateau dev Argouncn begrenzen und die Maas beherrschen. Wenn es dem Feind gelingt, unsere Linie zu durchbrechen, würde ey die Armee von Nancy von ihrein Gros abschneiden und könnte dann mit dieser getrennten Gruppe manövrieren. Liegt aber die Möglichkeit auf einen Erfolg vor? Ist nicht gerade der gewählte Angriffspunkt der stärkste unserer Linie? Der Kraftaufwand der Deutschen ist allerdings nicht zu unter- schätzen. Sie haben in der Gegend von Verdun ihre 420 Millimeter-Mörser aufgestellt, deren gewaltige Verheerungs- rrast sich vor Lüttich, Namur und Maubeuge bewährt hat.
Der Bürgermeister von Brüsirl.
Köln, 25. Sept. Der Bürgermeister von Brüsiel ist, wie erst jetzt bekannt wird, von den deutschen Behörden wegen herausfordernden Verhaltens verhaftet, aber nachdem er sich entschuldigt, wieder freigelassen worden.
Tanzgesellschast in Bordeaux.
Gens, ^5. Sept. Ter französische Deputierte Emanucl Brousse veröffentlicht in dem dortigen Hauptblatt einen, die nichts weniger als ernste Lebcnssiihrung der tonangebende» Staatsmänner in Bordeaux scharf charakterisierenden Artikel. Jene Zeitung ist beschlagnahmt und ihr Erscheinen für 14 Tage untersagt worden. Tie Pariser monarchistische Action Francaise konnte sich aber eine Nummer verschasfcn und veröffentlichte darauf eine Stelle daraus. Herr Emanucl Brousse erzählt, wie es in der Nacht und in dein Morgenstunden in dem Restaurant „Zum seiften Kapaun" zugcht, wo man genau, wie zur Glanzzeit des Pariser Maxims, ans den Tischen die vcrwogcnste» Tanzkunststücke aufsührt, während unten auf der Straße das Dienstauto wartet, das frisch aus Nizza cin- getrosfcne Marschall Nil-Rosen schmücken. Namen nennt der Verfasser nicht, oder doch? Er durchsicht eben die Zahl der Toten und Verwundeten, deren Liste auf dem Tisch vor ihm liegt, während das Schreien und Johlen der Tanzgesellschast zu seinen Fensteri» hercindringt.
Clcmenceaii gegen die Regierung.
Kopenhagen, 25. Sepl. Clemenceau greift die Regierung neuerdings wieder heftig an. Er erklärt, die Regierung sei schuld an der allgemeinen Verwirrung der Stadtverwaltrung. Alle Verbindungen seien unregelmäßig und deis Handel völlig ins Stocken geraten. Die Abwesenheit der Regierung von Paris habe veranlaßt, daß sie ohne jede Autorität sei. «Auch gegen die ungenügende Pflege der verwund deten Soldaten führt Clemenceau einen hefstgen Kampf.
Landung französischer Artillerie in Aiitivar!.
Gens, 25. Sept. Nach Meldungen aus Bordeaux gab der Marine- minister bekannt, daß die französische Flotte in Antivari schwere Artillerie gelandet habe.
Eine italienische Ncutralitätsmaßnahme.
Berlin, 25. Sept. Tie italienische Regierung hat die strengsten Anordnungen getroffen, daß jene Gruppe von Anhängern der republikanischen Partei, die kürzlich kriegsbegei- stcrt alis Jmola, Faenca unb der Umgegend von Bologna ob- rcisten, bei der Grenze arretiert werden.
„Ein Schrei von deutschen Sozialisten".
Uuicr diesem Titel druckt nach dem Londoner Standard die New» york-Timcs vom 2. September eine angeblich von der Berliner Zweigniederlassung der internationalen Gruppe von Sozialisten er«
Hclgestad hing mit seinen Augen am Munde des Erzählers. „Ist ein mächtig sonderlicher Traum," murmelte er, „aber wüst und schwer, ich kann das Hexenwesen nicht begreifen." *
„Ich will es Ihnen klar machen." sagte Marstrand, „denn mir schweben alle Einrichtungen, die ich sah, so deutlich vor, daß ich sie aufzcichncn kann."
„Bin begierig," rief Hclgestad, den Tischkasten aufziehend und Schreibzeug samt Papier suchend. „Laßt sehen, waä der Hexenmeister aufbaute."
Mit ihm zugleich stand Hanna auf. Leise nickte sie Marstrand zu, und wie Helgestad den Kopf vom Suchen auf- rrchtete, war sie hinaus.
„Malt es hierher," sagte der Kaufniann, und Marstrand nahm die Feder und zeichnete das Felsental, die Balself und den Strom in der Schlucht; dann von der schroffen Felswand hinunter einen künstlichen Bau, der nichts anderes war als eine Holzrutschc, wie sie jetzt vielfach in Bcrgländern ange- wcndct werden, um Baumstämme von hohen Gipfeln herunter zu schaffen. — „Seht hier," sprach er erklärend, „hier werden die Bäume gefällt, von ihren Aesten befreit und dann auf diese glatte schiefe Ebene geschafft, in welche Wasser geleitet ist, damit das Holzwcrk sich nicht erhitzt. In kalter Zeit mag es frieren, auf dem Eise werden die Bäume noch besser rutschen und wohlbehalten an diesem Punkte ankommen, wo die Sägemühle erbaut werden ninß. Es ist offenbar die beste Stelle, denn sie liegt vor den Fällen der Elf, die von hier aus bis an den Fjord nur wenige Schwierigkeiten bietet."
Helgestad hatte sich weit über den Tisch gelegt und be- trachtete die Zeichnung mit gieriger Aufmerksamkeit. „Ist richtig," sprach er, darauf hinstarrcnd, „kalkuliere, muß ge- lingen. War ein weiser Traum, Herr Marstrand, mag er gekommen sein, woher er will." — Er richtete sich auf und sah seinen Genossen lauernd an. „Seid ein kluger Mann!" ries er aus, „muß Euch loben; seid ein treuer wahrer Freund, der mir nichts verschweigt. Denke, ja. Jst's nicht so?"
(Fortsetzung folgt.)


