Ausgabe 
23.9.1914
 
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Oraanisierte Sozialdemokraten im deutschen Kriegsstecr.

Im dlgitationsbezirk Halle c. 2. hat eine statistische Aufnahme {*3 Bezirkssekretäriats zur Ermittelung der partcigeniifsischen Kriegsteilnehmer folgendes Ergebnis gehabt: Die Geiamtmitglieder-

der 8 Wahlkreise betrug vor dem Kriege 26174, davon ivarcn 21769 Männer, Bis zum 15, September waren zmu Heeresdienst «sugezogen 7450, das sind 35 Prozent. Da noch immer Landsturm- pflichtige zu Tausenden cinberuscn werde», wird sich die Zahl der Organisierten im Heere noch steigern, Bon den Funktionären sind 17 KreiSoorstandsmitglieder und 106 Bezirks- bezw, OrtSleiicr cln- bcnrfon. Einzelne Orte haben den ganzen Vorstand bis auf den letzten Mann neu wählen milsic».

staatliche Kriens-Arbeitslosenfiirsorge in Sachsen.

Dresden, 21. Sept, Der Start hat die Aussührung umfang­reicher NotstanüSarbciten vorbereitet. So sollen Bahnbauteu, Hoch­bauten, Strahenpflasterungen, Wastcrlmuteu, Landstraßen, Kanali­sationen usw. ausgeführk werden. Die Arbeiten erfordern viele Millionen. Bedürftigen Gemeinden gewährte der Staat kürzlich einen Kredit von 30 Millionen Mark zu Notstandsarbcitcn und zur Kriegshilfe.

Deutsch-österreichischer Ausruf au die Paulen"-.

Die deutsche und die österreichisch-ungarische Heeres­leitung läßt in N u s s i s ch ° P o l e n einen Aufruf verbreiten, der in hebräischer Sprache und imjidischen" Deutsch, der Unigangssprachc der östlichen Inden, abgefaßt ist. Das inter­essante Dokument, das trotz des auf uns etwas komisch wir­kenden Dialekts sicherlich sehr wirksam sein wird, lautet:

Zu die Jide» in Paulen.

Die heldische Armees v»n die grauße mitteleiropüische Negie­rungen Deitschland »n Estcrrcich-Ungarn, seinen arcin in Paulen.

Der mechtiger Marsch vun unser» Armees hat gezwungen die despotische russische Negierung zu antlaufcn.

Unsere Föhnen brengcn eich Recht »n Freiheit: gleiche Bürgerrechte, Freiheit vorn Glauben, Freiheit zu arbeiten ungestert in alle Zweigen vun ekonomischen un kulturellcu Leben in eicr Geist!

Zu lang hot ihr sich geplagt unter dem eisernen mosko- witischen Joch.

Wi Freind kummen mir zu eich, die barbarische fremde Regie­rung is aus!

Die gleiche Recht vor Jiden soll weren gebaut auf feste Fun­damenten.

Loht eich nischt, wie a tzach mol frilcr, obnarren durch chan»- fedige Versprechungen!

Zu hot nischt auch in 1905 der Zar gesagt die gleiche Recht von Jiden, un zu hat er nischt daraus gegeben den hcchsten Manifest?

Wie hat man eich obgezohlt dem dösigen Ehanw, was man Hot auf sich genummen vor der ganzen Welt?

Gedenkt das Araustrciben, was man treibt tvgtcglich die sidische Masse» vun feiere eingesesienc Mekaumaus!

G c d e n kt K i s ch i n e w, v o m e l, B i a l y st e k, S i e d l c tz un viel Hunderter andere blutige Pogromes!

Gedenkt dem Betlis-Prozeß un die Arbeit vun die barbarische Regierung, zu verbreiten dem schrecklichen Ligen von Blutgebrauch bei die Jiden!

Asau Hot der Zar gehalten sein monarchisch Wort, woS er hat gegeben, elendig ln die Klemm!

Er is jetzt wieder in die Klemm! Dt, doS !s die Siboh vun seiner Versprechungen.

Eier heiliger Ehauw ist ajcvt, zusammen zu nehmen alle Krcftcn, mitznarbciten bei die Besreiuneg.

Alle Volkskreften: eier junger Daur, eiere Kehillaus, eiere Chewraus muffen sich schtellen wie ein Mann, mitzuhclsen zu die heilige Sach.

Mir erwarten, as ihr wet beweisen durch. Fakten eier Ver- schtand un eicr Uebcrgcgebenheit.

Wendet sich mit dem grehten Bitochan zu die Kommandanten vun unsere Militär in die Ocrtcr, woS seinen nohent zu eich.

Alle Sorten Lieferungen wellen bald un gut bezahlt. Bahnt dem Weg, zu bezwingen in ganzen dem Ssaune un zu breiigen dem Nizochaun vun Freiheit un Gerechtigkeit!

Die obere Leitwng vun die verbindet

dcitsche un e st erreichisch -ungarische Armees. »

Unter dem Vorsitz von Dr. Franz Oppenheimer hat sich in Berlin ein Komitee gebildet, das eine im Jargon und in hebräischer Sprache verfaßte Sanimelschrift unter dem Titel Kol mcwasser (Herold) in den von unseren Trup­pen besetzten Gebieten Rußlands unter der jüdischen Be­völkerung verbreitet. Die erste Nummer enthält unter an­derem eine historisch-kritische Beleuchtung des verlogenen Manifestes, das der Zar an seinelieben Inden" gerichtet hat. eine erschütternde Liste von Gewalttaten und Wortbruch Mord und Verbannung, Hohn und Verachtung, die in der Mahnung des alten Testamentes ausklingt:Gedenke, was dir Amalek angetan hat!"

Tic Ricscnschlacht in Frankreich.

Rom, 22, Sept. Wie die Tribun« ans Rom meldet, durfte die Schlacht noch einige Tage dauern. Die Verluste ans beiden Seiten seien bisher sehr groß gewesen. Die Teut- scheu Hütten auf den Höhen Schanzgräbcn angelegt und diese durch Baumstämme, Maucrwerk und Drahtgeflechte stark be­festigen können. Außerdem hätten die Deutschen ihre Bat­terien dank ihrer Geschicklichkeit und der Gunst des Weich- bodcns so zu verstecken vermocht, daß sic selbst in Abständen von zwei Kilometern nicht wahrnehmbar seien. Tic Fran­zosen und Engländer hätten häufig Frontangrisfc machen müssen, die für sie verhängnisvoll gewesen seien.

Rollerdam, 22. Scpi. Eine Depesche aus Soifsvns an den Daily Expreß meldet, daß die Verluste der Jnsantcric sehr ernst sein mußten infolge de« mörderischen Artillerie- und Jnfanterie- fcuers der Deutschen. Das Schlachtfeld soll nach dem Rückzug der sranzösischcn Jnsantcric überall mit Leichen bedeckt gewesen sein.

Rotterdam, 22. Sept. Wie die Daily Mail meldet, folgen den französischen Truppen alte Bauern, um abends die Truppen zu be­graben. Der Korrespondent schildert die furchtbare Verheerung der Ehampagne, die der Mittelpunkt der Operationen sei. Die Rebstgiix seien um den Armeen den Durchgang zu bahnen.

Millionen von Weinranken und Trauben liegen vernichtet ans dem Boden.

Die Beschießung der Kathedrale von Reims.

Berlin, 22. Sept. Daß die Kathedrale von Reims in das Granatfeuer kam, gicbt dem Berliner Lokalanzcigcr An- latz sestzustellen, daß die französischen Geschütze vor der Kathedrale Aufstellung genommen hatten und ihrerseits zu ^sonnen haben. Daß sie dadurch das deutsche .lüiDttiefaiet auf sich und das ihnen als Deckung dienende Gotteshaus lenken mußten, verstand sich von selbst.

.A.'ju 22 Sepr Die durch die Kathedrale in Reims gedeckten >raiizowa>en Hauptbaltcrien sollten Pariser Meldungen zufolge für iji 5." öS*mciibcn Moment ausgeipart werden. Das ungestüme deutsche Vorgehen veranlaßt« sic jedoch, zu feuern. Dadurch wurde

das Bombardement allgemein. Die Fassade der Kathedrale hat etwas gelitten, aber ihre Wiederherstellung ist durchführbar. Das Stadthaus ist teilweise zerstört.

Rotterdam, 22. Sept. Ter Berichterstatter des Nieuwe Roitcr- damschc Eourant war gestern nachmittaa 2 Uhr in Reims und be­suchte die Kathedrale. Das Gel>äude hat schiver gelitten, ist aber als architckiouisches Ganze noch intakt. Der Granatcnrcgeu dauert au. Der Berichterstatter der Evening News war dieser Tage in Reims. Er berichtet: Um 4% Uhr sing das Gerüst an der Ost- slitc der Kathedrale Feuer und brannte; Hoszstücke sielen auf das Dach.

Ter Zweck der Hebung.

Berlin, 22. Sept. Dem Berl. Tageblatt wird aus Roni ein neues Einsehen der antideutschen Preßhehe signalisiert, auf das Pariser Losungswort hin, daß die Deutschen znm Vergnügen die Kathedrale in Reims in Brand schössen. Die französische Regierung versendet bereits einen entrüsteten Protest gegen den Vandalismus der deutschen Raserei, und die Prcßhetzc habe cs schon dnrchgcsetzt, daß die römische Kunstakademie bei der Internationalen Künstlcrvcreinigung protestiert habe.

Haag, 22. Sept. Das Rentcrschc Bnrcan meldet, daß die französische Regierung beschlossen habe, sofort ans diplo- malischem Wege zu protestieren und die Entrüstung zu äußern wegen der Beschießung der Kathedrale von Reims. Der französische Gesandte im Haag übermittelte der nieder­ländischen Regierung einen Protest Tclcassbs gegen die ab­sichtliche Zerstörung der Kathedrale von Reims durch die Deutschen.

Der Kampf um Kiautschau.

Rotterdam, 22. Sept. Wie aus Peking gemeldet wird, nähern sich die Japaner langsam den Befestigungen von Tsingtau. Eine weitere Depesche aus Tokio besagt, daß japanische Truppen ani Freitag mit Unterstützung der Flotte in der Bucht von Laoschon, nördlich von Kiautschau, gelandet sind.

Zum Schutze der rumänischen Neutralität.

W. ]}. Turin, 22. Sept. Der Stampa lvird aus Bukarest gemeldet: Die Regierung wird über mehrere Städte den Be­lagerungszustand verhängen, um Kundgebungen gegen die Neutralität und zugunsten des englisch-französisch-russischen Dreiverbandes zu verhüten.

Ein rumänisches RegierungSdementi.

Rom, 22. Sept. Die rumänische Gesandschast in Rvm hat de» hiesigen Blättern eine Erklärung gesandt, des Inhalts, daß sie er­mächtigt sei, die Preßmclduiigen von einer rumänischen KabinettS- krisis energisch zu dementieren. Unter den Mitgliedern des Kabi­netts herrsche vollkommene Uebereinstimmuiig und die Politik dcr Rcgierung sei nur die vom Krourat festgclegte, an dem alle maß­gebenden Parteien tcilgenommen haben.

Wie die englische Regierung Truppen wirbt.

Rotterdain, 22. Sept. Wie das Rotterdamsche Tageblatt aus London meldet, hat die britische Regierung eine Ver­fügung erlassen, durch die allen Behörden Großbritanniens verboten wird, Maßnahmen zur Linderung der Arbeitsnot z» treffen, so lange die Werbung der englischen Behörden bei den Arbeitslosen nndanert.

Der Schrecken der Franzose».

München, 22. Sept. Im Kaserucnhof eines bäuerischen Lanb- städtchcns schauten die dort gefangenen Franzosen beim Abschied des bayerischen Landsturmbataillons aus den Fenstern heraus. Als deren Major seine Ansprache mit einem dreifachen Hurra schloß, waren bereits beim ersten Hurra im Nu alle Fenster leer und die Franzosen verschwunden. So schrecklich war ihnen das Hurra der Bayern vorgekommen.

Eine sozialdemokratische Versammiung verboie».

Stuttgart, 22. Sept. Das Stuttgarter Generalkommando ver­bot eine geplante sozialdemokratische Versammlung, in der der Abgeordnete Dr. Liebknecht über das Themagegen die Agitations­hetze" sprechen wollte.

Zcitwciscs Verbot des Vorwärts.

Berlin, 22. Sept. Der Vorwärts versendet an seine Abon­nenten folgende Mitteilung: Das Erscheinen des Vorwärts ist

durch Versüguiig des Oberkommandos in den Marken vom 21. Sep­tember 1914 auf drei Tage verboten worden.

Eine Gattcnmördcrin.

Lenttirch, 22. Sept. In Wolferzhosen , hat die Ehefrau Vcronica Ticpolder, die seit einiger Zeit mit einem 02jährige» Manne ein Liebesverhältnis unterhielt, ihren 42jährigen Ehe­mann durch Ratcngist beiseite geschafft. Die Frau gestand, schon früher Vcrgiftungsversuchc gegen den Ehemann begangen zu habe».

Sn. Reinheit», 22. Sept. In den Flammen umgekoin- m c i>. Heute nacht brannte das Anwesen des Landwirts Friedrich Becker, der als Krieger im Felde steht, nieder. Seine Frau ist in den Flammen umgckommcn. Die bedauernswerte Frau soll In ständiger Sorge um ihren Mann gelebt haben, sodaß dir Ver­mutung besteht, die Frau habe in einem Trübsinnsansall das Feuer, in dem sic nmgekomme» ist, angelegt.

Hessen rind Nachbargebiete.

Gießen und Umgebung.

Mehl- und Brvtpreise. In den Zcitnngcn wurde die­ser Tage berichtet, daß das Ministcriuni Höchstpreise für Ge­treide und Mehl festsetzen werde. Eine solche Maßregel wäre gewiß zu begrüßen, sie wiirdc auch jetzt noch eine für die Kon- sn'.ucnten günstige Wirkung ausüben, allein sic kommt viel z u s p ä t. Sofort bei Beginn des Krieges, anfangs August, mußten die Höchstpreise für Mehl und auch für Getreide lestgcsetzt werden, damit würde der von Großmühlen und Lieferanten betriebene Wucher verhindert worden sein. Denn die unerhörte Steigerung anfangs August war in keiner Beziehung gerechtfertigt, die damals von den Groß- wühlen verkauften Mengen waren zu niedrigen Preisen ein- gckaust und die Verkäufer, eben diese Mühlen und Groß­lieferanten, haben daran Wuchcrgewinne gemacht. Es ist scibstverständlich, daß eine Erhöhung des Brotpreiscs die Folge sein mußte, sobald die alten Vorräte verbraucht Waren, was bei vielen Bäckern schon nach wenigen Tagen der Fall ist. Gegenwärtig steht der Preis des Roggen- m e h les , das für Brot in erster Linie in Frage kommt, reichlich nni e i n D r i t t e l h ö h e r als im Mai dieses Jahres. Im Oktober vorigen Jahres kostete der Sack Roggenmehl 0 (1 Doppelzentner) 22,60 Mk., im Mai dieses Jahres 23, Mk., jetzt aber 3 3 Mark! Ebenso ist der Preis des Weizenmehles in die Höhe getrieben. Am 22. April dieses Jahres wurde der Sack Weizenmehl 0 für 30,33 Mk. verkauft, der gegenwärtig 4 0 Mark kostet. Da­

bei noch steigende Tendenz! Es wäre also auch jetzt noch sehr angebracht, Höchstpreise fcstzlisctzen. Daß dies nicht schon längst geschah, darüber muß man sich wundern. Das Brot kostet der 4-Pfnnd-Laib 00, 64 und 68 Pfg., das sind je 10 Pf. mehr als im Juli.

Tic Familicnuiiterstützungcn der Gewerkschaften. Auf einer Konferenz von Vertretern der gewerkschaftlichen Zentral, verbände, die ani 13. d. M. tagte, kain allseitig znni Ausdruck, daß die Arbeitslosenunterstützung die weitaus meisten Mittel der Organisationen in Anspruch nimmt und daß mithin diesem Nnterstiitzungszweig die größte Fürsorge zngewcndet werden muß. Dagegen werde heute namentlich von den größeren Gemeinden für die Familien der Kriegsteilnehmer in weit­gehendem Maße gesorgt, sodaß hierin eine Entlastung der Gewerkschaften möglich sei. Die Konferenz gelangt noch gründlicher Würdigung aller Umstände zur Annahme der: folgenden Leitsätze:

Die Konscreiiz der Vertreter der Verbandsvorständc er- klärt, daßEche die Unterstützung an die Familien der Kriegsteil­nehmer durch das Reich und die Gemeinde ausgezahlt worden ist, eine vorläufige Hilfeleistung der Gewerkschaften in einzelnen Fällen angebracht war.

Nachdem vom Reich »nd zahlreichen Gemeinden die Unter- stützung dnrchgesührt ist »nd sich ergeben hat, daß die Familien der Kriegsteilnehmer bei dieser llnterstützung zum Teil bester oder mindestens so gut gestellt sind als die Arbeitslosen und ihre Familien, hält die Konferenz es fsir dringend geboten, die Unter­stützung der Familien der Kriegsteilnehmer dem Reich und den Gemeinde» zu überlasten und die Mittel der Gewerkschaften zur Untcrstllhung der Arbeitslosen zu verwenden. Unterstützung an die Familien der Kriegsteilnehmer svll nur in besondercii Not­fällen ans freiwilligen Beiträgen der Mitglieder gewährt werden.

Die Konferenz erwartet, daß alle Verbände dieser Aufsorde- rung Folge leisten, damit die Einheitlichkeit der gewerkschaft­lichen Organisation gewahrt wird."

Im weiteren Verlauf verständigte sich die Konferenz über die Maßnahmen zur Hilfeleistung für einzelne durch den Krieg besonders schwer in Mitleidenschaft gezogene Organi­sationen.

Ans dem hessischen Genossciischastswese». Die in der

Hessenkasse vereinigten landwirtschaftlichen hessischen Ge­nossenschaften haben nach einem Bericht der Fr. Ztg. während der aufgeregten Zeit vor und nach der Mobilmachung gezeigt, daß sie die Krisis im hessischen Genossenschaftswesen gut iiber- standcn haben. Namentlich konnte auch ihre neue Zentrale alle Anforderungen leicht erfüllen; heute sind bereits alle Ab­hebungen wieder an dieses Institut zurückgeflossen, sodaß cs in der Lage lvar, bei der neuen Kriegsanleihe 500 000 Mark ans eigenen Mitteln und ungefähr denselben Betrag ans den Kreisen der ihm angeschlosscncn Genossenschaften zu zeichnen.

Paket-Versendung an die Äriegsteilnchmer. Vom Ersah-Bataillon des Jnf.-Regiinents 116 wird uns geschrie­ben: Pakete an Angehörige des Feldheeres werden durch Vermittelung der Ersatz-Truppenteile ins Feld nachgcsandt. Das Ersatz-Bataillon für das aktive Regiment Nr. 116 nimmt täglich von 811 Uhr vormittags und von 36 Uhr nachmittags solche Pakete, mit genauer Adresse versehen, auf der Wache der neuen Kaserne an. Di« von außerhalb ins Feld bestimmten Pakete an Angehörige des aktiven R e g i - ni e n t s können durch Vermittelung der Post hierher gesandt werden. Die Adresse für eine der 6. Kompanie Jnf.-Rcgts. Nr. 116 angehörende Person würde also wie folgt zn lauten haben:

An das Ersatzbataillon Jnfanterie-Regiments Nr. 116 in Gießen

zur Weiterbeförderung an: 18. Armeekorps, 23. Infan­

terie-Division, 49. Jnfanteric-Brigade, Jnfantcrie-Regi- mcnts Nr. 116, 2. Bataillon, 6. Kompanie, Gefreiter der

Reserve X.

Es wird darauf hingcwiesen, daß das Ersatz-Bataillon des Rescrvc-Jnfantcrie-Regiments Nrs 116 sich in Jugen- heim (Rheinhessen) befindet und das Ersatz-Bataillon des Landwehr-Jnfanterie-Rcgimcnts Nr. 116 in Sprendlingen

Rheinhessen).

Tote des Giesicner Regiments. Als gefallen werden

noch folgende Angehörige des Jnf.-Reg. 116 bekannt: Am

20. September Gefreiter Wilhelm Schütz ans Oberndorf (Res.-Reg.) Am 8. Se'ptcmber Musketier Heinrich B a m - bey ans Strebendorf, Kr. Alsfeld. Reservist Heinrich Fett, Buchbinder aus Großen-Linden. Am 22. August Musketier Paul Zeidler, Dekorateur, aus Wicseck.

Gefallene ans Obcrhesscn und Rachbargebieten: Kanonier Wilh. Wißner ans Deckenbach, Kreis Alsfeld, Zcldart.-Reg. Nr. 23, 5. Batt. (Darmstadt). Kanonier Joh. Konr. Schnchardt aus Wallersdorf, Kr. Alsfeld. Leichte Mnnitionskolonne, Feld-Art.-Reg. Nr. 25, Darmstadt. Kanonier Otto Betz, Feld-Art. Rgts. Nr. 25 aus Kefenrod. Musketier Peter E l a n d y , Jnf.-Reg. 88 ans Nauborn, bei Wetzlar.

Zu dem Fonds für Liebesgaben find bei dem Oberbürgermeister weiter cingegangen von: Krsisamtinonn.Hemmerbe. 2. Rate 100. M. Sladtbaumeistcr Gerb-ol 25. .k. Lehrer Braun Wive 7.50 .k, Wil­helm Spruch Witwe 7.50 .k, Frau Dr. Brück, Witwe 10. .k, Lehrer Kar! Schmidt 20. .H.. Kaufmann F. 50. M, Inhalt einer Tcnniskaste, überwiesen von Fri. H. Weigand 45. JI, Frl. Iren« Günther 100. .k, Sairikätsrat Dr. Kocß 50. .^ Stadtverord­neter Krumm, September rate 100. M, Fa Wallenfels & Sauer 900. M, Privat. Friedrich Kühnhold 20. M, Geh. Justizrat Hell- mig, Wwe 50. M. Pfarrer Bechtolsheimer und Frau IW. Ji, Möbetfabrikant Franz Brück 50. .k, Kaufmann Hermann .Heß IM. Ji, Kaufmann Sicgmuud Schmidt IM. .k, OberstaatZan-

walt Hof manu 1. Rats 40. .k, Real lehre r Gustav Wagner 12.-- k,

Lihrer Loh 40 Ji, Architekt Hamann 18. .k, Direktor «ahlhöfer 9 .k, Frau Emilie Roiuge 3. .k, A. B. 5. .k, Ertrag eines Lichtbilder abends in der Restauration Fehl in der Lichcrstrafte 11.70 Ji. Zahnarzt Dr. Albert Hoddcs IM. M, zusammen 1473.70 Mark. Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird imi weitere Zn- ivendungen gebeten.

Postsendungen, an Kriegsteilnehmer. Es fei noch daraus aufmerksam gemacht, daß Regiment, Bataillon und Kompagnie (oder Batterie, ESkadronj des Adressaten auf das genaueste anzugeben ist: Armeekorps. Division »nd Brigade kön-nen fehlen, wenn der Ab- scndcr sie nicht ermitteln kann.

Mittagsschluß für Metzgerlädcn. Die Metzger-Innung in Darmstadt erließ eine Bekanntmachung, in der es heißt: Der

Kriegszustand und die durch ihn bedingten Geschäfts- und Betriebs- verhältniste haben auch auf unser Gewerbe äußerst erschwerend ein- gewirkt, sodaß der Meister mit seinen Angehörigen und HilsS- kiäften gezwungen ist, während lang ausgcdchiitcr Arbeitszeit, von früh morgens bis spät abends tätig zu sein, wenn den Anforde-