Waffen aufeinander losjchlagc». Auch nicht, wenn zwei bis dreijährige Kinder mit einem, wenn auch blechernen Säbel hrrumlaufev.
— Tote des tziiesicner Negiments. Am 8. September siird vom Landwehr-Bataillon des 116. Regiments gefallen: Unteroffizier Ltto K u h s e, Vollzichungscamter in Wetzlar. — Landwehrmann Karl Häuser aus Niederweisel. — Feldwebel-Leutnant Heinrich Bernhardt aus Gießen. — Dizefcldwebel Eugen Fifchbach, Kaufmann in Gießen. — In der gestern angekommenen Verlustliste Nr. 26 ist des 116. Regiment noch nicht erwähnt.
— Mict- und Hypotheken,unsrn. Am 1. Oktober d. I. sind die Riet- und Hypothckcnzinsei, für das dritte oder vierte Kalender Vierteljahr zu entrichten. Biele Mieter werden hierzu nicht in der Lage sein. Man denke nicht nur an den kleinen Mann, sondern auch an Inhaber von Geschäftsräumen oder Wirtschaften, deren Betriebe am 1. Oktober seit zwei Monaten vielleicht vollständig stillstchc». Beim Ausbleiben der Mietzahlungcn wird aber in den meisten Fällen auch der Hanseigeniiimcr zur Zahlung seiner Hypotheken zinsen anstcrstande sein. Die Bcrordnung des Bundcsrais von, 7. August 1!>l4 gestattet nun den> Richter, Zahlungssristen bis zu drei Monaten zu bewilligen, vorausgesetzt, datz cs sich um eine vor dem 31. Juli entstandene Geldforderung handelt. In Laien- und auch in Iuristcnkrciscn herrscht vielfach die Ausfassnng, das, die Forderungen, die die am t. Lttubcr zu entrichtenden Miet- und Hypvthckenzinsen zun, Gegenstand haben, nach den, 31. Juli ent standen seien, soweit sic das Entgelt für den Monat Anglist und die folgenden Monake darstelltcn. Diese Ansicht ist unvereinbar mit dem Wortlaut und dem Sinn der genannten Berordnung. Das Entstehen einer Forderung ist zu unterscheiden von deren Fälligkeit. ErstercS tritt bei einer durch Rechtsgeschäfte begründeten Forderung durch den Vertrags schiltst, letztere durch Zeit ablaus ein. Tie Fälligkeit ist Boranssetzuug der Klagbarkeit, ge hört aber nicht zun, Begriff deS Entstehens. Mithin sind die HypothekcnzinS- und die MietzinSsorderungen, letztere sind übrigens leine Zinsforderungen im technischen Sinne, bereits zur Zeit der Hypothekenbestellung nnd des Mietvertrages entstanden. Diese Auffassung steht im Einklang mit den, Sprachgebrauch des Bürgerlichen Gesetzbuchs, das j» 8 515 bestimmt, dast schon durch den Mietvertrag der Vermieter zur Gebrauchsiiberlassung und der Mieter zur Zinszahlung verpflichtet ivird: ferner spricht 8 1158 nicht von der Entstehung, sondern von der Fälligkeit der Hypothckenzinscn.
— Das Stiesclpusten. In dem Briese eines Rcservc-Untcr- osfiziers, den der Berliner Lokalanzcigcr mitteilt, wird erzählt: „Da habe» wir z. B. die Stube 8» belegt mit 12 Gemeinen, wovon sind 1 Oberlehrer Dr. M. und 3 Oberprimaner vom Gymnasium in>O., 2 Maurer, ein Arbeiter und Landwirte. Am Sonntag war ich zufällig ans dieser Stube. Der Oberlehrer war als Oberhaupt mit einem nassen Lappe» am Aufwischen, der eine Oberprimaner an. Schrubben und die andere» am Wasserlragc», Staubwischcu und was sonst zun, Revierrcinigen am Samstag gehört. . . . Am Freitag voriger Woche gab .ich meine Stiefel zum Putzen einem Rekruten. Als er dann die Stiesel zuriickbrachte, fragte ich beiläufig, was er im Zivil wäre. Zur Antwort bekam ich: „Referendar". Solche Dinge kommen alle Tage vor." — Die Stiefelputzfragc war ehedem bekanntlich ein bürgerliches Haupt- argumcnt gegen den „Zukunftsstaat". Ganz besonders wollte der llcisinnigc Führer Eugen Richter damit „beweise»", dast die Durchführung der sozialdemokratischcii Ideale nndurchsiihrbar seien.
— Schreite» des Krieges. Im Vorwärts schreibt jemand: Am IN. September suhr ich von Aachen nach München-Gladbach. In Aachen mar in das Eisenbahnabteil ein verwundeter Soldat cin- gcstiegen, begleitet von einem jungen Mädchen, anscheinend seiner Braut. Das Mädchen bemühte sich mit großer Sorgfalt um den Verwuiidctc» und versuchte auch, ihn durch munteres Geplauder auszuheitcrn. Aber düster blickte der junge Soldat vor sich hin. Endlich schien de», junge» Mädchen die Geduld auszugehcn. Es rief: „Aber Will', mach doch nicht immer dies schreckliche Gesicht! Lach' doch inal!" Da schaute sie der junge Mann an und mit einer dumpfen Stimme sagte er: „Lachen? Mir ist das Lachen vergangen, Bert'. Wenn einer gesehen hat, was ich gesehen Hab' — der kann nicht mehr lachen."
— Der Konsumverein Gieftcu und Umgegend bittet uns um Abdruck der nachstehenden Notiz: Auf eine vor einigen Tagen an die Oberpostdircktio» in Daruistadt gerichtete Eingabe erhielten wir heute den schriftlichen Besdxnd. daß kein Einspruch seitens der Kaiserliche,, Oberpostdircktio,, mehr erhoben wird, wenn Angehörige der Neichspost- und Telegraphenrerwaltung des Bezirks Darmstadt dem Konsumverein als Mitglied bcitrctcn. Tie Verkehrsämter in Gicsten und Butzbach sind lnlreits von der Kaiserlichen Obcrpostdirck- iion dahingehend verständigt worden. Hiernach ist nunmehr auch in Giestcn wie bereits in vielen anderen Städten de» TtaatSbcarnten und Unlerbeamten. sowie ollen Angehörigen wieder gestattet, die Vorteile, die der Konsumverein Gicsten so vielen anderen Mitgliedern bietet, auch für sich i» Anspruch z» nehme». Wir hoffen, dast recht viele Post- und Telegrophenbeamtc und Arbeiter nunmehr ihre Amneldunq zu »»seren, Verein bewirken und ihre Kollegen von der Aushebung des Verbots in Kenntnis setzen. Die Anmeldung kan» jederzeit i» einer der 10 Verieilungsstcllen oder im Bnrean. Schanzenstraße 18 erfolgen. Das Eintrittsgeld beträgt 50 Psg.
— Vom Weiter. Nun ist die Jahreszeit so weit vorgeschritten, dast der Sommer endgittig Abschied genommen hat und schöne, wornic Tage jedenfalls nicht mehr viel z» erwarten sind. Seit dem Sttirin nnd Regen am Tamstog nnd Sonntag ist die Temperatur fortgesetzt gesunken und man kann schon von herbstlicher Kühle sprechen. Schon fällt das Laub und wird von, Winde durcheinander gejagt, in Massen bedecktes den Boden. Uebrigens hat der Wind leider nicht blos Laub lhcruntcrgcschiittelt, sondern auch sehr viel Obst, strichweise ist fast nichts aus den Bäumen hängeii geblieben. Unter diesen Umständen ist von der Obsternte nickst mehr viel zu erwarten. — Nachts ist es schon ziemlich kühl, in der vergangene» Nacht war das Thcrniometer ans 8—0 Grad Reanmnr gesunken.
— Mainzlar. Die hiesige Firma Schcidthauer und Gicsting hat rin« Anzahl Räume, in denen 80 Betten gesttllt ivcrdcu können, dem Roten Kreuz als Lazarett zur Versiigung gestcllt. Diese Zimmer sind mit allen modernen Einrichtungen vertreten, elektrischem Licht, Dampfheizung und Bäder.
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X Zur Eiuguartierung. Ter Bürgermeister von Wetzlar gibt bekannt, dast Beschwerden über Eiiiquartieruna nur »och schriftlich cinzureichc» sind. DaS hier seit Wvchcu cinguarttert« Landwchr- daiaillon hat gestern abend Wetzlar verlassen. Seine Zusainineii- sctzung bestand aus Männern des Kreises Wetzlar und des Dillkreises.
X Kriegoopscr. Der srühcre Polizeibcantte. ipälcr Boll- ziehungsbeamter der Stadt Wetzlar, Herr Otto K u h s e , ist als Unteroffizier des Landwehr-Bataillons Nr. 118 sGietzeus auf dem Schlackstsclde gesollcn. Kuhse, der hcreits 47 Jahre alt ivar. ging als Freiwilliger mit in den Krieg und hiuttrlästt Frau und Kinder. — Ter Reservist Heinrich von Mohr aus Stcindorf mußte als Angehöriger des Infanterie-Regiments Nr. 81 ebenfalls sein Leben aus dem Schlachtselde lassen, v. Mohr war 25 Jahre alt: er hinter- lästt Frau und Kinder.
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