Bon russischen Soldaten zu verheimlichen, doch hat sich die Meldung hiervon trotzdem verbreitet und dies hat die Mißstimmung noch gesteigert. Die Zahl der in Rußland einge- trofsencn Verwundeten ist überaus groß, sodaß beispielsweise in Moskau kaum mehr Platz ^ur Aufnahme der Verletzten vorhanden ist. *
Die Deutschen als Freunde nnd Verbündete der Polen.
Generalleutnant v. Morgen, bis zum Ausbruche des Krieges Kommandeur der 8t. Jnfantcricbrigadc in Lübeck, hat als Kommandeur einer Division an den Kämpfen in Ostpreußen teil- genommen und ist dann in der Richtung ans Warschau vorgerückt. Er erließ an die polnische Bevölkerung folgende
Proklamation: Einwohner des Gouvernements Lomza und Warschau!
Die russische Narew-Armec ist vernichtet, lieber 1VOOOO Mann mit den kommandierenden Generalen des 13. und 15. Armeekorps sind gefangen, 300 Geschütze genommen worden.
Die russische Wilna-Armee unter General Renncnkampf ist im Rückzüge in östlicher Richtung. Tie österreichischen Armeen sind im siegreichen Vorrücken von Galizien her. Die Franzosen und Engländer sind in Frankreich vernichtend geschlagen worden. Belgien ist unter deutsche Verwaltung getreten. Ich komme mit meinem Korps als Vorhut iveitcrcr deutscher Armeen und als Freund zu Euch. Erhebt Euch und vertreibt mit mir die russischen Barbaren, die Euch knechteten, ans Eurem schönen Lande, das seine politische und religiöse Freiheit wicdererhalten soll. Das ist der Wille meines mächtigen und gnädigen Kaisers. Meine Truppen sind angewiesen, Euch als Freunde zu behandeln. Wir bezahlen, was Ihr uns liefert. Von Euch und Eurer bekannten ritterlichen Gesinnung erwarte ich, daß Ihr uns als Verbündete gastfreundlich aufnchmt.
Generalleutnant v. Morgen.
Gegeben im Königreich Polen im September 1814.
Ter Berwaltttttgschef in SrNvalki.
Berlin, 17. Sept. Das russische Gouvernement Tuwalki, das nach der Meldung des Generalquartiermeistcrs von Stein von den deutschen Truppen besetzt und unter deutsche Verwaltung gestellt worden ist, hat nunmehr seinen Gouverneur erhalten. Infolge Anordnung des Kaisers ist der Recsierungspräsident von Mervclt in Münster zur besonderen Verfügung des Ministers des Innern zwecks Verwendung als Chef der Zivilvcrwaltung i» den okkupierten polnischen Lanbcsteilen berufen. Seine Vertretung in Münster hat der Geh. ObcrrcgierungSrat Reefe erhalten.
Kohlenmann,l tu Notvrnßlanv.
Stockholm, 17. Sept. Im ganzen nördlichen Rußland macht sich große Kohlennot geltend, da die Einfuhr aus England, das bisher Rußland zum großen Teile mit Kohlen versorgte, unterbunden ist. Jnsolgcbcsscn sind die Kohlcnpreisc gewaltig in die Höhe gegangen.
Der Sieg über die Serben.
Wien, 17. Scpt. Aus Berichten geht hervor, daß der Sieg über die Serben wesentlich größer ist, als anfänglich angenommen wurde, da die Serben mit bedeutenden Kräften m österreichisches Gebiet eingedrungcn waren. Es wurden mehrere heiße Kämpfe durchgefochten. Die Serben wurden völlig aufgerieben und in wilder Flucht über die Save zu> ruckgeworfcn, wobei die Oesterreicher eine große Zahl von Gefangenen machten. Die Verluste der Serben sind ungeheuer groß. Auf dem Gebiete der österreichisch-ungarischen Monarchie sind außer den Gefangenen keine serbischen Soldaten mehr. In den Gemeinden, in denen die Serben hausten, wurde die österreichische Verwaltung wieder eingesetzt und alle Beamten sind auf ihren Posten zurlickgekehrt. Auch die gefluchteten Bewohner, namentlich des Bezirks Ruma, der unter den Serben am ärgsten zu leiden hatte, sind in ihre Hemistätten zurückgewandert.
Menschlichkeit und Wahrheit.
Wir lasen, besonders bei Ausbruch des Krieges, nachdem die ersten französischen Gefangenen eingcbracht waren, daß die Franzosen schlecht gekleidet, schlecht verpflegt seien. Tic Gefangenen hätten Lackschuhe angehabt. Bei einem französischen Toten, der bei dem ersten Patrouillcngcsccht gefallen sei, soll in der Feldflasche Schnaps gesunden worden sein. Flugs wurde daraus in einzelnen Blättern geschlossen, baß die ganze französische Armee ans lauter verlotterten und zerlumpten Schnapsbrüdern bestehe. Run mag cS ja gewiß Vorkommen, daß einzelne Gefangene schlechte Schuhe hatten. (Der französische Reservist, der einrückt, bekommt eventuell Geld zum Ankauf von Schuhen.) Wer aber daraus Schliisic ans die Ausrüstung der gesamten französischen Armee schließen will, der täuscht sich sehr. Frage doch jeder einmal die zurückkommenden
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 64
Da Fandrem sah, daß seine Tochter weniger Umstände Machte, als er erwartete, ging sein Herz in Freude auf. Er zog sie in seine Arme, küßte sie und sagte ihr allerlei Ver- fprechungen und Tröstungen ins Ohr. — „Es kommt mir hart genug an," sprach er dann wieder laut, „dich von mir zu lassen, aber es muh so geschehen, und nun setze dich hier an meine Seite, Hanna, alles soll vergeben und vergessen sein. Kommst mit Björnarne zurück und feiern deine Hoch- zeit hier. Gott soll mir die ewige Seligkeit versagen, wenn cs nicht eine Hockzeit wird, wie sie niemals in Bergen ge- sehen wurde! Sollen Kinder und Kindeskinder davon erzählen. wie Uve Fandrems Tockter unter Krone ging, und wie er seine Gäste bewirtete, den Armen gab und Hospital und Kirche bedachte."
Was er zu tun gelobte und was geschehen sollte, gab Stofs zu vielen andern Ausrufungen und Beteuerungen. Inzwischen wurde ein langes Mahl gehalten, der Wein nicht gespart, und unter Scherz und Lachen wurden die letzten Abreden genommen. — Jungfrau Hanna hatte ihre Koffer im voraus fast fertig gepackt, was Helgestad mit voller Befriedigung bemerkte und ihr noch ein Hochzeitskleid versprach, so schön und so teuer es irgendwo in der Welt aufzufinden sei. — Endlich kamen ein paar Nordländer von der Besatzung der Jocht, die Helgestad heraufbcstellt hatte, und trugen die Reisekosten ins Schiff, zuletzt aber, als es dunkel war, setzte der Kaufmann vom Lyngenfjord seinen Glanzhut auf den ^opf und tippte Hanna auf die Schulter.
„Nuh!" sagte er, „nimmt alles in dieser Welt ein Ende, und das ist das Beste daran. Komm denn, Mädchen, nimm dein Mäntelchen und gibt dem Alten da die Hand. Sag' kein Wort weiter, gib ihm einen Kuß und eine gute Nacht, wie du immer tust. Bist in wenigen Monden wieder hier) tust dann al£ kamst d» von einer Lustfahrt ins Haus zuruck."
deutschen Verwundeten: sie weiden, mit wenigen Ausnahmen, mit höchster Anerkennung von de» Leistungen und der Ausrüstung der französischen Soldaten sprechen.
Tann der Hunger, den fast alle französischen Gefangenen haben sollen. Ja, glauben denn die Berichterstatter, die solches schreiben, daß cs nicht auch bei unseren deutschen Truppen vor- kommt, daß der Proviantwagcn, daß die Feldküche nicht rasch genug mit vor kommt, daß es ein oder zwei Tage, ja manchmal noch länger, keine ausreichende Nahrung gibt? Schon in den friedlichen Manövern kommt es vor, daß die Bagage abends nicht mehr an die biwackicrcndc Truppen herankommt, und Schmalhans Küchenmeister ist: wie vielmehr kann dieser Fall erst im Ernstfall, im Krieg cintretcn? Etwas mehr Einsicht und etwas weniger Ucbcrhebung könnte sicher nicht schaden.
Wir hatten in den letzten Tagen Gelegenheit, einen größeren Transport französischer Gefangenen zu sehen und waren, nach allem, was wir sahen, überrascht über die Ausrüstung, die bei allen sehr gut war: auch die Schuhe waren durchaus feldmarschmäßig. Allerdings, die Kleider waren nicht mehr ganz ne»: aber man sehe sich doch einmal die Uniformen unserer ans der Front zu- riickkchrcndcn Krieger an. Glaubt man etwa, daß bas Kampieren in Wind und Wetter auf dem Ackerboden die Uniformen salonfähiger macht? Rur Unkenntnis ober noch Schlimmeres kann hier dem Gegner etwas anhängen wollen, was nicht wahr ist.
Tie gleichen Erfahrungen, die wir gemacht haben, kommen auch in einem Artikel znm Ausdruck, der im Organ des Süddeutschen Eiseiibahnerverbandcs, der Südd. Post- und Eisenbahner- Zeitung (10. Septembers erschienen ist. Es heißt da u. a.:
„. . . Es ist nicht jedem vergönnt, einen Blick in diese Wagen zu tun; jeder, der dieses Bild gesehen hat, wird es nie vergessen tönnen. Anssallend ist vor allem der Ernst und die Niedergeschlagenheit, die aus den blassen, übermüdeten Gesichtern ruhen. Kein Wunder. An Stelle von besiegten Banden, wie man sie zu Hause und in den Kasernen belehrte, finden sic ein heldenhaftes Volk vor. Sic sehen, wie man sic niederzwingt und abtrans- portievt: sie sehen, wie das alles am Fädchcn geht, und in den Kummer um die eigenen Angehörigen mischt sich der Zweifel an die Glaubwürdigkeit der Offiziellen in Frankreich. Tie sahen sich belogen lind betrogen von ihrem eigenen Lande, und wir Eisenbahner können nichts anderes als sie bemitleiden. Eisenbahner! Zeigt euch dem Feinde gegenüber, auch wenn er gefangen ist, als Kulturmenschen. Man redet zurzeit viel von verdienter Schmach, und viele meinen, man sollte die Gefangenen möglichst kurz halten, sie drangsalieren. Man verweist auf unsere gefangenen Landsleute in Frankreich, denen cs sicherlich viel schlechter geht, als den französischen Gefangenen.
Eisenbahner! An dem Gebaren der Franzosen und der Belgier wollen wir kein Beispiel nehmen. Unsere Soldaten sind hinausgeschickt, um gegen Soldaten zu kämpfen und werde» ihre Pflicht tun und nicht wehrlose Mensche» ansallen. Auch wir ivollen nicht an Wehrlosen unsere Vaterlandsliebe beweisen. Ernst und ruhig sollen sic befördert werde», so daß sie Achtung vor »ns Eisenbahnern haben, und ihnen die Lust vergeht, ivieder einmal mir einem derart gesitteten Volke anzubandel».
UebrigenS sind die Gerüchte über die schlecht ausgerüsteten Franzose» teilweise aus der Luft gegriffen. Bei den Gefangenentransporten kann man sich hiervon überzeugen. Durchweg ist die Kleidung nicht zcrliimpt, wie cs sich viele ausmalen: freilich, an unsere feldgrauen Uniformen kommt sie nicht heran, aber sie ist zum mindesten ganz und war größtenteils bei KriegSbeginn neii, wie wir uns selbst überzeugten. Auch die Schuhbckleidnng ist nichi die schlechteste, natürlich läßt sich der Mangel an Einheitlichkeit fcststcllcn., Die Mehrzahl trägt genagelte Schnürschuhe und Gamaschen, welche sie selbst erstanden hahen. Von der Militärvcr- waltnng wurden ihnen 15 bis 20 Francs zum Kauf der Schuh- bcklcidung bewilligt. Das Typischste an dem französischen Linicn- soldatcn sind seine roten Hosen, auf die er sehr stolz ist, obwohl sie im Kamps geradezu ein ideales Zick abgebcn. Ucbrigens ist am Verhalten der Gefangenen während der Fahrt nichts auszujetzen. Da sitzen sic eng zusammen auf den Bänke» oder stehen in Gruppen und schauen einen groß an, wenn man in den Wagen kommt. Richtet man eine Frage an sie, geben sie bereitwilligst Auskunft. Ihr zweites Wort ist: Nous ne voulons pas la guerre. (Wir
wollen nicht den Kricg.s Kommt man auf die Grausamkeiten und Heimtücke der Angriffe der Bevölkerung zu sprechen, so protestieren sic alle: O non, monsieur! sO nein, mein Herr!) Sie glauhcn cS nicht, daß Derartiges von ihren Landsleuten begangen wird, und erzählen, daß dasselbe auch in Frankreich von unseren Soldaten erzählt wird. Was ist nun die Wahrheit? Wahrheit ist, daß unsere Kameraden draußen sicherlich nicht vergessen, daß sie Deutsche sind! Wahrheit ist aber auch, daß wohl die größere Mehrheit nnjcrcr französischen Feinde nur den ehrlichen Kampf vom Soldaten zum Soldaten wünscht."
Ter englische Feldzug gegen den deutschen Handel.
Die englischen Finanziers und Industriellen bemühen sich in außerordentlicher Weiie, den deutschen Handel möglichst gänzlich voni Weltmarkt auszlischeidcn. Im Daily Citizen behandelt W. Pitt diesen Gegenstand. Einleitend
„Ist auch eine Lustfahrt, ist eine Brautfahrt, laßt es eine lustige Fahrt sein," schrie Fandrem. „Alle Jahre muß ich dich haben. Kommst mit der ersten Reise zu deinem alten Vater und bleibst bei ihm, bis Björnarne dich im Hoch- sommer wieder abholt. Das alles schreiben wir in die Hei- ratspaktcn, Hanna, und jetzt geh, mein Kind, ich muß mich trösten, wie ich kann. Wenn ich dich wiedersehc, wird er, der dich liebt, hier bei dir stehen, und will euch beide in meine Arme nehmen und so lange festhalten, wie ich kann."
„Und deinen Segen für mich und ihn," flüsterte die Tochter, ihren Kopf an seine Brust legend.
„Nimm ihn, Kind, nimm ihn aus allen deinen Wegen," antwortete Fandrem, seine Hände auf ihre Brust legend.
Helgestad unterbrach diesen Abschied, indem er Hanna zuriickzog und Fandrems Finger zwischen den seinen quetschte.
„Gute Nacht, Uve", sagte er. „Leg' dich aufs Ohr, hast für heute genug, mußt morgen deinen Wein allein trinken."
„Grüß mir alle am Lyngenfjord," rief der Kaufmann, in seinen Sitz zurückfallcnd, „und eile dich mit den Fischen, 'Niels. Je schneller sie hier sind, je besser, erste Preise, beste Preise. Laß gut sortieren beim Abnehmen. Vierzig Zoll Rundfisch — hoffe sind gespalten. Glückliche Fahrt, Herr Marstrand! Bringt den Baisfjord zu Ehren und seht zu, daß Euch kein Schaden geschieht. Leuchte ihnen, Lars, bis an den Tliri». Sind oben schon? Um so besser!" — Er streckte sich im Stuhl aus, deckte die Hände auf seinen runden Bauch und lachte still vor sich hin; dann füllte er sein großes Glas ein-, zwei- und dreimal und trank cs aus, Sckluck für Schluck, das Glas gegen das Licht gekehrt, schmunzelnd und pustend und die goldige Farbe des Weins mit seinen klaren pfiffigen Augen beschauend, die immer runder und schwimmender wurden. — „Es muß so sein," murmelte er, „das Mädchen mußte fort, konnte das unbehagliche Gesicht nicht länger er- tragen. Muß abgemacht sein, ehe Christi kommt, muß sich alles schicken, wie es soll. Helgestad ist der Mann dazu, alles in Ordnung zu bringen, wird's tun, hat größere Dinge vor. Ist der reichste Mann in den Finnmarken und wird reicher
schildert er die Entwicklung des deutschen Exports seit dems Jahre 1961. Hier anschließend erörtert er dann die Gründe, warum es dem deutschen Handel gelungen ist, sich überall aus dem Weltmarkt Eingang zu verschaffen. Diese Erörterung ist für die deutsche Handclswelt sehr schmeichelhaft. Die deutschen Kaufleute, so bemerkt Pitt, wüßten sich viel besser, als die englischen dem Bedarf in den verschiedensten Weltteilen anzupassen. Einige Wochen Krieg seien aber genügend gewesen, alles dies zu zerstören. Die Waren für die Herbstsaison und für Weihnachten seien zwar zum großer Teil schon geliefert; sie lagern in London und anderen Handelszentren, sie finden aber jetzt keinen Absatz mehr, da dick öffentliche Meinung gegen Deutschland ausgebracht ist.
Aber die schwarzen Tage des Krieges werden voruber- gehcn. Die große Masse, so sagt Pitt, wird vergessen unch verzeihen, nicht aber so die Leute von der Groß-Finanz unk» vom Handel. Er schildert dann Einzelfälle, wo deutsche Kaus- lcutc alles verloren haben; ihre Güter sind jetzt nicht verkäuflich, viele sähen ihr Lebenswerk zerstört. Pitt schließt! „Verzeihung für das vergossene Blut, für die Leiden der Frauen und Kinder, für die Angst und Qualen der Männer wird einst gegeben werden. Die Arbeiter Englands werden sich überzeugen, daß auch die deutschen Arbeiter den Krieg nicht gesucht, daß sie in einer Zwangslage waren, ebenso wie die englischen. Es ist eine Schlacht der Nationen, nicht de, einzelnen. Aber Deutschland hat das größte Verbrechen begangen, cs hat gegen das Eigentum gesündigt. Tie Besitzenden haben schon erklärt, daß dies die unverzeih- lichste Sünde ist. Die Legende „made in Germany" ist aus; den Hauptbüchern der zivilisierten Welt auszulöschen."
Diese Bestrebungen der englischen Kaufleute und Fabrikanten wird von der englischen Regierung auf das eifrigste unterstützt. Wie wir dem oben genannten Blatte entnehmen« hat sich das englische Handelsamt bald nach Ausbruch des? Krieges an die Regierungen aller englischen Kolonien unk» Dominien gewandt und Berichte eingefordert über die finanzielle und kommerzielle Situation. Vor allem wünscht di« englische Regierung Auskunft darüber zu erhalten, wie es möglich sei, den deutschen Handel gänzlich zu zerstören. Aus mehreren Kolonien sind Antworten bereits eingegangen; aus ihnen ist ersichtlich, daß man überall bestrebt ist, den Jnten-s tioncn der englischen Regierung zu folgen, llcberall suchen! englische Firmen den deutschen Export an sich zu reißen.
Daraus ist zu ersehen, daß. wie immer auch der Krieg: ausgehen wird, der deutsche Handel und die Industrie unk» damit die deutsche Arbeiterschaft auch nach dem Kriege noch auf lange Zeit hinaus aufs schwerste betroffen bleiben wird.
Englands finanzielle Kräfte versagen?
Kristiania, 17. Sept. Größtes Aussehen rust nach einer Meldung der Fr. Ztg. der Rücktritt des Generajdircktors Blakstad des mit cnqlischcn Millionen vor einem Jahr finanzierten Ricscnuntcr- nehmcns, des Ausbaues der Aurawasiersälle, die zirka 400 000 Pferdckräftc enthalten, hervor. Der Grund des Rücktritts ist nach Blakstads öffentlicher Erklärung die Weigerung englischer Banken^ die notwendigsten Mittel zur Verfügung zu stellen, da cs ihnen bet der schwierigen Lage des Londoner (Geldmarktes und infolge des englischen Moratoriums unmöglich sei. Die Schulden der Gesellschaft bclanfe» sich auf über zehn Millionen Mark. Hier ist man der Ansicht, daß das ganze Unternehmen cingeht, was das Morgen, bladet, das Organ der norwegischen Finanz, betont. Hunderte von norwegischen Arbeitern würden alsdann brotlos werden.
Still,gnnn der „tglischen Textilindustrie.
Amsterdam, 17. Sept. Der Telegraaf meldet aus London: Die Textilindustriellcn von Manchester befchlosicn infolge des Krieges die Stillegung von 50 ihrer Betriebe vom 15. September ab. lieb,, 80 000 Arbeiter werden von der Arbeitseinstellung betrogen.
Die schütz,ndeu Flieger.
Rotterdam, 17. Sept. Die englische Admiralität teilt mit, daß Marineflieger zur Beschickung von London täglich über der Stadt und Umgebung kreisen.
Die englische Flotte vor Helgoland?
Wie über Rom gemeldet wird, berichten englische Blätter: „Dk», englische Flotte erschien vor Helgoland und versuchte alles, »m die deutsche Flotte zum Pcrlaffen ihrer sicheren Refugien zu verlocken. Sic ließ sogar die Sirenen erschallen, um den Deutschen ihre An»
wcrden. Marstrand — der dänische Narr — ist schade unt ihn — haha! Wollte, ich hätte den Königsbrief, ist aber an den Richtigen gekommen, und Hanna wird ihr Teil daran haben. Alles gut, alles wie Gott will!" — Hier legte der würdige Gildevorsteher seinen dicken Kopf ans die gepolsterte Lehne und schlief so fest ein, daß seine Haushälterin und sein alter Diener Lars ihn nach einiger Zeit nicht ohne Mühr wecken und ins Bett bringen konnten.
Und noch färbte der Morgen kaum die höchste Spitze des» Floyfjclds, als die Ankerwinden der schönen Jlda sich drehten und bald daraus die Jacht mit der ersten Kühlte unter dem Slgnalturm fortschwamni. Alles war noch still im Hafenn Halbdunkel lag auf der schweigenden Stadt, der Fjord stieß leichte Nebel aus, die an den Felsengestaden hinzogen und die Fischerhüttcn umrauchten. Die lieblichen kleinen Täler verbargen sich noch im Schatten der Nackt, und wie das große Fahrzeug mancherlei Bogen und Schlangenlinien beschrieb, bald durch enge Wasserpässe lies, bald große Seebecken durch- schnitt, weckte cs das schlafende Meer aus, dessen flüsternde Wellen an die Klippen und Planken pochten und zu fragen schienen, wohin cs wolle und warum es seine Ruhe störe. — - Helgestad in seiner großen geölten Kappe und dem dichten Fischerwams stand am Steuer und lenkte die Jacht durch diese Labyrinthe. Tann und wann tat er einen Blick über niedere Klippen fort, wo die Kirche von Hammer schon ihre Spitze zeigte und der Alvcsund sich vor ihnen auftat. Ein leuhter Wind trieb das Schiss durch diese Felsenmasscn ziemlich rasch vorwärts. Hinter ihm blitzte die Sonne auf die hohen Eiskuppeln am Hardangcrsjord und schickte ihre Strahlen auf Wälder und kühne Felsinassen, welche ihre Füße nackt im Meer badeten und um ihre Köpfe leichte flatternde Nebelschleier trugen. Der Tag stieg herauf, und Helgestad horchte befriedigt in die Kajüte hinab, wo sich noch nichts regte. —> „Nuh!" murmelte er, „ist ein gutes Zeichen, ein gesunde, Schlaf. Wünschte, sie schliefen beide, bis die alte Kirche von Lyngcn sie mit ihrer Glocke aufweckte."
lFortsetzung solgtZ


