Ausgabe 
18.9.1914
 
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Ren anbei wirft Kami bi« Fra«« auf, ob man wegen ber Be­setzung Marokkos nicht an Freiwillig« appellieren will, unü fährt fort:

Auf alle Fall«, es istidtf möglich, daß man Männer nach Ma­rokko sendet, deren Anwesenheit hier nützlicher sein kann, und die den Frondienst, den man ihnen auitragen will, nicht ohne Murren annehmcn loerden, obwohl sic bereit sind, sür Frankreich ihr Leben zu lassen. Wir hassen, bah die Regierung diese Gefühl« verstehen wird,"

Unglaubliche Berfälschuirgen der deutschen amtlicheu Meldungen.

Berlin, 16. Sept. Die Tägliche Rundschau macht dar­auf aufmerksam, daß die Central News bei der Weitergabe der deutschen anitlichcn Meldungen Fälschungen begeht. Sie verweist auf die Times vom 11. September, in der folgende Fälschung zu finden ist: In dem Bericht des Generalquartier- ineisters von, 10. Scvtcmbcr heißt es über die Kämpfe zwischen Meaur und Montmirail:Sie (die vorgeschobenen deutschen Hceresteile) haben in schweren zweitägigen Kämpfen den Gegner aufgehaltcn und selbst Fortschritte gemacht. Als der Anmarsch neuer feindlicher Kolonnen gemeldet wurde, ist ihr Flügel zurückgenommen worden. Der Feind folgte an keiner Stelle. Als Siegcsbeute dieser Kämpfe sind bis­her 50 Geschütze und einige Tausend Gefangene gemeldet." Es handelt sich also nach diesem Bericht um ein Zurücknehmen weitvorgeschobcner uncrschlltterter, ja siegreicher Truppen, was im Kriege ein ganz gewöhnlicher Vorgang und durchaus keine Niederlage ist. In der Times ist dieser Abschnitt der amtlichen deutschen Meldung frei und frech folgendermaßen übersetzt:Die deutschcArmce hat denGegner aufgehalten und selbst Fortschritte gemacht, aber starke feindliche Kolonnen kamen zu Hilfe und der Feind gewann die Schlacht, die Deut- schen zum Rückzüge zwingend. Fünfzig Kanonen wurden genommen und einige Tausend Gefangene gemacht." Die Fälschungder Feind gewann die Schlacht" als amtliches deutsches Eingeständnis ist schlimm genug. Weit schlimmer noch ist folgendes. Der Satz mit den erbeuteten Kanonen und Gefangenen bildet im englischen Text zwei besondere Zeilen und die Uebcrschriften des gesamten Berichts lauten-r Berlin gibt die Niederlage zu" und»Tausende von Ge- fangencn gemacht." Offenbar soll der Eindruck hervorge­rufen werden, als ob nach der Meldung nicht diegeschlagene" deutsche Armee, sondern ihrsiegreicher" Feind Tausende von Gefangenen gemacht hätte.

In ähnlicher Weise ist der deutsche Bericht auch in an­deren Blättern auf den Kopf gestellt worden. So hat das holländische BlattHet Vaterland" die Stirne, den Namen des deutschen Generalquartiermeisters zu nachstehender un- glaublicher Fälschung zu mißbrauchen. Das Blatt bringt folgende Meldung:Deutsche Niederlage. Berlin, 10. Sept. (W. B.) Aus dem Großen Hauptquartier wird gemeldet, daß das deutsche Heer zwischen Paris und Mcaux und Mont- inirail von den Franzosen geschlagen ist. Die Deutschen ver- loren fünfzig Geschütze und einige Tausend Gefangene. Der Souschef des Großen Generalstabs v. Stein."

Das dürfte wohl die Höhe aller Fälschungsmanövcr un- serer Gegner sein.

Der Krieg in Tüd-Afrika

Rotterdam, 16. Sept. Aus Kapstadt wird gemeldet, daß «in« Ab­teilung illdasrikauischer berittener Infanterie deutsche Streitkräfte, di« den Uebcrgang über den Ovanjcflnß bei Stemkopf in Namagua- land bewachten, überrumpelte. Nach einem Scharmützel kapitulier­ten di« Deutschen.

Keine Russen über Archangelsk.

Ehristiania, 16 Sept. Ein in Dabsoe Nord (Norwegen) an- gckommcncr russischer Schissskapitän von Archangelsk meldet, cs sei unmöglich, daß russische Truppentransporte nach England abgingen. Schon vor Kriegsausbruch und bis Anfang September habe er dort gelegen, aber keinen Soldaten und keinen Transport gesehen. Wenn die englische und französische Presic bas Gegenteil erzähle, so sei das eine müßige Phantasie.

Revolten in Aegypten.

Wien, 16. Sept. Hiesigen Geschäftsleuten sind aus Aegypten Nachrichten zugegangcn, wonach die Lage in Aegyp­ten äußerst ernst sein soll. Auf den Straßen Kairos und Alexandriens finden Revolten statt. Das geschäftliche Leben

Afra ja.

Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 63

Marstrand hatte sich entfernt, die beiden Alten waren allein. Helgestad nahm seinen Glanzhut ab. wischte den Schweiß von seiner faltigen Stirn und kreuzte die Beine, während seine scharfen Blicke den Gildcvorsteher musterten.

Ruh!" sprach er dann mit dem Kopf nickend,denke, habe alles begriffen und kann ein offenes Wort mit dir reden. Glaubst, Uve, daß ich nicht wüßte, was die Leute in Bergen sich in die Ohren flüstern? Habe davon gehört und weiß mehr noch, ist aber meine Sache nicht, mich um Dinge zu kümmern, die besser verschwiegen bleiben."

Was sagen die Leute in Bergen? Was wissen sie?" ries der gereizte Mann.

Mag es nicht wiederholen," antwortete Helgestad ruhig wag meine Hände nicht in Teer tauchen, wenn ich es lassen kann. Ist aber ein Faktum, Uve. Hanna muß fort, wenn . Rede und Gelächter aufhören sollen."

Ter kleine, dicke Kaufmann stieß einen schweren Seufzer aus. ohne eine andere Antwort zu geben.

Merke nun aus deinen Worten," sprach Helgestad,daß Hanna sich an ihren Bruder gewandt hat, und sehe beinern Gesicht an, der junge Herr hat ihr recht gegeben. Ist eine üble Sache mit Kindern, Uve, die unter fremdem Volke ver- gessen lernen, was sich schickt. Wächst ein anderes Geschlecht jetzt herauf in der Welt, ist nicht mehr so, wie zur Zeit, wo wir jung waren. Will das Ei klüger sein wie die Henne, kommt aber dauauf an, ob ein Vater zu denen gehört, die ihr Haus in Ordnung halten und ihre Kinder Zucht und Sitte lehren."

Hast recht, hast recht!" murmelte Fandrem.

Sollst wissen," fuhr Helgestad fort, indem er sich zu ihm

liegt darnieder und die Verhängung des Standrechtes wird erwartet.

Ein Vorstof; liegen die Neutralität Dänemarks?

Kristiania, 16. Sept. (Priv.-Tel., Ctr. Bln.) Das größte Aufsehen erregt folgende Meldung des Pariser Korre­spondenten der hiesigen Zeitung Aftenposten: Das Echo de Paris gibt zusammen mit anderen Blättern offen der Ansicht Ausdruck, daß der Große Belt unbedingt für die englische Flotte geöffnet werden müsse, selbst wenn Dänemark dabei seine Neutralität aufgebcn müßte.

WB. Kopenhagen, 16. Sept. (Nichtamtlich.) Zu dem Artikel des Echo de Paris, der erklärt, die Flotte der Ver- bündetcn müsse nun in die Ostsee eindringeu, Dänemark könne nicht fernerhin neutral bleiben, schreibt das Regie­rungsblatt Politiken:Dänemark kann darauf nur antwor­ten, daß die Kricgsbcgebcnheiten auf dem Kontinent wie sie sich auch entwickeln mögen nicht auf den Entschluß des dänischen Volkes einwirken können, während des Weltkrieges die strengste Neutralität aufrechtzuerhalten."

Deutschland bittet um Frieden?

Berlin, 16. Sept. Die Nordddeutsche Allgemeine Zei­tung schreibt:In dem Lügenfcldzug, der den Krieg des Dreiverbandes gegen Deutschland begleitet, treten seit einiger Zeit auch Mclöitngcn über ein deutsches Friedeusbedürfnis, die sich mehr und mehr zuspitzcn, auf. Bald wird von einer angeblichen Aeußerung des Reichskanzlers über Deutschlands Geneigtheit zum Fricdensschluß gesprochen, woraufhin Grey durch die Vermittlung Amerikas eine stolze Antwort erteilt habe. Bald heißt es, der deutsche Botschafter in Washingtoi' bemühe sich, den Frieden für Deutschland zu erlangen. Die Neutralen sollen durch solche Ausstreuungen den Eindruck empfangen, das Deutsche Reich sei kampfesmüde und müsse sich wohl oder übel den Friedensbedingungcn des Dreiver­bandes fügen. Wir setzen diesem Gaukelspiel die Erklärung entgegen, daß unser deutsches Volk in dem ihm ruchlos auf- gezwungenen Kampf die Waffen nicht eher niederlcgen wird, dis die für seine Zukunft in der Welt erforderlichen Sicher­heiten erstritten sind."

Ein starkes Friedeusbedürfnis ist im deutschen Volke allerdings vorhanden. Es ist eben jenes Friedeusbedürfnis, das vor dem Krieg schon da war; es ist der Willen des Volkes, in friedlichem Wettkampf mit den anderen Völktwu Kulturgüter und Kulturfortschritt zu schaffen. Es ist das aus der auch im Kriege unter uns lebendigen Fricdcnsidee geborene Friedeusbedürfnis. Nichts anderes. Niemals ist dieses Friedeusbedürfnis ein Eingeständnis unserer Schwäche, und niemals wird cs zu einer Bitte um den Kriegsschluß werden.

Fricdcusvermittlung in Washington.

Die Diplomaten in Washington und die Presic diskutieren leb­haft die JricdenSmöglichkciten. Der Korrespondent der Franks. Ztg. hört, daß in Washington eine Konscrcnz abgehalten wird, um die Basis für FricdcnSvcrhandlungcn oder FricdenSvorschläge zu finden. Die allgemeine Meinung geht dahin, baß kein Friede mög­lich sei, ehe die Kriegsiihrcnden nicht Übereinkommen, die Rüstungen einzuschränken oder abzurüstcn.

Wo bleibt die russische Amnestie?

In der Pariser Zeitung Bonnet rouge (deutschrote Mütze") wirft W. B u r z e f s die Frage auf, wo denn die Amnestie für die russischen Deportierten und politischen Ge- fangcnen bleibe und fragt, ob denn die russische Regierung etwa Furcht vor einer solchen Amnestie habe. Er ruft dem Zaren zu:Majestät! Der nationale Krieg kann nicht siegreich geführt werden, wenn ein Teil dcr Nation tociter in den Gefängnissen bleibt!"...In Frankreich hat man die politischen Gefangenen befreit und mit einer Geste, die Frankreich ehrt, hat man Vertrauen zu den Revolutionären gefaßt."

Der russische Despotismus ist sür Appelle wie den von Burzcff schwerhörig. In Rußland wütet die Ochrana gegen die politisch Verdächtigen weiter, wie zu den schlimmste-/ Zeiten der Kontrc-Revolution.

beugte,daß Jlda wohl auch einen andern Mann lieben niöchte, als den ich ihr bestimmt habe."

Fandrem wandte sich suchend nach Marstrand um, der in Begleitung Hannas durch den Garten ging und blickte dann seinen Verwandten an, der ihm leise zunickte und seine grellen Augen listig zusammenkniff.

Habe meine Gedanken darüber gemacht," fuhr Helge- stad fort,ist aber nie ein Wort über ihre Lippen gekommen und wird nie eines aus ihrem Herzen dringen. Was ich will, weiß sie, ist ein gesegneter Verstand in dem Kinde. Was bestimmt ist, findet sie bereit, habe nun die Brautringc hier in meiner Tasche, Uve, wenn ich au den Lyngcnfjord heim bin. foH'§ keine vier Tage dauern, bis Jlda ihn an Paul Pctcrscns Finger steckt."

Muß so sein, wo des Vaters Segen kommen soll," sagte der Gildcvorstchcr salbungsvoll.

Hast alles in deinen Händen," sprach Helgcstad,und magst tun, wie cs dir recht dünkt. Alte Freundschaft und Blutsbande, altes Versprechen samt neuem Handschlag und Gelöbnis stehen rechts, deiner Kinder Willen links, mußt wählen zwischen beiden."

Denke, du kennst mich," antwortete Fandrem;habe mein Wort noch nie gebrochen."

Tann tue wie ein Mann," sagte Helgcstad.Höre nicht mehr auf Winseln unü Stöhnen wie ein Weib. Rufe sic her, will ihr sagen, was geschehen soll."

Fandrem schlug in die Hände, und Hanna verließ ihren Begleiter, der ihr langsam folgte.

Tritt hierher, Mädchen!" begann Niels, seine grobe Hand nach ihr nusstreckend,ist eine crusthaste Sache zwischen uns." Er eröfsncte ihr mit dürren Worten, daß er uni zehn Uhr an Bord gehen und daß sic ihn begleiten müsse. Alles sei zu ihrem Empfang bereit, und ehe der Tag dämmere, würde die Jacht den Signalturm hinter sich lassen.

Einen Augenblick schien Hannas Gesicht bleicher zu wer-

Uebcr russische Numeuschlichkekteir

wird der Vossischen Zeitung von ihrem Kriegsberichterstatter ge»l

schrieben: 1. Von dem Arinceoberkommando wird uns folgendes! Schreiben mitgeteilt: An bas Armeeoberkommando: Ztvei age nach der Schlacht bei Zorothowo traf ich auf der khausiee itt- ftadl-Sceburg einen Trupp Rekruten, ca. 21 Man», welche am n«, mittag des vergangenen Tages von Kosaken überfallen worden waren. Man hatte den Rekruten entweder ein Bein oder ein« Hand abgehackt und sic dann liegen lasicn. Ein Gendarm, der die Rekruten begleitete, jag auf der Chaussee so gefcsiclt, daß er knien inußte. die Hände aus den Rücken gebunden. Ich hatte leine Zeit, mich um die Unglücklichen zu kümmern, (gez.) v. Ttedemann. Oberleutnant d. R. Kürassier-Regiment Nr. 5. 2. Ein Offizier berichtet uns, er habe selbst gesehen, daß ein russischer Offizier einen abgeschnittenen Fraucnsingcr mit einem Ring daran in der Tasche gehabt habe. Bereits seit Tagen hörte man, daß die Rusicn die Frauen zusammcntricbcn, sie vergewaltigten, ermordeten und ihnen die Finger mit Ringen abschnitten. Die Meldung hat sich also bestätigt. Den russischen Offizier habe man totschlagen lasten, eine Kugel war der Kerl nicht wert. Soeben werde» mir zwei Schriftstücke aus dem Armeeoberkommando vorgelcgt: 1. Der Wehr, mann August Kurz der 5. Kompagnie des Landwchr-Jnfanteric- RegimcntS Nr. 16 und der Wchrmaun Hermann Fansewch Ersatz- Bataillon Nr. 5 erklären eidesstattlich, daß sie in dem Walde von Grodtkcn der crstere 11, der zweite 6 Frauenleichen mit abge- schnittcncn Brüsten und ausgeschlitztcn Bäuchen gesehen haben. 2. Ich habe den Befehl erhalten, bckauntzugcbcn, daß Frauen uni» Kinder aus der Gegend von Ttallupüncn von den Rusicn sartgc- trieben worden sind und auch den Kinder die Hände abgehackt wur­den. (gez.) de la Croix, Rittmeister d. R. Der Berichterstatter Kofchehki, der dies der Vossischen Zeitung berichtet, tut cs mit der besonderen Bitte, diese Dinge möglichst nach England weiter zu geben. ES sei für dieses stammverwandte Volk vielleicht wisiens« wert, zu erfahren, welche Gäste es uns ins Haus geschickt hat.

(ÖCflf« eine neue Verleumdung der Elsässer

legt Abg. Genoss« E m m c l Protest «in. Er schreibt uns:

Aus Oberschäfselsheim im Landkreise Straßburg schreibt mir ein l-ei der 7. Eisenbahn-Bau-Kmnpagni« stehender Reservist, daß zu seiner und seiner Mülhauser Kameradengrößter Entrüstung" folgender im Mannheimer Tagblatt erschienene Artikel vor der ganzen Mannschaft verlesen wurde. Ter Artikel lautet:

Vorsicht im Quartier.

Ein Verwundeter erzählt uns folgendes Erlebnis: Wir ivavenl zwei Mann in Mülhausen bei einer Frau im Quartier. An­laß zu Klagen hatten wir nicht. Auch das Esien war gut. Aber iminerhin haben wir nach den gemachten Ersahrungen die notig« Vorsicht nicht außer acht gelosten und lediglich diesem Umstand haben wir es zu verdanken, daß wir jetzt noch am Leben sind,^ Vier Tage gingen in Ruhe und Frieden dahin: unsere Quortier- geberin hat, was wir auch gar nicht anders getan hätten, an jeden Mahlzeit teiigenommcn. Am fünften Tage jedoch verschwand sie nach dem Austragen des Essens und kam nicht mehr zun, Vorscheins Aus unsere wiederholte Aufforderung fatt« sic immer den Ein­wand, sic habe jetzt keinen Hnnger und vergleichen mehr. Wir schöpften natürlich sofort Verdacht mid haben der Frau mit Gewalt die zubcreitctc Suppe zum kosten gegeben und siche da, nach kurzer Zeit ivar sie eine Leiche."

Wenn auch obiger Er.zähluug der Stempel der Lüge auf deri Stirn steht, so begab ich mich sicherheitshalber auf das TtandcSamy und erhielt dort folgende Bescheinigung ausgestellt:

Der Unterzeichnete Standesbeamte bescheinigt hiermit, daßj seit 1. August 1914 ein Sterbcfoll infolge Vergiftung nicht zup Anzeige gelangt ist.

Mülhausen, den 12, September 1914.

Der Stoidbesbeamte (Stempel.) Mentzer."

Ter im Felde stehende Reservist bittet mich in seinem und sein-erl Kameraden Namen, gegen das Mannheimer Blattentsprechende Schritt« vorzunehmen": er weiß nicht, daß solche Lügenbeutel nicht anders gefaßt werden können, daß man sie höchstens öffentlich stäupen kann. Die anständige Preise aller politischen Richtungen! hätte aber die dringende Aufgabe, solch: verleumderische Bcschimpsmd- gcn der Bevölkerung einer deutschen Stadt entschieden zurückzuwciienij

Die Meichberechtigniia der Sozialdemokratie.

Mannheim, 16. Sept, Während die badische Regierung bisher die vom Kreisausschuß in Mannheim vorgeschlagenen Sozialdemokraten trotz wiederholter Beschwerde im Landtag nicht als Krcisrätc cinbcricf, hat jetzt, wie die Mannheimer Volksstimmc mitteilt, das Bezirksamt Mannheim dem Kreis- ausschußmitglicd und Vizepräsidenten des badischen Land­tages, Geiß, die Ernennung zum Mitglied des Mannheimer; Bezirksrates angckündigt.

Perfonalveränderitttoen.

W. B. Berlin, 16. Sept. (Amtlich.) Für den erkrankte» Generaloberst v. Hause» wird General der Kavallerie v. Einem Armccfllhrer, sür diesen General der Infanterie v. Ciaer Kom­mandierender General des 7. Armeekorps. General der Artillerie v. Schubert, bisher Kommandierender General des 14. Reserve»

den. Sie blickte ihren Vater an, der ihr zuwinkte und ge­waltsam freundlich lachte.Ist notwendig und unerläßlich, .Hanna," sagte er.Mußt deinem Bräutigam entgegen und kommst blühend zurück wie eine Rose. Haha! wie eine Rose, Niels. Fordere sie von dir zurück wie eine Rose. Be­hüt' dich Gott, Hanna, behüt' dich Gott! Ist abgemacht, fest abgemacht."

Es hilft also nichts, Vater?" fragte sie.

Es hilft nichts, Hanna, alles zu deinem Glücke, Kind, alles zu deinem wahren Glücke."

Und meines Bruders Bitten, meine Bitten, Vater," fuhr sie fort, ihre Hände anshcbcnd.

Es hilft nichts, Hanna!" rief Fandrem, an seine Perücke fassend.Hoffe, du wirst deines Vaters Willen ehren, wirst wissen, was sich sür dich schickt."

Ja, Vater, das weiß ich," antwortete sic ruhig.Ich weiß, daß cs vergebens sein würde, mich zu sträuben, und bin zu jeder Stunde bereit."

Ist eine Folge der guten Erziehung," grinste Helgcstad. Hast deinen richtigen Verstand von Gott bekommen, pack also deine Schätze zusammen, Hanna, und fürchte dich nicht. Will dich behüten, Mädchen, wie mein eigenes Leben; bringe sic dir zurück, Uve, wie eine Rose, frisch und rot; soll kein Wurm ihr nahen, will ihn zertreten. Wollen eine Reise machen, Hanna, an die du all dein- Lebtag denken sollst. Feines Wetter und feiner Wind, ein feines Schiss und ein sein Kämmerchen darin; dazu auch ein seiner Herr, der ge­schworen hat, zu deinen Diensten zu sein, wie einer edlen Dame Kammcrjnnkcr. So schlage ein, Hanna, und laß uns die letzten Stunden froh genießen."

Froh genießen!" schrie der Gildemeister.Froh und glücklich für alle Zeit!"

Das hoffe ich, Vater, ja, das hoffe ich, Detter Helge- stad," antwortete Hanna. -».Hoffe, unser Wiedersehen soll froher sein als der Abschied."

(Fortsetzung folgt)