Ausgabe 
14.9.1914
 
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fccS KriegkministeriumS, Berlin, Dorothcenstraße 18, über Ver- »vundetr und Elcfallenc des Heeres; es kann schriftlich nur An­fragen beantworten, die aus den bei jedem Postamt erhältlichen rosa Antwortkarten gestellt sind. b) Das Zeutralnachweiscbureau des Reichömariueamts, Berlin, Malthcikirchslraßc !>, über alle An­gehörige der Marine, c) Das Auswärtige Amt über deutsche Maatsangehörige im Ausland, auch soweit möglich über deutsche Kriegsgefangene i Feindesland, d) Die Bezirkskommandos an Kriegsfreiwillige.

Das Schloß des Baitenbergers. Tic Neue Fricdbergcr Tages­zeitung ist demokratisch geworben. Ihr Habens die Battcnberger Prinzen und der Zar besonders angetan. Auch gestern lasen wir t» ihren Spalten solgenden geharnischten Artikel:Wie wir aus

zuverlässiger Seite wisse», ist das Angebot der Frau Gräfin von Erbach-Tchönberg, das Schlosi Heiligeuberg den Zwecken des Roten Kreuzes dienstbar z» machen, einzig und allein der Absicht ent­sprungen, dadurch einer drohende» Sequestration des Schlosses vorzubeugcn. Als die Gräfin keine Gegenliebe gesunden hat, reiste sic schmollend von Schönbcrg ab. Wenige Tage daraus bemühte sich der Justizrat Kleiusch,nibt von Tarmstadt in langatmigen Aus­führungen zu beweisen, bah das Schlosi Heiligeuberg zu Jugenheim nicht dem englischen Admiral und Landesverräter gehöre, sondern als Familiencigcntum der Battenberger, zu denen auch die Gräfin Erbach-Schönbcrg gehört, zu betrachten sei. Auch das ist nicht zu- tressend; zu der Zeit, als Justitrat Kleinschmidt seine Erklärung vcrösscntlichtc, ist cs wohl der Fall gewesen. Man hat nämlich, um einer drohenden Beschlagnahme vorzubcugen, das Schlosi schleunigst auf de» Rainen der Familienangehörigen eingetragen. Bei Ausbruch des Krieges gehörte das Schlosi den, Prinzen Ludwig von Battenberg allein. Aus dem Grundbuch dürste sich diese Tat­sache leicht festflellc» lasicn. Inzwischen hat der Landtagsabgeord- ncte Dorsch bei dem Grosih. Etaatsministcrinm zu Darmstadt be­antragt, das Schlosi Heiligeuberg bei Jugenheim durch den hessi­sche» Staat beschlagnahmen zu lasten. Unterm 2. September kam die Antwort des Staatsministers, baß das Staatsministcrium nicht in der Lage sei, dem Gesuche eine weitere Folge zu geben, da selbst­ständige Anträge eines Mitgliedes der Stände schriftlich bei der Kammer, der das Mitglied angehört, eiuzurcichcn seien. Landtags- abgcordnetcr Dorsch wird daher, wie wir erfahren, einen dies­bezüglichen Antrag in der Zweiten Kammer cinrcichen."

Bertrauenspersoncn sür die Kriegskindcrpslege gesucht! Ter Hilfsvcrein Tcutschcr Frauen zum Besten der Kinder im Felde stehender Männer sucht im ganzen Reiche, in Stadt und Land, frei­willige Helferinnen als Vertrauenspersoncn zur Errichtung von Zweigstellen und als Mitarbeiterinnen. Meldungen werden a» die Vorsitzende Frau Else von Rothe, Berlin W. (56, Preußisches Herrenhaus erbeten

Warnung vor Schwindler». Der Grundstein veröffentlicht in seiner Nr. 35 folgendes:Während des Krieges mästen die Kassie­rer der Zweigvereine mehr als je Vorsicht walten lasten, damit der Verband nicht durch irgendwelche Gauner geschädigt wirb. Mit welcher Frechheit jetzt vorgegangen wird, zeigt folgender Fall: Im Zweigverein Rotenburg i. H. kamen drei gut gekleidete Männer, anscheinend Maurer, zu der Frau unseres Kassierers Göz, der ein- ge,zogen ist. Sic legten eine angebliche Vollmacht vom Verbauds- vorstand vor und verlangten das gesamte Material des Zweigver- cins mit de» Geldern und Wertsachen der Lokal- und Hauptkaste, ivcil ja augenblicklich doch die meisten Mitglieder eingezogcn wäre» und sich die Fortsiihrnng des Zweigvereins vorläufig nicht lohne. Tie Burschen mutzten in diesem Falle mit leeren Händen abziehen. Der Fall zeigt, basi in den Zweigvereincn die größte Vorsicht am Platze ist. Zweigvereinskassicrer oder deren Frauen möge», wenn ihnen verdächtige Burschen nahen, diese sofort festnchmen lasten. Wenn der Berbandsvorstand jemand mit der Kontrolle der Kaste eines Zwcigvercins beauftragt, so wirb bas entweder ein bekanntes Vorstandsmitglied oder der Bezirksleiter sein."

Zahlungsfristen sür Wechselschuldner. Von der Handels-

t a m m cr wird uns folgendes geschrieben: Durch Verordnung

vom 6. August 1914 hat der Bundesrat die Fristen für die Vor­nahme einer Handlung, deren es zur Ausübung oder Erhaltung des Wcchsclrcchts oder des Regreßrechts aus dem Scheck bedarf, bis auf weiteres um 30 Tage verlängert, soweit sie nicht am 31. Juli 1014 abgelaufen waren. Den Wechsclgläubigern ist cs dadurch möglich, ihre» Schuldnern 30 Tage Kredit zu geben, ohne daß sic befürchten müssen, ihren Regreß gegen die Vvrmänner zu verlieren. Es scheint nun vielfach die Meinung verbreitet zu sein, daß auch der Wechselschuldner einen gesetzlichen Anspruch auf die verlängerte Protcstfrist habe: diese Auffassung ist aber durchaus irrig. Wohl aber muß cs als dringend wiinschenwert bezeichnet werden, daß der Wcchsclgläubjger auf die durch den Zwang der gegenwärtigen Verhältniste gcschasfcne» Rotlage des soliden Wechsclschuidners in tunlichst weitem Umfange Rücksicht »in, m t. Eine solche Rück­sichtnahme ist um so mehr geboten, als auch die Gerichte in bürger­lichen Rcchtsstrcitjgkcitcu Zahlungsfristen bis zu drei Monaten bewillige» und, falls eine Zahlungsfrist nicht bestimmt ist, die Voll­streckung in das Vermöge» des Schuldners für die Dauer von längstens drei Monaten einstcllcn können.

Theater-Eröffnung. Bekanntlich begann die Spielzeit bei innerem Ttadtthcater regelmäßig am 1. Oktober jeden Jahres. Von den zuständigen Stellen ist die Frage erörtert worden, ob cs angesichts des Kriegszustandes überhaupt angezcigt sei, das Theater zu erösfnen, da cs schiverlich besucht werden würde, weil viele Familien in Trauer versetzt, andere wieder in ungünstige wirtschaftliche Lage geraten seien. Man kam aber dochach ein­gehender Besprechung dazu, den Thcaterbetrieb nicht ganz cin- schlascu zu lasten, sonder» am 1. November die Spielzeit zu cröfsncn. ES sollen nur zwei AbonnemcntSabcndc statt bisher drei eingerichtet und ausierdcn, natürlich Sonntags gespielt werden. F ii r die Eröffnung des Theaters auch während des Kriegs­zustandes sprachen eine Reihe Erwägungen. Würde man es den ganzen Winter gcschlosten halten, so trage das Theater überhaupt dauernden Schaden davon, weil ein Teil des Publikums sich des Theaterbesuchs wieder ganz entwöhne, der ihm Bedürfnis ge­worden fc! und cs liege doch im allgcmcincn Jntcrcstc, das Theater als Erzichpngs- und Bildungsstätte zu erhalten lind da für diesen Winter schwerlich viel andere Veranstaltungen stattfinbcn würden sei das Theater die einzige Erholungsstätte und würde vielleicht mehr als sonst ausgesucht. Nicht zuletzt miistc auch an das Personal gedacht werden, besten Eristenz auch auf dem Spiele stehe. Diese Gründe gaben den Ausschlag für die Eröffnung der Spielzeit zu dem oben angegebenen Zeitpunkt.

Sturm und Regen, lieber dos Wetter der letzte» Wochen konnten wir uns im ganzen nicht beklagen. Herrlich strahlte die Sonne vom wolkenlosen Himmel herunter und kein Bauer konnie sich schöneres Erntewetter wünschen. Daher konute auch die Ge­treideernte gut und rasch cingebracht werden und natürlich wurde auch die Grnmineterntc günstig beeinflußt Seit Samstag ist aber die Witterung »mgeschlagcn, cs kühlte erheblich ab und die Nacht zum Sonntag brachte gehörigen Sturm, und Regen, der gestern noch den ganzen Tag anhielt. So stark ivar der Sturm, daß Ziegel und Tchiescr von den Dächern geweht ivurdcn. Auch zahlreiche Bäume wurde» entwurzelt oder Acste al-gebrochen, letzteres ist z. B. an den Pappeln am Sck>l«chlhasc der Fall, wo ziemlich starke Aeste vom Winde abgebrochen und heruntergeworfen imirden. Großer Schade» ist an den Obstbäuinen «gerichtet. Mastenhaft sind Acpfel, Birnen und Zwetschen herunlergeschüttelt worden und d>r von den, Fallobst immer ein großer Teil zugrunde geht, ist bedeutender Schaden ver­ursacht worden. Den Obstbaunibesitzern ist z» raten, für das Aus­lesen des Obstes sofort besorgt zu sein, da dieses bekanntlich schnell verdirbt.

Gegen de» verfrühten Siegesjubel. Mit folgende,, vernünftigen lind sehr notwendigen Benrcrkungen leitet der Kriegsberichterstatter Tr. Rongard seinen am 6. September aus dem Großen Hairpt- gnarlicr abgesandten Bericht ein:Tie erste Periode des Krieges auf dem westlichen Kriegsschauplatz nähert sich ihren, Ende. Der Aufmarsch der verschiedenen Armeen ist de», aufgcstelltcn Plane ent­sprechend bnrchgcsührt, und die Franzosen sind, ebenso wie die Bel­gier und Engländer, Überall geschlagen worden. Unsere Erfolge

sind »ngeheuee imd irbertrefsen weit das, was wir erhofft haben. Allein sic find noch keine endqiltigcn. Die feindlichen Armeen im Westen sind wohl geschlagen, aber noch nicht vernichtet. Wir haben noch nicht, wie im Kriege von 1370, ganze Armeen gefangen ge­nomine». Die Gegner sind noä> innner in der Lage, sich aufs neue zu sammeln, und sind auch dabei, es zu tun. Ein neuer Kricgsplan muß ausgestellt werden, und wir dürfen uns nicht darüber hinweg- tänschcm daß uns noch schwere Kämpfe bevorstchen. Rach allen de» vielen und großen Erfolgen kann cs auch »ns zuftoßen, daß wir an irgend einer Stelle Mißerfolge verzeichnen müstcn. Beizeiten uns dies vor Augen halte», ist unsere Pflicht, damit nicht Rückschläge irgendwelcher Art den frohen Siegesjubel in sein E5egeirteil ver­kehren können und wirtschaftliche Schäden im Gefolge haben. . .

Liebesgaben aus Preungesheim. 187 Gefangene des Straf- gcsängnistcs Preungesheim haben aus ihrem Arbeitsverdienst ins­gesamt 000 Mark für das Rote Kreuz und 253 Mark für die in Ostpreußen durch den Krieg Geschädigten zur Verfügung gestellt. Irgend eine Anregung hierzu mar von keiner Seite erfolgt. Die Summe würde wesentlich höher sein, wenn nicht die Direktion viel­fach die gestifteten Beträge gekürzt hätte um das Arbeitsverdienst den Gefangenen selbst oder ihren Angehörigen zu erhalten. Ein­zelne Gefangene haben Beträge von 30 und 10 Mark gespendet.

Hcuchlhcim. Aus unserem Orte ist noch der Zimmermann Aug. Volkmann im Kriege gefallen. Er ivar zuletzt in Monta­baur beschäftigt und stand bei einem rheinischen Regiment. Rach «in anderer, von hier stammender Krieger, namens Wagenbach, soll durch unvorsichtiges Handl>abeii einer Granate (wahrscheinlich handelte es sich um einen sogen. Blindgänger) tödlich verletzt wor­den sein.

X Darmstadt 12. Sept Reue Kriegsbeute der Hessen von, Schlachtfoldc in Frankreich kam gestern hier iu etwa 50 Kanonen an. Der Griesheimer Exerzierplatz wird teilweise zu einem Gefangenenlager sür 10000 Mann derzeit herge- richtet. Das neue große Militärlazarctt, das erst 1010 fertiggestellt sein sollte, wird jetzt in, Bau so beschleunigt, daß cs wohl im Dezember dieses Jahres schon seiner Bestimmung zuge- ftihrt werden dürfte.

Prell Wetzlar.

XKricgSbrotc" hatten auch die Wctzlarer Bäcker ge­backen, wie aus einer Bekanntmachung des Bürgermeisters hcrvor- gehi. Danach wurde bei einer Revision in vielen Fällen «in be­deutendes Mindergewicht bei den: Brot festgcstellt, das regel­mäßig 3)4 Pfund wiegen soll. Ter Bürgermeister setzt dotier Höch st preise für Brot fest und .zwar Weißbrot 00 Psg., Gemisch- tes Brot 55 Pfg., Roggenbrot 53 Pig. für den 354 Pfund-Laib. Die Preise mit Gewichtsangabe sind in den Verkaufsstellen auSzuhängen. Wo das Gewicht oder die Preise nicht «ingehalien werden, sollen die Waren beschlagnahmt und die Namen der Geschäftsinhaber ver­öffentlicht werden,

h. Verstorbener Krieger Im Lazarett in Ehri ngshan sen starb der Grenadier Wilhelm Gebauer, der dort, ivie in der Samstagnummer der Oberst. Volksztg. erivühnt wurde, an einer furchtbaren KoPsverictziing dar»! oder lag. Er stand bei dem 10, Grenadier-Regiment und stammte aus Schlesien.

KriegsversorWiq der Witwen und Waisen.

Gesetzlich ist die Unterstützung der Witwen und Waisen der im Kriege gefallenen Soldaten geregelt. Die Angehörigen der im Felde gefallenen oder infolge einer Kriegsdicnstbeschädigung ge­storbenen Offiziere und Soldaten erhallen danach Unterstützung. Denn cs sich »m den Tod infolge einerKriegsdienstbeschädigung" handelt, wird Unterstützung nur gezahlt, sofern der Tod vor Ab­lauf von 10 Jahre» »ach dem Friedensschluß erfolgt. Als Ange­hörige gelten Witwen und eheliche oder legitimierte Kinder. Es kann aber auch den Verwandten aufsteigendcr Linie für die Dauer der Bedürftigkeit ein Kriegs c l t c r n g e I d gewährt werden, wenn der verstorbene Kriegsteilnehmer vor Eintritt in das Feld­heer oder nach seiner Eiillaflung aus diesem ihren Lebensunterhalt ganz ober überwiegend bcstritien hat. Die Höhe des Kriegs­witwengeldes richtet sich danach, ob der Witwe für den Todesfall ihres Mannes eine auch für die Friedenszeit geltende Versorgung znsteht. In diesem Falle beträgt die Unterstützung für die Witwe eines Gemeinen oder einer andere» Person des Untcrpersonals 100 Mark; swenn der Witwe tcinerlci andere Unterstützungen zu- stehcn 100 Mark): für die Witwe eines Sergeanten, Unteroffiziers, Zugführer-Stellvertreters oder SektionSsührcrS der freiwillige» Krankenpflege oder eines Unterbeaniten mit einem pensionsfähigen Dicnstciiikoinmcn von 1200 Mark und weniger: 200 Mark, iwcn» der Witwe keinerlei andere Unterstützungen zustchen 500 Mark): für die Witwe eines Feldwebels, Vizefeldwebcls, Scrgeanlen mit der Löhnung eines Vizefeldwebels, Zugführers der freiwilligen Krankenpflege oder eines Unterbeaniten mit pcnsionßsähigem Dicnsteiiikoniine» von über 1200 Mark: 300 Mark (wenn der Witwe keinerlei andere Unterstützungen zustchen 600 Mk.>: sür die Witwe eines Hauptmanns, Oberleutnants, Leutnants oder Feld- ivcbcllciitnants 1200 Mark: sür die Witwe eines Stabsoffiziers 1500 Mark lwcnn der Witwe keinerlei andere Unterstützungen zu- stehcn 1600 Mark): für die Witwe eines Generals oder eines Ossizicrs in Generalstellung 1500 Mark, lwcnn der Witwe keiner­lei andere Unterstützungen zustchen 2000 Mark),

Das Kriegs w a i s c n g c I d beträgt für die Waisen, denen beim Tode des Vaters auch in Fricdcnszeitcn Unterstützungen zu- kommcn, für jedes elternlose Kind einer Militärperson der Unter­klassen eines Angehörigen der freiwilligen KriegSkrankenpflege oder eines Unicrbcamlcn: 110 Mark lwcnn keine andere» llntcrstüyun- gcn zu beanspruchen sind, 210 Mark): für jedes vaterlose Kind

einer Militärperson der Unterkiasicn, eines Angehörigen der frci- willigen Krankenpflege oder eines Unicrbeamten 108 Mark: lwcnn keine anderen Unterstützungen zu beanspruchen sind 188 Mark): sür jedes elternlose Kind eines Offiziers 300 Mk.; sür jedes elternlose

Kind eines'Offiziers/der nicht eme'RegtmeuISkoinmank-urskellunr inne hatte, 300 Mark, für jedes elternlose Kind eines Generals oder eines Stabsoffiziers in Generals- oder Rcgimcntskvmmgn- denrstellung 225 Mark: für jedes valerlosc Kind eines Offiziers' 200 Mark: für jedes vaterlose Kind eines Ossizicrs, der nicht eine Regimentskommandeurs,eliung inne hatte, 200 Mark: fün.cdes vaterlose Kind eines Generals oder eines StabsossizierS ir !»>cne- rals- oder Regimentskommandcurstellung 150 Mark.

Das Kriegs c l t e r n g e l d beträgt jährlich höchstens a für den Vater und jeden Oiroßvatcr. für die Mutter und jede Großmutter eines Offiziers 150 Mark, b) für den Vater und jeden Großvater, für die Mutter und jede Großmutter einer Militärperson der Untcrkiasien, eines Unterbeaniten oder eines Angehörigen der frei- willigen Kriegskrankenpflegc 250 Mark.

Die oben angeführten Sätze werden auch an die Hinterbliebc- iien der bei der freiwilligen KriegSkrankenpflege im Kriege beschäf­tigten und gesallcnen Personen bezahlt.

Telegramme.

Die fünftägige Schlacht bei Lemberg.

WB. Wien, 13. Sept. Amtlich wird gemeldet: In der Schlucht bei Lemberg gelang cs unseren an und südlich der Gvrdcckcr Chaussee eingesetzten Streitkrästcn, den Feind »ach fünf tägigem heißem Ringen znrückzudrängc», 10 000 Ge- sangcnc zu machen und zahlreiche Geschütze zu erbeuten.

Tiefer Erfolg konnte jedoch nicht voll ausgcnutzt werden, da unser Rordslügel bei Rawa Ruska von großer Uebermacht! bedroht wurde, die über die neue russische Grenze sowohl gegen die Armee Tankl als auch in dem Raume zwischen dieser Arincc und dem Schlachtsclde von Lemberg vordrang.

Angesichts der sehr bedeutenden Ueberlegenheit des Feindes war es geboten, unsere schon seit 3 Wochen fast un» unterbrochen heldenmütig kämpfende Armee in einem guten Abschnitt zu versammeln und für weitere Operationen bereit zu stellen.

Ter Stellvertreter des Chefs des Gcneralstabs: v. Höser, Generalmajor.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers zu Franks Tode.

Vom Stellvertreter des Reichskanzlers, Staatsminister Dr. Delbrück, ist bei dem Präsidenten des Reichstags ein Schreiben folgenden Inhalts eingegangen:2m Kampfe um Deutschlands Verteidigung fiel als erstes Mitglied des Reichstags Abgeordneter Ludwig Frank auf dem Felde der Ehre; er besiegelte damit die Gesinnung, die er durch Eintritt als Kriegsfreiwilliger bekundet hatte, mit dem Tode. Ew, Hochwohlgeboren beehre ich mich zu ersuchen, dem Reichstag den Ausdruck meiner wärmsten Teilnahme an dem Verluste, den er durch den Tod Franks erlitten hat, zu übermitteln."

Eine neue Schlacht in Frankreich.

IVB. Berlin, 13. Sept. «Amtlich.) Auf dem westlichen Kriegsschauplatz haben die Operationen, über die Einzel- hcitcn noch nicht veröffentlicht werden können, zu einer neuen Schlacht geführt, die günstig steht. Die von dem Feinde mit allen Mitteln verbreiteten, für uns ungünstigen Rachrichtrp sind falsch.

Ein Anssall aus Antwerpen zurückgcwiesen.

In Belgien ist heute ein Anssall aus Antwerpen, den drei belgische Divisionen unternahmen, zurückgeschlagen worden.

Verantwortlicher Redakteur: F. Vetter«, Gießen.

Verlag von Krumm & Cie, Gießen,

Druck: Verlag Offcnbacher Abendblatt. G. m. b. H., Osfenbach a. M.

Wochcttmarktpreise in Gietze«

am 12. September 1911

Butter per Pfd. 1.101.20 Mk. Milch Liter 22 Pfg.

Hühnereier Stück 910 Psg Gänseeicr Stück Pig,

Käse Stück 68 Pfg.

Käsemotte 2 Stück 58 Pfg.

Tauben per Paar 0.801.20 'Ulf.

Hühner per Stuck 1.201.80 Mk. Hähne per Stuck 1.502.t>0 Mk. Gänse per Pfuud 0.000 00 Pfg. Enten per Stück 0.00- 0.00 Mk. Olhscnflcisch per Pfd. 0.860.92Mk. Kalbsieisch per Pfd. 8690 Psg.

Kuh- u. Rinds!, per Pfd. 8081 Psg. Schweincsicffch per Pfd. 7090 Pfg. Lammclsieisch per Pfd. 7096 Pfg. Kartoffeln p. Ztr. 1.001.30 Mk. Neue Kartoffel» p. Pfd. 15 Psg.

Zwiebeln per Pfund 68 Blumenkohl per Stet. 1591 Pfg Grüne Bohnen p. Pfd. 101 Psg Gelbe Rübchen Päck 56 ,

Kohlrabi Stck. 56 P,g.

Römiichkohl Päkchc» 58 Ptg. Gurken Stck. 1015 Psg.

Gurken, kleine Stück 35 Pfg.

im Hundert 23 Mk. Weißkraut p. Haupt 1020 Pfg. Kopfsalat per Kopf 25 Pfg, Aepfct per Psnnd 1015 Pfg. Birnen Pfund 1220 Pfg.

Pfirsiche Pfd. 2530 Pig.

Falläpsel Psd. 5-6 Psg.

Ncineklauden Pfd. 1011 Pfg, Zwetschen Psd. 78 Pfg

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