Ausgabe 
14.9.1914
 
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zweifellos Picle Tage fccntcrn und viele verschiedene Phasen haben. Wir müssen »ns daher hüten, Tcilsicge als end­gültige Ergebnisse zu betrachten. Das Einzige, was wir tun können, ist unbedingtes Vertrauen zum Heer und seinen Führern zn haben. Gegenüber einem so fürchterlichen Gegner, wie das deutsche Heer, kann man nicht von einem Siege sprechen, ehe er nicht entschieden ist."

französische Phantasiegebilve.

Französische Flieger haben, ime holländische Blätter Mitteilen, über Lüttich Flugblätter hcrabgcworfen, die folgende Ausgeburten krankhafter Phantasie enthalten:

Nachdem die Franzosen Metz, Slrahburg und Mülhausen genommen haben, dringen sie in Baden und in die Pfalz ein. Die Häfen von Hamburg. Altona, Kiel, Lübeck und Stettin haben sich nach einen« Bombardement durch die sranzösisch-englische Flotte übergeben. Tie Besetzung von Namur hat einer unmög­lichen Anzahl von deutschen Soldaten des Leben gekostet. 50 WO Deutsche sind gefangen genommen, ttz Feidteveterien und eine große Anzahl Maschinengewehre fielen den Belgiern in die Hände. Bei Rüpel ist ein Zeppelin heruntcrgcjchofleu worden, das 81. russische Armeekorps rückt schnellstens aus Berlin vor, die Provinzen Schlesien und Posen sind durch zahlreiche japanische Regimenter besetzt worden.

Dieser Kriegsbericht endigt mit den Worten: Mut, und wenn wir sterben sollen! Es lebe Belgien und sein König! Es leb« Frankreich und England!

Die Licgesbeute der Bülowschen Armee.

Hannover, 11. Sept. Generaloberst von Bülow erlief; nach den siegreichen Kämpfen vom 26. August einen Tages­befehl an seine Truppen, der erst jetzt bekannt wird. Der Generaloberst gibt darin bekannt, daß der Kaiser ihm ,die vollste Zufriedenheit der bisherigen Leistungen der Armee ausgesprochen habe. In rastloser Verfolgung hätten die Truppen den Feind vor sich hergetrieben und dabei noch den Engländern Schläge versetzt, die diese übermütigen Gesellen sobald nicht vergessen werden. Reich war die Beute: 6 Fahnen, 59 Geschütze, 55 Maschinengewehre, 6800 Waffen, 80 Fahrzeuge und 10 400 Gefangene.

Die Verwundeten in Frankreich.

Eine Korrespondenz der Gazeiia bei Popo io aus Dijon schildert die frauzöschc Kriegssührung und erklärt dabei:Das deutsche Ge­schoß hat die Eigenschaft, wenn es kein« Lebensorgauc verletzt, nur sehr leichte Berwundungen hervor;,,rufen, selbst Knochenver­letzungen sind meist gmartig. Ein Miiitäarzt erzählte mir von Sol­daten, die durch den Unterleib geschaffen sind und deren Wunden ohne irgcndivclche Operationen heilen." Darm sagt der Korrespon­dent weiter:Fch sah auch Offizier«, einen bayerischen Infanterie- oberst, einige junge Ulaucuossizierc und einen preußischen Artillerie­hauptmann: sie kauerten in Wageneckcn unter den Bajonetten ihrer Wächter und bewahrten dabei die Würde, die Gebildete niemals verläßt. Von diesen deutschen Gefangenen sind viele schwer ver­wundet. Gleichwohl schafft man sic nach den fernsten Garnisonen. Sterben sie auf der Reis«, so ladet mau sie einfach an der nächsten Station aus. Der Wahrheit dre Ehre: den sranzösischen Verwun­deten geht es in Frankreich auch nicht viel bester. Ta kommt solch ein Zug von Bich,vagen und Waggons jeder Klaffe heran, von Laternen schlecht erhellt. Eine Menge verstümmelter Krüppel liegen ni den Wagen, olle in übelriechende schmutzige Binden gehüllt. Sie sind glücklich, ihre Glieder dehnen und einen Mundvoll frische Lust schöpfen zu können. Die Schwcrverwundeten bleiben unbeweglich wie Leichen in dein Waggon zurück. In zwei Viehwagen, aus Bahren gelegt, liegt ein Dubcud sehr schwer verwundeter Deutscher. Die Bahnbeamten beugen sich mit ihren Laternen grinsend über sie." Tic Meldungen des italienische» Blattes über die Wirkungen der deutschen Kefchosse iverden durch einen Bericht bekannter hol­ländischer Chirurgen bestätigt, die die hauptsächlichsten Lazarett- stattonen Frankreichs besuchten und erklären, daß die Wunden der dort liegenden Soldaten, soweit keine Verletzungen der wichtigsten Organe vorliegeu, durchweg gutartig seien und schnell heilen.

Ein französisches Lazarett.

WB. Berlin, 11. Sept. sNichtamtlich.) In dem Briefe eines höheren deutschen Sanitätsosfizicrs, der zurzeit dem Lazarett einer lothringischen Stadt vorsteht, die drei Tage in den Händen der Franzosen war, heißt cs: Tic Franzosen haben in kindischster und rasendster Wut alle Wohnungen der deutschen Beamten und Ofsi- ziere zerstört und alles in nicht wiedcrgebbarcr Weise beschmutz!, und sie haben selbst aus dem Lazarett einen direkten Tchweincstall gemacht. Die französischen Kranken erzählen, daß sich di« fran­zösischen Acrzt« mn ihre eigenen Kranken nicht bekümmerten und Sektgelage abhielten, während die Verwundeten Qualen litten. Nur ein StabStzrzt machte eine rühmliche Ausnahme. Einwohner sagten, die drei Tage der Franzoscicherrschast hätten mehr als die ganzen 43 Jahre deutsche Herrschaft germanisiert. Die sranzöstschc» Verwundeten sind dankbar, daß sic in dem deutschen Lazarett Pflege und Wartung finden. Die Krankenschwestern und Krankenpfleger haben 1100 neue Betten eingerichtet.

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 59

Obwohl das Fräulein mit der ernsthaftesten Miene sprach, war Marstrand doch überzeugt, daß sic sich wirklich zu einer Spötterei hcrablicß. die er ihr nicht zutraute; ihr Vater schien jedoch von der Schilderung sehr erbaut zu fein. »Hast recht. Mädchen!" rief er.leben still und gottesfürchtig unser bescheidenes Leben, ohne Spektakel und Aufsehen ' zu machen. Nicht einmal die Familien kommen zusammen," fuhr er mit freudiger Genugtuung fort,ist eine Seltenheit, »nenn sie sich besuchen, um eine Schüssel frischen Scy oder Syld zu verzehren."

Echt bergisch Blut", sagte Hanna,läßt die Linke nicht wissen, was die Rechte tut."

Prächtig, Mädchen, prächtig!" fiel Fandrem ein.So ist unser Wesen, sind uns selbst genug in unserer eigenen Ge- sellschaft. Es geht doch nichts über die richtige Erziehung. Herr", rief er mit einem Liebesblick auf seine Tochter.Füllt EuerGlas und helft Euch zum besten Rippenstück. Wir trinken mit unseren Gästen gern, so lange sic wollen, aber wir laden eher den Satan ein als einen dänischen Rotrock."

Ruh!" sprach Helgcstad,sehe in Bergen denselben Wi­derwillen gegen die Rotröckc, den wir im Norden gegen Finnen und Lappen haben , die in unsere Häuser dringen und sich uns angenehm machen wollen."

Es ist schlimmer, Niels, es ist schlimmer!" sagte Fandrem, dem der Wein in den Kopf stieg.Ein Lappe ist ein garstiges Tier, aber er ist ein nützliches Wesen, das ar­beiten kann, sogar im stände ist, Handel und Geschäfte zu treiben, Geld zu sammeln, seine Zeit Gott wohlgefällig zu verwenden, und das seinem Mitmenschen nichts kostet, vicl- niehr diesem Gelegenheit zn Gewinn und Vorteil gibt. Was aber Hai ein Soldat jemals der menschlichen Gesellschaft Nutzen gebracht? Sind du Drohnen ini Bienenkörbe Niels,

Die Kriegs,nilliarden.

Die Regierung geht jetzt daran, die ihr am 4. August vom Reichstag bewilligte Anleihe von 5 Milliarden Mark zn

realisieren.

Das Wort des alten Montccucilli von den drei Dingen, die zum Kriegführen gehören, nämlich Geld, Geld und »och einmal Geld, gilt auch heute noch, nur hat es eine wesentlich andere Bedeutung. Jener Feldherr des dreißigjährigen Krieges hatte es mit Söldnertruppen zu tun und wußte ge­nau, daß der Grundsatz gilt:5km Gold, keine Schweizer." Auf Papiere ließen sich die Landsknechte nicht ein; bekamen sie nicht blanke Taler und Goldfüchse in die Hand, dann mach­ten sie einfach nicht mehr mit. Auch die Schwertfeger und Büchsenmacher verlangten blankes Geld und soweit der Staat eigene Geschützgießercien hatte, mußte er das Material bar bezahlen. Wenn also der Feldmarschall von Geld spricht, meint er bares Gold und Silber. Heute liegt die Sache in­sofern anders, als es soviel Metallgeld, wie die Staaten zum Kriegführen brauchen, wenn sie alles bar bezahlen woll­ten, überhaupt nicht gibt. In Deutschland z. B. sind an Goldmünzen vom Jahre 1872 bis Ende 1913 rund 5116 Mil­lionen Mark geprägt worden und rund 181 Millionen wieder cingezogen worden, so daß 4935 Millionen gemünztes Gold in den Verkehr kamen. Wie viel von diesen Goldmünzen außer Landes gingen, wie viel eingeschmolzen, wie viel ver­loren gegangen sind, weiß inan nicht. Sicher sind aber er­heblich weniger als für 5 Milliarden Mark Goldmünzen im Umlauf. An Silbermünzen bleiben, wenn man die Ein­ziehungen berücksichtigt, rund 1,1 Milliarden, von denen aber wieder ein Teil auf diese oder jene Weise aus dem Verkehr verschwunden ist. Es könnten also die fünf Milliarden Mark, die das Reich als Anleihe aufnehmen will, garnicht aufge­bracht werden. Aber es kommt auch garnicht darauf an, sondern die Anleihe ist eine Krcditoperation, bei der dem Staate die Verfügung über einen Teil des Reichstums des Landes zugesprochen >vird. In welcher Weise das geschieht, ist eine besondere Frage.

Das Reich fordert jetzt die Besitzenden auf, ihm Geld zu leihen, und zwar nicht die fünf Milliarden Mark auf einmal, sondern vorerst einen Teil. Das Geld wird verausgabt, fließt der Volkswirtschaft wieder zu und dann kann eine neue An­leihe stattfinden.

Jetzt sollen ausgegcben werden für eine Milliarde Mark Schatzanweisungen. Außerdem werden Anleihescheine angc- boten, indem man die Summe nicht begrenzt, sondern erst abwarten will, wieviel die Kapitalisten davon kaufen wollen. Der Unterschied zwischen den Schatzanwcisungen und den Anleihescheinen besteht darin, daß die ersten gewissermaßen Wechsel sind, die bis zu einer bestimmten Frist einzulösen, sich das Reich verpflichtet; die Anleihescheine dagegen sind Schuldscheine, auf die das Reich sich verpflichtet, Zinsen zu zahlen, aber den Betrag zurückzuzahlcn, behält es sich vor, wann es für gut befindet. Die Verzinsung ist bei beiden Papieren fünf Prozent auf denNominalbctrag, aber die Papiere werden zum Kurse von 97s^ für 100 des Nominal­wertes ausgegeben. Die Schatzanweisungcn sollen in Teil­beträgen von je 200 Millionen Mark vom 1. Oktober 1918 bis 1. Oktober 1920 halbjährlich ausgelost werden und die ausgclosten Stücke werden dann zum vollen Nominalwert eingelöst, d. h. der Besitzer, der 97s^ Mark gab, erhält 100 Mark zurück. Somit bezieht der Besitzer fünf vom Hundert Zinsen, während er 97s^ statt 100 gibt; außerdem macht er noch einen Gewinn von 2% Prozent, wobei je nachdem der Schein ausgelost wird, dieser Gewinn etwas früher oder später, durchschnittlich aber in fünf Jahren erzielt wird. Die durchschnittliche Verzinsung berechnet sich auf 5,63 Prozent. Die Anleihescheine werden mit 5 Prozent verzinst, aber da der Kurs 97s^ ist, so ist die faktische Verzinsung 5,13 Pro­zent. Die Anleihe ist unkündbar bis 1924, es kann also während der nächsten zehn Jahre eine Reduktion des Zins­fußes nicht stattfinden, die Gläubiger sind sicher, in dieser Zeit den hohen Zinsfuß zu erhalten. Nach dem .Kriege dürfte aber voraussichtlich bald der allgemeine Zinsfuß sinken und dann wird die Nachfrage nach derart hochverzinslichen Pa-

und müßten wie diese behandelt werden. Freilich hängen die Weiber ihre Herzen gern an bunte Troddeln, Quasten, und anderen Firlefanz, aber wenn ich meinen Schwiegersohn wühlen sollte zwischen einem Lappen und einem Rotrock, ver­dammt will ich sein, wenn ich dem Lappen nicht den Vorzug gäbe!"

Gelächter und neuer Streit folgte diesen Aeußcrnngen, und ganz so wie am vorigen Abend wurden die Gläser so lange gefüllt und geleert, bis Fandrem sich ins Bett bringen ließ und Helgestad in seine Kammer wankte. Heute schien er sein vollgemessenes Maß empfangen zu haben. Ohne sich um seinen Gefährten zu kümmern, der unter allerlei Mühen ihm endlich auf sein Lager half, sank er in die Kissen und befand sich im nächsten Augenblick schon in tiefem Schlaf oder in Be­wußtlosigkeit.

Nach einiger Zeit löschte Marstrand das Licht aus und öffnete das Fenster. Im Hause war alles still, hinter sich hörte er die langen festen Atemzüge des Schlafenden, unter den Bäumen war es dunkel, aber der Himmel hing voll un­zähliger Gestirne, die ein dämmerndes Licht verbreiteten. Nach langem Bedenken, Horchen und Umhcrschanen stieg Mar­strand in den Garten und ging mit leisen Schritten vorsichtig bis an den breiten äußeren Gang. Eine Gestalt lehnte dort an derselben Stelle, wo Hanna den Stein an der steilen Fels­wand hinabwarf und kam ihm entgegen, als er unter den Bäumen hervortrat. Beim ersten Wort überzeugte sich Mar­strand, daß es sein Freund sei. Der Kapitän war in einen Mantel gehüllt, sein Degen klirrte. Marstrand bemerkte, daß er ihn entblößt in der Hand hielt.

Wie?" fragte er,du bist mit blankem Stahl be­waffnet?"

Eine nötige Vorsicht", antwortete Dahlen, das Schwert in die Scheide steckend.Man würde hier zu Lande wenige Umstände mit mir machen, wenn mau mich zur Nachtzeit hier allein fände. Ein rascher Stoß würfe mich über diese Mauer­brüstung, und wenn l.4) morgen zwischen den Felsen achtzig

Pieren groß sein, so daß den Besitzern die Aussicht winkte(

mit Kursgewinn zu verkaufen.

Somit haben die Eigentümer von Gcldkapital jedenfalls! die Aussicht, durch Herlcihung dieses Kapitals an das Reich ein glänzendes Geschäft zn machen. Tie Frage >st nur, ob? das Reich für Zinsen und Kapital Sicherheit tnctet. Hier^ kommt in Betracht, daß bei eincni siegreichen Kriege Deutsch-, land trachten wird, Kriegsentschädigungen zu erhalten. Dann zahlen die Schulden also die besiegten Völker. Ob diese Lösung möglich sein wird, ist freilich noch garnicht abzusehen. Aber ein Verlust könnte öie Gläubiger nur treffen. Wenn der Krieg mit einer solchen Niederlage enden würde, daß dem Reiche der Staatsbankerott droht. Diese Möglichkeit er­scheint ja wohl nach dem bisherigen Verlauf des Krieges ltn- wahrscheinlich und die Gläubiger können darauf rechnen, dcaß das Reich als ihr Schuldner zahlungsfähig bleibt, daß es selbst, wenn die Einziehung von Kriegsentschädigung unmög­lich wird,'die Zinse» aufbringt aus den Steuern und sonstig gen Einnahmen.

Aber eine andere Frage ist, wer denn nun int Besitz bort Bargeld ist, um cs der Regierung zu leihen. Es kommt da! sowohl das Hartgeld in Frage, als auch die Banknoten, die! Anweisungen auf Gold sind, das in der Reichsbank lagert! Eigentümer dieses Hart- und Papiergeldes sind, abgesehen! von den verhältnismäßig geringen Beträgen, die sich in Häm den der Arbeitcrbevölkrrung befinden, die Geschäftsleute, diü Rentner, die Bankiers. Sie haben zumeist ihr Geld nicht in barer Münze oder Banknoten in ihren Gcldschränken, sondern sie haben es den Banken anvertraut. Zumeist wird also die Operation derart vollzogen, daß jene Kapitalisten, die dem Reich Geld leihen wollen, den Banken den Auftrag geben, von ihreni Gelde die neuen Schuldscheine des Reiches zu kau­fen. Da das Reich dieses Geld alsbald wieder verausgabt, indem cs an die Lieferanten von Kriegsbedarf zahlt, so fließt es wieder in den Verkehr zurück. Ter Effekt ist also nur der! daß nach der Abwicklung der Krcditoperation eine Anzahl Personen, die vorher über Bargeld verfügten, nunmehr Bes sitzer von Schuldscheinen sind, die ihnen Zins abwcrfen.

Es gibt indessen eine andere Schwierigkeit. Die meistrni Eigner von Gcldkapital lassen es nicht bei den Banken liege»! die geringen Zins zahlen, sondern sie treiben Handel mit Wertpapieren, Aktien und Schuldverschreibungen aller Art! In normalen Zeiten vollzieht sich nun die Sache in der Weisel daß jene Kapitalisten, die gewillt sind, ihr Kapital dein Staate zu leihen, d. h. die neuen Schuldscheine z» kaufen! vorher an der Börse ihre Wertpapiere verkaufen. Jetzt funk-t tioniert dagegen die Börse nicht, der Verkauf kann nur er-! folgen durch Vermittelung der Banken. Aber was noch schlimmer ist, ein großer Teil jener Wertpapiere ist zur Zeit! überhaupt schwer verkäuflich. Es befinden sich für ein paar! Milliarden Mark russische Staatspapierc in Händen deutsche« Besitzer, ferner Aktien französischer, russischer, belgischer, eng-j lischcr Unternehmungen, schließlich Aktien von Unternehm-! ungen, die in neutralen Staaten gelegen sind, besonders amerikanischer. Am günstigsten wäre, wenn solche Papiere am das Ausland verkauft werden könnten. Dann würde Kapital deutscher Kapitalisten, das bisher in auswärtigen Papicreru angelegt war, dem Deutschen Reiche zur Verfügung gestellt werden können. Ein solcher Verkauf an Länder, niit deneq Deutschland im Kriege steht, ist nicht möglich, weil die Ham delsbcziehungen abgebrochen sind. Es fragt sich aber, ob nnn in welchem Maße ein Verkauf in den neutralen Länderst möglich ist. Davon wird im hohen Grade der Verlauf dev Kreditoperation abhängen und man darf gespannt sein, wii^ sich das gestalten wird.

Die deutfche Flotte in der Ostsee.

Ungehindert geht in der Ostsee die Schiffahrt an den! deutschen Küsten vor sich und die deutschen Kriegsschiffe stoßen bis in den Bottnischen Meerbusen vor. Dort haben! sie sozusagen vor den Augen der feindlichen Flotte einen! russischen Handelsdampfer aufgebracht und versenkt. Die vor­her an Bord genommenen Passagiere und die Besatzung wur­den in einem deutschen Hafen an Land gesetzt und soweit siü fcindtichcr Nationalität waren, nach dem Vorbild der Gegner

oder hundert Fuß tiefer gefunden würde, legte man michj ohne vieles Bedauern in mein Grab."

Und wem traust du solche Schandtat zu?" fragte Mars strand.

Aufrichtig, diese wie jede andere Schandtat, wenn stej etwas cinbringt, dem dickköpfigen, spitzbübischen Schuft, dep dich hierher gebracht hat."

Und was brächte es ihm ein, wenn er dich aus der WclL

schasste?"

Ich will es dir sagen. Dich läßt er vorläufig am Leben! weil cs ihm Vorteil verspricht, mich möchte er an irgend eineist fußlangen Angelhaken den Haien vorwcrfen, weil meinü Taschen leer sind, sein Säckel aber sie mir füllen soll."

Ich verstehe dich nicht, Henrik", sagte Marstrand.

Warte noch einen Augenblick, so wird es dir klar werden. Ich halte den alten grimmigen Burschen für einen Galgen­strick der ärgsten Sorte, für einen richtigen Abkömmling jener Kinder der Nacht, die nichts sannen und nichts dachten als Verderben der Menschen. Er hat dich hierher geschleppt, erstens, um dir init Fandrems Hilfe deine Fische um einen möglichst billigen Preis abzuschwahen, um dann gemeinsam den Gclvinn zu teilen. Das hast du den beiden Ehren­männern vereitelt; dann aber hat er dich in Fandrems Rechen­buch geliefert und dafür Bürgschaft geleistet, das heißt so viel wie Fandrem hat es ihm geborgt, und kann dafür alle Tage zu dir sagen, scher' dich aus deinem Kram, der nicht dir, sondern mir gehört.

Unsinn!" murmelte Marstrand.Sollte das wirklich seine Absicht sein?"

Der Satan hole den alten Höllenbrand", rief Dahlen lauter,dennoch aber wollte ich, er würfe dich morgen hinaus, damit deine Tollheit ein Ende nähme, als ein freier Mann unter Gaunern und Polarbäre» zu leben."

Und wer hat dir dies alles berichtet?"

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