Ausgabe 
10.9.1914
 
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Bis jetzt oder für immer?

Um die Sympathien des neutralen Amerika für Teutsch- iand zu gewinnen, hat Herr v. Bethmann-Hollwcg jetzt im Namen des deutschen Kaisers ein von uns gestern mitgeteiltes Schreiben an die Berliner Vertreter der beiden großen ameri­kanischen Prcßorganisationen gerichtet. Es liegt dem Kanzler in diesem Falle besonders daran, den Nachweis zu erbringen, dass die Beziehungen zwischen Teutschland und England nicht von deutscher Seite getrübt worden seien, sondern daß die moralische Skrupellosigkeit" der englischen Politik, die um einen Vorwand nicht verlegen war, den Zusammenstoß her­beigeführt habe.

Tie Denkschrift legt dann den Hauptton darauf, daß England durch die Manöver des Sir Edward Grcy an die Seite Rußlands gebracht worden ist und entwirft in knappen Zügen ein Bild von dem unerträglichen russischen Despotismus, der die Freiheit der Völker und der Indi­viduen mit Füßen tritt.

Herr v. Bethmann-Hollwcg sagt nur das, was zahlreiche Engländer auch schon ausgesprochen haben, und in der Tat wird für alle Ewigkeit der Vorwurf am schwersten auf Eng­land lasten, daß es sich ohne Rücksicht auf seine innerpoliti- schcn Grundsätze nicht gescheut hat, Schulter an Schulter mit deni Zaren in den Krieg zu ziehen, an dessen Händen das Blut der Besten seines eigenen Landes klebt. Allerdings, so ganz wohl kann cs der deutschen Regierung ja nicht sein, wemi sie gerade diese Anklage erhebt. Sic hat ihr Herz für die unter dem russischen Despotismus seufzenden Völker und Individuen etwas spät entdeckt, und noch vor einer» Jahre etwa galt die turmhohe Freundschaft zwischen Deutschland und Rußland, d. h. der russischen Regierung, für ein unzer­störbares Gebilde. Wie lange ist es denn her, daß man sich in Berlin in dem Kampf zwischen Unterdrückten und Unter­drückern rückhaltslos auf die Seite der Unterdrücker gestellt hat und diejenigen, die bei uns Schutz vor der Verfolgung durch den Zarisruus suchten, ihren Henkern auslieferte! Wie lange ist es her, daß der Vorgänger des Herrn v. Bethmann von denen, die das Joch des unmenschlichen Despotismus ab- schütteln wollten, höhnisch von den Schnorrern und Ver­schwörern sprach, deren Schlupfwinkel in Teutschland man mit Hilfe jener sauberen Gesellen aufspürte, die die Tätigkeit im Dienste der politischen Polizei vortrefflich mit der des Spions vortrefflich zu verbinden wußten.

Doch wir sind gern bereit, das Vergangene vergangen sein zu lassen, wenn die scharfe Absage an die Reaktion im Osten mehr ist als eine Phrase, mit der das demokratische Amerika geblendet werden soll. Wenn es nicht nur in diesen schweren Tagen, sondern für alle Zukunft hinaus der ernste Wille der deutschen Regierung ist, zwischen sich und dem Zarismus, zwischen ihrer Politik und den russischen Methoden eine unübcrsteigbare Schranke zu errichten, wenn sie darauf verzichten will, diejenigen, die jenseits unserer Ostgrenze um ihre Freiheit kämpfen, als Feinde einer auch von Deutschland zu stützenden Ordnung zu behandeln, so wird sie keine treue­ren und entschlosseneren Bundesgenossen finden, als die So­zialdemokraten. Und daß sie sic nötig haben wird, dürfte auch Herrn v. Bethmann klar sein, denn er weiß so gut wie wir, daß cs nicht an Leuten fehlt, die die momentane Gegnerschaft gegen Rußland sich um keinen Preis zu einer grundsätzlichen Feindschaft gegen das System der inneren Politik des Zaren­reiches auswachsen sehen niöchten.

Die Eroberung von Maubenge.

Berlin, 8. Sept. 3» Seit Berliner Blättern wird die Eroberung von Maubcuge als ein cisrculicher Erfolg gefeiert, wenn er auch nicht mehr überraschend gekommen ist, nachdem man vorgestern hörte, das, schon zwei Forts und deren Zivischcnstcllungen gefallen waren. Wertvoll ist die Mitteilung, daß 40 (>0() Kriegsgefangene und 400 beschütze Tn unsere Hände gefallen sind. Das bedeutet un­gefähr ein ganzes Armeekorps und außerdem wird nun die Be- lagerungsarmee und die Belagerungsartillcric fiir neue Aufgaben frei. In Manbcuge soll der Prinz Ernst von Sachsen-Meiningen

gefangen gewesen sein, der den Franzosen in die Hände gefallen war, nachdem auf einer Feldwache das Pferd erschossen »nH er selbst verwundet morden war. Man vermutet, daß in Maubcuge auch englische Truppen gewesen sind. Nähere Angaben darüber sind aber nicht bekannt.

Ko»servcr»f»inde iit Mo»»tm«vft.

Nach der Franksurter Zeitung fanden die Deutschen die Festung Montmedy in Schmutz und Unrat eingchüllt. Doch wur­den auch größere Menge» guter Lebensmittel vorgcfunden, von denen die Mannschaften mehrere Monate zu leben haben. Di« Vorgefundenen Konserven seien außerordentlich sauber, so daß ihre Verwendung durch unsere Truppen nichts bedenkliches habe. Fer­ner wurden aber auch in der Festung ganze Pakete mit Dum-Dum- Geschoffcn aufgesunden, die maschinenmäßig verpackt waren untz zur Ausgabe an die Truppen bereit lagen.

Frankreichs Nöte von Viviani anerkannt.

WB. Paris, 8. Sept. Jni Ministerrat am 3. September in Bordeaux berichtete Millerand über die militärische Lage. Dann wurde eine Reihe von Fragen beraten, besonders über die Lebensmittclzufuhr. Die Session der Kammer ist ge­schlossen. Ministerpräsident Viviani weist in einem dies­bezüglichen Brief an den Präsidenten der Kammer darauf hin, daß zahlreiche Abgeordnete im Felde stehen, und daß die Nöte, die Frankreich drückten und die sich täglich häuften, der Kammer die Möglichkeit des Zusammentrittes nähmen. Ferner sei Frankreich durch höhere Gewalt und die Ereignisse gezwungen gewesen, den Sitz der Regierung zu verlegen, nur den Widerstand des Landes zu verstärken und auszudehnen.

Neues Truppenaufgebot in Frankreich.

Sonntag würbe ein amtliches Dekret veröffentlicht, das be­stimmt, daß die JahrcSklassen 1914 ausgcbildct und nach Verlauf von einige» Monaten mobilisiert und sofort durch die Jahresklasse 1915 ersetzt werden soll, die ihrerseits in der Weise ausgebildet werde» soll, daß sie, sobald es irgend möglich ist, ohne Verzag ins Feld rücken kann.

Immer noch großmäulig.

WB. Berlin, 9. Sept. Nach dem Lokalanzeiger rechne» di« Pariser Blätter noch immer mit einer Vernichtung des deutschen Heeres unter den Mauern von Paris. Im Petit Puristen werde gesagt: Wann werden die Russen Berlin erreichen? Wenn es ivirkq lich zur Pariser Belagerung kommen sollte, so werde diese Leidens» zeit nur von kurzer Dauer sein. Die Nuffen seien wie die Teufel hinter den Deutschen her und die Deutschen müßten rasch Kehrt machen, um die Russen zurückzuschlagen, die ihnen ins Land ge­drungen sind. Fm Petit Journal findet sich folgender Ausrufe Das Deutsche Reich muß verschwinden! Wir werden den Frieden in Berlin schließen. Wir werden Europa von den Preußen bc, freien! Ist das die Sprache der nationalen Würde und btt nationalen Größe?

Die Aktion in Belgien.

WB. Rotterdam, 8. Sept. Ter Nicuwe Rotterdamschs

Eourvni meldet aus Antwerpen: Deutsche Truppen warseni bei Melle die Belgier nach einem Bombardement zurück. Dia Deutschen stehen nur noch einige Kilometer von Gent. Flücht­linge aus Ostende erklären in Vlissingcn, daß die Beschießung von Ostende bevorstehc. Dreißig Züge mit Flüchtlingen sind von Ostende abgefahren. Die Engländer haben dort gesteritz wieder Truppen gelandet.

Die Königin ver Belgier wieder in Antwerpen.

W. B. Rotterdam, 8. Sept. Die Königin der Belgier ist gestern!

abend mit einem Dampser aus England nach Antwerpen zurückge- kchrt. Die Kinder sind in England surückgedlrebeii.

Eine Feststellung der deutschen Heeresleitung.

WB. Großes Hauptquartier, 8. Sept. Immer wieder, finden unsere Truppen auf der ganzen Front bei den ge­fangenen Franzosen und bei 62 Engländern Dum-Dum-Gc- schosse in fabrikmäßiger Verpackung, wie sie von der Heeres­verwaltung geliefert sind. Diese bewußte grobe Verletzung der Genfer Koyvcntion durch Kulturvölker kann nicht scharf genug verurteilt werden. Das Vorgehen Frankreichs und Englands wird Teutschland schließlick zwingen, die bar­barische Kriegführung seiner Gegner mit den gleichen Mitteln zu erwidern.

Dieser Verlust ist in seiner weittragende» Bedeutung zurzeit un­übersehbar. Es wäre besser gewesen, ich hätte an seiner Stelle das Opfer der seindlichcn Kugel sein können.

Und doch ist Frank der Liebling des alternden Bebel und der Liebling der Götter nicht umsonst in den Tod gegangen. Sein Genius leuchtet seiner Partei voran nicht weniger glän­zend, als die Gestalt Lassalles aber reiner, markiger, der Erd­scholle des deutschen Heimatdorfes näher verbunden.

Uns allen aber, die wir ihn liebten weit über seine Partei hinterläßt sein Tod ein Vermächtnis, dessen Vollstreckung uns Pflicht ist: die höchsten Mcnschhcitszicle zu verfolgen durch Dienst am Vaterland bis zum letzten.

Prof. v. Schulzc-Gacvernitz, M. b. R.

Nachrufe der Presse.

Die Frankfurter Zeitung erhielt über die Nachrufe in den führenden Berliner Blättern ein Privattclcgramm, in dem cs heißt:

Ter Heldentod des sozialdemokratischen Abgeordnete» Tr. Fvank wird von de» Blättern aller politischen Richtungen mit tief empfundenen Worten gewürdigt wie der eines Blutzeuge» für die große Parole, mit der Deutschland in diesen Krieg gezogen ist: gibt keine Parteien mehr, cs gibt nur noch Deutsche!" Und so wird man dieses gefallenen Führers der Sozialdemokratie auch ge­denken, wenn der deutsche Reichstag wieder Zusammentritt und die Zahl derer übersieht, die aus seiner Mitte mit ihrem Leben ihre Liebe zum Vaterland betätigt haben. Die Mitteilung einzelner Zeitungen, daß Frank beim Beginn des Krieges eingctretcn sei, um auf Avancement Zu dienen, ist natürlich irrig. Ans Avance­ment dient ein Mann von 40 Jahren nicht mehr, der 20 Jahre früher als Einjährig-Freiwilliger seiner Militärpsiicht genügt hatte: Frank war Landsturm mit Waffe. Sein Mut und seine Vaterlandsliebe haben ihn wie manchen anderen veranlaßt, um Einstellung i» die aktive Armee zu bitten, und so ist er an die Front gekommen.

Selber schreibt der Frankfurter Zeitung:

Die deutsche Sozialdemokratie, insbesondere die badische, er­leidet durch den Tod des Abg. Frank eine» herben Verlust. Aber auch weit über diese Kreise hinaus wird man cs lebhaft bedauern, daß eine französische Kugel diesen Mann getroffen hat. Er wac einer der fähigsten Führer der deutschen Sozialdemokratie und eine Persönlichkeit, deren faszinierender Art sich kaum jemand, der ihn kennen lernte, entziehen konnte. Ein starker Idealismus er­füllte ihn, und dieser Grnndziig seines Wesens führte ihn auch als Kriegsfreiwillige» in die Reihen der Kämpfer fürs Vaterland. Ein bedeutender Mensch, der vielleicht noch eine große Zukunft gehabt hätte, ist auf dem Felde der Ehre gefallen.

Und von den Partciblättcrn schreibt der Vorwärts:

Ein tragisches Geschick. Tenn gerade Frank hatte in den leb­ten Jahren mit all keiner Energie die Politik der deutschen Sozial­demokratie gefördert, die auf eine Verständigung mit dem fran­zösischen Volke gerichtet war. Er hat hervorragenden Sliiteil an dem Zusammenkommen iener Berner Konferenz, wo sich zum erstenmal deutsche und französische Volksvertreter vereinigten, um das Werk der Annäherung und Versöhnung zu fördern, die schon Bebel und Janres förderten, um den Zusammenstoß zu vermeiden.

Run ist der Zusammenstoß doch gekommen und hat unter seinen Trümmern auch Ludwig Frank begraben.

Die deutsche Sozialdemokratie verliert in ihm einen Mann, der mit großer Tatkraft und unermüdlichem Eifer für ihre hohen Ideale cintrat, Frank war der beste Redner des Deutschen Reichs­tages, sein schönes, volles Organ füllte mühelos den gewaltigen Raum; seine Schlagfcrtigkeit und seine feingeschliffencn Witze schärfte die Polemik.

Frank war auch ein Meister in der Kunst, polemische Situatio­nen rasch zu erfassen, er wußte sie mit nie versagender Schlagfcrtig- kcit auszunutzen, Frank war ein unermüdlicher Arbeiter in den Kommissionen. Außer im Reichstag hat er auch als badischer Landtagsabgeordnctcr und als Mannheimer Stadtverordneter eine hervorragende Tätigkeit entfaltet.

Persönlich war Tr. Frank ein liebenswürdiger, hilfsbereiter Mensch, ein Mann von umfassendem Interesse. Groß war sein Wissen auf gesetzgeberischem Gebiet, aber auch in der Kunstentwick­lung verfolgte er die Fortschritte der Menschheit.

Doch in diesen furchtbaren Zeiten versagen die Worte, versagt die Klage und sei cs die Klage um eins der wertvollsten Lebe», ein Leben, bestimmt, für die große Sache der Menschheit zu wirken.

Wir wollen nicht klagen, wir müssen standhaltcn bis ans Ende, um bann mit neuer Arbeit beginnen zu können, die das Werk wieder aufnehmen soll, das den Händen Franks entglitten ist.

» ^ Beileidskniidgcbungen.

Sowohl das Bureau der Nationalliberalcn Partei als auch der Fortschrittlichen Volkspartci sprachen ihr Beileid über den herben Verlust, den unsere Partei erlitt, aus. Uebcrhaupt ist die Anteilnahme weitester Kreise der Ein- wohnerschaft an dem uns betroffenen schweren Verlust eine ungeheure. Frank erfteute sich als Politiker und Mensch großer Sympathien auch bei den Gegnern.

Afra ja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 56

Und warum nicht. Herr Marstrand?" fragte Hclgcstad.

Weil es mir Pflicht scheint, auf meinen eigenen Füßen zu stehen," war die Antwort.

Glaub's wohl," sagte der Kaufmann ruhig,und ist richtig gedacht, wer aber soll in nicine Stelle treten? Wen kennt Ihr hier?"

Diese Frage setzte Marstrand in Verlegenheit,Ich kenne niemand hier als Kapitän Dahlen, aber er sowohl wie, wenn es not tut, andere Leute von Ansehen, die ich kennen kann, würden ihr Wort für mich verpfänden."

Fandrcm hatte an seinem Pulte sitzend bis jetzt ohne alle Einmischung zugehört, nun aber sprang er von dem Rcitbock in die Höhe und schlug mit seiner fetten Hand ans das große Rechenbuch, daß der Staub nach allen Seiten flog.Wer soll Bürgschaft leisten?" rief er.Der junge Windbeutel aus Becgenhaus? Stolz genug zieht das Hähnchen die Beine, wenn er jeden Tag sauber abgcbürstct durch die Straßen läuft und nach allen Dirnen gosst. Macht keinen Scktzwz. Herr Marstrand. Ich halte Euch für einen ehrbaren jungen Mann, doch nicht einen Heller, nicht einen Dcnt würde ich Eurem Freund, dem tapfern Kapitän, borgen."

Und warum nicht, sehr würdiger Herr Fandrem?" fragte eine helle Stimme aus dem Hintergründe, und zwischen dem Gebirge der Füßchen und Kisten zeigte sich Henrik Dahlens schlanke Gestalt.

Einen Augenblick war der Handelsherr sichtlich bestürzt über die unverhoffte Anwesenheit des Offiziers, aber er war der Mann nicht, der den Mut so leicht verlor. Er stellte sich hinter seinen Zahltisch, während Dahlen siegreich vorwärts drang und an die andere Seite dieser Scheidegrenze an­

langte,Ich weiß nicht. Herr," begann er,was Sie bc- wegen kann, mein Haus und meine Schreibstube aufzusuchen, da cs aber geschehen ist, mag's drum sein. Ich kann meine Worte jederzeit wiederholen."

Ich habe Sie zur Genüge verstanden, Herr Fandrem," erwiderte der junge Mann stolz lächelnd,rmd kann mir selbst meine Frage beantworten, denn allerdings liegt es nahe, weshalb ein so achtbarer Handelsherr einem jungen Offizier kein Geld leihen mag."

Kalkuliere," sagte Helgcstgd, sein eisernes Gesicht über den Tisch streckend,sind mitten in einer Verhandlung, Fan­drem, wo es gut wäre, wenn wir nicht gestört würden."

Ist richtig," antwortete der Gildevorstehcr.

Kalkuliere," entgcgnete Dahlen, indem er die Gewöhn- hkif des Kaufmanns von Lyngcnfjord nachahmte und mit dem Finger über die Nase fuhr,daß ich diesen angenehmen Aufenthalt räumen soll?"

Ja, Herr Offizier, ja, Wenns gefällig ist," rief Fandrem ärgerlich.Ich denke nicht, daß Ihr Besuch mir gilt?"

Nein, Herr Fandrem," versetzte der Kapitän mit einer höflichen Verbeugung,ich wünschte nur diesen verirrten und verlorenen Mann aufzusuchen, welcher sich Johann Marstrand nennt, und dessen Anwesenheit meinen besonderen Anteil erregt."

Glaube, Herr Marstrand hat Besseres zu tun, als sich in Geschäften aufhalten zu lassen," sagte Hclgestad.

Glaube, Herr Marstrand hat keinen Vormund nötig, wenn er an Ort und Stelle ist," war die Antwort, und mit einem übermütigen Blick auf das finstere Gesicht des Nord­länders legte Dahlen seine Hand auf den Arni seines Freun­des »nd fuhr zu diesem gewandt fort:Wenn du beschäftigt bist, so höre ein paar Worte. General Münte ruft mich nach Tronthjeni zurück. Morgen schon muß ich Bergen verlassen, und da ich heute dich schwerlich noch einmal aussuchen kann,

so lebe wohl, Marstrand, wenn du es nicht vorziehst, mich zu begleiten."

Du weißt daß ich dies weder kann noch will," »var ditz bestimmte Antwort.

Tann sei Gott nur dir!" sagte der Kapitän.Er be­schütze dich vor allen Gaunern und Heuchlern, behüte dich vor Schaden und Schande und führe alle Fische des Meeres in deine Netze. Herr Fandrcm, ich bin bereit, Ihr Haus zu verlassen und ohne Ihren Wunsch es nie wieder zu betreten."

Es ist mir so," antwortete der Gildenvorsteher,als würde ich einen so vernicssenen Wunsch so bald nicht hegen."

Wer weiß," rief der übcrmüftge junge Offizier, indem er an seinen Degen schlug.Mir ist im Gegenteil zu Sinne, als würden Sie nnch einmal an dieser Ihrer rechten Hand hier cinführen und mich bitten, Ihres Hauses Ehren zu ver­mehren."

Er streckte seine Rechte nach dem Kaufmann aus, der voller Abscheu zurückwich und mit einer spottenden Ver­beugung erwiderte:Es ist traurig für Bergen, daß es einen so tapferen Kriegsmann verlieren soll, der besser noch wie Thor die Riesen und ihren König besiegt haben würde. Aber mein Hans ist schwerer zu erobern als Jöleua, und meine Wünsche sind von der Art, daß eher die sieben Fjellen von Bergen über mich und alles, was mein ist, hinstllrzen möchten, che ich den Tag erleben wollte, wo diese meine rechte Hand Sie hier mit meinem Willen willkomemn hieße."

Dennoch wird cs geschehen, Herr Fandrem, dennoch muß es geschehen," rief Henrik Dahlen,doch wir wollen nicht darum streiten. Ich muh fort, allein Bergen wird auf keinen Fall einstürzen."

Fandrcm wischte sich den Schweiß von der Stirn, ck zitterte vor Aerger und seine Fäuste ballten sich zusammen, aber er gab keine Antwort.

(Fortsetzung folgt.)