Ausgabe 
8.9.1914
 
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ffriftay freuAifl i«S Kcl» sichen, selbst beobachten können und weist, dost dieses Volk kerirer unnötig«» Grausamkeit und keiner Roheit sahdg ist Wir wenden siegen dank der moraleschen Wucht, die die ge­rechte Sacke unseren Truppen gibt und schließlich werden auch die gröstten Lugen unsere Siege so wenig wie unser Rockst verdunkeln

f °" wn Die Verwüstungen im Weilertal.

W. B. Strasburg, ö. Sept. In einem Bericht des Elsässer aus dem vorderen Weilertal beißt es u. n.: Wie die meisten Vogesentüler, so hatte auch das vordere Weilertal unter der, wenn auch kurzen Fremdherrsckiaft der Franzosen zu leiden. So nrachten sie sich bei ihrem Einzug in Weiler besonders über die öffentlichen Gebäude her. Zuerst drangen sie in das Bürgermeisteramt ein, wo sie in erster Linie die Kaiserbüste in Stücke schlugen. Dann gings zum Postamt, wo die meisten Einrichtungen zertrümmert und die Dienst­wohnungen und sonstige Postzimmer gewaltsam geöffnet tvurden, ein Teil der Möbel wurde zertrümmert und be­schmutzt. Bon hier ging es zum Bahnhof. Die Weichen wur- den entfernt, die Diensträume geplündert und die Fenster­scheiben eingeschlagen. Auch in Privatbetrieben richtete man Verwüstungen an. In Trimbach nahm man den Gastwirt Paulus gefangen; man drückte ihm ein Gewehr in die Hand, mit dem er auf die deutschen Truppen schießen sollte. Es gelang Paulus, zu flüchten und wieder zu den Seinigen zu gelangen. Zwei Lehrer aus Breitenau und Urbeis wurden ebenfalls gefangen genommen und sind bis heute nicht zu­rückgekehrt.

Lustigeö vom Kriege.

Kopenhagen, 5, Sept. Rach einer Privatmcldung der Politiken aus Petersburg wurde ank Veranlassung des Zaren in Petersburg ein nationaler Flaggentag veranstaltet. Aus dem Verkauf russischer Flaggen kamen 50 UDO Rubel zusammen, Ter Zar bestimmte, daß die Summe demjenigen russischen Soldaten zu überreichen sei, der zuerst Berlin erreiche. Ter erste russische Soldat ist schon längst in Berlin cingetroffen, allerdings als Gefangener,

Kristiania, 6. Sept. Die Agcnce Havas teilt mit, daß der Ncgerboxer Zack Johnson freiwillig in die französische Armee ein- getreten ist. - Exkönig Manuel richtete von London aus einen Brief an seine royalistischen Parteifreunde in Portugal mit der Aufforderung, in den englische» Heeresdienst zu treten, Ter Ex­könig selber hat sich bereits in die englische Armee einreihen lasten. Armes Deutschland!

Die Ueberwachung ausländischer Unter,lehmungen.

Eine Bekanntmachung betreffend die Ueberwachung aus­ländischer Unternehmungen wird jetzt im Reichsanzeiger veröffentlicht. Der § 2 besagt: Die Aufsichtspersonen sind insbesondere befugt: 1. Geschäftliche Maßnahmen jeder Art, insbesondere Verfügungen über Vermögenswerte und Mit­teilungen über geschäftliche Angelegenheiten zu untersagen. 2. Die Bücher und Schriften des Unternehmens einzusehen sowie den Bestand der Kasse und die Bestände an Wert­papieren und Waren zu untersuchen. 3. Auskunft über alle Geschäftsangelegenheiten zu verlangen.

Das Berliner Tageblatt meldet: Auf Grund der gestern erlassenen Bekanntmachung des Bundesrates betreffend die Ueberwachung ausländischer Unternehmungen in Deutsch- land hat der Handelsminister die Imperial Continental Gas Association in Berlin unter staatliche Aufsicht gestellt. (Notiz des W. B.: Der Betrieb der Gesellschaft wird dadurch nicht berührt.)

Ich kenne keine Parteien mehr . .

Das Berliner Tageblatt schreibt über die parlainentari- schen Besprechungen bezllgl. des Ausbaus der Flotte:Der Vorwärts teilte gestern mit, daß in dieser Sitzung, in welcher die Parlamentsmitglieder der bürgerlichen Parteien sich aus eine Resolution zugunsten des Ausbaus der Flotte einigten, die sozialdemokratische Fraktion nicht eingeladen worden wäre. Man habe die Sozialdemokratie nicht einmal davon benachrichtigt. Das ist natürlich, wo doch der Parteifriede proklamiert ist, sehr ungebührlich und auch ungeschickt. In Kreisen der Reichsregierung ist man, wie wir glauben sagen zu können, mit einer solchen Ausschließung einer Partei nicht einverstanden." Der Berliner Lokalanzeiger schreibt:Tie Beschwerde des Vorwärts erscheint berechtigt, auch wenn es sich nur um unverbindlich gehaltene Abmachungen der bür­gerlichen Parlamentarier handelt. Von einem der teilnehmen­den Parlamentarier wird »nS versichert, daß man sich selbst­verständlich keinen Augenblick unklar darüber gewesen wäre, daß solch große Aufgaben nur Hand in Hand mit der So­zialdemokratie gelöst werden könnten."

Russische Truppenlandung in Frankreich?

T.-TJ. Kopenhagen, 7. Sept. Wie die hiesige Politiken mitteilt, sind in Stockholm Meldungen eingegangen, denen zufolge 250 000 Russen in Archangelsk eingeschifft wurden, um in England an Land gesetzt zu werden.

Aus Malmö meldet das Sydvenska Tagblad: Unser

Korrespondent in Astad in Schweden teilt uns mit: Ein

schwedischer Dampfer aus England ist heute hier angekom­men. Der Kapitän war in der Lage, einiges von den Vor­gängen in England mitzuteilen. Er erzählt, daß er während des Aufenthalts in Hartlepool von zuverlässiger Quelle zu wissen erhalten hätte, daß große russische Truppentransporte während der letzten Tage in Birkenhead, Liverpool und Aberdeen an Land gesetzt worden sind. Die Ausschiffung, die von Archangelsk auf englischen Truppentransportschiffen unter Begleitung eines großen englischen Geschwaders sich vollzogen hat, sei glatt von statten gegangen. Ein norwegi- scher Dampfer, der auf dem Wege nach Hartlepool war, wurde von einem englischen Kreuzer angehalten und nach deutschen Kriegsschiffen befragt. Nach mehrfachen Mitteilungen soll die Zahl der russischen Truppen 70 000 bis 80 000 Mann be- tragen. Die Truppen sollen von den nördlichen Landungs­plätzen mit der Eisenbahn nach Devonport am Kanal trans­portiert worden sein, um von dort aus nach Brest und Cher­bourg ins nördliche Frankreich weiterbefördert zu werden. Alle diese Transporte vollzogen sich in der größten Heim­lichkeit.

Schweden läßt sich in seiner Neutralität nicht stören.

Stockholm, 7. Sept. Die englische Boykottierung hat in der Ltockholmer Presse die erhoffte Anlehnung an England nicht bewirkt. Eya Dagligt Allenhonda schreibt, man werde

das Recht unparteiischer Berichterstattung über- den Krieg wahren. ,

Deutscher Vandalismus". _ ___

ßenf, 7. Sept, Aus Paris verbreitet man däö Gerücht über die Anzündung französischer Schlöster durch die Deutschen, Das neueste Märchen dieser Art tautet, daß das Schloß Chantilly mit seiner ganzen berühmten Bibliothek nicdcrgebrannt sei, An allen diesen Meldungen ist, wie der Berliner Lokalanzeiger versichern, darf, kein wahres Wort,

Deutschlands humane Krsegssührung,

Haag, 7. Sept, Hervorragende französische Chirurgen, wie Delbet, Raymond, Souligon, Bnfficr und Doyer erklären auf Grund ihrer Erfahrungen in den größten Lazaretten, daß die Schußwunden der französische» Verwundete», falls nicht Lebcns- organe getroffen sind, stets sehr gutartig sind und schnell heile».

Die Deutsche» in Amerika,

Bremen, 7, Sept, lieber Holland erhält ein Bremer Herr durch einen Verwandten in Amerika die erfreuliche Nachricht, daß in den ersten 5 Tagen nach der Kriegserklärung sich bereits 70 000 deutsche Freiwillige den, Konsulat in Ncwyork zur Verfügung gestellt haben, die aber leider nicht nach Deutschland transportiert werben konnten. Die Ernte in der Türkei,

Bremen, 7. Sept, Nach einer dem hiesigen türkischen Konsul zngegangcnen amtlichen Mitteilung ist die Ernte sowohl in der europäischen als auch in der astatischen Türkei durchschnittlich eine vorzügliche. Es ist dies ein Umstand, der für die militärische Bereitschaft der Türkei äußerst wichtig ist.

Keine Mobilmachung Italiens.

W.B. Nom, 7. Sept. Dem Corriere d'Jtalia zu­folge erklärte Ministerpräsident Salandra, die gegen­wärtig vorhandenen Truppen genügte» zur Gewähr leistnng des Friedens. Eine allgemeine Mobilmachung erfolge nicht.

Auf eine Mine geraten.

W.B. London, 7. Sept. Die Admiralität gibt bekannt:^Der Passagicrdampfer Runo von der Windsorlinie ist gestern um 5 Uhr nachmittags in der Nähe der englischen Ostküste aus eine Mine ge­raten und gesunken. Die Besatzung und Passagiere wurden gerettet, außer etwa 20 Russen, die aus Paris gefluchtet waren.

Hesien und Nachbargebiete.

«irsren ru,d Umgebung.

Auch die Militärbehörde ist für Tcirisbezahluilg.

Die staatlichen Regierungsbehörden, die Unternehmer- Verbände wie die Arbeiterorganisationen und alle a n st ü n - d i g e n Unternehmer sind sich darüber einig, daß es wirt­schaftliche Freibeuterei bedeutet, wenn Unternehmer die gegenwärtige -Wirtschaftslage dazu ausnutzen wollen, die gewerkschaftlichen Errungenschaften der Arbeiter besonders auf dem Gebiete des Tarifwesens zuschanden zu machen. So hat im Anschluß an eine ganze Reihe anderer Unter­nehmerverbände jetzt auch der Verband der Malermeister an seine Mitglieder einen Aufruf erlassen, in dem es heißt:

Dringend wüsten wir warne», an dem bestehenden Reichs- tarisvcrtrag zu rütteln, Ter 5lri«g fort diesen Vertrag nicht auf­gehoben, er besteht, wie alle Verträge im Rschtslcben, weiter, A>ch sogenannte NotftandSarbeiten können ihn nicht außer Kraft setzen.

Wir empfehlen unseren Mitgliedern weiter, die Arbeitszeit nach Möglichkeit zu verkürzen, um so für di« arbeitÄose» Gehilfen wenigstens teilweise Arbeitsgelegenheit zu schassen,

Die vielfach er»»»» gestellten Stnsrageu (!!), ob während des Krieges niedrigere Lohnsätze gezahlt iverden können, müssen wir aus das entschiedenste verneinen. Es wäre unmoralisch und höchst nnpatriotisch, wenn Arbeitgeber di« Notlage der Arbeiter aus- nutzen wollten, um di« Löhne hsrmtterzudrücken, Tic Verteuerung der Lebensmittel wirkt auf unsere Gehilfen nm so mehr, als diese infolge der schlechten Arbeitsgelegenheit in de» letzten Jahren Er­sparniste nicht machen konnte». Jeder Gehilfe, der sich zu niedrige­ren Löhnen anbictct, als der Tarif es Vorsicht, wacht seinen Kol­legen genau so gut Tchmutzkonkurrcnz als die uns leider durch unsere Fachpresse so oft gekennzeichneten Meister. Wem, wir aus der einen Seite solche Handlungsweise verurteilen, dürfen wir sie andererseits nicht gutheißen, um so mehr, als Angebote der Ge- hilscn auf Lohnminderung nur durch die äußerste Not hervor- geruscn werden. Als selbstverständlich muß «S gelten, daß tn der jetzigen Zeit der Arbeitslosigkeit Uebcrstunhen nnd Sonntagsarbeit zu unterbleiben haben,"

Diesen erfreuliche» Standpunkt teilen auch die Militär­behörden, so weit sie als Vergeber von Arbeiten in Frage kommen. Das hat z. B, die Spandauer Militärbehörde da­durch zu erkennen gegeben, daß sie an den Verband der Sattler und Portefeuiller wegen Vermittelung von Arbeits­kräften herangetreten ist und jetzt hat die gleiche Auffassung ein Hanptmann vom Bekleidungsamte des Gardekorps sogar in einer Versammlung von Arbeitern vertreten. In den Kreisen der Arbeiter Berlins, die Bekleidungsgegenstände für das Militär machen, herrscht nämlich große Unzufrieden­heit über die Löhne, die ihnen von den Unternehmern gezahlt werden. Die Berliner Ortsverwaltung des Schneiderver­bandes hatte sich daher mit den Militärbehörden in Ver­bindung gesetzt, um festznstellen, ob die von ihnen gezahlten Preise nicht eine angemessene Entlohnung zulassen. lieber das Ergebnis dieser Feststellung wurde darauf in einer Ver­sammlung Bericht erstattet. Da hat sich nun ergeben, daß die Bekleidnngsämter nicht die Absicht haben, die Löhne zu drücken. Sie schreiben den Arbeitgebern vor, daß sie ihren Arbeitern ortsübliche Löhne zahlen, d. h. die in der betreffen- den Branche üblichen. Diese Löhne werden auch nachgeprüft, Ter Verband hat die Militärbehörde ersucht, die Unternehmer zu verpflichten, daß sie die erforderlichen Arbeitskräfte nur durch den Arbeitsnachweis einstellen. Die Zwischenmeister sollen bei diesen Arbeiten völlig auSgefchaltet werden. Der Verfannnlung wohnte, wie gesagt, auch ein Hauptmann vom Bekleidnngsamt des Gardekorps bei, der folgendes ausführte: Die Bestrebungen, welche Ihr Herr Vorsitzender hier vor­getragen hot, unterstützen wir aus das wärmste. Wir wolle» nicht, dost Leute, die selber nicht arbeiten, sich an den von uns vcrtzcbene» Arbeiten bereichern. Auch wir sind dafür, daß das Zwischcmneister- system, das Schwibsnstem, unbedingt beseitigt wird. Jeder Fall ungenügender Entlohnung, der uns bekannt wird, wird nachge- priist. Im Frieden lassen wir sehr viel in unseren eigenen Werk­stätten arbeiten »nd zahlen gute Lohn«, Ein kleinerer Teil wird in Strafanstalten angeserttgt. Die Drillich- und Köpersack,cn wer­den an den Verein Frauenhrlf« vergeben, der im Frieden 200 bis 300, jetzt ctiva 700 Arbeitcrmnen besckhistigt. Außerdem geben wir im Frieden unsere Arbeiten nur an solche Meister, von denen wir wissen, daß sie wir eins ge Gehilfen beschäftigen. Die Arbeiten

Ansprüche an das Bekleidmigsämt ungeheuer groß unh man muss die Arbeiten nehmen, wo man sie herkrivgt. Daß sich da hin uni» wieder ein Zivischenmerster eingeschlichen hach war nicht zu ver­meiden: aber wenn wir bas erfahren, greisen wir sofort ein Ich unsere» Verträgen vdttangen wir, daß die ortsüblichen Arbeits- löhne gezahlt werden. Die Preise find so festgesetzt, daß diese Löhne in jedem Falle gezahlt werden können, Sv verfahren wir auch während des Krieges, Für alle Arbeiten, bbe in der Kriegs-' zeit angeserttgt iverden, zahlen wir 20 Prozent mehr als int, Frieden,"

Tie Ausführungen des Hanptmanns fanden stürmischer^ Beifall, In laute Ueberraschungsrufe brach die Versamm­lung aus, als der Vertreter des Bekleidungsamtes einzeln^ Preise bekanntgab. Es wurde festgestellt, daß die Arbeits­löhne weit hinter den Tarifsätzen zurückbleiben, ja daß ofst kaum die Hälfte der den Unternehmern gezahlten Preise qtt A rbeitslohn bezahlt wird. Der Vorsitzende des Verbandes) Kunze, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Militär-f Verwaltung bereit ist, gemeinsam mit den Arbeitern für diL Ausschaltung unehrlicher Elemente unter den Arbeitgebers zu wirken und dafür zu-sorgen, daß auskömmliche Löhne ge­zahlt werden.. Das dürfte auch außerhalb Berlins sehr not-^ wendig sein.

Gefährliches Krieqsspiel.

Dem Berliner PKizeit«nicht vom 2, September entnehmen wirf bas Folgend«:

Am' vssvner Straße angeschosten ivurbe die 14jährige Schülerin! Elisabeth H,, Ful-dasiraße 4/5 aus Neukölln. Als sich tue Kleine, auf den, Wege vom Riiigbahnhof nach der elterlichen Wohmmg be-> fand, ertönte plötzlich in ihrer Rühe ein Schuß >mb im nächsten.' Augenblick verspürte die H, einen brennenden Schmerz am linken! Oberschenkel. Wie sich Iierans-steUte, hatte das Mädchen ein«« Schuß erhalten. Das Geschoß war durch die Kleider in das Bein» ctngcdrungcn. Der unheimliche Schütze konnte leider nicht ermöt-i telt werden. Auch darüber, ob eine grobe Fahrlässigkeit oder die veriversliche Tat eines Schützen vorl-t-ogt, konnte nichts festgcstellst werben, Een ähnlicher Fall eroigne-ie sich an der Ecke d«r Lau) sener- ».nd Wrthelniinensttaße in Oberschönewcide, Dort hat der Zeibungsverkämer Max Lange aus Berlin vinen ZctttingSftandü Als er gestern ahnungslos seine Zeitungen seitbot,, wurde ansl einem Nachbarhaus plötzlich «tu« Lustbtichse abgeseuert, und dass Geschoß traf L, im Gesicht. Am Nasenbein, nnmittclbar unter dem! Auge, erlitt der Getroffene eine starke Blutverlctzmig. Einem halbe,, Zenttmeter Iiöher und das Auge wäre verloren gewesen.^ Der Urheber der Schießerei konnte auch hier leider nicht ausfindig, gemacht werden.

Diese Vorfälle sind leider sehr bezeichnend. Die Jugend aus Heist Straßen ist jetzt von dem Gedanken an den Krieg so stark beherrscht) daß sic nichts anderes mehr kennt, als im Spiel die Taten der Er-> ivachseieen nachahmen. Solange sie dabei Holzsäbel und Kinder fl indeir onivcndet, ist di« Sache verhältnismäßig harm-los. Aber es läßt sich begreifen, wen,, die älteren Kuaden den Wunsch haben, sich auch mit: gefährlicheren Waffe» zu versehen itn&Heldenstücke" zu verüben) di« denen der Großen möglichst nahekom-m-en. Insbesondere für die Arbeitereltern erwächst hier di« dringende Aufgabe, die Kinder nach! Mögtichkeit von diesen, Treiben zuruckzuhalten. Die Jugend soll sich! gewiß der Siege freuen, aber es muß verhindert werden, daß dieses Freude sich in Tate» der Roheit äußert, und es wäre sehr zu nnüi*j scheu, daß gerade die Arbeiter mehr als es bisher zu geschehen, scheint, ihre Kinder auch über die, Schatten seiten des Krieges unter­richteten. Es ist «ine heilige Pflicht, die konmiende Generation er-' kennen zu lehren, daß es trotz allem für ein Volk noch erhabenere: Ziele gibt, als Tüchtigkeit im Kriege und daß mtter allen Umständem die Unvollkommenheit der menschlichen Natur und die Desorgam-) sation der Menschheit zu beklage» sind, die den Krieg bisher zw einer entsetzlichen Notwendigkeit gemacht haben .

Die Feldpost.

Warum den Angehörigen verschiedener Truppenteile ihre Post) scndungen aus der Heimat nicht oder so spät zugestellt wurde», da-, für liegen heute verschiedene Erklärungen vor. So schreibt der! Gcncralquarticrmcister v. Stein:Aus Papieren, die in unsere Hände gefallen sind, geht hervor, daß der Feind durch das Vor­gehen der Armeen der Generalobersten von Kluck und von Bliion» nördlich der belgischen Maas vollständig überrascht worden ist., Noch am 17, August nahm er dort nur deutsche Kavallerie an. Die Kavallerie dieses Flügels unter Führung des Generals von der Marwitz hat also die Armcebewcgungen vorzüglich verschleiert Trotzdem würden diese Bewegungen dem Feinde nicht unbekannt^ geblieben sein, wenn nicht zu Beginn des Aufmarsches und Vor« Marsches die Fcldpostsendungen zuriickgehalte» worden wären. Von Hccresanqchörigc» und deren Familien ist dieses als schwere! Last empfundennd die Schuld der Feldpost bcigemesten worden) Im Interesse der arbeitssreudigen und pflichttreuen Beamten der: Feldpost habe ich mich für verpflichtet gehalten, hierüber eine Auf-' klärung zu geben."

Ferner teilt bas W. B. amtlich folgendes mit: Am 1. Septem­ber ist in Frankreich ein Lastauto mit zahlreiche» Postsäcken für bas Fetdpostamt des Gardekorps und für die Feldexpeditionen der l.i nd 2. Garde-Infanteriedivision sowie die 19. und 20. Infanterie-! bivision aus bisher nicht ansgeklärter Ursache in Brand geraten..' Tic Post wurde durch baS Feuer vollständig vernichtet. Es ist nicht' ausgeschlossen, daß der Brand durch Selbstentzündung von Zünd­hölzchen oder sonstigen seuergefährlichen Gegenständen, die in Feldpostsendnngen verpackt waren, entstanden ist. Anläßlich dieses Vorkommnisses wird daraus aufmerksam gemacht, daß Zünb- Hölzchen wie überhaupt alle durch Reibung, Luftziidrang, Druck oder sonst leicht entzündlichen Sachen mit der Post nicht versandt werden dürfen Durch Zuwiderhandlung gegen dieses Verbot wer­den in erster Linie unsere im Felde stehenden Truppen geschädigt^ weil Sendungen mit leichtcntznnblichcn Gegenständen eine ständige Gefahr für die übrigen sehnsüchtig erwarteten Feldpostsendnngen bilden, *

Und schließlich ermahnt ein höherer Feldpostbeamter, um die Arbeit der Feldpostbestclluna nicht unnütz zu verzögern, keine Bier« und Ulkkartcn zu schreiben. Auch möge man nicht zu viel Zigarren- und Tchokolabenbrlcfe senden, keine zu dicken Briese, die fast schon Pakete sind. Es handelt sich draußen um Millionen von Streitern, die Feldpost kann unmöglich ganze Eisenbahn,vaaen solcher Briese bestellen. Unsere Truppen leiden keine Not, im Westen erhalten sie alle Bedürfnisse geliefert, auch Zigarren nnd Tabak, Man tut bester, Liebesgaben den Truppcnteilen zu überweisen, die die Ber- tcilung selbst vornehmen. Die Feldpost soll in erster Linie dem Nachrichtenvcrkehr dienen. Ihn aufrecht zu erhalten, ist. schon schwierig. Darum nicht so viele 250 Gramm-Briese an die Feld­truppen, die diese Sendungen, wie die Dinge einmal liegen, vor­läufig nicht erhalten können!_

n. Unternehmer-Praktiken. Reckt tvenig vaterländisch«? Gesinnung zeigt sich im Verhalten einiger Bauunternehmer.! So wurden z, B. vorige Woche in Wetzlar vom Bauimter- nehmer H. in der Zeitung Maurer gesucht. Viele Maurer waren froh »nd es begann auf das Geschäft des Herrn H. eilt solcher Sturm von Arbeitskräften, daß es ihm schon iwch einigen Stunden zuviel wurde, denn am Samstag bat eik eine Reihe um Arbeit, anftagende Maurer, abgewiesen, weil

werden auch immer nur in kleineren Posten vergeben, sodaß eineV, «vTSr "Xsi

Weitergabe an Zwischennzeister ansgeschloffen ist. Jetzt ssnä-j<r'ine^er.fckwn<z,lvieftLeiitechabe. »i-kMinefer,-Herr in Gemcm-