Ausgabe 
8.9.1914
 
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fccntoiratic am 4. August nur ansführte, waS sie in unge­zählten Erklärungen immer und immer wieder cmgekllndigt hat. Sie hat niemals ihre Liebe zn Land und Volk ver­leugnet, nur daß diese Liebe etwas anderes war als die ge­wisser Gruppen, die ein Patent auf den wahren Patriotismus zu besitzen glaubten. Darum ist es auch falsch und geradezu beleidigend, wenn Herr v. Dewitz meint, die Partei würde auf ihre Haltungpochen", und sic dürfe auchLohn" dafür verlangen. Auf Selbstverständlichkeiten pocht man nicht, es sei denn in der Not, um Verleumdungen abzuwchrcn. Und Lohn" verlangt die Sozialdemokratie nicht, sie erwartet nur, dasi sich jene Volksmasscn, die bisher das Märchen von der Vaterlandslosigkeit der Sozialdemokratie glaubten, nach den: Kriege ihr zuströmen und unter ihrer Fahne für die großen Ideale der Menschlichkeit, des politischen und sozialen Fort­schritts kämpfen werden. Dann wird derLohn" auch nicht Ausbleiben, den die Sozialdemokratie nicht für sich, sondern für das Volk erwartet, und den sic auch nicht als ein von oben hcrabfallcndcs Gnadengeschenk betrachtet, sondern als einen im Kampf gegen widerstrebende Interessengruppen zu er­ringenden Gewinn.

Herr v. Dewitz rechnet freilich anders. Er hofft aus nicht angegebenen Gründen auf einen Abfall der Massen von der Sozialdemokratie gerade jetzt, wo doch ihr Wesen als wahre Volkspartei auch für den Gegner klar erwiesen ist, und fügt hinzu:

Das wird aber nur dann geschehen, wenn wir keinen Zweifel darüber aufkommen lassen, dass selbst die prompte, gemeinsame mit den übrigen Volksgenossen betätigte Erfüllung der schwersten staatsbürgerliche,, Pflicht gegenüber dem äußeren Feind die Sozialdemokratie den bürgerlichen Parteien für den Innenstaat nicht gleichwertig macht, solange sic nicht ihr kommunistisches Programm begräbt.

Es Hilst also alles nicht! Solange die Sozialdemokratie nicht vor der Kapitalistenklassc Kotau macht, ist sie den bür­gerlichen Parteiennicht gleichwertig". Das ist allerdings an sich eine ganz richtige Feststellung, denn wenn sich die So­zialdemokratie der Zumutung des Herrn v. Dewitz fügte, dann wäre sie wirklich genau soviel wert, wie die bürgerlichen Parteien. Aber so haben wir nicht gewettet, und die sozial­demokratischen Arbeiter verspritzen ihr Blut auf den Schlacht- fcldern nicht, um eine neue Gründerperiodc zu installieren. Indes hat's Herr v. Dewitz wohl auch etwas anders gemeint, er setzt das Wortgleichwertig" für das Wortgleich- berechtigt". Er will, daß die Arbeiterklasse, weil und so- lange sic Gegner des Kapitalismus ist, nicht als glcich- berechtigt anerkannt werden soll.

Herr v. Dewitz und seine Gesinnungsgenossen wollen in Zukunft nicht mehr im Namen des Vaterlandes, sondern im Namen des Kapitals der Sozialdemokratie das gleiche Recht verwehren. Dieses Bekenntnis gegen den Gemeinsinn ist wertvoll, doppelt wertvoll in einer Zeit, die auch vom Reichen im Interesse der Volksgcsamtheit Opfer fordert. Man weiß jetzt wenigstens, wie das alles gemeint ist!

Die Rieseiischlacht der Verbündeten geht weiter!

Aus dem Kricgsprcsscquortier, 6. Scpi. Lemberg wurde am Freitag von den österreichischen Truppen freiwillig geräumt. Tic Russen beschossen noch Samstag morgen längere Zeit unsere ver­lassenen Stellungen.

Di« österreich-uizgarische Hauptarmec hat Lemberg und seine Umgebung geräumt, nicht nur, iveil dort die militärische Vertvidi- gu.,ig Schwierigkeiten bietet, sondern auch, weil die Behauptung dieses Punktes bei der allgemein«» strategischen Lage nicht mehr vor­teilhaft erschien. Tabei spielt« auch die Rücksicht mit. dass der Stadt eine durch strategische Notivcntigkeiten kcin«c-wcgs gercchlsertigtc Bcschiehung durch die russisch« Artillerie erspart werden soll. Tic zeitweilige Ausgabe der Stadt ist nur eine Episode nebensächlicher Art. Ter Kriegsberichterstatter der Franks. Zig. beurteilt die Ge- samtlog« uneingeschränkt günstig und vermutet, daß sich binnen kurzen, grosse Ereignisse abspielen werden.

Ntifsischc Lüge.

W. B. Berlin, 6. Sept. Ti« österreichisch-ungarische Regierung verösscntlicht folgende ihr vom Ministerium des Aeussern i» Wien zugegangene Depesche: Tie russische Meldung von der Schlacht bei Lemberg und der siegreichen Einnahme der Stabt ist erlogen. Tic offene Stadt Lvmberg ist aus strategischen und Humanitär«» Rück­sichten ohne Kampf sreiwillig geräumt worden.

Afraja.

Ein nordischer Roman van Theodor Müggc. 54

Jetzt verstand Marstrand Hclgestads ganzen Plan nnd dessen Pfiffigkeit, die ihn empörte.Wenn aber die Nadel sich umkehrt," rief er aus,und Euch selbst den Finger blutig sticht, wenn Björnarne sic nicht mag, die weder Herz noch Sinn für ihn hat, was dann, Herr Helgestad?"

Der Kaufmann fiel in die Kissen zurück, zog die Nacht­mütze über die Ohren und brummte, sich auf die andere Seite werfend:Ist Unsinn, Herr, um den kein vernünftiger

Mensch seinen Schlaf versäumen soll. Nehmt das Licht und geht in Eure Kammer. Björnarne will die Jungsra» nicht, die sein Vater ihm zuführt?! Eher schwimmt kein Fisch mehr in den großen Westfjord. Will sic nicht? Ist lustig an- zuhören. Sage Euch, Niels Helgestad will, und damit ifts genug."

Am nächsten Morgen hatte der Hausherr seinen Rausch ausgeschlafen, aber auch die Genugtuung, dasi Helgestad er­klärte, in keiner besseren Verfassung gewesen zu sein, was ihm seit Jahren nicht passierte, und was er nicht wieder zu erleben hoffte als an Hannas und Björnarnes Hochzeitstage.

Der Gildcmeistcr machte dazu kein so ganz heiteres Ge­sicht wie gestern, und seine Blicke flogen von der Kaffetassc zu dem verhängten Fenster seiner Tochter hinauf: aber er brachte nach einigem Besinnen und Ucberlegen die Angeleockli- bcit in Ordnung.

Hanna soll dich begleiten," sagte er,so schwer es mir auch werden mag, sie von niir zu lassen. Es ist gut, daß sie geht und selbst sicht, wo sie wohnen und leben soll. Mag Björnarne ihr Herz gewinnen, damit sie freudig ja sagt, und mögen beide dann kommen und meinen Segen holen. Ihr Erbe soll ihr werden; an ihrem Hochzeitstage zahle ich eine Mitgift, wie sic cs für Uve Fandem paßt."

Die Ausnutzung der Liege im Zentrum.

Das Frankfurter österreichisch-iingariichc Generalkonsulat stellt dem W. B. folgende Mel bimsen zur Verfügung:

Tie Arm« Auffenberg nutzt ihr«,, Sieg von Zamosc-Komarow Lurch stürmisch« Verfolgung das Feindes aus nub vermehrt von Stunde zu Stunde ihre Troplxwn. Ter Angrfff der Armee Dankl auf Lublin dauert fort.

Von den Blättern veröffentlichte Nachricht«,, über den Unter­gang derZenta" konstatferen den Heldenmut unserer Offiziere und Nkannschaften und die Barbarei des französischen Geschwaders, das die primitivsten Forderungen der Menschlichkeit missachtend, di« mit den Wellen ringenden Seeleute ohne Not ihrem Schicksal überließ. Die erste polnische Freiwilligenlcgion.

T.-U. Kattowiss, 6. Sept. In Krakau wurde feierlich dtc erste polnische Fveiwilligenlegion unter österreichisches Kommando ge­stellt. Im Namen des polnischen Nationalkomitces verlas der Präsi­dent «in Manifest, ivonach der vom Kaiser zum Befehlshaber er­nannte Generalmajor Barzynsky mit einer Ansprache die Legion übernahm. Das einzige Bestreben der Legion werde der Kampf mit den, Feinde sein. Es solgte daraus di« Vereidigung der Legion aus die Kaiferidcc. Ten Schluss der Feier bildete di« Parade vor der Generalität und dem National-komilec.

Siegreiches Gefecht ver Oesterreicher gege» die Montenegriner.

W. B Wien, 5. Sept. Aus dem Kriegspresscbureau wird amtlich gemeldet:

Das Armeckomniando hat heute folgenden Befehl er- lassen:Die im Grenzrauine von Autovac stehende dritte Gcbirgsbrigadc hatte schon vor kurzer Zeit einen schneidigen Einbruch auf montenegrinisches Gebiet unternommen, der von Erfolg gekrönt war. Nach kurzer Zeit der Ruhe uutcr- nahm diese tapfere kleine Schar am 30. August neuerlich einen Vorstosi gegen die vor Bileca stehenden, an Zahl über­legenen montenegrinischen Strcitkräfte. In heldenmütigen mehrtägigen Kämpfen gelang cs der unter dem Kommando des Generalmajors Heinrich von Pongracz stehenden tapferen Brigade, die Montenegriner unter großen Verlusten zurück- zuwcrfcn und ihnen ein schweres Geschütz abzunchmcn, sowie die hart bedrängte Grenzbefestigung von Bileca völlig zu befreien. Ich betrachte es als Ehrenpflicht, diese von Helden­mut und Opferfreudigkcit zeugenden Taten der tapferen dritten Gcbirgsbrigade allen Kommandos und Truppen so­fort mit dem Beifügen bekannt zu geben, dasi ich selbstver­ständlich nicht ermangele, diese Ruhmestaten unserer Kame­raden im Süden Seiner Majestät alleruntcrtänigst zu melden, gez. Erzherzog Friedrich, General der Infanterie."

Englische Schiffsverlnste.

Das englische offizielle Presscburcau teilt mit, dass bas eng­lische TorpedobootSpccdy", gebaut 1898, ferner das Tampsboot Lindscll" auf Minen an der englischen Ostküstc gestoßen und ge­sunken sind.

Daily Telegraph berichtet, dass ausser dem bereits belanntcn Verlust der Grimsby-Bootc noch der Verlust folgender Boote, die anscheinend ans Minen gestossen sind, zu befürchten ist:Argonaut", Eastor", Riclco",Lobelin" undAjax", von denen Rettungs- gürtcl und zahlreiche Schiffstrümmer ans der Nordsee gesichtet wurden.

Die Südslawische Korrespondenz meldet ans Konstantinopcl: Wie an unterrichteter Stelle verlautet, liegt im Hafen von Aleran- dria ein schwer beschädigter englischer Kreuzer, der deutliche Spuren einer Bcschiessnng aufweist. Ansscrdcm liegen dort ein zweiter englischer Kreuzer, ein Torpedujägcr »nd zwei Torpedo­boote, die nach Port Said flüchteten, im Dock in Reparatur.

15 englische Fischdampser gekapert.

Nach einer Londoner Meldung gibt die dortige Admi­ralität offiziell bekannt, vier deutsche Torpedoboote hatten am 5. September 15 englische Fischdampfcr in der Nordsee samt Ladung gekapert und nach Wilhelmshaven gebracht.

Kämpfe «m der griechisch-bulgarische» Grenze.

Das strittige Gebiet von Oktschilar an der griechisch-bulgari­schen Grenze war in den letzte» Augustlagen der Schauplatz heiliger Kämpfe zwischen den griechischen und den bulgarischen Truppen. Letztere versuchten nach der griechischen Darstellung sich plötzlich in den Besitz der Bahnstation Oktschilar zu setze» und die Griechen ans für sie höchst wichtigen Positionen zu vertreiben. Obgleich die bulgarischen Truppen zahlreicher als die Griechen gewesen' sein sollen, misslang der Versuch,nd die Bulgaren wurden angeblich mit schweren Verlusten zurückgcschlagcn. Artillerie griff ebenfalls während des Kampfes ei». Auch auf griechischer Seite soll cs empfindliche Verluste gegeben haben. Tie Bulgaren haben bisher an der Grenze gegen Ncuscrbien und Griechenland, d. h. in dem Gebiet von Strumnitza und Oktschilar, insgesamt an die 80»«»

Zahlst die Trcißigtansend so oder so," antwortete Helge- stad, die Hand ansstrcckcnd.

Mag also sein," sprach Fandem.Es ist freilich eine große Summe," fügte er hinzu,ich will dich aber zufrieden stellen und Hanna glücklich wissen. Wird jedoch von eurer Seite ein Hindernis bereitet, so bist du mir verpflichtet."

Kennst Niels Helgestad," war die Antwort.

Der Vertrag war somit nochmals durch Wort und Hand­schlag beglaubigt, und während des Frühstücks wurden nun die Geschäfte besprochen. Die Jacht sollte heut völlig a»s- gclccrt sein und dann sogleich ihre neue Ladung einnehmen. Mit dem vierten Tage sollte Helgestad die Reise beginnen, und bis dahin war viel zu beschaffen. Alle für Marstrand destimmten Vorräte mnsiten ausgesucht und verpackt werden; der erfahrene Kaustnann entwarf alsbald den Bestellzettel, und es fand sich im ersten Uebcrschlage, daß die dafür zu zah- iende Summe wohl achttausend Taler betragen würde.

Dagegen bewilligte Marstrand abschläglich seine Fische, die noch auf den Gerüsten am Westfjord hingen, und es wurde abgemacht, daß sic bei der nächsten Fahrt an Fandrem geliefert werden sollten. Ter Kaufmann bot ihm an, den Handel sogleich zu- beschließen und einen bcstiinmtcn Preis für die Vaage von achinndvierzig Pfund fcstzusetzen, wofür «r drei Spczicstaler zahlen und endlich sogar noch einen Vicrteltaler zulegcn wollte, allein, wie verlockend er sein An­erbieten auch machte und mancherlei Künste dabei anwandte, und wie ihn Helgestad unterstützte, der für diesen Satz ihm alle seine Vorräte antrng, Marstrand wollte sich nicht dgzu entschließen.

Mit dir", sagte Fandrem zu seinem Vetter,kann ich solchen Handel nicht cingehen aus einfachen, offenen Grün­den. Ter Fisch kann weit billiger werden, denn so schlimm steht cs nicht, wie man cs macht. Deine großen Vorräte brächten mir alsdann großen Schaden; überdies aber muß ich dir bar zahlen, während ich hier mit diesem jungen Mann,

Mann zusammengezogcn. Tie Zahl der bulgarischen Baiidcninit^ glieder ist ebenfalls in den letzten Tagen wieder gestiegen.

BergeblichL» Liebeewerbe,» in Spanien. .

Tick. Mailand, 5. Sept. Tie llnionc meldet aus Madrid: Der! Impartial bringt einen Artikel über die in den letzten Tage» statt­gefundenen Einwirkungen Frankreichs und Englands auf die spanische Regierung. Das Blatt versichert, dass Spanien ein Auf- geben seiner Neutralität unbedingt ablehnc, desgleichen die ihr an- gebotcne Polizeistclle in Französisch-Marokko,

Ettttland als Aristister Japans.

Tokio, 6. Sept. In der gestrigen außerordentlichen, Sitzung des Landtages gab nach einem Privattelcgramm dev Franks. Ztg. der Minister des Acußern einen Ucbcrblick üben die letzten Ereignisse. Er erklärte, daß anfangs August Großbritannien mit Hinweis auf den Vertrag Hilfe vom Japan erbeten habe, ca deutsche Kriegsschiffe den englisch­japanischen Handel bedrohten und man sich in Kiantfchoir auf den Krieg vorzubcrcitcn scheine. ,

Drr Reichckinrzler air die Amerikaner'.

IV. B. Berlin, 7. Sept. Di« Norddeutsche Allg. Ztg. brnigl

folgende Mitteilung dez Reichskanzlers an di« Vertreter der Umtob- press und der Associatedpress«:

Grosses Hauptquartier, den 2. Sept. 1914. Ich ivciss nicht, was mir» in Amerika über diesen Krieg denkt. Ich nehme an. dass dort inzwischen der TelegrammWechsel dos Kaisers mit dem Kaiser von Russland und dem König von England bekannt geworden ist, der iui- ividevleglbch di« Bong«schichte und das Zeugnis dafür nbtegt, wie deb Kaiser bis zum letzten Augenblick bemüht ffcmefen ist, den Frieden! zu erhalten. Diese Bemühungen imitzten aber vergeblich bleiben, bet Russland unter allen Umständen zum Kriege entschloss«,, ivar und England, dass durch jahrzchnie hindurch den dcnl schiel ndlkchcn Natio­nalismus in Russland und Franlkreich ermutigt hatte und di^ glänzende Gelegenheit, di« siel» ihm bot, di« lo oft betonte Friedend-! liebe zu bewähren ungenützt vorübergehen ließ, sonst hätte ivenigstensi der Krieg Deutschland mir Frankreich, uitb England vermieden wer­den können. Wenn sich einmal die Archive össne», so wird di« Welt erfahren, ivs« oft Teulschland England dle sroundschaflliche Hand ontgcgenstrcckie. aber England wollt« die Freundschaft mit Deutsch­land nicht. Eifersüchtig ans di« Entwickelung Deutschland nnd in« Gefühl, dass «y> durch, deutsche Tüchtigkeit und deutschen Fleih <mtj manchen Gebieten überflügelt wert«, wünscht« cs, T«utsch!and mil roher Gewalt nicdcrzinvcrsen, wie cs seinerzeit Spanien, Holland! und Frankreich nicderwars. Diesen Moment hielt es jetzt für gef kommen, und so bot ihm der Einmarsch deutscher Truppen in Belgien! den willkonimenen Vorwand, ani Krieg« keilzunehmen. Zu diesem Einmarsch aber mar Deutschland gezwungen, iveil es dem bcodslchtig-- tcn französischen Vormarsch zuvorkornmen musst« und Belgien nur aus diesen wartet«, um sich Frankreich antzuschliessen. Dass «r« di« Engländer mir «in Vorwand ivar, bciveist di« Verletzung de« Grc» bereits ami 2. August nach mittags, also bevor die Verletzung btl belgischen Neutralität durch Tcntschland erfolgte, dem französischen Botschafter die Hilf« Englands bedingungslos sür den Fall znsichertci dass die deutsch: Flott« di« französisch: Küste angreise. Moralisch, Skrupel aber kennt die englische Politik nicht, lind so hat das eng­lisch« Vo-Ik, das sich stets als Vorkänopscr sür Freiheit und Recht ge­bürdete sich mit Russland den, Vertreter des furchtbarsten Despotis­mus verbündet, mit einen, Lande, dass kein« geistige, keine religitzsck Freiheit kennt, dass di« Freiheit der Völker wie Indirldu«» mit! Füssen tritt. Schon beginnt England, cingnsehcn, dass es sich, vermah­nst hat. und dass Deutschland seiner Feinde Herr werde» wird, daheü »ersircht cs denn mit den kleinlichsten Mitteln Deutschland wenigstens! nach Möglichkeit in seinem Handel und seinen Kolonien zu schädigen^' indem «S, unbekümmert um di« Folg«,,, für di« 1ktrsturgom«inschafi der weißen Rosse. Japan zu einen, Raubzug gegen Kiautsthau aus« hetzt und die Sieger in Afrika zum Kamps« gegen die Deutschen in doU Kolonien führt, »nd nachdcn, «S den Nachrichtendienst Drutschlanditz in der ganzen Welt unterbunden, den Feldzug mit einer Lüg« gegen uns eröffnet, so wind cs Ihren Landsleuten erzähl«», dafz die dmrtt schon Truppen belgische Dörfer und Städte »iedergcb rannt Habens ihnen aber verschweigen, Lass belgische Mädchen wehrlosen Vcrwmrs beten auf dem Schlachtfeld« di« Augen ausgcftochcn haben. Bcamts belgischer Städte haben unsere Offizier« zum Essen geladen und über den Tisch hinftber erschossen. Gegen alles Völkerrecht ivurde di« ganz« Zivilbevölkerung Bcigleiis ausgcbotcn, die in den. Rücke» tmserer Truppen nach anfänglich frcuuidlichcm Empfang mit versteck­ten Waffen ein« grausame Kampfeswcis« erhob. Belgische Frau«» durchschnitten den Soldaten, di« si« im Quartier ausgenommen und die sich zur Ruhe gelegt hatten, die Hälse. England wirb auch nichts von den Tmn-Dilm-Geschossen erzählen, die von den Engländern und Franzosen trotz aller Abkommen und heuchlerisch verkündeten Humanität verwendet werden nnd die sie hier in Originalpackung cinschcn können, so wi« sie bei englischen und französischen Gefan­gen«» Munden wurden. Ter Kaiser hat mich ermächtigt, alles dies zu sagen nnd zu erklären, dass er volles Vertrauen m das Gerechtig­keitsgefühl des mncrikanischon Volkes ha!, dass sich durch den Lügen» krieg, den unser« Gegner gegen uns fiihren, nicht täuschen lasse» wird. Wer seit dem Ausbruch des Krieges in Deutschland gelebt hat, hat di« grosse moralische Volkserhebung der Deutschen, die vo» allen Dciicn bedrängt, zur Bertotdigung ihres Rechts ans ihr»

dcr mein Wohlwollen gewonnen hat, in Rechnnng stchc» Endlich mich ist cr Anfänger, dem ich gerne Vorteile zuwcnde^ du dagegen hast gefüllte Kasten und wirst sie noch mehr! füllen."

Helgestad legte den Finger an seine Nase und kalkulierte, daß der ehrliche Fandrem Weisheit wie Honig über seine Lip­pen fließen lasse.Ist möglich", sagte er,daß der Fisch höher noch steigt, ist aber auch möglich, daß er viel billiges wird. An dcr ganzen Nordlandküste bis nach Tronthjem hin ist viel gefangen und Salzsisch in Menge gemacht worden. Wer cs anshalten kann, mag cs tun, wer aber nötig hat, sicher zu gehen, muß die Schnepfe in der Hand dcr Gans vorziehen, die ans dcr Klippe sitzt. Ist ein schönes Geschäft zum Anfang, Herr Marstrand, wenn man sein Geld dreifach nach kurzer Zeit in die Tasche knöpfen und anderen es überlassen kann, wie sic es wiederbekommcn. Sitzt erst fest am Balsfjord, so könnt Ihr kiänftig wagen, was Ihr wollt, jetzt ist das Sicherste das Beste für Euch."

Nehmt meinen Dank," antwortete Marstrand, der nicht zweifelhaft über das war, was cr tun sollte.Ich bin jung und unerfahren und habe große Freude am Rat und Wohl­wollen solcher Männer."

So schlagt ein", rief Fandrem;mag mein Gebot nicht weiter bedenken."

Bei allem Tank", antwortete Marstrand mit Bescheiden­heit,will ich doch nicht, daß Ihnen ein Schaden erwachse, und lieber mit weniger vorlieb nehmen, als einem Manne Leid znfügen, den ich so hoch verehre. Deswegen will ich warten, bis mein Fisch auf der deirtschen Brücke liegt und * will den Preis nehmen, der dann, wie es Sitte ist, zwischen Kanfleuten und Nordländern von der Kommission festgesetzt wird. Kommt ein Schaden, soll cs mein Schaden sein, bleibt ein Vorteil, will ich ihn genießen."

sFortsetzung folgt.)