(?iit Protest Oesterreichs.
Die österreichisch-ungarische Regierung erhob bei den Regierungen Deutschlands, Italiens, Amerikas, Spaniens, der Niederlande, Schwedens und Portugals Protest gegen die Behandlung des österreichisch-ungarischen Geschäftsträgers in Tanger seitens der marokkanischen Regierung.
Ein griechisch-türkischer Konflikt?
Das griechische Generalkonsulat in Konstantinopcl lieh eine Kundmachung anschlagen, wodurch zehn Klassen Marinereservisten zu Manövern cinbcrufen werden. Die Möglichkeit eines Konfliktes zwischen Griechenland und der Türkei rückt nach einer Meldung des Corricre della Sera immer näher.
Dcr türkische Oberbefehlshaber gegen die russische Front.
Die südslawische Korrespondenz meldet aus Konstantinopel: Nach Mitteilungen aus Regierungskreisen steht die Ernennung Schükri Paschas, des Verteidigers von Adrianopel, zum Kommandanten der Truppen an der russischen Grenze bevor.
Japanische Truppentransporte.
Dem Giornale d'Jtalia wirb aus Paris gemeldet, hast japanische Truppentransporte nach Europa begonnen hätten. — Abwarten I
Die Japaner verbreiten Alarmnachrichten.
Japanische Blätter bringen Alarmnachrichten aus China, Im Jangtsctal stehe die Revolution bevor, die mit den Bestrebungen auf Wiedereinsetzung der Mandschu-Dynastie Zusammenhänge. — Cb nicht hier nur der Wunsch Vater des Gedankens ist?
Ein deutscher Erfolg zur See.
Nach Vmuiden durch Amsterdam zurückgekehrte, von Engländern gefangene holländische Fischer bringen die Nachricht, daß die deutsche Flottille in zwei Tagen, am 24. und 25. August, neun englische Dampfboote aus Grimsby und sechs aus Boston in den Grund gebohrt habe. >
Ein furchtbarer Artilleriekampf.
Bei Rambcrvillers ,im dcr Nähe von St. Die, kam es zwischen französischer und deutscher Artillerie zu einem Nahgesecht in ebnem Gehölz, Los so furchtbare Wirkungen hotte, das, nach 15 Minuten beide Teile auf Verabredung das Jener «mstcllteu und in der Richtung zu chrcn Truppenteilen zuvülKehrten.
Selig sind die Barmherzigen.
Ein Herr A. Kim-be hält sich im Berliner Lokal-Anzeiger, jenem Organ, das den abstoßendsten und abgeschmacktesten Auslassungen des Chanvinisnms totäglich seine Spalten öffnet, darüber auf, hast man in Breslau den gefangenen Rusien Linsen und Fleisch gereicht habe. Er behauptet, dah di« deutschen Hausfrauen ihre Fleisch- und Obstvorräte an die Sammelstellen gäben, damit sie den deutschen Verwundeten zur Labung gereicht würden und nur diesen. Deutsche Herzen» so sagt er, legten flammenden Protest ein gegen die Art, wie ive Breslauer des deutschen Namens Ehre wahrte».
Wenn Herr Kunde die bemittelteren Volksgenossen mahnt, der deutschen Arbeitslosen zu gedenken und ihren Uebersluh im Jnler- efl« dieser Unglücklichen zu verwendeiz, so haben wir dafür ein volles Verständnis. Aber wir glauben, dass es möglich ist, trotzdem auch »och den gesaugeuen Feinden Fleisch zur Nahrung zu reichen und halten eZ tn jedem Falle für umnenschltch, die gefangenen Soldaten die etwaigen Sünden der gegnerischen Regierungen entgelten zu lassen.
Was das Herrn Kunde Ausführungen besonders unerfreulich macht, ist dcr Umstand, daß er sie nicht nur init seinem Namen, sondern auch noch mit seinem Psarrerstitel zeichnet. Vielleicht schlägt der Verkünder des Evangeliums einmal di« Bergpredigt nach, um sich daran zu ertnnern, wte sein Herr und Meister über di« Barmherzigkeit gedacht hat. und vielleicht entstmtt er sich auch jenes Gleichnisses vom bariuherzigen Samariter, in dem der Nazarener den Pharisäern auSeinamdersetztc, dah die Nächstenliebe keine Grenze an den Schranken des Standes und der Nati!on finde. Wir nehme» an, dass auch Herr Kunde in Friedenszetten über diesen beliebten Text recht häufig gesprochen hat.
Ein Tagesbefehl Joffrcs.
General Joffre erließ einen Tagesbefehl über die Fehler der bisherigen Kampfcswcise der Franzosen. Der Grund dcr starken französischen Verluste sei ihr Vorgehen in zu dichter Ordnung ohne genügende Artillerie-Vorbereitung. Sofort nach Eroberung eines Stützpunktes muß dieser befestigt und mit Artillerie besetzt werden, auch müßte die Reiterei beim Vorgehen durch Infanterie gestützt werden, wie dies bei den Deutschen geschieht, welche die Infanterie auf Automobilen der Reiterei vorausführen.
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 53
Helgestad hob das Licht auf, das vor ihm auf dem Tisch stand, und beleuchtete das rotwangige, glänzende Haupt seines Verwandten. „Bist ein Muster von Mäßigkeit", sagte er. „Halte die Mäßigkeit fest, Johann Marstrand, oder sie bricht zusammen."
Fandrein hatte dos andere Licht genommen und beleuchtete die gelben faltigen Züge des gewaltigen Nordländers. So standen sie sich gegenüber, Gesichter schneidend und sich anstierend unter schallendem Gelächter und allerlei herausfordernden Worten, bis Fnndrem in die Hände seines Dieners und seiner Haushälterin siel, die ihn ins Bett brachten, Helgestad aber unter Marstrands Beihilfe in die Kammer geleitet wurde, welche für ihre Nachtruhe bestimmt war.
Allem Anschein nach war Hclgestad in einem schwer trunkenen Zustande, und sein Begleiter hatte Mühe, ihm Bei- stand zu leisten, kaum aber war er mit ihm allein, als zu seiner Verwunderung alle Zeichen des Rausches vcr- schwanden.
„Bin so nüchtern, wie Ihr es sein könnt, Herr Marstrand", sagte er, sich aus den helfenden Händen aufrichtcnd, „habe es aber vorgezogen, ans diese Weise Fandrem in sein Bett zu bringen und seinen guten Rnf zu bewahren. Wäre große Schmach für ihn, wenn sein Kopf mit ihm umginge und seine Gäste nichts von der Bewirtung merkten. Hasse imd verachte die Trunkenheit, ist aber ein Erbstück dieses Volkes, das nianches Menschcnalter noch damit zu tun haben wird. Bergen ist eine nüchterne Stadt und Fandrcni ein Mann, der selten mehr trinkt, als er vertragen kann; müßt nach Tronthjem gehen, wenn Ihr sehen wollt, was durstig« Kchlen leisten können."
Was er sagte, war allerdings nur zu wahr, es paßte je- doch ebensowohl ans Norwegen wie auf alle anderen Länder.
Ueber die Beteiligung katholischer Geistlicher au Frauktireurstatcn
in Elsaß-Lothringen und dieserhalb erfolgte Erschießungen waren bekanntlich allerhand Gerüchte verbreitet worben. Auf Anfrage des bischöflichen Ordinariats hatte der im Bereich detz 14. Armeekorps tätige Bezirkspräsidenl des Cberelsahes mitgeteilt, daß ihm keine derartigen Fälle bekannt seien. Auch mit eigener Wissenschaft hatte die bischöfliche Behörde erklärt, daß ihr unkorrektes Verhalten von Geistlichen nicht mitgeteilt worden sei.
Nunmehr teilt auch noch General Deimling, der kommandierende General des 15. Armeekorps mit, „daß Fälle, wonach Geistliche sich während der Kämpfe des 15. Armeekorps im Ober- elsaß einer Unkorrektheit schuldig gemacht hätten, ihm nicht bekannt geworden sind.
Damit sind die gegen die katholischen Geistlichen gerichteten Anschuldigungen zu deren Gunsten geklärt. Das Ganze bildet eine erneute Mahnung zur vorsichtigsten Ausnahme aller jetzt so wild herumspukendeu Beschuldigungen von Bevölkerungsteilen. Gegen die elsäsischen Geistlichen waren die Gerüchte bekanntlich zuerst durch eine» katholischen Geistlichen selbst und zwar in dem führende» Kaiholikenblatt, in der Köln. Volkszeitung, verbreitet worden.
Kriegsfpeude des Deutsche» Lehrervereins.
Ter Vorstand des Deutschen Lehrervereins beschloß, aus seiner Kasse 30 0V0 Mark als Kriegsspende zur Verfügung zu stellen, und zwar 10 000 Mark für das Rote Kreuz, 10 000 Mark für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen und 10 000 Mark für den Krlegsunterstützungsfonds des Reichs-Marineamtes. Außerdem spendete der Deutsche Lehrerverein 1000 Mark zur ersten Hilfe für die aus Ostpreußen und dem Auslände geflüchteten Kollegen.
Konventionen und Gewerkschaften.
Am 28. August hat in den Räumen der Berliner Handels- kantmer eine sehr interessante Konferenz stattgefunden. Der Geheimrat Lusensky legte im Auftrag des preußischen Han- delsminister den Vertretern der verschiedenen Textilkonventionen den Entwurf einer Bundesratsverordnung vor, durch die die Verbände genötigt werden sollten, auf Bestimmungen zu verzichten, die geeignet sind, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihrer Mitglieder sowohl wie ihrer Abnehmek und Lieferanten in diesen Kriegszeiten zu verschärfen. Das Projekt der Regierung wurde aufs lebhafteste kritisiert, die Vertreter der Konvenftonen bezeichneten es geradezu als eine Illoyalität, daß man sie in dieser Weise überfalle, und ein Kommerzienrat aus dem Westen Deutschlands, der als der Inhaber der meisten Aufsichtsratsposten in weiteren Kreisen bekannt ist, gab sogar zu verstehen, daß die Annahme des Entwurfs durch den Bundesrat die Entlassung zahlreicher deutscher Arbeiter zur Folge haben würde.
Es konnte so scheinen, als ob die rücksichtslose Jnter- essenpolitik der Kapitalisten triumphiert hätte. Aber das preußische Handelsministerium gibt jetzt einen Erlaß heraus, der in den nachdrücklichsten Wendungen die Konventionen mahnt, ihre Lieferungs-, Abnahme- und Zahlungsbedingungen während des Krieges nicht nur nicht zu verschärfen, sondern vielmehr der gegenwärtigen Wirtschaftslage anzupassen, wenn sie eine gesetzgeberische Beschränkung ihrer Tätigkeit vermeiden wollten. Es werden eine Reihe von Grundsätzen ausgestellt, die unbedingt eingehalten werden müssen und die in der Hauptsache die möglichste Erleichterung der Zahlungsverpflichtungen für die Abnehmer zum Gegenstand haben.
Es wird unter diesen Umständen den Verbänden nichts anderes übrig bleiben, als sich zu fügen, denn das bekannte Ermächtigungsgesetz vom 4. August gewährt dem Bundesrate das Recht, auf dem Wege des Zwanges das durchzusetzen, wozu sie sich freiwillig nicht verstehen wollen, und nach allen Er- fahrungen, die wir gemacht haben, wird der Bundesrat kein Bedenken tragen, von seiner Ermächtigung Gebrauch zu machen. So wenig man sich entschließen konnte, in Friedens- zeiten dem Terrorismus der Konventionen zu Leibe zu gehen, so wenig Rücksicht wird jetzt auf die Lamentationen sonst hochmögender Kommerzienräte genommen.
Ein Vergleich liegt nahe. Gegen die Gewerk schaf- te n sind Gesetzgeber, Richter und Verwaltungsorgane in den Jahren, die hinter uns liegen, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln zu Felde gezogen, unter der Begründung, daß die Organisationen der Arbeiter Brutstätten des Terrorismus seien, daß sie die Freiheitsrechte des einzelnen bedrohten und daß sie sich sozusagen zu einem Staat im
In den besten Gesellschaften der damaligen Zeit war Trinken das hauptsächlichste Vergnügen »nd der Rausch keineswegs eine Schande, aber in Norwegen wurden die Gastmähler mit Virtuosität betrieben, und Tronthjem war, bis auf die neueste Zeit, ganz besonders berüchtigt oder berühmt. Nur zu häufig verwandelten sich jedoch die Hochzeitsfeste und Kindtaufen in Blut- und Leichenszenen, und Hclgestad erzählte, während er sich zum Schlaf anschicktc, wie bei solchen Gelegenheiten die Frauen mit dem Branthcmd für ihren jungen Mann zugleich dessen Sterbehemd nähten und kein Gesetz bis jetzt mächtig genug gewesen sei, die Messcrkämpfe zu verhüten, wclck)e so vielen schon das Leben gekostet hätten."
„Ist in, gleichen Maße schlecht und dumm für Männer, sich wie unvernünftige Tiere zu morden", sagte er endlich, „um am nächsten Tage wie Weiber über ihre Taten zu meinen."
„Jmnier besser", anftvortctc Marstrand, „als schlechte Taten niemals bereuen."
„Falsch, Herr", cntgcgncte Helgcstad. „Was ein Mann tut, soll er voraus bedenken, doch was er ausgeführt hat, soll ihm niemals Schmerzen machen. Habe meinen Kopf und meine Hände, die nichts können, was dcr Kopf nicht will." — Er richtete sich auf den Ellenbogen im Bette auf und sah Marstrand an. — „Wollt in Eure Kammer gehen", sagte er, „wartet noch einen Augenblick. Sagt mir, wie Euch Fan- dremS Tochter gefallen hat?"
„Ich habe keine Gelegenheit gehabt, mir ein Urteil zu bilden."
„Seid eine Däne", sprach Helgestad, „das heißt, ein Mann, der sich zu schmiegen und zn ducken weiß, wo er es für klug hält. Lese in Eurem Gesicht das richtige Urteil. Ist ein stolzes, verzogenes Mädchen, eitel und verdorben in ihrem Gemüt."
^ „Dann, Herr Hclgestad, kann ich nicht begreifen, warum >-ie diese Puppe in Ihr Haus führen wollen, wohin sie nicht paßt."
2 iäate herausgebildet haften. Tue' Gewaltherrschaft, die die Kartelle und Konventionen in weitestem Umfange ausübten, wurde unbeachtet gelassen. Was bei den Arbeitern eine Niedertracht war, war für die Verbände der Unternehmer eine unabweisbare wirtschaftliche Notwendigkeit; was bei den Arbeitern gegen die guten Sitten verstieß, war bei den Kapita- listen ein sittliches Gebot dcr Selbsterhaltung.
Und nun ist der Krieg gekommen, und cs stellt sich her- aus, daß die bis dahin verfolgten und drangsalierten Ar» bcitervcrcinigungen dcr Gesamtheit sehr wertvolle Dienste zK leisten vermögen. Ihre Unterstützungscinrichtungen tragen, dazu bei, der Massenverarmung entgegen zu wirken, ihrL Organisationen leisteten wertvolle Hilfe bei der Vermittlung! von Erntearbeitern, ihre Mitwirkung bei den Aktionen zugunsten der Arbeitslosen und der Angehörigen der im Felde' stehenden Männer wird dankbar empfunden. Die Regierung, hatte nicht nötig, die Gewerkschaften auf die Pflichten hinzuweisen, die der Krieg ihnen auferlegte, sie, die viel mißhandelten Stiefkinder der Gesetzgebung, wußten, was sie zu tun hatten.
Den Verbänden der Kapitalisten, aber, die sich im Frieden der Gunst der maßgebenden Stellen zu erfreuen hatten, die sich nicht bei jedcni Schritt von lauernden Polizeiaiiger^ überwacht sahen, denen muß jetzt auseinandergesetzt werden^ was Patriotismus ist, denen muß inan mit Gewaltmaß- regeln drohen, um sie zu veranlassen, auch nur vorübergehend die Rücksicht auf ihren Geldbeutel'der; Rücksicht auf das Gemeinwohl nnterznordnen.
Englands Wirtschaftskrieg gegen einen neutralen Staat.
Der Eity-Korrespondent des Stockholmer Dagblad Nagt darüber daß wegen dcr dcutschsrcundlichcn Haltung Schwedens die englischen Importfirmen die schwedischen Meiereiprodukte boykottieren Auch die Einfuhr von schwedischem Holz, Holzmasse und Papier leidet beträchtlich.
Paris im Belagcrmigszusiand.
Die neuesten Nachrichten über die Zustände in Paris besagen: Der Polizeipräfekt Hennion hat im letzten Augenblick vor der Abreise der Regierung abgedankt. Offiziell wird al< Grund Krankheit angegeben. Der neue, durch ein ministerielles Dekret ernannte Polizeipräseft heißt Emil Lambert. Obgleich Paris nunmehr vollständig unter der Militärs gcwalt steht, sind sämtliche Bureaus der Seinepräfrttur und der Provmzialverwaltung geblieben. Sie bilden zusammen mit der Polizeipräfcktiir und der Kommunalverwaltung dass Komitee der öffentlichen Sicherheit. Nachträglich wird ge- meldet, daß außer dem amerikanischen auch der spanische Bot/ schafter in-Paris geblieben-.sei und zwar auf ausdrückliche Au-« Weisung. J
Ein deutscher Parlamentarier als Opfrr drr Rnssrn.
Der frühere langjährige, konscrvattve ReichStagsabgeordnet< v. Rauter aus Kanotcn ist, nachdem er dort ans drr Flucht vor den Russe» schwer erkrankt war, im Alter von 78 Jahren gestorben. Er vertrat von 1802 bis 1912 den oftpreußischen Wahlkreis Rastend»«»» Gerdaucn-Frirdland.
Englische Schande.
Dem Stettiner Generalanzeiger wird von seinem Berichterstatter folgendes geschrieben: Fort von Mons noch
Valenciennes unter dem Roten Kreuz. Kein Stimmungsbild, dafür fehlt nach 50stündiger Bahnfahrt und nach dem eben Erlebten die Sftmmung. Nur. ein kurzes Wort de^ Aufklärung und Warnung. Keine halbe Stunde ist es her, da wurden uns in Hos etwa 300 gefangene Engländer vorge^ führt und dabei wurde uns durch den Major bekannt gegeben, welche unglaublichen Unmenschlichkeiten und Greueltaten! sich die Träger der britischen Naftonalität gegen unser«; braven Truppen und vor allem gegen unsere Verwundeten haben zu schulden kommen lassen. Nicht genug, daß sie die Hände aufheben, die weiße Fahne schwenken, um beim Heran- nahcn unsere Truppen hinterrücks zu schießen, viel schlimmer sind die Enftetzlichkcitcn gegen unsere Verwundeten. Und das sind behördlich beglaubigte Tatsachen, nicht Gerüchte imd nicht Gerede. Der deutschen Ansprache unseres prächtigen; Majors folgte eine zwar recht stilisierte, aber dafür um so verständlichere englische an die britischen Bestien: Bei der ge»
„Warum paßt sie nicht?"
„Fragen Sie sich selbst, ob dies eine Frau für den ein» fachen, gutherzigen Björnarne ist. Wenn Sitz vom Lyngen- sjord sprachen, antwortete sie mit verächtlichen Blicken, und bei den Erzählungen von dem Leben in Oerenäes-Gaord füllte sich ihr Gesicht mit Hohn und Gelächter."
Helgestad nickte bcistimmcnd dazu. „Habt einen guten Blick", sagte er, „ist richtig so. Aber Fandrems Tochter ist ein Vogel mit goldenen Federn, wäre der ein Narr, der ihn aus seiner Hand gäbe. Ist ein altes Versprechen zwischen uns, Herr Marstrand, habt es gehört; liegt jedoch Leine und Haken noch auf anderem Grunde." — Er grinste pfiffig vor sich hin und fuhr mit gedämpfter Stimme fort: „Fadrem ist ein schwacher Vater, so klug er auf der deuftchcn Brücke iw seiner Schreibstube sitzt, wcnn's Nordländer oder Spanier sind, mit denen er zu tun hat. Eine Eule nistet auf seinem Dache und hat ihn wach geschrien. Habe einen Ton davon gehört, Herr. Frage nichts danach, sehe nur, daß ich zur richtigen Stunde gekommen bin mit meinem Wort und sprach cs darum frisch ans, als ich mit ihm allein auf dem Signal- bccken ging. Fürchtet Schimpf an Ruf und Name, ist ihm also willkommen, Hanna an den Lyngenfjord zu bringen. Wollen sic da zur Arbeit »nd Ordnung gewöhnen; bin ohne Sorge, wird fromm und gehorsam werden." — Ein grimmiges, leises Lachen zuckte um seinen Mund, Haß und Spott blitzten aus seinen Augen.
„Und wenn Einsamkeit, Gram und Heimweh doch mehr tun als Ihre Erziehung?" fragte Marstrand mitleidig.
„Bah!" antwortete Helgcstad, „laßt sie blaß und mager werden; ist finnmarkiges Blut in ihren Adern, das wird sei» Recht geltend machen. Wcnn's aber nicht sein sollte, wenn Fandrem sckiwach genug ist und ihr eitel verdorben Sinnen gewähren will, so mag es so sein, aber dann soll er mir Reise und Mühe bezahlen. Habt gehört, daß ihr halbes Vermögen als Reugeld Björnarnc zufallcn soll."
sF-ortsehung folgt.)


