Ausgabe 
7.9.1914
 
Einzelbild herunterladen

ringsten Aufsässigkeit Maschinengewehre in 50 Mir. Ent­fernung und niemand von Euch bleibt am Leben. Unbe- schrciblich tvar die Erbitterung unserer Acrzte, die selbst un­sere verstümmelten Verwundeten gesehen haben.

Die Ruhe lehrt wieder.

Die Rückflüsse bei der Städtischen Sparkasse in Essen haben nch derartig gestaltet, bah diese in beschränkten, Umsange wieder .pypothekcngeldcr ausleiht und zwar mit der Bestimmung, baß die Sauarbeiten von Essener Firmen ausgeführt werben.

Für die Ostpreußen.

Die Stadtverordneten von Essen bewilligten 50 000 Mark zur Unterstützung der aus Ostpreußen Geflüchteten.

Eine parlamentarische Rckrutierungskommission.

W. B. £ o n S o n , 5. Scpt. Ten Zeitungen zufolge sind Schritte getan worden, um eine parlamentarische Rckrutierungskommission zu bilden, der Vertreter aller Parteien angchSren solle». Ihre Präsi­denten werden Asguith, Lard und der Vertreter der Arbeiterpartei Hindcrscn sein.

In Südafrika zurüikgehaltcn.

W. B. London, 5. Scpt. Das Reuterbureau meldet aus Kap­stadt: Etwa 800 deutsche und österreichische Reservisten werden als Kriegsgefangene in einem besonderen Lager bei Johannisburg zurückgehalten.

Vom Mbrct.

W. B. Ancona, 5. Scpt. Der Prinz von Wied ist aus der Abreise von Albanien hier cingctrosscn. Er hat an das albanische Volk eine Proklamation erlassen, in der er seine Wiederkehr in Aussicht stellt.

Vom galizischen Kriegsschauplätze.

Die Berliner Zeit am Mittag meldet vom öster­reichisch-ungarischen Kriegsquartier vom 4. September: Auf dem östlichen Eeländeabschnitt des Kriegsschau­platzes wurde heute (Freitag) nicht gefachten. Dagegen schreitet der Angriff auf Lublin fort. Die Armee Auffenberg verfolgt die russische Armee fortgesetzt. Die siegreiche Schlacht bei Samosc wurde erst nach heißem Ringen entschieden. Der Höhepunkt des Kampfes war jedoch das Ringen um Komarow, wo die Russen unter General Plehwe gewaltige Anstrengungen machten um die Stellung der Oesterreicher zu durchbrechen. Die Entscheidung fiel aber erst durch das auf beiden Seiten von Huszwa vordringcnde Korps Borowitfch und durch das Korps des Erzherzogs Loses Ferdinand, die den Feind im Rücken bedrohten. Durch die Erstürmung des in stark verschanzter Stellung sich befindenden Ortes Tyschowze wurde der Gegner zu schwierigem Rückzuge nach Norden und Nordosten gezwungen, der sich in eine regellose Flucht verwandelte. Es wurden 13000 Gefangene gemacht, 200 Geschütze und viel Kriegs­material erbeutet.

Hesse« nnd Nachbargebiete.

«iehe« und Umgebung.

Sorgt für Kohlen!

Es währt nicht mehr lange, dann hält die kalte Zeit wie­der ihren Einzug. Mehr wie je zuvor ist diesmal der Winter ein Schreckgespenst für das werktätige Volk. Unendlich grob ist doch jetzt zur Kriegszeit die Zahl derer, denen es in ihrer wirtschaftlichen Not an dem nötigen Heizmaterial fehlen wird. Und bei der weit herrschenden Unterernährung wird sich die Kälte besonders unangenehm und besonders verderb­lich fühlbar machen. Das sollten unsere Kommunen schon jetzt bedenken und sich die nötigen Mengen Heizmaterial zur Ueberlassung an die Bedürftigen, den Armen unentgeltlich, den Minderbemittelten, die zahlen können, zum Selbstkosten- preise, sichern.

Es würde nicht das erstemal sein, daß deutsche Gemein­den die Kohlenversorgung in den Kreis ihrer kommunal­politischen Aufgaben hincinbeziehen. Schon in früheren wirtschaftlich schweren Jahren, als die Kohlenpreise eine außerordentliche Höhe erreichten, hat eine Reihe von Ge­meinden, nicht zuletzt auch Offcnbach, Kohlen in größeren Mengen angekauft und in kleineren Mengen, gewöhnlich zwischen 1 und 5 Zentner, zum Selbstkostenpreise abgegeben. Die Erfahrungen, die man damals gesammelt hat, waren recht günstig. So hat z. B. in Mülhausen im Elsaß die An- nähme eines Antrags auf städtischen Kohlenvcrkauf die Wir­kung gehabt, daß sofort einige größere Kohlcnfirmcn der Stadt erklärten, die Kohlen nun bissiger als bisher liefern zu können.

In einigen Städten, wie in Offenbach, hat man bereit? einen städtischen Koksvcrkauf eingeführt. Dieser Koksver­kauf kommt dann nur den Minderbemittelten zugute, da nur eine bestimmte Menge Kols dem Gaswerk entnommen wer­den kann. Auch derartige Versorgung mit Heizmaterial würde in den Städten mit eigenem Gaswerk bereits eine wesentliche Erleichterung bringen. Auf jeden Fall muß man die nötigen Vorkehrungen treffen, daß die Abgabe von Heiz- niatcrial nur den Minderbemittelten zugute kommt. TaS ist besonders wichtig, wen» nur der Koks des Gaswerks zur Verfügung steht.

Daß die Kohlenprcise sehr in die Höhe gehen werden und die Maßnahme der Kommune auch regulierend auf den Marktpreis wirkt, ist einleuchtend. Auf diese Weise kommt die städtische Kohlenpcrsorgung auch allen anderen Kreisen der Stadt zugute.

Daß diese Maßnahinc wichtig ist und daß sic einen Not­stand in ganz ausgezeichneter Weise zu heben oder wenigstens zu lindern vermag, ist unzweifelhaft. In dieser Zeit, in der die Kommunen sich mehr wie bisher ihrer sozialpolitischen Pflichten bewußt sind, wird unsere Mahnung vielleicht euch nicht vergeblich sein.

Menschen unter Menschen.

, Ter Krieg der Staaten hat nicht nur du- wirtschaftlichen, son- auch alle menschlichen Bande zivische» de« Völkern ge- wl>. Wir habe» cs mit tiefer Beschämung erleben miissen. dasi in * s Belgien. Rußland leider zum Teil auch i« Oesterreich

lins v«, uns in Deutschland, kurz überall mild gewavdcne Spießer w* r!. rci r C ®H r f<W>at harmlose Ausländer in den Eascs und ans den Straßen überfielen, sie prügelten, vcrihühnken, »lißhandelten, i mrivei t^ie zufällig ln einem anderen Lande gebäre:». Bürger eines anderen Staates, Abkömmlinge einer anderen Rasse waren. Weg-

gcwischt schien im Augenblick der Kriegserklärung jswe höchste Er- rimgenschaft menschlick-er Kulturentrvicklung: die Achtung vor der Persönlichkeit auch dos thegners, Man haßte den einzelnen, der am Kriege so unschuldig war ivie einer der uns«ren, man beschwipste Leute, di« den Krieg ebenso verfluchten wie wir.

Als die Verwundeten- und Gefangenentransport« in unseren Städten cinitrafen, hotte sich die Wut des ersten Augcnb-ltcks einiger- in.oßen gelegt. Die wildgowordenen Spießer und unreifen Bürsch­chen waren angesichts der ungeheuren Tragik der Schlachtfelder klein­laut geworden. Würde und Erisst geivaunen di« Oberhand. Und doch gibt es noch gedankenlose und herzlose Leute, die es nicht nntcr- lasscn könneiß wchrlos« Gesängen« zu schmähen, mit dem Tod« ringende Bcrivuudote noch aus den Tragbahren zu beschimpfen. Tie Dummheit sieht eben im einzelnen den Feind, und die blinde Rach­sucht ist den Erwägungen der Vernunft und Menschlichkeit unzugäng­lich. Uni so «rsreuticher ist die Tatsache, daß allmechlich auch in der ernsten ^ bürgerlichen Presse dl« Seissations- und Blute auchprrsse wird nie den Weg zum Bessern finden der human«, kulturelle Standpunkt wieder di« Oberhand gewinnt. Ans den Lazaretten und Gefangenenlagern kommt di« Stimm« der Versöhnung. Und diese mahnende Stimme, die aus den Lazaretten und Gesangcneulogen zu uns dringt, sie kündet uns nicht mir die Grauen des Krieges, sondern jene groß«, heilig« Tassache, daß die Liebe doch stärker ist als der Haß.

Das stille Heldentum.

Die Jndustriebeamten-Zeitung, das Organ des Bundes der technisch-industriellen Beamten, veröffentlicht nachstehen­den Brief der Fran des Bundesobmanns in Eilenburg an die Zentralleitung des Bundes:

Ich gelange heute in den Besitz Ihres Aufrufes zur Samm­lung freiwilliger Beiträge, welchen ich sofort unter den noch zurückgebliebenen Mitgliedern zirkulieren lassen werde und ein eventuelles Ergebnis sofort an Ihre Adresse absenden werde. Mein Gatte, der Obmann der hiesigen Verwaltungsstelle, ist be­reits am Mittwoch ins Feld gezogen. Ihrem Wunsche gemäß hat eine Ersatzwahl für ihn sowie für den Kassierer (der auch fort mußte) stattgefunden. Leider ist mir in all den Wirren Ihr Formular abhanden gekommen. Ich teile Ihnen nachstehend die Ersatzmänner mit:

für den Obmann: Mitglied Rr. 12 550 G. Sch.....

für den Kassierer: Mitglied Nr. 40 009 P. B.....

Alle brieflichen und Zeittingssendungen wollen Sie aber nach wie vor an meine Adresse senden, da ich selbst stets die Erpedition aller Eingänge von der Zentrale vorgenommen habe und auch mit allem ziemlich vertraut bin. Die eigentliche Arbeit unter den wenigen hier zurückgebliebenen Kollegen werden natürlich, jeder aus seinem Gebiete, die beiden vorbenannten Herren er­ledigen.

Als geringe Beihilfe zur Entlastung der Bundeskassc werde ich die im Juli gehabten Portoauslagen und auch die künftigen gern aus meiner Tasche decken. Ich möchte auch nicht verfehlen, Sie zu bitten von meinen Diensten in der Bundesverwaltung Gebrauch zu machen, wenn sie hinsichtlich Schreibarbeit von Nutzen sein könnte». Im übrigen hoffe ich zuversichtlich, daß diese ernste Zeit dem B. t.-i. B. nicht dauernd schaden wird: denn das Gute bricht sich doch immer wieder Bahn! In diesem Sinne mit Bundesgruß!

<gcz.> Frau Hclma M.....

Alle Achtung vor dieser tatkräftigen Frau, die sich in den Dienst der Organisation ihres Mannes stellt, in dem Moment, wo er selbst als Kriegsbcteiligter diese Arbeit niederlcgcn muß. Da sieht man keine Spur von Kleinmut und ängstlichem Gejammer über das harte Schicksal, das die Gatten auseinanderrelßt und eine ungewisse Zukunft birgt, wann und ob sie sich Wiedersehen werden. Diese Frau ist sich bewußt, daß cs für sie eine Ehrenpflicht ist, an ihrem Teil mitzuwirken an der Aufrechterhaltung der Berufs­organisation ihres Mannes, damit diese möglichst ohne Fährnisse durch die Kriegswirren geführt werde. Diese Frau hat begriffen, welche Bedeutung die Bernfsorgam- sation für ihre Angehörigen hat, doppelt haben muß, wenn der Krieg vorüber und die natürlichen Gegensätze zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern durch die Berufsorgani­sationen wieder zum Ausgleich gebracht werden müssen.

Unsere Arbeiterfrauen werden sich durch diese Bcamten- frau sicher nicht beschämen lassen wollen in der Klassen­erkenntnis.

, Eine überflüssige Mahnung, wenigsten für Ar­beiter und sonstige kleine Leute, wird von dem Wolffschen Telcgraphen-Bureau verbreitet. Es heißt darin:Es steht fest, daß noch große Mengen Gold von dem Publikum verborgen gehalten werden. Der in einzelnen Fällen so wohlgelungene Versuch, das vorhandene Gold durch Ver- traucnspersonen einzusammeln und behufs Umschmelznng in Banknoten (? Red.) an die Reichsbank abzuführen, sollte all­gemeinste Nachahniung finden. Geht mit solchen Bemühungen eine zweckmäßige erneute Aufklärung Hand in Hand über den Geldwert unserer Banknoten und über den Mangel an patrio­tischer Gesinnung, der in deni Einbehalten des dem Reiche- notwendigen Goldes liegt, so kann es am Erfolge nicht fehlen. Tie Verstärkung des Goldbestandes der Reichsbank ist für die Kriegszcit nicht nur von außerordentlicher wirtschaftlicher, sondern auch von hervorragender politischer Bedeutung."

Es inag sein, daß es noch viele Leute und Stellen gibt, wo noch Gold gemünzt und ungemünzt zu finden ist. In den Bankhäusern, bei den Kohlen- und Eisenbaronen, den Fürst­lichkeiten und großen Gutsbesitzern. Bei Arbeitern, Hand­werkern und kleinen (Geschäftsleuten wird mans aber vergeh- lich suchen, da ist nicht nur kein Gold, sondern auch kein Papier nnd Silber mehr vorhanden. Hoffentlich heben sich die Geschäfte bald wieder, sonst steht uns eine wirtschaftliche Katastrophe bevor.

Arbeitslosigkeit und Arbcitsmangcl. Die Handwerks­kammer zu Wiesbaden schreibt:Infolge des Krieges ist im allgemeinen verminderter Geschäftsbetrieb und Arbeitslosig­keit von selbständigen und unselbständigen Handwerkern ein­getreten. In einzelnen Handwerkszweigen, wie z. B. Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Müller, Dachdecker und Sattler, fehlt es an geeigneten Arbeitskräften. Auch bei den Schneidern, die zur Zeit zwar noch versehen sind, kann leicht derselbe Zustand eintreten, weil voraussichtlich größere Mengen von Militärbekleidungsstücken zu liefern sein wer­den."

Mit dem Mangel an Arbeitskräften dürfte es jeden- falls noch nicht so schlimm bestellt sein, besonders nicht, soweit Schneider, Dachdecker nnd Schuhmacher in Frage kommen. In Gießen wenigstens sind von Schneidern viele arbeitslos nnd auch von anderen Berufen.

Im Holzarbeiterv e r-b a-n d wurden am 22. Slug.

gezählt: 50 218 arbeitslose, 35 381 einberüfenc und 60914 noch in Arbeit stehende Mitglieder. Von der Zählung wur- den aber nur 160 343 Mitglieder erfaßt, während der Ver­band bei Beginn des Krieges 192 000 Mitglieder zählte. Ueberträgt man das Verhältnis, das sich durch die Zählung am 22. August ergab, auf diese Zahl, so ergeben sich: Arbeits- lose 65 890, Einberufene 42 380, in Arbeit stehende 83 730.

Unnütze Gasferci. Arn Samstag gegen abend fanr wieder ein Trupp Verwundete in Gießen an, unter denen sich' auch Franzosen befunden haben sollen. Da ist es 'denn sehrj bedauerlich zu sehen, daß sich in den Straßen, welche die, Autos nach den Lazaretten durchfuhren, eine Menge ßeuiej ausgestellt hatten, als ob sie einen Festzug erwarteten. Was! ist da eigentlich zu sehen? Ein paar unglückliche Menschen,! die peinlich berührt sein niüssen, wenn sie, von Schmerz ge-! peinigt, von einer Menge Menschen angegasft werden.

Totc dcö Gicsicncr Regiments. Bisher sind folgendes Angehörige des Gießener Regiments als tot bekannt: Feld-l webet Ludwig W e h r u m ans Watzenborn: Hauptmann und Kompaniechef Hans Haehling von Lanzenauers Unteroffizier Karl Haibach; Ernst Pfeiffer, Reservist, in Krofdorf: Einj.-Freiwilliger Kurt Neumann: Ober- lentnant Wilh. Ebel: Leutnant Karl v. Gr o l m a n , Gießen: Unteroffizier d. Reserve Karl Hirz aus Watzenborn^

Wohltätigkcit btt Kirchen im Kriege. Der Deutsche Monistcnbund Mk. 10 000,, der Evangelische Oberkixchen- rat Mk. 20 000,, die katholische Kirche Mk. 0,00. Die Angc^ stellten der Slrbeitcrbewegung haben alle auf einen erheb­lichen Teil ihres Gehalts verzichtet. Bei den Geistlichen bei>> der Konfessionen ist ähnliches bisher noch nicht bekannt ge­worden. Das Vermögen der privilegierten Kirchen Deutschland beträgt über 3 Milliarden, das des Deut­schen Monistenbundes nicht ganz Mk. 100 000,! In Oester­reich konnte die Kircheleider" nichts spenden, dadie from- nlen Stiftungen von den Klöstern nickt angetastet werden,' dürfen". Das Vermögen der katholischen Kirche in Oester-j reich allein beträgt wenigstens 1 Milliarde.

Die Besugniffe des hessischen Tcrritorialkommifsars. DaA Regierungsblatt veröffentlicht eine Verordnung, durch dick dem Territorialkommissar bei der Festung Mainz bis auf weiteres die Befugnis erteilt wird, den Verwaltungsbehörde!!! für den ganzen Bereich dieser Festung Weisungen zu erteilen,j soweit cs sich um die Anwendung von Gesetzen und die Durch­führung von Anordnungen des königlich preußischen Gou^ verneincnts der Festung Mainz handelt, die betreffen: die! Fremdenpolizei, das Spionagewesen, die Landwirtschaft.! Handel ilnd Gewerbe nnd die Gesundhcits- und Veterinär­polizei. Insbesondere steht dem Territorialkommissar auch die Befugnis zu, im Einvernehmen mit dem genannten Gouvernement Slusländer aus dem Festungsbereich, ge­gebenenfalls auch aus dem Großherzogtum Hessen, anszu- weisen. Das Staatsministerium ist ermächtigt, diese Be­fugnis des Territorialkommissars noch auf weitere Gebietes auszudehnen. _

Wo man sich um Armecliescrungen bewerben muß. Di^ stellvertretende königliche Intendantur des 18. Armeekorps teilt folgendes mit: Da bks jetzt für die Truppen des?

18. Armeekorps ein Bcklcidungsamt noch nicht besteht, wollew sich etwaige Bewerber um Lieferungen von Armce-Be^ kleidungs- und Slusrüstungsstücken an die nächstgelegenew Beklcidungsamier in Eassel, Coblenz und Straßbnrg wenden^ die z. Z. den Bedarf für das Arnicekorps decken. Das gleiche gilt nainentlich auch für Arbeiter und Slrbeiterinnen, die Be­schäftigung bei der Slnfertigung solcher Stücke suchen, z. B.- Wäsche, Drillichzeug, Ttichbekleidung, Hilsbinden, Hclmübcc- züge usw. Die Wciterverbreitung der Notiz auch in anderen Zeitungen des Korpsbezirks wäre zweckmäßig, damit die durch den Krieg arbeitslos gewordene Bevölkerung Kenntnis von Dienststellen erhält, an die sie sich wenden kann.

lieber den schriftliche» Verkehr mit dem Generalkvmmando er­sucht uns dieses den Interessenten folgendes bekannt zu «eben:Dcnr stellvertretenden Generalkommando 18. Armeekorps gehen in letzter Zeit derartig viel« persönliche Gesuche, Briefe in dienstlichen und privaten Angelegenheiten, sowie Zuschriften aller Art über patrioti- schc Wünsch« nnd Erfindungen, nn-ter Uebcrgehnng der vvrgeschricbe- nen und üblichen Zwischenbehörden zu, daß cS trotz erheblicher Brr-- mehrung des bis zum äußersten angespannten Personals iricht mehr imstande ist, diese Eingaben selbst zu beantworten. Derartige an das Generalkommando gelangenden Zuschrsstcn werden da-hcr sortair ausnahmslos zunächst der betr. Zwischenbehörde erster Instanz zur Prüfung, und, falls angängig, zur Entscheidung, andernfalls zum Be­richt übersandt werden. Hierdurch entsteht für di« betr. Briefschrei-- bcr zweifellos ein erheblicher Zeitverlust, bevor sie einen Bescheid erhalten können. Da es sich aber in der überwiegenden Mehrzahl, der Fälle um solche Angelegenheiten handelt, welche im Wirkungs­kreis der Zwischenbehörde liegen und von diesen vollgültig entschieden werden können, so liegt «S im eigenen Interesse der betr, Briefsteller, daß sie ihre Eingaben an diese Behörden und n i ch t a n d a s G e n c-- r a l k o in m a n d o richten. Ein Gleiches gilt für das persönliche Anbringen von Gesuchen. Bezüglich der zahlreichen ohne Nainens- nnterschrist hier eingehenden Briese, wird bemerkt, daß sic aus­nahmslos in den Papierkorb wandern."

Eine sehr wichtige Feld- unh Gartenarbeit, die schleunigst in An­griff genonimen werden muß, ist die Vernichtung der Raupen an den Gcmüsepilanzen, und zwar an solchen PflaWbnartc», von denen wir andere Teil« als di« Blätter genießen, denn di« Pflanze atnict^ durch die Blätter nnd kann sich deshalb ohne diese nicht entwickeln. Die Raupenplagr ist i» diesem Jahre besonders stark: an manchen Pflanzen sitien 49 und mehr Raupen, im Durchschnitt kommen auf jede Pflanze mindestens 10 bis 15 Raupen.Ich selbst habe gestern so schreibt uns ein Abonnent unseres Blattesin verhältnis­mäßig kurzer Zeit über 2009 getötet und darnach dies l>erc-l>ii«t". SSier und da stehen schon Pflanzen, von deren Blätter nur noch die Rippen übrig sind! Die Raupen niüssen abgelefcn und zertreten oder sonstwie vernichtet werden, kleinere kann man an Ort und Stelle mit Hits« der Blätter zerdrücken: wer di« Tiere nicht mit der hießen Hand augreisen kann, soll alte Handschuhe anziehen, aber vernichtet müssen dies« gesräßigen Tier« werden, da Hilst rricfrtc-: sonst gehen viel« wertvolle Nahrungsmittel zugrunde. Man schon« aber di« gelblichen, klümpchemveis« in seinem Gespinst an den Blät­tern hängenden Larven der Schlupfmespc! Denn diese sst der schlimmste Feind der Raupen, durch sie werden mehr Raupen ver­nichtet als durch die Vögel, Die Schlupfwespe legt nämlich ihre Eier in die lebend« Raupe, in der sie sich dann ruttvickeln und ernähven. Man findet an den Blättern neben den Larven bisioeilen noch di« tote Raupe. Ta di« Kohlraupen leicht von den Blättern heruetter- fallen, muß man diese behutsam berühren, mich unter der Pflanze suchen. Man halte Raupen nicht ohne weiteres für tot. da sie sich gern« tot stellen. Acltcre Kinder können dirrch Uebernahme dieser Arbeit uns sehr viele Nahrungsmittel rettcn. Das Geschäft ist' immerhin etwas zeitraubend, nnd aus diesem Grruide bleibt cS