Ausgabe 
3.9.1914
 
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etneS kleinen Landes, dessen Regierung für das Ausbrechcn des Krieges nicht verantwortlich und entschlossen sei, seine Neutralität strikte aufrechtzuerhaltcn, erachte sie sich in doppelten: Sinne berufen, alle Freunde des Friedens und insbesondere die Arbeiterklasse aufzufordern, bei der Er- füllung ihrer nationalen Pflicht jeder chauvinistischen Ver­hetzung scrnzubleiben- und alles zu tun, damit aus den Greueln dieses Krieges die Einsicht geboren werde, datz nur die Festigung eines internationalen Verbandes der freien Völker Europas jeden kapitalistischen Wettkampf nach Macht und Profit und damit jeden Krieg unnwglich machen könne.

Die -rutsche Berwaltung in Belgien.

Aus Lachsen sind 400, aus den, Bezirk der Eisenbahndirektion Frankfurt a. M. MV Eisenbahnbeamtc nach Belgien beordert wor­den, um im Betrieb der belgischen Eisenbahnen verwendet zu wer­den. Ter Franksurtcr Staatsanwalt Tr. Blnhmc ist zum Gcueralstaatsanwalt in Brüssel ernannt worden.

Das Gefecht in der Nordsee.

Schwere Beschädigungeir eines englischen

Schiffes.

Daily Graphic berichtet: Die englische Flotte ist voin Helgoländer Gefecht zurückgekehrt. Ein Schiff, dessen Name ungenannt bleibt, trug schwere Spuren des Kampfes. Es hatte 14 mit Holzstücken gestopfte Löcher, auch die Brücken waren verbogen. Das Schiff hatte Tote und Verwundete an Bord. Ter erste deutsche Schuf; hatte die Dynamomaschine getroffen, und das Schiff war in Dunkel gehüllt. Spätere Schüsse fegten die Schornsteine weg, zerstörten Geschütze und drangen in die Ossizicrsmesse ein.

Die elsässische Bevölkerung und die deutschen Truppen.

Genosse Leopold E m m c l, der Vertreter Mülhausens im Deutschen Reichstage, schreibt uns:

Die Behauptung, dah Mülhmiser Bürger aus deutsche Truppen geschossen hatten, ist in Altdetschland stark verbreitet worden und die deutschen Truppen, dir zulietzt nach Mülhausen tonten» hoben unter dem Emslust dieser Behauptung sich ;u moiichcr Unfreundlich­keit gegenüber den Beivohner Mülhausens verleiten lasten. Tiefer Behauptung must aber entschieden widersprochen iverdcn. Ich habe die Kriegstag« ln Mülhausen miterlebt. Abgesehen von dem ein­maligen Vive-Ia-Fran««-Rus auf deni Neuquarüerplatz und dem Jubel der kleinen Zahl der dort versammelten Personen ist nichts vorgekommen, was auch nur zu der Vermutung berechtigte, dost Mülhausens Bürger aus deutstls« Trppcn geschossen oder siel, sonst unfreundlich gegenüber den deutschen Truppen donommen lsätten. Während der ganzen Zeit wurde von der Mülhauser BlirgcrschasI den durchmarschierenden deutsch«! Truppen mit aller Freundlichkeit «irtgegeugckommen. Esten und Trinken ans den Strastcn an sie ver­teilt, wurden sie mit Zigarren und sonstigen Liebesgaben beschenkt, soüast es nnrcckst ivärc, der Bevölkerung an und für sich unfreund­liches Berhitltcn zum Vorwurf zu machen. Aber selbst wenn sest- gestellt werden sollte, dast einzelne Personen sich zu Uiifrcundlich- leiten, ja sogar zu tätl-ichen Angrisseu hatten hin reisten lasten, was aber bis seht in keiner' Weise geschehen ist, denn auf eine Aus­sonderung der Stadwerwaltung solche Vorgang« zu melden und aus di« Ausfctzmig»cr Belohnung von lüvv Mk. ist keine einzige der­artige Melbng ergangen so dürfte man dieses Verhalten der gc- fanitcn Bevölkerung miter keinen Umstünden zur Last legen und sic dafür verantwortlich machen wollen. Ti« drei in Betracht kommen­den ikommandierciiden Generäle haben der clsast-lathringis<i>en Be­völkerung öffentlich ihre,, Tank ausgesprochen dafür dast di« Mobil­machung in El säst-Loch ringen sich ü, geradezu glänzender Weise voll­zogen habe. Tiefer Un,stand allein beweist schon zur Genüge, dast die Bevölkerung sich mit dem dcnkschen Bolk« eins sühlt. TcSlknib sollte man auch In Alddcittschlnid Bedenken tragen, lcichtsertig An­klagen gegen das clsaß-lochringiichc Volk zu erheben. Kein Mensch billigt in Elskist-Lochringcn solche Tinge wenn sic vorgekommen sein sollten. In Müllgrusen und der näheren Umgebung sind sic nicht vorgekommen. Deshalb prolestierc ich sehr entschieden dagegen, dost dies« Märchen weiterverbreitet werden und später cveiitl. als historische Wahrheit anftnorschieren. Zn diescni Protest siihie ich mich umsomehr gezwungen, da ich selbst geborener Altdeutscher bin.

Deutsche Flottenerfolge in Ostasien?

Nack, einer Kabelmeldung des New ?)ork Journal os Eomerce aus Schanghai vom 14. August liefen zwei Kricgs- schisse, jedes mit vier Schornsteinen, arg zugerichtet und niit vielen Verwundeten an Bord, ain 13. August i»i Hafen von Hongkong ein. lieber die Identität der beiden Kriegsschiffe verlautet in Schanghai nichts offizielles, doch glaubt man, daß es entweder die beiden englischen armierten Kreuze

Afra j a.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 50

So tut es der Satan!" schrie Dahlen;denn die Liebe allein oder des Teufels Blendwerk können einen Mann von deinem Stand und Nanicn dahin bringen, sich zu solchem Elend zu verdammen."

Mciir guter Freund," antwortete Marstrand lächelnd, frage die Männer dort, was sie Elend nennen, und sie wer­den auf dich zeigen und dein Gewerbe, dein Leben, deine Ab­hängigkeit werden ihnen unerträglich scheinen. Elend ist nur das, was wir selbst dafür erkennen. Elend kann man sein mitten unter Schätzen, nniringt von allen Genüssen und Freuden, welche die Erde uns zu bieten vermag. Ich bin nicht elend, denn ich habe eine Zukunft vor mir voll Arbeit und voller Entwürfe. Ich jage mir selbst, dah ich mancherlei Not ertragen muh, aber ich kann auch schassen, erwerben, Gutes tun und selbst mein Ehrgeiz Hot einen Sporn, denn ich kann in jenem Lande der ersten einer werden, was ich sonst nirgends vermöchte. Lache nicht, Heinrich Dahlen. Ich werde Fische fangen und meine Jacht nach Bergen steuern, aber ich hoffe, datz meine Mitbürger einst, wohin ich konime, mich mit Achtung aufnehmen, alle rechtschaffenen Leute mir ihre Hand reichen, alle Türen mir geöffnet sind," Ter Kapitän schwieg ein Weilchen, dann rief er plötzlich:Du lmst recht, es mutz ein jeder wissen, was sein Glück und sein Elend ist, und mutz seinen Weg gehen und sich nicht irre machen lasscu. Aber da stehen deine ehrenwerten Freunde und Gönner schon auf der Höhe des Signalbcrgcs und winken un­geduldig. Der Henker hole die ungetrocknetcn Hcringsseelcn, die nichts kennen, als ihre Geldsäcke. Geh' hin, Marstrand, labe dich an ihrer Weisheit, doch bleibe auf gutem Wege, denn der alte Fandrem hat in seinem Paradiese dort oben auch die Schlange der Verlockung an seiner Seite, die dich leicht be- flWden-fdmrtc."

Minctower" undHampshire" oder die französischen KreuzerDuplex" undMontralm" sind. Sic sollen einen Zusammcnstotz mit deutschen Kreuzern gehabt haben.

Deutschland und Japan.

Tic Art und Weise, wie Japan die Situation ausnutzte, um Deutschland den Krieg anzusagen, hat wohl nirgends sympathisch berührt. Aber ebensowenig konnten die Läste­rungen, mit denen die ganze bürgerliche Presse Japan zu crniedrlgcn suchte, die Drohungen und Forderungen, alle Japaner fortan zu meidenwie Aussätzige", bei dem ruhig Abwägenden Sympathie erwecken. Um so erfreulicher ist cs, wenn jetzt im bürgerlichen Lager wenigstens eine Stinime laut wird, die dieser Japancrhctze entgegcntritt. Ein guter Kenner der Japaner, der Geheime Admiralitätsrat Tr. S ch r a m c i e r, ist es, der in der Deutschen Warte die Ja­paner in Schutz nimmt.

Er erinnert init Recht an die Jubelhyninen, die man Japan und den Japanern noch wenige Wochen von dem Ulti­matum sang, als es hieb, Japan habe den Russen den Krieg erklärt; ihnen stellt er dieFutztritte" gegenüber, mit denen man jetzt dieses Volk traktiert:

Bom zärtlichen Umschmeicheln zu häßlicher Beschimpfung ist cb nötig, dast immer ivivdcr diese Skala durchlaufe» wird? Ist cs eines grasten Volkes würdig, das, von einer Welt von Feinden umgshon, auf feine Stärke trotzt und nur Gott fürchtet? Di« Ausdrücke, mit denen man Japaner glaubte be­legen zu können, lasten sich ichnKr wiedergeben: man forderte außerdem, man solle sie niemals wieder in unserem Laude zu­lasten, nachdem w i r es doch gewesen sind, die sie gerufen haben. Als ob nicht eine innere Notwendigkeit für den Deutschen wäre, andere Völker und Länder an seinen geisti­gen Fortschritten, an den Segnungen seiner Zovilisatton, fehlen Erfindungen und Werten tcikncstmen zu lasten, sie in den Be­reich seines pielgestalttgon Handels zu ziehen, der Lehr- meisterder Welt zu werden in Kultur und Sitte! Ter Gedanke ist doch misastlich. dast wir jemals uns hermetisch abschlietzsir, wie durch ein« chinesische Mauer, und ersticken an un­serer eigenen Fülle. . . .

Und lag denn wirklich ein Treubrnch auf seilen Japan? vor? Ta wird init einem Anerkennmügs-schrciben gchökert, das ein verdienter Militärftrukteur, dom die jetzige Generation in Japan sehr viel verdankt, von seinen Schülern erhalten hot. Man bedenkt nicht, dah die Ausstellung eines guten Führungszeugnisses zu den einfachsten Formen guter Lebensart gehört. . . . Alle Kultur beruht letzten Endes auf einem gegenseitigen Turchdringen der Völker und Absorbieren des Besten, was Fremde bieten kön­nen, Ist Japan uns verpflichtet, so haben wir auch von ihm manche Anregungen erhalten mau braucht nur auf das Gebiet des Kuustgcwcrbes hiuzuiveksen. . . .

Dankbarkeit für erhaltene Wohltaten ist die Tugend dos Privatmannes; mit der P o l i ti k der Völker hat sic an und für sich n i cht s zu tiin. . . . Japan glaubt seiner Bündnispflicht gegen England nachzukommen, indem cs sich an dem Kesseltreiben gegen Teutschland und dem von England inszenierten Beutezug beteiligt. . . . Keineswegs aber liogt zu einer persönlichen Ver­unglimpfung Japans und der Japaner, abgesehen natürlich von der durch England diktiert« Form des Bruches, Veranlassung vor. In allen Kriegen der Neuzeit hat Japan sich als Kultur­volk erwiesen: Krregsgreuci, wir unsere europäischen Gegner, Belgier, Franzosen und Rirsten, sie heraufbeschmörcn, haben ihm bisher fern gelegen. Auch Feinde, so ungleich auch in diesem Fall« die Kräfte sind, können sich in ihrer Eigenart kennen, vielleicht bester würdigen lernen als vorher.

Italiens Neutralität.

Ter Franks. Ztg. wird aus Rom geschrieben: Nachdem die Forderung der extremen Parteien, die Kammer eizube- rusern, von der Regierung abgeschlagen worden ist, ver­anstaltet die radikale Vita durch Rundschreiben an die Abge­ordneten ein Referendum über die Neutralität Italiens mit der Absicht, eine Bewegung zu Gunsten einer Aendcrung in der seitherigen Politik hcrvorzurusen. Ta sich jedoch selbst der Führer des linken Flügels der Sozialdemokratie, sowie der Abgeordnete Calda für die Neutralität und gegen einen Krieg mit Oesterreich erklärten, ist wenig Aussicht vorhanden, datz die schriftliche parlamentarische Abstimmung die beab­sichtigte Wirkung haben wird.

Ter Hamburger italienische Verein Circola Regina Elena sandte an die wichtigsten Zeitungen Italiens nach­stehendes Telegramm:

Mit ttesem Bedauern sehen wir, wie die öffentliche italieui- sche Meinung in einer solch ernsten Zeit durch zu einseitige Nach­richten und Ausnutzung ihrer seuttmeutolcii Schwächen von einer

vernünftigen Auffassung der sich vollziehenden Tatsachen und von einer richtigen Erkenntnis der Interessen de? Vaterlandes abge­lenkt wird. Es wäre für die Presse ein Werk von hoch! der Vaterlandsliebe, di« öftrntliche Meinung zu einer reelleren An­schauung und mehr Zurückhaltung und Zucht aufzusorder». Wir empfänden «S als eine Pflicht, Zeugnis davon abzulegen, mit welcher Korrektheit wir hier behandelt werden und welch wunder­bar großartiges und einzig dastehendes Schauspiel von Kraft, Ordnung und einheitlichem Vorgehen uns dieses Bolk bietet."

Landesverräte».

(4V. 8.) Bekanntmachung: Ter Maler Jean Iacqcs Waltz, ge- nannt Hausi, der Rechtsanwalt Albert Helmer und der Zahn­arzt Karl Hnck. alle drei and Colmar, welche sich bei den fr an- zösischen Truppen befinden, werben für Landesverräter er­klärt. Wer ihnen Aufenthalt gewährt oder ihren Autenthalt ver­heimlicht, wird nach Kriegsgebrauch erschossen. ^

Durch kriegsgerichtliches Urteil vom 28. August 1014 ist der Steinhauer Alexander Keiiling aus Logclbach wegen Landesverrats zum Tode verurteilt worden. Das Urteil ist am 20. August durch Erschießen vollstreikt worden. Ter Verurteilte hatte einem französischen Posten die Psadsinder als Personen verraten, welche der Landesoerteidigmig Tienstc leisteten. Er hatte dadurch den Posten zum Schießen auf einen Knaben veranlaßt, den dieser für einen Pfadfinder hielt. Ter Knabe wurde durch zwei schlisse schwer

verwundet. ... _

Ter Ortskommandant, o. Mellenthin, Oberstleutnant z. D.

Austausch von Gefaugenenbriefen.

Diele deutsche Familien sind heute in schwerer Sorge um das Schicksal ihrer Angehörigen, die nach den Verlustlisten gefangen sind oder als vermißt sich wahrscheinlich auch in Feindeshand befinden. Nachricht von ihnen ist nur zu erhal­ten, wenn der Austausch von Gefangenenbriefen durch eine neutrale Macht stattsindet, wofür in den Haager Konventionen Vorsorge getroffen ist. Was den westlichen Kriegsschauplatz anlangt, so hat sich die Schweiz schon zur Vermittlung erboten. Die Gcschäftsleitung der Deutschen Friedensgesellschaft hat deshalb beschlossen, sich an die Reichsrcgicrung mit der Bitte zu wenden, diesen Austausch möglichst rasch zu bewerkstelligen. Viele unnötige Angst und Sorge kann damit erspart werden. Auch denen, die sich als Gefangene, verwundet oder unver- wundct, in unseren Händen befinden, und deren Familien wäre es zu gönnen, datz sie miteinander in Verbindung treten können. Daß die Briese militärischer Zensur unterliegen^ versteht sich von selbst.

Die erste eroberte Fahne.

Z» unserer iieulichen Mitteilung über die Eroberung der ersten französtschcii Fahne wird uns geschrieben, dast jener Infanterist aus Rimbeck bei Paderborn, der bic Siegcstrophäe an sich ritz, nicht Fischer, sondern Fischet heistt. Er ist ein Sohn armer jüdische:: Eltern.

Petrograd nicht Petersburg.

Petersburg, 1. Sept. (Petersb. Telegr.-Ag.) Nach einem kaiser» lichcn Befehl wird Petersburg künftigPetrograd" genannt.

Ritssischc Hilfe für Serbien.

V. Ik. Kricgsprcssequartier, 31. Aug. Donauaufwärt-s gehen fortgesetzt russische Munitionstransporte. Ach der Tonaumündung finden angeblich russische Vorbereitungen für Truppentransporte nach Serbien statt.

Wieder eine französische Festung gefallen.

IV. B. Berlin, 2. Skpt. (Amtlich.) Das große Haupt­quartier meldet: Die Festung Givet (an der französisch, belgischen Grenze) ist am 31. Angnst gefallen.

Panik in Paris.

Meuterei in einem französischen Armeekorps.

Wie dem W. B. vom 2. September aus Zürich berichtet wird, meldet die Neue Züricher Zeitung aus Paris:

Seit dem Eintreffen der Nachricht von Charleroy herrscht in Paris unverkennbare Entmutigung. Man sah nur noch massenhaft mit den Zügen ankommcnde Flüchtlinge aus Bel­gien und Nordfrankreich, die sich in einem elenden Zustande befinden. In langen traurigen Zügen belebten sie die Boules vards und begehrten Hilfe und Ausnahme. Tie Presse sieht ein, daß größere Zurückhaltung nötig ist.

Der Bericht des Senators Gervais in einem Pariser Blatte über eine Meuterei des 15. Armeekorps bei Luneville hat einen Entrüstungssturm hervorgerusen. Tie armen Tcusel mußten als erste ins Feuer und wurden furchtbar dezimiert.

,,^ch fürchte keine Eva," sagte Mcirstrnnd.

Nicht?" lochte der junge Offizier,dann um so besser. Morgen suche ich dich auf; laß unsere alte Freundschaft nicht zu schänden werden."

Als Marstrand die Höhe erreichte, fand er den Gilde- meister allein, denn Hclgcstad war vorausgegangen. Seine Entschuldigungen wurden mit einem mürrischen Kovftlbüt- teln beantwortet, und Fandrem sagte mißtrauisch:Ich will Ihnen einen guten Rat geben, Herr Marstrand. Don Sol­daten und dergleichen unnützem Volk halten wir in Bergen nichts. Alle Achtung vor einem Manne, der, wie Sie, den Tressenrock in den Winkel geworfen hat und ein tätiger Bür­ger geworden ist. Tic aufgeputztcn Junker mag nieniand in seinem Hause sehen und ich am allerwenigsten. Ist kein gutes Zeichen für einen achtbaren Mann", fuhr er mit einem Sei­tenblicke fort.Arm in Arm mit solchem Herrn umherzu- spazieren. Ein Kaufmann hat seinen Ruf zu bewahren wie eine Jungfrau. Laßt sic mit solchem luftigen Patron nur einen freundlichen Gruß wechseln, so ist die schlechte Nachrede da: laßt einen Kaufmann in solcher Gesellschaft sich zeigen, so hat sein Ruf, das heißt sein Kredit, einen Riß bekommen. Und nun", rief er, seinen Stock aufstoßend,mögen alle Kapi­täne zu Lande und zur Sec verdammt sein, die mich hindern wollen, meine Suppe warm zu essen! Da liegt mein Hans, Herr Marstrand, und Hanna, Gott segne sie! hat den Tisch unter den alten Nußbaum stellen lassen, wo wir im schönsten Schatten sitzen werden."

Zweiter Teil.

1.

Von dem Signaloeckcn, dem Vorsprunge eines der sieben Felsenmassen, die Bergen uniringen, senkte sich der Weg in einen lieblichen Grund, der Fandrems Besitzung bildete. Dos artige Gebäude mit Erkern und Säulen von Holz stand an der Bergwand, welche dahinter aufstieg. Ein Rasenplatz, mit Blumenbeeten und duftigen Büschen eingefaßt, zog sich vor ihm hin, alte Bäume breiteten ihr Geäst darüber aus, uni»'

vor ihm in der Tiefe lagen Fjord, Hafen und Stadt, ein' wundcrhcrrliches Panorama.

Hclgcstad saß schon an dem Tische unter dem mächtigen- Rußbaum, und vor ihni stand Hanna, die sich umwandte und ihrem Vater entgegen ging, mit dem sic über sein langes Ausbleiben zu schelten begann.

aber pc war schlank gewachsen und besaß die zarte Hautfarbe und die regelmäßigen Gcsichtszügc, welche die Damen von Bergen von jeher in den Ruf besonderer Reize gebracht haben, vihke großen, braunen Augen sahen aus, als würde deren Feuer gewaltsam unterdrückt, und um ihren Mund schwebte ein hochmütiger Zug, der dem Beschauer am wenigsten gesteh Um so anmutiger war die Tracht des jungen Mädchens. Sie trug ein weißes mit blauen Sternchen besäetes Kleid von niederländischem Zitz, das von der Schnürbrust eng zusam­mengehalten wurde. Ein Schoßstückchen von demselben Stoss m,t weiten Aermeln und Frisuren flog darüber hin: auf dem leich gepuderten und gepufften Haar saß ein Mützchen von Kantenstrichen m.t einem Deckel von Silberstosf. und um feingekniffter Kragen, unter welchem eine schwere Goldkctte bis auf die Brust niedersiel. .

Der Gildevorsteher beschaute mit väterlichem - Wobt- gefallen sein stattlich aufgeputztes Kind, das ohne ZweiM di< erste Modedame in Bergen darstellte: geduldig ließ er üä

ausschelten, während er ihr Kinn ftrcirfjcite und ihren Racker fiopftc.«achte. Mädchen, sachte!" ries er dann brr hungrig und müde genug. Soll einer gestraft werden st

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5'6n°l >t°hen und braten ließ, während er mit dem Ansübre- der Lungerer und N.cksttuer schwatzte, die w,r in Bergen » mryren müssen." -oergen er

Ein kalter betrachtender Blick der jungen Dame mustert« den szremdling, und ein hochmütiges Lächeln inW<-z. »w Marstrands widerwillig- Gmp f ,nb,,n ö c bctnSrl

iy . l-mrtsitzung.fofM/ s-.