Ausgabe 
2.9.1914
 
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Der Militärboykott

ist nunmehr auch in B r a u » s ch w e i q aufgehoben worden. Es bedurfte aber erst eines Artikels in, Volksfrcund, in dem die Tat­sache gerügt wurde, daß den Landwehrleutcn der Boykott der Ar- dciterlokale erneut in Erinnerung gebracht wurde, um die Militär- oerwaltung zu bestimmen, den Mannschaften mitzuteile», daß der zjoykott aufgehoben sei, Genosse Redakteur Wagner, der am Zamstag mittag angeblich ivegcn Aufreizung der Bevölkerung auf Anordnung der Militärbehörde von der Straße weg verhaftet wurde, befindet sich zurzeit (Freitag) immer noch im Gefängnis. Tie Militärbehörde (Garnisonkommando) wird durch den Braun- schwciger nationallibcralcn Rechtsanwalt und Stadtver­ordneten, jetzt Oberleutnant und Adjutanten Weichsel vertreten, der die Verhaftung angeorbnct hat.

Städtisches Land für Arbeitslose.

Die Stadt Köln gibt an Arbeitslose Stücke Land, die zum Gemüsebau (Spinat, Stoppclrüben, Rübstiele, Kraus­kohl, Buttcrkohl, Endivien und Feldsalat) geeignet sind, kostenlos ab. Die einzelnen Grundstücke sind in Parzellen von etwa 400 Quadratmetern cingctcilt. Sie werden einzeln oder mehrere zusanimen bis zum Frühjahr 1915 abgegeben.

Zarismus und Sozialismus.

Das ungarische sozialdemokratische Organ Nepszava schreibt in einem Leitartikel:Der Krieg, der jetzt gegen den russischen Zaris- inus und seine Vasallen geführt ivird, wird von einer groben ge­schichtlichen Idee beherrscht. Die Weihe des großen historischen Gedankens erfüllt mit seinem Schwünge die Schlachtfelder Polens und des östliche» Rußlands. Das Dröhnen der Kanonen, das Knattern der Maschinengewehre und die Rciterangrisfc bedeuten die Vollstreckung des demokratischen Programms der Völker- b c f r e i u n g. Wenn cs dem Zarismus nicht gelungen wäre, im Bündnis mit der französischen Kapitalkrast uni» im Bündnis init Gewissenlosigkeit und Krämerpolitik die Revolution zu unterdrücken, so wäre der jetzige völkermordende Krieg überflüssig. Das befreite russische Volk hätte nämlich niemals in diesen geiviffenloscu, un­nützen Krieg cingcwilligt. Tie großen Ideen der Freiheit und des Rechts sprechen jetzt die eindringliche Sprache der Waffen. Jedes Herz, das fähig eines Gefühls für Gerechtigkeit und Menschlichkeit ist, muß wünschen, daß die zarischc Macht vernichtet werde und die unterdrückten russischen Nationalitäten ihr (Se l b stbc- stimmungsrecht wiedercrlangen."

Der Protest der Rumänen.

In politischen Kreisen Rumäniens ist man über Drangsa­lierung der Rumänen in Rußland empört. Ter rumänische Bot­schafter in Petersburg hat bereits von der russischen Regierung Aufklärung Uber die massenhaften Ausweisungen von Rumäne» aus Rußland, namentlich aus Besiarabien verlangt. Viele Rumänen sollen unter Spionagcverdacht verhaftet, einige von ihnen sogar kriegsgerichtlich erschossen worden sein. Tie russische Regie­rung hat unter Hinweis auf die eingelcitcte Untersuchung über diese Vorfälle die geforderten Aufklärungen hinausgcschobcn. Ter rumänische Botschafter erhielt von seiner Regierung den Auftrag, bei der Petersburger Regierung alle energischen Schritte in dieser Angelegenheit einznleiten.

Russische Anfrage an die bulgarische Regierung.

Die Südslavische Korrespondenz meldet aus Sofia:

Sasanoff richtete an das bulgarische Kabinett die tele­graphische Anfrage, ob Bulgarien im Falle eines russisch- türkischen Krieges wohlwollend neutral bleiben würde. Die Depesche hat die größte Sensation hervorgc- rufen. Die öffentliche Stimninng ist nach wie vor gegen Rußland gerichtet.

Widerstand gegen die Mobilmachung in Rnffland.

Der Krakauer Raprzod veröffentlicht einen streng vertraulichen Zirkularcrlaß des russischen Ministeriums des Innern vom Ls. Juli Nr. 522, an den Bezirksvorsteher und Polizeimeister von Kielce, der folgendermaßen lautet:Das Ministeriinn wurde mit Telegramm vom 23. Juli verständigt, daß cs in einzelnen Gonvcr- ncments anläßlich der Einberufung von Reservisten zu Unruhen gekommen ist, in deren Verlaus sogar die Lokalbchördcn angegriffen wurden. Solche Exzesse müssen unter allen Umständen unterdrückt werden. Eine' bewaffnete Behörde sollte hierzu stark genug sein: nur vollständige Untätigkeit der Behörden ermöglicht fo schmähliche Unruhen. Ich bcsehle Ihnen unter Ihrer persönlichen Verantwortung, derartige Erfchcinungen z» unterdrücken." Dieser Erlaß wurde vom Ministerium an alle Gouverneure gerichtet.

Ein Anschlag auf den Zaren.

Aus Kopenhagen wird telegraphiert: Als der Zar von der Petersburger Truppcnbcsichtignng znrückkchrtc und über den Ncwskiprospckt fuhr, feuerte ein Mann aus 59 Meter Entfernung einen Rcvolvcrschuf, gegen den Wagen des Zaren ab. Ter Zar blieb unverletzt. Ein Kosak wurde ge- tötet. Ter Täter, der Techniker Äksakow, wurde verhaftet. Ter Polizeimcistcr wurde nbgcsctzt.

Die Brite»» r»r»d Japan.

Aus London meldet Aftonbladet: In England herrscht starke Beunruhigung der öffentlichen Meinung wegen der Habgier Japans, das Absichten a:ff Deutsch- Guinea und den übrigen deutschen Kolonialbesitz zu erkenne» gibt. Englische und besonders australische Politiker fordern, daß England durch sofortige Besitzergreifung dieser deutschen Kolonien dem japanischen Raubzug zuvorkommc.

China und Japan.

Reuter meldet aus Ncwyork, daß China ein Anerbieten Japans, etwaige Unruhen in China zu u n t e r d r ü ck c n, zurückgewiesen habe. Die braven,hilfsbereiten" Japaner! Welch gute Gelegenheit zum Stehlen würde sich da bieten.

Nicht nur <>0 000 sonder» 70 000 Russe» iKfaitflc»!

\Y. B. Berlin, 1. Scpt. (Amtlich.) Nach weiteren Mitteilungen des Kaiser!. Hauptquartiers ist die Zahl der Gefangenen in der Schlacht bei Gilgcnbnrg »ud Lrtclsbcrg noch größer als bisher bekannt war. Sic beträgt 70 000 Mann, darunter 300 Offiziere. Tas gesamte Artilleric- mntcrial der Russen ist vernichtet.

Tic Schlachten im Südostcn.

W. B. Der Kriegsberichterstatter des Wiener Frcmüen- blattes meldet unterm 31. August: Heute ist der sechste Tag der großen Schlacht. Unsere Truppen kämpfen mit be­wunderungswürdiger Ausdauer. Die Nachrichten aus der Gefechtslinie lauten hier für uns durchweg günstig. Rück- kehrende Verwundete erzählen von dem Heldcnmute unsrer Soldaten. Die Stimmungim Hauptquartier ist gut. ^>er Kriegsberichterstatter der Neuen Freien Presse nicldct von heute früh: Während der Nacht sind günstige Nachrichten

über die Eesamtlage eingclaufen. Die Schlacht dauert fort, man sicht dem weiteren Verlauf zuversichtlich entgegen.

Keiegspecssequartice, 31. August.

Das gewaltige Ringen nördlich Lemberg dauert fort. Die Oeftcrrcicher sind aus dem linke» Flügel fast bis nach Lublin vor- gedrungen. Die Aktion im Zentrum ist gleichfalls vom Glück begünstigt. Der österreichische rechte Flügel führt meines Erachtens seine besondere Aufgabe sehr erfolgreich durch.

Josef Herrings, Kriegsberichterstatter des Bcrl. Lokal-Anz.

Englands Hilfs- und Rcservctrnppcn.

Englischen Zeitungen zufolge wird die Anzahl der für Europa bestimmten indischen Hilfstruppcn auf 100 000 Mann angegeben. Kanada hat sein Kontingent auf 100 000 Mann erhöht. In England selbst begann die Werbung für das zweite Hunderttausend Kitchcners. Tie Altersgrenze wurde auf 35 Jahre festgesetzt.

Englands Kriegssührung.

Das englische Unterhaus hat eine Vorlage genehmigt, der- zufolge sämtliche deutschen und österreichischen Patente in England nicht für die Dauer des Krieges, sondern für die g a n z e S ch u tz f r i tz als n i ch t i g erklärt werden.

Keine Kriegsfreiwilligen »lehr nötig.

(W. B. Amtlich.) Ter Bedarf an Kriegsfreiwilligen ist zurzeit gedeckt.^ Tas Kriegsministerium kan» daher bis auf weiteres Kriegsfreiwillige an die Ersatztruppe» nicht übcrweifcn. Mel­dungen, sei es schriftlich bei dem Kricgsminister oder mündlich bei dessen Auskunftsstelle, haben daher keine Aussicht auf Berücksichti­gung. Sobald die Einstellung von Freiwilligen später wieder mög­lich wird, wird dies in der Tagespreffe bekannt gegeben.

Kriegsgefangcn in Lagos.

In einem dem Hamburgischen Korrespondenten von einer Firma zur Verfügung gestellten Telegramm wird mitgeteilt, daß in Lagos (Wcstafrika) die Faktoreien geschlossen sind und aller Handel aufgehört habe, und daß die deutschen Angestellten zwar kriegsgefangcn, aber in den Faktoreien gclasicn worden seien.

Albanische Liquidation.

Zwischen den mnsclmantschen Aufständischen und der Bevölke­rung Valonas ist ein Ucbercinkommen erzielt worden. Die rot­schwarze Fahne wird gehißt werden. Tie Aufständischen werden morgen als Freunde in die Stadt einziehcn, nachdem die Ab­setzung des Fürsten und der Regierung anerkannt worden ist. Notabeln von Valona werden unter großer Begeisterung von der Stadt Besitz ergreifen.

Fürst Wilhelm verläßt heute Albanien. Wie informierte Stellen Mitteilen, weilt Esiad Pascha jetzt in Konstantinopel. Der Fürst leistet keinen ausdrücklichen Thronverzicht.

Die belgische Königin hat Antwerpen verlassen.

W. K. Antwerpen, 1. Sept. (Nichtamtl.) Die Königin der Belgier hat Antwerpen am 31. August vormit­tags verlassen, um ihre Kinder nach England zu begleiten.

Die Engländer in Ostende?

W. B. 2 o it b o it, 1. Scpt. (Privattel.) Wie die Blätter melden, hat Lord Churchill mitgeteilt, daß englische Sce» soldatcn Ostende (an der belg. Küste) und die darum ge­legenen Bezirke besetzt halten.

A» der österreichische» Ostgrenze steht die Entscheidung bevor.

Wie das W. B. aus Wien vom 1. Sept. erfährt, stimmen alle Kriegsberichterstatter des k. k. Kriegs-Preffe- quartiers darin überein, daß die Offensive des österreichisch- ungarischen Heeres stetig vorschreitet und sowohl nach vorwärts wie in die Breite gewachsen ist. An der Nord­front steht die Entscheidung, die den entgültigen Sieg verspricht, unmittelbar bevor, an der Ostfront ist die Lage stationär, jedoch günstig. Die Annahme sei begründet, dah die österreichische Heeresleitung dieselbe Taktik gegen die russische Armee befolge, wie der deutsche Eeneralstab auf dem westlichen Kttegsschauplatze.

Hessen und Nachbargebiete.

Wietzen »nd U,»gcb«»g.

Besinilung.

Zu Feld, zum Kriege galt's zu ziehen,

Und grimmig singend ritten wir.

Daheim lag Mütterchen aus wunden Knien: Mein Gott! Mein Gott! erhalt' ihn mir!" Ich mußte ans Patrouille reiten;

Ta stand er vor mir, scharf bewehrt.

Jetzt galt es: einer von uns beiden

Und nieder blitzte ihn mein Schwert!

Ha, wie cntquoll's dem roten Borne;

Ter grüne Rasen wurde bunt.

Ich lachte grell in tollem Zorne:

Ta liegst du nun, du Lumpenhund!" lind strich das Blut vom Schwerte wieder.

Ta zog's durch meine Seele lind,

Zu meinem Feinde bog's mich nieder:

Er war wie ich auch einer Mittler Kind!

Tabaksabrikantcn schafft Arbeit für die arbeitslosen Tabaknrbciter! Noch immer ist die Zahl der arbeitslosen Tabakarbeiter im Gicßener Bezirk eine enorm hohe. Zur Veranschaulichung der Arbeitslosigkeit im Monat August mögen folgende Zahlen dienen: In der Zeit vom 1. bis 15. August waren 12 Prozent der organisierten Tabakarbeiter arbeitslos, vom 16. bis 23. August reichlich 53 Prozent, und in der letzten Augnstwoche knapp 53 Prozent.Zahlen be­weisen", sagt der Statistiker; auch in diesem Fall trifft dies z», die Zahlen zeigen, wie sehr die Arbeitslosigkeit um sich gegriffen hat. Die Ortsverwaltung des Tabakarbeitcrvcr- bandes der Zahlstelle Gießen hat in einem Schreiben an den Vorstand des Vereins der Tabakinduftriellen ersucht, mög- lichst für Arbeitsgelegenheit zu sorgen, damit nicht noch mehr Existenzen von Tabakarbeitern zugrunde gingen. In der darauf erfolgten Antwort wird gesagt, daß man diese Ange­legenheit nicht zur Vercinssache machen könne, sondern es jedem einzelnen Fabrikanten überlassen müsse, so zu handeln, wie er es für richtig hält, wie es ihm seine Verhältnisse er­lauben. Die persönliche Ansicht des Vorsitzenden gehe da­hin, daß ihm das Wohl und Wehe seiner Arbeiter am Herzen liege, sobald es ihm möglich wäre, würde er seinen Betrieb wieder eröffnen. Es ist gewiß nicht zu leugnen, daß mancher

Fabrikant infolge der gegenwärtigen Situation in finanziell^ Schwierigkeiten geraten ist, doch müssen wir uns wundern) daß gutsituierte Firmen, deren Inhaber große Vermögen versteuern, den Betrieb schlossen. In dieser ernsten Zeit: gilt es nicht nur an Risiko und Profit zu denken, der Krieg legt besondere Verpflichtungen auf. Das wirtschaftlich^ Gleichgewicht zu erhalten ist genau so notwendig, wie die Tapferkeit in der Feuerlinie. Ter Krieg stellt die ganzes Volksgemeinschaft vor höhere Aufgaben, die unbedingt z» erfüllen sind. Davon, daß den Fabrikanten das Wohl und Wehe der Arbeiter am Herzen liegt, haben diese kein Broi^ Wir vorbildlich manche Firmen wirken, beweist eine Tabaks fabrik in Regensbnrg. Diese zahlt an ihre 100 entlassene» männlichen Arbeiter 19,20 Mk., an die weiblichen 9,60 Mkl pro Woche in den ersten beiden Wochen, in den beiden nächsten Wochen erhalten Männer 12 Mk. und Frauen 6 Mk^ Weitere Unterstützungen bleiben Vorbehalten. Eine ganz« Reihe von Firmen könnten wir anführen, welche bis jetzt noch keine Arbeiter entlassen haben. Deshalb sei nochmals betont) Schafft Arbeit! Es handelt sich nicht um Bettler) sondern um arbeitskräftige und arbeitsfrohe Menschen. II

Wie sich die Zeiten ändern und wie rasch zeigt fi>l-i gendes Gedicht, das am Montag am Tore des Frieds berger Schlosses angeheftet war, das vor 4 Jahren-Zsa» Nikolaus bewohnte. Die Verse lauten:

Hier muß desinfiziert werden!

Es wohnte einst in diesem Haus Der Obergauner Nikolaus.

Schon damals war er, das ist klar.

Der feige Blut- und Lügenzar.

Doch, liebe Leute, glaubt es mir, ^

Es ist noch Ungeziefer hier;

Treibt mit Insektenpulver aus ^

Die L ä n s und Flöh' vom Nikolaus.

Wohl ist der Gauner heute weit.

Doch bleibt die Lehr' für spät're Zeit;

Sucht wieder einer hier die Ruh':

Ernst L u d w i g, sperr die Türe zu!

Vor vier Jahren wimmelte es in Friedberg von && h e i in p o l i z i st e n, russischen, hessischen und preußischen' die znm Schutze des Blutzaren kompagnicweise dort unter- gcbracht waren. Und jeden:, der etwa ein freies Wort ris­kierte, drohte sofortige Verhaftung, manche Leute kamen in Unannehmlichkeiten. Ein großer Teil der Friedberger Eiin wohnerschnft katzbuckelte vor dem Zaren und seinem Gefolge vielleicht in der Hoffnung, ein Geschäft zu machen. Und gai das Blatt, das jetzt obiges Gedicht abdruckt, die Neue Tagest zcitung nämlich, wußte sich nicht genug zu tun in Vcrhimnn) lung des Zaren und sandte Gebete zum Himmel für die G^ sundung der Zarin, und bei ihrer Abreise wurde der Wunsck ausgesprochen, daß die Majestäten, im nächsten Jahre Naiv Hein: und Friedberg wieder auffnchen möchten. Damals brachten wir einen Artikel, betiteltDer Menschen mctzger" wir haben ihn vor kurzem wiederholt, in welchem daZ Knutenregiment gekennzeichnet und gegeißelt wurde. Und nierkwürdig: obwohl dieser Artikel die tatsächlich in Rußland bestehenden greulichen Zustände an den Pranger stellte, regten sich in Gießen sogar freisinnige Leute darüber auf und in einem hiesigen Restaurant fand man unsere Krittt unerhört". So ändern sich die Zeiten!

Tarlehcnskasscnschcinc. Dieses neue Papiergeld ist noch nicht allgemein bekannt. Um während des Krieges Geldbedürftigen die Möglichkeit zu geben, solches auf Werte irgendwelcher Art (Grundstücke), Waren, Rohmaterial usw.) zu erhalten, wurde die Reichsdarlehnskasse errichtet: Diese gibt Scheine (Papiergeld) ans, dessen Deckung in den verpfändeten Werten besteht. Die Darlehnskasse steht unter der Rcichsschuldenverwnltnng; die Scheine sind ebenso voll­gültiges Zahlungsmittel, als das übrige Papiergeld, die Reichskassenscheine. In ihrem Aussehen sind sie den Rerchs- kassenschcincn ähnlich. Tie Tarlchnskassenscheine zu 5 Mk. z. B. sind 12,5 Zentimeter breit und 8 Zentimeter hoch. Sie bestehen ans Hanipapier, das als fortlaufendes natürliches Wasserzeichen die sich wiederholende Zahl 5 zwischen geboge^ neu Linien enthält und auf der Rückseite links mit einem. Streifen von orangeroten Pflanzenfasern versehen ist. Dicj Vorderseite enthält einen Untergrund in gelber und! blanvioletter Farbe. Eine breite ornamentale Umrahmung) deren Ecken durch große Rosetten ausgefüllt sind, schließt de^ rechteckigen, leicht gelben Untergrund ein, dem ein blau- violettes Punkt- und Strichmilster ausgedrnckt ist. Auf doch Untergrund ist ein kreuzweise schraffierter, grau schimmern­der Reichsadler mit bläulichen, senkrecht schraffierten Krallen) Schnabel und Zunge angebracht, dessen oberer Teil in eintz Sonne hineinragt, die mit ihren zackigen, abwechselnd länget ren geblichen und kürzeren blau eingefaßten Strahlen die obere Leiste der Umrahmung zun: Teil verdeckt. Die Rück­seite ist in einem hellen Blau gedruckt. Ter Untergrund seht sich aus Darstellungen von Kaiserkrone, Schwert, Zepter und Reichsadler sowie der Zahl 5 und des Buchstabens dl i» leichten Linien zusammen und wird durch eine bandartig ver­schlungene Einfassung begrenzt, innerhalb deren die Worte! FÜNF MARK in weißem Druck, sowie auf einer lichtblauen Rosette die dunkelblaue Zahl 5 wiederholt angebracht sino) Das Mittelstück der oberen Einfassung enthält zwischen zwei- weißen Punkten die weiße Zahl 5, das der unteren Einfassung, ebenfalls im weißen Truck, die Angaben dl 5 und 5 dl.

Recht sorgfältige Adreffe bei Feldpostbriefen! Vielfache Klagen über verspätete Bestellung von Feldpostbriefen Angehörige des Feldheeres haben Veranlassung gegeben, er- neut darauf hinznwciscn, daß der Grund sehr häufig in mangelhafter Adreffe zu suchen ist. Es wird dringend empfohlen, recht sorgfältig in der Angabe von Truppenteil einschließlich Kompagnie, bezw. Eskadron oder Batterie. Brigade, Division und Armeekorps zu verfahren. Vor allem gilt dies für die Etappenformationen, die genau bezeichnet werden müssen. Bei den Formationen, die dem General­kommando unmittelbar unterstehen, ist das Armeekorps anzu- gebcn, bei den Formationen, die dem Armeekorps nicht angc-