fifftte für Sie Fortschafsung des Viehs gesorgt werden müssen, das jetzt znm größten Teil dem Feinde in die Hände fällt.
Eingeständnis der russischen Niederlage.
Aus russischen Quellen wird in Stockholm bestätigt, das; die Einfallarmee in Qstprcuhen sich seit dem Eintreffen von Verstärkungen bei der deutschen Front zurückzicht.
Erneutes Aufgebot der französischen Streitmacht.
Ter französische Kriegsminister beschloß, die Jahrcsklassc 1914, die Reserve des aktiven Heeres, sowie die älteren Klassen der Territorialarmee einzubcrnfen, welche vorläufig zurück- gestellt waren.
Die Stimmung in Italien.
Der römische Berichterstatter des ungarischen Blattes Az-Cst veröffentlicht einen Stimmungsbcricht, in welchcni es heißt: Tic öffentliche Meinung Italiens hat in den letzten Tagen eine Merkliche Wandlung erfahren. Das unaushalt- same Vordringen der deutschen Armee nach Paris, die großen Erfolge Oesterreich-Ungarns gegenüber der russischen Armee und nicht zum wenigsten die Unfähigkeit der englischen Heercsführung sind nicht ohne tiefen Eindruck auf die öffentliche Meinung gewesen. Die Intrigen der Entcnte-Tiplo- maten haben bei dem italienischen Kabinett nicht verfangen. Der König war immer ein unerschütterlicher Anhänger des Dreibundes. Die Presse beginnt einzuschwenken. Die maßgebenden Blätter nehmen von Tag zu Tag eine dem Dreibund günstigere Haltung ein. Das italienische Programm 'läßt sich folgendermaßen formulieren: Wir wollen keine fron- zosenfreundliche, keine deutschfreundliche, wir wollen ausschließlich italienische Politik treiben.
Der Kreuzerlrieg.
Aus Berlin wird der Franks. Zlg. geschrieben:
In verschiedenen Morgcriblättern wird über die Tätigkeit Unserer Anslandskreuzcr manches Interessante berichtet und zwar auf Grund von indirekten Nachrichten, die hier cingclaufcn sind. In amerikanischen Zeitungen wird gemeldet, daß in der Nähe von San Franzisco Kämpfe zwischen einem deutschen Kreuzer und einem cngli sichen Kriegsschiff stattgcfundcn haben, wobei der Engländer vernichtet worden ist. Jedenfalls sind zahlreiche Wrackstückc, die unzweifelhaft von einem englischen Kriegsschiff hcrrührcn und Spuren von Granatscuer auswcisen, trctbcnd gesunden worben. Es wird angenommen, daß sie von dem englischen Kanonenboot „Thearwatcr" oder auch von der „Algcrine", einem Kanonenboot von 1000 Tonne» Deplacement und einer Bc- sillckelung von mehreren 10,2 Zentimeter-Geschützen, herrührcn. Aus englischen Prcsicnachrichten geht hervor, daß auch eine Anzahl von englischen H a n d e I s s ch l f s c n unseren Kreuzern z» m Opfer gefallen sind. Unter anderen, wurde berichtet, daß die Dampfer „Hy ad cs" <3350 Register-Tonnen) und „City of Winchester" von einem deutschen Kreuzer genommen wurden. Von dem Hilfskreuzer „K a i s c r W i l h c l m d c r G r o ß c" wurde schon gemeldet, daß er den Dampfer „Galizien" der Union Eastlc-Linc <8700 Register-Tonnen) genommen, aber später wieder entlasten habe, und zwar mit Rücksicht aus die zahlreichen an Bord des Dampfers befindlichen Frauen und Kinder. Inzwischen wird aus englischer Quelle weiter bekannt, daß der deutsche Dampfer „Arucas" in Las Palmas cingctrosfcn sei und dort die Besatzung der englischen Dampfer „Kuipara" <7400 Register-Tonnen) und „N y a n z a" <7800 Register-Tennen) gelandet hat. Diese beiden Schisse sind vom „Kaiser Wilhelm der Große" versenkt worden. Wie sehr trotz aller gegenteiligen Beteuerungen der Engländer, die englische HanbelSschtfsahrt unter dieser energischen Tätigkeit der deutschen Kreuzer leidet, geht daraus hervor, daß — wieder »ach englischen Prcsteangabcn — die Kricgsvcrsichcrung für englische Handelsschiffe den ungeheuren Satz von 30 bis 40 Prozent erreicht hat.
Englische Blätter in Frankreich verboten!
Dem Manchester Guard wird aus Paris berichtet, die Militärbehörden hätten die Maßregel getroffen, den Verkauf englischer Blätter zu verbieten. In der Folge davon sei dos Publikum überzeugt, diese Blätter müßten niederschmetternde Berichte enthalten, die von den Franzosen geheim gehalten werden sollten. In einem Bericht der Times über die Kämpfe an der belgisch-französischen Grenze werden die britischen Der- luste als ansehnlich bezeichnet. Viele Regimenter seien vernichtet und hätten den größten Teil ihrer Offiziere verloren. Der Korrespondent meint, der französische Generalstab habe die deutsche Truppenmacht unterschätzt.
Aus Brüssel und Löwen!
Das Handclsblad meldet, daß Bürgermeister May von Brllstel sich die größte Mühe gebe, um Zwischenfällen vorznbcngc». Er hat
einen strengen Polizeidienst mit Hilfe der Bürgerwehr eingerichtet, die mit Säbel und Revolver bewaffnet ist; Postbeamte tun Hilfs- poiizcibienst. Auf dem Kongreß-Platz, der die ganze Unterstadt be- herrscht, stehen auf die Stadt gerichtete deutsche Kanonen. Ter deutsche Kommandant überläßt die Kontrolle vollständig dem Bürgermeister und die Belgier dürfen ruhig ihre Natsonalfarben im Knopfloch tragen und die Nationalfahne an den Häusern flattern lasten.
Aus Löwen meldet das Handelsblab: Es ist Tatsache, daß
Militär den Ucbcrfall der Löwencr Bürger geleitet hat, da zwei Maschinengewehre bei diesen gesunden wurden. Die innere Stadt von Löwen ist nahezu völlig zerstört, darunter die Kathedrale die alte T u ch h a l l e und die Universität mit der Bibliothek.
Der Gesundheitszustand im .Heere.
Berlin, 31. August. (W. II. Amtlich.)
Das Urteil des Chefs des Frldsanitätswcsens über de» Gesundheitszustand aller Teile unseres im Felde stehenden Heeres ist g u t. Seuchen sind bisher nicht ausgetreten. Frei- lich stehen unsere Truppen zum Teil in Feindesland, das sich bis dahin keiner so guten hygienischen Aussicht erfreute wie unsere Heimat und dessen Bevölkerung manche Träger und Keime ansteckender Krankheiten in sich birgt, doch waltet auch gegen die Uebelstände weitgehende Vorsicht im deutschen Heere. Tic Pocken sch utzimpsung ist streng durchgeführt und wird im Notfall auch bei der feindlichen Bevölkerung durch- gefctzt. Typhus-, C h o le r a - und R u h r u n t c r • suchungsgcrätc nebst den nötigen Schutzimpfungs- stvffrn werden mitgesührt. Sachverständige Hygieniker be finde» sich in den Reihen unserer Militärärzte; leider wurde auch von ihnen schon einer bei vorsorgcnder Brnnnenunier- suchung hinterrücks von Lnndeseiuwohnern erschossen. Im I n l a n d c sind nennenswerte Häufungen übertragbarer Krankheiten ebcnsalls nicht zu verzeichnen. In dieser Hin- sicht werden besonders scharf die Kriegsgefangenen überwacht. Von regelrechten Hecresgeschosscn ver- ursachte Wunden zeigen durchweg gutes Heilungsbestreben. Das deutsche Vcrbandsvcrsahrcn, insbesondere die Anwendung der deutschen VerbandSPäckchcn, bewährte sich; in den vordersten Linien angelegte Verbände saßen noch zur Zeit des weiteren Rücktransports der Verwundeten gut. Ein großer Teil der zurückbcsördcrtcn Verwundeten ist bereits in Genesung und drängt wieder nach der Front zurück.
Es sind bereits zahlreiche Beweise dafür gesammelt, daß die scindlichen Landcsbewohner und die Truppen des englischen sogen. Kulturvolkes D u m - T u m - G c s ch o s s e, d. h. Geschosse ohne Vollmantel mit Einschnitten benutzen, deren Fetzen im Körper grausame Verletzungen reißen. Es sind Schritte getan, um dieses allen völkerrechtlichen Abmachungen hohnfprcchendc Vorgehen zur Kenntnis der gesitteten Welt zu bringen.
Ter Generalquartiermcister: v. Stein.
Wie Kriegsgefangene transportiert werden.
Die großen Masten von Gefangenem, die schon jetzt in diesen, Kriege gemacht worden sind, stellen unsere Heerfiihrung vor eine schwierige Aufgabe, denn er lMidolt sich um die TvanSportiernng, Fcslhaltnng und Verpsiegimg einer sehr großen Anzahl von Menschen. Auch fiir diese Frage sind di« Erfahrmlgen von 1870/71 vorbildlich geworden, und die Grundsätze, nach denen vom Großen Generalsdab bei der Foribvingnng und Gcsamgciißaitung feindlicher Truppciimasicn verfahren wird, sind in aller AuSsülirlichkeit in einem Aussatz der Vierteljahrshichte für Truppenführung und HcereSkund« dargelegt. Durch die Kapiiulasion von Scday gerieten 83 000 Mann in KriegSgesang«nick>ast, und es schien sckyvievig, dieses Heer zu sammeln und uitterzubriugen. Dock) Mo ick es scharfer Blick hatte rasch den günstigsten Ort hcransgrfmrden. Auf einer von der Maas umflossenen Halbinsel l>ei Vilette und Jgcö erfolg!e das Sammeln. das bis zmn 4. September abends dauerlc. Ein Entweichen von dort war fast unmöglich, und deshalb genügten zur Bc- ivachung zwei Armeekorps und zwei Kavallcricbrigaden. Selten aber ist ein so günstiger Punkt vorhanden; gewöhnlich müsten di« Kriegsgefangenen in mehreren Biwaks vereinigt werben. So sam- mcitr man die nach der Kapitulation von Metz gefangenen Mann- schasien in sechs großen Lagern. Für die Transporte zu Fuß. die sich bis zum Erreichen der nächsten Eisenbahnstation nicht vermeiden lasten, werden dann die Gefangenen geordnet, und zwar so. daß di« Oisiziere in einem besonderen Transport zusanime»gefaßt sind, mährend die Piaimschaften nach Truppenteilen unter ihre eigenen kriegsgcfangrnen Ilnterofsiztere gestellt werden. Bei sehr «roßen Plasten von Gefangene,, können die Transporte nnr ganz allmählich und müssen auf mehreren Straßeii erfolgen. Die Mannschaften werden in Marschsiafscln cingcieiit, von denen jede durckychntttttch nicht mehr als 2000 Gefangene »msasicn darf. Um di« Schiagsertigkeit der eigenen Armee nicht zu schwächen, muß die Bedeckung mögiichsi
gering sein, aber doch zunächst stets von der Feldarmee gestellt wer, den. Man hat erkannt, daß die geringste Bedcckungsmannschaft füg je 100 Gefangene 10 Mann und einige Reiter nebst den zugehörigen Ossizicren und Unteroffizieren sind. In den Kriegen 1864, 1888 und 1870 schwankte di« Zahl der Bebcckungsmannschasten zwischen 5 und 11 der Gefangenen, doch erwies sich der Schutz oieisach als zw schivach. Von den in den Kämpfen um Sedan gemachte» 108000 Gefangenen sind über 14 000 ans dem Landtransport entwiche». Besonders schwierig gestattet sich die Bewachung zur Nacht, wo der Be) dcckungSmannschast noch 5 Prozent Infanterie hinzuzu fügen sind) Be! der Beförderung ans Eisenbahnen kann dic^Bedcckung erheblich schwächer sein. Jedenfalls muß nach größeren Schlachten zum Ans- räumen der Walstatt zum Sammeln der Kriegsbeute und Haupt,ach- lich zum Transport der Gefangenen mit sehr beträchtlichen Krästeir ber Feldarmee fllr längere Zeit gerechnet werden. Ais Bedeckung kommt in erster Linie Infanterie in Betracht: einige Reiter dienen, zur Aufklärung und Begleitung. Di« Gefangenen inarschwrcn dickK- ausgcschloffcn in breiter Form. Fiir die Gefangenen von Tedai« ivar rasch das Kommando „Zu 5 in einer Reihe" gesunden. Im ,,-alla eines feindlichen Angrisscs müssen sich die Gefangenen, das Gesichll dem Erdboden zugewandt, hinlcgen, und ans jeden, der den Verstech macht, sich zu erheben, wird geschosien. Der geringsiigigste A nlaß! schon, ein Schuß, das Anstanchen einiger Franktireurs, kann etwo panikartige Wirkung auf di« Gefangenen ausüben und die Be- dcckungsmannschast gefährden. So glückte es z. B. 1806 50 Husaren) 4000 von den Franzosen Gefangene zu befreien, indem sie die Nack)-' hui der Bcdeckuna über den Haufen warfen, woraus die Gefangenem den Franzosen die Waffen cntristen und in wenigen Minuten frci> ivaren. Besonders durch waldiges Terrain oder den Einbruch der^ Dunkelheit wird die Maffcnfincht begünstigt: deshalb muß man ber den Transporten möglichst die Wege vermeiden, di« Wälder an,) weisen, muß auch die Städte und Dörfer umgehen, um nicht die Beck völkcrnng zu erregen, und schon vor Einbruch der Nacht im Quar) ticr anlangen. Ais die in de» Kämvien von Orleans Gefangenem foritranSportiert wurden, büßte bie erste Marschstaffel, die ans 70 Offizieren und »07 Mann bestand, beim Durchqueren des Waides von Fontainebleau 64 Offiziere und 281 Manu ein. Tie Marsch) leistungen der Gefangenen müssen, soweit es ihr geschwächter Kör) pcrzusiand zuläßt, inögiichst groß sein. Deshalb werden alle Kranken ausgesondert und für besonders Schivache einig« Wageni mitgeführt. So leisteten die bei Sedan Gefangenen täglich nahe: doppelte Tagesmärsche, zwischen 40 und 48 Kilometer. Zur Be pflegnng wird niau sich an daö Land halten, durch das man mar) schiert, oder au die „eiserne Portion", mit denen setzt die Manu) schäften fast aller europäischen Armeen ausgerüstet sind. Dl« Ver-s pslegungskolonnen der eigenen Truppen dürfe» nur tm äußerst« Notfälle herangezogen werden. Möglichst rasch werden die ~ fange neu auf die Eisenbahn überführt, wo sic dann leichter; threin Bestimmungsort transportiert werden können.
Kriegsdepeschen für das Land.
Wie man der Frankfurter Zeitung schreibt, beklagen siq die Bewohner der Landorte, weil sie für die Kriegsnachrichten lediglich auf die Tageszeitungen angewiesen sind, die ihnen einmal am Tage durch die Landbricfträgcr überbracht werden. Es wäre nicht mehr als recht und billig, wenn samt! lichcn Landortcn wichtige Kriegsnachrichten in Form der 1870/71 üblichen Kricgstelegramnie zugänglich gemacht würden. Diese Kriegstelcgrammc wären, wie dies damals der Fall war. an der Außenseite des Posthauscs anznschlageni Diesen Wunsch sollte man den Landbewohnern baldigst ep! füllen. In der Stadt wird dem Bedürfnis durch Extrablätter genügt, die aber dem flachen Land nicht zugänglich sind. Deshalb sollte man die Kriegsdepeschen wie« die Wetterberichte verbreiten.
Junge Krieger.
Zu der Meldung, daß ber jllngste deutsche Soldat ein 15?f| Jahre alter Gerbcrsohn Merkt, berichtet das Neue Tagblatt, baß Merkt noch einen Gcnostcn hat, der an dem nämlichen Tag geboren! ist »nd einen ähnlichen Namen trägt: den Stuttgarter Kaufmanns) sohn Friedrich Mark. Noch jünger ist aber ein Kriegsfreiwillige« der beim 7. Regiment eingestellt wurde und erst 15 Jahre 2 Monats zählt, der Sohn eines Stuttgarter Gasthosbesitzers, Max Maurer) Er mißt 1,80 Meter. Auch dieser aber ist noch nicht ber jüngstck deutsche KriegSsreiwillige. Denn noch jünger ist der Sohn einest BuchdruckcrcibesitzerS aus Mannheim, der am 15. Juli 18»» ge) borcne Josef Steinhardt, dem der Vater nach anfänglichem Widers streben die Erlaubnis gegeben hat, mitzuziehen.
liegen die Lpionitis.
In Köln ist eS in den letzten Tagen noch vorgekommene daß ältere inaktive Offiziere als Spione bezeichnet wurden und in militärische Schutzhaft genommen werden mußten; in allen Fällen waren die Anzeigen völlig unbegründet. Der Kölner Polizeipräsident warnt nunmehr nach einer B« kanntmachuug das Publikum; sollten sich solche Vorkommnisse wiederholen, so würde die strafrechtliche Ver) f o l g u n g der Urheber herbeigcführt werden.
Afraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Müggc. 40
„Vorwärts, ihr Herren," rief er, „meine Hanna wird sich die hübschen Augen ausschen. Habe es ihr hinauf sagen lassen, daß ich Gäste mitbringe, Vetter Niels. Denke, Ihr werdet sie kaum wieder erkennen. Ein feines Kind, Herr Marstrand, wohl erzogen; alles in der Welt kommt auf Er- ziehung an. Habe sie jetzt ein Jahr in Hamburg gehabt und vorher in Kopenhagen."
„Hättest besser getan, den Baum da zu lassen, wo er gewachsen ist." brummte Hclgestad, ihn anschielcnd.
Fandrem schwieg einen Augenblick, als wäre er nicht ganz abgeneigt, die Wahrheit anzucrkcnncn, dann sagte er lachend: „Mag wohl sein, daß Mädchen am besten bei Mutter und Vater aufbewahrt bleiben; wirst sie aber sehen, Niels. Ist eine stolze Jungfrau geworden, fein und verständig und von strenger Sittsamkcit. Hat mancherlei auch gelernt in der Fremde," fuhr er gesprächig fort, „was selten hier zu finden ist. Arbeitet mit Goldfäden und bunter Seide, mit Schmelz und Flitter die künstlichsten Dinge, kannst davon in meinem Hause sehen, Niels, Vögel und Blumen auf Kissen und Be- hänge voll Pracht und Zierlichkeit." Sic waren inzwischen am Hafen hinabgegangen, als ihnen ein Ossizier entgegen- kam, der den angesehenen Kaufmann grüßte, dann stehen blieb, Marstrand anblickte und mit allen Zeichen freudiger Verwunderung seinen Rainen nannte.
„Heinrich Dahlen!" rief Marstrand.
„Ist es möglich!" sagte der Offizier, „du in Bergen und in welchem Aufzuge? Der übermütigste Kavalier voin Hofe in nordländischer Friesjacke und in Gesellschaft des pfiffigsten, engherzigsten alten Wucherers von der deutschen Brücke," setzte (tX leise hinzu. - -
Herr Fandrem war inzwischen mit Hclgestad weiter gegangen, aber offenbar hatte der Anblick des dänischen Kricgs- niannes seine gute Laune gestört. Er warf ihm einen verdrießlichen Blick zu und zog seine Stirn in dichte Falten, als er bemerkte, welche Freudigkeit dies uncrhoffte Begegnen bei Marstrand hervorrief. Die beiden jungen Männer folgten Arm in Arm und tauschten ihre Schicksale aus. Heinrich Dahlen kommandierte eine Kompagnie dänischer Infanterie, welche in Bergen in Garnison lag. Er hatte mit Marstrand gemeinsam bei der Garde in Kopenhagen gedient, war aber plötzlich nach Norwegen versetzt worden, wohin man damals alle diejenigen verbannte, die man los zu sein wünschte. Der junge Offizier hatte sich über die Ungerechtigkeiten eines Vorgesetzten beschwert, dessen Einfluß seine Entfernung bewirkte. Er wurde tief in das innere Land geschickt, doch General Münte rief ihn bald nach Tronthjem, nahm ihn unter seine Adjutanten aus und beschäftigte ihn mit Arbeiten. ES dauerte nicht lange, so erwarb er sich das Wohlwollen des streng gerechten Mannes, der endlich, um gut zu machen, was Ucbles geschehen war, ihm im letzten Herbst die Kompagnie in Bergen gab mit dem Versprechen, ihn, sobald es sich tun lasse, wieder in seine Nähe zu rufen.
„Und das wünsche ich denn je eher je lieber," sagte der Kapitän, als er seine Geschichte beendigt batte, „und hoffe alle Tage darauf. ES ist nicht auszuhaltcn in diesem Hauptquartier der Heringe und Stockfische, wo niemand fllr etwas anderes Sinn hat als für die runde gesalzene Ware, und doch alles so ledern, hölzern und ungesalzen ist, daß ich längst vor Langeweile und Verzweiflung umgekommcn wäre, wenn nicht —"
„Wenn nicht die süße Stimme eines Engels dich am Leben erhalten hätte," fiel Marstrand lachend ein.
„Du bist zum Ratsherrn geboren," rief der junge Kapi
tän, „aber jetzt sage mir endlich, wie du in diese Wüste ge-z raten bist?"
Marstrand erzählte, Dahlen hörte ungläubig und) spottend zu.
„Du bei Lappen, Rennticrcn, Schönheiten des Polar-, krciscs und nichtswürdigen Fischkräniern angesiedelt!" rief er endlich mit homerischer Lustigkeit. „Du ein sogenannter Kaufmann am Balssjcrd?! — Bist du toll, Marstrand oder willst du es werden? Mancher hat sich schon einen sogenann) ten Komgsbrief verschafft, der ihn zu Gclde zu machen wußte und hat seine Finanzen damit verbessert. Dein Mut ist neu und außerordentlich, aber deine Freunde werden sich davo^ die Nasen zuhaltcn.
... ... . . , , w>ciua)icr ocs zeapig
gerötet, doch bald war er vollkommen ruhig geworden) Ich danke dir für alle deine Vorschläge", sagte er. „aber i«Ü kann keinen davon gebrauchen. Spotte, so viel du willst) spotte wer Lust hat, ich werde der Kaufmann von BalsfjorÄ
vlciocn. Mein Los ist unwiderruflich bestimmt. Ich Hubes gewählt »nd werde es ertragen, leichter diesen groben blauen Rock tragen wie einst die gestickte Uniform. Ich werde ein freier Mann sein, werde ein arbeitsames hartes Leben, führe", aber ich werde anch meine Freude und Ruhe habe"! Du werbt nicht, welcher Zauber an jenen nackten Einöden klebt, ick, suhle ihn in nieinen Adern. Auf mein Wort Dah) len ,ch mochte eben so wenig hier in Bergen wohnen. wwje- kchren'" lchm.merndcn Säle der Christiansburg zurück)
Der Kapitän sah ihn erstaunt an. „Ich weiß nur ei- Losung de-Ratsch" sagte er; „du bist verliebt. Eine be^ londers liebliche Seemug rau streckt ihre Hand nach dir aus! und verwirrt deinen Kovf." ’ ^
® Qnb n0tf) mir a"s' die ich möchte", erwiderte Marstrand, ...... .


