Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberhesscn und der Nachbargebiete.
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Nr. 201
Gießen, Dienstag den 1. September 1014
9. Jahrgang
Nach Paris!
Schwer hängen des Himmels Wollen über der Hauptstadt der französischen Republik. Noch ist der letzte eiserne Wall rächt zerbrochen. der sic von der Berührung mit den siegreichen deutschen Truppen trennt. Noch kaim di« französische Armee nicht mir Wunden empfangen, sondern auch Wunden schlagen, Noch kann das französische Voll auf Hilf« von der Nordsee und vom Osten her nn- gcivisic, Hoffnungen setzen, aber von seiner eigenen Krast kann es kaum uiehr eine Wendung des Kriegsschicksals crivarten. Nehmen di« Ereignisse in der bislycrigen Richtung ihren weiteren Vcrlans, dam, ist di« dritte Belagenmg von Paris nur noch ein« Frag« der Zeit und der Aden schon op fer, di« von beiden Seilen an sie gesetzt werden.
Man könnte sich denke», dag Deutschland jetzt vor den miterliegenden Gegner hinträte mit gesenkten, Degen: „Soyons amis!" „Laßt mis Freunde sein!" Welcher Gewinn sür beide Teile, wenn solche Lösung möglich iväre! Frankreich hat, wenn der Krieg weitergeht. Ungeheures zu verlieren, aber was für Tentschlaoid aus dem Spiel steht, ist auch nicht wenig. Die Verlustlisten erzählen uirs nicht allzuviel von den Opfern, die der Krieg bisher verschlungen hat. sie werden noch lang« Nachträge und lange Fortsetzungen finden, bevor der Siegeslauf nach Paris beendet sein wird. Frankreich inntz cinsehcn. das, Deutschland der Stärkere ist. Deutschland müßte aber beweisen, daß es die Ucberlegenheit feiner Kraft nicht zur Zcrschmctlcrung Frankreichs ansnützen will! Ter Sieg, der uns den danerendcn Frieden mit Frankreich brächt«, wäre der schönste, den Deutschland erringen kann.
Alxr ach! Frankreich hat Bundesgenossen! Durch feine Bundesgenoffenschaften ist es in den Strudel des Weltkriegs mit hinenigeriffen worden, und diese Bundesgeuoffenschafwn drohen es noch weiter rns Verderben zu treiben. Da ist England! Seine Territorialarmee ist geschlagen, aber katltbliitig setzt cs seine Hoffnung auf den langen Krieg, der möglichst unblutig, darum nicht minder furchtbar auf den, Waffer nnsgesochteu werden soll. Deutschlands Handel soll vernichtet, sein Volk durch Abschneidnng überseeischer Zufuhren ausgehungert werden.' Mag diese R:-v° rmng stimmen oder nicht, «ins ist gcwiff: Wenn Deutschland
hungert, dann wird das besiegte Frankreich doppelt und dreifach mithungcrn. Tenn wenn Not ans den, Kontingent herrscht, wird der Sieger deni Besiegten das letzte Stück Brot vom Munde iveg- reiffen, um sein eigenes Volk damit zu nähren. Tie zweifelhaft« Hilfe, die Frankreich von den englischen Landungstruppen erhalten hat, wird vielfach ausgewogen durch die vernichtenden Wirkung:» der englischen Seetaktik, die letzten Endes den geschlagenen Bundesgenossen auf dem Lande härter treffen muff als den siegreichen Feind.
Nicht minder verhängnisvoll droht der französischen Republik die englische Bundcsgenastcnichast in, O st c n zu werden. Zwar mag das Eindringen der Rüsten in Ostpreußen von ihr als ein kleiner Trost empsundcn werden, und mit Recht ivird man sich in Paris sagen, daff mit dem Vorriicken der Ocsterreicher und Deutschen in Polen der östlich« Krieg noch nicht entschieden ist. Aber kann man dort wirklich glauben, daff die russische Soldateska jener furchtbaren Kriegsmaschine widerstehen werde, der sich selbst die französisch« Tapferkeit in keiner Weise gewachsen gezeigt hat? Der Unterschied zwischen dem westlichen und dem östlichen Landkrieg kann kaum in seinem Enderfolg siegen, er liegt vielmehr nur darin, daff der erste kurz sein mntz. wenn Europa und vor allem Frankreich, nicht vernichtenden Schaden erleiden soll, während der zivcitc — falls er von beiden Seiten crnsthast geführt wird — lang dauern nruü. Will Frankreich unter der Faust des Siegers bleiben, bis cs diese,» gelungen ist. mit dem andern Gegner fertig zu werden? Will es nach seiner vvrauSzusehcnden Niederwersiuig einen neuen aussichtslosen Versuch der Wiedererhcbung machen, während die deutsche Hauptmacht im Osten festgchaltcn wird? Ein entsetzlicher Gedanke, grauenvoll in lernen Folgerungen, denn es mühte ans deutscher Seite die Absicht Hervorrufen, die Niederlage Frankreichs so vollständig zu machen, daff mau bei der Abrechnung im Osten keinen Feind int Rücken mehr z» befürchten hätte.
,Soll Frankreich sür England hungern und sich sür Ruffland massakrieren lasten? Wer zeigt den Ausweg aus diesem Labtzrinth? Gerade aus ihren Bundesgenoffcnschaften droht heute der Republik schlinimeres Unheil, als es jemals aus einer vollständigen 'Isolierung hätte erfahren können. Ständen sich Deutschland und Frankreich allein gegenüber, dann hätten die bisher gcliesericn Schlackten vielleicht genügt, einen billigen Frieden herbcizusühren. Längst wäre auch tn Deutschland eine Bewegung in, Gange, um zu verhindern,^ daff es zwischen beiden Völkern zum Vermchiiingskamns käme. Heute steigert die Zahl der Feinde die deutsche Angriffslust bis zum äuhcrsten und die Stimmen des Friedens suchen sich vergeblich Gehör zu verschaffen, während in den deistschcn Heerlagern die Trommeln wirbeln: Nach Paris! Nach Paris!
Das Seegefecht irr der Nordsee.
^ Von dem Untergang deS Torpedobootes „V 187" in dem pressen bei Helgoland wird der Franks. Ztg. amtlich ei» Bericht eines Augenzeugen zur Verfügung gestellt, der ein der Jcsthaltung würdiges Bild vom Verlust dieses Schisses entwirft. Zuerst wurde „n vom Norden her angegriffen, und bald sah cs sich von ui 6 ," , citcn umringt von englischen Torpcdobootszcrstörcrn .und "v^vseebootetr „V 187", aus dem sich anher dem Kommandanten l 1 nlottillcnchcf befand, wehrte sich mit allen Kräften gegen irp'g et S. ac 5 t ' verlor aber bald einen Teil seiner Bcwegnngs- ..m m,*' •» * 00t drehte im feindlichen Feuer auf den Feind zu,
w, cv 1 1 L * n eü, Passiergcfccht zu komme», wurde aber unter .J!' '£ aflc r. • .® c f rf Kir[e bald ganz manövrierunfähig. Un, es »un >.« «»? Feinde in die Hände fallen zu lasten, wurde im Innern oc» Bootes eine Sprengung vorgenonimc». Das Boot sank rasch, un» watzrenü des Linlens »och bediente die Bcmannung bis zu», letzten Augenblick die noch brauchbar gebliebenen Geschütze.
Per Äriey.
Feuernd sank das Boot in die Tiefe. Ter Flotillenchef Kapitän Ballis und der Kommandant Kapitänlcutnant Lcchler fanden de» Heldentod. Dem Feind gebührt die v o l I st c Anerkennung dafür, daff er, ungeachtet der Gefahren, seine Beiboote anssctzte, »m die Lebenden aufzunehmen. Als er hiermit noch beschäftigt war, nahten sich deutsche Ttreitkräfte. Er muffte sich zurückzichen und die eigenen Beiboote treiben lasten. Aus diesen wurden die deutschen Geretteten aus unsere eigenen Schiffe übernommen.
Auf de» Donner der Schiffsgeschütze vor Helgoland hin eilte der deutsche Kreuzer „Ariadne" »»scrcm schwachen Vvrpostcn- gcfecht zu Hilfe. Als er in der Vorpostenlinie ankam, hatte sich der Feind schon gegen Westen zurückgezogen. Das Schiss nahm die Verfolgung ans und bestrebte sich, die Fühlung mit dem Feinde wieder z» gewinnen, um, wenn möglich, diesen zum Kampf zu stellen. Plötzlich sah er einen anderen deutschen Kreuzer mit zwei englischen Panzerkreuzern der Lionschsssklassc von 27 000 Tonnen mit je acht 34.3 Zentimeter- Geschützen im Kampfe. „Ariadne" kam zur Unterstützung. Ein Treffer in de» vorderen K e s s e l r a u m setzte aber bald die Hälfte der Kestel anher Betrieb, so daff das Schiss nur mit 15 Seemeilen laufen konnte. Noch eine halbe Stunde dauerte der ungleiche Kampf, dann war das Achterschiff in Brand geschosten, und der Brand dehnte sich bald aus das ganze Vorderschiff ans. Die vordere Munitionskainmcr konnte noch unter Waffer gesetzt werden, bei der hinteren war das nicht mehr möglich.
Der Feind hatte inzwischen nach Westen abgedrcht. Die „Ariadne" war aber dem Untergang geweiht. Die Mannschast versammelte sich auf dem vorderen Deck und brachte, getreu der Ucbcr- lieferung unserer Marine, drei Hurras auf den allerhöchsten Kriegsherrn aus. Dann erklang das Flottcnlied, und unter dem Gesang von „Deutschland, Deutschland über alles" wurde das Schiff in vollständiger Ordnung verlassen. Zwei deutsche Schisse, die inzwischen hcrangekommen waren, nahmen die Mannschaft aus, während die „Ariadne" in den Fluten versank. Von der Besatzung sind, soweit bisher fcstgestcllt werden konnte, ihr erster Offizier Korvettenkapitän Franck, der Schiffsarzt Ritter v. Borberger, der Wachtingentcur Helbing und ungefähr 70 Mann gefallen. Die Zahl der Verwundeten ist groff. Dieses Verhalten der Mannschaft i» einem unglücklichen Kamps und bas Zugeständnis des Feindes, daß er schwere Beschädigungen erlitten hat, zeugen für die Tüchtigkeit und den Kampfcsmut unserer Marine.
Der zuerst gesunkene Kreuzer „Ariadne" gehört zu den ältesten und kleinsten dieser Ausklärnngsschisfe. Er ist schon im Fahre 1000 vom Stapel gelaufen und safftc nur 2850 Tons. Die Kreuzer „Köln" und „Mainz", die vermifft werde» und nach englischer Angabe ebenfalls gesunken sein sollen, sind 1000 vom Stapel gelaufen und gehörten auch nicht zu der grössten Gattung der kleinen Kreuzer. Das gesunkene Torpedoboot gehört zum Jahrgang 71010 / 11 . Die Besatzung der drei Schisse zählte etwa 1000 Mann.
Die Bestürzung in Paris.
Ans Paris wurde den, Amsterdamer Telegraf durch einen Kurier (über Vlissingcn) gemeldet, das, man in Paris die vollkommene Abschließung der Stadt tntttr- halü weniger Tage erwarte, daß aber offiziell der (yrnst der Lage verheimlicht werde.
Tie Konsul n der Frankreich bcsrcundetcu Mächte sorgen in Eile sür den AbzugihrerLandsleute. Der niederländische Konsul in Paris hat bekannt gemacht, daff am Samstag die letzte Gelegenheit für die Atzrcisc der Holländer über B o » l o g n e sei. Tic Pariser Armen- b c v ü l k e r u » g wird, soweit das möglich ist, nach Süden zebiacht.
An den Verteidigungswerken der Stadt wird gearbeitet.
Steht Joffres Abdankrtttg bevor?
Die Uneinigkeit unter den französischen Generälen.
W. B. Kopenhagen, 30. August. Pariser Blätter, die über Rom kommen, besagen, General Joffre, der französische Oberkommandierende, verlange den Abschied als Oberkommandierender. Als Grund habe er das schlechte Zusammenarbeiten unter den Generälen angegeben.
Was Paris offiziell zuqibt.
Tic letzte ofsiziclle KricgSnotc besagt, daff die Deutschen aus La Färc <a» der Mündung der Serie in die Oise iin Departement Aisne, etwa 25 Avometer südlich von St. Qucntiul marschieren, »'ährend sonst der Feind ausgchalten und zurückgcstohen worden sei. Es wird in Paris angenommen, daff die Deutschen durch das Tal der Oise Paris z» crrcicheu suche» werden. Die Prcstc cr- öriert die Sinderniffc, welche die Deutlche» noch auf ihrem Vors marsch vorsinden. Man vertraut ans die zweite Verteidigungslinie und das verschanzte Lager von Paris. Der Militär- gouvcrncur von Paris hat die sofortige Z e r st ö r u n g aller Sauser, die in der Tcrvitutszonc der Bescstigungcn um Paris liegen, angeordnet.
ttnzufricdcnheit in Paris.
Clemenceau, der das ihm angcbotcne Portefeuille des Krieges abgelehnt hatte, beklagt ösfentlicht, daß die neue Regierung viele Einberufene vorläufig wieder beurlaube und ihre Tätigkeit mit rhetorischen Aufrufen beginne. Der Cri Sc Paris verlangt, daß die Regierung endlich Perlu st listen
veröffentliche und die Familien nicht länger in Ungewißheit
lasse.
Die Engländer über ihr Lnndnngskorps.
Ein schon vor einigen Tagen in Truth erschienener Artikel setzt auseinander, daß das nach Frankreich gesandte Landungs- korpS,
160 000 Mann Infanterie und 5» 000 Mann Kavallerie,
die a n s g c s u ch t c st c n Truppen seien, die England besitze, alle weniger erfahreren Soldaten seien durch erprobte Leute ersetzt worden. Wie groß der Eindruck von der Niederlage dieses Musterheeres in offiziellen englischen Kreisen war, das geht daraus hervor, daß Ministerpräsident Asquith an die Bürgermeister von London, Dublin und Eardiff die Aufforderung richtete, im ganzen Lande Versammlungen abzuhalten, um die Gerechtigkeit der englischen Sache in diesem größten Krieg, den England jemals zu bestehen hatte, darzu- lcgen.
Lord K i t ch e n e r, der früher selbst geschrieben hat, daß die in England noch vorhandenen Truppen minderwertig seien, kündigt nun neue Truppensendungen nach Frankreich in Stärke von 12 00(1 Mann an. Auch soll das indische Heer herangezogen Mrdcn.
England gegen seine wahren Interessen!
Eene Rede des ehemaligen englischen Ministers John Burns, gehalten am 14. August in der Albert-Hall in London.
(Ans der Frankfurter Zeitung.)
Meinen Wählern und meinen politischen Freunden will ia> Rechenschaft geben über meine Stellung zur Politik Sir Edward Grcys und zu seiner auswärtigen Politik, die in der Aufgabe der Neutralität zu Ungunsten Deutschlands ihren Ausdruck fand. Ich sah mich gezwungen, ans einem Kabinett auszutreten, das meiner Ansicht nach, weit entfernt, der Kultur zu dienen, sich in ein Abenteuer begibt, bas zur Stärkung unserer natürlichen Feinde und zur Zerklüftung unserer inneren wirtschaftlichen und politischen Verhältnistc führen kann und siihrcn muff. Unsere natürliche Aufgabe wäre die Durchführung einer strikten Neutralität gewesen — nicht um unserer Volksverwandtschaft mit Dcutschtand willen, nicht wegen der freundschaftlichen Beziehungen, die wir uns bemühten, mit dem flcihigcn deutschen Volke zu pflegen nnd zu kräftigen — nein, um unserer selbst willen, die wir mit alle» unsere» Nerven, mit allen unseren Lcbcnsintcrcstcn an einem friedliche» Europa hängen, und nicht zuletzt darum, weil nur die Neutralität imstande gewesen wäre, unser Land wirtschastlich z„ hebe» und cs in die Lage zu versetzen, aus den Wirnistcn Vorteile zu ziehen.
Ich will für meine Behauptungen den Beweis führen: Englands Größe offenbart sich im Frieden, Englands Schwäche zeigt sich im Kriege. Wir werden niemals in der Lage sein, ohne fremde Hitse irgendwelchen Etnsluß in der europäischen und aufferorpäischen Politik burchzusctzcn, wir sind es auch früher nie gewesen. Wir vernichteten Napoleons Flotte bei Trafalgar — wenige Tage darauf schlug Napoleon seinen herrlichsten Sieg bei Austerlitz und warf ganz Europa auf die Knie. Was bedeutete die Niederlage Napoleons zur Sec gegen seine beispiellosen Erfolge auf dem Lande! Wir versetzten ihn, einen winzigen Nadelstich — er schlug ungehindert unseres Sieges ganz Europa nieder. Er vergalt unsere Feindschaft mit der Verfügung der Kontincntatspcrrc, die Englands Handel damals in die tiefsten Abgründe stürzte. Von den Folgen der Kontinentalsperre konnte sich England Jahrzehnte nicht erholen.
I» dem Kriege 1811/15 beschränkte sich die englische Tätigkeit zur Bekämpfung seines damaligen Erbfeindes Frankreich auf die Entsendung eines Expeditionskorps, und diese Truppen wäre» ohne die preußische Hilfe bei Waterloo dem Verderben geweiht gewesen. Wir sind kein Kricgsvotk, wir habe» in der Welt höhere Aufgaben, in unseren Hände» liegt die Gesittung Europas. Wir sind dazu berufen gewesen, dem Fortschritt die Wege zu weisen, nnd wenn wir uns jetzt in einen Handel gemischt haben, so bedeutet das die Verkennung unserer natürlichsten Aufgabe. Nie ist eine Macht stark gewesen, die nicht imstande ist, auS eigenen Kräfte» eine kriegerische Aufgabe z» lösen. Im Jahre 1870/71 blieben wir neutral, und welche ungchcnrcn Vorteile hatten wir von der Neutralität! Wir erhielten uns den Handel mit Deutschland und mit Frankreich. Beide Staaten waren mährend der KricgSzcit gut zahlende Abnehmer. Tic französische Entwicklung der Industrie nnd deS Handels hatte ihren Höhepunkt zur Zeit der Pariser Weltausstellung im Jahre 1807 erreicht. Damals drohte ei» Konkurrenzkampf zwischen Frankreich und England ans Leben und Tod. Das bewiesen auch die englischen Ausstellungen in demselben Jahre, die nicht entfernt so gewaltig waren, wie die damalige» französischen Ausstellungen — ja. der Markt der Welt schien damals Pari» zu werden. Das änderte sich mit 70/71. Frankreichs Kräfte wurden während des Krieges gebunden und lagen mehrere Jahre darnieder, und in dieser Zeit konnte England seinen Konkurrenten so weit überflügeln, daß es auf viele Jahre hinaus die französische Konkurrenz überhaupt nicht mehr zu fürchten brauchte.
Ebenso war cS mit Deutschland. Nicht nur, daff die dcutsche Entwicklung während des Krieges stillag und jo an eine» Konkur-


