Ausgabe 
31.8.1914
 
Einzelbild herunterladen

Bürger mit Waffen versehen und zur Teilnahme am Kriege aufgeheht haben. Ucbcrall, wo sich die Bevölkerung feind­seliger Handlungen enthielt, ist von unseren Truppen weder Mensch noch Gut geschädigt worden. Ter bcutfcljc Soldat ist kein Mordbrenner und Plünderer. Er führt nur Krieg gegen das feindliche Heer. Die in ausländischen Blättern gebrachte Nachricht,die Deutschen trieben die Bevölkerung des Landes ini Gefecht vor sich her", ist eine Lüge, die den moralischen Tiefstand ihres Urhebers kennzeichnet. Jeder, der die hohe kulturelle Entwicklung unseres Volkes kennt, wird sie als solche von vornherein bezeichnen.

Nicht drohen, nicht schimpfen!

Eduard Bernstein schreibt ln einem Artikel der Chem­nitzer Volksstimme:

Wir hofseu, daß Deutschland siegt und wollen niemandes Zu­versicht in den Lieg der deutschen Heere beeinträchtigen. Aber wir können es nicht stillschweigend geschehe» lasten, das, diesem Krieg durch prahlerische AiikUndigungen, was Deutschland annektieren werde, ivenn es gesiegt haben wird, der Charakter eines ihm auf- gedrungenen Vertcidiaungskricgcs genomnicn wird.

Vcrgesten diejenigen doch nicht, die solches geschrieben, dab jede Drohung dieser Art in die Welt hinaus geht und das Arsenal der Anscindcr Deutschlands verstärkt. Wir haben genug an dem Unheil, das die Seestern-Literatur und die ihr verwairdicn Reden in dieser Hinsicht anaerichtet haben. Mögen diejenigen, denen die Stimme des Sozialdemokraten beeinflußt erscheinen mag, den Wir müstcn siegen" übcrsch-ribencn Artikel Nachlesen, den das Berliner Tageblatt aus der Feder Georg Gothcins gebracht l>ai und worin eindringlich gegen das Gerede von Annexionen Stel­lung genommen wird. Rchts kam, jenes Gerede rcchtseriigen, nichts es auch nur entschuldigen. Nicht einmal unter dem Gesichis- punkie der Strafandrohung hat es Sinn. Tenn dieser Krieg wird Strafe genna sein für alle Nationen, die an ihn, teilnehmen, wie immer sich Schuld oder Nichtfchuld unter ihnen verteilt. Das Ge­rede von Annexionen kann ihn nur verschlimmern oder verlän­gern, das Interest« aller bcieiligtcu Volker spricht aber dafür, daß er so schnell wie möglich sein Ende findet.

Wie die Stategie der .Heerführer aus dieses Ziel gerichtet ist, so muh cs auch das Verhalten der zivilen Bevölkerung und ihrer Pvcste sein. Wir Deutschen rühmen uns, frei von den hysterischen Anwandlungen roniauischer Völker zu sein. Es ist aber gar man­ches in diesen Tagen bei nns geschehen, das nicht viel anderer Art ist. Unsere Ticllung in der Welt ist jedoch eine solche, daß sie uns diesen Luxus nicht erlaubt . . . Wir müstcn alles ausbietcu, das Vertrauen der Völker zu gewinnc». Dazu ist aber nichts ungeeig­neter als Drohen und Schimpfen."

Zur Bekämpfung der Arbcitslosigteit

fordert die Deutsche Tageszeitung Beschäftigung der Arbcits- kosen mit der K u l t u r vonOedland. Das Blatt schreibt: Bester als solche sArbeitSloscn-s Unterstützuna ist aller­dings die Beschaffung von Arbeitsgelegenheit. Auch hier ist man nicht müßig gewesen. Ter Verein für soziale Kolonisation empfiehlt heute in einem Rundschreiben an die Prcste, daß man die Arbeitslosen mit der Kultur von Ocdland beschäftige. Diese Kultur verhindert nicht nur die schlimmen Folgen der Arbeits­losigkeit, sondern sie vermehrt die Anbaufläche und damit die Nahrungsmittelversorgung in Deutschland. Näher hieraus cin- zugchen ist übersliissig. Wir haben unsere Leser immer wieder auf die Notwendigkeit »nb den Segen der Oedlandkultur hingc- wtcsen. Der genannte Verein meint, dah auf diesem Gebiete genügende »nd aesundc Arbeit für Hunderttauscndc von Arbeits­losen zu beschaffen fei:nd wir glauben, dah diese Meinung nicht irrig sei. Jedenfalls ist die Arbeitsbeschasfung der Unterstützung der Arbeitslosen unbedingt vorzuziehen. Daß auch sonstige Ar­beiten für den Staat und für die Gemeinden vorgenommcn wer- den müsten, liegt aus der Hand. Sind etwa für solche staatlichen Arbeiten die Mittel noch nicht bewilligt, so werden die Volksver­tretungen gcwih ohne weiteres die sogenannte Jdcmnität er­teilen."

Wenn die Deutsche Tageszeitung dessen so sicher ist, würde doch auch nichts im Wege stehen, sofort Kanalbauten in Angriff zu nehmen. Es ist doch noch der wirtschaftlich sehr wichtige Mittellandkanal zu bauen, der bisher die Zustim­mung der konservativ-klerikalen Mehrheit im preußischen Landtage nicht erlangen konnte.

Keine Konkurrenz den Lohnarbeiter»«»«:».

Vf. B. Der preuhische Minister für Handel und Gewerbe hat dem Vorstände des Vaterländischen Francnvercins sHauptvcrein) in Berlin auf seine Bitte, in den Handarbeitsstunden der zuni Geschästsbercich des Ministeriums achörige» Schulen für die wcib- liche Jugend von jetzt ab ausschließlich Liebesgaben für die im

Afraja.

Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 47

Es war ein kleiner, wohlbeleibter Mann mit rotem Ge­sicht, dicken Hängebacken, wulstigen Lippen und runden Augen. Ein brauner Frack, nach damaliger Zeit kurz ge- schnitten, mit breiten Schößen, schwarze Sammethosen, welche bis ans Knie gingen, eine ungeheure Schoßwcste, die seinen .runden Bauch zudeckte, und eine weiße Binde, auf der sein fettes Doppelkin ruhte, ließen einen reichen, angesehenen Herrn vermuten. Eine Perücke mit stattlich bebändertem Zopf, Puder aus den Scitcnwulsten »nd Puder auf dein pomadeduftigen Rockkragen, ein kleiner dreieckiger Hut mit einer schmalen Goldtresse »nd blanke Stieseln, in welchen die kurzen Bcijie steckten, machten den wohlanständigen Herrn und achtbäten Kaufmann des vorigen Jahrhunderts voll­ständig.

Oho! Niels Hclgestad. Oho, mein Mann! bist wohlauf hergeschwommen?" rief er dem Fischer zu.Blitz »nd Schlag! siehst jung und glatt aus. Eine gute Ladung, Niels. Habe die Jacht von der Seite angesehen, geht zehn Zoll über den weißen Strich ins Wasser, nmcht netto hundertfünfzig Zentner mehr wie vorjährig. Bin in Schweiß geraten, Niels, bin in mächtigen Schweiß geraten," fuhr er pustend fort.Saß mitten unter Kapitänen, Nordländern und Mäklern, als ich deine Segel sah. Mußte abgemacht werden, Niels, bin also spät gekommen."

Und die die letzten waren, sollen die ersten sein," er­widerte Helgcstad lachend und unter Händeschütteln.Friede in dein Haus, Uve Fandreml Bringe dir eine reiche Ladung, und was nach dieser kommt, wird nicht schlechter sein."

Ein langes Gespräch zwischen den beiden Geschäfts­freunden drehte sich um Familiennachrichten, allerlei Reuig- keilen und um Handel und Verkehr. Die Ladung Lebertran kam aber noch zur rechten Zeit, um besser verwertet zu werden, als es etwck später der Fall sein konnte. Ter Berger Handels- Herr wollte sogleich die Ware nach Hamburg schicken, ehe die

Felde stehcnoen Truppen anfcrngcn zu taffen uns ffe oen Vater­ländischen Fraucnvereincn der Orte zur Verfügung zu stellen, fol­genden Bescheid ergehen lasten:

Dem Vorstände beehre ich mich auf bas gefällige Schreiben vom 8. ds. Mts. zu erwidern, dah für Mädchenschulen, wie für sämtliche Schulen meiner Verwaltung van jeher der Grundsatz gegolten hal, alles zu vermeiden, was dazu beitragen könnte, den Gewerbetreiben­den und den bei ihnen beschäftigten Arbeitskräften eine uner­wünschte Konkurrenz zu bereiten. Ein solcher Wettbewerb ist von den Mädchenschulen nieincr Verwaltung, anders als von denjenigen der allgemeinen Unierrichtsvcrwaltung, eher zu befürchten, weil in ihnen meist ältere und acübicrc Schülerinnen unterrichtet werden. Eine Heranziehung der Schulen zur Herstellung von Liebesgaben für die im Felde sichenden Truppen kann ich daher nur unter der Ein­schränkung befürworicn, dah cs sich um solche Arbeiten handelt, durch welche den Lohnarbciierinnen Arbeitsgelegenheit nicht entzogen wird. Als unbedenklich zuzulastcndc Arbeiten könne» z. B. in Frage kommen: Das Stricken von Strümpfen, Pulswärmern und dergleichen, in der Regel aber nicht das Nähen von Bettüchern, Hemden und sonstiger Wäsche. Auch soweit hiernach eine Beteili­gung von Schnlen an sich angängig ist, haben indcstcn die der Aus- bildnng von Lehrerinnen dienende» Kurse auszuscheiden, dah die Anfertigung von Liebesgaben mit dem lchrplanmähigcn Gang der Vorbereitung, von dem ohne Schädigung wichtiger Schnlintercsten nicht abgewichcn werden kann, unvereinbar sein würde. Inner­halb der sich hierdurch ergebenden Grenzen bin ich dem Wunsche des Vaterländischen Fraucnvcreins gerne entgegengekommen, indem ich die Schulanssichtsbchördcn meines Geschäftsbereichs mit entsprechen­den Anweisungen versehen habe, Tie Beschaffung der erforder­lichen Herstellungsinaterialien wird, soweit sic nicht von dritter Seite zur Verfügung gestellt werden, den örtlichen Zwcigvercinen des Vaterländischen Francnvcrcins zu überlasten sein. Denjenigen Lehrerinnen und Schülerinnen, welche infolge Schüehung der Schulen ober Einschränkung des UntcrrichtSbctricbeS nicht mehr so wie bisher in Anspruch genommen sind, habe ich darlcgen lasten, nach ihren Fähigkeiten sich in den Dienst der für den Krieg bestehen­de» Hilfsorganisationen zu stellen und deren Zwecke auf jede Weise zu fördern. Dr, Eydow.

Eine Nnlersuchungskommission im Osten!

IV, ü. Bekanntlich ist zur Untersuchung der Vorfälle, bei denen sich Belgien ein völkerrechtswidriges Verhalten gegen Deutschland zuschulden komincn ließ, eine Kommission ein­gesetzt worden, an deren Spitze Ministerialdirektor Just steht. Die preußische Regierung hat es für nötig befunden, anläß­lich der Vorfälle in Ostpreußen ähnliche Einrichtungen zu treffen, um recht bald vor aller Welt durch eine genaue Be­weisaufnahme darlcgen zu können, in welchem Umfange die russische Armee Grausamkeiten und Verwüstungen gegenüber unseren Landsleuten und deren Besitz in Ostpreußen begehen. Der Minister des Innern hat zu diesem Zweck für jeden der beiden hauptsächlich beteiligten Regierungsbezirke Gumbinntzp. und Allenstein eine Kommission eingesetzt, an deren Spitze die betreffenden Regierungspräsidenten stehen, und in welcher außer wenigen Beanitcn der Bezirke auch nichtbeamtetc Persönlichkeiten berufen werden sollen, die mit den Verhält­nissen des Bezirks genau vertraut sind. Mitteilungen und Anträge für die beiden Kommissionen werden hiermit öffent­lich erbeten. Bis auf weiteres sind sie an das preußische Ministerium in Berlin, Unter den Linden 72/73, mit der Bezeichnung: In Sachen der ostpreußischen Kricgs-

kommissioncn zu richten. Dabei ist auch die zeitige Adresse des Einsenders anzugcbcn, damit seine protokollarische Ver­nehmung möglich ist. f

Eindruck der englischen Niederlage in Hamburg.

Der Eindruck der Nachricht vom Siege über die Engländer ist in Hamburg, wo bisher engste Handelsbeziehungen zu England be­standen. ungeheuer. Auf der Börse umarmten und kühten sich die Männer und alte Handelsherren weinten vor Freude. Soeben ver­kündete vom Balkon des Rathauses Bürgermeister Schrocdcr den Sieg einer vieltausendköpfigen Menge, die darauf in begeisterte Hurrarufe ausbrach und patriotische Lieder anstimmte. Sämtliche Kirchenglocken der Stadt läuten. (Franks. Ztg.s.

Dilmdnmgeschosse bei Franzosen und Engländern?

Nach dienstlichen Meldungen sind sowohl bei Franzosen wie bei Engländern in den Taschen der gefallenen »nd ver­wundeten Soldaten zahlreiche Dumdumgeschosse gefunden

Preise weiter sielen. Stockfisch, gerissener Fisch und Solz- sisch ließ dagegen außerordentlichen Gewinn erwarten, denn schon war die Nachricht verbreitet, daß ein großer Teil des Fanges verdorben und unbrauchbar geworden sei.

Schaffe, was du hast, so schnell zur Stelle, wie cs an- gcht, Freund Niels," sagte Herr Fandrem.Vier Jahre hinter einander ist der Fisch billig gewesen. Das hat den Verbrauch gesteigert. Aus dem Mittclmcer sind schon jetzt viele Schiffe gekonimen, und noch weit mehrere werden er­wartet. Es wird ein Reißen um die Ware sein, wie cs lange Zeit nicht gewesen; ich hoffe, daß wir Preise machen, die über alle Erwartung gehen. Hehe! hast nichts dagegen, Niels, hoffe, hast nichts einzuwendcn?"

Wahrscheinlich erhielt der Kaufmann hier einen Wink von Hclgestad, denn er schwieg plötzlich, blickte über die Achsel und sah mit keinem allzu freundlichen Blicke Marstrand an, der nicht weit von ihm stand.

Was hast du für einen Manlaffcn ins Land gebracht, Niels?" fragte er zwischen den Zähnen.

Ist ein Freund, Uve Fandrem," antwortete Niels laut. Seht her, Herr Marstrand, da ist der Mann, der Euch helfen wird."

Er erzählte in seiner Weise kurz und bündig MarstrandS Schicksale und Vorhaben, sprach von der neuen Handelsstelle am Balsfjord, rühmte den jungen Ansiedler aus vollen Backen und kalkulierte ein Dntzcndmal, daß Johann Marstrand bald genug ein Mann sein werde, vor dem sich in Bergen hundert Türen auftun würden, wenn er hincingehcn wollte.

Nach dieser Erzählung, welche Fandrem mit Kopfnicken anhörte, indem er seine runden vorquellcnden Augen rnehr ans Helgcstads Gesicht als ans den Empfohlenen richtete, streckte er seine dickgepolsterte Hand aus und faßte an den Zipfel seines Dreimasters.Ehe andere Hände kommen, Herr Marstrand," sagte er,biete ich Ihnen meine an. Habe mit jungen Geschäften und Anfängern sonst niemals zu tun, wo aber Niels Hclgestad sein Wort spricht, sage ich gern Amen, und wo ich dienen und helfen kann, soll's geschehen mit allem Eifer."

Wörden. Wir werden gezwungen sein, gegen die Völkerrechts? widrige Verwendung der Geschosse mit Gegenmaßregeln allere schärfster Art vorzugehen.

Ein Dementi.

Der niederländische Generalkonsul in Antwerpen bestreitet in einer Zuschrift an den N. Rotterd. Courant entschieden, bah deutsche Läden geplündert, der deutsche Friedhof zerstört und Deutsche miß­handelt worden seien. Einen deutschen Friedhof gebe es überhaupt nicht in Antwerpen und die Ordnung sei gut aufrecht erhalten wor­den; nur beim Beginn des Krieges seien einige Fensterscheiben zer­trümmert worden.

Wie England sich geschädigt hat.

Ein Artikel der bekannten Londoner wirtschaftlichen Zeiift schrift Economist wendet sich, wie wir der Neuen Zürcher: Zeitung entnehinen, mit ökonomischen Darlegungen sehr ab­fällig gegen die Greyschc Behauptung, daß Krieg die Eng- ländcr nicht viel mehr kosten würde als die Neutralität. Das ganze wundervolle Räderwerk der britischen Wcltbankicrschaft sei durch die englische Teilnahme am Krieg völlig zerbrochen worden, aus den einzelnen Stücken müsse man nun niühsanr die Krcditmaschinerie Englands wieder zusammenbauen. Eng- lands größte Kolonien wie Australien, Kanada, Indien hängen von dem stetigen Zufluß englischer Kapitalien ab, der nun nicht stattsinden könne, da England sein Geld lange für eigene Kriegsanleihen selbst brauche. Dazu kämen andere bisher von England snbvcntioniertc Länder wie Argentinien, Chile und Brasilien, die bereits in schweren Finanznöten stecken. Tics sei rückwirkend wieder am Leibe Englands spürbar. Ferner falle schwer in Betracht, daß auf die Nordsce- nnd Ostsceländer, die jetzt vom Krieg beeinflußt oder abge- schnitten sind, ein Viertel der ganzen englischen Ausfuhr und Einfuhr käme. Alles dies sei zunächst znsammcngcbrochcn^ Ferner zählt der Economist mit Einzelheiten auf, wie stark die britische Industrie bereits in Mitleidenschaft gezogen worden sei, besonders die Banmwoll- und die Lcinenindustric. Selbst die Hochöfen seien ansgeblascn, Von der Financial News, einer Handclszcitung, die aber nicht annähernd den Ruf des Economist hat, werden diele Angaben bestritten, aber doch zugegeben, daß momentan bloß diejenigen Industrien in Tuch, Kohle, Eisen im Gange seien, welche für Kriegszwecke arbeiten.

Manben^e als englisches Depot.

Am 25. Februar 1818 planberte Gil Blas seinen Lesern fol^ gendcs Geheimnis aus, das uns wenn cs vielleicht auch nicht ganz wahr ist immerhin in tiefen Tagen recht wissenswert vor- kvmmt, zumal das englische Hilsskorps in der Nähe seines Stapel­platzes gegenwärtig von unseren Truppen arg mitgenommen wor­den sein soll. Tic Magdeburger Zeitung gibt Folgendes als Wortlaut der französische» Notiz:Ein in Ostsronkreich erscheinen­des Blatt brachte eine höchst merkwürdige Enthüllung. In mili­tärischen Kreisen des Ostens erzählt man sich, daß die Stadt Mau- bcngc, die »»weit der nordöstlichen Grenze Frankreichs an der Bahnlinie Köln-Paris liegt, seit mehreren Wochen mit größeren Mengen englischer Muniion versehen werde. Die Stadt Maubcuge ist militärisch von großer Bedeutung, Sie wird im Fcldzugsplan des französischen Gcncralsiabs als KonzcntraiionSpunki für die verbündeten Truppen bezeichnet, die im Kriegsfall von dem eng­lischen General French unter der Oberleitung des französischen Generalissimus Jofsre befehligt werden sollen. Nun ist bekannt, daß die englischen Geschütze nicht das gleiche Geschoß wie die fr»»- zösischen haben. Die beiden Regierung seien jedoch llbercinstckom- me», schon in Friedcnszeiten auf französischem Gebiete die Muni- tionsmcngcn anzuhänfen, die im Kriegsfall für die englische Artille­rie notwendig sind."

England alsSchützer der Neutralen".

England, das sich als Beschützer der Neutralen ausspiclt, ließ auf dem.neutralen niederländischen SchiffZeelandia" 51 Deutsche und Oesterrcichcr, daknntcr eine größere Anzahl durchaus dienstuntaugliche oder über 50 Jahre alte, wie den 57jährigen Landgerichtspräsidsntcn Hannemann und den! 52jährigen Professor Brick aus Hamburg, festnehmcn.

Der italienische DampferRe Vittorio", am 4. August ab Rio de Janeiro nach Genua bestimmt, ist nach einem, durch die Mthilfc eines italienischen Passagiers eingelanfenen Privatbricfcs, mit 100 deutschen Reservisten an Bord von

Marstrand fühlte, daß in dieser Versicherung eine Bürg­schaft lag, der er vertrauen durfte, und Helgestad bestäftgte es, indem er seinem Schützling versicherte, daß Fandrems Handschlag mehr wert sei, als wenn Prinzen und Könige ihm Beistand schwören.

Ein Gasthaus gab cs in Bergen nicht und gibt es selbst jetzt kanni dort, obwohl die Stadt damals schon an dreitzig- tausend Einwohner zählte. Jeder Fremde, der hierher kam. mußte auf die Gastfreundschaft einer Familie rechnen; Fremde aber, die keine Geschäfte hatten, kamen überhaupt nicht nach Bergen, von Vergnügnngsreisenden in Norwegen wußte man noch nichts. Die nordländischen Handelsleute wohnten bei den Maklern und Kauflcuten, mit denen sie in Verkehr und Freundschaft standen, die Schiffskapitäne blieben auf ihren Schiffen. So geschah cs denn ohne Einwendung als etwas, das sich von selbst versteht, daß Uve Fandrem seine Gäste in sein Hans ans der deutschen Brücke führte, wo er im oberen Stockwerke ihnen die Gastzimmer öffnen ließ. Dos Haus des Kaufmanns war eines jener alten Häuser, die noch jetzt ver­einzelt dort zu finden sind. Auf den massiven Unterbau waren die ober» Etagen von starken Balken gesetzt. Erker und Vor­sprünge i» halbrunder Form vcrniehrtcn die Zierlichkeit und gaben ihm ein stattliches Ansehen. Tiefe und breite Durch­gänge lagen in den unteren Räumen zu beiden Seiten der Kontorstube, welche die Mitte einnahm. Im ersten Stock­werke befand sich die Wohnung des Kaufmanns, im zweiten waren die Gastzimmer, alle mit wenigen einfachen Geräten versehen, doch mit der herrlichsten Aussicht auf Hafen, Schiffe und Verkehr und auf die großen Speicher jenseits des Wasser­beckens. Doch dies an wohnlichen Räumen ziemlich beschränkte Gebäude war nnr während des Winters der Aufenthalt seines Eigentümers; beim Eintritt der guten Jahreszeit zog jeder, der es irgend tun konnte, in sein Landhaus, und Bergen wat umringt mit solchen Sommervillcn, die mehr oder minder stattlich an den Bergabsätzen lagen, aus kleinen oder großen Gärten hinabblickcnd auf Fjord und Stadt, auf tvakdige Ge­birge und liebliche sammetgrüne Täler. . - - -

(Fortsetzung folgt.)