ein Mangel an Fnttergerst- nicht zn bcsiirchtcn sei. Sic schreibt:
Es bestcht kem Zweifel, Last der Absatz auSgeuiästetcr S-blachtschweine zu besseren Preisen sich sehr bald Icb- bafier gestalten wird, wenn die bei der Heeres- und Flotteiivcr- waltnng vorhandenen ersten Vorräte aufgczchrt sein werden und auch die innere Volkswirtschaft iviedcr in geregelte Bahnen gekommen ist. Außerdem wird besonders bemerkt, daft ein vollständiger Mangel an Jnttcrgcrste zurzeit noch nicht vorlicgt und auch nicht zu befürchten ist: im Gegenteil besteht begründete Hoffnung, Last eine Zufuhr von Futtergcrstc und Mais nach Westfalen, wenn auch in beschränktem Umfange in allernächster Zeit eintreten wird.
Während des Krieges wird sich die Hoffnung, daß die „innere Volkswirtschaft wieder in geregelte Bahnen kontnit", wohl nicht verwirklichen. Ter Hinweis auf die besseren Preise deutet an, worauf gewartet wird.
Ein Artikel des Westfälischen Volksblattes, der die Landwirte ersucht, Roggen für die Schweincfiitterung zurückzu- behalten, schließt: „Möge der Bauer jetzt beweisen, daß er Verständnis für seinen eigenen Vorteil und für das Wohl des ganzen Landes hat." — Diese Hcrans- kehrung des eigenen Vorteils wirkt in dieser Zeit recht anziehend.
Ein Musterpatriot ist übrigens auch der Gutsbesitzer Schaible-Jagstzell in Württemberg, der seinen Bcrufsgenossen im Schwäb. Merkur u. a. folgende Ratschläge erteilt: „Vorerst noch keine Kernen, Kartoffeln, Heu »nd Ochmd an Händler zu verkaufen, bisnnsercTrnppen weitere Erfolge errungen haben, wodurch auch die Preise besser werden. . . . Schlachtvieh nur zn guten Preisen und nur gegen Barzahlung abzusetzcn. . . . Zur Unterstützung des Roten Kreuzes — wenn and) kein Bargeld — so doch Gaben in landwirtschaftlichen Erzeugnissen zu stiften."
Schaible, der in Wllrtteinbcrg als ein Hauptsührer des Bundes der Landwirte bekannt ist, versichert, daß der Bauer bei Befolgung dieser Ratschläge dem Vaterland fast so viel nützen könne, wie der Soldat ini Felde. Uns will scheinen, als ob er bei der Veröffentlichung der Ratschläge noch inten- sivcr an den eigenen Geldbeutel als ans Vaterland gedacht hätte. In einer Zeit, in der die Mühlen wegen Mangel an Korn teilweise stillstchen und die Mehlpreise bereits erschreckend gestiegen sind, soll der Bauer seine Frucht zurückhalten, „bis die Preise besser werden". Ein patriotischer Gemütsmensch, der solchen Rai erteilt. Und ein ebenso edel ge- sinntes Blatt, das den Rat weiterverbreitet.
Keine Zertrümmerung des Arbeiter- schntzes in der Kriegsnot.
Der Staatssekretär des Innern hat den Antrag des Ver- rincs der deutschen Zuckcrindnstric nbgclchnt, allgemeine Ausnahmen von de» Vorschriften der Gciocrbcordnnng über die Beschäftigung von Arbeiterinnen »nd jugendlichen Arbeitern zu gewähren. Tic Ablehnung wird wie folgt begründet: Es sind zur Zeit noch zahlreiche arbeitslose Arbeitsfähige vorhanden, die zunächst Beschäftigung finden müssen. Tic öffentlichen Arbeitsnachweise, die Arbeitsnach lvcisvcrbändc nnd lebten Endes die Reichszcntralc der Arbeitsnachweise im Rcichsnint des Innern sind ans Erfordern in der Lage, den Zuckerfabriken Arbeitskräfte nachzuwcisen. Zur Linderung der Kriegöuot
I»,! die Landes vcrstcheruuqsanftailt Berlin 5 Millionen Mark auS- geworsen, Ter Vorstand der LandesversichcrungSanitalt soll aus diesen Mitteln bedürftige Versicherte unterstützen. Tie Unter- stüdungsaktton soll sich in erster Linie aus die Fami'leeu solcher Versicherten beziehen, welche infolge von Arbeitslosigkeit in ein« Notlage geraten sind. In briitgenden Notfällen werden auch Familien der zum Kriegsdienst e i n ge z o ge n c n Versicherten unterstützt. Auch an einzelstehenden Personen kann im Falle dringender Notlage Unterstützung geleistet iverdcn.
Kriegslazarctte in E-ewerkschaftshäuscrn.
Auch das Lokal der organisierten Arbeiter von Halle an der Saale, der Volkspark, ist an die militärische Sanitätsbehörde zum Zwecke der Einrichtung eines Kricgslazaretts verpachtet worden. In dem großen nnd zwei kleineren Sälen werden 200 Betten zur Aufstellung gelangen. Tic ausgezeichnete ruhige Lage d^s Lokals inmitten eines großen Gartens geben Veranlassung zu der Bestimmung, daß der Volkspark in er st er Linie belegt werden soll. Tie Beköstigung der Verwundeten ist der Verwaltung des Hauses übertragen worden. Für Restaurations- und Versammlnngs- zwecke bleiben ausgedehnte Parterreräumlichkciten srci. Tie Arbeiterschaft von Halle hat ihr Lokal dem Reich zur Pflege der Verwundeten gern zur Verfügung gestellt. Einigcrniaßcn erstaunt ist sie nur darüber, daß das Militärvcrbot gegen den Volkspark merkwürdigerweise bis zur Stunde noch nicht aufgehoben worden ist.
Ein Prcstcprozeß von dem Kriegsgericht.
Vor dem Kriegsgericht in Münster hatte sich der vor einiger Zeit verhaftet« Redakteur und Verleger Josef K lostermann ans L-arendors, der die unabhängig katholische Westfälische Ruud- schau hcrausgab, zu veranNvorten. Er solllc, wie cs in der Auklage hie«, in seinem Blatte Artikel veröffentlicht l>aben, die das Publikum beunruhigten nn-d die Militär- und Zivilbchördcn irreführten, Tas Kriegsgericht stellt« sich aus den Standpunkt, dast nur grober Unfug vor!lege und verwies die Sache au das Schöffengericht in Waren- dors. Klostermann wurde aus der Haft entlasten,
Opfer der Gemeinden.
Die Breslauer Stadtverordnetenversammlung beschloß sn ihrer gestrigen geheimen Sitzung laut Breslauer Zeitung, Höchstkredite im Gesamtbeträge von rund 22y 2 Millionen Mark bcreitzustcllcn. Davon sollen 16 Millionen zur Versorgung der Stadt mit Lebens- nnd Haushaltsmitteln, 1% Million zu Einquarticrungszwccken, 3y 2 Millionen zur Zahlung der reichsgcsetzlichcn Beihilfen an die Familien der >n Militärdienst getretenen Mannschaften und 1 y 2 Million zu öeni städtischen Zuschuß von 50 Prozent zn diesen rcschsgesctz- llchen Beihilfen dienen, während der Rest für den nationalen Frauendienst und für die Snppenanstalten als Subvention bestimmt ist.
Kriegsjustl,.
Tie Morchiogcr Nachrichten melden anS T ah l he im in Loth- rmgen: Nachdem an: 20. August aus Häusern der Ortschaft hinter- 7uasa«k u Niere Truppe,, geschossen worden ivar, wurde aus Befehl 1 Dorj Grund undBodengeschossen und dem Erd
boden gleich gemacht Dahlheim lag im Kreise Ehäleaik- Salin« und zählte 286 Einwohner. _ _
Von den Siegen im Westen.
Zur Vervollständigung der Siegesmeldungen von der ganzen Linie im Westen, von der Maas bis zu den Vogesen, gibt der Kriegsberichterstatter des Bcrl. Tagcbl. folgendes Bild: Feindliche Kräfte untcrnahincn einen starke» Vorstoß gegen den linken Flügel der kronprinzlichcn Armee, wurden aber znrückgcwicscn. Tic englische Armee ivnrdc bei Maubengc geschlagen nnd in der Festung teilweise ringe» schlossen. Bei dem Ucbcrgang Longiohs in deutschen Besitz wurden 3 6 0 0 Gefangene geniacht, darunter 400 Vcr- wnndrte, nnd 36 Kanonen erbeutet. Nur rin Geschütz dcs Feindes war noch schustsähig, alle anderen in Trümmer geschossen. Tein Kommandanten von Longwh, der sich durch seine Tapferkeit ausgezeichnet hatte, wurde vom Kronprinzen der 2 c g c» gelassen. Montmedy steht unter starkem Feuer. Tic Armee dcS baperischcn Kronprinzen gab vorläufig die Verfolgung des Feindes ans, da man sonst unter das Feuer von Toni »nd Verdun gekommen wäre, aus welche Linie sich der Feind znrückzog, da er sich osfcnbar hier sicher wähnt. Hier sichen scheinbar auch von Bclfort hcrnusbcfördcrtc Truppen. Ter Ausfall von vier Divisionen am 26. August aus Antwerpen wurde vollständig zurückgcwiesen. Bei dem Ausfall überfielen alle (!) Einwohner der Stadt Löwen die deutschen Kolonnen. Diesen organisierten llcbcrsall hat die Stadt mit aller Schwere gebüßt. Wer Bnttice und Hervö sah, fühlte die ganze Schwere, da die Universitätsstadt Löwe» kaum noch existiert. Die ganze Front ist siegreich. Bisher besteht keine einzige Verpflegnngsschwicrig- k c i t, dazu ist Nordsrankrcich ein reiches, üppiges Land.
Unfähige sranzösischc Generale.
Elcuicnceau enthüllt in seinem Blatt, dast der sranzösischc Befehlshaber Jofire mehrere Generäle des Generalstabes der Ost- armce wegen Unfähigkeit entlasten und den General Pau a» ihrer Stelle mit dem Befehl über die Trappen im Untcrelfaß betraut habe.
Zwei Millionen Kriegsfreiwillige.
Wie der Deutsche Kurier hört, ist der Andrang der Kricgs- srciwilligcn zn den deutschen Fahnen »ach wie vor so stark, daß die zwei Millionen bereits überschritten sind. Dabei ist der Prozentsatz der Tauglichkeit ein so hoher, daß mir wenige sich meldende Leute wegen Untanglichkcit znrückgcwicscn werden.
Zeppeltnangst in London.
Die Nachrichten über die erfolgreiche Tätigkeit der Zeppeline i» Belgien haben in London große Furcht unter der Bevölkerung hcr- vorqcriifen. Man steht allnächtlich der Ankunft dcntschcr Luft- krenzcr ängstlich entgegen.
Deutsche LebcuSmittclversorgnng.
Nunmehr beginnt sich neben Holland auch Schweden an den Lebensniitteltransport nach Deutschland zn beteiligen. Gestern sind, wie das Berliner Tageblatt erfährt, mit dec Fähre in Saßnitz zwei große Transporte mit lebendem Vieh angckomnicn. Gleichzeitig sind anch größere Frachten mit Seefischen ans Schweden in Saßnitz eingeladcn worden. Dadurch wird dem bereits vielfach gewordenen Mangel an See- fischen abgcholfcn, umsomehr, als der diesjährige Fischfang in Dänemark sehr ertragreich gewesen sein soll.
Revolutionäre Ukrainer.
IV. B Wie eine Lokalkorrcspondcnz aus Lemberg meldet, hat sich auch in der russischen Ukraine ein Komitee zur Befreiung der Ukrainer gebildet, daß alle Parteien »nd Stände der russischen Ukraine umfaßt. Das Komitee hat einen Aufruf an die ukrainische Bevölkerung ertasten, in dem es heißt, daß nunmehr der Tag gekommen sei, die russischen Ketten zu sprengen und die Ukrainer zu befreien.- Tie Bevölkerung möge den österreichischen Befreiungskampf nicht fürchten, sondern willkommen heißen und begrüßen.
Nnmänicn schlnchtbercit!
Tic Südslawische Korrespondenz meldet: Ein russischer Journalist erklärte, Rußland konzentriere in Bessarabicn gegen den Prnth starke Truppcnmasscn: Tie rumänische
Armee sei schon schtachtbcreit.
Englands ägyptische Sorgen.
Aus Konstantinopel wird gemeldet, die Engländer befürchten eine Revolution der arabilckicn Bevölkerung Acgyvtcns, Ein Komplott mehrere ägyptischer Offiziere gegen England soll bereits entdeckt worden sein. Etwa 60 Offiziere seien verhaftet. Tic cingc- borcnc Truppe sei entwaffnet worden. Tie englische Militärbehörde befürchtet auch eine Invasion der arabischen Truppen der Türkei, und hat bereits VerteidiaungSmaßregeln getroffen. Tie Okkn- pationStruvpcn mit ihrer Artillerie find längs des TuczkanalS ausgestellt. Man befürchtet aber, daß sie zu schwach sein werden, um einem Angrisf von 50 000 gutbewaffncten und von religiösem Fanatismus beseelten Leuten zu widerstehen,
Ariegsgefangener RcichstagSabgcorduetcr,
Von beni RcichstagSabgcordnctcn Justizrat Tr, Ablaß ist, wie der Bote aus dem Ricsengebirge meldet, bei seinen Kindern eine Nachricht cingetroffen, wonach sich Tr, Ablaß und seine Gattin in Kriegsgefangenschaft. sonst aber Wohlbefinden, Ter Brief ist vom 16,_ August datiert, in Stockholm zur Post gegeben und geschrieben auf einem Briefbogen des Grand-Hotel in Petersburg.
Die Mißstimmung in Parts,
Nach einer aus Paris in Stockholm cingetrosfeneii Meldung ging es in der französischen Hauptstadt an den letzten Abende» sehr stiirmifch her. Vor dem Kriegsministcrinm in der Rne Tomtniquc rief die Menge: „Nieder mit Joffrc!" und „Schickt ihn nach
Sause!"
Stile Sifje über (Siifliäniier iwis gratijofeii!
Tas Vordringen der Maasarmee.
Das (kingcständnis der Franzosen.
YV. B. Hauptquartier, 28. August. Tic englische Armee, der sich 3 französische Territorigldivisioncil angeschlossen batten, ist nördlich St. Quentin vollständig geschlagen worden nnd befindet sich i» vollem Rückzüge über St. Quentin. Mehrere 1000 Gefangene, 7 Feldbattcricn nnd eine schwere Batterie sind in unsere Hände gefallen.
Südöstlich Mözitzres haben unsere Truppen unter fortgesetztem Kampfe in breiter Front die Maas Überschritten. Unser linker Flügel hat nach ncuntägigcn Gefechten die französischen Gcbirgstrnppcn bis östlich Epinnl zurückge- tricbcn und befindet sich in weiterem siegreichem Vorschrciten.
Ter Bürgermeister von Brüssel hat dem deutschen Kommandanten mitgctcilt, daß die sranzösischc Regierung der belgischen Regierung die Unmöglichkeit eröffnet habe, sic irgendwie osscnsiv zu unterstützen, da sie selbst völlig in die Tefcnsivc gedrängt sei. , ..
Hessen nnd Nachbargebiete.
Gießen und Umgebung.
— Noch eint Kriegserklärung. „G ut Deutsch!" Unter diesem Wahlspruch erklärt der „Teutschestc" aller Rcichsbotrn, unser Tr. Werner, im Gießener Anzeiger „der Aus« länderci in unserer herrlichen Sprache" einen Tonderkrieg^ Er will nicht nur lim kommende» Winter) in keine russischem Gummischuhen mehr spazieren gehen (Pardon, vielmehr Ver«' zcihung: lnstwandcln), sondern er beseitigt auch jetzt schon' als „Fetzen dcs versinkenden Romanentums am Königs- mantel der Teutschheit" Adieu (Adchcn) nnd Cafck. Schade^ Adieu hatte das schöne Volkslied schon so treuherzig in „Ade"' uingewandelt („Nnn, ade, du mein lieb Heimatland, lieb^ Heimatland, ade!), und im „Kaffee" verlangt unsere umständ- lichc Rechtschreibung leider zwei Buchstaben mehr.
Wir empfehle» unserem wackern Kämpen nun weiterst hin „wie feindliche Flieger abzuschießcn" (ipsissima verb.r) auf deutwb: seine eigene Kriegssprache) die gesamte „Armee" mit ihren Generälen, Majoren, Leutnants, Offizieren und Musketieren oder Grenadieren überhaupt, mitsamt dest Garnisonen und Kasernen, sodann Infanterie, Kavallerie und Artillerie nebst dem Train, insbesondere die Corps) Divisionen, Brigaden, Regimenter, sowie die Bataillone) Kompagnien, Batterien, Eskadrons usw. usw., den Ordert pour le in6rite nicht zu vergessen. Später würde für daS! lateinische Lehnwort Kaiser (— Cäsar, russisch Czar) wieder! der urdeutschc Herzog einzuführen sein. Und schließlich wird der Herr Werner - gewiß auch seinen Doktor titel mit Freuden auf dem Altäre (Verzeihung: Opferhcrde) seiner „deutschen Begeisterung" opfern. „Heil dieser Stunde!" (Noch ein „Zitat" aus seiner Rede an die deutsche Nation: Verzeihung, „das tcutsche Volk".)
Im Ernste gesprochen. Wer seine Muttersprache liebt) meidet unnötige Fremdwörter und wählt heimische Ausdrücke, wenn sie — vorhanden sind und die fremden wirklich ersetzen. Aber cs bezeichnet einen Niedergang vaterländischer! „Kultur" (verzeihen Sie das Freindwort, Herr Doktor!)) wenn patriotisch-nationale Wut albern und abgeschmackt gegeu) das Fremdwort überhaupt aurennt.
Nachschrift. Warum bezeichnen Sie, Herr Oberlehrers und „Prosessor eines Realgymnasiums" (o welcher Schmerz!)) denn unser gutes, liebes deutsches Land im Gegensatz zu der! Hauptstadt Berlin als „Provinz"? Auch du, mein Sohns BrutuS? Wenn das am teutschesten Holze geschieht . .. y.
— Zn der lächerlichen Fremdwörterjagd, die jetzt von!
verschiedenen Leuten betrieben wird, schreibt uns ein Lesers Sie haben gestern das unsinnige Treiben gekennzeichnet, das! allen Gebrauch von Fremdwörtern in der deutschen Sprache! ausrotten will. Wenn sich sogar Oberlehrer daran beteiligen) so wäre der Vorschlag angebracht, den französischen undj englischen Unterricht zu beseitigen, der vielen! Schülern Qual verursacht und Schweißtropfen auspreßt) Griechisch und Latein wäre noch überflüssiger. Den Eltern) würden dadurch auch viele Kosten erspart, schließlich auch den« Staate, denn man brauchte nicht mehr soviel — Oberlehrer) die sich dann in noch größerer Anzahl der antisemitischen Agist tation widmen könnten. n.
— Krieg und Gewerkschastcn. Nach und nach wird be
kannt, wie weit die Gewerkschaften durch den Krieg und dick dadurch hervorgerusene Arbeitslosigkeit in Mitleidenschaft gezogen werden. Pom Bauarbeiterverband stehen die Hälfte der Mitglieder unter den Fahnen: 150 000 von
300 000! Von 50 Mitgliedern in einem Magdeburger Zweigverein war am fünften Mobilmachungstage nock) einer da) — In der Holzarbeiterzeitung wird mitgeteilt, daß nach einer Unifrage im Verbände, der im ganzen 192 000 Mitglieder! zählte, 33 850 cinbcrufen sind, arbeitslos wärest 63 650 »nd in Arbeit standen nur noch 94 500. — Dieses Erst gcvnis llbcrtrisft bei weitem die schlimmsten Befürchtungen. Nicht einmal die Hälfte der Mitglieder des Verbandes habend noch Arbeit, und von diesen arbeitet ein erheblicher Teil mit verkürzter Arbeitszeit. Das ist auch eine der grauenhaftest wirtschaftlichen Folgen des Krieges! — In Frankfurt ist die Arbeitslosigkeit in den Gcwcrksck)astcn ebenfalls eine ganz! erhebliche. Es wurden im ganzen 7570 Arbeitslose gezählt) Eine große Zahl Geschäfte ist geschlossen, eine weitere Zahl läßt, »in nicht Entlassungen vornehmen zu müssen, erheblich verkürzt arbeiten. Vorläufige Feststellungen ergaben, daß 5380 Arbeiter verkürzt arbeiten. — In Mainz zählte best Mctallarbeiterverband 700 Arbeitslose.
Zu dem Fonds für Liebesgaben find bei dem tberbiirgermeistcr weiter eingczangen: von dem Verein siir Krankenpflege 1000 Mark, von der Hiitlenbaukastc dcs Teutschcn und Ocstcrreichischen Alpen-' Vereins, Sektion Obcrhcstcn 400 Mark, von dem Männcrturnvereist BIO Mark, von Zahnarzt <S. Jäger 100 Mark, von Leopold Mayer 100 Mark, von August Schwan'20 Mark, von Kreisgcomcter Knapp, 20 Mark, Kaffenrcst einer KegelgcscUschast 0 Mark, von Feld- bcrcinigungsgcometcr Meyer 10 Mark, von einem Tamenkränzche» durch Frau Meyer 00 Mark, von Feldbereinig,mgsgcometcr Ludwig 20 Mark, von Bautcchnikcr Altvatcr 10 Mark, von Biirgcrmeiftc- rcisekrctär Kolb 20 Mark, von Photograph Ludwig Uhl 15 Mark,! von Skatgesellschaft Langer 7,50 Mark, von Landgerichtsrat Ncucn- hagen, 1, Rate, 25 Mark, von S, F, 50 Mark, von Professor Tr. Lcutcrt 100 Mark, von einem Rechtsanwalt iiberivieseiic Prozeßkosten 27,05 Mark, von R, N, 000 Mark, von Reallehrer Straub 5» Mark, von Obcrbibliothekar Tr, Ebel 10 Mark, von Stadtkasse- Kassicrcr Röhrich 10 Mark, von Vcrlagsbuchhändler O, Roth 100 Mark, zusammen 2527,85 Mark, Mit herzlichem Dank für diese Gaben wird um weitere Zuwendungen gebeten.
Tic Hessen i» den letzten Verlustlisten. So weil wir feststen«» kennten enthielten die letzten Verlustlisten folgende in Hessen midi der dtachbarschast geborene twzw. dienende Verwundete und Gefallen«:
Otto Eckert, Ius-Reg, 112 (Mülhausen i. E l ans Rödelheim,' tot: Reservist Adami Kropp, Ins,-Reg. 112 (Mülhausen i, El ans Gadernheim vermißt: Mrsck, Georg Hennemaim. Inf.-Reg. 112 (MAh i, E l -mS Sscheint. Kr, Bcnsheim, leicht veriv,: Vizefeldwl d, R, Karl Pstnnnuueller, Inf,-Reg, 140 (Ttraßhurgl aus MYeincz.' verwundet: Vizescldwebel Einil Alcseld, Iiif,-Reg, 143 (Stvahburg) aus Tavmstadt, verw,: Vigcfellm'obel d, R, SB. Justus Ins-Rog, 144 (Stvaßburgl aus Tannstadt, vcrnnmdet: Leutnant d. R, Heul. Ins,-Reg. 140 (Straßtmrgl aus Gundernhansen, verw,: Reserve- Eiefreitcr Hetirr, Bloch, Nlawen-Reg, Nr, 6, aus Lautert»,ich i. Olch, vernicht: Vizefsldivcliel d, R. Hrch. Srilltng. Feldart-Reg. 66
(Lehr), aus Frairkfurt a. M,, schivcrverivimdct, Beinschuß: Uncer. ofsizier Hrch, EhelinS, Inf,-Rcg. 90 (Zabernl, aus Ta-vnrstadt, vrr-, mißt^ Musketier Iah, Ranch, Inf.-Reg. 9» (Zabern), aus Westhofent


