Ausgabe 
29.8.1914
 
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Organ für die Interessen des werktätigen Volkes der Provinz Oberheffen und der Nachbargebiete.

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Nr. 199

Gießen, Samstag den 29. August 1914

9. Jahrgang

Deutschland und England.

IInS wirb geschrieben:

Wie die Stimm« eines Predigers in der Wüste klingen die Worte, di« Graf A. Monts im Berliner Tageblatt über die Be­ziehungen zwischen Deutschland und England spricht. Zwischen all dem ausdringlichen Patriotismus, der sich ani besten dadurch be- tätigou zu können glaubt, daß er die stärksten Kraftworte gegen die Nationen schlendert, mit doncn Deutschland im Krieg« liegt, tut der Versuch einer ruhigen und sachlichen Erörterung der Vorbedingungen des Konfliktes wohl. Wenigstens andeutungsweise wird hier daraus hingciviesen, wie die deutschen Flottenrüstungen di« vielleicht un­begründete Sorge Englands geweckt haben, itnö wi« zahlreich« Entgleisungen rllstung-sbegeistertcr Redner und Zeitungen die Be­denklichkeit der deutschen Flotte für England noch recht ins Licht sehen, sodatzdie gernianische Invasion dem in kontinentalen Dingen höchst kurzsichtigen Turchschnittseiigländer zum Dogma sich gestal­tete". lind nicht minder ersreulich ist cs. da» hier ein Mann ous- tiitt, der im Gcd«tken an das, was nach dom Kriege kommt, nicht die Karte zur Hemd nimmt, um mit kühnem Strich dem deutschen Reiche ganze Staaten einzuvcrleibcn, sondern der Hojfiinng Aus­druck gibt, das; das deutsche Volk dem knlturverwandten Engländer» in einer besseren Zei! wieder nahe kommen möge.

Aber das alles ist gegenwärtig schlimmer als eine Kchcrci und vielleicht hat es der Graf Monts nur seiner adligen Herkunst und dem Umstand, da» er früher deutscher Botschafter in Rom gewesen ist, zu verdanke», woim ihn die Leute, deren Vaterlandsliebe sich km Lärmen äußert nicht des Hochverrats bezichtiget,. Heute gilt doch mehr als je das Schlagwort vomperfiden Albion", und wer daran zu zweifeln wagt, da» der König von England und der Staatssekretär des Auswärtigen, Sir Edioavd Gre», Ausbünde von Gemeinheit und Schuftigkeit seien, gerät fast in den Verdacht, mit englischem Golde bestockten zu sein Selbst Männer der Wusni- sck>aft. denen man doch zutrauen sollte, daß sie in der Lage wären, sich ihr kritisches Urteil von dem Geschrei des Tages unbeeinslutzt zu erhalten, ergehen sich in Phrasen, die von vornherein erkennen lassen, datz sic nicht einmal den Versuch einer voranssctzuugslosen Prüfung der llmstän.d« gemacht haben, und datz sic vollständig daraus verzichten, sich, wenn auch nur vorübergehend, in die Gedankeugänge des Gegners zu versetzen. Auch sie sehen mir Unmoral und Ehrlosig­keit. wo es sich doch schließlich auch um Fehler des Intellekts und falsche Berechnungen handeln kann und verdammen den Angeklagten in Bausch und Bogen, ohne datz sie sich viel darum kümmerten, was er wohl zu seiner Verteidigung und Rechtfertigung Vorbringen könnte.

Ein besonders krgsicS Beispiel dieser Art. deutsche Gesinnung du betonen, bildet der offen« Brief, den Herr Lorenz Morsbach, ordentlicher Professor der englischen Philologie zu Güttingen, au seine Kollegen in Deutschland verössentlicht. Das; der Professor persönliche Unsreundlichkeiten, die ihm von angeblich ncidersiillten englischen Kollegen zugefügt morden sind, ausdrücklich crioähnt, macht sein Aufirclcn nicht snmpalhischer. und wenn er sich am Ende seines Brieses zu den Worten vcrsteigt, datz derEkel und Ingrimm über dieses verside Albion einem zum Halse hcrausivachsc", io kann man über einen solchen Ausbruch besinnungslosen Zorns nur die Achseln zucken und mii Seufzen seststellen. datz cs ein Irrtum war, zu glau­ben, jene Postkarten, auf denen König Georg von England mit der Unterschrift:Der Judas von England" dargcstcllt wird, verdank­ten ihre Entstehung nur der Spekulation eines Geschäftspairioicn auf niedrige Pöbelinstinkte.

Aber aus eins möchten wir Herr» Prof. Morsbach und seine Freunde, die davon überzeugt sind, datz die englische Treulosigkeit einen Krieg heranfbeschworen habe, der von niemandem in Deutschland gewünscht worden sek, denn dockt Hinweisen. Die Deut­sche Tageszeitung schreibt in einer natürlich sehr abfälligen Be­sprechung des Manischen Arlikels:

Zum Schlüsse bedauert Graf Monis alsüberaus trauriges Ergebnis" den deutsch-englischen Konflikt. Wir unsererseits bc- grützcn^dicscn Konjlikt von ganzem Herzen und wünschen mit der­selben Stärke, da» er gründlich und bis znm Ende ansgcsochtcn werde."

Einen Krieg, de» inan begrüßt, hat inan auch herbei- gc wünscht, wenn mich für einen anderen Zeitpunkt und unter anderen Umständen. Und mit ihren Worten bestätigt die Deutsche Tageszeitung wenigstens für den Kreis der ihr nahestehenden Poli­tiker durchaus die Auffassung, die der Graf Monts zu bekämpfen de» Mut gesunden hat.

Ein Ausfall aus Antwerpen zurück»,eschlagen!

W. B. Alts Antwerpen haben vier belgische Divisionen gestern und vorgestern einen Angriff gegen unsere Ver­bindungen in der Richtung Brüssel gemacht. Tic zur Ab- schlictzung von Antwerpen zurückgclasscncn Kräfte haben diese belgischen Truppen geschlagen und dabei viele Gefangene gemacht und Geschütze erbeutet. Tie belgische B c v ö l k e - r»ng hat sich fast überall an dem Kampfe beteiligt, daher sind die st r c » g st c n M a st n a h m c n zur lltttcrbriicfii;ig

Franktireur- und Bandenwesens ange­wandt worden.

Der Gcncralquarticrmcistcr d. Stein.

Die alte Stadt Löwen vernichtet.

Grostcs Hauptquartier, 27. Aug. (Priv.-Tel. der Franks. Ztg.) Zur selben Stunde, da der Ausfall der Belgier ans Antwerpen erfolgte, versuchte die gesamte Bürgerschaft von Löwen einen offenbar verabredeten llebcrsall aus die an­wesenden deutschen Truppen. Tem sofortigen scharfen Ein-

Der Krieg.

greifen der Deutschen gelang cs nach hartlmckigrm Strastcn- kamps, der Belgier Herr zu werden. Ta sofort in schärfster Form Bestrafung erfolgte, so dürfte heute diese an Kunst- schätzen so reiche Stadt nicht mehr existiere».

Der Landsturm wird mobil gemacht!

W. I!. Die Sicherung der Etappenlinicn musttc bisher den Armeen überlassen bleiben. Da diese aber für den weiteren Vormarsch die zu diesem Zwecke zurückgclnssciien Kräfte not­wendig in der Front brauchen, so hat Seine Majestät die Mobilmachung des Landsturms besohlet,. Ter Landstnrni wird zur Tichernng der Etnppenliiiicn und zur Besetzung von Belgien mit herangczvgeu werden. Dieses unter deutsche Verwaltung tretende Land soll für die Hecresbedürfnissc aller Art ausgenutzt werden, »m das Heimatgebict zu entlasten.

Der Geucralguartiermeistcr v. Stein.

Belgiens Schicksal.

Ein Teil der deutschen Presse fährt fort, die Frage zu erörtern, ivas aus dem Königreich Belgien werden soll, wobei von der Vor­aussetzung ansgegangen wird, datz Deutschland den Krieg nach allen drei Fronten siegreich zu Ende führen werde. Da der Krieg »och keine vier Wochen dauert und nach menschlicher Voraussicht noch recht lange dauern wird, erscheint eine solche Diskussion reich­lich verfrüht: ,uirb sie aber van der einen Seite immer wieder auf- genommen, so kann von der anderen die Antwort nicht ausblciben.

Ter Berliner Lskaloiizeiger verüffentlich einen Artikel, in dem die Forderung vertreten wirb, datz ganz Belgien deutsch werden müsse. Das Blatt ist der Meinung,das; diese vom deutschen Volkshccr zur Strecke gcl'Aichtc Beute auch ganz und ungeteilt dem deutschen Volke gebührt. Temgcgcnüocr möchten wir der Uebcr- zcugung Ausdruck geben, das; das deutsche Volk das doch nicht ausschlietzlich vom Berk. Lokalanzcigcr repräsentiert wird diese Beute nichtwilI, und datz es überhaupt seiner ganzen Denkart widerspricht, sieben Millionen Menschen als einezur Strecke ge­brachte Beute" zu betrachte».

Noch schlimmer als die Redaktion des Lokalanzeigers verfährt in einer Zuschrift an dieses Blatt der General z. D. v. Oesterley mit dem geschlagenen Feind. Er schreibt:

Nach meiner Ansicht mutz ganz Belgien deutsch werden nicht damit einige Millionen Gesindel die Ehre haben, dem Deutschen Reiche anzngchörcn, sondern daniit wir ihre vor­treffliche» Häfen haben und damit die Möglichkeit, dem persiden feige» England das Messer unter die Nase zu halten. Sollte es dann noch möglich sein, Holland unter Gewährung gratzer Vorteile zum Eintritt als selbständiger Bundesstaat in das Deptsche Reich zu bewegen, dann würde die Seehcrrschaft des infamen Krämervolkes bald zu Enhc sein. . .

Wir beschränke» uns nach Lage der Umstände darauf, ganz sachlich auf die Vcrfchithcit solcher Vorschläge hinzuweiscn.

Erstens kann es nicht der deutschen Sache dienen, wenn ein ge­schlagener Gegner öffentlich in der Weise beschimpft wird, wie cs hier geschieht. Gegen die vom Pöbel verübten Exzesse hat der beste Teil des belgischen Volkes, die sozialdemokratische Arbeiterschaft, öffentlich den schärfsten Protest erhoben womit ivir natürlich nicht sagen wollen, datz der nichtsozialdcmokratilchc Teil des belgi­sche» Volkes ausschließlich aus Schuften bestände. Es geht auf keinen Fall an und verträgt sich schlecht mit dem schönen Begriff deutscher Ritterlichkeit, ein ganzes geschlagenes Volk alseinige Millionen Gesindel" zu bezeichnen.

Zweitens wird die moralische Position Tciitschlands dadurch geschädigt, das, die wicdcrbait von matzgcbcndcr Stelle erfolgte Er­klärung. für Deutschland handle cs sich um einen Vcrtcidiguugs- u i ch t n m einen Eroberungskrieg, in solcher Weise Lügen gestraft ivird. Die Zahl und Stärke der gefährlichen Feind­schaften. mit denen das Reich zu kämpfen hat, wird durch solche Drohungen erhöht, die Kraft feindliche» Widerstandes bis zur Ver- zwcislunq gesteigert. Ten Gegnern wird billiger Anlas; gegeben, den Verdacht auszustrcucn, datz die Selbständigkeit.auch der andern neutralen Kleinstaaten von Deutschland bedroht werde.

Drittens, die E i » i g k c i t des deutschen Volkes, die in dieser harten Zeit »ncrlätzllchc Voraussetzung des Sieges ist, wird in unverantwortlicher Weise gefährdet, wenn mit dem An­schein einer gcwisicn Offiziosität über das Ziel des Krieges An­sichten ausgcsvrochcn werden, denen ein großer Teil des deutschen Volkes, wir glauben seine aewaltige Mehrheit, aufs äußerste wider­strebt. Seit dem 18. Jahrhundert, nicht zuletzt durch die Lehren des großen deutschen Philosophen Imaiiucl Kaut, ist der Satz zum Gemeingut aller zivilisierten Geister geworden, daß man Menschen niemals als eine Sache, als ei» bloßes Mittel zu fremden Zwecken mitzbranchc» darf. Wer diesen Satz als richtig anerkennt, wird ein geschlagenes Volk niemals als eine gute Beute betrachten, wird cs niemals als eine Sache behandeln, die man einfach in die Tasche steckt. Kein Sozialdemokrat, kein wirklicher Liberaler, kein mo­derner und humaner Men ich iviirdc diese Politik billigen können, die zu seine» heiligste,, sittlichen Uebcrzeugungen in schärsstcm Widerivruch steht.

Als mau »ns aufrics. in den Krieg zu ziehen, als mau von uns alle Opfer verlangte, die der Krieg fordert, und alles von allen be- ivilligt wurden, da hieß es. wir zögen in einen Verteidigungskrieg für eine gute und gerechte Sache. Und dabei mutz es bleiben!

Eine offiziöse Abwehr der Annektions-Phantasten.

In einem Teile der bürgerlichen Presse treiben nnvcr- antwortlichc Schreier ihr Unwesen, indem sie sich daran machen, noch bevor der Krieg recht begonnen, die feindlichen Länder aufzuteilcn. Von Berliner Blättern sind es haupt­

sächlich der Lokalanzciger und die Post, zeitweilig auch die Deutsche Tageszeitung, die cs nicht abwartcn können, die Felle der noch nicht erlegten Bären zu verteilen. So phantasierte beispielsweise der Bcrl. Lokal.-Anz. davon, daß Belgien unter allen Umständen deutsch werden und Holland als unabhängiger deutscher Bundesstaat gewonnen werden müsse. Tie Post ist ungehalten darüber, daß der Fcldmarschall v. d. Goltz nicht gleich zum Statthalter von Belgien, sondern nur zum General-Gouverneur ernannt worden ist, und ähn­liche. von ebensoviel Taktlosigkeit wie Ueberhebung zeugende Aeußerungen tauchen bald hier, bald da auf. Hiergegen richtet sich nun offenbar ein längerer Artikel in den vielfach offiziös benutzten Bcrl. Pol. Nachr. Es heißt darin:

Der Deutsche Kaiser hat i» feierlicher Stunde erklär!, das; er das Schwert nicht i» die Scheide stecken werde, wen» er cs nicht in Ehren könne, wenn er nicht den Feinden Dcuischlands den Frieden diktieren könne. Dieses Wort soll und nuitz volle Wahr­heit werden Das suhlt jeder Deutsche, das will jeder Deutsche, und jeder Deutsche will auch, datz für die namenlosen Opfer au Gut und Blut, an Mcnschcnglück, Volkskraft und Arbeitsertrag, die dieser ungeheure Krieg kostet, ein vollwertiges Entgelt, soweit es möglich ist, hercingcbracht wird. W i e dieser Forde­rung, die ein unerschütterliches, unter allen Umständen Befriedi­gung heischendes Gemeingut der gesamten Nation und ebensosehr unbedingt zwingendes Gebot unserer Selbsterhaltung ist, Genüge zil geschehen hat, darüber wird zu best »den sein, ivenn unsere Gegner niedergeworfen sind. Es wäre nicht nur zwecklos, es wäre auch politisch unklug, und unverantwortlich, in Betrachtungen über die Fragen, die dann zu entscheiden sein werden, vor der Zeit einzutrcten. Deutschland hat nicht an Krieg gedacht, seine auswärtige Politik war von. ausgesprochener Friedensliebe getragen, seine Bc- miihuiigxn sind unausgesetzt darauf gerichtet gewesen, mit seinen Nachbarn im Osten und Westen in angenehmen Beziehungen zu leben und diese Beziehungen so vertrauensvoll als nur möglich zu gestalten. Das Deutsche Reich führt einen Krieg, der ihm durch den Neid und Satz seiner Gegner aufgczwungen ist, es fuhrt keinen Angriffs- und keinen Eroberungskrieg, und deshalb soll durch vorzeitige Erörterungen über dic Friichtc dieses Krieges für Deutsch- lau d unseren Feinden keinerlei Handhabe geboten werden, zu den tausendfachen Lügen, die sic bereits in die Welt gesetzt haben, auch noch die Luge hinzuzufiigcn, das; Deutschland der Friedens­störer, der Angreifer, die auf Eroberungen ausgehende Macht sei. Wie das deutsche Volk in den erste» zwei Wochen quälender Un­gewißheit nicht von den, Siege der deutschen Waffen gesprochen hat, an den doch jeder felsenfest glaubte, ebenso möge cs schweigen von dem, was geschehen mutz, um die Wiederholung eines so feigen und hinterlistige» Uebcrfalles, wie ihn der Dreiverband und seine Trabanten jetzt ins Werk gesetzt haben, ein siir allemal zu verhindern. Tic Zeit wird kommen, wird hoffentlich bald kommen, wo deswegen nicht nur zu reden, sondern zu handeln ist."

Es hätte nicht geschadet, wenn die Zuriickweisnng der Anncktionsgclüstc noch etwas schärfer und deutlicher erfolgt wäre. Die deutsche Regierung würde damit nur erneut bestätigt haben, daß sie in der Tat keinen Eroberungskrieg führt und führen will.

Ans Belgien.

Die VeiwaltunF Dentsch-Vclgieus.

In Brüssel nimmt das Leben unter deutscher Kontrolle wieder seinen gewöhnlichen Gang an. Auf dem Rathaus weht die deutsche Flagge.

Das Ohvrbergamt Bonn entsandte den Obcrbcrgrat Licsenhoff für Belgien, soweit cs bereits deutsch ist, nach Lüttich.

Tie Verluste der Bel,zier.

Wie das Algemecne Handclsblad in Amsterdam der Ant- wcrpcncr Zeitung La Mötropole entnimmt, hat ein hoch­gestellter belgischer Lssizicr sich über die belgischen Verluste geäußert. Er schätzt die Zahl der Toten und Verwundeten auf 10 000. Vor allem hätte das Ofsizicrkorps stark gelitten. 'Verschiedene Kompagnien sollen alle ihre Lfsizicre verloren haben.

Rückkehr deutscher 2taatsattgehöri,zer »ach Brüssel.

Das stellvertretende Generalkommando des 18. Armee­korps gibt.bekannt, daß allen deutschen Staatsangehörigen, die vor Beginn des Krieges ihren dauernden Wohnsitz in. Brüssel hatten, die Rückkehr dahin frcigestellt ist und daß siir die Rückkehr ein deutscher Paß oder eine Bescheinigung der Drtspolizcibchördc genügt. Das Einbolcn eines besonderen Erlaubnisscheines des Generalkommandos ist somit nicht er­forderlich.

Was ßd)t i» Lüttich vor?

Die Köln. Ztg. meldet, daß die Stimmung der Lütticher Bevölkerung höchst bedenklich sei. Am Freitagabend sei aus einem Hause am Fischer Stagen ein Schuß abgegeben worden. Sofort traten deutsche Maschinengewehre in Tätigkeit und schossen etwa zwanzig Häuser zusammen, deren Bewohner ge­tötet wurden. Kurz darauf wurden etwa zehn Häuser am