russische Flieger selbst die Deutschen in Ostpreußen zu betören hofften. Krasmk bedeutet auch das Ende des russischen Waffcnruhms, der in Polen seit einem halben Jahrhundert fast unerschütterlich fcstzustehcn schien.
Befreiung aus barbarischer Willkür.
Das Wiener KriegSprrssequartier meldet amtlich: In Lemberg traf gestern der erste größere Transport von Russen, die in den Grenzgescchtc» g«sangen genommen worden sind, unter dem Jubel der Bevölkerung ein. der sich noch steigerte, ale- im Zuge mehrere Maschmcngeivehre sichtbar wurde». Aus allen Meldungen geht Mereinftiminend hervor, daß die Russen in ihrer bekannten barbarischen Kriegswcise auf eigenem und fremden Gebiete alles verwüsten, Dörfer und Gehöfte schonungslos in Brand stecken und mit diesem Verfahren allen völkerrechtlichen' Vereinbarungen geradezu Hohn sprechen. Unter diesem Sengen und Brennen hatte anfangs, als di« partiellen feindlichen Einsüllc noch niöglich waren, dt« übrigens alle insgesamt von unseren zu Hilfe cilendeil Trnppeii in tapferer Weise abgeschlagen wurden, welche tu das gaiigischc Grenzgebiet siegreich vorgodrmigen ivaren, das gali- zische Grenzgebiet und dessen Bewohner sehr zu leiden. Seit ivir ans russisches feindliches Gebiet vorgedrungen sind, trifft die russische Verwüstungswut di« dortigen Ortschaften. Die Methode vermag unser Vorgehen nicht anfznhaiten, bewirkt aber ollent- halben, daß die bedrängte Bevölkerung »ns nicht mir i« den rein polnischen Gebieten ass Befreier ans barbarischer Willkür begrüßt.
Tie Oagc in» Osten.
kennzeichn,i folgende Anssührmigen der Königsdcrger Harkungschcn Zeitung:
„Der Landrat des Kreises Rastenburg tadelt in einer Bekannt- machung die Verbreiter aufregender bierllchte, di« von einigen ängstlichen Gemütern „in memmenhafter Weise" geglaubt und »och übertrieben werden, mahnt die Bevölkerung zu der bisher zuversichtlichen Ruhe und betont, daß der Kreis durch eine starke Armee in starken Stellungen geschützt ist, und daß nach den bisherigen Erfolgen nicht anzunchmen ist, daß der Feind diesen eisernen Gürtel sprengt. Von dieser Auslassung ist cz noch weit bis zu dem Gedanken, als müßten wir mit einem russischen Vordringen unbedingt rechne», und als fei der Durchstich der Deiche in der Elbinger Niederung, der ani Samstag begonnen hat, mehr als die für den Kriegsfall mit »n- ferein russischen siiackchar stets geplante Schutzmaßnahme. Wir haben oft genug aus Rußland her uiierwartrtcs Weichselhochmasscr jiis Land bekomnren, mm wollcii wir mit unserem eigeneii Entschluß die Ileberflutung zivischcn den Schutzdämmen bewirken, die unsere große östliche Stromschranke vollends unübcrschreitbar für jeden Feind verbreitert. Tiefes Schutzwerk ist von demselben vorsichtigen Geist eingegeben, der auch die Königsberg«!- Festtingsmaßn ahmen bestimmt hat — kein Anlaß zur Niedergeschlagenheit, sondern eine Sicherung unserer Lage!"
Ein Berichterstatter d«S B«rlin«r Tagcbl. schreibt: „Von den an der Ostgrenze stattgcfimdenen Kämpfen der letzten Tag« künde» viele Gcsaiigenentransportc. die allabendlich mit lurzeni Aufenthalt die Stadt passieren. Viel« Offiziere beffndcn sich darunter, schlecht ausgerüstet und rcrpflcgt. sich stumpf in ihr Geschick fügend. Die Mehrzahl der russischen Soldaten scheint froh der Gesai«gcnschast zu sein. Daß es sehr ernst zugoga-ngc» ist und ein hartnäckiger Angriff abzuivchren, wie cm zäher Widerstand zu brechen war, geht aus den
Erzählungen unserer Verwundeten hervor...... Mancherlei
Hiebwunden zeugen von den Kavalleriezusammenftößen, bei denen di« Ilnsrigen glänzende Tapferkeit bewies«». Hier lang«» täglich mit der Bahn und auf den mannigfachsten Gefährten Flüchtlinge ans den Ortschaften bei Gumbinnen und Insterburg an, meist Frauen und Kinder mit schnell zusammengerafftem Hab und Gut. Andere Bewohner stammen aus den Ortschaften der Elbinger Niederung. Sie verließen auf Befehl der Marienburger Konunan- dantur ihre Dörfer, da im Interest« der Landesverteidigung von Sanistaa ab die Stau- und Vorflutdciche an verschiedenen Stellen durchstochen werden sollten, wodurch weit« Gcländeslächen unter Waster kommen. Das bedeutet keine Verschlimmerung der Lage, sondern nur eine eventuelle und seit langem geplante Vorsichtsinaß- regcs. Alle Flüchtlinge nehmen mit Gelassenheit ihr Geschick hin. Sie finden hier srenndlichite Aufnahme und Verpflegung, tlebcr- hanpt ist die Stimmung der gesamten Bevölkerung anSgezcichintt, Freudig vernimmt man die Si>egeSbotschasten aus dem Westen und erwartet ferner« ans dem nahen Osten, da nian sich nnbedingt ans unsere tapferen Truppen verläßt."
Erfolge gegen Montenegro.
Beglaubigte, von der Zensur durchgelasscne Meldungen besagen, daß die österreichisch-l'.ngarischcn Truppen am 14. August nach zweitägigem hartnäckigen Kampfe die wichtigen Höhen von Lisac an der Grenze von Montenegro, Dalmatien »nd der Herzegowina eroberten. Tic Montenegriner wurden anseinandergesprengt.
Ter Einmarsch in den S a n d s ch a k und die Eroberung P l e v l j e s am 18. August erfolgte gleichfalls nach erbitterten Kämpfen mit den Montenegrinern, welche eine schwere Nieder-
Afraja.
Ein nordischer Ronian von Theodor Mügge. 45
„Nachtwächter sollst du nicht werden," rief Petcrscn, „aber zu meinem Leibjägcr will ich dich machen."
Mortuno hatte dem Adler ein paar der größten Federn ausgcrissen und an seiner Mütze befestigt. „Gut, Sorcnskriver," grinste er, „ich will dein Jäger werden, tvill mit dir jagen. Bis ich dir besseres geben kann, nimm dies!" Und den Vogel gegen die Füße des Schreibers schlendernd, floh er über den Platz hin mit einem gellenden Schrei seinen Gefährten nach.
Mehrere der Gaardleute liefen hinterher, doch wenn Helgcstads Gebot sie auch nicht ziirückgerufcn hätte, würden sie ihn schwerlich cingeholt haben, denn der Lappe sprang gemsenartig über die Steine fort und kletterte an der Schlucht hinauf, wo er nach wenigen Minuten seine Mütze schwenkte und sein Hohngelächtcr hören ließ.
„Laßt den Affen laufen," sagte Hclgcstad. „Ist bei allem Spaß darüber immer ein übel Ding, zu sehen, wie ein Ge- schöpf Gottes niit Menschengestalt begabt so weit unten steht, daß es uns Spott und Verachtung erregen kann."
„Dennoch ist das ein Bursche, dem man zeitig die Nägel beschneiden muß," meinte Petersen. „Das boshafte Tier wird sicher bald einmal unter meine Finger kommen, wo ich ihn meine blutigen Strümpfe waschen lassen will."
Der tote Adler hatte Pctersens Beine übel zugerichtet, und auf seine Kosten wurde darüber gewitzclt, bis endlich Helgcstad die ganze Gcsellichaft zum Abschiedsmahle ins Hans rief, denn mit dem ersten Tagesgrnuen trat die Ebbe ein, und mit ihr sollte die Jacht den Fjord hinunterschwimmen.
Die Schaffner und Gehilfen im Gaard nahmen heute teil an dem Mahle, und auf glückliche Reise und gute Geschäfte wurde von allen Seiten angestoßen. Die Fröhlichkeit führte endlich zum Gesang, dem ein Tanz folgte. Alt und Jung war auf den Beinen, und Jlda mußte mit Petersen unter iallaemeincm Jubel xincn Hallingtanz machen, zu
läge erfuhren. Von den Montenegrinern wurden viele standrechtlich behandelt, weil sic die Gefangenen grausam miß- handelten. Die türkische Bevölkerung begrüßt die Truppen der Monarchie auf die herzlichste Weise. Die Kaserne in Plcvlje hat noch deutsche Aufschriften wie zur Zeit der österreichischen Herrschaft.
Ein deutscher Einfall in die Kapkolouie?
Nach einer Rcntermeldung machten die Deutschen ans Südwestafrika einen E i n s a l l in die Kapkolonie. Ihre Stärke sei unbekannt, doch sei bereits ein Zusammenstoß mit Afrikandern erfolgt.
Die Vcrtcidilfuuft Non Kiautschou.
Ans Tsingtau wird der Franks. Zfg. über Rain gnneldet, Freitag abend hätten die deutschen Truppen eine Depesche des Kaisers erhalten, die sie znm Wider standauss ä » ß c r st c ans- fordcrt. Alle Banirerke. die dam Feinde als Ziel dienen können, wurden gesprengt, alle chinesischen Dörfer des Gebiets vom Boden weggefegt. Der englische Torpadojäger „Kennet", der die deutschen Torpedosäger bei den Batterien von Tsingtau verfolgte, hatte drei Tote und sieben Verwundete, aber keinen Materialschaden.
Ijei», Vorschlag über Kiantscho«.
Die Kölnische Zeitung veröffentlicht eine Zuschrift, worin darauf hingewiese» wird, daß laut Artikel 5 des Vertrages die Kiautschoubucht jederzeit wieder an China zurück gegeben werden könne. Wie wäre cs, so heißt cs dann, wenn Deutschland hiervon schleunigst Gebrauch machte? Der Verpächter China träte wieder in den unbeschränkten Besitz von Kiautschou: wir würden China gegenüber geradezu ver
tragswidrig handeln, wenn wir das Pachtgcbict den japanische» Behörden übergäben und auSliefcrten, da wir dem chinesischen Reiche gegenüber die Verpflichtung übernommen hätten, „das von China gepachtete Gebiet niemals an eine andere Macht weiter zu verpachten", geschweige denn abzutrcten.
Tie Feldpostsendnttge».
(Amtlich.)
Dem Generalstab gehen zahlreiche Zuschriften zu, deren Verfasser sich über verspätete Zustellung von Feldpost- sendnngcn an ihre im Felde stehenden Angehörigen oder von diesen nach der Heimat beklagen. Der Grund für diese verspätete Zusendung bestand in den einschränkenden Maßnahmen der obersten Heeresleitung, die im Interesse der Verschleierung unserer Absichten unbedingt geboten waren. Das siegreiche Vorgeben ans unserer ganzen Front hat jetzt die Möglichkeit geschaffen, alle Beschränkungen fallen zu lassen. Tic Feldpost wird von nun an mit der gleichen Regelmäßigkeit und Schnelligkeit arbeiten, die in den früheren Feldzügen allgemeine Anerkennung gefunden haben.
Ter Generalqnarticrnicistcr: v. Stein.
Die ir» Frankreich z»r>ickjftblicbe>le»r Deutschen.
Ein Vertreter der Münchener Neuesten Nachrichten hatte mit dem bisherigen deutschen Botschafter >>i Paris, Frhr». v Schön, der zurzeit die Geschäfte der preußischen Gesandtschaft hier führt, ein« Unterredung über das Schicksal der in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen. Wir entnehmen dieser Unterredung die folgenden bemerkenswerten Aeußerungem des bisherigen Botschafters:
Die französische Regierung hatte die Unverfrorenheit, in einer Verordnung des Präsidenten der Republik verkünden zu lasten, daß diejenigen elsaß-lothringischen Familien» die schon lange in Frankreich leben, und deren französisch« Gesinnung keinem Zweifel unterliegt, sowie diejenigen, die einen Sohn bei der Fremdenlegion stehen haben oder ihn setzt stellen, ruhig ln Frankreich bleiben können. Bei der Kürze der zur Verfügimg stehenden Zeit und den wenigen benutzbaren Sicisegclcgciihciten konnten nur verhültnisniäßig wenige Deutsche Frankreich rechtzeitig pcrsasien. Die Zahl der in Parts allein ivohnenden Deutschen mag 80 000, die der Deutschen in ganz Frankreich über 150 000 betragen habe». Ti« deutsche Botschaft »nd das deutsche Generalkonsulat in Paris haben alle Kräfte eingesetzt und olle Mittel ausgcwendct, um den Deutschen, die nicht ans eigenem Entschluß Frankreich rechtzeitig verließen, zur Abreise zu raten und ihnen dabei behilslich zu sein. Tie Zahl der insolgedcsse» nach der Grenze bcsördericn Deutsch:» ist aus 8000 zu schätzen. Den Sckntz der in Frankreich zurückgebliebenen Deutsche» haben di« amerikanische Botschaft in Paris und die amerikanischen Konsulate in Frankreich bereitwilligst übernommen. Der deuftchsrenndlichc amerikanische Bolschaster H c r r i ck , der tm Begrisse stand, seine» Posten in Frankreich, zu vcrlasicn und nach Amerika zurückzukehrcn, hat sich bereit erklärt, noch in Paris zu blciden, mid hat dem deutschen Botschafter Frhni. v. Schön in die Hand gelobt, für die seinem Schutz anvcrtrantcn Deutschen alles zu tun, was in seinen Kräften stehe. Ferner hat sich der deutsche Botftl-aster vor Abgabe der KriegSer-
welchem ein paar Pfeifen der Gaardmänner gellend aufspielten. Marstrand war zuletzt wohl der einzige, der die allgemeine Lustigkeit nicht in gleichem Maße teilte. Er hatte einen für ihn in mancher Beziehung bedeutungsvollen Tag erlebt und niachtc vergebliche Versuche, Gnla noch einmal zu sprechen. Björnarncs Augen waren inimer auf ihn gerichtet. Petersen hängte sich ihm an, oder Jlda trat ihm in den Weg. Es war, als hätten sich alle verabredet, ihn zu bewachen, um ihn endlich an Hclgcstad abzuliefcrn, der ihn mit Plänen und Spekulationen, guten Lehren »nd pfiffigen Ratschlägen festhielt bis znm letzten Glase.
8 .
Als die Sonne anfging, spannte die schöne Jlda ihr gewaltiges Segel und schwamm, vom frischen Winde begünstigt, an der alten Kirche von Langen vorüber deni Meere zu.
Wir übergehen den Abschied, der mit manchem Händedruck und guten Wünschen begleitet wurde. Hclgcstad stand selbst am Steuer, sechs rüstige Seeleute führten seine Befehle ans, und Marstrand, der unbeschäftigt von der Mitte des Tecks den Znrückbleibendcn seine Lebewohls zurnfen konnte, blieb dort, bis die Jacht eine Wendung machte, und der Gaard mit allen, die er hegte, hinter den Felsen verschwand.
Jetzt hatte er Zeit, über Erlebtes und Kommendes so lange nachzudenkcn, wie ihm beliebte. Hclgestad regierte den ganzen Tag über das schwerbeladcne, große Schiss, das vor einem steifen Südost schanmwerscnd hinflog und durch zahllose Felsenengcn und weite Wasserbecken mit Vorsicht gelenkt werden mußte. — Die Reise ging so rasch vorwärts, daß am Abend Tromsv vor ihnen lag. Der Knnsmann vermied je- doch auch hier jeden Aufenthalt. Mit Wind und Flut ging er sogleich durch den Sund und zeigte im letzten Dämmerschcin seinem Passagier das Eiland Strömmen, das zu dessen Be- sitzungen gehören sollte. Am zweiten Tage daraus lag die Jacht unter den rötlichen Kuppen von Ostvaagöcn dicht an den Fischplätzcn, welche Marstrand vor drei Monaten tm vollen Gewühl eines überreichen Fanges sah. Jetzt war-hier
klä'rung von den, Minifterpräsibenten B i v l a n k vor Zeugen fcter» lichst ve-rsprochen lassen, daß zunächst für di« obdachlos Gewordenen in ausreichender Weife gesorgt werde, und daß alle Zuriickblerbendcn in einer den Gesetzen der Zivilisation entsprechenden Weise behandelt werden. Die Lage der in Frankreich zurückgebliebenen Deutschen ist nunmehr die, daß die meisten ans ihren Wohnstätten in besondere Unterkunftsstättcn in das Innere des LandeÄ gebracht worden sind. Ttejenigcn, die über eigen« Mittel verfügen- können ihre Lebensweise »ach Belieben einrichten. Ten Mittellosen wird Wohnung und Kost gegeben, auch Arbeitsgelegenheit ist geboten. Inwieweit das Versprechen her französisch:» Regierung jedoch zur Verwirklichung lommt, daß ben Deutschen die Heim», reise ossenstchen soll, sobald der Eifenbahnvcrkchr dies wieder erlaubt, läßt sich zurzeit noch nicht übersehen. Es dürsten wohl >«ur diejenigen zur Heimreise in di« Lage kommen, die hierzu die crsor- lichcn Geldmittel besitzen. Für diejenigen deutschen Familie», die. Angehörige tu Frankreich hatten und keinerlei Nachricht von ihnen erhalten, bleibt unter diesen traurigen Umständen nichts anderes^ übrig, alz in Geduld zu warten, bis Nachrichten von den Vermißten- cintresscn, oder bis diese etwa aus dem Wege über die Schweig! heimkehren. Nachforschungen nach den Vermißten oti»i znstelle» bietet sich bei dein jetzige» Mangel unmittelbarer Verbtn- düngen mit Frankreich k c i n W e g. Ebenso crschetitt es vorerst u it»' möglich, briefliche Mitteilungen oder Geldsendungen an Deutsche in Frankreich gelangen zu lasse», es sei dein: etwa durch' Vermittlung hilfsbereiter Freunde in der Schweiz. Ucbrigens werden dcramerikanischeBotschaster und die a m « r i kalt i scheu Konsuln in Frankreich sich angelegen sein lassen, den Deutsche», sobald der Verkehr wieder offen ist, durch Gcldnnier^ sttitzung zur Heimreise behilflich zu sein.
Italienische Rüstungen.
Ei» königlicher Erlaß wirst über 100 Millionen Lire fütf Rüstungszweckc aus. '
Ist das ein schlechtes Zeichen für die Erhaltung der italienischen Neutralität? Die Frankfurter Zeitung schreibt:
Tie Nachrichten, die heute aus Italien kamen und die veränderte Sprache italienischer Blätter beweisen, daß man dort über die Ucbcrlegcnheit des deutschen Heeres nach den siegreichen Schlachten im Westen nicht mehr im Unklaren ist. Wie wir das wiederholt betont haben: Ten stärksten Einfluß aus die Ent
schließungen der abwartenbcn neutralen Staaten üben ganz von selbst unsere Siege aus den Schlachtsclder» aus, zumal wenn sie so rasch und glänzend erfolgen, wie das bisher geschehen ist.
Die offiziöse» oder halbamtlichen Kundgebungen, die durch die italienische Tclcgraphenagcntur verbreite! werden, lassen tatsächlich erkennen, wie die wachsende Aufklärung über den wahren Stand der Dinge ans die Entschließung der Regierung wirkt. Heute klingt cs schon bestimmter, wenn in Rom gesagt wird, es sei die Wahrheit, daß die Negierung ihr von der überwiegenden Mehrheit des Landes gebilligte Haltung aufrecht erhalte, nämlich die, neutrale Haltung, und daß die klare und sichere Auffasiuna der wirklichen Interessen Italiens nicht getrübt werden dürfe durch irgendwelche Strömungen der öffentlichen Meinung, die mehr oder weniger künstlich genährt werde.
Wir glaube», das ist deutlich! Es heißt: die italienische Regierung will sich von der in kluger Erkenntnis der eigenen Interessen bisher beobachteten Neutralität nicht abbringen jasien durch gewisse starke und unbequem gewordene Strömungen der öffentlichen Meinung, die künstlich — man weiß, was das heißen soll — von England, aber ganz besonders von Frankreich in langjähriger Hebung genährt worden sind. Es gibt wirklich gar nichts Ilcberzeugenderes anf Schwankende und unsichere Gemüter als- Wasfenerfolge. . „/
Das Haar in der Suppe.
Nachdem »ach der alten englischen Methode, durch anders die Kriege Großbritanniens ausfechten zu lasten, Herr Grcy die gelben Japaner gegen Deutschland in Sold gewonnen hat, wird es den Angelsachsen scjbst bange vor den Geistern, die sie riefen. Der Südschwedischen Schncllposi wird aus London gemeldet, daß die britischen Kolonien im Stillen und Indischen Ozean heftig gcacn die Absicht Japans Einspruch erheben, sich in den Besitz der deutschen Ansiedelungen im südlichen Teile des Stille» Ozeans z» setze». Man betrachtet den Nebersall auf Klantschou als: ein Vorspiel dazu.
Auch sonst erwachsen den Briten schwere Sorgen aus diesem Krieg, den sic im Verein mit dem blutigen Zarismus angcsponneit haben. So wird Berliner Blättern aus Konstaniinopcl gemeldet:! In ganz Persien herrscht eine starke Bewegung gegen Rußland und England, die immer mehr zunimmt »nd vor-! aussichtlich bald zu einer offenen Erhebung gegen die beiden Protektoratsmächte führe» dürste. In allen Ortschaften, namentlich Nord- pcrsicns, bilden sich Freiwilligenscharcn. Es wird von der bevorstehenden Prutlaniatio» des heilige» Krieges gesprochen. Die Stimmung der Bevölkerung geht dahin, unverzüglich ein s e st c s B ü n d- nis mit der Türkei abzuschließen. In Anbetracht der bisherigen unüberbrückbaren religiösen Gegensätze zwischen Türken und Persern ist dies ein besonderes bemerkenswertes Zeichen. In Ostindien herrscht nnter den Mohammedanern eine tiefe Gärung gegen England, die an einzelnen Orten zu offenen, nur mühsam unterdrückten Ausbrüchen geführt hat. Die englische Regiealles öde und leer von Menschen, aber die Felsen wiederhallten: von dem Geschrei der Mcergänse »nd Alkan, der großen Möven und zahlloser Taucher, die in unermeßlichen Schwärmen Klippen und Wogen bedeckten. Die Boote wurden aus- gesetzt und die Fischgerüste untersucht. Helgcstads hartes Ge- sicht füllte sich, je weiter man damit kam, je mehr mit einem eigentümlichen spöttischen Grinsen. Mit der Genugtuung eines Propheten, der seine Porhcrsagungen glücklich erfüllt sicht, deutete er auf zahlreiche Stangen, von denen viele um- gestürzt waren, andere leer standen oder von den Fischrcihen, mit denen sie bedeckt gewesen, nur vereinzelte Ueberreste zeigten.
"Hab's Euch wohl gesagt", rief er triumphierend, „ist das Fischervolk ein nachlässiges »nd saumseliges. Je mehr der Herr seinen Segen ihm in den Schoß wirft, um so weniger versteht cs diesen zu benutzen. Seht da, was Schneewehen. Stürme und Würmer angerichtet haben! Mehr als die Hälfte des ganzen Fanges ist verdorben. Wird der Fisch in Bergen deshalb um das Doppelte steigen. Und jetzt, seht dorthin." fuhr er fort, als das Boot den Felslagcrn zusteuerte, auf welchen er seine eigene reiche Beute und Marstrands erkaufte Waren geborgen hatte. „Fehlt kein Schwanz und. sitzt kein Kopf, wo er nicht sitzen soll. Ist alles trocken, alles fest. Habt Glück, Herr! Soll mich nicht wundern" — hier Helgestad seinen Mund zum Lächeln, das von einem seiner lauernden Blicke begleitet wurde — „wenn Euch alles wohl gelingt."
Es liegt nicht in unserer Absicht, die Fabrt der Jacht durch die wunderbaren Jrrgewinde dieser Felsenküste zu begleiten. Wir begnügen uns damit, daß nach zwölf Tagen die schöne Jlda einen Weg von mehr als zweihundert Meilen zu- rückgelegt hatte, und das Glück dieser schnellen Fahrt ihr so treu blieb, daß sie den Bergenfjord beim schönsten Wetter hinaufsegelte und die Stadt Bergen, wo cs sonst fast inimer regnete, tm herrlichsten Sonnenschein vor sich liegen sah.
(Fortsetzung folgt.)


