Kavfahrteischiffe. Der deutsche Kreuzer „Emden' soll ein Schisse von der freiwilligen russischen Flotte genommen baden. Es unterliegt keinem Zweifel, daß auch auf anderen Meeren unsere Kreuzer gegen den feindlichen Handel auf diese Weise verfahren.
Militärisch notwendige Rohstoffe.
Im Kriegsministerium zu Berlin ist eine KriegF- -ruhstossabteilung gebildet worden mit dem Zwecke, Me zurzeit vorhandenen militärisch notwendigen Rohstoffe, soweit sie nicht im Jnlande laufend hergcstellt werden, zu er- Mitteln und ihren Verbrauch den militärischen Bedürfnissen entsprechend unter möglichster Schonung der Allgemeinwirtschaft zu regeln.
Gegen die serbischen Lugen.
W. B. Wien. Die von der serbischen Presse dreist er« sundenen Meldungen von Zusammenstößen zwischen serbischen und österreichischen Truppen, wobei die letzteren große Verluste erlitten hätten, sollen jetzt energischer dementiert werden. Diese unwahren serbischen Nachrichten haben nur den Zweck, die in Serbien vorherrschende gedrückte Stimmung zu heben und das Ausland über die wahre Sachlage zu täuschen.
Ausländische Lüge».
An zuständiger Stelle wird in Sofia die im Ausland verbreitete Meldung dast die bulgarische Negierung bulgarische Offi- zicre, die i» Belgien ihren Studien obliegen, ermächtigt habe, als Freiwillige in die belgische Arnice einziitretcn, kaiegorijch dementiert.
Türkische Vorbereitungen.
Tie türkische Regierung hat ein Gesetz erlassen, bas morgen veröffentlicht werden wird, durch das die Regierung ermächtigt wird, drahtlosen Telegraphie- und Telephondienst einzurichtcn und zu betreiben. Eine Betriebsordnung und die Bedingungen für die Benutzung drahtloser Telegraphie seitens Privater wird noch festgesetzt werden. Gegen unerlaubten Gebrauch und gegen Störung der elektrischen Wellen werben Strafen angedroht. Für den Fall eines Krieges oder der Mobilisierung müsse alle ausländischen Handels- und Kriegsschiffe in den ottomanischen Gewässern die Antemncn vollständig entfernen, widrigenfalls der Kapitän als Spion betrachtet wird.
Abgcschoffenc Flieger.
Aus Hciligcnstadt lEichsfclbl wird der Berliner Morgcnpost berichtet: Ein Rcscrveleutnant aus Hciligcnstadt sah am IN. August mit seiner aus 20 Mann bestehenden Kolonne auf dem Bahnhof einer elsässischen Ortschaft kurz hintereinander zwei französische Flieger, die er sofort beschießen lieh. Beide Flugzeuge stürzten ab und ihre Fnsasien waren sofort tot.
Russische Ossi,ziere in der serbischen Armee.
Wien, 22. Äug. W. B. Aus gut informierter Quelle wird berichtet, dah die von den österreichischen Truppen geschlagenen serbischen Abteilungen von russischen Offizieren kommandiert wurde», die freiwillig in da? serbische Heer cingetretcn find.
Bulgariens Kriegsvorbcreitungen.
Rach einer W. B.-Meldung aus Sofia ist auf Anordnung deS bulgarischen Kriegsministers der Hafen von Burgas ani Schwarzen Meere für die Handelsschiffahrt gesperrt worden. Fn den Hafen von Varna dürfen Schiffe nur am Tage und nicht ohne Lotsen cin- laufen.
Die türkisch-russische Spannung wächst.
Die Wiener Reichs-Post meldet vom 19. August: Die Be
ziehungen zwischen der Türkei und Rutzland haben sich stark zugc- spisti. Ruhland hat an die Türkei eine Beschwerde wegen der türkischen Truppen-Konzentration an der russischen Grenze in Armcnien gerichtet. Ferner protestiert Ruhland gegen die Legung von Minen im Schwarzen Meere an der Einfahrt zum Bosporus.
Englische Rüstungs-Versuche gescheitert.
Der Pcster Lloyd meldet: Der Plan, eine englische Ersatzarmcc von 500 0(1(1 Mann zusammenzubringen, ist gescheitert. Rur 2000 Mann haben sich als Freiwillige gemeldet. Kein einziger Arbeiter hat sich anwerben lasten. Trotzdem versichert die englische Kricgs- leitung, dah sich in einigen Wochen 100 000 Mann gesammelt haben werde».
Russisch-österreichische Grcnz-Gesechte.
Einer Bläitcrmeldung aus Lemberg zufolge stiehc» am Donnerstag in der Nähe von Radzicchow an der russisch-österreichischen Grenze gröhcre Masten russischcr Fnsanteric und Kavallerie mit einigen Kompagnie» österreichischer Fnfanterie, die von einigen Züge» Husaren unterstützt waren, zusammen. Die Oester- reicher warfen im Bajonettangrissc de» Feind in die Flucht, der viele Tote und Verwundete halle, während die Qcsterreicher nur einige Verwundete zählte».
Der wirtschaftliche Vernichiuugs-Krieg Englands gegen Deutschland.
Dem WB. wird aus Newyork gemeldet: Die englische Regierung hat ein Verbot für alle englischen Firmen erlasten, Geschäfte mit solchen ausländischen Firmen abznschliehen, a» denen Deutsche beteiligt sind und sei cs auch uur durch einen deutschen Teilhaber. Der Zweck dieses Verbots ist die Vernichtung der deutschen Handclskonkurrenz. Das Vorgehen der englischen Re- gterung erregt in Ncwyork Ucbcrraschung und Besremdung.
Tie abnorme» Verhältnisse aus dem cngtischcn Geldmärkte dauern fort, trotz aller Bemühungen der Regierung und der englischen Bank. Fn London werden Wechsel auch von ersten Bankhäusern nicht mehr akzeptiert, auch nicht gegen Konostementc und bestätigte Kredite.
Russische Niederlagen!
8500 Gefangene!
Berlin, 23. August. W. B. Starke russische Kräfte sind gegen die Linie Eumbinnen-Angerburg im Vorgehen. Das deutsche erste Armeekorps hat am 20. August den auf Gumbinnen vorgehenden Feind angegriffen und geworfen. Dabei sind 8000 Gefangene gemacht und acht Geschütze erbeutet worden. Von einer bei dem Armeekorps befindlichen Kavallerie-Division war längere Zeit keine Nachricht da. Die Division hat sich mit zwei feindlichen Kavalleriedivisionen herumgeschlagen; sie traf am Freitag bei dem 1. Armeekorps mit 500 Gefangenen wieder ein. Weitere russische Verstärkungen sind nördlich des Pregel und südlich der masurischen Seen-Linie im Vorgehen.
lieber das weitere Vorgehen unserer Ostarinee muß noch Schweigen bewahrt werden, um dem Gegner unsere Maßnahmen nicht vorzeitig zu verraten.
Weiteres überdieTchlachten an derWestgrenje
Berlin, 23. August. , W, B, lieber die Fortschritte im Westen werden ! n weitere Mitteilungen folgen. Ein neuer Versuch des Gegners, im Oberelsaß vorzudringen, ist durch oteg m Lothringen vereitelt. Der Feind befindet sich auch im Oberelsaß im Abzug.
^br Kriegskorrespondent der Franks. Ztg. meldet noch unterm 22. Aug., nachmittags 4,45 Uhr aus dem Großen Hauptquartier:
Der Vorstoß der Franzosen, der mit einer Gesamtstärke von über achr Armeekorps unternommen wurde, erfolgte in der Linie Metz-Saarburg und gleichzeitig vom Elsaß aus. Bereits der einleitende Kampf am 20. verlief ungünstig für die Franzosen; am 21. wurde dann der Donon erobert und der Rückzug der Franzosen erzwungen, der bald in Flucht ansattete. Der Sieg ist jedenfalls weit größer, als zuerst angegeben wurde.
Unsere österreichischen Bundesgenoffen.
lieber Erfolge der österreichisch-ungarischen Armee liegen folgende Meldungen vor:
W. B. Krakau, 22. Aug. Die Zeitung Czas meldet: Zwischen der österreichisch-ungarischen Armee und russischer Kavallerie hat bei Kielce ein Kampf stattgefunden. Die Russen wurden geschlagen und mußten Kielce räumen.
Wien, 22. Aug., 4,25 nachm. (Priv.-Tel. d. Fr. Ztg.) Auf dem Vormarsch nach Valjevo haben unsere Truppen östlich von Visegrad—Dudo—Evat 30 serbische Bataillone mit zahlreicher Artillerie nach hartnäckigem Kämpfen vorgestern und gestern auf der ganzen Linie geworfen.
Reichstagsersahwahl.
Bei der gestrigen Reichstagscrsatzwahl ini 17. Rcichötagswahl- krciS <T e t t n n n n - Ravensburg - S a u l g a n - R i e ü - lingcns erhielt der von der ZcntrumSpartei ausgestellte Kandidat Landcssekretär Stic ge le 13191 Stimmen, Gutsbesitzer Adolno- Kaltcnberg 511 Stimmen. Zersplittert waren 10 Stimmen. Wahlberechtigt waren 30 501. Tie Nationallibcralcn lind Sozialdemokraten hatten mit Rücksicht auf die gegenwärtigen kriegerischen Zeiten ihre Kandidatur zurückgezogen.
Die Papstwahl.
W. B. Aus Rom wird gemeldet: Tos Kardinalskollegixm hat gestern seine erste Sitzung für die Papstwahl abgehaltcn. Es waren 23 Kardinäle anwesend, die den vorgeschriebenen Eid leisteten.
Hessen und Nachbargebiete.
Gieße» »nd Umgebung.
„Es sott . .
Welche Qualen das „Es soll" Sen geitungsleuten gegenwärtig bereitet«, schildert S. B. im Tag. Er schreibt: Fch ging von
meinem Bureau zur llnlergrnnbbahn. Wenige Minuten mir, und der elektrische Schlauch nahm mich ans. Aber was hörte ich in diesen kurzen Augenblicken nicht alles siir weltbewegende Neuigkeiten vom Kriegsschauplatz!f Die 2telgicr „sollen" sich ergeben haben, schlug cS, kaum dag ich die Strasie betreten hatte, an mein Qhr. „Fa. wirklich? Na. das ist doch kein Wunder nach diesem Sturm auf Lüttich, den uns so leicht kein anderer nachmacht", lautet« die Antwort. *
Fch biege um die Ecke, Namnr „soll" gefallen sein, ruft ein holdes Töchterchen, eben aus einem Laben hcraustreteud, der drangen wartenden Mutter zn. Ter Herr Jnstizrat von nebenan hat es hier erzählt.
„Der Jnstizrat? Woher meist der das?"
„Er hat gehört, wie ein Ossizicr, der vom Generalstab kam". . .
Ter Rest geht mir verloren: es ist auch nicht (schade darum, denn die Geschichte von dem Qssizicr und dem Generalstab habe ich in diesen Tagen schon hundertfach veriwmmtn. Ohne Berufung auf den Gcneralstab gebts setzt nicht. Fch schüttle ctifo ungläubig den Kops. Kaum fünf Minuten war cS her, dast mir alles bcriÄtcr worden war. was an zuverlässigen Meldungen vom Kriegsschauplatz varlag — aber nichts von Waffenstrcckung der Belgier, nichts von Namur. Soll ich noch einmal nmkchrciy nm erneute Nachfrage zu halten? Doch zur rechten Zeit fällt mir die Mahnung des Militär- Wochenblattes ein: „Hütet Eure Zungen!" Die Straste schwirrt von Gerüchten, man rennt förmlich in sie hinein, wenn man das HauS verlässt. Fch will sie nicht iveitertragen, und wenn sie noch so verlockend klingen. Ruhig und fest, in dieser Stimmung sollten wir alle anitlicben Meldungen abwarten, die uns beschieden sein werden. Mit diesem bestimmten Vorsatz verschwinde ich in der Untergrund. Zwischen Tür und Angel schnappe ich »och schnell die Botschaft ans, das, Beifort genommen sein „soll" — diesmal hat cs vielleicht ein SanitätSrat von einem Offizier ans dem Kriegs- minjstcriu», gehört — dann ist cs ans für heilte. Tic Einnahme von Paris bleibt für morgen Vorbehalten.
Ter Krieg als Geburtshelfer sozialistischer Einrichiungcn.
So sonderbar es anmuten mag: die Tatsache, dast die cntseffclte Kricgsfiirie zahlreiche Forderungen verwirklichen half, die das sozialdemokratische Programm ausgestellt, ist unbestreitbar. Was in Friedcnszeiten möglich war, bestimmten Interessengruppen durch staatliche Mastnahme» Vorteile zuungunsten der Allgemeinheit zu sichern, lästt die harte Not der Zeit nicht mehr zu.
So wurden scheu vor einigen Tagen In die hohen Scbntzzoll- inauern, welche Deutschland umhegen, mächtige Lücken gerisien, indem eine Regierungsverordnung die zollfreie Einfuhr vieler Warcngruppcn, besonders aber von Lebensmitteln, gestattete. Im Frieden würde ein solches Verfahren den allcrhestigstcn Protest zumal ans landwirtschaftlichen Kreisen hervorgerusen haben. Aber nun erhebt sich keine Stimme gegen den Umsturz eines Dogmas, das besagt, Deutschlands Agrikultur und Industrie sei nur durch hohe Schutzzölle gegen eine vernichtende Weltmarktskonkurrenz zu schützen, Deutschlands Viehstand würde total verseucht, wenn fremdes Vieh eingcsührt werde» dürfe usw. Fetzt ist mit einem Male die Binde von den Augen der Schntzzöllner gefalle» und staunend erkennen sie. ans >vic -falschem Wege sic wandelten. Ob diese Einsicht ihnen nicht sofort nach der Beendigung des Krieges wieder abhanden kommen wird?
Es liegt in der Natur des kapitalistischen Geschäftsbetriebes, überall und bei jeder sich bietenden Gelegenheit Profite über Profite zu machen. Auch die nach der Kriegserklärung Deutschlands an Rutzland im Publikum entstandene Panik, die sich im Ankauf grostcr Nahrungsmittclmengcn äustcrte, wurde von den damit handelnden Kanflcute» benutzt, um ihre Waren zu de» unverschämtesten Wnchervreisen loszuschlagen. Das währte solange und nahm so ausschweifende Formen an, dast sich die Militärkommandanten mancher Bezirke gezwungen sahen, im Allgcmeinintercssc Höchstpreise vorzuschrciben, die von nicniandcn, bei Gefahr polizeilicher Schlief,ung seines Geschäftes, überschritten werden dursten. Zwar betragen die festgesetzten Höchstpreise fast allgemein ein Er- ckleckliche? mehr, als in Friedcnszeiten für die betreffenden Waren gefordert wurde, doch sebcn sie immerhin der schrankenlosen Ausbeutung des Volkes ein Ziel.
Viele bürgerliche Zeitungen schrieben bei der Mitteilung solcher und ähnlicher „sozusagen staatssoziallstischer" Mastnahmcn, sie seien durchaus notwendig und von segensreicher Wirkung. Nun, wir werden nicht verfehlen, nach dem Kriege an solche und ähnliche Aeusternngen zn erinnern. So würden wir es z. B. als eine segensreiche „staatssozialistische" Mastnahme anerkennen, wenn die Regierung der Preiswucherei der Moutansyndikate zu Leibe ginge, etwa, indem sic Höchstpreise für die Erzeugnisie der Kohlen- und Elseniudustric festscbte. Ein Grund, dast sic nur in Kriegszciten das Volk vor wucherischer Ausbeutung kapitalistischer Prosit- machcrei schützen dürfe, liegt nicht vor. Tust die Regierung sehr gut in der Lage ist, die Interessen der Allgemeinheit zu schützen,
hat sie durch ihre Maßnahmen in dieser Zeit gezeigt. Wir dürfest daher erwarten, sie werde zum Tank dafür, daß sich im tobenden Krieg das Volk geschlossen hinter sie stellte, unsere Forderungen nach mehr staatssozialistischcn Einrichtungen auch nach dem Friedensschlüsse in die Wirklichkeit umsctzcn helfe». Wie durchaus notwendig sie sind, wird ihr der Krieg ja zur Evidenz bewiesen haben!
Keine Stcuervcraiilagiing für 1915. Das hessische Mini» stcrium ixy?—y inur%it gibt bekannt, daß die Steuerveranlagung für das! Steuerjahr 1915 vorerst nicht vorzu- nehtncM >it. Tie Finanzämter werden dagegen angewiesen, Berufungen gegen die Einkommensteuerderanlagung von Amtswegen ausziinehmen. Gleichzeitig werden die Finanz-' Lmtcr angewiesen, Berufungen gegen die Einkommensteuer- Veranlagung solcher Steuerpflichtiger, die infolge der Mobil- niachnng zur Fahne einberufen wurden, von Amtswegen aus- zunehmcn, soweit die Pflichtigen den Finanzänttern bekannt sind oder von den Bürgermeistereien bekanntgegeben werdeno Tie Berufungen sollen möglichst rasch entschieden werden.
Sitzung des Kreistags des Kreises Gießen. Am Samstag fand vormittags 10 Uhr eine Kreistagssitzung statt, die sich mit Regelung der Unterstützung von Familien der zum nrieg eingezogenen Mannschaften befaßte. Vom Kreis- l> n s s ch n ß wurde beantragt, im Falle besonderer Bedürftigkeit den Familien 25 Prozent als Zuschuß zur reichs- gesetzlichen Unterstützung zu gewähren. Es entspann sich oarüber eine sehr lebhafte Debatte. Abg. Beckmann be-^ antragte: bei allen Familienangehörigen, deren Ernährer ein Einkommen bis zu 1100 Mark hatten, von der Prüfung der Bedürftigkeit abzusehen und allen diesen den Zuschuß zu ge- wührcn. Darauf ging aber die Mehrheit nicht ein, sondern nahm gegen die Stimme Beckmanns einen verschlechterten Antrag an, nämlich den Zuschuß nur an Bedürftige zu geben und zwar in Höhe b i s zu 25 Prozent. Beckmann beantragte! dann, für alle Kriegsteilnehmer, welche in der Krankenkasse ihre Mitgliedschaft fortgesetzt hätten, die Beiträge aus Kreismitteln zu übernehmen. Begründend führte der Antragsteller ans, man könne von einer Familie, die den Monat! vielleicht 15 oder 21 Mark Unterstützung erhalte, doch nicht verlangen, davon auch noch die Beiträge zur Krankenkasse zn entrichten. Ter Antrag wurde gegen die Stimme von! Beckmann abgelehnt, dagegen ein zu nichts verpflichtender Antrag Grünewald angenomnien, wonach die Konimifsionen, welche zur Regelung der Unterstützungsangelegenheiten be-! rufen sind, dabin zu wirken haben, daß diejenigen Familien, welche einen Zuschuß erhalten, davon in erster Linie die Beiträge zur Krankenkasse entrichten sollen. — Ter Kreisausschuß! wurde ermächtigt, eine Anleihe bis zu 100 000 Mark auf-> zunehmen. — Ein Fonds bon-11115,17 Mark, welcher noch aus den 70er Jahren vorlianden ist, jetzt flüssig zu machen: und mit zu Unterstützungen zu verwenden, wurde ein- stimmig angenonnnen.
Tie Zentralauskunftsstelle über Kriegsverluste. Nach einer amtlichen Bekanntmachung wird vom Preußischen Kriegsministerium in Berlin im Gebäude der Kriegsakademie. Torotheenstraße 48 für die Tauer des Krieges für die Preußische Armee ein Zentralnachweisbureau errichtet. Es erteilt: Auskunft über alle verwundeten, gefallenen, vermißten unb 1 in Lazaretten behandelten Personen der eigenen Armee. Tie gleiche Auskunft erteilt es über die von unseren Truppen usw. gefangen genommenen Angehörigen der feindlichen Armeen. Auch vermittelt es die Beurkundungen der Sterbefälla von Militärpersonen der eigenen Armee, für die ein zuständiger Standesbeamter im Jnlande nicht zu ermitteln oder nicht vorhanden ist. Tie Adresse des Zentralnachweisbureau^ ist: An das Zentralnachweisbureau des preußischen Kriegs- ministeriums, Berlin NW. 7, Torotheenstraße 48. Die Aus- knnftserteilung erfolgt schriftlich oder mündlich. — Fürs schriftliche Anfragen werden nsit entsprechendem Vordruck versehende Po st karten mit Antivort bei den Postanstalten zum Verkauf an das Publikuni vorrätig gehalten werden. Tiefe Postkarten tragen den Stempel des preußischen Kriegs- nlinisteriums, den Vermerk „Heeressache" und werden portofrei befördert. Es ist dringend erforderlich, daß der Vordruck auf der Rückseite der Karte vollständig und in leserliches Handschrift ausgefüllt und auf der ongebogenen Postkarte zur Antwort die Adresse des Absenders genau angegeben wird. Ferner werden errichtet beim bayerischen, sächsischen und württcmbergischen Kriegsministerinm in München, Dresden und Stuttgart je ein Nachweisbureau für die Angehörigen der betreffenden Armeen. Auch zu den Anfragen an diese Nachweisbureaus können die oben erwähnten Postkartenformulare benutzt werden, wobei die Ortsangabe entsprechend zu ändern wäre.
— Kriegsmerkblnlt für Gewerbe, Handel und Industrie. Ter Hansabund hat ein Kriegsmerkblatt für Gewerbe, Handel und Industrie herausgegeben. Dieses beschäftigt sich liit dem Verhalten in Kriegszeiten im allgemeinen, mit den schwebenden Rechtsverhältnissen während des Krieges und ferner mit den wirtschaftlichen »nd finanziellen Fürsorge- bcstimmungen. Das Merkblatt gibt über alle einschlägigen Fragen in sachverständiger Weise kurz« Auskunft und steht bei der hiesigen Geschäftsstelle, Lonystraße 7, kostenlos in beliebiger Anzahl auch für Nichtmitglieder zur Verfügung.
Darlehen auf Hypotheken. Ta die vom Reich errichteten Darlehenskassen Hypotheken nicht beleihen dürfen, hat sich die Landes-Hypothenkenbank bis auf weiteres bereit erklärt, Privatpersonen, die ein berechtigtes Kreditbedürfnis glaubhaft machen, gegen Verpfändung erststelliger Hypotheken an Grundstücken, die im Großherzogtum Hessen gelegen sind, Darlehen zur Verfügung zu stellen. Im übrigen erteilt die Bank auf Anftagen jede gewünschte Auskunft über die Bedingungen und die weitere Behandlung der Angelegenheit.
# Gicheaer Lazarrttwesen Genau wie i» anderen Städten hat man sich auch bei »ns gerichtet für die im Kriege verwundeten und erkrankten Krieger unterzubringe». Vo» der Militärbehörde wurden eingerichtet: Reserve-Lazarett 1, das bisherige Garnison- lazarett, das evangelische Schwesternhaus, das kaufmännische Ver- einshans, die Turnhalle an der Nvrdanlagc, da? katholische VcrcinS- hauS und Steins Garten mit zusammen 100 Betten. Rcscrvc- lazarett 2, di« Rännerabteilung der Provinzial-Sirchenanstalt mtl


