Kenntnis der Mobilmachung erfolgt und inzivischen als völlig aussichtslos aufgegel>cn. L i ch n o w S k y."
Der Schwerpunkt der von Teut-schlanb abgegebenen Erklärungen liegt in den, Telegramm Kaiser Wilhelms an den König von England. dlnch wenn ein Missverständnis in bezug auf einen englischen Vorschlag vorlag. so bot doch bas Anerbieten des Kaisers England Gelegenheit, ansrichtig seine Friedensliebe zu beweisen und den den sich-srcrnzö fischen Krieg zu verhindern.
Die Frankfurter Zeitung benierkt zu der Veröffentlichung: „Einen starken Eindruck von der englischen Politik und vor allen, von de» englischen Bemühungen uni den Frieden bekommt mail nach dieser Veröffentlichung nicht. England hätte sehr, ivahrschcinlich den Krieg verhindert, wenn es in Russland von Anfang an mit demselben Nachdruck, den es gegen Deutschland ange- wendet hat, erklärt hätte, dag auf seine Teilnahme an diesem Kriege nicht zu rechnen sei, und wenn es Frankreich zu einer ähnlichen Stellungnahme vermocht hätte. Dieser einzige Schritt, der Erfolg bringen konnte, ist unterblieben, und was spater untcrnvm- men wurde, um Ru bland auf die Gefährlichkeit seines brandstisten- den Treibens hinzuweisen, ist mit einer Energielosigkeit und Lang- sanikcit geschehen, die einen Erfolg von vornherein beinahe ansschloß. Was geschehen ist, um den Krieg zu verhüten, ist von Deutschland getan worden, die englische Negierung hat kaum äußerlich die Gebärde gemacht, als wolle sie dem Brande wehren. Die Staatsoberhäupter und Negierungen der Tripel-Entente werden vor dem Gericht der Nachwelt di« Verantwortung für die Ströme vergosicuen Blutes und di« Greuel der Verwüstung zu tragen haben, die dieser Krieg nicht bloß über Europa, sondern über die Menschheit gebracht hat."
Englische Proteste gegen England.
Lewis Hamilton, Dozent am Orientalischen Seminar der Berliner Universität, sendet der Vossischen Zeitung eine Zuschrift, in der er feststellt, daß die hier lebenden Engländer mit der größten Zuvorkommenheit behandelt werden und gar nicht den Wunsch haben, Berlin zu verlassen, und in der er dann folgendes bekennt:
„Jeder Brite, der Deutschland kennt, seine Friedensliebe und seinen Wunsch nach Gerechtigkeit, ist empört über Englands A b e n t r u r e r p o l i t i f. Wäre es den Herren Politikern in Großbritannien vergönnt wie uns, Jahre lang hier im Lande zu leben, im Frieden Deutschland schätzen und lieben zu lernen, wäre es ihnen vergönnt, zu sehen, wie Inn gen s von fünfzehn und sechzehn Jahren stundenlang mit schwerem Gewehr unter den Brücken stehen, um auch ihr Teil zum Schutze des Landes beizutragen, wie weißhaarige Männer sich in Uniform werfen, um ihr Land bis aufs Letzte zu verteidigen, dann würden sie misten, baß hier die Stimme der berechtigten Empörung gegen einen schamlosen Nebersall spricht. Daß Germanen — denn das sind wir Engländer — mit Franzosen, Slawen und Mongolen gegen ihre BintSvcrwandten kämpfen, das hätte kein Brite, welcher hier in Frieden und Ruhe gelebt hat, sich träumen lassen. Ich kann nur di« Worte eines bekannten Engländers hier in Berlin wiederholen, welcher mir sagte: „Das ist nicht mehr das England, welches wir in unserer Jugend kannten!" Hoffentlich wird man bald in England die Wahrheit kennen lernen, wie Deutschland seine „Feinde" behandelt. Ich schreibe „Feinde" in Anführungsstrichen, denn kein ansässiger Brite in Deutichland ist ein Feind Deutschlands, sondern ein dankbarer Mitbürger."
Die in München lebenden Engländer haben für das Rote Kreuz einen Geldbetrag zur Verfügung gestellt. In einem Begleitschreiben bezeichnen sie dicseTpende als einen P r o t e st gegen die schmachvolle Politik der Regierung Englands. Sie erklären:
„Wie zahllose Volksgenossen in England und in deutschen Städten wenden wir uns ans das entschiedenste gegen den ruchlosen Krieg, in den Deutschland verwickelt ist. Wir glauben, daß zwei so mächtige Staaten, wie Deutschland und England, die durch wechselseitige Gastfreundschaft und wechselseitige Interessen innig verbunden sind, gemeinsam die abendländische Kultur gegen den Ansturm asiatischer Barbarei hätten verteidigen sollen. Durch diesen Protest wolle» wir dem deutschen Volke unsere Hochschätznna kundtun. Es wäre uns sehr crivünscht, wenn nach dem Beispiel Hamburgs die englische Kirche als Lazarett eingerichtet würde."
Ein englisches Neutralitäts-Komitee.
In England hat sich nach einer Mcldrmg des Berliner Lokalanzcigcrs ein Neutralitätskomitee gebildet, um die Teilnahme Englands an dem Kriege zu verkürzen. Zu den leitenden Persönlichkeiten dieses Komitees gehören der Lord- Majov von Manchester, die Bischöfe von Lincoln und Hcreford und viele Politiker und Gelehrte hohen Rufs. Dies Komitee hat einen Aufruf veröffentlicht, worin darauf hingewiesen wird, daß der Sieg der Koalition über Deutschland und Oesterreich Rußland zum Herrn sowohl in Europa als auch tn Asien machen würde. Rußland sei nur ein halb zivilisiertes
Asraja.
Ein nordischer Roman von Theodor Mügge. 40
„Er sagt," antwortete sie, ohne ihre Angen aufzuheben, „daß ich ein losgcrissener Zweig sei, der keinen Boden hier finden könne, um Wurzel zu schlagen. Wenn Jlda geht, die mich beschützte und erzog, habe ich' niemand mehr, der mich liebt. Selbst die Mägde und Tienstleute in Helgestads Hause würden sich gegen die lappische Landstreicherin auflehnen. Wie Pcterscn mich verspottet und Olaf mich verachtet, so tun sie alle. Dort oben ans den Alpen, wo mein Pater wohnt und geehrt ist, werde ich cs auch sein; dort bei den ansge- stoßcnen Kindern meines Volkes kann ich durch Gottes Gnade viel Gutes tun. Ich kann sie lehren, was ich gelernt habe, kann Gottesfurcht und Erbarmen in ihre Herzen bringen, kann sie trösten und anfrichtcn in der Nacht ihres Lebens und Heil und Glück um mich verbreiten."
„So sagt der Priester, das ist seine Sprache," erwiderte Marstrand. „Er will dich für seine Pläne als Lehrerin deines Volkes benutzen und sucht dich zu überreden, daß alle, die hier wohnen, die grausamen Vorurteile der meisten teilen. Aber liebt er selbst dich nicht und ich, Björnarne und mancher andere?"
„Du," rief sie und ihre dunklen Augen hefteten sich mit unendlicher Innigkeit von neuem fest auf ihn, „ja, du bis! gütig und gerecht, du kennst den Spott und Haß nicht, der in ihren Seelen lauert. — Ach! du weißt nicht, wie ich in langen Nächten einsam geweint habe, als Jlda mir befahl, dich zu meiden. Sage mir, ob es wahr ist, daß eine Kluft zwischen uns liegt, tiefer und breiter, wie dieser unergründliche Fjord? Sage mir, ob es wahr ist, daß dein Fuß mich von dir stoßen wird? Sage mir, ob ich fliehen muß vor deiner Stimme, die niich ruft, weil einst diese Stimme wie ein giftiger Pfeil mein Herz zerschneiden wird?"
Land, das von einer militärischen Autokratie regiert werde, die den Ideen des Abendlandes von politischer und religiöser Freiheit feindlich gegcnübcrstehc. Deutschland dagegen sei ein hochkultiviertes Land, das in hohem Grade zur Entwicklung Europas beigctragcn habe und dessen moralische Begriffe und materielle Entwicklung im Vergleich zu Rußland rühmenswert seien. Keine britischen Interessen zwängen England, gegen Deutschland einzugreifcn.
Oesterreich i»rd Japans Ultimatum.
Ti« Meldung von dem Ultimatum Japans an Deutschland wird in Wien in aller Rnbe ausgenommen. Tie gesamte Presse drück: die Anschauung aus, daß Japans Austretcn im fernen Osten im allgemeinen an der Kriegslage weiter nichts ändere. Was jetzt mit den dentschc,, Kolonien und Schutzgebieten geschehe, habe nur den Eharaktcr von Episoden und sei siir den Ausgang des großen Krieges ohne Bedeutung. Die Entscheidung über die gesamte Weltlage und die Zukunft falle auf den Schlachtfeldern des europäischen Festlandes.
Versprechen und Hakten!
Das dänische Regierungsblatt Politiken schreibt zu dem Erlaß des Großfürsten Nikolaus an die Polen das folgende:
„Die Proklamation des Großsürstcn Nikolaus gibt, wie man sicht, die ersten bestimmten Aufklärungen darüber, wie man von russischer Seite die enropäijchc Karte revidiert. Tic bisherigen polnischen Provinzen Deutschlands und Oesterreich-Ungarns werden unter russischer Oberhoheit mit Russisch-Polen zusammen Königreich Polen. Die Frage ist aber, ob die Proklamation die beabsichtigte Wirkung haben wird. Die Polen hatten so strenge Zeiten unter der russischen Herrschaft durchzumachcn, daß die russischen Versprechungen, die jetzt im Augenblick der Gefahr gegeben, kaum geeignet sind. Begeisterung hcrvorznrnsen. Namentlich die Pole» in Galizien befinden sich so wohl in der habsburgi- schen Doppclmonarchic und üben im österreichischen Parlament einen so großen politischen Einfluß ans, daß man nicht annehmen kann, haß sic Lust verspüren, unter russische Oberhoheit zu kommen."
Es ist bezeichnend, das, di« Norddeutsch« Allgemeine Zeitung diese Auslastungen des dänischen Blattes ohne Kommentar widergibt. Sie hat scheinbar nichts zu der Feststellung zu bemerken, daß besonders die Polen in Oesterreich sich in ihren gegenwärtigen Verhältnissen sehr wohl fühlen können nutz schweigend gesteht sie also ein, daß die Polen ln Preußen wohl etwas mehr Grund zrir Unzufriedenheit haben. Aber miau weiß ja, daß die preußische Regierung nicht minder wie die russische daraus bedacht ist, die Staatsangehörigen polnischer Nationalität in gute Stimmung zu versetzen. Der Hirtenbrief des Bischofs Listowski ivar ein erster bcdcutnngsvvNer Schritt auf diesem Wege, und wir dürfen wohl ziemlich bestimmt dünnt rcehnen, bah trotz den, inzwischen zum Schweigen gebrachten Widerspruch der hakatistischen Presse den Polen in der nächsten Zeit noch weitere und deutlichere Zusicherungen gemacht werden. Allerdings muß sich die Regierung darüber im klaren sein, daß den Versprechungen im Falle des Sieges auch Taten folge,, müssen, denn ohne Zweifel wurden die Polen eine Enttäuschung dem deutschen Reiche sehr bitter vergelten.
<£iu Fahnenumtausch.
Unter dieser Spitzmcirke verbreitet das Wolffsche Tele-' graphcnburcau (W. T. B.) besonders auch im Anslandc folgende Meldung aus Gelscnkirchcn:
„Im hiesigen Industriegebiet marschierte hcutc ein Zug Sozialdemokraten mit Fackeln in der rechten und roten Fahnen in der linken .Hand zum Bismarckdenkmal. Tort warfen die Sozialdemokraten di« Fackeln zu einem Scheiterhaufen zusammen, verbrannten die roten Fahnen und entfalteten die Nationalfahne. Unter Jubel zogen sic wieder ob . . ."
An dieser Meldung ist auch nicht ein wahres Wort, sie ist vo» Anfang bis zu Ende erfunden! Das Wolffsche Bureau hätte wirklich alle Urlache, mit Nachrichten, die man sofort auf ihre Nichtigkeit hin prüfen kann, vorsichtiger zu sein. Wer soll dem W. T. B. sonst noch Meldungen glauben, die zu kontrollieren man zurzeit nicht in der Lage ist?
Staatliche Kriegsfirrsorge.
Das preußische Finanzmintfterinm hat auf Grund einer Verständigung zwischen sämtlichen Ressorts verfügt: „Wenn Arbeiter oder sonstige in einem Arbeiter- oder u»tcrbcamtenähnIichcn Verhältnis befindliche Lohnempfänger insolge der Mobilmachung in den Militär-sMarine-jdienst beim Heer, bei der Flotte oder beim Landsturm einbernsen sind oder sich freiwillig zum Kriegsdienst gestellt haben, so sind bis auf weiteres deren Angehörigen Beihilfen nach Maßgabe des Bedürfnisses
bis höchstens 25 Prozent des Lohns- des Einberufenen für die zurückbleibendc Ehefrau sowie bis höchstens 6 Prozent des Lahns- für jedes- eheliche und den ehelichen gesetzlich gleichstehcndc Kind unter 15 Jahren,
zusammen aber bis höchstens 58 Prozent des Lohns zu gewähren."
Weiter heißt es in dem Erlaß: „Da davon ausgcgongcn wird,
Sie hielt mit beiden Händen sich an ihm fest, sic zitterte und durchforschte angsterfüllt seine Züge.
„Wer, liebe Gula, hat dir das gesagt?" fragte Marstrand bewegt und beunruhigt. „Niemals soll eine Kluft uns trennen, nie wird meine Stinime ein Pfeil sein, nie mit meinem Willen werde ich dir jemals wehe tun."
„Ich weiß es, ich weiß es!" flüsterte sie vor sich hin- sinnend. „Ich habe nachgedacht über JIdas Worte, ich habe gelernt demütig sein. — Ja, sie hat recht! Ich gehöre zu denen, die niemals vergessen müssen, daß sic verlassen und verstoßen sind; aber Herr, wenn deine Magd auf deiner Schwelle sitzt, willst du sie von dir jagen?"
Er legte seine Hand ans ihre Stirn und sagte mild und vorwurfsvoll: „Solchen Glauben hast du zu inir? Sei ruhig, armes Kind, niemand soll dich kränken und beleidigen, und wenn alle dich verlassen, ich bleibe dein Freund, dein Bruder, dein Beschützer."
Er hielt sie in seinen Arnien und sah in ihr lächelndes, neubelcbtcs Gesicht. Unter seinen Händen schlug ihr Herz, seine Finger strichen leise über die seidenweichen reichen Flechten und seine Lippen neigten sich zu ihren Lippen nieder.
Plötzlich fuhr sie mit einem Schrei auf und stand aus ihren Füßen. Marstrand folgte ihren Augen; oben auf der Spitze der Klippe erblickte er Björnarne, der unverwandt herübersah und dann hinter den Steinen verschwand.
„Er kommt die Stufen herauf," sagte Gula hastig. „Lebe wohl, Herr, wo du sein magst, sei Gott mir dir." Und che er cs hindern konnte, lief sie auf dem äußersten abschüssig- sten Grat des Felsens hin, kletterte und sprang von Stein zu Stein und gelangte so auf einen der Absätze der Klippen- wand, der auf jähem Pfad zum Ufer des Fjord führte.
Angstvoll sah ihr Marstrand nach und blieb stehen, als er Björnarnes Schritte hörte, der in der nächsten Minute bei ihm war.
„Wo ist sie?" fragte dieser, finster nmhcrschancnd.
daß die Reichsuitterstütziingen beim Vorlicgcn der rcichsgcsetzlicheii Voraussetzungen noch neben den (obengenannten) zu gewährenden Beihilfen gezahlt werden sollen, so haben sich die bewilligende» Behörden zweckmäßig bei Festsetzung der Beträge mit den Kommunal» bchörden wegen des von diesen beabsichtigten Vorgehens in Verbindung zu setzen, damit nicht ettva die vom Reiche zu erstattenden kommunalen Unterstützungen lediglich um des Maßes der Staats» beihilscn willen gekürzt werben oder ihre Zahlung überhaupt unterbleibt."
Ter preußische HanDelsmiilister v. Sqdow hat den Obcrpräsi- bcntcn eine Verfügung zugchcn lassen, in der cs ,i. a. heißt:
„Dem K r e d i t b c d ü r s n i s der klcingewerblichen Bevölkerung wird unter den gegenwärtigen Verhältnissen jede nur mögliche Erleichtern»,, zu verschossen sein. Ich weise darauf hin, daß! die Preußische ZentralgenosscnschaftSkassc in der Lage iü, jedes Here ch t j g i e Krcditbcdürsins in vollem Umfange zu erfüllen. Dazu- ist aber erforderlich, daß den im Gesetz vom 31. Juli 1805 der preußischen Zenlralgcnossenschastskastc vorgcschricbcnen Beding»»-- gen genügt wirb. d. b. daß bezirksweise Verbandskasten gebildet werden, soweit solche nicht schon bestehen . . . Die Preußische Zen- tralgcnostcnschaftSkastc ist bereit, die Gründling der Verbandskasten auf jede Weise zu erleichtern . . . Zur weiteren Erlcichternng nr der Kreditgewährung wird die Preußische Zcntralgenosscnschasts-- kaste ivährend der Kriegszeit bei der Diskontierung von Wechseln von der Beibringung der sonst erforderlichen Unterlagen absehen» sofern die Gute der ihr eingercichtcn Wechsel durch örtliche V«r< trauenskommissioncn der Genostcnschaftcn bescheinigt wird . .
Ausländische Prcs;lügen.
W. B. Ausländische Zeitungen hoben vielfach berichtet) daß die Generäle v. Emmich, v. Deimling und v. d. Marwitz! verwundet, gefallen oder gefangen genommen seien. Diese Nachrichten sind unwahr. Deutsche Zeitungen haben aus der! iibcr das Gefecht bei Schirnicck verbreiteten Mitteilung ge-) schlossen, daß schwere Artillerie verloren gegangen sei. Schwerin Artillerie war garnicht beteiligt, sondern einige Infanterie-, bataillone der Festungsbesatzung mit einigen Feldgeschützen) (Amtlich.)
Aufhebung des- Milltärbogkotts.
Aus Anordnung des Gouverneurs in Köln a. Rh. wurde btt Mititärboykott über das Kölner VolkShans und die übrigen Ber» kehrslokalc der Sozialdemokratie und der freien Gewerkschaften anf- gehobcn.
Ein katholisches Blatt verboten.
Die in Warcndori erscheinende, sich „unabhängiges katholisches Organ" nennende Westfälische R-indschan ist durch Verfügung deS Generalkommandos geschlossen und der Redakteur verhaftet worden. ES handelt sich um den Redakteur und Verleger Kl oft ermann^ der eine Majesiätsbelcidignng begangen haben soll und gefangen' nach Münster gebracht ivnrdc. Das Wiedererscheinen dcö BlatteK wurde verboten. Wie es heißt, hatte die Westfälische Rundschau: bereits zu Beginn der Mobilmachung erklärt, daß der Krieg selbst») verständlich mit einer Niederlage Deutschlands enden würde.
Eittc Warttttttg au die L'irrembr«rFtr.
Der Bischof von Luxemburg sowie der Staatsministeü Ehschcn richten Anfrufe an die Luxemburger Geistlichkeit undj Behörden, in denen die Luxemburger vor Meuchelmorden ach deutschen Soldaten gewarnt werden.
NrFsischc Mordbrenner.
Die dcutschen Grenzbewohner haben nach Meldungen des Berliner Lokal-Anzeigers aus Ställupönen in letzter Zeit viel unter der Mordbrcnncrei der russischen Toidatcska zu leiden gehabt. Da» genannte Blatt berichtet: Während die russischen Ncbergriffe beit
Epdtkuhnen anfangs einen Varmlosen Eharaktcr trugen, indem von den Grenzbewohnern nur Essen verlangt wurde, sind sie in den letzten Tagen mehr und mehr in Mordbrcnncrei ansgeartet. Wie der Ostdeutsche Grenzbote nicldet, sind bei Etzdtknhnen säst sämtliche Ortschaften in der Nähe der Grenze in den letzten drei Tagen von» russischen Svldaten angeziindet und zum größten Teil niederg«- branitt wovben. Etzdtknhncn, das von den Einwohnern geräumt ist und öde verlasse,, dalicgt, brennt seit cinigcn Tagen. Den gewaltigen Feuerschein kann man von Ställupönen aus ganz deutlich sehe». Es sind ferner von den Russen folacndc Grcnzorte ange» steckt worden: Romcgken, Eszerkehmcn, Williothen, Schlenwcn)
Eallweitschcn, Ragoßbalken, Kinderwcitschen, Radsien, Sodargen,, Stärken. Ti« Einwohner mußten ihre Habe verlassen und haben meist nur ihr Leben und die Kleider gerettet. Am Dienstag schossen die Brandsttftcr sogar alles nieder, was in ihren Bereich kam. In Radßcn sind allein etwa Neben Personen niedcrgeschossen wosiden."
Russische Frechheit.
Der Berliner Loknlanzeiger schreibt: „Bon russischer Seite ist in einigen neutralen Staaten darüber Beschwerde erhoben worden, daß für das Wohl der in Deutschland zurückgebliebenen Russen nicht ausreichend gesorgt werde. Demgegenüber genügt wohl der Hinweis, daß Rußland es bis jetzt nicht für nötig befunden hat, auch nur einen Pfennig zum
„Tort," sagte Marstrand, auf die fliehende Gestalt deutend,
„Und du," fuhr Björnarne fort, schnelle drohende Blicke auf ihn richtend — „was tatest du mit ihr?"
„Du fragst in einer Weise, daß ich mich weigern muß, dir Antwort zu geben," sagte der Junker stolz.
„Antworte!" schrie Bjönarne, die Fäuste ballend, und seine Augen wurden weit und glühend. „Ich sah sie in deinem Arm. Wie war cs möglich? Was sagtest du ihr! was logst du ihr? Schande über dich, daß du das getan!"
„Du bist von Sinnen!" antwortete Marstrand, „was berechtigt dich, meine Ehre anzutasten?"
„Ist cs mit deiner Ehre verträglich," fragte Björnarn?, „einem Mädchen nachzustcllcn, das unter meines Vater? Schutz steht — unter meinem Schutz, Johann Marstrand? — Und wärst im eines Königs Sohn; du solltest keinen Finget nach ihr ausstreckcn, oder glaubst d», weil ein Lappe ihr Vater ist, darfst d» es wagen? Wisse, daß ich nicht ruhen, nicht rasten will, bis ich Rache genommen an dem, der Gula verderben möchte."
„Ich würde niich mit dir dazu verbinden," sagte Marstrand so ruhig er vermochte.
Björnarne blickte ihn forschend an. „Was willst du denn?" rief er nach einem Schweigen. „Willst du rnich glauben machen, du könntest dich so weit vergessen, Gula zu deinem Weibe zu nehmen? Du kannst es nicht, denn du mußt ein Weib haben, das in diesem fremden Lande deine Wohlfahrt sichern hilft, und du willst cs nicht, denn du bist ein verständiger Mann, der überlegt, daß kein Mensch, so weit Finnmarken reicht, ihm dann noch seine Hand bieten würde.
„Ich kann cs so wenig wie du, und will cs wahrscheinlich auch nicht mehr, wie du cs willst," war die Antlvort.
Björnarne schwieg. Er ließ seine Augen langsam zu Boden sinken und sagte dann mit leiser unterdrückter Stimmer „Liebst du Gula mit aller Macht, die in eines Menschen! Seele ist, Johann Marstrand!" (Fortsetzung folgt.)


